Lmbncher Zeitung. Nr. 304. Pläu» !»crn<>o»spreis: Im Conwtolr aanzi. fl. i', !,>,,l'j. fl.l.,5,U. F«r bic Zustelln»,, ins Ha»i> hall'j. s>0 Ir. Mit bcr Post ssauzj. sl. 15, halbj. si. ?.l>0. Mittwoch, 7. September Inscll!on«g«bi^-. ^ "'^ k' Apostolische Majestät haben ,nit Aller-Mjter Entschließung vo,u I. September l. I. den mit "n Titel und Charakter eines Ncgicruugsrathcs beklci ?" "^" P"lizcirath der Präger Polizcidircctiou Wil lk V- 5 ^"' wirklichen Ncgicrungsrathc und Po- ^ wn'cctor in Wien allcrgnädigst zu ernennen geruht. Taaffe ui. p. ^ilchtaintlicher Tbeil. Von >cr ostastatischen Erpedilion. Gesandtschaftliches Tagebuch '"'" l!'>. i)ig );o. ^^,i 1870 während des Aufeuthaltcs in Santiago. Aul 15. Juni stellte sich mir der k. und k. Oc-^"nsul Herr Bcrckc,ucycr vor, der ans Palparaiso Mcr getummen war, um die für das k. und k. Mini-> num des Acußcril bcstimntte Expedition in Empfang «" nehmeu. pf Dcrsclbc ging am 17. mittelst englischen Postdam. "ack "^ Panama ab; er wird scinc Nolltc über Paris !»c,l " "chmcn nnd überbringt das Vertragsmstru-N>!'.welches der Ratification Sr. k. und k Apostolischen sankt "^ unterbreitet zn lvcrden hat. Gleichzeitig über- der k. und k. Regierung eine von benanntem iH kMconsul ausgearbeitete, sehr eingehende Relation ^ "e Handels- und Schiffahrtsucrhältuisse von Chili, lüla '-^ "'^' ^^ ^^' ^" Erftort der österreichisch H".^''!chcn Monarchie wichtigsten Handelsartikel und "Ustric-Erzeugnissc besonders Rücksicht gcuommcn ist. M N s ^ ^' ^^"l "'hielt ich von Herrn I. Sosat ^ "alparnisu die Anzeige, daß er nach Abgaug des ^ rn Bcrckcmeycr die Gcrcnz des dortigen k. und k. sch '/^consulates übernommen habe nnd in der Eigen-^ N eines Gcrcntcn seitens der Localbchürdc bereits an-"kanm worden sei. Älit s'^ ^suchte am 21. d. M. in Begleitung eines ^ Wlcdcs des hiesigen Wohlthätigkeitscomitc, mehrere Vais ?" ^citnng aiwcrtrantcn Anstalten, darunter das ^s ""lans, und überzeugte mich von den lobcnswerthcn Vew, "' ^chc den hmuauitärcn Bestrebungen der lNMcr dieser Hauptstadt zu verdanken sind. «us l. " ^- ^af mittelst englischen Dmnpfcrs die Post du,, ^'" -worden ein. Das Ansbleibcn jeder Nachrichten Kcr ^' ^l'ajcstät Fregatte „Donau" tann mich nnr in Ncbei"^"""^ bestärken, daß dieses Kriegsschiff in ,Na,,^ "'lunmung mit den letzten Meldungen des Eom-lich ^""l voui Monate März Honolulu im April wirk-chcn ^Ä'"' habe und daher ehestens diese Küste crrci- '"it d?," ^^^ bes während meines AnfcnthalteS in Lima ^pflu«. "'-"" k- "nd k. Gcncralconsnl Herrn Brauns do» s"""' Einverständnisses bezüglich der Aufstellung du,, P ""'""" Consulu in einigen der wichtigsten Häfen mir nllnmehr diefcr seine Vorschläge ^'tcr '^' Besetzung der neu zu errichtenden Eousular-i>l Tac,, ^'^"'pa nnt dem ^afcn von Islay, ferner UniqueVc"" ^'" Hafen von Arica nnd endlich in ^- s>ll' ^ slnd für dicfc Posten die Herren R. Ncincckc, ^ ?lucl ^'" ""^ 6' H. Dreier in Vorschlag gebracht. Anicrnii s"t>c im Sinne der Aufträge der k. uud k. ?eplch^.U >nr Guayaquil, den wichtigsten Hafen der ?""dcls,,, "b"'' '" bcr Person des dort ctablirtcn " des?^ H"'"' Th. Simon ein geeigneter Can-^"acht. ^" in errichtenden Eonsulspostcns ausfiudig ^'Uein^ ?)'^^ von Herrn Brauns die Zusendung all M de>, ^"stischer ')totizcn über die Republik Peru ^lMiinf^ "^lcn comulcrcicllcn Daten jenes Bandes und Ä Werde ^ ^ ^^ finanzielle Vage seiner Rcgicrnng. ^"s'Nn n... 7 ^^Uzcn dem k. und t. Ätiuistcrilliu des ,. I„ """breiten. l^llein . ''^', "n 24. d. M. unter dem Vorsitze Sr. M,. 6 de^ ^ pnlsidcnten der Rcpnblik abgehaltenen Siz M'lh"ete ^7, "^'"hcs wurde der am 14. d. M. nuter^ M "'"Nldschaft^^ Handels- und Schiffahrtsvertrag vorgelegt. Sobald derselbe vom Staatsrathe geprüft ist, wird er dem Congrcssc zur Natificirung unterbreitet werden. Am 2 5. Juni gingen die von der k. und l. Mission während ihres hiesigen Aufenthaltes gesammelten statistischen Publicationen, Landkarten und literary scheu Werke nach Valparaiso an den Gcrenten des dorti-gen t. uud k. Gcncralconsnlatcs ab, welcher dieser Tage Gelegenheit haben dürfte, jene Sendungen mittelst Segelschiffes uach Havre abgchcu zu machen. Die am 20. d. M. alls dem Norden hier eingc-troffcnc Post brachte mir vom k. und k. Gencralconsnl in Vilna die Anzeige, ..daß Zeitungsnachrichten zufolge Sr. Majestät Fregatte ..Donau" Ende März ihre Rc> paraturcu in Honolulu beendigt hatte und im Lanfc des Monats April nach der Küste von Südamerika abgesegelt sei." — Diese allerdings vagen Nachrichten lassen dennoch kaum mehr bezweifeln, daß die Ankunft der Fregatte an dieser Küste unmittelbar bevorstehend sei. Am 3 0. Juni übersandte ich dem t. und k. Gc-ncralconsul in ^ima die provisorischen Erncnnungsdccrctc für die neuen Eonsular-Functionärc in Arcquipa, Tacna, Iqniauc und Guayaquil und erstattete zugleich dem k. und k. Ministerium des Acußcrn die entsprechende Anzeige. Politische Uebersicht. Vaibach, 6. September. Die Vlättcr aus NoldDeulschland neuesten Ta» lumS sind von der Capitulation der Armee Mac Ma-hons nnd von der Gcfangcnnchmung des Kaisers Na» polcon bcrcits unterrichtet und begleiten dieses Ereia.-niß je nach ihrem Slandpnnttc mit verschiedenen Com-mcntarcn. Wir tonnen nicht umhin, hcrvorznhcben, daß nulcr den Stimmen, die lici diesen Anlasse laut werden, dic Bemerkungen der „Nordd. AUq. Zig." des Organs der prenßischcn Rcaicrung, durch maßvolle Halinna sich uorlhcilhclft auszeichnen. DaS ofsiciilsc Blatt schreibt un-tcr anderem: „Die politische Bcdcntuna der Gefangen-nahine des KaiscrS ist nur eine indircrtc, denn dic Regentschaft in Paris ist mit allen Befugnissen auSacrüstct. Fricdtnsocrhanoluna.cn anzuknüpfen oder den Krieg fortzusetzen, und die Person des Kaisers in der Gcfaüacn-schaft wird, so schmerzlich diese anch von der Familie und den Anhängern des KniscllhnmS empfunden werden mag, doch lciiie Entscheidung auf die Entschließungen der Regentschaft üben können." Der Umstand, daß der Kaiser nicht den Versuch gemacht hat, nach Belgien zu gehen, scheint 'dem genannten Blatte ebenfalls dafür zu sprc-chcu, daß die Sieger eS in Frankreich mit der Regentschaft, d. h. einer mit allen legalen Mitteln ausgestalteten Macht zu thun haben werden, deren einzige Aufgabe es jetzt noch sciu tünnc. das Mut ihrer Vürgcr zu schonen und die möglichst günstigen Fricdensbedingungen zu erhalten. Die Brüsseler Blätter bringen Näheres übcr die großen Ercianissc vor Sedan. Der erste nach dem mörderischen Kampfe iuS deutsche Hauptquartier gesendete Parlamentär der Franzosen wurde wegen ungenügender Vollmachten zurückgeschickt. Hierauf kam dcr Stadtcommandant, General O'Reilly; der König verlangte die Ergebung auf Gnade und Nnanade, da dcr französischen Armee die Vcrlheidiauna von Sedan nn-möglich sei. Im preußischen Hauptquartier wußte man damals noch nicht, daß Napoleon selber sich in der Stadt befinde. Bald verbreitete sich jedoch die Kunde semcr Anwcscnhcil, u»d kurz darauf lain dessen Eracbunasbrie an. Ungeheuerer Jubel unter den Soldaten D,e Mujll spielt nntcr Andern, I'uitünt pnm' 1a 8)'"« «no die Marseillaise. Bismarck, von allen Seiten beglückwünscht, erwiderte, man möge diese Glückwünsche an den König uud an Molltc richten. Er habe zu dem Kriege nichts gethan, als die deutschen Südstaatcn gewonnen, die an dessen Erfola einen so großen Antheil aehabl. Es hcißt, Mac Mahon habe dc Failly weacn dessen Unfähigkeit niedergeschossen nnd sei selber verwundet worden, als er sich mit offener Brust ins Handgemenae gestürzt, uni den Tod zu suchen. yluch der ..Etoile delae" bringt ubcr die letzten Vorgänge an der belgischen Grenze em.ge interessante Mittheilungen: Aus Earignan. wo be ann -lich am lil. August gclämpft worden, wird dem Blatte von, N). v. M. geschrieben i Bei meiner A"kunst ',, Carianan gehörte die erste Uniform, die lch erblickte, einem kaiserlichen Stallmeister an, Napoleon tonnte also „icht weit sein. Ich forsche nach und erfahre von cmem Karrenfuhrer, den man in Doncourt zur Fortschaffuna dcr KricMasseu requirirt hatte, daß der Kaiser diesen Morgen auf dem Wege nach Earignan das genannte Dorf passirt hatte. ..Er muß bald kommen," jagte er. „denn sein Wagen solgtt dem meinigen." Zwei Stun» den vergehe» und dcr Kaiser trifft nicht cin. Die Gruppen, die in den Straßen, die Neugierigen, die an den Fenstern auf den Monarchen warten, fragten einander, was diese lange Verzögerung zu bedeuten habe. Bald wird ihre Erregung durch viele, ungeheuer rasch aus einander folgende Kcl»onenschüssc aufs Höchste gesteigert. Nun erzäl)lt man, daß die Preußen die im Marsch aus Earignan befindlichen Truppen angegriffen hätten und daß der Kaifer und die unzähligen Wagen seines Gefolges genöthigt wären, Halt zu machen. Se. Majestät erwartcic den Ausgang des Gefechts in kleiner Entfernung von Carignan, in dem Maicrhofe i^a Hibrlle. Veim Umhirgehen in den Straßen sehe ich Ordonnanz-Officicre deS Kaisers unter Andern den Obersten Ta-scher de la Pagcric, die von Haus zu Haus gingen, um für das kaiserliche Gefolge Zimmer zu bestellen. Auf dcu Wällen dcr Stadt lagern bereite Dragoner und Hußarcn. 30.000 Mann werdln heute erwartet. Die Kanonen donnern fortwährend, aber eS ist unmög» lich, aus dcr Stadt herauszukommen und fich dem Schau» platz dcr Action zu nähern. Ueber den weiteren Vormarsch der Deutschen wird gemeldet, daß größere deutfche Eorps 24 Kilometer vor St. Queutin direct nach Paris mar> schiren. Die Eisenbahnverbindung Brüssel-Paris dürfte demnächst unterbrochen werden; der kaiserliche Prinz soll in Maubeuge sein. Der Ctoile meldet, Douay sei mit Adjutanten dcs Kaisers in Brüssel eingetloffen. Ein Theil der Verwundeten aus den letzten Schlachten soll über Belgien fortgeschafft werden. In Florenz wird über eine Verständigung in der römischen Frage, beiderseits durch bedeutende Persönlichkeiten uütcrhandcll. Die Deputation der Tinten, wclche wegen Lösung der römischen Frage sich zu den Ministern begab, verließ dieselben unbefriedigt. Die ncumobilisirlcn Divisionen werden drei UsmeecorpS oder Observationslager bilden. Dir provisorische Regierung Frankreichs. General ^ouis IulcS Trochu, Gouverneur von Paris und, wie es scheint, Präsident der provisorischen Ncgierung (da er an erster Stelle genannt ist) wurde am 12. Mai 1815) zu Palais im Morbihan-Departement (Bretagne) gcboren. Er besuchte vom 15. Novem< bcr 1835 an die Militärschule, dann die Applications-schule des GcneralstabeS und wurde 1840 Lieutenant. Dem sechsten leichten Infanterie-Regiment in Afrika beigegeben, lenkte der junge Osficier schon dort, natürlich nur in engeren Kreisen, die Aufmerksamkeit auf sich. Er machte den Fcldzug von Tcgdämpt mit, nahm an der Besetzung von MaScara und als Adjutant ^amorcittre'«! an dem Winlcrfeldzuge von 1841 Theil. Auch den Feld^ zügen gegen den großen Aufstand von 1845—184tt wohnte er (als Adjutant des Marschalls Vuacaud) bei. 1851 war er bereits zum Oberstlieutenant aufaerückl. Wir finden ihn nach dieser Zeit als Eabinets-iihcf deS Kriegsministers in Paris wieder. Im Krimtriegc wurde er oft genannt. Einige Zeit nach den Schlacht an der Alma, die er mitmachte, erfolgte seine Ernennung zum General und Commandanten einer Brigade. An der Spitze dieses TruppcncorpS wird er (am 8. September 1855) bei dem Angriffe auf die vorgeschobenen Werke von Scbastopol durch eine Granate schwer verwundet. Im italienischen Kriege von 185,9 leistete er als Divisions« General, namentlich bei Solfcrino, abermals wichtige Dienste. Auch als Schriftsteller hat er durch fein Wert: „Geist dcr militärischen Institutionen" sich hervorgethan. Gam bett a (Leon) spielt, wie man weiß, erst seit einem Jahre eine Rolle. Er ist ein noch junger Mann — da er am 30. October 1838 in Cahors geboren wurde, also noch nicht einmal sein 32. Lebensjahr zurückgelegt hat. Er studirte die Rechte und lieh sich schon 1859 als Adoocat in Paris einschreiben. Seine Vertheidigung dcr Subscribcnlcn für ein Baudin-Denl-mal (December 1868) hat seinen Rus begründet. Die Bercdtsamteil und Gcsinnunystüchtigtcit, die er da an den Tag legte, vcrhalf ihm bei den allgemeinen Neuwahlen von 1869 zu einem Deputirtensihe. (Er wurde zweimal gewählt: In Paris und Marseille, und ,nt> schied sich für das Mandat dcs letzleren.) S"" we« sundheitszuftaud ist leider ein sehr zerrüttett«-. 1454 Jules Simon, Pelletan und Favre, ebenso Picard, Cr^micnx und Grevy sind alte Bekannte. Jules Simon wurde geboren am 31. December 1814 in Loricnt, Eugen Pclletan am 29. October 1813 in Royan, Iulcs Favrc am 31. März 1809 in Lyon, Ernest Picard am 24. December 1821 in Paris, Adolph Crumieux am 10. April 179tt zu Nimes und Jules Orevy am 15. August 1813 in Mont-sous'Vaudrcz (Jura). Jules Simon, Pelletan und Gr«vy sind De-putirte seit 1863, Favre und Picard (zwei von der ehemaligen „Fünfer-Opposition") seit 1857, Crömieux (weil er bis dahin den Eid verweigerte) seit 1869. Jules Simon und Pellctan sind bekannt durch ihre Schriften (Ersterer schrieb unter Anderem die Werke: „Die Natur-Religion" und ..Die Gewissensfreiheit/' Letzterer „Das neue Babel" und „1.6 'lermiw"), Favre, Picard, Gröoy und Cr^nieux glänzen bekanntlich als Advocaten. Der Letztgenannte, der Alterspräsident der Mitglieder der provisorischen Regierung, war schon 1848 Mitglied der provisorischen Regierung. Er ist bekanntlich Jude und Präsident der ^.Iiicmoe i«ri>.61iw. Bleiben noch Jules Ferry und K^ratry zu erwähnen übrig, Beide junge Männer, Beide erst seit wenigen Jahren dem Publicum bekannt. IuleS Ferry vertritt in der provisorischen Regierung das journalistische Element; er — der übrigens auch Advocat ist — war lange Zeit Mitarbeiter der ..Gazette des Tribu-naux" und 1865—1869 Redacteur des „Temps." Er wurde am 5. April 1832 zu St. Di« (in dem jetzt von den Deutschen occupirten Vogesen-Departcment) geboren. Er ist Deputirter von Paris. Graf Emil K6ratry steht mit Ferry in fast gleichem Alter; er wurde am 20. März 1832 in Paris geboren. Einem alten brctagnischen Adelsgcschlechte entstammend, widmete er sich, nachdem er classische Studien gemackt. der militärischen Laufbahn. Er trat am 30ten September 1854 als Freiwilliger in das 1. Regiment der t,'ll^8«m-« ra-try Brest in der Kammer. (N. Fr. Pr.) Kriegschromk. Die Belagerung von Straßburg. Vcrlhold Au er bach gibt in der „Allg. Ztg." in Folgenden den Abschluß seiner interessanten Schilderungen aus der Belagerung Straßburgs: Vor Straßburg, 28. August. Wieder ein Sonn« lag ohne Glockcnton. Ich war in der Kirche. Nur we« nigc Männer, aber viele Frauen fanden sich ein; sie waren alle in der Tracht, wie sie ganz gleich im badischen Oberland ist: sie trugen die breite Haube von schwarzen Maschenbändern (hier Buschen genannt) auf dem Kopfe. Der Kopfputz der Frauen verschwindet immer zuletzt bei der Wandlung der Volkstracht. Ich saß auf dem Empor bci dcr Orgel. Eine Reihe Soldaten, meist Land-wehrmünner, saß drunten mit dem Gesangbuch in der Hand. Beim ersten Klang der Orgel fing ein neben mir sitzender Bauer bitterlich zu wennn an. Ich wollte mit in sein Gesangbuch einsehen; er reichte es mir, winkend, daß ich es nur allein behalten solle. Er preßte die Lippen zusammen und weinte fort und fort, und trocknctc mit einem rothgewürfelten Taschentuch seinc Thränen. Wie lange waren wir eifrig bedacht in daö Leben der Einzelnen einzudringen — jetzt bcwegt sich vor unsern Augen alles in Massen, auch das Elend. Aber solch ein einzeln weinender starler Ma»n! . . . Bald nach dem Einleitungsgebete des Pfarrers, der mit volltönender Stimme um Frieden bat, trat ein Soldat in den offenen Gang zwischen den Frauensitzcn und winkte den Soldaten; sie standen auf, sprachen noch still, ein jeder sich auf den Helm niederbeugend, ein Gebet, dann verließen sie die Kirche. Nicht nur hier in der Kirche, sondern überall, auf Weg und Steg, im Quartier und sogar bei den Marketenderwagen zeigt sich ein Ernst, eine männliche Haltung der Soldaten aller Waffengattungen, von Nord und Süd, ganz übereinstimmend mit der sittlichen Aufgabe, welche diesem Kriege gestellt ist. Nirgends auch nur eine leiseste Spur jener Frivolität, von der wir aus dcm französischen Lager Bericht erhalten. Und, was noch besonders zu erwähnen ist, keinerlei Prahlerei und Ueberhebung. Seitdem die Preußen ein Recht haben stolz zu sein. sind sie nicht mehr eitel und auftrumpfend. Die hohe Stimmlage der Nordländer läßt dem Ungewohnten nur ihre Anrede viel schärfer und befehlerisch klingen, und jetzt gar im Kriege, wo man durch Zurufe Ordnung schaffen muß, schallt dcr Ton noch viel höher. Als nun der Pfarrer im Eingang seiner Rede von dem Elend der vergangenen Woche sprach, entstand ein Schluchzen und Weinen untcr den Frauen, daß mau kaum das Wort hörte, und dazwischen drang dcr dumpfe Ton der Geschosse von draußen. Dcr Krieg kümmert sich nichts um daS Gewitter am Himmel, und nichts um den Sonntag im Kalender. Es predigt sich schwer, während die Kanonen donnern, und was läßt sich in solcher unmittelbaren Bedrängniß zur Fassung der Gemüther sagen? Es kämpfen zwei Mächte in der Geschichte: die Menschenliebe und die wilde rohe Gewalt. Diese ist nur organisirt im Kriege. Wir alle, die wir, dcr eine da, der andere dort, an der Herrschaft des Geistes arbeiten, wir stehen machtlos nnd was noch schlimmer ist, zweifelnd an der Macht des Geistes. Muß immer wieder durch die rohe Gewalt entschieden werden? Die französische Regierung hat auch die Gesangbücher gestempelt; alle sind auf der Rückseite des Titels mit dem rothen Stempel bedruckt: „Omission ä'^u^dom^," und die Umschrift: „viroewiro än OoiiLiawiw S6u6ral." Gesangbuch und lutherische Bibelübersetzung bleiben doch zwei mit keinerlei Staatskunst zu verschüttende Quellen des Deutschlhums. Ich glaube nicht, daß ich noch lange hier bleibe, um die Zerstörung von Straßburg mit anzusehen. Lassen Sie mich daher noch einige Wahrnehmungen und Wünsche aussprechen. Die Eigenschwere der bewegten Thatsache führt aller Voraussetzung nach diesen Krieg zu einem Ziele das wir kaum erhoffen durften. Das Elsaß muß wieder deutsch, geraubtes Gut heimgebracht und die Grenze so geordnet werden, daß wir nicht ewig vor der Kriegsbefürchtung stehen. Wie das alle« gestellt werde, mögen die Diplomaten ausmachen. Aber die Elsässer müssen wir gerecht verstehen lernen. Es ist nicht die Schuld der Elsässer, es ist unsere Schuld, daß sie seit bald zweihundert Jahren uns entfremdet sind. Sie haben ein Recht, nicht nur gerecht, sondern auch mild und mit besonderer Einsichtnahme in ihre Eigenthümlichkeiten be-handelt zu werden. Der Vorwurf, daß sie sich selbst preisgegeben und an die Fremde weggeworfen, ^'^ ^ nicht in der Weise, wie er oft gemacht wird. 3^. Hunderte lang vom Vaterland abgerissen, erlahmt cn lich die Opposition gegen das Fremdartige, zumal we« das Vaterland so zerrissen und in sich geschwächt e scheint. Jede Fremdherrschaft wirkt corrumpittnd. ^-lischt erst einmal die scharfe Gegenwehr, der WideiMM nnd wird er zur Gefügigkeit, dann wird die NbtnlNM kcit vom eigenen Wesen gcrn als Befreiung erscheine' Man redet sich ein, die Besonderheit sei Von'lM^ man sucht die Vorzüge dcö Fremden hervor. ^"_ ., dcr Selbstachtung, dcr im letzten Verschluß des I"^ viduums verbleibt, sucht sich sophistisch zu verkehren "" macht die sonst unerträgliche Unterjochung zu einer k wissen freigewähltm Selbstbcstimmnna,. Die Elsa! sagten sich: das Französische mag das Bessere !^ weil es das Mächtigere ist, und noch dazu daS ^ nchmere war cS ja immer bis auf den heutigen ^ Der Elsässcr, der das Deutsch nur in seinem Dia'" spricht, erscheint vor sich selbst vornehmer, wenn er!, französisch ausdrückt. Und war'S denn nicht auch , uns im Vaterlande so? Ist es z. B. je dcnlliar. °^ cine englische oder französische Frau sich rühmen dim ich lese nichts in meiner Muttersprache, sondern "^,, der und jener, wie das bei uns in Deutschland s°" fach gang und gäbe? ,. Ich habe die Elsässcr früher bei lä»gcrem «>.!' halt in Straßburg und Zabcrn u»b jetzt wieder i» ^l Tagen inmitten der Aufregung, wo sich alle O^"^, erschließen, kennen gelernt. Es ist — und das 'ß '^ anzurechnen — ein tiefer deutscher Zug noch in sl>!^ Kraft in ihnen. Politisch sind sie zu Frankreich ^. wendet, nicht nur durch die vormalige Ruhmes sondern wesentlich durch das Bewußtsein dcr Ole'^ der Offcnhaltung zu allen Ehrcnstcllcn für jeden. ., hat ihnen auch der neue Napoleon nicht angetaswl ,, gleich sie die schlechte Wirthschaft wohl erkennen ut>" °, bührlich verachten. Das muß vor Allem im AB,^ halten werden bei dcr Wiedervereinigung mit Dc"^ land. In dcr langen Verfremdung von ihrem e'ö^ Wesen haben die Elsässer freilich auch Schaden 8^' an ihrer Seele. Es hat sich vielfach etwas >" 7^ erzeugt, was man in doppeltem Sinne Zwcizi'nW^ nennen könnte. DaS Gemüth, hineingestellt z>^,iz zwei feindliche und doch verbundene Gewalten, ^ ^ und französisch, wovon dieses doch die Macht Y° mußte eine Schädigung und innere Unsicherheit crf^ . Eine gewisse Scheu und Hinterhältigkeit, ein Lauel"^ die Gesinnung und nach dcm Munde reden, >ft ^„ blos Folge dcr Erschrcckthcit durch den jetzt bren^,, Krieg. Die Elsässer waren seit zwei Jahrhundert' ^ dcn Franzosen in einem geistigen Bclagcrungsz>l>'.^ gehalten. Solch ein Verhältniß dringt zuletzt ucrdel ^ in den Urbestand der Seele. Es ist daher höchste Z^^ Elsässer nicht nnr von dcr Fremdherrschaft, sonbH ^ von dcm drohenden Vcrdcrbniß zu befreien. Die ^ ^ Vereinigung mit Deutschland ist nicht nur eine p,,^11, sondern auch in gewisser Wcisc eine sittliche Nest^ ^,< Daß diese ohne Ucbcrhcbung und gewaltsames/^,,, fahren geschehe, daß wir vielmehr die Elsässer h^^ii weil sie so lange untcr dcn schlimmsten EinflüW ^ guten Kern bewahrt, das muß dcr Wunsch und t» .„. rige That aller Vaterlands- und Menschenfreundes Wie arg man gegen das Deutsche hauste, ^ noch ein kleines Beispiel. In der Schule durfte dtt^, rer bei Gefängnißstrafe kein Wort Deutsch mit den ^ dcrn sprechen, und dcn Kindern ist unter sich ^!'? ^ der Straße daS Deutschredcn verboten. Nun st' j,,, Körperstrafen untersagt. Was thut dcr Lehrer y'^ Dorfe? Er ist erfinderisch. Ein Kind, daS in dcr^ ck'uiMon. Per Krieg, die Witterung und die Land-wirthschaft. Unter diesem Titel bringt der „Ung. ttloyd" einen interessanten, von einem Fachmanne geschriebenen Artikel, dem wir Folgendes entnehmen: Es ist höchst seltsam, daß die Kriegsgeschichte der letzten 80 Jahre angefüllt ist mit dcn Mittheilungen über gewaltige meteorologische Niederschlage, welche den Bewegungen der lämpfendcn Heere folgten und sie hemmten. Die Geschichte der neuuziger Invasion der verbündeten deutschen Heere in das Herz Frankreichs erzählt uns, wie groß die Beschwerden waren, denen die Heere dcr beiden tämpfenden Parteien ausgesetzt waren. In dem durch die ungeheuren Regengüsse unfahrbar gewordenen zähen Thonboden der Champagne blieben die Geschütze und Munitions« wägen stcckcil und mußten von den sich zurückziehenden deutschen Armeen im Stiche gelassen werden. In den Schlachten des französisch-preußischen Krieges vom Jahre i«0b sp.clten ungünstige Witterungseinflüsse eine große Rolle und m dcr Schlacht bei Aspern gewann der Erzherzog Karl dadurch einen Erfolg über die Franzosen, daß er die Brücke über die durch Regengüsse hoch angeschwollene Donau zerstören ließ. In den Schlachten der Iahrc 1813—1815 war die Witterung stets einer der wichtigsten Factoren. Besonders berichtet die Ge- schichte, daß in der Schlacht an der Katzbach zahllose Franzosen in dem durch schwere Gewitterregen hoch angeschwollenen, sonst ganz harmlosen schlesischen Gebirgs-bache der Katzbach, ihren Tod fanden, daß bei Dresden der andauernde Regen und schlechte Wege die Operationen der Verbündeten hemmten und daß die entscheidende Schlacht bei Waterloo in Folge dcr durch furchtbaren Regen total zu Grunde gerichteten Straßen für die Verbündeten fast verloren gegangen wäre, da die preußische Hilfe trotz aller Anstrengungen zu lange ausblieb. Diese wenigen Beispiele. die uns nur gerade so einfallen, ließen sich bei einem eingehenden Studium der Kriegsgeschichte gewiß noch wesentlich vermehren, denn wir begegnen in dcr neuesten Geschichte ganz der nämlichen Erscheinung. In dem 185,9er Feldzuge trug die Witterung wesentlich zu dem ungünstigen Erfolge bei, indem in der entscheidenden Schlacht bei Solferino cin ungeheurer Hagelsturm den österreichischen Truppen ins Gesicht schlug. In dem amerikanischen Kriege war durch den andauernden colossalen Regen der virginische Kriegsschauplatz total unwegsam geworden, so daß Menschen und Vieh im Schlamm stecken blieben. Das Jahr 18Ltt, daS uns den unglücklichen deutschen Krieg brachte, war wie daS 1870er an und für sich ein regnerisches. Aber erst der Schlacht von Königgvätz folgten am 3. Juli jene schweren und andauernden Gewitterregen, die der Ernte so hinderlich waren. Gehen wir zum Jahre 1870 über, so war die anfangs sehr trockene Witteruug schon vor dem Begmn des Krieges im grüßten Theile Deutschlands wenigstens in eine regnerische umgeschlagen. — /..l " . g»l> In Frankreich und dem westlichsten Deutschla"°^ dauerte die Dürre, unter dcr die vorrückenden ^> i" Truppen schwer zu leiden hatten, fort. Sie fa' ^ß' dcn Ebenen des Elsaß und Lothringens versiegte ,^>' neu und von der Sonne verbrannte Felder, " . ^ bar nach Worth und Forbach aber entluden ' ^ wältige dreitägige Gewitterregen. Wie seitdem L tcrung sich auf dem französischen Kriegsschaup ' ,«! staltet hat, darüber fehlen uns neuere Nachricht« ^l> wissen aber, daß in Ungarn den gewaltigen ^i! von Metz unmittelbar, und zwar seit dein '^' ^sB, neuerdings andauernde, sehr starke sind, welche das in den ungarischen Lander« ^tt'^, freiem Felde vorzunehmende Ausdrcschcn dco . ^e außerordentlich erschweren und unscrcr sonst 1° ^h 0 gefallenen Ernte bedeutenden Schaden zugef"^^a'" rine um diese Zeit seltene Abkühlung der ^ herbeigeführt haben. ^altiü Es liegt die Vermuthung nahe, daß d" " dcn^ Erschütterungen der Atmosphäre durch "'"" ' ^»„cr ., ununterbrochen andauernden heftigen Kauo' ^„ (5 unmittelbare Verbindung mit dcn darausso N ^, ^ ladungen dcr Wolken zu bilden sind. ^cge» ^^M nach den Ermittlungen des berühmten <" ^id Dove dann, wenn der Südwestftassat ubcnv' u ^„, mit dieser uns die mit Feuchtigkeit M«""» Oiltcl"', des Atlantischen Oceans zuführt, und trocic» ^M,„ dann, wenn dcr Nordostwind zur vem^^^ige'' Im Sommer kämpfen diese beiden «"^1' „rdl" unseren Breitengraden um die Herrscht 1455 k «. ^""lch spricht, muß ein an eine Schnur gebundenes Brett tragen, wo es geht und steht, und das !" llllige, Ills es cm anderes Kind auf dcr Straße fitt-"l das kutsch spncht, dann bekommt dieses das Arctl «" ocr Schnur u. s. w. Der Sprachcnzwang führt zur "enmmatlon schon bei Kindern. Ist es nicht hoch zu ?"' ^lj du doch noch deutsches nud silllichcs Wclcn 3-? ^' Was ich Ihnen hier erzähle, ist allbekannte ^yatsache hier im Dorf, und bestand bis zu unserm "nzug. Ictzt möchte dcr Lehrer freilich sehr deutsch thun. N« ^!! Preußen gesendeten Eivilcommissäre — Gr^f ^smarck-Bohlcn und Graf Henckcl, die als humane scanner gellen, der letztere lNlch als liberal bekannt — ?ei. ! '°" ^' '^"' "'^" Aufgabe, den Elsässcrn zu ?'!.'. ^ "'^' sie befreien und mild und Verständniß-voll behandeln. lick .^Mk Bemerkungen hier gelten zunächst und wcscnt. li^ 3 landbaucnden Dorfbevölkerung, deren wirthschaft-s^ ^ttterc,scli noch vielfach mit Deutschland verbunden ! no. Em anderes ist es mit den FabrilSarbcitern, die UlMiuheils aus Frankreich stammen und mit den Fabri-lantm, welche die Concurrent mit Deutschland fürchten. >M) kann hierüber nicht urtheilen und leine Maßnahmen Mchncn. N„r ^ß ^^ ^,^,^ „^^ vergessen werden, ivi^/'l" ^lsaß die Juden, die hier zahlreich wohnen, ein ">cytif,cs Element sind. Sie sind — und sie setzen einen «"yen Stolz darein — seit einem Jahrhundert volllom-"en gleichberechtigte Bürger, und das in der That uud l ."" w,c in Deutschland in neuerer Zeit vielfach nur " geschriebenen Worte. Die Erhaltung des Rechts-"Bandes ist ein erstes Ersordcrniß. n? >> ^ ^^ ^^ vcrgcssen. Ihnen noch von dem weiden Vaucr in dcr Kirche zu erzählen. Ich fragte ^' wm Ausgang, er klagte über die allgemeine Noth, ^ .lalle aber noch eine besondere. Ein Bruder von ihm " ^t cincr Frohnsuhrc hier im Wagenpark. Seit lra, ^" ^^ "' ^'" Fuhrwerk heimgeschickt, er ist 'l, es ist aber „j^ ^, crforfchcn, wo er liegt. die m Strapazen der Soldaten sind gewiß groß, aber ^ sauern, welche die Frohnfnhrcn leisten (ans den '.Abarten deutschen Bändern wie ans dem Elsaß) ^tllck? ^""^' "'^ '"'"der leiden. Wochenlang Tag n»d in ^. "^" s^"' allerdings gnt genährt, aver nicht tlei^ ^'^uhnten alten Ordnung und dazu gering be- ln». l. '"^" l)ört viel Jammer und Elend, aber wer '""N helfe,,? l Bn,,?^ ^""^' vergangene Nacht nicht draußen, nm das "ick l^"""l mit anzuhören. Wie ich höre. wird !lieij> ^°^ °"^ strategischen Gründen bei Nacht am Eck ^ ^feuert, sondern auch weil es in dcr Nacht mehr Dic c ." ""'^reitet ">^ znr Nachgiebigkeit zwingen soll. Kriegskunst nimmt anch die Psychologie zn Hife, lon^ '^ ^'^^' ^"' Himmel war wieder eine große ^ Glulh weithin verbreitet. Nm, v!"^ '^ Gölhc'S Geburtstag. Ich wollte mir ^' Nachlesen scinc „Wahrheit und Dichtung" und n^^"anns Pfingstmontag borge», ich fand sie nicht, san^l Gebildeten und Gelehrten nicht. Außer Gc- 9U"ch und Bibel findet ma» lanm ein dcntsches Vnch. "inlß ?>.^ Mcmann'schc Gedichte fand ich fchon mehr-lvo '. - ^ ^'^ l)at uns Göthe von Straßburg erzählt, A» ^ ^^ ^°^' hundert Jahren, mit Herder und anderen Strnfl ^^' ^^' l)at nie davon gesprochen, daß «Würg wicdcr zn Deutschland gehören müsse. Wo scher m>"^ Deutschland? Und Göthc war kein ftoliti-da ,,/"""". Wir sind jetzt gewiß über die Zeit hinaus. Iilira '^"' ^^ zum Borwnrf machte. Wenn Straß-hüll /^"" ^« Elsaß wicdcrnm zu Deutschland gc< n»cl/ ?^"' ^^ Einwohner dcr Stadt nnd des Bandes ^c Gcistcsfrncht GöthcS genießen. Das Haus, "^lliä,"^^' '"echsclseitig. Der gewöhnliche Verlauf ist ^uroosi ' ^^^ "ach cincr längeren Herrschaft des ^'st s ^'^^' "elchc uns trockenes Wetter bringt, die Nl>!,/^ d"art erwärmt, daß eine bedeutende Vcrdün- Qft ^'^bcn eintritt; dcr Wind setzt allmälig nach dcr.ni,^ /'"'dost "'". das Barometer fällt in Folge wit ein.v ," ^'l'tdrnckes nnd dcr >f)inlmcl beginnt sich ^liotc,, ^^^" Wolkendecke zu belegen, DicS sind die ^' oder? ^ hereinbrechenden SüdwcstwindeS, der in Ätacl" ","!^^'^tcn bereits die Herrschaft erlangt hat. ^' Wui^ ^"'^"'^it erfolgt eine'weitere Veränderung c llc>, cin ^""^ ""^ Süd und Südwcst und es tritt 'chlngt l,''s, ^, Atmosphäre kühlt sich ab und der Wind °^tt tu '^ ^,t und Nordwcst nm. um in längerer v "tdosw^. '"^l wieder der trockenen und schweren ^ ^"stst^n"^ ^latz zn machen. Dies ist das für ""»lUc D < U"' von Dove entdeckte nnd nach ihm , "s d,lrH ^uu^gcsctz. das Dove'schc. welches nbri- , ficirt w'! ^ topoliraphischc Verhältnisse vielfältig ^laq d.« ^.^° ^'«t in Ungarn sehr häufig dem !?^' s»,^ "lndcs von Nordost nach Sndwcst nicht "" ^cca, ." ''^^gcr Wind, weil die vom Atlanti- ^'sclbcn '., "'"inenden Wollen ihr Naß schon in den i?^csw, l,?^ ^^^udcn Bändern nnd den Ungarn im t ">'!i imm?^"^"dcn Gebirgen abgegeben haben. Es svl« '"er verl?<"/"^lich. daß die dnrch den Schlach- t? ^ cinc Ai',''°ble ungehcnrc Erschütterung dcr Atmo- i>n ^"'Nen un^?"^ ^^ »ormalen Wechsels der 9ufl- Stande ist ''^ häufigeren Regen herbeizuführen in dem er als Student wohnte, die Straßen, welche er nus schilderte, da ist jetzt vielleicht Verwes!»ng. Hoffentlich baueu wir sie wicdcr neu auf zu ncucm deutschen Leben. Vor straßburg, 30. August. Die vergangene Nacht war eine fchwcrc. Wir wußten, daß an dcr dritten Parallele gearbeitet wird. Vom einbrechenden Dunkel an arbeiteten 4(XX) Mmni. um sich mit den Ge< schützen einzugraben; um Mi> thcrichc zn uns gekommen wären? Was wir auch für die Hinterbliebenen dcr Mfallcncn und für dic Vcrwnn. dctcn thun, cS wiegt nie die Opfer anf, welche nnö auf crlcgt wurden wärcn — das ist allgemeine dankerfüllte Stimmung. Wundcrlichcrwcisc sprcchcn abcr auch Ein zclnc, dic von wcitcr hcr kommen, ihre Ungcdnld aus, daß man nicht schärfer vorgegangen nnd in ein paar Tagcn ganz Straßburg in Äsche gelegt habc; ja, ich hörtc cincn sagen: cin einzig Menschenleben ist mchr werth, als dic Erhaltung dcs Münsters. Das sind Knndgcbuna.cn des unklaren Zornes nnd dcr in der Ferne noch gespannteren Aufregung, dic sich bald und leicht berichtigen werden. Anch über die Abgrenzung Deutschlands gcgcn Frankreich gchcn dic Wünsche sehr weit. Es wird sich abcr zeigen, daß je reiner dcr Proceß der Wiedervereinigung des Elsasses mit Deutschland vollzogen wird, cr um so mchr in seinem inneren politischen und sittlichen Bcstandc sich bethätigt. Jenseits dcö KricgcS - nnd wir sind hoffentlich bald in diesem Jenseits — gilt es, dic ncnc Tapferkeit im Positiven zu erweisen. Wir haben auch ciuc ncnc Parallele zn ziehen. Dcr bewährten deutschen Ansdaucr im Kampfe muß dic gleiche Ausdauer in Vicbe und Versöhnung entsprechen. HtMsneuisskeiten. — (Aus dem Unterrichtsministerium.) Wie die „Corrcsp. WarrenS" erfährt, haben Sc. Majestät dcr Kaiser mit Allerhöchster Entschließung vom 28. August über Vortrag des Unterrichtsministerö v. Stremayr genehmigt, daß die Führung dcr Perwaltu»asgeschäfte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften und die Agenden der geologischen Neichsaustalt aus dem Ressort des Ministeriums des Innern so wie die beim Ministerium dcs Handels geführten Geschäfte der Direction für administrative Statistik und der statistischen Ccntralcommisfion i« den Nessort des Ministeriums für Cultus und Unterricht Überzugehen haben. Diese Maßnahme entspricht dem bei der Errichtung des Unterrichtsministeriums angestrebteu Zwecke, dasselbe zu einer Lentralstellc für alle geistigen Interessen, insofern als sie sich auf Wissenschaft ,md Kunst beziehen, zu gestalten, und cs wird dadurch einer bisher bekannten Anomalie, daß derartige Pflanzstätten dcr Wissenschaft anderen Ministerien untergeordnet waren, cin Ende gemacht. Während die großen Kunstinslitulc, die Akademie der bildenden Künste in Wien, das Museum für Kunst und Industrie u. s. w. bereits dem Untcrrichtsministcrinm unterstellt siud, konnte dieses auf die Akademie der Wissenschaften und aus die geologische Ncichsanstalt, deren Mitglieder doch zum größten ! Theile dem Professorenstande angehören, lemen directen Einfluß ausüben, während doch die Agenden dieser beiden Institute in dem Unterrichtsminister ihren natürlichen Vertreter finden. Die Unterstellung dcr statistischen Ccntraldi-reclion unter das Handelsministerium bildete schon seit längerer Zeit, speciell in de» Verhandlungen des reiche» cichlichen Budgetausschusses den (Gegenstand lebhafter Coittrovcrsen, die namentlich anläßlich der jiwgst vorgekommenen Volsszählung zu dem Wunsche nach Einflußnahme des Ministeriums des Innern auf diese Anstalt führte. Nachdem jedoch in der statistischen Ceutralanstalt die Agenden fast aller Ministerien sich zum Ausdrucke bringen, so empfahl sich die Unterstellung derselben unter das Unterrichtsministerium, welches am besten in der Lage ist, für die systematische und wissenschaftliche Behandlung statistischer Daten Sorge zu tragen. — sAus dem Beamtenvereine.) Der erste allgemeine Beamtenvcrein der österreichisch-ungarischen Mon-archle wird auch im Schuljahre 1870/71 aus den Mit< leln des vom ersten Wiener Vorschußconsortium gegründeten Unterrichtsfonds für Töchter, Waisen oder Wwven von Beamten Stipendien sur Freiplähe an der Handels-und Gewerbefchule des Wiener Frauenenverbvereines verleihen. Anspruch auf diese Stipendien haben die bezüglichen Angehörigen aller Beamten, welche Mitglieder des ersten allgemeine» Veamtenvereines der österreichisch-ungarischen Monarchie sind oder waren. Bewerbungsgesuche sind binnen drei Wochen (vom 1. September 187N an) an die Eentralleitung des Vereines, Wien, .Himmelpfortgasse Nr. «, zu richten und mit denselben der Nachweis zu liefern, daß die Competentinncn die nöthige Vorbildung fllr die vorgenannte Schule besitzen. Locales. Aus der Gemeinderathssitzunss vom 6. September. Nach Verlesung des Protokolls der letzten Sitzung verliest der Bürgermeister eine Zuschrift des Stadtpfarrers Köstel, welche die Einladung zu der am 7. d. M. staltfindenden Enthüllung der Marienstatuc enthält. In Folge der Beschlüsse deß Gemeinderalheö vom 7. Mai, betreffend die Zufahrtsstraßen zu der Laibach-Tarvifer Bahn, ist cin Erlatz des Ministeriums durch die Landesregierung herabgelangl, wornach auf die Herstellung der gedachten Straße auf Staatskosten nicht eingegangen werden kann. Es bleibt nun der Stadtgemeinde anheimgestellt, für Herstellung einer ihren Interessenten entsprechenden Zufahrt Torgc zu tragen. Wird über Antrag des Bürgermeisters der Bausection zur Erstattung der bezüglichen Anträge im Einvernehmen mit der Rechtsscction zugewiesen. Weilers beantragt der Bürgermeister, daß die Wirksamkeit der Feuerlöschordnung wegen der durch die Uebcrsctzling herbeigeführten Verzögerung auf den 1. November verschoben werde. Wird angenommen. Dr. Schuppl refcrirt in Betreff der stir die Polizeimannschaft an dcr Stelle der außerordentlichen Ncmuncra, tioncn systemisirlcn Taglie» flir besondere Dienstleistungen; dcr Magistrat beantragt dafür cincn eigenen Tnrif. Die Finanzscction schließt sich im Wesentlichen den Anträgen des Magistrats an. Die Bewilligung der Taglien sei qimrla-liter bei dem Gcmeinderathe anzusuchen und gilt vorläufig nur für 1 Jahr, und eS wird dem Magistrate empfohlen, in Erinnerung zu ziehen, ob nicht Dienstbücher für die Wache einzuführen seien. Bürgermeister spricht gegen die quartalsweise Vorlage der Ausweise über zu bewilligende Taglien als zeitraubend und unpraktisch. Vereinfachen ließe sich die Sache, wenn die Bewilligung dem Magistrate überlassen würde. Der Referent hat nichts dagegen einzuwenden, daß die Bewilligung dem Magistrale überlassen, dagegen dem Gemeinderathe ein Ausweis vorgelegt werde. Bei der Abstimmung wird der Antrag der Section mit dem Amen-demcnt des Bürgermeisters angenommen. Dr. Schöppl refcrirt writer liber die vollzogene Veräußerung eines Theiles des magistratlichcn Morast, terrains Ha'uptmanza um 8455 ft. deren Genehmigung die Finanzseclion beantragt. Wird angenommen. GR. Bürger rcferirt iiber die Bauholzrechnung des Karl Tautschcr pro Juni, welche nach dem Antrage liqui-dirt wird, dann über einige Bauherstellungen am Eastell^ thurmc, welche genehmigt werden. (M. Samassa referirt wegen Herstellung eines Brunnens in der neu zu errichtenden EimenlirungSanstalt. Wird bewilligt. Dr. Pfeffer er reserirt Namens der Rechts» und Polizeisection in Betreff der Bestellung eines Forsthülers filr die städtische Waldung Tivoli. In Folge einer von der l. l. Vezirlshauptmannschaft hier ausgegangenen Anregung hat nämlich eine commisfionelle Verhandlung mit Beiziehung des Stadtmagistrates stattgefunden, welcher auch Vertreter der Gemeinde Ober- und Unterschischka, dann einiger Privaten, als Besitzer dcr angrenzenden Waldungen, beigczogcn waren. Man einigte sich. mit Ausnahme drr Gemeinde Oberschischka, dahin, daß ein Forstaufseher dcr > zugleich die polizeiliche Aussicht zu pflegen halte, für den besagten Waldrayon von der Gemeinde' Untcrschiichfa aus-gestellt werde, zu dessen Entlohnung alle Interessenten und demgemäß auch die Stadtcommune angemessene Beit^e zu leisten hätten, und welcher dem Gcm'emoevo, stände "o,, Uuterschischka untergeordnet sein wird. Wird nach längerer Debatte angenommen. ___________ 1456 GR. Pirler referirt 3.) in Betreff der Miethe eines Lehrzimmers für die von der Stadtcommune zu Übernehmenden ParaNelclassen an der hiesigen t. l. Normalhauptschule; der Magistrat wird nach dem Antrage des Referenten beauftragt: 1. Mr die Miethung eines Lehrzimmers, 2. für die Veischaffuug der erforderlichen Einrichtungsstücke Sorge zu tragen; 3. es wird der Aufbau eines eigenen Echulgebäudes für die städtische Hauptschule als dringende Nothwendigkeit erklärt und der Magistrat beauftragt, möglichst bald der Schulsection die geeigneten Anträge zu unterbreiten; — d) in Betreff Zuweisung eines Religions« lehrers zum Religionsunterrichte an den städtischen Schulen. Der Magistrat hat sich diesfalls an das fürstbischöfliche Consistorium gewendet, welches jedoch eine definitive Aeußerung von mehreren Umständen, als der Bezeichnung des Locales, das eventuell erst ermittelt werden muß, Mittheilung der Schulordnung und des zugedachten Ncmunerationsbezuges abhängig gemacht hat. Es wird beschlossen dem Consistorium anheimzustellen, den Religionsunterricht entweder für alle 8 Classen beider Schulen (der St. Iacobsschule und der Parallel-classeu) durch einen Katecheten mit 450 st. Gehalt, oder nach Umständen durch zwei Cooperatoren der beiden nächst-gelcgenen Pfarren (Dom und St. Jacob) mit einer Remuneration von je 200 fl. beforgen zu lassen, und den bisherigen Katecheten an der Normalhauptschule zur Berücksichtigung besonders zu empfehlen. Es folgt eine geheime Sitzung, in welcher die Ve-setzung der Lchrerstellen an den städtischen Schulen verhandelt wird. Dieselbe erfolgte dem Vernehmen nach in «abstehender Art. Als Oberlehrer wurden angestellt: Herr Velar mit 600 fl.; Herr Sima, Volksschul-lehrer in Völkermarlt mit 500 st.; als Unterlehrer der Privcttlchrcr Herr Franz Kok ail und der bisherige Lehrgehilfe Herr Wisiak. Die Direction der Parallelclassen an der Normalhauptschule übernimmt Herr Velar und an der St. Iakobsschule Herr Pra ftrotnit, jeder mit einer Remuneration pr. 100 st. — (Firmung.) Ce. fürstbischöflichen Gnaden Dr. Widmer werden von heute bis 14. d. in der Decanie Mottling, am 16. in Treffen, 18. und 19. in Altlack und Pölland das h. Sacrament der Firmung ertheilen. — (Veränderungen in der f. k. Landwehr.) Der Hauptmann erster Classe des Ruhestandes Raimund Kanz wurde zum krainischen Landwehrbataillon Laibach Nr. 23 eingetheilt. te. Dir Vcrlagsbuch-hcmdlmig Ä. »artleben in VHicn tMidigl suebeu daö baldige Erscheinen einer IUllstrirtcu Geschickte des deutsch-fva«;ösisclilu Hlriege^ von l«7U, bearbeitet uom Historiker Alexander Gigl a», welche in I«! reich illnslrntcn Heften i> 20 tr, angegeben werden soll. Verdient dieses hervorragende Unternehmen einer üslcrreichischen Firma an und fill.' sich schon uu-se.c Aufmertsauilcit, so «Hut dies in noch erhühtem Mcchc dcr Umstand, das; jene Kriegsgeschichte, entgegen den bisherigen Unternehmungen dieser Art, welche an leidenschaftlicher Uelicrschwciua,-lichkeit leiden, einen wnrdia.cn, objectiven, leidenschaftslosen Hin-tcrgrmid haben soll. Die Verlagsbuchhandlung sagt im Prospekte: „Indem wir es unternahmen, eine populäre Darstellung des nentsten, weltcrschüttcrndcn Zeitereignisse« zu veranstalten, waren wir uns der Schwierigkeiten dieser Aufgabe wohl bewußt und muhten um so mehr bedacht sein, diese zu bewältigen, als es sich nnö in erster Linie darnm handelt, ein Orschichtswerl iu deö Wortes vollster Bedeutung, zu schaffen, das den frischen Anprall der Ereignisse nud das stürmische Wogen der Leidenschaften weitaus ilbcrdauern soll. Lag nun die eine dieser Schwierigkeiten vor allem darin, daß die Tagcöpn'sse wohl benutzt werden sollte, ohne indeß die grellen Farben der Parteien auszunchmcu — so bot sich ciuc andere in dem UmNande, das; Thaten, die sich unter unseren Augen vollzogen, so rasch der Geschichte zu übergeben waren, das; so zu sagen aus dem noch rauchcndeu Vlutc del Schlachtfelder Resultate aufgelesen werdcu sollen, die der Leser jeder Parteistelluiig im Innersten sciueS HauscS verwerthen taun. Die erste dieser Schwierigkeiten dilrftc ihre Lösuug in dem Anstreben gefunden haben, uie uud uirgcnd den reinen Standpunkt der Oeschichtsschrcibnug zu verlassen, die, Systeme, An-fchanungcu nnd Persönlichkeiten nicht beachtend, mit würdigem Griffel nur der Thatsache folgt. Das Gewand der Geschichte hingegen den Ereignissen uou gestcru anzupassen, dafür sorgt die schnelllcbigc Zeit, iu deren Hand tausend Jahre wie eine Secunde und eine Sccnndc wir tausend Jahre. Wenn nun zugleich versichert werden kann, daß der Leser in diesem Werte leine der vielen interessanten Episoden des großen Kampfes vermissen darf, daß in lebendiger Darstellung malerische Scenerien und hervor-rageude Persönlichkeiten seiucm Auge vorgeführt werden sollen, so darf wohl unserseits die Hosfiuing ausgcsprochcu werden, daß daS Unternehmen in allen Kreisen jruen Beifall finden wird, der seine Wurzel im allgemeinen Wissensdrang?, seine Vliilhc im sittlicheu Bewußtsein hat. Wir hegen die volle Ueberzeugung, daß cS dem Autor unserer Illustrirten Geschichte des deutsch-französischen .ttriea.es, der tiefe historische Kenntnisse mit gefälligem senillc-tonistischcn Style verbindet, gelingen wird, seine schwere Aufgabe im Siuuc unserer vorstehend aufgedrückten Intentionen zu lösen uud wiederholen, daß wir keine auf Muthmaßungen l'cgrüuoctc nud mit Zeitungsausschnitten gefüllte Tagcschrouil den Lesern darbieten wollen, sondern ein gediegenes, abgerundetes Werk, welches, über de» Parteien stehend, in objectivster, leidenschaftsloser Weise «nd in kciner Nichtnna, gefärbt, alle»» Tlieilnchmern der jüngsten Greignisse ein danerudes Denkmal setzen soll. Ncncüc Post. sOristinal'Teleqramm der „Laibacher Zeitung.") Paris, tt. September. Gine Adresse der „Society internationale" fordert die deutsche Socialdemokratie auf, die 'Armee über den Rhein zurückzuziehen, worauf man sich auS-söhnen und die vereinigten Staaten von Gu-ropa proclamiren werde, widrigenfalls Kampf bis auf den letzten Vtaun. Vine Proclamation der provisorischen )le gierunss an die Armee appellirt au die unbe siegbare Revolution und den Heroismus der Soldaten. Decrete schaffen den Zeituustsstempel und politischen Oid ab, entheben die Veamten des Gides, berufen die Botschafter von Vondon, Wien. Petersburg ab. Victor Hugo ist hier eingetroffen nnd am Vahnhofe enthusiastisch empfangen worden. Wie man der „Tagcspressc" von gut unterrichteter Seite mittheilt, entbehrt die ill einigen Vlättcru cursi-rcnde Nachricht vou der Demission des Ncichökricasmiui-stcrs Baron Kühn vollständig jeder BcaMndnna,. Die deu gemeinsamen Staatshaushalt betreffenden Vorlagen für die Delegationen, der Rechnungsabschluß pro 1868 u. s. w. siud zum Theil schou gedruckt, zum Theil im Drucke befindlich, soweit nicht der Abschluß uou deu Ereignissen der nächsten Zeit abhäugt. Die „N. Fr. Pr." erhält die Mittheilung, daß die Sonntag iu Prag beschlossene Vaudtagsadrcsse der Ausschußmajorität viel scharfer als alle ihre Vorgängerinnen der «äzcchisch-Feudaleu, für die Hoffuuugcu der Vertreter der Ncichöidcc nicht die entfernteste Aussicht bietet, im Gegentheile die Legalität der Reichs- uud Laudcsuer-fassuug, folgerichtig auch des Landtages lcuguet. Der Geist, wenn auch uicht der Wortlaut der Declaration erfüllt die Adresse. In der am Moutag eudgiltig beschlossenen Mill o r i t ä t s a d r e s s e wird iu gcdräugtcr Kürze und mit ciuschucidcuder Logik gcgeuüber deu czechisch - fcudaleu Präteusioucu für die Verfassung die Lauzc eingelegt. I,l diplomatischen Kreisen erzählt mau sich, Graf Bcust habe alls die au ihu gerichtete Aufrage, ob sich Oesterreich einer Annexion vou Elsaß und Lothringen uicht cutgegcustellcu würde, die Autwort ertheilt, das Interesse Oesterreich-Uugarus habe mit eiucr solchen Eventualität uichts zu thun. Kaiser Napoleon ist am Moutag 2 Uhr Nachmittags auf dem Wege uach Casscl durch Kölu gereist. Der Bahnzug, aus 10 Wagen besteheud, verließ Vervicrs um 11 Vormittags, Aachen um 12 Uhr. Eiu zweiter Zug mit Dienerschaft uud Equipagen war um zwei Stundeu vorausgegaugcn; auf dem Bahnhöfe befand sich ciue große Mcuge Schaulustiger. Im Gefolge des Kaisers befauden sich die Gcuc-rälc Casteluau, La Moskwa, Reille, Pajol, Vaubert mld de Gculis, dauu eill preußischer General uud der belgische General Chazal. Die Kaiserin sollte in Braiue-Lecomte (in Belgien, nordöstlich vou Mons) mit dem kaiserlichen Prinzen zu- ammeutreffcll, welchen ein Telegramm der „Presse" am 5. d. M. bereits ill Namnr angekoimneu seiil läßt. Marschall Mac Mahon ist au seinen bci Scd'N erhaltene» Wunden gestorben. Marschall Canrobcrt >jt verwundet. Montm6dl) wird seit Montag Früh bombardirt, e« verlheidigt sich tapfer. Drei Prinzen von Orleans, die Herzoge von Aumalc, Charlrcs und Ioinvillc wollten am vcrftosscne" Montag von Brüssel nach Paris abreisen um Fram' reich ihrcn Degen zur Verfügung zu stellen. Iu Florenz hat Sonntag Abends cm zwen" Mnisterrath unter dem Vorsitze dcs Königs statigefun' den. Derselbe dauerte bis spät i» die Nacht; es sollen demselben auch fremde Gesandte, die am FlomMtw Hofe beglaubigt sind, bcigczogen wordcu scin. Monta« Früh wurde der Ministerrath wieder zusammenberuseii! ein definitiver Veschluß ist noch nicht gefaßt, weder w der römischen noch in ciner andern Frage. Dic »^ forma" publicirt cinc an das Gcsammlmluislcrium^ richtete Adresse der Linken. Dieselbe ist von 26 ^ putirtcn, darunter Natazzi, gefertigt und verlangt I"' fortige Occupation Roms. Jede Verzögerung «tM dieselbe als Verbrechen, Verrath an der Nation l>n° am Vatcrlandc. Am Montag circulirte auch >>' ^. Turincr Journalen uud auf dcr dortigen Börse ^ Gerücht, der König habe abgedankt, cinc MinisteillB vielleicht der Rücktritt des ganzen Ministeriums, ^ wegen dcr Unschlüssiatcit über dic nunmehr cinzuhalt^ Politik bevor. Das diplomatische Corps in Paris war am M", tag bei Lord Lyons vollzählig veisammelt; positiv ^ lautete, daß dcr italienische Gesandte, Nigra, Vor>^ tungcn zu seiner Abreise tliffl. Dcr östcricichischc "^ schafter hat, wie der „N. Fr. Pr," versichert lviid, ^ messcnc Weisung erhalten, unter allen Veihältlnsst»^ seinem Posten zu bleiben. Telegraphischer WechselconrS ooin 6. September. , ^i- 5pcrc. Metallicines 55.ij5, - 5perc Mctalliqiles ni>> ^, und Noucmber-ijiiiscn 55),'^i, — 5pn'c, Vinlioiial-Aulchci, ^,, 18«0er Stllalö.Aiilchcu R».-. — Nanlacticu 09l ^« ,, Ncticn li-18. . Loilbon 125,75,. Silber 123.5)0. "" Miliiz-Diicaten 5,.'<5. Napoleond'ors 10.02'/,«. . »^-----------^»,,«»^«»««««^^»««««»««>. ^«°««.,«.,'«^'^ Handel und Volkswilthschostlich^ crschisiilil: 127 Wage» mit Getreide, .'j 2^«^!, mit H"' Strul) und li Wagen init Hnlz. ' Durchschnitt ^-Preisr. Weizen pr. Melzcn 5 85> Butter pr. Psuiid , ^ ,. l^uru „ 4 20 Graupen pr. Maß . "" »j Gerste „ 2 '^0 Eier pr. Stlicl . . '" ,i! Hafer „ 1 <10 Milch pr. Mns, . ^ z.« Hall'sliicht „ 4 45) Nmdslcisch pr. Pjd. ^ 2 I I li", um ^ dem Normale. ^, ^ "' Vsraulworllichcr Redacteur: Igna, n. K l r i » >» " " '^^ Viillcnbericht. ^^_____________________________________________________^________________ Titlgl" "^ien, 5 September. Die Börse nahm die Nachrichten llber die Vorgänge iu Paris aw Veraulassuna, eines starlcn Nllckganges anf. Alle Werthe fielen bci l>l^"^,, „o^ be'deuteudcn Sieigcu der Valuta. Mau notirtc um die Mitte dcr Bürsczeit Credit 24!», Auglo 218, !l!ondou 125,50, Napoleons 10 fl. 1 lr., Reute 50. Spiitcr e mehrfache Sch'vautungeu eiu. Der Schluß der Börse war still, der Verkehr schr rrbucirt. ^K. ÄUaemeine Staatsschuld. Mr 100 fl. Ge<>> Waare Einheitliche Staatsschuld zu 5 pCt.: in Noteu verzinsl. Mai-November 55.40 55.70 „ „ „ Februar-August 55,40 .55.70 „ Silber „ Jänner-Juli , «5,25 65.50 „ „ „ April-Octobcr. 6,).25 65.50 Steueranlehen rückzahlbar (z) , —.— —.— Lofr v I. i«3i) ..... —.— --.— « „ 1854 (4"/.,) zu 250 f!. 8l.50 82.50 z « ., I860 zu 500 fl, . . 90,25 90.50 ., „ 1860 zu 1U0 fl. . . 100 50 101.50 ^. „ 1864 zu 100 fl. , . m.75 112.25 tz?tllats-Domäueu-Pfll,ldbrl«sc zu 120 fl. ij W. in Silber . .119.-119.50 ». MrunoentlastunaH-Nblistationell. Filr 100 ft. Veld Waare Bühl-icil . . . . zu5p „ -.— __.__ Siebculiürgn, ... ,. 5 ,. 73.-- 74.— Slctermatt .....5 . -.- -. l'^''^ - ^ ' - " '7-78.- O. Actien von Vankinstitute»:. > Geld Waare Aualo-österr. Baut abgest, . . 219— 219.50 Anglo-unaar. Ban! .... 76.— 79.— Baulvcrein.......196.— 1U7.— Vodeu-Crcditaustlllt . . , .250— 252.— Ereditaustalt f. Handel u. Gew. . 248.50 249.— Creditaustalt, allgem. ungar. . . 76,— 78 — Escompte-Gesellschaft, n, ü. . . 875. 880.-Franco-österr. Banl .... 93.75 94.— Geucralbanl.......69,50 70,— Nlltionlllbanl.......696.— 698,— Nicderläudischc Baut .... — -^ ^ — Vcreinßbant.......88.— 90.— Verlehrsbaut.......63.— 89 - Wiener Bant......—— ^-— «. Actien von Transportunterneh« munsten. Geld Waare Alfiilb-Fiumaner Bahn . . . 162.— 164.-! Böhm. Westbahn.....233.— 235 - Carl-Ludwig-Bahu.....237.-237.50 Donllu-Dampfschifsf. Gesellsch. . 542.- 544.^ Elisabeth-Westbahn.....212-213 — Ferdmands-Noibtillhn . . . .1980.-1985.— Fu»sl,rchen-Varcslr-Vahn . —.— .^»^ l Frau;-?!ostvh Theiß-Bahn.......220.- 222,— Tramway........166— 166.50 «. Pfandbriefe (filr 100 fl.) Mg. «st. Bodm-Lredit-?lnstall Geld Waare , herlusbar zu 5 M. in Silber 105. - 105 50 !dto.iu33I.rllckz.zu5p.!,Gm. 9^.50 100 50 Och,«. Nardweftbahu .... 92.75 93. Siebenb. Bahu in Silber verz. . s7.?5 ^^ Staatsb. G. 3"/« ä 500Fr. „I. Sm. l-^"' jl^" SUdb. G. 3"/. l. 500 Frc. „ . . N3.^ Silbb.-BouS 6 "/, (1870 - 74) ^ ZO^ i. 500 Frcs.......238 '.. g?,^ Ung. Ostbahu......«l,.b" «. Privatlose (per Stilck-) ^ Creditaustalt f. Handel u. Gew. <, ^."^ 1^ ^ zu 100 fl. ij W.....- l'^'2 15^ Rudolf-Stiftuug zu 10 fl. . - i7 W"" N^,chsel(3M°n.) OH it)^ Augsburg für 100 fl. südd. W. ^'75 M^ Frantfnrt a,M.100 st. detto ^"'^ ^5 Hamburg, fttr 100 Marl Banco 77^ l^^ ii!°nd°n, fUr 10 Pfuud Sterling '"'^ b^ Paris, sitr 100 Fraucs . . - " ' (kours ver Geldspr"" ^< Geld 5st.if , K. Mtlnz-Ducatn. . 5 fl. 94 ". ^ ^ 1 , Napoleousd'or - - l0 « -^ " 1 ., ^' , Vereiuslhaler . . . 1 „ «" » ^4 „ ^" , !Silb« , . ^.^. ^" ^n^"' Kraiuische GruudentlastungS - Obl'ga^^ss ! vatnntirimll' - -" Gell»,