Nr. 1. Montag, 3. Jänner 1887. 106. Jahrgang. Mbacher Zeitung. Pränumerationspreiö: Mit Postversendunn: ganzjährig sl, i t>, halbjährig sl. 7,5». Nm Comvtoil: ganzjährig sl, »i, hall'jähiig sl, s,,f>o, ssiir die Zustellung >»s HauS ganzjähiig s!, l, — Insertillnögebill: ssilr lleine Inserate bi» zu 4 Zeilen 25 lr., größere per Zeile ü kr,: bei üflcr^n Wnbachcr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Die Administration befindet sich Äahnbofftraße 15, die Redaction Wiencrstrasje !5>, — Unfranliertc Nriefe werden nicht angenommen und Manuskripte ilicht zurückgestellt. Mit 1. Jänner begann ein neues Abonnement auf die Laibacher Zeitung. Die Prann me rations - Beding nngen bleiben unverändert und betragen: Für die Versendung mittelst Post: ganzjährig.....15 fl. __ kr. halbjährig.....7 » 50 » vierteljährig.....3 » 75 , monatlich...... 1 , 25 » Für Laibach: ganzjährig.....11 fl. — kr. halbjährig.....5 » 50 » vierteljährig.....2 » 75 » monatlich......— » 92 ' Für die Zustellung ins Haus per Jahr 1 fl. , MU- Die Pränumerations'Veträge wollen Porto» >rei zugesendet werden. Jg. v. Rleinmafr K Fed. Vamberg. Umtttcher Weil. Se. .k. nnd k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome dem Major des ^uhestandes Albert Vornmüller den Adelstand mit °em Prädicate «Türkenfels» allerguädigst z,l vcr-lechen geruht. Uichtamtlicher Hheil. Die lrainische Grundentlastungsschllld. Vom Landtags^Abgeordlieten T>r. Mosch«. II. Der niederösterreichische Landesansschuss geht sohin ^uf die finanzielle Wirknng der vollstäudig^n Rückzahlung der Grundentlastungsschuld mittelst eines Landes. u'Nehens über. Von der am 1. Jänner 1888 betra-^uoeu Grnndentlastungsschuld per 15146 082 fl. "Me ein Theil von ruud 9 400000 fl. durch das "nlchcil ^h^t werden. Für dieses Darlehen nimmt kl Laildesausschuss die Herausgabe von Landesobliga-^'^'u. und zwar von 4 pCt. einkonunenstcuerpflichtigeu zum Colirse vou 85 bis 90 oder von 4 V^ pCt. zum Course von 93 bis 98 in Allssicht, die ihm einen zwischen 11060 000 fl. bi« 9 600 000 fl. variierenden Nominalbetrag geben würden. Der finanzielle Dieust der Gluiideutlastuugsschiild erfordere bis inclusive 1895 eiuen Aufwand von 23 730000 fl.. zu dessen Be-drckuug unter anderem auch 2 pCt., sage zwei Prucent Lau des um läge bis inclusive 1895 im Gesammtuetrage von 5 254000 fl. in Vorschlag gebracht sind. Die Annuitäten znm Zwecke der Rückzahlung des Landesanlehens berechnet der Landesausschuss, und zwar je nach dem obigen Course, variierend zwischen 485 780 Gulden bis 514 846 fl., uud kommt znm Schlüsse, dass infolge ausreichender Deckung durch andere Einnahmen hiebei die 2proc. Grunden tlastnngs-Lan des um läge in Abfall gebracht werde» könne, «wodnrch eine jährliche Schonung der Steuerträger um den Betrag von 650000 fl. und für die Zeit bis 1895 nm den wahrscheinlichen Betrag von 5 254 300 fl. erzielt würde.» Diese Transactions würden das Land in den Stand setzeu, einen Ueber-schuss zn erzielen, «welcher jedenfalls ausreicht, die Verziusuug und Amortisierung eines Wienflnss-Negulie-rungsanlehens zn bestreiten», ohne die Steuerträger zu belasten. Die Analogie zwischen diesen Ausführungen und unseren ist in die Augen springeud. Anch wir haben auf einen durch Herabsetzung der 16proc. Grundent-lastungsnmlage auf einen 12 pCt. zu erzielenden jährlichen Ueberschuss hingewiesen, welcher — zwar nicht, wie es von einer Seite naiv gemeint worden ist, dadurch frnctificiert werden soll, dass der Stenerträger die hiedurch ersparten Kreuzer in die Sparcasse trägt — sondern der zur Bestreitung der Verzinsuug und Amortisation eines für productive Zwecke zu verwendenden Anlehens angewendet werden könnte. Es erfüllt uns mit einer gewissen Befriedigung, dass sich fast gleichzeitig mit unserer Anregung anch anderen Orts das Bedürfnis geäußert hat, die Thätigkeit der Landcsverwaltuugen von dem Boden steriler Administration auf das Feld der Productivität zu verlegen, und dass man hiefür auch anderen Orts auf ein Mittel verfallen ist, welches auch wir augeratheu habeu. Dies lässt uns theilweise deu Schmerz ertrageu, den nns der Finanzpolitiker des «Laibacher Wochenblatt» bereitet hatte, indem er unsere Ausführungen confus gcnaunt hat. Nach dem Berichte des nicderü'sterreichischen Landesausschusses scheiut es, dass mau die zur Convertierunq der Schuld erforderliche Finanzoperation durch Auflegung eines Landesanlehens durchzuführen gedenkt, was die Iuanspruchuahme eines Bankinstitutes bedingen würde. In diesem Punkte unterscheidet sich unser Project von jenem des nicderösterreichischen Landes' ausschusscs. Aus uaheliegeuden Gründen musste sich im Iuteresse des Laudcs uuser Blick auf die reiche dotierte krainische Sparcasse richten. Ein unvermitteltes Arrangement zwischen ihr und dem Lande schien uns das billigste Mittel, eine Finanzoperation durchzuführen, die wir noch heute als im Interesse beider Theile gelegen erachten. Wir haben deshalb einen Appell an den krainischen Sparcasseverein gewagt. Officiell hat diesen der krainische Landesausschuss an die Sparcassedirection vermittelt und diese hat bereits, und zwar ablehnend, geantwortet. Wir kennen nicht die Gründe, d. i. die formell geltend gemachten Gründe, welche die Direction zu diesem Schritte veranlasst haben, obwohl er uns nicht uuerwartet gekommen ist. Wir können daher auf diese weiter nicht reflectieren. Wohl aber begegneten wir mehreren Einwendungen in Kreisen, die dem Sparcasse-vcreine nahestehen und denen ihre patriotische Un-befangenheit es zugelassen hat, unser Project vom Standpunkte des Landesinteresses nnd des Interesses der krainischeu Sparcasse zu beurtheilen. Diesen wollen wir willig aufklärend entgegenkommen. Mau sagte, die Sparcasse müsse sehr viel Capital mobil behalten, um für alle Eventualitäten gesichert zu sein; sie könne daher für solange Zeit (28 Jahre) ein so großes Capital (4,3 Millionen) nicht in einem Landesanlehen investieren. Dieser Grund scheiut uns nicht gauz stichhältig, da uns auf das bestimmteste versichert worden ist, dass die Sparcasse sofort bereit wäre, diesen Betrag auf statutenmäßig gute Hypotheken an» zulegen, wodurch sicherlich das bezügliche Capital an Mobilität nicht gewänne. Abgesehen davou glauben wir darauf hinweisen zu müssen, dass die Sparcassedirection nicht immer der gleichen Ansicht von der Mobilerhaltung eines größeren Capitales gehuldigt hat. Vergleichen wir nur die letzten drei Jahresabschlüsse, so finden wir, dass im Jahre 1883 bei einem Verwaltungsvermögen von nahezu 19 Millionen das mobile Capital etwas über 1 Million, also den 19. Theil, betragen hat. Im Jahre 1884 hat dasselbe bei einem Verwaltungsvermögen vou circa 20 Millionen Feuilleton. Was ist die Zeit? 5, Es schlägt 12 Uhr. Die letzte Mitternacht des Meldenden ist zugleich die erste des folgenden Jahres. Elchen Wlederhall weckt dieser Klang in den Herzen vcr Menschen, die ihn vernehmen! Frisches Gläser-^'"a.en antwortet ihm hier »lit freudigem Prositrufen, "on weckt die metallene Stimme ernstes, wehmnths-WucsSmneu. Wieder ein Tropfen Zeit hinab ins Meer "" Ewigkeit! y Znt! Was ist die Zeit? Ein Strom, so sagen die Zotten, em Strom, auf dem nnser Lebensschifflein dahin- «"let bald an blumigen, lachenden Geländen vorbei u" sanft schmeichelnde Wellen, bald au felsigen Ufern oer wüste Strmnschnrllen und gefährliche Wirbel. Ja M. mi Strom! Die einen stehen am Ufer. lauschen ''"end dem Wugengebrause. suchen zu erspähen, wohin "! "'".rmelnde Welle eilt. woher sie kommt, und wäh- :,'" Ne laschen und sinne», ergraut das Haar an iren Schläfen. Die auderu springen iu die Flut. w.? '^ ^ frischen Wogenspieles, unbekümmert. "mn es sie treibt. Sie sind glücklicher als jene ernsten sin!?""^ die dem Mouche gleich, der bei dem Nach- « f über Zeit nnd Ewigkeit der Zeit verqaß. Mit ^ Wn Haupte kehrt er heim in seiu Kloster, wo die de>w 7 "/"""6 der Chrouik noch seinen Namen kennen. a^'-^. ^?" hatt' er gesonnen und geträumt. Ged°., ?"'ll) find solche Träume! Willig folgt uuser gene !> s /"' ^"fc ^r Geschichte in längst 'vergas Jahrhunderte, willig dem Winke der uralten Cul- turdenkmäler iu verflossene Jahrtausende. Der Gedankenflug wird kühner, wenu Fossilien uud Gesteinsschichten znm Geiste ^s Menschen sprechen aus einer Entfernung von Zcln, Zusenden von Jahren, und wenden wir unsern Bl^ck nach jenem Fixstern, der dort am Abendhimmcl glänzt, und von dem das Licht Millionen von Jahren zu uus braucht, dann hört das Zählen nnd Abschätzen auf, nnd wir haben nur noch ein schwindelndes Gefühl von der Unendlichkeit der Z?it. Unendlich ewig .... die Worte, die uns bei Liebesschwüren und Freuudschaftsbetheuerungeu so geläufig siud, sie werdeu zu furchtbaren Phantomen, wenn der Mensch im einsamen Grübeln ihrem Siuue nachforscht. Fröstelnd ziehen wir nns von der Schwelle der Ewigkeit zurück in die uus so liebe Sphäre des Vergänglichen und beobachten den Lauf der Zeit an dem Wachsthum unserer liebeu Kinder und an all den Veränderungen iii nnd um lini, uud messeu sie fein bürgerlich, wie der Kalender uns lehrt. Der Kalender, dieses «Buch für alle», ist ein Werk, das die Menschheit in Lieferungen erscheiueu ließ und dessen Ursprung uralt ist. Seit die Menschheit denkt, hat sie das Bedürfnis gekannt, für die Zeit einen Maßstab zu besitzcu. Dl>' Veränderungen um uus her silid dazu geeignet, diesen Maßstab zn bilden. Der Wechsel von Tag und Nacht, das Fallen der Blätter, das Reifen der Früchte, die Erscheinung von Flut und Ebbe und zu allernächst, und das an allen Orten der Erde, die wechselnden Stelluugen vou Sonne und Mond. das sind solche regelmäßig wiederkehrende Erscheinungen. Die mächtige Sonne, deren glühender Liebcsblick denjenigen blendet, der ihn zu erwidern wagt, der sanfte Mond, der, in regelmäßigen Zeiträumen von der zarten Lichtsichel zur vollen Kugel anschwellend, unsere Nächte erhellt, sind Gegenstände religiöser Cnlte geworden, bieten aber zugleich Anhaltspunkte zum Messen der Zeit. Die Zeit von einem Vollmunde znm andern, während welcher dieser Planet seinen Umlauf um die Erde vollendet, bildet einen leicht zn bezeichnenden Zeitabschnitt, besonders in den Gegenden des Orientes, wo sich die ältesten Culturen entwickelten, wo die Reinheit der Llift solche Beobachtungen erleichtert. Zwölf solcher Umläufe, Mondmonate, bilden das reine Mundjahr, welches beiläufig 354 Tage dauert und beispielsweise der Aera der Türken zugrunde liegt. Der Umlauf der Erde um die Sonne dauert jedoch uach genallen astruuomischen Bemessungen 365 Tage, 5 Stunden, 48 Miuuteu, 45 Secunden, nnd mit diesem steht der Kreislauf der Iahreszeitcu in Verbindung. Alle Veränderungeu von Erwärmung, Beleuch-tuug, Tag- und Nachtlänge beginnen also nach diesem Zeitraume, der das Sonnenjahr heißt, aufs nene in derselben Ordnung, ebenso bemerklich für den ungelehr-ten wie für den gelehrten Menschen. Es ist daher klar, dass beim reinen Mondjahr der Anfang, also das Neujahr, immer elf Tage in der Jahreszeit zurückrückeu muss, also endlich durch alle Jahreszeiten wandert. Dem strebte man abzuhelfen und schaltete daher immer in gewissen Zeiträumen Mondmonate derart ein, dass der Beginn des Jahres stets in derselben Jahreszeit erfolgte. Es ist dieses gebundene Mondjahr bei der Zeitrechnung der alten Griechen in Anwendung gewesen. Laibacher Zeitung Nr. 1 2 3. Jänner 1887. beiläufiq 2 Millionen, also den 10. Theil, betragen. Im Jahre 1885 endlich hat es schon den 7. Theil des Verwaltungsvermögeus erreicht. Und hiebei haben wir als mobiles Capital nur das bei Geldinstituten angelegte angenommen, ohne anf jenes im Wechsel-Escompte und beim Creditvereine angelegte zu reflec-tieren. Daraus ersieht man, dass in drei Jahren das Bedürfnis nach mobilem Capitale bei der Sparcasse-direction so außerordentlich gestiegen ist, dass sie jetzt sogar der sich darbietenden Gelegenheit zur Immobilisierung ängstlich alls dem Wege geht. Um persönliche Empfindlichkeiten nicht zu reizcu, wolle» wir andere Ergebnisse der Vergleichung der verschiedenen Rechnungsabschlüsse hier nicht berühren. Nach unserem Projecte würde sich das Landes-anlehen von Jahr zu Jahr derart vermindern, dass z. V. in acht Jahren, d. i. bis zum Jahre 1895, von den 4,3 Millionen bereits 1862840 fl. an Capital abbezahlt wären. Das Gespenst der Immobilisierungsgefahr ist also nicht so schrecklich, als man es malt. Es wurde uns ferner eingewendet, dass eine Anlage in 4proc. einkommensteuerpfl icht i gen Titres nicht conveniere. Das müssen wir zugeben. Die Zinsen des projcctierten Landesanlehens betragen 2400000 fl., die Einkommensteuer dritter Classe hie-von belauft sich anf 240000 fl. Diese Last, die sich auf 28 Jahre vertheilen würde, könnte das Land noch immer übernehmen, da das fragliche Geschäft selbst dann für das Land vom Vortheile wäre. Anf dieser Basis hätte auch die Sparcasse schließlich unterhaudeln können, die heute infolge erfolgter Kündigungen einige Milliouen zur Verfügung hat und sich für dieselben mit einem Zinsfüße von unter 4 Procent begnügeil muss. Mau wendete weiters ein, dass die projectierte Anlage statutenwidrig sei. Das ist unrichtig; zum mindesten ist diese Anlage durch die Statuten nicht ausgeschlossen. Uebrigens ist diese Eiuweudung nur formeller Natur. Schließlich und endlich handelt es sich doch nur darum, ob der Sparcasse das fragliche Geschäft conveniert. Conveniert es ihr, so ist die Form bald gefunden; die Form hat auch bei anderen Investierungen niemanden in Verlegenheit gesetzt. Der Cnrio-sität halber sei endlich noch einer Befürchtung gedacht: ob das Land Kram wohl sicher sei für 4.3 Millionen? Dieses unser kleines Heimatland dürfte, da es vollkommen schuldenfrei ist, anch in den Augen der Spar-cassedirection zum miudesteu so sicher sein, wie der arg verschuldete ungarische Staat, von dem die Sparcasse um 4 Millionen Notenrente besitzt oder doch durch lauge Zeit besesseu hat. Schließlich sagte man uns, und zwar in Kreisen, die der Sparcassedirection am nächsten stehen, es werde keinem Anstande uuterliegeu, dass die Sparcasse seinerzeit für 2 bis 3 Millionen Gulden Obligatioueu des Landesanlehens übernehme, nur foll alles früher in Ordnuug gebracht und das Anlehen aufgelegt seiu. Mit anderen Worten, wenn die Finaucierung des Landesanlehens dnrch ein Bankinstitut erfolgt sein und weuu das Laud hiefür den Bankgewinn bezahlt haben wird, dann ist dle Leitung der kraiuischen Sparcasse auch überzeugt, dass dieser die 4proc. Verziusuug conveniere und hat keinerlei Furcht mehr vor einer längeren Investierung einer bedeutenden Summe. Somit scheint es, dass die vorerwähnten Einwendnngeu selbst von der Sparcasseleitung nicht ernst genommen wurden sind nlld nicht den Grnnd für die Ablehnung abgegeben haben. Vor uus liegt die «Neue freie Presse» vom 24sten Dezember v. I.; in derselben finden wir eine aus Laibach vom 21 Dezember datierte Correspondeuz. die folgendermaßen lautet: «Die von der natioual-clericalen Majorität des Landtages viel angefeindete (?) kraiuische Sparcasse wurde vom üaudesausschusse aufgefordert, die mehr als 4 Millionen Gnlden betragende kraiuische Grundentlastlmgsschuld zu ülieruehmen. (!) Die Slovene» (!) hatten hiebei den Sparcasse-Reserve-fond (!) im Ange, der die Basis dieses Geschäftes bilden soll (»w!) In der letzten Sitzung der Directiuns-mitglieder der krainischen Sparcasfe wurde der darauf bezügliche Antrag des slovenischen Landesausschusses unter gründlicher Motioiernng endgiltig abgelehnt.» Die Zuschrift der Sparcassedirection an den Landes« ausschuss, mit welcher das projectierte Geschäft der Convcrticrung abgelehnt wurde, datiert vom 21steu Dezember und wurde dem Landesausschusse am 2 4. Dezember zugestellt. Bevor also noch der Landesausschuss hievou verständigt worden war, wurde die obige Correspondenz an die «Neue freie Presse» abgeschickt. Unseres Wissens sind die Sitzungen der Sparcasse. direction nicht öffentliche; die besagte Correfpondenz musste daher eiu Directionsmitglied besorgt oder inspiriert haben. Und aus dieser Thatsache folgt der Schluss, dass die Directiou andere, in dieser Correspondenz uur zu deutlich zutage tretende Motive für die Ablehuuug des Projectes geleitet haben. Für diese in der «Neuen freien Presse, veröffentlichte köstliche Aufrichtigkeit muss das Land Krain der Sparcassedirection uur zu großem Danke verpflichtet sein, — denn nuu herrscht Klarheit. Aus dieser Correspondenz werden aber auch die Vereinsmitglieder, die der Directiou nicht angehören und unsere seincrzeitiqcn Ausführungen gelesen haben, die Ueberzeugung schöpfen, dass aus der Directions-sitzuug unwahre Berichte in die Welt gesetzt worden sind, deren Zweck die unserem volkswirtschaftlichen Elende wahrhaftig so nothwendige politische Verhetzung ist! Politische «leberstcht. (Minister - Conferenze n.) Ministerpräsident von Tisza hat Donnerstag vormittags mit dem Ministerpräsidenten Grafen Taaffe coufcriert. Finanz-minister Graf Szapary wurde hierauf um 12 Uhr, Ministerpräsident von Tisza um 1 Uhr von Sr. Majestät dem Kaiser in längerer Audieuz empfangen. Von 2 bis 4 Uhr nachmittags fand beim Ministerpräsidenten Grafen Taaffe eine gemeinsame Minister-Confereuz statt, der die Minister Dr. von Dnnajewski. von Tisza nnd Graf Szapary beiwohnten. Wie die «Vudapester Correspondenz» meldet, konnte auch diesmal weder bezüglich der obschwebenden Petroleumfrage noch inbetreff der Zuckersteuerfrage eine Verständigung erzielt werden, hingegen wurde bezüglich der Quoteudeputatiuucu vereinbart, dass die uugarische Deputation anfangs Jänner in Pest. die österreichische mit Zusammentritt des Reichs« rathes in Wien ihre meritorischeu Berathungen auf- nelimen und so lange fortsetzen werden, bis sie ein Nun-tillin festgestellt haben. Wenn sich sodann die Noth' weudigkeit geiucinfamer Besprechungen ergeben sollte, wird der Ort und die Zeit diejer Confercnzen seinerzeit bestimmt werden. Die Verhandlungen über die Ausglcichsfragen werden anfangs Jänner hier fortgesetzt werden. Anderseitige Berathungen oder Entscheidungen sind diesmal nicht erfolgt und waren auch nichl in Allssicht genommen. Ministerpräsident von TiW hatte abends mit dem Grafen Kalnoky und dem Scc-tionschef von Szögyenyi couferiert und reiste Don« nerstag nachts mit dem Grafen Szapary nach Budapest zurück. (Zur Situatiou i u Böhmen.) Die böhm!< fchen Blätter beider Parteien werden nicht müde, in retrospective»! Vctrachtnngen über den Exodus sich zu ergeheu uud für denselben die Gegenpartei, beziehuugs' weise die Regierung, verantwortlich zn macheu. Wil vermissen in den diesfälliqen Erörterungen zu uuserew lebhaften Bedauern das Bestreben, einen Aukuüpfungs' Punkt zn suchen, um die gestörten Beziehungen wiedei herzustellen, und wäre es namentlich Pflicht der czechi-schen Presse, einer evcntnellcn versöhnenden Action der czechischen Abgeordneten die Wege zu ebnen. — Wie gemeldet wird, darf es als ausgemacht gelten, dass der böhmische Landtag nur noch zu kurzer Berathung zusammentritt. Die deutschen Abgeordneten werden wohl aufgefordert werden, ihre Mandate auszuübeu, aber nicht derselben verlustig erklärt werden. Auch die Neuwahl für die drei deutschen Landesausschuss-Mitglieder wird ilicht erfolgen. Diesem Vorgauge entsprechend, wird anch die Resignation Dr. Walderts als Oberst' landmarschall'Stellvertreter vorläufig von der Negierung keine Erledigung erfahren und auch die durch deu Austritt der Deutschen entstehende Vacanz im Laubes-schulrathe wird offeu bleibeu. (Ungarn.) Das ungarische Amtsblatt veröffentlichte Freitag die Ernennung des Staatsseeretärs Gabriel Barosz znm Commnnicatiousmiuistcr. Hiemit ist eiue Erwartung in Erfüllung gegangen, die seit dem Rücktritte des Ministers Baron Kemeny in erlisten politischen Kreisen Ungarns mit vieler Zuversicht gehegt wnrde. Herr von Barosz, im Jahre 1848 gebon«, gehört dem uugarischeu Abgeordnetenhanse seit dem Jahre 1875 an; er entwickelte als Schriftführer. Mitglied uud Referent zahlreicher Ausschüsse eine Thätigkeit, die bald das Augenmerk maßgebender Kreise auf sich zog nnd im Jahre 1882 seine Ernennung zum Staatssecretär im Communicationsministerium zur Folge hatte. In dieser Eigenschaft gab er den Austuß z" jenen Reformen, die zum Rücktritte Toluay's führten und vou denen man den Um- und Aufschlvuug ilN nngarischen Eisenbahnwesen erhofft. Seit der Demissil)" uierung Kemeny's wurde seine Ernennung zum Cow-muilicatiousminister nur mehr als eine Frage der Ze>l betrachtet. (Von der bulgarischen Deputation.) Graf Iddcsleigh empficug Dounerstag nachmittags die bulgarische Deputation in herzlicher Weise uud betonte bei diesem Anlasse die Sympathien Englands für Bulgarien. Graf Iddesleigh lnd die Deputation ein, sein Schloss bei Exeter zu besichtigen. Die Deputation l>t die Einladung angenommen. Der frühere Oeneralconsl" in Sofia, Lascelles, welcher der Unterrednng beiwohnte, folgte gleichfalls der an ihn ergangeneu Einladung» Das Sonnenjahr jedoch kannten und verwendeten die Egypter, und zwar rechneten sie dasselbe zu 365 Tagen, wobei der Ueberschnss von nahezu einem Viertelta'g nicht in Rechnung kam. Folglich fieng nun das neue Jahr stets um einen Vierteltag zu früh an, so dass der Anfang des Jahres, wenn anch sehr langsam, doch wieder durch alle Jahreszeiten gieng. Die egyp-tischen Astronomen jedoch beobachteten diesen Umstand, und es wurde im zweiten Jahrhundert vor Christus das Jahr zn 365'/. Tagen eingeführt. Die Vierteltage wurden nach je vier Jahren, wo sie einen Tag bit« deten. eingeschaltet, und somit die Schaltjahre geschaffen. Julius Cäsar führte diese Reform in Rom ein und setzte zugleich deu Neujahrstag fest. Erinnern wir uns daran, dass die Umlaufszeit der Erde nicht einen Vierteltag, das wären 6 Stnnden, über 365 Tage beträgt, sondern bloß 5 Stundeu, 48 Miuuten, 45 Secunden, so fällt es sofort auf, dass mm das egyptische Sonnenjahr um beiläufig 11 Minuten zu lang ist. Ein solches Deficit in Gulden oder Kreuzern macht bei den Menschen mit ihrer kurzen Lebenszeit nicht so viel aus, doch rechuet Chronos mit Iahrtansenden, so wie wir mit Tagen. Diese elf Minnten geben in vielen Jahren doch wieder Tage, Monate, Ial)re, also ist der Beginn des Jahres abermals beweglich. Eine diesbezügliche Reform des Kalenders wurde in der Art gemacht, dass in gewissen Zeiträume» ein Schalttag ausfällt, wodurch die überzähligen Minuten wieder hereingebracht werden. Diese nnn ziemlich genaue Buchführung in Zeit danken wir dem Papst Gregor Xlll., der dieselbe veranlasste, und heißt uuu das Jahr, nach wel--chem wir rechne», das gregorisch-juliauische Jahr. Eine genaue Zeiteinheit wäre nun gefunden, und es fragt sich nur, bei welchem Zeitpunkte beginnt die Zählung, welches war das Jahr 1? Geschichtlich und religiös wichtige Ereignisse bestimmten bei den verschiedenen Völkern den Beginn ihrer Aera oder Zeitrech-nnng. Manche Aera begann mit der Erschaffung der Welt niid bestimmte diesen Zeitplmkt in irgend einer Art. So der moderne jüdische Kalender, der von Rabi Hillel stammt nnd nach gebundenen Mondjahren zählt. Die Muhamedaner rechnen von der Flucht Muhameds aus Mekka. Jene Aera, nach welcher jetzt die europäischen Culturvölker rechuen, hat als Ausgangspunkt die Geburt Christi und kam im sechsten Jahrhundert in Klösterii, seit Karl dem Großen 'jedoch allgemeiner in Gebrauch. So wissen wir denn jetzt genau den Takt. in dem das große Stück Weltgeschichte sich abspielt, lind wir sind durch die genane Zeitrechnung in die Lage versetzt, die Leistungen der Menschheit mit den Zeiträumen zu vergleichen, und dadnrch eröffnet sich dem denkenden Menschen eine uueudliche Perspective in Vergangenheit uud Zukuuft. Der Sylvesternachtstraum mag daher den Bürger des neunzehnten Jahrhunderts, nachdem er den bedeut sameu Zeitabschnitt von dem Staudpunkte seines eigenen Wohles gewürdigt hat, leicht in ferne verheißungsvolle Zeiten bringen, wo er die Errungenschaften gegenwärtiger uud späterer Cultur ahnungsvoll beiuuudern kauu. Statt den tauseudjährigen Traum von der Ewigkeit zn träumen, erwache er froh am Neujahrsmorgeu und höre den vielstimmigen Ruf: «Prosit Neujahr!». 0. '1'. (Nachdnicl verbott»») Zis Ml'rnne des Olücks. Roman von Max von Weisttuthurn. Cora's Bitte. «Nur ein einzigesmal sei doch liebenswürdig, He^ bert. und komme meiuciu Wunsche nach!» «Ein einzigesmal! Wann hätte ich je eine dein^' nur halbwegs vernünftigen Bitten nicht erfüllt?» Uud Herbert Sinclair wandte sich von der Staf' felei ab uud dem juugeu Mädchen zu, welches hmtel ihm stand. «Wann? Niemals, natürlich!» rief sie lachet «Und eben deshalb fange nicht jetzt damit an, so"' dern gib, wie es einem so aufoftferudeu Bruder a>^ steht, dein ewiges Malen auf und erfülle mein Ve? langen!» Und Cora Sinclair nnterstützte ihre Bitte, inde«" sie ihr Haupt liebkoseud an des Bruders Schulter leg^ und halb flehend, halb trimnphierend die schönen, b^ redten Augeu zu ihin emporrichtete. Es ließ sich kaum ein schöneres Paar denken als diese Geschwister es waren, obschon sie keine Spur vo" Aehnlichkeit miteinander hatten. Herbert Sinclair war von mittelgroßer Gesta^ hatte blondes Haar uud blaue Augen, dabei Gesicht züge vou seltener Regelmäßigkeit.'ohne dass dieselbe' den Eindruck von Geistesarmut hervorgerufen hätte" Cora hingegen war eine Brünette, ihr Aaar hatte je'^' rolhgoldenen Schimmer, welchem wir auf den Bildel' venetianischer Meister zu begegnen pflegen; ihr Color' stand damit in vollstem Einklang, und fehlte ihr^' Zügen jeue Regelmäßigkeit, welche Herberts A"u'v Laibacher Zeitung Nr. 1 3 3. Jänner 1887. In London hat also die bulgarische Deputation einen Empfang, man mag ihn als einen officiellen gelten lassen wollen oder nicht, gcfnnden, der den englisch-russischen Gegensah scharf beleuchtet. Die bulgarische Deputation begibt sich von London nach Paris. (Das italienische Parlament) wird am 11. Jänner wieder zusammentreten nnd wahrscheinlich gleich der Schauplatz heftiger Debatten werden. Die Politischen Folgen, welche Minghetti's Tod nach sich zieht, zeigen sich schon jetzt. Die Dissidenten der Rechten haben neuen Muth geschöpft und bereiten sich vor, unter Rndini's Führung einen Hauptsturm gegen den Finanz-minister Magliani zu unternehmen. Das Gros der Rechten, welches bisher das Ministerium unterstützte, ist durch Minghetti's Hinscheiden seines Führers be raubt und soll schwankend geworden sein. Möglicherweise bereitet sich daher auch in Italien eine theilweise Ministerkrise vor. (Montenegro.) Von verschiedenen Seiten treffen Nachrichten über eine Mobilisierung montenegrinischer Streitkräftc ein. Wir halten nichts von diesen Nach richten, nicht nur wegen der überans ungünstigen Jahreszeit, sondern auch darum, weil gerade in d?r letzten Zeit die Meldungen über eine drohende Haltung der albanesischen Gebirgsstämme uerstnmmt waren. (Znr englischen Ministerkrisis.) Nach einer Londoner Depesche ist die Combination eines Coalitions - Ministeriums vorläufig als gescheitert zu betrachten. Wie nämlich nach der in liberal-nnionisti-schen Kreisen herrschenden Stimmung ziemlich sicher vorauszusehen war, hat Marquis Hartington den Eintritt in das conservative Cabinet mit dem einfachen Hinweise abgelehnt, dass er sonst das Vertrauen seiner Wähler nnd Anhänger verlieren würde. Uebrigens hatte sich gegen die Combination Hartington-Salisbury im letzten Momente auch in conservative» Kreisen selbst eine starke Abneignng herausgebildet, die auf Harting tons Entschluss vielleicht nicht ohne Einfluss geblieben ist. Lord Salisbury dürfte nun wahrscheinlich den durch Chnrchills Rücktritt erledigten Ministerposten durch ein fähiges Mitglied der conservative» Verwaltung besetzen und das übrige abwarten. Machen im Unterhause alle Liberalen Front gegen ihn, dann will er das Parlament auflösen. (Belgien.) Die Centralscction der belgischen Kammer bat mit fünf gegen zwei Stimmen den vom Grafen D'Oultremont eingebrachten Gesetzuorschlag. betreffend die persönliche Wehrpflicht, abgelehnt. Es heißt mm, Graf D'Oultremont wolle seinen Antrag zurückziehen , da die Regierung sich mit der Absicht trage, selbständig einen anf die persönliche Wehrpflicht bezüglichen Gesetzentwurf einzubringen. TaMieiligleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Wiener Zeitung» meldet, dem Vereine der Thierärzte in Oesterreich einen Gründuugsbeitrag zu dem Unterstiitznugsfonde sür Thierärzte, deren Witwen uud Waisen mit 100 fl. aus der Allerhöchsten Priuatcasse allcrgnädigst zn spenden geruht. — (Der Klagenfurter-Thur m.) Kärntens Hauptstadt zählt ihren Stadtpfarrthurm feiner Höhe 'vcgen unter die städtischen Wahrzeichen, deren vornehm- stes bekanntlich der Lindwurmbrunnen ist. Dieser hohe Thurm zählt bereits 179 Jahre; es wurde 10 Jahre an ihm gebaut, nnd nach den erhaltenen Aufschreibungen kostete seine Errichtung den für die damalige Zeit sehr namhaften Betrag von 20 000 fl. — (Das Raoetzky-Denkmal in Wien.) Laut des foeben erschienenen 28. Spenden-Ausweises ist der Fonds für das Radetzly-Denkmal in Wien anf 213 527 Gulden gestiegen. — (Tapferkeits Medaillen für die bulgarische Armee.) Im Auftrage der bulgarischen Regierung werden gegenwärtig silberne und bronzene Tapfer-keitsmedaillcn geprägt, zu welchen in Stuttgart die Stanze hergestellt wurde. Die silbernen Tapfertcitsmedaillen, 60 000 an der Zahl, werden im Wiener Münzamte geprägt, während die Prägung der Bronzcmedaillen der Firma Christlbauer anvertraut ist. In Bronze kommen bloß 30 000 Stück zur Ausführung. Auf der Reversscite der Medaille zeigen sich zwei gegeneinander gehaltene Hände, welche drei Kronen tragen, über denen sich die Inschrift befindet: «Alexander der Erste, Fürst von Bulgarien». — (Launen des Lottospieles.) In der letzten diesjährigen Brünner Lottoziehung wurden nebst den Zahlen 79 und 13 auch die Zahlen 45, 40 und 47 gehoben. Es dies ein Fall, der äußerst selten vorkommt, dass nämlich drei arithmetisch fortlaufende Zahlen gezogen werden. Die Zahlen 45 und 46 wurden überdies in der Nrünner Ziehnng im Jahre 1886 überhaupt zum erstenmale gezogen. — (Russische Tänze inAsien.) Das neueste Unternehmen zur Verbreitung russischer Cultur in Cen-tralasien ist eine Rundreise von 17 russischen Tänzerinnen und 8 Tänzern unter Führung des Moskauer Entrepreneurs Alexandrov in Ccntralasien. Den Anstoß zu diesem Unternehmen gab die jüngste bokharische Gesandtschaft, welche während ihres Aufenthalts in Moskau so großes Vergnügen an den Vorstellungen des genannten Entrepreneurs fand, dass sie ihn durch Verleihung eines Ehren-Chalats auszeichnete und zn einem Besuch in Bokhara einlud. Außer Bukhara wird die russische Truppe Chiwa, Kokand und angeblich anch Afghanistan besuchen. Auch im Transtaspi-Gcbict äußerte sich die Wirkung russischer Cultur auf das öffentliche Leben in der Errichtung verschiedener Tingel-Tangel. Das über Nacht gewachsene Askhabad weiß davon viel zn erzählen. — (Langsam tödtend.) Ans London schreibt man: Im Jahre 1798 verlobte sich die dazumal siebzehnjährige Miss Mathilde Johnson, eine Nichte des berühmten Lexicographcn, mit dem Garde-Lieutenant Hoog. Kurz vor der Hochzeit starb der Lieutenant; die Braut zog sich auf ihr Gut Baltinglas zurück, lebte in größter Einsamkeit und sehte noch im gleichen Jahre ein Testament auf, in dem sie ihr fünfzehntausend Pfund Sterling betragendes Vermögen dem Militärspitale vermachte nnd den Wnnsch anssprach, man möge anf ihr Grab einen Marmurstein setzen, der ihren Namen und ihr Alter zeige, nebstbei die Inschrift: «An Liebesgram dahingegangen». Miss Mathilde Johnson ist am 18. Dezember v. I. im — hnndertundsechsten Jahre ihres Lebens gestorben. — (Rückkehr nach der Heimat.) Hundert Ausländer, zumeist Deutsche, aber anch einige Irländer, trafen kürzlich in Pittsburg, auf der Rückreise nach Europa, ein. Dieselben sahen sämmtlich sehr entmnthigt aus; sie kamen aus St. Panl, Minneapolis und anderen Städten in Minnesota. Einige waren bereits vor zwei Jahren eingewandert, konnten jedoch nicht vorwärts kommen und benutzten die ihnen gebliebenen Geldmittel zur Rückreise in die alte Heimat. — (Malitiös.) Gasthausbesucher (nach einem Mittagsmahlc, das er bei einem ihm befreundeten Wirte eingenommen, zu diefem im vertraulichen Tone): «Gel/, komm' her, alter Spezi, und sag' mir, wann du wirklich einmal was Ordentliches essen willst, in welches Gasthaus gehst du?» Local- und Praliinzial-Nachrichten. — («Brutus ist ein ehrenwerter Mann!») Der Laibachcr Berichterstatter verschiedener deutscher Oppositionsblätter hat sich beeilt, denselben den Inhalt der von den Abgeordneten Baron Apfaltrern und Deschmann in der letzten Landtagssitzung gehaltenen Reden zn telegraphieren, wie nämlich u. a. die Volksschule in Kram trotz der großen Lasten ihrer Aufgabe nicht entspreche, wie insbesondere die dentschc Sprache «ganz» vernachlässigt werde, gleichsam als ob die slove-nische Schuljugend in Kram vom Deutschen rein nichts zu losten bekäme. Was Baron Apfaltrern und Deschmann sagen, das allein — so meint es der ehrenwerte Berichterstatter — brauchen die Leute zu wissen, das sollen alle Kreise erfahren und, als wäre es Evangelium — auch glauben. Was fich dagegen einwenden ließe, was vom Herrn Landespräfidenten im Landtage dagegen auch eingewendet wnrde, was kümmert dies die Bevölkerung! Baron Apfaltrern nnd Deschmann haben gesprochen, das genügt; mehr braucht niemand, mehr brauchen insbesondere die Deutschen nicht zu wissen: «die deutsche Sprache wird in Kram ganz vernachlässigt», in Krain lernt kein Slovene mehr deutsch, das sei Wahrheit, und damit bafta! So wird in Oesterreich Politik gemacht im Kleinen wie im Großen. Schade wohl um jeden Kreuzer, den das arme düpierte Lesepublicum für derlei Nachrichten auslegt, schade auch um unsere Pressfreiheit, die auf diese Weise als Dienerin der Parteileidcnschaft und der Parteizwecke missbraucht wird. Und da sollen unter solchen Umständen die Völker Oesterreichs zur Ruhe kommen! Dass dies ja nicht geschehe, dafür sorgt nach Kräften die factiöfe Presse, welcher jede Nachricht ihrer verlogenen Berichterstatter, mag sie wie immer ausfehen, eine ge-fuchte Ware, ein willkommenes Mittel für ihre erbärmlichen Zwecke ist. Fürwahr, «Brutus ist ein ehrenwerter Mann!» — (Personalnachrichten,) In der geheimen Sitzung des Gemeinderathes am 30. Dezember v, I. ist der Magistrats-Secretär Herr Mathias Zamida zum zweiten Magistratsrathe ernannt worden. — Der Landespräsident von Kärnten hat den Regierungsconcipisten Richard Kreuter zum provisorischen Bezirkscommissär und den Conceptspraktikanten Gottlieb Princig zum provisorischen Regierungsconcipisten bei den politischen Verwaltungsbehörden in Kärnten ernannt. — Der landschaftliche Bezirks- und Badearzt in Veldes, Dr. Ferdinand Zeißler, wurde zum Regimentsarzte zweiter Classe im nicht activen Stande der k. k. Landwehr ernannt. — Der Minister und Leiter des Justizministeriums hat den Notar Josef Kavcic von Comen nach Görz versetzt. — (Aus oem Landtage.) Der krainische Landtag hält morgen seine achte Sitzung in der laufenden Session ab. Anf der Tagesordnung stehen u. a.: Bericht kl'lmzeichmte, so entschädigte der bezanbernde Blick ihrer blinkelgrauen, von langen Wimpern beschatteten Aua/u 'm reichsten Maße dafür. . Den meisten Menschen dürfte es schwer gefallen »em, dem Zauber dieser Augeu zu widerstehen; Her-uert ndenfalls fühlte sich dessen unfähig uud gab heute, wie stets, seiner Schwester nach, obschon seine bcsscre Eluftcht ihm dagegen rieth. Es war der 10. März 1863, der Tag. an wcl-chem Englands Thronerbe die dänische Prinzessin als Gemahlin heimführte. Die Bevölkerung bekundete ihre Freude an diesem Nohen Fche durch eine glänzende Illnminativn. welche Cora Sinclair zn schen sich s.'hnte. nnd obschon Herbert seine Schwester nnr höchst ungern mit dem Oe-owngc der wogenden MeusclMmeuge in Berührung vrachte, fühlte er doch, während er sich liebevoll zu ihr niederbeugte und seine Lippen auf ihre reine Stirn brückte, dass er ihrem Wunsche würde nachgeben müssen. «Ich wollte, du würdest nicht in mich dringen, ^ora.. sprach er mit dem letzten, schwachen Versuch emes Widerstandes, «du hast keinen Begriff, wie unangenehm — um mich eines milden Ausdrucks zn be-oieneu — bei einem solchen Anlass das Gedränge ist. ^2 werden ja oft sogar Menschen todtgedrückt.. ' «Ach, als ob ich noch niemals in einem Gedränge gewesen wäre! Ich erinnere mich noch sehr gut. dass, ulö lch erst zehn Jahre alt war. ich mit Papa in den ^yamps Elysees ins Gedränge kam; wir wnrden von- mander getrennt, aber die Leute waren sehr freundlich b^ ""' ""d ich fand mich rasch zurecht. Darnm. Her- ^l' sel gut uud nimm mich mit dir! Odei soll ich ""n gehen?. Die Worte klangen eigenwillig, doch der Ausdruck ihrer Auge» strafte sie Lügen. Herbert lächelte, während er liebevoll das zierliche Mädchen in dem schlichten, grauen Sergekleid betrachtete. Wenn auch leise widerstrebend, so doch lächelnd versprach er ihr, was sie begehrte, und Cora verließ eilfertig das Gemach, um ihre Vorkehrungen zu treffen. Herbert und Cora Sinclair waren Waifen; ihre Mutter war bei der Geburt des Mädchens, der Vater etwa sechs Jahre vur Beginn dieser Erzählung gestorben. Er war der jüngere Sohn einer alten und hoch-angeschencn englischen Familie gewesen, hatte aber eine junge, italienische Schauspielerin geheiratet, weshalb er von seiner Familie verstoßen worden war. Chiara Visconti war sehr schön nnd talentvoll ge> wesen, hatte jedoch dem Ruhme ihrer Künstlerlaufbahn geru eutfagt um der Liebe willen, welche Capitän Sinclair ihr entgegenbrachte, um des stillen HeimS wegen, welches er ihr bot. Während der kurzeu Jahre beseligenden Glückes, welches sie an der Seite des geliebten Gatten genoss, vermisste sie nicht ein einzigesmal die Vergnügungen, den Luxus, die Hnldigungen, welchen sie entsagt hatte. Die Liebe, die volle, herzinnige Anerkennung ihres Gatten genügten ihr; und als sie sterbend noch seine Hand in der ihren hielt, da sprach sie mit seligem Lächeln: «Ich bin so unendlich glücklich mit dir gewesen, caro mic>!» Mit einem letzten Liebcsblick suchte» Chiara's Ai,gen jene des geliebten Gatten, ehe sie sich für ewig schlössen. Reginald Sinclair hatte sich niemals völlig von dem Schmerz nm den Tod seiner Frau erholt; ihm war es, als sei jeder Sonnenschein aus seinem ^eben gewichen mit ihrem theuren Antlitz, mit ihrer geliebten Stimme, — aber er mnsste leben für seine Kinder, für Herbert, den sechsjährigen Knaben, und für das hilflose kleine Wesen, welches ihn mit den Augen der Mutter so träumerisch ansah. Herbert zählte neunzehn, seine Schwester dreizehn Jahre, als sie den Vater verloren, und Cora hatte keine andere Stütze als den Bruder. Er hatte das Vertrauen, welches der sterbende Vater in ihn gesetzt, nicht znschanden gemacht. Kein Mutterauge hätte treuer über das geliebte Kind wachen können, als er es über Cora that. Sie hatten die hübsche, kleine Villa behalten, welche sie seit der Rückkehr des Vaters vom Continent stets inne gehabt hatten, nnd dort fand auch das geschilderte Zwiegespräch zwischen den Geschwistern statt. Herbert hatte sich der Künstlerlanfbahn zugewendet, nnd so jung er auch war, so erhöhte er sein und seiner Schwester bescheidenes Einkommen doch wesentlich durch seiuc Arbeit. Cm a fühlte sich sehr glücklich in ihrem stillen Heim, in welchem sie jetzt, wo ihre Erziehung vollendet war und die Gonvernante sie verlassen, nur eine weibliche Gesellschaft mehr nm sich hatte, und zwar eine alte italienische Dienerin, welche schon die Kindheit ihrer Mutter behütet und die um der Verblichenen willen allein schon mit ganzer Seele au deren beiden Kindern hieng. (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 1 4 3. Jänner 1887. des Finanzausschusses über die Anträge des Landesausschusses, betreffend die Erweiterung des Zwangsarbeits-hauses, über die diesfälligen Gegenpetitiouen und über mehrere Verfügungen bezüglich dieser Austalt; mündlicher Bericht des Finanzausschusses über das Gesuch der Handels- und Gewerbekammer in Laibach, betreffend die Beschäftigung der Zwäuglinge; mündlicher Bericht des Finanzausschusses, betreffend die Karstaufforstung in Kram; mündlicher Bericht des Finanzausschusses über die Verweudung der außerordentlichen Dotation von 18 (100 fl. für Sanierung der im Herbste 1885 im politischen Bezirke Radmannsdorf durch elementare Gewalten an öffentlichen Gütern verursachten Schäden und über die zur Sicherung der in diesem Bezirke durch Wassergefahr bedrohten Ortschaften getroffenen Maßregeln. — (Das 100jährige Jubiläum des Landesspitales.) Bekanntlich waren es am 19tcn Juni v. I. 100 Jahre, als mit Allerhöchster Entschließung Kaiser Josef II. das bestandene Augustiner-Kloster zu Krankenhauszwecken gewidmet und dem Convente der barmherzigen Brüder übergeben worden war. Seitdem war dieses Gebäude ununterbrochen eine Wohlthätigleits-anstalt, die sich nach und nach zu dem heutigen Umfange erweitert hat und im Jahre 1861 als Landesanstalt erklärt worden ist. Da es auch für spätere Generationen vom Interesse sein dürfte, zu erfahren, wie sich das Spital im Laufe des hundertjährigen Bestandes entwickelt hat, stellte die Spitalsdirection den Antrag, dass die hundertjährige Geschichte des Landesspitals in einer besonderen Aroschüre veröffentlicht werden möge. Der lrai-nische Landesausschuss hat mit der Verfassung dieser Denkschrift den bekannten eifrigen krainischen Historiker Peter von Radics betraut, der nach Durchsicht der Originalurkunden ein Werk zusammengestellt hat, das für den Fall des Abdruckes nicht nur Interesse bei den heimischen Lesern, sondern auch in weiteren Kreisen erwecken dürfte, und das zugleich den Beweis erbringen soll, dass das Laud seit der Uebernahme des Spitals in die eigene Verwaltung ohne Rücksicht auf die Kosten stets in muni-ficenter Weise für die nothwendigen Ausbesserungen und Neuherstellungen gesorgt hat, um den sanitären und humanitären Anforderungen möglichst zu entsprechen. Der Landesausschuss hat dem Verfasser Herrn Peter von Radics für das Manuscript das Honorar von 100 si. angewiesen und dem slovenischen Schriftsteller I. Cim -perman die Uebersetzung in die slovenische Sprache übertragen. — (Das Tragen der Militäruniform.) Das k. k. Reichs»Kriegsministerium hat an sämmtliche Militär-Terriwrialcommanden folgenden Erlass gerichtet: Infolge einer Anfrage, ob die mit Iuvalidenpensionen betheilten Personen des Mannschaftsstandes das Recht haben, Militärmontur zu tragen, wurde eröffuet, dass diese Personen gleich den übrigen nicht activen Personen des Mannschaftsstandes und den nicht activen, in keine Rangsclaffe eingereihten Gagisten die Militärmontur, respective Uniform nicht tragen dürfen, da sie nur deu bürgerlichen Gesetzen uuterstehen und für die in Militärmontur begangenen Handlungen nnmilitärischer Natur nicht uach den Militärgesetzeu und Vorschriften behandelt werden können. Wenn solche Personen Militärmontur dennoch tragen, so ist das Eingreifen der Polizei oder der politischen Behörde in Anspruch zu nehmen. — («Die Huldigung vor der Krippe».) Im Knaben-Waisenhause «Collegium Marianum» findet morgen um 5 Uhr nachmittags eine Wiederholung des Weihnachts-Singspieles «Die Huldigung vor der Krippe» mit deutschem Text statt. — Am Dreikönigsfeste wird dasselbe nochmals mit slovenischem Text aufgefiihrt werden. — (Vom Wetter.) Eine zu Beginn der Vorwoche über der Nordsee bestandene Barometer-Depression hatte in Verbindung mit einem zweiten über Oberitalien erschienenen Cyklone neuerlich heftige Bewegungen in der Atmosphäre über Europa zur Folge. Im Süden war daher das Wetter vorherrschend kühl, und wurden aus Obcritalien Fröste, in Turin bis ?, in Florenz bis 2, in Rom bis 1 Grad gemeldet. Die Nordsee und der Canal waren wiederholt stürmisch bewegt, an der Adria war starke Bora zu verzeichnen. Da nach der Vertheilung der Witterungsfactoren sich hoher Luftdruck über Europa ausbreiten dürfte, ist nach zu erwartenden stärkeren Schneefällen bei nördlichen Winden ziemlich strenges Frostwetter für uusere Gegenden voraussichtlich. — (Beginn der Eislauf-Saison.) Die Signalstange des Eislaufvercincs unter Tivoli ragt bereits in die Lüfte empor, und die Verehrer und Verehrerinnen Halifax' gaben sich an den beiden Feiertagen znm erstenmale Rendezvous auf dem glatten Parket. Die Saison ist also eröffnet. Farewell! — (Versuchter Selbstmord.) Aus Trieft wird gemeldet: Die Chansonetten-Sängerin Walter stürzte sich am Donnerstag ins Meer. Das auffallend schöne, junge Mädchen, das einer guten Familie von Graz angehört, soll den verzweifelten Entschluss infolge beleidigten Ehrgefühles ausgeführt haben, nachdem sie bei einer gegen sie gerichteten Ehrenbeleidigungstlage i» oon-wmucillm zu dreitägigem Arrest verurthcilt worden war. Die Sängerin befindet sich nach dem kurzen kalten Bade, bis auf ihr etwas exaltiertes Benehmen, ganz wohl, wird aber deshalb vorläufig doch noch im Krankenhause zurückgehalten^________ Aunst und Aitevatur. — l« Illustrierte ssraucn - Zeitun g».) Die «Illustrierte Frauen-Zeitung» aus drm Verlasse der Verlagsbuchhandlung des unermüdlich thätigen Herrn Franz Lipperheidc in Berlin hat soeben ihren dreizehnten Jahrgang vollendet nnd liegt nun in zwei selbständigen, schönen, getrennten Bänden vor: in einem Modebandc mit allen Schnitten uud Kupfern uud in einem litrrarischen Äande. Sie siud beide vorzüglich, su dass sich nicht entscheiden lässt, welcher der bessere, der besser, um> ichtiger, gediegener geleitete ist. Die Kupfer nud Muster in einem Bande sind ebenso uortrefslich ausgeführt wie die Illustrationen im anderen, und so bedarf das Lipperheidr'sche Werk leiucr weiteren Empfehlung; zählt die am 1. Jänner 1874 begründete «Illnstr. Frauen-Zeitg.», vereint mit der bereits seit über einundzwanzig Jahren bestehenden «Modenwelt,, doch nuumchr 352090 Abonnenten. Schon allein mit dieser Auflage in deutscher Sprache ist sie die vcrbreitetste aller Zeitschriften des In-und Auslandes. Die anszerdem in zwölf fremden Sprachen (itn-lienisch, französisch, spanisch, portugiesisch, englisch, holländisch, dänisch, schwebisch, russisch, ezechisch, polnisch und uugmisch) zu Paris, Vrüssel, Mailand, Madrid uud Buenos Ayres,' zu Porto uud Rio de Janeiro, London, Newyork, im Haag, zn Kopenhagen, Malmö und Stockholm, Petersburg, Inugbunzlau und Prag, zn Warschau, und endlich zu Budapest erscheinenden liebem sctzungeu der deutschen Originalausgabe zählen weitere 802(100 Abonnenten, so dass der Einslnss der «Illustrierten Frauen» Zeitung» sich auf alle ewilisierten Voller der Erde erstickt. Neueste Post. Original-TelegrammederLaib. Zeitung. Budapest, 2. Jänner. Die liberale Reichstaqspartri brachte dem Ministerpräsidenten Tisza corporatw ihre Neujahrswünsche dar. Zichy hielt die Ansprache, in welcher er dem Ministerpräsidenten unerschütterliches Vertrauen aussprach. Tisza dankte ln'wcqt und hob hervor, dass unser Ziel die Erhaltung des Friedens sei. Seit Kalnoky's Erklärungen sei nichts vorgefallen, was unsere Fnedenshoffnung schwankend machen kiimlte, vielmehr geben sich täglich auf Erhaltung dl's Friedens gerichtete Absichten der Herrscher wie der Regierungen kund. (Begeisterte Eljenrnfe.) Paris, 2. Jänner. Ooblet erwiderte auf die Ansprache der Wechselagenten, dass der Regierung nichts bekannt sei, was Kriegsbefürchtungen rechtfertigen könnte. Die Regierung wolle aufrichtig den fowohl in geschäftlicher wie politischer Beziehung so nothwendigen Frieden; wahr ist, dass das gesammte Europa auf einer Art bewaffnetem Friedensfnßc lebt, und dass solcher Zustand der Dinge genügt, die Besorgnis der öffentlichen Meinung zn erklären. Dieser Stand der Dinge ist vorhandoli, aber es hängt nicht von lins ab, ihn aufhören zu machen. Die ganze Politik der Regierung ist auf Friedmserhaltnng gerichtet, indessen sei der Krieg eine Eventualität, welcher Frankreich uach fünfzehnjähriger Anstrengung zur Herstellung seiner Militärmacht kaltblütig entgegensehen müsse. Das beste Mittel, den Frieden zu erhalten, ist, dass wir unsere Ruhe bewahren. Paris, 2. Jänner. Präsident Gr^ n, !ll, fl, !l> Weizen ftr. Hektolit, 6 32 7 80' Butter pr. Kilo . . — «0------- Korn , 4 716 .M Eier pr. Stück . . — 3------- Gerste » 4 6 5 - Milch pr. Liter. . — 8------- Hafer » 2z92 3,1« Rindfleisch pr. Kilo — 64 -!— Halbfrucht .-------6M Kalbfleisch » —56------- H"den » 3 74 4!95 Schweinefleisch » —56------- h"'se » 4 7! 5 20 Schöpsenfleisch » — 30------- Kukuruz . 4 87 5 40 Händel pr. Stück . — !45------- Erdäpfel 1,00 Kilo 2 85-------Tauben » —li?____ Linfen pr. Hettolit, 11-----------Heu pr. M.-Ctr. . 3'----------- Erbsen » 9-----------Stroh . . . 2 85------- Fisolen » 10-----------Holz, hartes, pr. Nindsschmalz Kilo 1---------- Klafter 6^50------- Schweineschmalz » -. 66------- — weiches, » 4 10____ Speck, frisch, . - 60-------Wein,roth.,100Lit.-------24 — — geräuchert » — 68-------— weißer, »-------20 — landschaftliches Theater. Heut? (gerader Tag).' Die A n ti«X a n tip p e oder der Sieg der Frauen. Original'Lustspiel in 5 Auszügen von R. Kneisel. Verstorbene. Den 2 9. Dezembe r. Maria Habjan, Inwohnerin, " I., Schießstättgasse 6, Lungenentzündung. Den 30. Dezembe r, Ernst Frühwirth, Lehrer, 40 I., Herrengasse 12, Lungentuberkulose. - - Aloisia Hrastar. Arbeiters-Tochter, 2'/,. I., Anstiche 11, Diphtheritic ^ Paula Ivan, Arbciters-Tochtcr, 5 Stunden, Kratauergasse 9, Asphysis. Den 31. Dczembcr. Helena Zupaneic, Maschinführers-Tochter, 3'/, I,, Pctersstraße 42, Scharlach. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Z ^ Wh ZZ Wwd "nstch. K3Z " H L^K» 3 de» Himmel« Z «^ ^ «, 3« ^«^ 51 I"'^a- A.?» -1.2 M).schwach be'wM gg. 31, 2. N. 733,73 2,4 O. schwach bewölkt H.^" 9 . Ab. 735,27 -1,0 NO. schwach bewölkt Schnee Z 2 . N. 735,62 1.8 NO. schwach bewölkt ^ 2 9 . A. 735,55 -3.4 NO. schwach bewölkt Schnee 7Ü.Mg. 735.48 -4.8 W. schwach bewölkt 2.2 . N. 734,67 -2,0 windstill bewölkt 0.00 9 » Ab. 735,75 —3,6 W. schwach bewölkt Den 31. Dezember anhallend bewölkt, nachts Schneefall. Den 1. Jänner tagsüber bewölkt, uachts Schnrefall, Den 2. tags« über bewollt, abwechselnd «erinner Schnecfall. Das Tagesmittel der Wärme 0,1", —2,9" und — 3,5", beziehungsweise um 3,0« über, 0,0° gleich und 0,6° unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. Nag lie. Bewegten Herzens danken wir anf diesem Wege jedem Einzelueu und alle» insgefamint anfs innigste für die herzliche Theilnahme, welche unserem unver-gefslichen Ernst FnilMirtli während seiner langen Leidrnszeit in so reichem Make gewidmet wurde. In sicher Weise fühlen wir nns zu verbindlichem Danke gedrängt für die vielen fchönen, dem theuren Verblichenen gewidmeten Kränze nnd den Herren Sängern gegenüber für den ergreifenden Grabgesang. Endlich danken wir allen Theil-nchmern am Leichenbegängnisse, welche in so cncher-gewöhnlicher Anzahl dein Dahingeschiedenen die lchte Ehre erwiesen und ihm gewiss ein freundliches Gedenken bewahren werden. Laibach, 3. Jänner 1887. ____________Zie trauernden MlssesiöriM. Vom tiefsten Schmerz? gebeugt, gebe ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten die höchst be^ trübende Nachricht von dem Ableben ineines innigst-geliebten, unvrrgesslichcn Gatten, Herrn Johann Schiffm > Realitätenbesitzers uud Wachsziehers welcher heute um 5 Uhr nachmittags nach langen, schmerzlichen Leiden und Empfang der heil. Sterbesakramente im <>8. Lebensjahre selig in dem Herrn entschlafeil ist. Die irdische Hülle des theuren Verblichenen wird Dienstag den 4. Jänner nachmittags um 3 Uhr ans dem Fiirdhofe zu Krainburg zur ewigen Ruhe be« stattet werden. ^ Die heil. Seelenmessen werden in der Stadt- pfairkilchc zu Krainbnrg gelesen. Möge dem thenrcn Verblichenen ein freundliches Andenken bewahrt bleiben. Krainburg am 2. Jänner 1887. ________Iosesine Schisfrer geb. Walland. Lmbachcr Zeitung Nr. I 5 3. Iiilmcr 1887. Todcs-Anzcigc. ! Allen Freunden und Brannten geben wir dir traurige Nachricht von dein Hinscheiden unseres einzigen, iunigstgclieblcn Sohnes Mctor welcher nach kurzem Leiden im 5. Jahre gestern abends selig entschlafen ist, ^ Das Lcichendea.aiia.nis findet Montag den 3ten ^anner nachmittags um 4 Uhr vom Leichenhausc aus dem Friedhofc' aus statt, I «aibach, 2. Jänner 1887. ______ Franz und Marie Navuitar. Lottozichlmgen vom 31. Dezember. Linz: 34 32 18 53 15. Trieft: 7 21 56 31 10. Die Macht der Gewohnheit ist beim Menschen eine außerordentlich große, weshalb es nur sehr schwer gelingt, dieselbe zu brechen.' Trotzdem rathen wir allen denjenigen, welche seither bei habitueller Verstopfung. Hä-morrhoidalbcschwcrden :c. eröffnende Mittel, wie Rhabarber, Bitter» salz, Sulzbergcr Tropfen ?c., anwendeten, fich zu einem Versuch mit den bekannten Apotheker R. Brandts Schweizerpillen zu cut« schließen, derselbe wird sicher zu aller Zufriedenheit ausfalle» und beweisen, dass die Schweizerpilleu das beste von allen Abfuhr» mitteln sind. Man versichere fich stets, dass jede Schachtel Apotheker R. Brandts Schwcizerpillen (erhältlich k Schachtel 70 kr. in den Apotheken) ein weißes Krenz im rothen Fc-ld und den Namenszug R. Brandts trägt und weise alle anders verpackten zurück. (2691) V našem založništvu jo izišel na svitlo drugi, poinnoženi natis: Poezije S. GreflorciceYB. Elegantno vezane in z zlatim obrezkom sta-nejo 2 gold., nevezane I gld. 20 kr. Ig. v. Kleinmayr 8 Fed. Bamberg knjigotržnica v Ljubljani. Tabellarische Uebersicht der meteorologischen Beobachtungen in Laibach im Jahre 1886. Barometerstand in Lufttemperatur nach ^ " « Feuchtigkeit in A« Niederschlag in Anzahl der Tage mit "^ Newölluna ^ «, Millimetern Celsius 3^Ht Procenten N L^ Millimetern "or-^"""t ^Nß ^^^. ^ ,._ i!.n z> ^ 8 ^. theil« herrschende Monat- Maxi- Mini- Monat- Maxi- Mini- ^Zß Monat- Mini- H'k," Summe Maximum ^ZZ H- 3 Z Z AU _"^____^ Wlnde Mittel mumm» mum am Mittel mummn mnm am «^ W^el mum am ZF ^nat ^'denam ^K^ ^ Z ^ ^" h^öllt ^, ^ Iiiimer go. 2«. 2. 7 19. Iämicr Jänner ?W,7 741,5 ?1?,8 -_ 1,4 8,8 -13,0 4,1 96 «3 9,2 168,2 32,5 21 14 0 0 14 0 7 24 NO. W. Februar 737,6 754,9 720,6 - 0,6 6,0 —12,0 3,9 89 6^1 8,0 40,7 16,3 12 11 0 0 6 1 8 19 NO. März 73^6 74^0 7149 14 H _i^g 40 77 H 5 g ngg 49^ ? 6 0 0 9 11 12 8 NW. NO. Apnl 734,4 747,2 723,1 11,5 22,0 0,0 6,7 68 2? 5,5 62,0 16,5 15 0 0 1 5 6 12 10 O. W. Mai 736,2 743,8 728,4 15,8 29,8 0,0 8.0 59 ^20 4,5 37,1 29,3 6 0 0 2 17 18 6 NO. W. ^ . 25». 2U. 3. 19. 1. 19. Ium 732,3 740,8 723,2 17,5 29.6 7,8 11,1 76 31 7,0 213,5 51,6 19 0 0 14 3 2 24 4 W. NO. O. ^ ,, 3. 27. 21. 2. 27. 10. ! Juli 735,9 741,8 728,5 20,8 32,4 8,7 12,4 70 30 4,8 62,5 27,3 10 0 0 4 6 6 21 4 SW. NO. c„ .. 8., !l1. 25. 11, S. 17, 1» Augnst 735,6 740,5 729,8 18,4 29,2 7,2 12,5 80 38 5,9 166,6 24,2 13 0 0 6 11 5 17 9 O. W. /-. ^ ^ 17. 22. 1, 18. 14. 24. September 738,3 745,0 728,4 16,2 29,2 3,0 11,9 79 3? 5,2 71,8 23,6 9 0 0 5 22 2 25 3 O. »., , 29, 16. 7. 31. 15, 16. llttober 737,0 750,0 715,4 11,1 21,6 — 3,5 8,7 87 43 6,5 111,4 32,0 18 0 0 1 13 1 20 10 O. W. ^ ^ 3. 14. 8. 87..3U. 24. 12. November 736,6 746,7 726,5 5,2 17,5 - 5,5 6,0 87 43 7,5 99,4 20,8 14 0 0 3 13 0 20 10 W. O. » _, LL. Dczbr. 9. 21. 24. 1?. ». Dezbr. Dezember 781,4 740,2 715,0 1,7 13,5 — 9,8 4,!) 93 68 9,0 167,1 25.4 19 10 0 1 11 0 li 25 W. SW. O. Jahres Mittel, 8. Februar 3. März 21. Juli 12. März 3. ».«.Mal 19. Juni bcziehnngswelse 735,2 754,9 714,9 9,8 32,4 —13,8 7,8 81 20 6,5 1314,1 51,6 163 41 0 37 114 43 190 132 W. O. Iahres-Tumme ,,,,,, Witterungscharakter der einzelnen Monate. Jänner. Meist trübe, mit wiederholten Schncefällen, nur zehn 6aa.c ohne Niederschlage. Das Monatmittel der Temperatur um 0,8" über dem Normale, das Tagesmittel derfclbeu vom a- bis 8., daun vom 23. bis 31. über dem Gefrierpunkt nnd um mehrere Grade über dem Normale, am 7. um 6,9". am ^. um 7,3" bei vorherrschenden West- nnd Südwrstwinden; vom s Tagcsmittel derselben vom 1. bis 3. und l',.,^. s bis " über dem Normalmittel, sonst daruuter. Der neL3,^"^'"^,^U'berschlaq am 2. mit 16,3 mm, der frisch N.7'!' Schnee W «n. hoch. Schneedecke den ganzen Monat scl wl, n '"" °" der- Südseite der Verge theilweise abge-m» 17 ,',.,? "'"'^ Schneeglöckchen a,n 6,, Frühlingssafran Nä'/D?n^t?";'"/' ''"ll'nft der Singdrossel am 20. "isten l,it ?.^'"^ftc Monat im gan en Jahr. zählte die ärm 2^"',^^, windig. Das Monatmittel d/r Tempe-win " bi^<) ""'l. ^em Nor.uale, das Tage.n.ittel derselw. Wärme^iüiasni. m 5"'" darunter, im letzten Drittel rasche M7l9?m^f^a:^^^"'^ls§c Schwankung deu'^^ schweb ^ H«. "an^^e^ ^H^ ^'bi^und^ü! dn-Mdarbeiten. St«k°eVf "'vom des 3, c /.'^ "'" '^"' ^u« der Kraniche am 23 Ankunft Aprils""' "." ?' Die Hastlstaude blühte erst am 21 rafche Märm^'"'/"^' ^"7 "wlerisch, im lehten Drittel Da? Mm" .?^ be: anhaltender Trockenheit, oft windig, mak da 3^ " .der Temperatnr um 1.8" über dem Nor° Norm.^^?^^"""" der Wärme vom l. bis 10, über dem Mu M N "' bis 16. .Mlterückschlag, vo.n 16. bis u,^ i1> Ä' ^^ ""'"U' Tage. Neifnächte am 1., 2., 3. « um Sckl^'^" m7^' ästige Südwestwinde zn Beginn und 10 aI^SW N i"'^ '^ ^sl" ^""tter, fehr fchwach. an, F öftm ' dl n ? ^ ^ «" ^'fUneu Winden und starken '""ll ^'"U'r ".it abnormer Hih! nnd Mona '.s ^ ?" ausgiebiger Niederfchlag den 16. Das der Umgebung den 16.; die Lufttemperatur durchschnittlich um 5" über dem Normale vom 18. bis 31. Reife den 5., 7., 6., 9,. 17. in der Umgcbnng, auf dem Morast vom 3. bis 7. jeden Morgen mit Eisbildung au seichten Pfühen, der Reif den 8. in einigen Weingegenden Unterkrains verheerend. Gewitter: den 16. ans SW. mit Wettersturz nud reichlichem Schneefall in den Alpen: dauu den 28. schwach. Wassermangel in den Karstgegenden. Wiesen nnd Kleefelder litten von den Reifen und der Dürre. Blüte der Rosstastauic uud des spanischen Flieders am 1., des Winterroggens am 23. Juni. Zu Vegiuu heiß und trocken, dann vom 4. bis zum Mouatschlnss regnerisch, kühl, Gcwitterbildungen häufig, jedoch meist schwach und von kurzer Dauer, der regenreichste Monat im Jahre. Das Monatmittel der Wärme nin 0,5" nntcr dem Normale, das Tagesmittel derselben vom 1. bis 4. durch« schuitllich um 5,8" darüber, vom 5. bis 31. meist darunter, vom 16. bis 23. sehr kühl. Schncefälle in den Alpen den 17.. tief herabreichend, nnd den Ä). Ueberfchwemmung auf dem Morast uud iu dcu .ttesselthaleru Innerlrains den 19. Gewitter: den 1. in SW., den 4. in SW., den 7. aus SV., dru 10. eutfernt, den 11. ans SO., den 14. in SO. entfernt, den 19. in S., den 20. in SW., den 21. mit Stnrm ans NW., den 22. in NW., den 26. aus SO. vorüberziehend kurz ! und stark, den 27. ans SW. start, den 29. in SW., den 30. in SW. Der Stand der Wiesen infolge der reichen Niederschläge gebessert. Blüte der Sommerlinde den 12., der Winter-linde den 25., der Kastanie den 27. Inli. Meist sehr heiß bei schwach bewegter Luft. im zweiten und letzten Drittel trocken, gewitterarm. Das Munatmittel der Wärme nm 1,7" über dein Normale, das Tagrsmittel nur an 10 Tagen unter dem Normalmittel, sonst darüber. Niederschläge gering, nur am 9. nnd 10. ziemlich stark. Gewitter: den 4. in NW., den 9. in SW., den 10. in SW., den 27. in NO., sämmtlich entfernt schwach. Sturm deu 27. aus SW. Das Wetter der verspäteten Heumahd sehr günstig. Getreideernte mittlere, Frühobst ziemlich reichlich. Uugnst. Zu Beginn der ersten und zweiten Hälfte kühl, regnerisch, sonst schönes Wetter, normale Wärme. Das Tages» mittel der Lufttemperatur vom 1. bis 19. ineist nnter dem Normale, vom 20. bis 31. constant darüber. Ansgiebige Niederschlage am 5.. 18., 21. und 22., die beiden letzten mit Ueberschwcmmuugcu in den Niederuugeu nnd ans dem Morast. Schnccsällc in den Alpen: den 4. mit starker Abkühlung, den 12. tief herabrcichend. Gewitter: den 1. in SW. entfernt, den 3. entfernt, den 12. in EW. und W. mit starler Abkühlung vou 22" auf 11", den 18. in SO. mit grellen Blitzen, anf dem Morast schlng es in ein Wirtschaftsgebäude ein. den 19. in SO. entfernt, den 25. in SO., dann ans W. heftig, über der Stadt sich entladend, das stärkste Gewitter im Jahre. Stnrm ans NO. den 25i. Häufiger Sternschnuppenfall den 10. Schwaches Erdbeben den 27. Buchweizen fehr üppig und Honig' reich. Grummetmahd ausgiebig. Abzug des Thurmfalten am 15.. des Pirols am 20. Septcmber. Warm. sonnig; meist rnhige Luft, häufige Mor° gennebel, erst im letzten Drittel stärkere Niederschläge mit sich wiederholenden heftigen Gewittern. Das Monatmittel der Temperatur nm 1,4" über dem Normale, das Tagesmittcl derselben vom 1. bis 16. constant darüber, vom 17. bis 19. bedeutende Wärmeabnahme mit Reif anf dein Morast und in der Umgebung sowie auch in ganz Krain, der streckenweise den halbreifen Buchweizen versengte, vom 20. bis 24. zunehmende Wärme, vom 24. bis 28. abermalige Depression, an den beiden letzten Tagen normale Wärme. Den 24. partielle Ucberschwemmung des Morastes, Hochwässer in Ober» lrain, reichlicher Schneefall in den Alpen, tief hcrabreichcnd. Gewitter: den 3. in S. entfernt, den 6. in N. über der Stadt ziehend, den 22. ans S. lebhaft, den 23. zweimal sich wieder» holend, den 24. zwei Gewitter. Sturm deu 6. ans NW. mit Platzregen nnd etwas Hagel. Morgenncbel am 21., während auf den Berghöhen der Umgebuug Sonnenschein war. Ein ausgezeichnetes Honigjahr. Aepfel und Nüsfc fehr gnt gerathen. Weinlese in Unterlrain schwach infolge der Frühjahrsfräste, Qualität vorzüglich. Abzug der Dorfschwalbe den 27. vttliber. Außergewöhnlich mild, erst gegen Ende Kältezunahme, an den beiden letzten Tagen starke Reife. Das Mouatmittel der Temperatur um 0,7" über dem Normale, ebenso das Tagesmittel meist höher bis auf die Tage vom 12. bis 16. und vom 27. bis 31. Die Nicderfchläge in der vierten Pentade, namentlich am 16. in einigen Gebirgsgegenden, von verheeren-den Hochwässern begleitet. Wiederholte Schnecfälle in den Alpen, am 16. tief herabreichcnd, der Schnee zu Eude des Monates wieber abgefchmolzen. Gewitter den 19. in O. entfernt. Start nässende Morgennebel am 1., 2. und 3. Die Witterung der Einbringnng der Feldfrüchte und den Wintersaaten sehr günstig. Zweites Blühen von Frühlingspftanzen llnd Obstbäumeu nicht selten. Allgeineiner Laubfall am 30. und 31., sich rasch vollziehend. November. Nnr zn Beginn nnd im letzten Drittel kalt, sonst mild, die erste Hälfte regnerisch, ill der zweiten meist schöne Tage; die sonst für diesen Monat charakteristischen Morgennebel minder häufig. Das Monatmittcl der Temperatur um 1,3" über dem Normale. Das Tagesmittcl vom 1. bis 4. nnter dem Normalmittel, vom 5. bis 21. darüber, vom 22. bis 30. darunter. Gewitter: den 8. nachts in SO. entfernt, den 9. morgens 1 bis 4 Uhr mit Platzregen, den 11, nachmittags sich wiederholend mit eintretender Verfinsterung: die Blitze fchlugen all mehreren Orten der Umgebung ein. Erster Schneefall im Mittelgebirge, fast bis znr Ebene reichend, den 18. Der Nebel am 2. und 19. den ganzen Tag anhal» tend. Intensives Abcndroth an den meist schönen Tagen des letzten Drittels. Zum Monatschluss die Alpen meist schneefrei. Lichtmeteor den 19. Dezember. Starke barometrische Schwankungen, ungewöhnlich niedriger Barometerstand, der relativ wärmste Monat im ganzen Jahr, das Mouatmittel der Temperatur um 3,1° über dem Normale; die ill den ersten Tagen gefallene Schneedecke am 16. in der Ebene verschwunden, zu Beginn der zweiten Monathälfte stürmisches Sciroealwetter mit Regen, erst im letzten Drittel die Wlte etwas angezogen. Das Tagesmittel der Temperatur uur an nenn Tageil etwas über dem Normale, sonst darüber, vom 15. bis 20. um mehr als 10". Erster Schneefall »lit Regen am 2., dann am 3., 4., 5., 8. Auf den Bergen viel Schnee, in der zweiten Monathälfte größtenthcils abgeschmolzen, vom 16. bis 21. Ucbcrschwemmungcu in den Niederungen, Hochwasser in Oberkrain. Am 22. frischer Schnee« fall, zum Monatfchluss Schneedecke !0 cm mächtig. Die zu Beginn des Monates eingetretene Eisbildnng unterbrochen, erst in den letzten Tagen schwache Eisdecke. Wetterleuchten am 2. und 20. Gewitterwolken am 21. mit vereinzelten Blitzen nntertags. Stürmischer Südwest am 16., 20. uud 21. Nebel den ganzen Tag anhaltend am 13., 26., 27. Abzug der Dohlen am 1. Laibach, 1. Jänner 1887. V. 6 Course an der Wiener Börse vom 31. Dezember 1886. Nach drm 0^,^,, C°urMatto Geld W«, Staats-Nnlehen. Notenrente....... »l 60 82 ?5 Silberrente....... «3 4b »»'«0 l854er 4°/« Staatslosc «5« fi. 131 — 132 - i86Ner ü«/<> ganze 500 „ 137 50138 — 18«0«-r 5°/° Fünftel IW „ '39-—!««'5l! 1860I«9- l864er „ . . b0 „ 167 — 10»- Lomo^Nentenscheine , . per Vt. —'»^ —'- 4°/» Ocfi. Goldrente, steuerfrei . I,3-10II8 80 iDefteir. Notenrent«, steuerfrei . 101 15101.35 ung. Golbrente 4°/o . . . . i«4 4b i04k« « Papierrente 5°/» . . - - »»" ^ «)l> , «ilfenb..Nnl.i«0f<ö.W.S. Ibiz5i5i?b , Oftbahn.Prioritäten . . 99 70100-10 , Staats-Obl^Ung.Ostbahn)-------^«^ ,, „ vom I. 18?» . 119 —NU b«, „ Prämien.««!, l^ioo fl ö. w. 120 75121-25 Theiß°Neg.,«ose 4°/„ loa fl. . . I22'30i23 7l< Grundentl. > Obligationen (für ,V0 fi L-M,) b °/, böhmische.......I0S--------— 5°/» galizijchc....... 104 40105 — 0 "/» mährlschc....... 105-50106 bv 5 °/<> niederösterreichische . . .109^110 — 5 °/, oberösterreichische , , . . ,04 75I05l0 5°/<> fttirische . . ^ . . . . 105-5« —>— 5 °/° lroatlsche und slavonische . 105 bo 108 50 b°/, siebenbülgifch«..... 1l>4 «lio5 — Veld Ware b«/„ Temefer Vanat . . . . 104Ü5W5.— 5'/„ ungaiifche......104 50 10525 Nndere »ffentl. Nnlehen. Donau-Neg.»kofe b°/„ lov fl. . —'— ^-'— dlo. «nleihc 1878, stcucrsrei . 105 50 1U?> 70 AlUeben b. Etlldtgrmeindc Wien i«4 U01U5 3<, Nnlehen b. Ktadtgemcinbc Wien (Silber und Gold) .... 131 — — — Prämien-Änl, d, Slndtgcm. Wien il5 401»5'«0 Pfandbriefe (<ür 100 fi.) Bodencr, allg. österr. 4>/,«/<, Gold. 124 ?n lLb'2c) bto. in 50 „ , 4>/, l»/^ 100 L5 10075 bto. in 5U /, „ 4°/» . W'5O »?'- dle. Prämien-Echuldverschl.3°/<> I00'b0i0t-— Ocst.Hypothelenbanl lUj.5'/,°/<> iua?l>iui^l, Ot!>..ung. Vanl verl. b°/» . , 101 2» im «0 dto, „ 4'/,°/° - 101-5'0101 90 dto. „ 4°/,, . . 88'— »8 5l! l!,!g, aN^,, Vode»c«blt»Nctiengef. ii, Pest in 1.1»AÜ ve,l, bl/,°/„ — — — — Prioritäte.Oliligationen »fül 100 fi,., Vlilabrlh Weftbllh« 1. Omission —---------— ßeld!nandi°Ätolbbahn in ^,lber «l» 80100 — ttranz^l'iefezbahu.....^-__ ^_ Gc>liz,fa.e äiaii ° t/udw!g» Vahn , S. 4'/,",° . 10« 25 10075 Qefterr, Älordnrstl'ay» . . . ioL80iu««o «Licl'cndulger.......—— —>— Staat«bahn I. «misfion . . l9« — — — Sllbbahn »»»/>Nnleh. «o fl, 20 75 2125 Ofen« Vosc 40 sl..... 46 25 0>! -'— — — l»ubolf»^'ole 10 fl..... 19 — 19 ?f> Salm-i!ose 40 fl...... 58 ^0 5!» — St.»Genoi«°i!ose 40 sl, . . . l>9 — 59 50 Walbstein-i!ose x« sl, . . , »3 25 ,> 3 75 Wind>schgräy°t!ose 30 fl. , . 45 — 4« — Banl-Actien (per St Ll>0'— ^0 5,» Cldl.»Anft, f.Hanb.u. V. ll>0f>. 1294' W4»o Lrcbildanl, Mg, Ung. ilU0>I. . 302 7s>3u3 75 Depofilenbanl, slllg.2UU fl. . 18U —182 -6. «5— »?-— Vauderv., öst, ^0Usl,O.50°« 75 Oeslerr.'Ung. Äaul .... »?» —«81-— Unleildalü !iu<^ >l.....2188581» 50 Herltyisbaul. Allg, 14<, si, 154—^155'— Actiru vo:: T an^pn^t» Nnt?rnehmnngen. (per Stils). Mbrecht-Bahn Loo fl. Silber . 53 — 55 — Alf°lb.ssi>im,'Äc,h!, «Ol) sl, SUb. 18,', 75,187li5 Aussig'Iepl. «ttenb, liuoft.EÄi,----------------- Äöhm. Noibbah» i5» fl. , , 181 - 18« - „ Wcstbahn 200 fl. , , . »7l> 50 li?g 50 Vuschtiehradcr Eisb. 500 fl. LÄi. 788 — ?72 — „ (llt. N) «00 fl. . lU»25 2U3 25 Donau « Tampsschiffahrts ^ nz°Äubweis ^uo sl, . —---------— « Slzb.«Tir. 121. E. i«?8 üua fl.H. —---------— Fe,dlnallds»!/lordb. i«oo fl. 6M, <»4<> 235o Frc»i^Ioscf'^lli>!l 200 sl. Sildor 2z<> ü»22i — ssünstirchc!i-^>ircser<öisv,2U0fI,!2. 196 501U6 80 GllIiz.Karl«!.'ud:v!g-Ä.i!00fl. Ci/t. —>-------->— GrazHöfIacher<>i,.V,WUfl.ö.W.------------— Kadlenbcrg-Ellenbahil 10U fl, .-------— — «aschau-Odeib.Elsent>.200il. S, —------------- vemberg^Lzcrnowih'IassY «iseil» bahll'lÄeielljchajl zü'l, fl, ö, W. «3H «0234-— «loyb.öst..li!ig., Trieft500 fl.ciM. 5«N-—5«8^ Oestljcn!).i50sl. lölld, 2«— 2?.— «Ud0l!»^»l>!l «uu sl, SttV« , 188-75 183-50 Sieveilliui^l liijend. i!uu sl. ,________- Staalsel,>,>i<>!^:! ^» ,l. 0. ^ . ^5^ 7525425 Gelb Ware Sübbahn »00 fl. Silb« . . 103 25 I03 üo The,fj,«»hn »00 fl. ö. W. . . —._ _ — Tramwah-Ves., Vr. nofl. ö. W. «1^75215 »5 „ Wr.. neu 100 fl, il>4 75105^. Transport'Gesellschaft 10a fl. . __, __,^ Ung..aali,. «tisenb. 2no fl. Silber l?5 - 175 50 Ung. Norboftbahll 200 fl. Silber 17^-75173 — llnssMcssb.sNaab.Ora^llWfl.S, l?i'?5 172 ,5 Induftrie'Nctien (per Stücl). sgydi und Külddcrg, Hisen« und «-tllhl-Ind, >n Wien iuo fl. . „-__ _»-__ Hl!c»bah!lw,.i.'ei^, I. 80 fl.40«/2 94 5N 3» — „«ildemllyl". P>,V!^lf. u. H..O. «5,^5 ß-, 75 Ätontan-Äüscllja,., cisterr.«aluine 35-5 »575 Präger ^!>eu-I!io.«>Äes. ^ou sl. .178-5017750 «algo-Tari, «iiscniaff. i»i) fl. . 14g . 149 — Trilailer Kohlenw,»Äes. 70 fl. . ^.__ _ ^, Waffms..G., Och. in W, iM) fl,gi7.^.,18-— Devisen. Deutsche Plähe......«1 ^ 61 9» «<">>'««.........i»«i«i2««a ^arl« .........tl»'?2. 4»'?7» Petersvurg .......__._. —. .1, Valuten. Du^alc»........5,^. ^,,,7 A>',jranc«»Stücle.....99g ,,^ Deutsche Nelch«l!.»llnole» . . ßig» ^g^