Lmbacher Zeitung Nr 32. Pili n u »I»' fat i onsP rl! i s ! Hm Comptoir ssanzj. fi. ll, hall,, »1. 5.5,». ssilr di>! Zustellung ins Ha»i hnlbj. 5><» tl 'Rit der Post Nlin,,,. ft. 15., !>all!i. fl. 7.5,0 Donnerstag, !>. Februar ^Useltiousgebühr bi» wZcilr,,! >!»al«ol,. «in. «U lr., üm. I f!.; sonst pi. ^eile 1 »i. ü lr., üm. » lr., 3m. lN fr. u. s. w. Insertionsslempel jedesm. «o lr l87l. Amtlicher Theil. Se. f. und l. Apostolische Majestät haden sol gende Allerhöchste Handschreiben allergnüdigs! zu erlasse» geruht: j lieber Graf Potocli! Ich genehmige die von Ihnen erbetene ^»thcbung von dem Posten eines Ministerpräsidenten, sowie von der Leitung Meines Mini« steriums für Landcsocrlhcidigung. Dein lohnenden Be wußlscin reinster Absichten und trcuester Pflichterfüllung, welches Sie nach Niederlcgung IhreS schwierigen und verautwortlichcn Amtes mit sich nehmen können, füge Ich i» gerechter Würdigung Ihrer aufopfernden Hingebung und patriotischen Bestrebungen gerne den Ausdruck Meiner dankbaren Anerkennung bei, auf welche Sie sich neue Ansprüche erworben haben. Indem Ich Ihnen die Handschreiben zusende, mil welchcn Ich das Ansuchen Meiner Ministtr um Enthebung von ihren Aemtern genehmige, beauftrage Ich Sie, dem Sectionschef von Pretis Meine besondere Zu» friedenheit mit den von ihm während seiner zcitwilligen ^eituug des Handelsministeriums geleisteten eifrigen und ersprießlichen Diensten auszusprechen. Ofen, am 4, Februar 1871. /ran, Joseph in. i). Alfred Graf Potocki m. p. Lieber Graf Taaffe! Indem Ich Sie über Ihr Ansuchen von dem Posten Meines Ministers des Innern w Gnaden enthebe, spreche Ich Ihnen für die bei Wicdcr-übernahme dieses Amtes bewährte bereitwillige Ergebenheit, sowie für die gleich eifrige und gewissenhafte Pflicht-llsiillung in dessen Verwaltung Meine volle Anerkennung aus und behalte Mir Ihre weitere Verwendung tni Dienste vor. Ofen, am 4. Februar 1871. /ran.; Joseph in. p. Alfred Graf Potocki m. p. Lieber Ritter von Tsch a b u sch ni g a! Ich finde Mich bewogen, Sie auf Ihr Ansuchcn von dem Posten Meines IustizministcrS in Gnaden und unter voller Anerkennung Ihrer mit treuer Hingebung geleisteten guten Dienste zu entheben. Ofen, am 4. Februar 1871. /ranz Joseph in. n. Alfred Graf Potocki m. p. Lieber Dr. von Stremayr! Ich enthebe Sie "ber Ihr Ansuchen von dem Posten Meines Ministers "" Cultus und Unterricht, welchem Sie wiederholt Ihre Nan^e Kraft mit eifriger Hingebung gewidmet haben, und ^lleihe Ihnen in Gewährung Ihres Wunsches eine v°frathsstellc bei Meinem Obersten Gcrichtshofc, Ofen. am 4. Februar 1871. /ranz Joseph in. n. Alfred Graf Potocki m. p. ^ Lieber Freiherr von Petrin^! Indem Ich Sie s. ^ Ihre Bitte von dem Posten Meines Nckcrbaumini» ^ in Gnaden enthebe, spreche Ich Ihnen für Ihre doll ^uesler Hingebung geleisteten gutcn Dienste Meine "e Anerkennung aus. Ofen, am 4. Februar 1871. /ran.; Joseph in. p. Alfred Graf Potocki m. p. Lieber Graf Ho heu wart! Indem Ich Mein lene »^ Vlmlsterium für die im NeichSrathc vertrc-n„" Königreiche und Länder über seine Bitte von sci-Hj. ckunctionen enthebe, ernenne Ich Sie zu Meinem ^ .7^ des Innern und beauftrage Sic. Mir zur lcick 6 ^ Ministeriums für die genannten König-erstatt ""^ Bänder die weiters erforderlichen Anträge zu sieb? ?"^ ^'" ^"^" der von mir gegebenen Verfassung V. " ' ^"u Mich die Erfolglosigkeit der bisherigen nuyungeii. alle Meine treuen Böller dieser Reichs-tierei '^ gemeinsamer verfassungmäßiaer Thätigkeit zu das, "'^"' "'^^ wankend machen in der Ueberzeugung, yell/* ^'^'" "^ den Parteien stehenden Ministerium schieb" "''^' "N Wege sorgfältiger Beachtung der ucr '-" venen Interessen diese Aufgabe zur festen Begrün- z dung der Macht und Wohlfahrt des Reiches ihrcr ersehnten Lösung zuzuführen. Ich gewärtige dahcr, daß Sie Ihren Anträgen diese Meine Ueberzeugung zu Grunde leget, werden. Ofen, am 4. Februar 1871. /ranz Joseph in. n. Alfred Gras Potocki m. z». Lieber Graf Hohen wart! Ihre Anträge zur Neubildung des Ministcrilims für die im Ncichsrathc vertretenen Königreiche nnd Lcmdcr erhalten Mine Genehmigung. Ich übe,trage Ihnen den Vorfitz in Ministerrathc und ertheile Ihnen zugleich die Würde eines geheimen Rathes mit Nachsicht der Taxen. Wien, am 6. Februar 1871. /ran.; Joseph in. p. Karl Graf Hohenwart m. p. Lieber Doctor Habietin el! Ich ernenne Sie zu Meinem Iustizmiuister. Wien, am 6. Februar 1871. /ran) Joseph in. j). Karl Graf Hohenwart m. p. Lieber Freiherr von Holzgethan! Unter voller Anerkennung Ihrcr Mir geleisteten vorzügliche» Dienste bestätige Ich Sie in dem Amte McineS Finanzministers. Wien, am 6. Februar 1871. /ranz Joseph in. p. Karl Graf Hohenwart m. p. Lieber Doctor Schacffle! Ich eruenne Sie zu Meinem Handelsminister und beauftrage Sie mit der zeitweiligen Leitung des Ackerbaumimstcriums. Wien, am 6. Februar 1871. /ranz Joseph m. p. Karl Graf Hohcnwart in. p. Lieber Ministcrialrath Iire^ck! Ich ernenne Sie zu Äieinem Minister für Cultus und Unterricht, Wicn, am 6. Februar 1871. /ranz Joseph in. n. Karl Graf Hohenwart m. p. Lieber Gcueralmajor Freiherr von Scholl! Ich ernenne Sie zu Meinem Minister für Landcövertheidi-gung. Wien, am 0. Februar IY71. /ran, Joseph ,n. n. Karl Graf Hohenwart m. p. Durch die vorstehenden Allerhöchsten Handschreiben habcn Seine kaiserliche und königliche apostolische Majestät neue Männer in Allerhöchst Ihr Ministerium für die im Rcichsrathc vertretenen Königreiche nnd Länder allergnädigst zu berufen geruht. Iu lincm hochcrnstcn Moment übernehmen die nunmehrigen Ralhgcbcr der Krone ihre verantwortlichen Funclionen. Allein stark durch das Vertrauen und die ihnen allergnädigst zugesicherte Unterstützung ihres erhabenen Herin. auf die patriotische Gesinnung der Volksvertretung und der gcsammten Bcuölkcruug bauend, persönlich unbefangen der gegenwärtigen verworrenen Lage gegenüber und mittr sich über Ziele und Mittel vollkommen einig — treten sie an ihre Aufgabe mit dem festen Gnlschllissc hcran, an daS allaemcin cmpflmdcnc dringcndc Bedürfniß staatsrechtlichen Friedas und fruchtbarer Gc^ staltung dcr Staatsthäliglcil nachdrücklich und beharrlich zu appcllircu. Die neue Regierung wird, nachdem sic die volle Billigung Seiner kaiserlichen m.d köni^lichcn apostolic schcn Majestät für das dclaillirte Programm ihrer Thätigkeit bereits eingeholt hat, ihre ganze Kraft daran setzen, den Namen einer wahrhaft österreichischen Regierung für die im Rcichsrathc vertretenen Königreiche und Länder zu verdienen. Den nationalen und politischen Gegensätzen gegenüber frei von jeder ausschließenden Partcirichtung und versöhnlich gegcn Ver-irrungc», die dcr Vergangenheit angehören, -- wird sie dagegen alle staatsfeindlichen Bestrebungen ohne Ausnahme mit dcr schonungslosen Strenge des Gesetzes niederbeugen, und — eingedenk der Vcrpflichtnngen gegen die andere Reichshälfte — daS Richtmaß ihres Handelns ulwerrückbar und ausschließlich an der eigenthümlichen staatlichen Natur und an dem wahren politischen Bedürfniß der diesseitigen Reichshälfte abnehmen. Sie weiß. daß lein zweites Slaatswesen stärker als das österreichische angewiesen ist auf friedliches Verhalten nach Außen, auf freiheitliche Entwickluug und Versöhnlichkeit nach Innen nnd aus gleichmäßige intensive Pflege der allen Volköstälmnen gemeinsamen bürgerlichen Interessen; denn hierin ruht dcr uuvcrgänglichc politische Werth dieses Staates für seine eigenen Angehörigen, seine er habcnc sittlich-humane Mission für Europa und feine große Verheißung für die Zukuuft. Nicht minder ist sich aber die Regierung auch dessen bewußt, daß lein anderes StaatSwcsen uon seinen leitenden politischen Organen in höhcrem Grade klares Bewußtsein über die Grenzen desscn, was dem Ganzen — nnd desjenigen, waö den Gliedern gebührt, — sowie den Willen und die volle Kraft erhcifcht, dem Gesetze nach allen Zeiten volle Geltung zn verschaffen. Eine österreichische Regierung erfüllt daher lediglich ihre eigenste Aufgabe und ihre ganze Pflicht, wenn sie ohne Hintergedanken allen berechtigten Eigenthümlichkeiten freien und weiten Spielraum gewährt, dagegen nimmermehr prekäre Compro-misfe mit dem Separatismus, welchen Namens immer, auf Kosten nncnlbchrlichcr staatseinheitlicher Attribute abschließt, noch gestattet, daß daS Gedeihen und die Fruchtbarkeit dcs politischen GesclmmloerbandeS durch die Ucberhcbung wilder Schöffe des Parleitriebes in Frage gestellt werde. Das bestehende Verfassungsrecht, dessen Contuinität nicht unterbrochen werden tonnte, ohne den ganzen öffentlichen Rechtszustand in ein Chaos aufzulöfen, ist der Boden, auf welchem die Regierung steht. Auf diefem Boden wird sie allen berechtigten Wünschen entgegenkommen und folgerichtig Versöhnung vor Allem dadurch anstreben, daß sie die Staatsgrundgesetze, namentlich Artikel l!> des Stautsgrundgesetzcs über die allgemeinen Rechte dcr Staatsbürger, welcher allen Volksstämmen gänzliche Gleichberechtigima gewährleistet, nicht blos dem Wortlaute, sondern auch dein Geiste nach zur vollen AuSführuug bringt. In allcn diesbezüglichen Fragen herrscht unter den Mitgliedern dcr neuen Negierung be» reits ein vollständiges, alle wesentlichen Einzelheiten umfassendes grnndfätzlichcs Einversländniß. Diesem zufolge wird die Regierung selbst durch eine Reihe von Vorlagen an den NcichSrath und an die Landtage die Initiative ergreifen, um den Ländern jene mögliche Erweiterung dcr legislativen und administrativen Autonomie zuzuwenden, welche mit der nothwendigen, die einzelnen Länder selbst schützenden Rcichseinheit uereinbarlich ist. Hiebei wird auch die dirccte Wahl in allen Landtags-grupftcn und die vielseitig verlangte weitere Ausdehnung des activcn Wahlrechtes von der Regierung vorgeschlagen werden. Auch über die Grundsätze, nach welchen die einzelnen Rcssortministerien zu verwalten, und über die großen Aufgaben, welche in einem jcden derselben zu löfcn sind, besteht zwischen sämmtlichen Mitgliedern des jetzigen Mi« nisteriums völlige Uebereinstimmung. Die Regierung unterläßt es jedoch, darüber schon jetzt vor der Oeffent-lichkeit in Details einzugehen, da sie durch die That zu bewähren gedenkt, was in einem Programm nur den Werth einer Versprechung hätte. Groß ist die Aufgibc, welche von den ucuen Rath-acberu dcr Krone übernommen wird, und groß sind die Schwierigkeiten, welche ihnen gegenüberstehen. Diesen Schwierigkeiten werden sie jedoch jenen unbeugsamen Muth nnd jcncn zähen Widerstand entgegensetzen, wcl' cher dem guten Gewissen, klaren Wollen und dcr Inte-qrität öffentliche» Handelns entspringt. Sie wissen, daß sic hiebci a,if cine in Millionen Hcrzcn lebende östcrrci-chischc Gesinnung zählen dürfcn, und sie selbst wcrdcn für die Erreichung ihrcs hohcn Zielcs von den rcchttnä-ßigen Befugnissen der RegicrungsM'all vollsten Gebrauch zu machcn, so wie die rückhaltlose mid aufopferungsvolle Unterstützung aller Verwaltungsorgane iu Anspruch zu nehmeu wissen. So wird es dcm Zusammenwirken der Organe der Regierung, dcr verfassungsmäßigen Vertretungskörper und der gcsammten Bevölkerung gelingen, einen eben so festen wie freien Vcrfasslinasbau zu vollenden, welcher baldigst alle Völker dcr diesseitigen Rcichshälfte zu froher und fruchtbarer staatlicher Arbeit glücklich und friedlich wiedervereinigt. 222 St. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Aller-«llerhvchster Entschließung vom 31. Jänner b. I. den ordentlichen Professor des canonischen und römischen Rechtes an der Grazer Universität Dr. Friedrich Vern< hard Maaßen zum ordentlichen Professor dcr ge-nannten Lehrfächer an der Universität in Wien alleo gnädigst zu ernennen geruht. Stremayr m. p. Der Minister für Cultus und Unterricht hat den Apotheker und Bezirlsobmann in Tepl, Dr. Joseph Zlnll zum Bezirlsschulinspeclor für den Bezirk Tcpl ernannt. Nichtamtlicher Theil. Se. l. und t. Apostolische Majestät haben der Schul-gc.i,einde Kaltenfeld. im Bezirke Adelsbcrg, zur Vollen^ dung deS Baues ihrer Schule einen Veitrag von drei hundert (Hulden aus Allerhöchsten Prioatmitteln aller-gnädlgst zu spenden geruht. VoUtische Uebersicht. Laibach, 8. Februar. Die ersten Griefe aus Paris feit der Eauilula-lion betonen, daß dort die Frage tnr Beschaffung von Vebcnsmitteln zur Linderung der Hungersnot!) die Geister und Gemüther vorzugsweise in Anspruch nahm. Am 2. d M. waren in gewissen Stadllhcilen die Vücker und Fleischerläden fast sammt und fondcrs geschlossen. Die großen Hotels sind meistens in Spitäler uiuge^ wandelt und den Flaggen nach zu urtheilen scheint halb Paris als Krankenhaus benutzt zu werden. Ucbcr das, was seit Monaten in der Außenwelt vorgegangen, war die Mehrzahl der Bewohner so vicl wie gar nichl unterrichtet. Die Wirkungen des Bombardements werden als sehr bedeutend und der Mangel an den nöthigsten Ledensmitleln in einigen Stabllheilen als aus den höchsten Punkt gelangt bezeichnet. Die Londoner Wochenblätter beschäftigen sich mit den eventuellen Friedensbed i ng n issen. „Saturday Review" meint, daS Höchste, was die Franzosen auf dem Gebiete der Territorialoeränderungen erlangen könnten, wäre, daß Metz geschleift würde und aufhörte. Festung zu sein; trotzdem würde dann die Straße nach Frankreich bei einer eventuellen Wiederaufnahme eines Krieges den Deutschen immer offen stehen, wahrend der Zugang nach Deutschland durch die Vogesen, Straßbalg und die östlichen Festungen von Lothringen ge« sperrt wäre. In gleicher Richtung läßt sich der ..Economist" vernehmen, wenn er nicht absehen kann, wie ohne Abtretung von Metz eine Vereinbarung zu Stande kommen sollte. „Die Deutschen wünschen im Falle eines neuen Krieges so vortheilhaft uls möglich gestellt zu sein, und eS gibt sicherlich leinen Vortheil in einem solchen Falle, der dem Besitze von Metz gleichkäme." Allerdings wiege der Gewinn einer Gebietsvuu^ nicht den Nachtheil einer feindlichen Bevölkerung auf;> wcnn aber durchaus Gebiet genommen wcrdcn solle, so müsse man die ..jungfräuliche Festung" nehmen, welche einen alten Namen und em verschanztes ^agcr zur Änf-nahme einer Armee besitzt, welche sich erforderlichen <5alks an die Fersen eines französischen Heeres heften könnte,! wtlche« in Deutschland einfallen wollte. ! Die „TimeS" glaubt an keinen friedlichen Aus-gang der Friedensoerhandlungen. Die FriedenSbedin-gungen seien zu hart und treiben Frankreich in Gam« delta's Arme. Es sei nur mehr dann einige Hoffnung vorhanden, wenn die neutralen Mächte eine Vermittlung übernehmen; die Pariser Regierung sei faktisch ohnmächtig, der Bordeaux'er Regierung ihre Ansichten aufzu-zwingen, und nur die Deutschen allein könnten den Süden zähmen. Untcr solchen Umständen sei die Wiederaufnahme des Krieges wahrscheinlich unvermeidlich, das Ende aber unabsehbar. Aus Paris, 4. Februar, berichten Reisende, die Stadt sei fortwährend ruhig. Bei den Wahlen haben rcpublicanische Candidate» weniger Chancen, als die der Orleanisten. Bekanntlich Halm, der Herzog von Aumale und der Prinz Ioinville Wahlmanifeste ei lassen. Auch General Changarnier nimmt eine Kandidatur an. In Verfall les hat die nullblicanischc Partei beschlossen, sich der Wahl zu entfallen. ?lus Mctz, Nancy. Stoßburg berichtet man. daß die Theilnahme an den Wahlen ganz unerwartet groß scin dürfte. Die auS Paris in Bordeaux eingctroffenen Regie-rnngsmitglieder weisen die Unterprafcctcn an, daß die von der RegicrnncMelea.ation angeordnete Wahl be« schrän lung aufgehoben nnd die von der Parifer Regierung am 29. Jänner erlassenen Wahldccrele aufrecht erhalten wcrdcn. Die Pariser Wahlen wurden bis tt. Februar hinausgeschoben. Der Waffenstillstand soll verlängert und die Nationalversammlung anstatt nach Bordeanz. nach einer anderen Stadt, außerhalb dcs occupirlen Gebietes, bc-rnfcn werden. Ein Dccret der Pariser Regierung ernennt Ema-nncl Ärago znm Mnisler des Innern und interim!-stischen Kriegsminister an Stelle Gainbetta's. Die ..Kreuzzeitung" bestätigt, b^ß die PontuS» Eonferenz alle wesentlichen Punkte im Einverständ-nisse der Mitglieder erledigte Das Glatt dcn!entirl die Nachricht von einem angeblichen Schreiben des Kai« serS von Rußland an den deutschen Kaiser, welches Mäßigung beim Frieden anempfehlen soll. Schluß der Delegationen. Pest, 6. Februar. Abends. Soeben fand der Schluß der Reichsrathsdelegation statt. Reichskanzler Graf V cu st hielt folgende Schlußrede: Hohe Versammlung! Ich habe die Ehre. Ihnen mitzutheilen, daß Se. Majestät unser Kaiser und Künia. mich zu ermächtigen geruhten, der im Verfolge der Verhandlungen erzielten Vereinbarung zwischen beiden Delegationen in Betreff der Votirung des gemeinsamen Staalsvoran> schlages für 1871 die Allerhöchste Sanction zu ver künden. Zugleich wurde mir der slhr erfreuliche Auftrag, der Delegation für die nnermndete Thätigkeit, welche dicselde dcr Bewältigung der schwierigen und mühevollen Aufgabe gewidmet, den Dank nnd die Anerkennung Sr. Majestät auszudrücken. Es liegt mir noch ob, von Seiten des gemeinsamen Ministeriums die Delegation beim Scheiden von ihr zu begrüßen, und da glaube ich recht zu thun, wcnn ! ich mich auf wenige Worte beschränke und die Oedan-! ten. mit welchen das gemeinsame Ministerium selbst in den Kreis seiner gewohnten Berufsthätigkeit zurückkehrt, lurz zusammenfasse. Schwere Zeiten erfordern schwere Arbeit, Regierung und Delegationen können sich das Zeugniß geben, sich ihr nicht entzogen zu haben. Dieses Bewußtsein hat auch seinen Werih; achten wir ihn nicht gering; im Leben Einzelner wie in den Verhältnissen der Gesamnil-heit hat das, was nicht ohne Anstrengung erreicht wurde, doppelte Geltung. Hoffen wir. daß, wcnn die beiden Delegationen in einem nicht fernen Zeitpunkte wieder zusammentreten, der Blick ungetrübt nach Außen sich richten wird. Dann wird auch die Erinnerung an Ihre unermüdet überstandenen Kämpfe und an die gebrachten Opfer keine unangenehme scin. Präsident Hopfen sagt: Nach mehr als zwei' monatlicher Thätigkeit hat die Delegation ihre Mission erfüllt. Gestatten Sie mir zum Schlüsse zuerst Worte des Dantes für die nngarifche Akademie der Wissen» schuften, welche uns diese schönen Räume überlassen, auszusprechen und der Freundlichteil zu gedenken, welche nns hier von allen Seiten entgegcngetragen wurde. Wenn man unbefangenen Blickes die Thätigteil der Delegation und ihre Erfolge betrachtet, so erkennt man vorerst ;wci verschiedene Strömungen, welche auf den Gang ihrer Verhandlungen Einfluß nahmen. Vorerst jenes Slrcl'en, welches der österreichische Reichsrath sich stets zur Richtschnur genommen, durch weise Sparsam-teit die Ordnung im Staatshaushalte herzustellen, den Vollswohlslano und dadurch die Steucrkraft zu heben und fo nach und nach jene innere materielle Macht ^u schaffen, welchc allein dazu befähigt, im Momente der Gefahr die anSreichendc Kraft ;u entwickeln; anderci-seitS auch die Ueberzeugung, daß angesichts dcr schwer wiegenden ^ici^nissc im Westen Europa's cs Pflicht dcr österreichisch »ngarischcn Monarchie sei, jene Machlsttl lung emlnüehinen, welche geeignet ist. nm ihre Freunt fchaft wr> thvoU, ihre Gegnerschaft weni^stenö nicht gleich-giltig erscheinen zu lassen. Aufgabe der Delegationen war eö nunmehr, zwischen diesen beiden gleichberechtigten Strömungen das richtige Maß zu halten. Ich vermesse mich nicht, zu beurtheilen, inwieweit dies gelungen. Eines jedoch >,st sicher; schwere Opfer entstehen aus den Beschlüssen der Delegation und es wird nicht geringer Anstrengungen bedürfen, um fie zu ertragen. Die Bemerkung kann ich jedoch hicbei nicht unterdrücken, daß, wenn anch verschiedene Anschauungen obgewaltet ha« ben mögen, in welchem Zeitpunkt und in welchem Maße diese Opfer zu bringen seien — über eines herrschte nur die eine Ansicht: daß alle Völker sich in dem Mo-mentc der Gefahr vereint finden werden um die Perfon des Monarchen und ihr Feldrnf wird immer der sein, in den ich Sie bitte, mit mir einzustimmen: Es lebe unser Monarch Franz Joseph 1 hoch! hoch! hoch! Pest, 7. Febuar. Die gestrige Sitzung dcr Reicho« rathsdelegation war für 1 Uhr anberaumt, wuide aber auf 7 Uhr Abends vertagt, da das Nunlium der unganschen Delegation nicht anlangte. Der Präsi« dent meldet nnn dieses Nuncium an nnd Berichterstatter Banhans erstattet Bericht. In den Voranschlägen des Finanzministeriums ergaben die Schlußrechnungen bänglich deS Obersten Rechnungshofes leine Differenzen. Im Kriegsmarine-Ordinarium, Titel l, hat die unga> rische Delegation die Gagenerhöhmig fallen gelassen und bewilligt daher 1.930.100 fi. Titel vei Differel'zen: Erstens il, den >rstt!, 5 Titcin, i» welchen die ungaiische Oll^gali^,! 20>),000 fi, mchr bewilligte. Der Ausschuß beantrag die Annahme der ungarischen Veschlüsse, wodurch das von der NcichsrathSdelcgalion bewilligte Viremenl wegfällt und die eigenen Einnahmen um 70.000 st. erhöht erscheinen. Die zweite, doch geringe Differenz bei Titel 6. Der Ausschuß beantragt conform mit der ungarisln'u Delegation zu volircn. Ebenso wird durch die ungarischen Beschlüsse bezüglich der Land- und Wasserbauten die Eonformitäl erzielt. Bezüglich des Erfordernisses der Landarm c besteht in den Ziffern vollständig Uebereinstimmung; unr im Tittl 2, Extraordinarium, Post 4, „Waffenwefcn". hcißl es in dem Beschlusse der Neichsrathsdelegalion ^zur Ai^ schaffung eines KricgSvorrathcs an 5lanoncn für die gemeinsame Armec", während in dem ungarischen Beschlusse der letzte Beisatz fehlt. Nach Aufklärung dcr Regierung ist die Differenz rein formell und der Zusatz „für die „gemeinsame Armee" in Anbetracht, daß diese PuN für das stehende Heer bewilligt wird, ein reiner Pleon^ö-muS. Der Ausschuß beantragt die Annahme der ungarischen Fafsnng. jedoch die Rcgicrungsauftlärnng ausdrück lich zu Prololcll zu nchmeli. Herbst führt aus, wie schädlich es sei, principiellen Erörterungen, wenn sie zum ersten male vorkommen, aus dem Wege zu gchcn, und erzählt die verschiedenen VerbandlungSphascn dieses Titels. Faltenhayn spricht für dic ungarische Fassung; sür ihn ist dcr Ausdruck ..Kriegsvorräthe" maßgebend, das ist: sür die gcsammte im Kriege aufzubietende Hecres-machl. Alle Ausschußanträ^' werden angenommen. Schließlich wird bei dcr Post „Montur- und Auö-rüstungsvorräthc" uach ungarifchcr Stylisirung die Be-Zeichnung „Reservevorräthc" angenommen. Generalverichtcrstatter Dcmel verliest hierauf das Finanzgesctz, welches in dritter Lesung angenommen wird. Desgleichen werden alle Rcsnlntionen angenommen, bei welchen von dcr Lesung Umgang genommen wird. Die österreichische Quote dcS GcsammterfordcrnisfcS beträgt 7l,800.000 fl. Dcr Kriegsminister bedanert. die ihm heute Vormittags zugestellte Interpellation Herbsts nicht jetzt beantworten zu tonnen. — Hieraus sprachen Reichs» tanzler Graf Bcust und Präsident Hopfen. Pascotini dankt dem Präsidenten sür die vorzügliche Leitung der Verhandlungen. Das Protokoll der Sitzung wird verlesen, vcrisicirt und die Session geschlossen. Klttgschronik. AuS Fort Vanves. 29. Jänner, wnd dcm „Nürnv. Corr." geschrieben: „Heute Morgens wurden Wir mit dcr Anlündigung dcS Waffenstillstandes anf die angenehmste Weise aus dcm Schlafe geweckt. Die Bc-fetzung der sämmtlichen Forts wurdc im Laufe des Vormittags eingeleitet, auf die Division Waldher ttaf Van-vcs. Da die französische Regierung ihrer Autorität, wie es scheint, sich nicht zum besten versichert hielt, waren unsererseits entsprechende Vorsichtsmaßlcgcln gegcn allfällige Ausbrüchc der Rache und des Unmulhes der Mobilgarden und des niedern Volts geboten; auch mufttc das Fort und seine Umgebung hinsichtlich dcr unterirdi- schen Beschaffenheit sMinen lc.) untersucht werden Wir stanzn unterdessen alle von halb 10 Uhl bis Nachmil-tagi) 3 Uhr auf dem Plateau bei Moulin de la Tonr unter den Waffen, wozu wir um 8 Uhr aus unseren st^üdortcn aufgebrochen waren. Die Ucbergabe des Fort 'Zaulitö giciig ordnungsgemäß und mit mttitärijchem Anstaut vor sich, wobei der Commandircnde des 2, .'ir-meecoips dem Commandanten dicscs in einen fürchterlichen Zustand versetzten Vorwerkes seine Anerkennung über dic ritterliche Vertheidig!^ des ihm anoerlrantcn Postens ausdrückte. Die französischen Officierc, wie es scheint, Manner von guter militärischer Sinnesart, wic man sie hier zu Lande sehr selten mehr findet, benahmen sich bei dem für fic höchst schmerzlichen, ja cl schulternden Acte sehr tactooll. Nach geschehener Visitation, welche dcm Abzüge der französischen Besatzung unmittelbar folgte, zog unsere Besatzung dort ohne irgendwelches Hcmminß ein. Die galvanischen Züudleitnligen zu den Minen waren bereits durchschnitten, die Pulvermagazin,.' und clnia 70 Geschütze mit massenhafter Mnnition be-finden sich in nnserem Besitze. Von dcm Aussen dic scs Vorwerks macht man sich keinen Begriff, unsere Geschosse habcu fürchterlich gchansl; überhaupt bielct dao ganze umliegende Terrain cineu Anblick, der gerndez» herzzerreißend. All die schönen, mituntcr rcizcndcu Villen, sowie die Hütten sind durchlöchert, theilweisc dcr Erde gleich, alles Holzwcrk zum Verbreuncii herculSgerisfe», mit cincm Wortc so zcrftö.t, dl',ß die mcistcn frisch anf gebaut werden muffen. In dcn Gärten alles, allcs verwüstet, kein Holz- oder Eisen;auu mehr, die Beete nicht mehr zu kennen. Weinreben, herrliche Spalierbäume gänzlich zerstört; die Besitzer wcrdcn thcilwcise dcu Platz sucheu lnüsscn, dcr ihrcu 'besitz getragc»,, Dic dicksten Alleebäumc sind geknickt, ll,eilwcisc dic obere Hälft? des Baumes auf 20 Schritte und noch weiter weggeschleu^ dcrt durch die Niescngeschosse, tic Erde wic mit leisen besäet von den Granalsplittern; außerdem liegt noch eine große Anzahl nicht explodirter Ocschosfc größten Kalibers herum, in dcr Form wic große Znckcrhütc und i>n Gewichte bis zu 132 Pfund. Diese Eindrücke, die während dcr Sch!acht im Moment dcr Aufregung, mitunter mich im Gcfühlc vollständiger Htnmpfhcit oder Resignation, nahezu verschwinden, sind im Zustande dcr Ruhe überwältigend, da sie alles früher Dagcwescnc au Großartigkeit uud Schancrlichleit übertreffen." Der Overcommandant der Vogcscnarm cc, General Garibaldi, hat folgenden Tagesbefehl an seine Truppen veröffentlicht: „Soldaten dcr Vogesenarmee! Ihr werdet 2l Tage Waffenstillstand habcu, und da Euerc, durch ihr Ziel große Mission noch nicht bccndet ist, müßt Ihr diese Frist benutzen, um Euch zu neuen kühnen Waffeuthaten vorzlil'crcitcn. Ihr habt bisher qroßc Beweise dcr Tapferkeit aelicfcrt uod Euch auf dcm Schlachlfeldc als vrauc Krieger gehalten. Wohlan! Haltet Euch bcrcit, dcm Feinde der Freiheit mit starker Hand entgegenzutreten und beobachtet bis dahin die Euch bereits nachgerühmte Disciplin, dcnn Ihr feid Soldaten der Rcftiidlik und Eure Aufgabe ist es, den Fremdling anf dcm Boden Frankreichs zu vernichten oder ihn sür immer unschädlich zu machen; denn dcr despotische Eindringling muß von jcdcm Ehrenmanne verachtet und gezüchtigt werden " In einer zweiten Proclamation wcndet sich Garibaldi an die Bewohner des Departements Eote d'Or, und fordert dieselben auf, sie mögen die Vogcsenarmee sänge der Vögel lauschend? Sie müssen das sclbst kennen lernen; dcnn, nun werden Sie wohl stets Ihre Brüder benleiten. nicht wahr? Andrca Margarethe konnte desfcu gemiß sein. Ich kann ganze Stunden hier scin und lese», suhr slt fort. Lesen! rief ich bestürzt aus. denu es dünkte mir, ^ühlich in der Vertiefung cinc Bibliothek, wie ein schwar-^^ Phantom aufsteigen zu sehen. Das heißt, mit einem Buche i» dcr Hand, fuhr fic ^l; dcnn ich lese fehr wenig und ziche es vor, zn trän-^°l'< die grünen Blätter zu betrachten, dcn blauen rei-^" Himmel durch die belaubten Zweige anzuschcu, wäh-^l>d di^> Sonnenstrahlen wic große goldene Blumen auf '"eine Kleider fallen. ~ Abcr ich finde cS kalt, rief sie ^ötzlich aus lind sprang ans dcn Bodcn; laufen wir "u> die Wette nach Hanfc. . Es war sehr vernünftig, an dic Rückkehr zu dcn-!"i, denn der Winter, wahrscheinlich erzürnt, daß man 'M vergaß, um vom Sommer zu sprechen, schien in >ehr empfindlicher Weise Rache nehmen zu wollen. Abcr Andrea Margarethe voranzulaufen, nein, gewiß, fo dumm wcn' ich nicht; an ihrcr Seite, u ^u donno !wm0! Ich ^merkte jedoch bald. daß sie, odschou sie zwei Schritte UU- einen von meinen machen u'nßlc, doch doppelt so iHnell lir^ ziiic ich und daß ich mich aus allen Kiäslcn ^''strengen mußte, um nicht hinter ihr zurückzubleiben. 'ui-pu8 ^un8, der über diese brüderliche Umarmung U°nz bestinzt war. ^lch hnbe gewonnen', ich habe gewonnen! rief An drca Margarethe aus, um mich herum tanzend, wie dic Indianer um ihre besiegte» Fcindc. Nicht wahr Friedrich, ich bin die Erste angekommen? Ja, gcwih, sagte er, und nm Sie für Ihren Sieg zn belohnen, bringe ich Ihnen da einige fchr seltene Zwiebel, deren Blüthen von ungewöhnlicher Schönheit sind. Ah! wirklich! ich danke Ihnen vielmals; ich liebe die Zwiedclpfianzcu so sehr. Kommen Sie schnell, wir wollen sie dcr Mutter zeigen, sk wird ebenso entzückt darüber scin, wic ich. Wir siud noch nicht im Pfarrhause, sagte ich. O! wenn Ihnen so viel daran liegt, so machen wir noch einen Versuch. Diesmal war ich fest el.lschlossen keine unnothigc Höflichkeit zu übcn, und vom cislcu Augenblicke au all' meine Kräfte zusammenraffend, stür;te ich vorwärts, ohne mich durch dic Iohannisbccrzwcigc dic mich in dic Vcinc stachen, noch durch jcnc dcr Kirschbäumc die mir an dcn Kopf stießen, anfhaltcu zu laffeu; dcr ganze Garten schien sich gegen m,ch verschworen zu haben. Ich mochte über Steine und Wurzln springen so viel ich wollte, Andrea Margarethe befand Mi stets an mcincr Seile, wie von unsichtbaren Geistern getragen, uud wir erreichten in dcr nämlichen Sccundc die zu dcm Vesti» bül führende Treppe. Hicr übersprang ich drei Stufen auf einmal und auf die Eingangcthür zustürzend, rannte ich gcgcn dcn Pastor, der in cbcn dem Moment, ruhig seine Pfeife rauchend und nichts ^öscs ahncnd, aus dcr Hausthür trat. Der Zusammenstoß war fo heftig, daß cr gegen eine Mauer taumelte, während ich au dic entgegengesetzte Wand geschleudert wurde. Hollah! zu Hilfe! Mörder! rief cr mit einer Stimme, daß feine Frau, Emmy nnd der Alle erschreckt herbeiliefen, in dcm Augenblick als (vorrmn ^uris und Andrca Margarethe in die Halle eintraten. Was gicbtö? was ist geschehen? Was es giebt? Nikolaus hat mir den Todesstoß versetzt. Wie sind Sie aneinander gestoßen? Sind Sie verwundet ? Verwundet? Ich bin es in einem Grade, daß ich stehenden Fußes in meine Studirstubc gehe, um meine Leichclirede zu verfassen, Christoph wird die Güte haben, sie zum Ersatz für die Wcihnachtsprediat, vei meiner Leiche abzuhalten. Sehen Sie meine Pfeife, mcinc fchöne Pfeife! Ah! 'Nikolaus, daß Sie mich zu ermorden wünschten, lönnlc ich Ihncn verzeihen, dcnn ich bin ein sündiger Mensch, daß Sie abcr meine Pfeife zerstören wollten, die Ihncn nie etwas Böses zugefügt und mir nur Angenehmes bereitet hat... das wcrdc ich niemals vergessen! Abcr sehen Sie, Papa, rief Andrea Margarethe aus, die die Stücke aufgelesen hatte, dcr Pfcifeukops ist nur in zwei Stücke gebrochen; wir werden ihn leicht zufammenkittcn und cr wird eben so gut zu gebrauchen sein, wie vmhcr. Ja, fügt die Stücke aneinander, und dann kannst Dn Nikolaus hclscn, die Scheiben im Pfarrhausc zu zertrümmern; das ist eine Aufgabe nach seinem Sinn, und Ihr habt cbcn nach Zeit, vor dem Mittagessen damit fertig zu werden. Ist er böse? murmellc ich Andrea Margarethe in's Ohr, während der Pastor fich entfernte, zMe? Sie können überzeugt sein, daß er il» ganz andern» Ton sprechen würde, wenn cr es wäre; nein, beruhigen Sie sich, er ist es keineswegs. (FoNsetzuun folgt,) kräftig unterstützen, ..auf daß der schändliche Eindringling aus dcm Noiden, der sich in Frankreich einnisten möchte, wieder verjagt und die von ihm bedrohte Civilisation gerettet werde/' — Garidaldi er,cht sich m dieser Proclamali^i in 5cn ärgste!, Schmähung.!, gegen oen neuen deutschen Kaiser und gegen Bismarck und vcr sucht es, nachzuweisen, ','cch die Eroat>,n in Julien in vierzig Jahren nicht so uiel Schaden an Priv.tteigen-lhum angerichtet habe», wie die Preußen n wenigen Wochen in Frankreich. Er schließt diesrn feinen langen Aufruf mit den Worten: ..Bewohner der Cotc d'Or. die Ihr den Namen „Männer von Eisen" führt, erleich> tcrt uus die Aufgabe, dcn Fremdling aus Frankreich zu verjagen, und Ihr werdet Euch um das Vaterland ver« dienl machcn. G. Garivaldi." Hierauf hat dcr italienische Armceführer alle Vor-tehrungen getroffen, um seine Nrmcc in bester Ordnung hinler die noch nicht ganz sestgcfctztc DemarcationSlinie zurückzuziehen. Aus Mücou. 24. Jänner, wird der „Köln. Zlg " geschrieben: Ich gilui a>i den Bahnhof, um Neues zu erfahren. Große Zügc von Verwundeten gehen nach Lyon ab; uuter dcn absteigenden Personen sehe ich einen leichtverwundeten Garibaldi'schcn Officier, ich lade den^ selben zu einem Glase Wem, und cr erzählte mir über die Gefechte von Oijon ungefähr Folgendes: „Der Feind hat unsere Armee immer unlcrfchützt. Es ist wahi, daß die Organisation derselben sehr langsam vor sich gegangen und daß sie besonders in Bezug auf Bewaff. nung schr viel zu wünschcu übrig ließ. In den letzten vier Wochen hat sich die Sache abcr bedeutend geändert, nnd hcntc sind sämmtliche Garibaldi'sche Soldaten mit Ehasscpol- und Ncmington-Gewchren bewaffnet. Auch ist unsere Artillerie sehr beträchtlich geworden und hat sich noch durch zwei Batterien Mitraillcusen vermehrt. Ne. benbei ist dic Armee Garibaldi's die diöciplinirteste unter allen französischen Truppen, was nicht wenig zu l,n , scrn Erfolgen beigetragen hat. Garibaldi zählt jetzt 4-Brigaden Franttiicurs mit entsprechender CavaUerie und Altillcric und etwa 20 Bataillone Mobil- und mo^ l'ilisirtc Nationalgarden, zusammen ungefähr 60.000 Manu, Nach dcm Abznge Werder's von Dijon ist uns die Xufgabc zu Theil geworocu, diese Stadt zu befestigen, sie gegcn jeden Angriff zn vertheidigen und fo Bourba^ ti'S linken Flügel zu decken. Schon am 19. Iänmr waren wir benachrichtigt, daß dcr Feind mit etwa 30.000 Mann im Anzüge sei. Drei Brigaden der Armec (Ric> ciotti. Menotti und Bofat-Haucke) befanden sich auf vorgeschobenen Posten und erwarteten dcn Angriff, weicher am 21, Jänner i» Form von größern Rccognosci-rungsgefechten stattfand. Am 22. d., während Dijou noch tief im Schlafe war, hatte dcr Fcind die Brigade Ricciotti umganaen und versuchte noch vor Tagesanbruch dic Stadt vermittelst Ucbcrrumpclung zu uchmen. Er wurde abcr lcvbaft zurilcksjeworfc^ uud im Verlaufe des Tages aus alleu seincn Positionen vertrieben; wir haben hicbei noch zahlrciche Gefangene gemacht; die preußische Ambulanz, sowie anch ihre Verwundeten blieben in nnsern Händen. Leider sind auf beiden Seiten groß^ Verlnsle zu betlagen. Unsere Artillerie bcfonders hat sich der preußischen wenigstens ebenbürtig gezeigt. Gestern, 23. Jänner, war dcr Kamps noch hartnäckiger. Der Feind, nach einem Scheinangriff auf uuscru linken Flügel, griff uns mit großer Heftigkeit in Pouilly an, besetzte diese Position, und sing an die Stadt mit Granaten zu beschießen. ' Nach einem erbitterten Kampf haben wir denselben auf 324 der ganzen Vinie zurückgeschlagen, und ihm sehr beträchtliche Verluste beigebracht. Unsere Brigade md Zimmcrmauu. — (i! i te rari sch e s.) Die größte und am r> ichstcu illu-snirte Kriegszcitschrist ~ Hallbcrgrr'S ,,Vom Kriegsschauplatz" — hat eine so glänzende Aufnahme gefnude», daß wahrend beS ErscheimuS fitilf Nachdruck,: nöthig wurden, — gewiß bei der unerhörten Zahl uon Geschichten des KricgS daS beste Zeuguis; fiir die Oediegent)eil des Inhalts, die Pracht der Ausstattung dieser Ze lschrist; -^ aber es war eben eine Zeitschrist, die bringen muhte, wa? jeden Tag an Bilderu lind Berichten ciiUief, und die bn einelu nicht suntn'llich haudlicheu Format gar! Vielen auch zu theuer wcu. Danon ist r» ein glilcklichcr Ocdanle! deö Verleger«, Ul,'N dicsein prächtigeil und trefflichen Blatte eine billige Volks-Aüsgabe in handlichem Format zu veranstalten! uud iu dieser a» den gediegeüeu Fade» der „Geschichte des Kriegs" vou Wilhelm Müller, welche populär geschrieben ,st, wie keine , andere, den reichen InHall der Zeitschrift, an inleressauleu Erzäh-liiligen nud Berichten ihrer zahlreichen Specialcorrespoiidenten und f»ch,näii>i'schen Aufsätzen a»i< der Feder eines berühmten Militär-ichriflstellel^, illnstrirt dnrch die besteu Bilder ihrer specialarti-st.», zahlreiche Karien und Pläne nller Schlachtfelder nud Festun^ gen, aüM'eihen, Die uns vorliegenden Hesle gel'w inehr, als der Prospect versprich«: — die „Volkö-Allö^ilir Ul)», ürilgs-^ schmlplall" ist ein echtes Boltsduch, oaö n'ir jeden! unserem ^'eser! einpsehlen. ^tnr der riesige lHif^lg der Zeitschrift „Von, Kriegs-schanplatz" macht den Preis der V o l l s -Ä u « g a I, e <2', Hgr. >>ir das Heft) erklärlich — er macht sie aber auch zum Volksbuch im vollsten Siuu des Wortes! Vinarseudet. Iur speciellen Veachtung empfehleu wir die im heutigcu Blatte stehende Äuuouce deS be. lauttteu Hauses .«i.^t«»««»««»^«?»'««»^»,»»,».in Hamburg. Neueste Post. (Original«Telegramm der „llaibacker Zeitung.") Wi < n, U. Februar. Die heutige „Wiener Zeitung' veröffentlicht ei» kaiscrl. Handschreiben an den Iustiznliuister. welches allen ltivil- standspersonen, die in den cisleithanischen bnn» dern bis zum 7. Hebruar einer der in den Pa-ra„rapheu .^8t, tttt, ttl lt», tt^ «.^, 3O» ! und ?z«2 des Strafgesetzbuches, in den Arti« keln I bio ^ dcs Gesetzes von, »7. December >8tt2, ferner aus politischem Anlasse einer in den Paragraphen «5. ttv, 73. 7tt. 78, 8>, «7» bis H84, 3>H und 3»4 dcs Strafgesetz buches bezeichneten strafbaren Handlungen, so Wie einer von Amtswegen zu verfolgenden durch den Inhalt von Druckschriften oder gegen die Preszordnung begangenen strafbaren Hand lung oder Vernachlässigung pftichtmäßiger Auf merksamkeit sich schuldig »nachten, volle Ver zeihuug angedeihen läslt. Ausgenommen von der Amnestie sind Jene, welche sich nebst deu bezeichneten strafbaren Handlungen auch eines ^ Verbrechens, Vergehens oder einer Uebertre tung aus Gewinnsucht oder gegen die öffent liche Sittlichkeit schuldig »nachten, ferner Land» wehrmänuer, Urlauber, )leservisten, wenn die strafbaren Handlungen zur Kompetenz der Vli» litargerichte gehören, oder Verletzungen der Militardienstpfiicht darstellen. München, 8. Februar. Der Cisenvuhiwcrlehl Wicu-Paris via Salchurg wird sofort eröffnel, behufs Pr0oia»ll,csördcrmlg nach Paris z Telegraphischer Wechsrlrl,«>rK ! nom ^, Felnuar. 5pcrc. Metalliques 5)8l>0, ^ 5pcrc, Metalliqucs mil Mui-^ ilüd ^tooen'der.Zinscu l»8,9l> — fvperc, ^latiunal-Anlehen 67 8l> ! - l«<;l).>r S'aatö-Nnleheu ?5>H>. ._ Vanlattie!! 723 Eredii. , Äcti^u iif>:l,^ . - Loudon 124,05. - Sillier l2l,.50, — K, t Milnz-Ducateu 5,34. — Napoleond'or 9.^4. Mndel und Volkswirlhschastliches. Lairach, 8. Feliluar. Aus dem heutigen Marlte sind i-schienen! 5 Wagen mit Getreide. 4 Wagen mit Heu (4? Ztr,> uud Stroh (l5 Ztr.) 15 Wagen und 4 Schch'e (20 Klslr.) mu - Holz ! DurchschuiltS Preise. Mlt.< !l,lgz.. Mlt.. Ml, '« st. tr. ss. Ir. fi. lr. st. ^ Weizen pr, Meheu 5 W' « 44 Butter pr. Psuud - 40 — Korn-Saat „ 4 10 4 30 Eier pr, Snlck — 2j------- Oerste „ 3 20 3 24 Milch pr. Maß - 10 - Hafer „ 2 10 2 52 Niudfleisch ftr, Pfd, - 21 - - Halbsruchi ,. -------4 90 Kalbfleisch .. .-23—. Hcideu « 3 20 3 78 Schweiuesleisch „ 21 -- Hirse ,, 3 30 3 38 Schöpsenfleisch „ -, lü —-. Kulurich ,. 3 «0 4 1» Hühndel pr. S:lki — 70 - — Erdäpfel ,. 2------------ Tc-udru „ ^15------- Liuscn .. 5 20------- H^l sir, Zentuer 2------! — Erbsen „ 5 5>U — F ll uh „ 180------- Fisuleu „ ö l'.o —— Hol;, hart., pr Klfl. - — 6 5»0 NludSschmalz Pfd, - 52------- wnchc««, 22" -. — 5 — Schweineschmalz „ — 46------- Wein, rolhcr. pr Speck, frisch, „ — 30------- Eimer------12 __ - u/räuchert „ —42^—— ^ Weiher ,,-------10». Theater. Wege» Heiserkeit des Herrn Trier taun die filr heute ange> kündigte Oper „Czar uud Zimmermauu" nicht stattfinden, statt dessen: Pariser 5!eben. Komische Oper iu 4 Acteu von I. Offeubach, ^ÜMg. 326,34 - 0.4 9lO. mäßigt" trübe « 2 ,, N. 327.«, -^- l.o NO. schwnch f. ganz bew. 0.on 10.. Ab. 327 «5 — 2.» NO. schwach N'llbe Tagilber meist geschlofseue Wolkendecke. Kalter Nordost. Der Boden au sonnigen Stellen aufthaumd, soust gefrorcu. Das Tagcömittel der Wärme - 0.6", um 0.3° unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz v. Kleinmayr. MjcMlichl.