Vereinigte Laibacher Zeitung. ^««. 33. Gedruckt mit Edlen von Kleinmayer'schen Schriften. Dienstag den 23. Aprill isi6. ^ n n l a u d. L a i b a ch. Kleber eme aus dem k. k. Hofier hieher aelangte hohe Weisung,.daß dle Leiche der Rchstsel. Kaiserin Majestät Marla Ludovt-ka am 19. dieses Monats Apnl h,er m Latbach eintreffen, und die Nachtstation hier halten würde, ist nach Allerhöchster Anordnung, daß die Höchsiverblichene durch die Provinzen von Gouvernementsrathen solle begleitet werden, der hiesige k. k. Kämmerer, gebiert mit dem Civil - Ebrenkreutze, Guber-nialrath und Kreishauptmann Hr. Raymund Graf v. Auersberg bis in die vorberige Racht-ftation Adelsberg abgereiset, um sowohl all-doN, als auch auf'der Reise hteher das Nöthige vorbere-iten zu lassen. Nach dieser Voreinleitung wurde zum Empfang des am 19. angelangten Leickenzu-ges angeordnet, daß beym ersten Kanonenschuß, derc« bey der Ankunft sowohl als bey der Abfahrt jedesmal 101 Scküsse geschahen, die ganze aus allen Zluthornäten und Aemtern bestehende Begleitung sich am Eingänge der Stadt zu versammeln, beym Qtcn Kanonenschuß das Geläute aller Blocken anzufangen, sodann der Zug sich in Bewegung zu seften habe; der Herr ^ latzma or aber em-pfii,q die allerhöchste Leicke am Ccklagbaum der Tricstcr Linie, und der Herr General, Brigadier und Mar. Ther. Ordensritter v. Golner am platze des ebemabliacn Stadtthores, wo sich die Autboritäteu vcr«'am-mclttl!. Als demnach der 6te Schuß erfolgt war, wurde der Weg über den neuen Markt, die Schusterbrücke und über den Hauptplatz zwischen dem durchaus Spalier machenden Militär nach der Domkirche genommen, wor bey folgende Ordnung statt fand: itens Die deutschen Schulen. 2. Das Gymnasium. 3. Das Lycaum. 4. Die Trau« crmusik von der so vortrefflichen Capelle des hier garmsonirenden Infanterie-Regiments Marquis von Lusignan. 5. Eine Abtheilung dieses Regiments. 6. Die Franziskaner nebst der hohen und niedern Geistlichkeit aus allen Pfarreyen. 7. D^r Leichenwagen, an desseu Seite Se Ercellenz der k. Obcrsthofmeisters-Amtsvertreter Grafvon Wurmbrand, und der Hr. General, von 12, Cavalieren des Kiesigen Adels umrungen, mit brennenden Wachsfackeln giengen; diesem folgte unmittelbar. 8. Das Gremium des hiesigen Guberniumi, so wie 9. jenes des Stadt-u Landrechts. 10. Die Administratoren, »djunkten und Assessoren, zi. Das kaiserliche königliche Kreisamt. 12. Das Registraturs - u»d Kanzleyper-sonale aller SteUen und Aemter. 13. Der hie-sigeStadtmagistrat sämmtlich in tiefster Trauer, und endlich i5. Wieder eine Abtheilung des obbemeldten Regiments, welche den ganzen Zuq schloß, und dem eine unzählige Menqe Volks folgte. Als nun der Leichenwagen um 3 Mr bei der Domkirche ankam , und Halt gemacht bat-te, wurde dcr Wagen geöstnet, und der Sarg von ^2 ebenfalls in Trauer gekleideten Bürgern der Stadt, herausgenommen, zwischen einer Abtheilung des 6n pin^t; gestandenen kcnserl. königl. Militärs und der hiesi- ge« «eu kreirtsn sebe schonen Bärgergarde in die Kirche getragen, und bei dem alldort mit einer Menge brennender Kerzen beleuchteten Trauergerüste seyerlich aufgestellt. Nachdem nun der ganze Zug sich in die für denselben mit schwarzem Tuch überzogenen Stühle begeben , anch die Stiftfräuleins nebst den übrigen in tiefster Trauer eingefun-denen Damen dieselben angewiesenen Platze eingenommen hatten , l»ard von dem hiesi-'aen hochwürdigen Herrn Weihbischoff und Dompro )sten, Herrn Anton Ricci, unter Assistenz des Domkapitels und der übrigen Geistlichkeit, die Höchstoerblichene unter feyer-ltcher Trauermusik eingesegnet, nah dcleil ! Beendigung die Bethstunden ihren Absang ^ yahmen, und so die ganze Nacht hindurch ! nichtnur Stundenweis abwechselnd drey Prie- ^ ster, sondern auch die Behörden, dle Oamen, « die Schulen , und sämmtliche Einwohner der ! Stadt und Vorstädte ihre Andacht aufs inbrünstigste verrichteten, und dabei Gott um Erhaltung d?r kostbaren Tage unsers aller-gnädigsten Kai'ers anfieheten. Auf einer Seite des Sarges stand in den hiez» verfertigten Gefäßen das Herz, u,N> auf der andern das Eingeweide der höchstseli-aen Kaiserin Majestät, wobei di ganze Zeit hindurch das Militär nebst der Bürgergarde die Wache versahen Am 20. des Morgens um halb sieben Uhr wurde eine stille Todtenmesse gelesen, worauf der ^?arg wieder gehoben, indenLeich-lvagen übertragen, und der Trauer - Zug wieder aufdie nemliche Art wie am Tage vorher, bis zur Pfarrr Maria Verkündigung vor sich ging, von wo aus d e leiche unter Begleitung des Einganges berührten Herrn Grafen v. Auersberg und dem mitgekommenen Hofstaat der Hochsisel. Kaiserinn, den nemliche» Tag bis killi abfuhr. Noch verdient bemerkt zn werden, daß in allen Landgemeinden, wodurch der Leichenzug ging, das Volk auch aus den weit entfernten Orten herbeyeilte, und durch die unverkennbarsten Beweise von Rührung die hohe Verebrung und Liebe, die es gegen Ihre höchstsel. Maj. begte, bewies. Wien. Nach einer von Verona am 9. d. an den Fürsten von Trautmannsdorf gelangten amtlichen Anzeige des k. k. Oberzeremonienmeisters und Obersthofmeisterstellvertreteri der böchstseel. Kaiserin Maf. Grafen von Wurm-brand, wurde vermög Anordnung ^r. Maj. des Kaisers die Leiche der Höchftsel. am g.d. zu Verona einbalsanirt, sodann am 10 n. und 12. feierlich ausgesetzt, endlich am i3. vo.l Verona in Begleitung ^. M. Hofstaat weggebracht. Auf ocm Wege durch die Provinzen , wird auf Vefehl die Höch,lverdli,heile von Gouuerne nentsräthen begleitet, an allen Pfarreyen eingesegnet, und in den Haupt-kirchen der jiachlfta^onen, anfeiilc n Trauer-bette feyerlich aufgestellet Der vorgesch rie? denen Nachtstationen zufolge, wird F')rec N. deiche am 2li in Wien eintreffen. Hier wird vicsel^e in die Hof.»urgkirche äbcrbracht, wo aln 27. und sodann an 28 Hornitt^s die die Aussetzung, am letzteren 3aze Abends das fe^erli he Begräbniß, endlich tn den darauf folgenden Tagen d:e Vigll und die See-lenä ncer statt haben werden. (H Z.) Bis die weitere Anordnung wege» der vom Tage des allbier in Wien erfolgenden fcyerlichen Begräbnisses zu beginnenden tiefe^ Hoftrauer wegen de n Hinscheide l F. M. der Kaiserinn Maria Ludooica nachfolget, wird die kleine Hoftrauer, das ist: schwarze Kleidung sogleich angezogen. Der Inhaber einer hiesigen f. k. privil. Hut- Fabrik, Pet. Ant. Girzick, aus Bö)-men gebürtig, hat durch chemische Kenntnisse und mehrjährige angestrengte Versuche, das bisher weder im Auslande noch im Anlande entdeckte Geheimniß gefunden, Filzhüte, wie sie gewöhnlich gemacht werden, ohne alle Anwendung von Leim, vollkommen herzu-zustellen. Diese Hüte haben vor den bisher üblichen geleimten Filzhüten den Vorzug, daß der Regen ihnen nicht schadet, sie selbst durch mehrere Tage im Wasser liegen können, ohne an Festigkeit, Glanz und Form zu verlieren , nicht brechen, keiue Leimfie^en erhalten, sehr leicht sind, öfters neu gefärbt werden können, und daher die geleimten Filzhüte an Dauer weit übe treffen. Nachdem der Herr Erfinder seine Versuche vor den Behörden wiederholt, und überzeugende Proben von der Statthaftigkeit seiner Erzeugnisse abgelegt hat, haben Se. k. k. Maj. aufeinen darüber erstatteten Vortrag, kllergnä-digst geruhet, dem Ersinder, Hrn. Girzkk, auf selne Verfahrungsart, ungeleimte wasserdichte Hüte zu erzeugen, auf sechs Jahre «in ausschließendes Privilegium für sämmtliche Erbstaaten zu erteilen. Nachfolgende Erklärung des Großband-lungi- Hauses Brentani - Cimarol» wird zur Beschleunigung des Absatzes der Lose gewiß nicht wenig beytragen: „Das k. k. privil. Großbandlungshans Brentani-Cimaroli ist ermächtigt hiermit zu erklären und zur allgemeinen Wissenschaft zu bringen, daß der Eigenthümer der in Triezt auf dem großen Mauthplatze liegenden drey großen Hauser Nr. 96^, 1096 und n38, welche nun öffentlich ausgespielt werden, sich unter ihrer Hastung anbiethet, dieselben aus 4 oder mehrere durch Kontrakt zu bestimmende Jahre, gegen den jahrlich steuerfreyen Pachtschilling von achttausend Gulden Sll-bergeld in Bestand zu übernehmen; der Antrag hierzu von Seite des Gewinnenden bat jedoch längstens binnen 3o Tagen nach der Ziehung schriftlich bey den Herren Brentani-Cimaroli in Wien m geschehen." (W. Z.) Der Erzherzoge Johann und Ludwlg k.k. HH sind von Ihren Reisen in der Nacht vom 1*3. zum 14. d. M. in erwünschtem Wohlseyn hiereingetroffen. (W. Z) Von Iudenburg wird gemeldet, daß man olldort und in der ganzen Gegend am 3l. März zwey, und am 1. April 3 ziemlich heftige Erdschüttcrunqcn verspürte, welches nach der dasigen Volksmeinung ein gesegnetes Jahr verspricht (K. Z.) Ausland. Deutschland. Dem Vernehmen nach hat Madame Hor-tense Bonaparte die vor einem Monat nachgesuchte Erlaubniß erhalten, sich in den österreichischen Staaten niederlassen zu dürfen; Man nennt Bregenz als ihren vorlaufigen Wohnsitz. Auch heißt es, der Fürst Talley-rand habe um die nämliche Erlaubniß angesucht und dieselbe erhalten; weßhalb er bereits ein Handelshaus beauftragt habensoll, ihm zu Wien eine Wohnung zu miethen. (G. Z.) Preußen. Preussische Gränze vom 25. März. Gegenwartig ist im Preussischen eine neue Organisation der indirekten Abgaben im Werke, wodurch eine größere Gleichheit und Einfachheit bezweckt werden soll. Von dem zeit-herigen System derAus-undEinsuhrsverby- tbe wird »na« gänzlich abgeben, und dafHr Sorge tragen, daß die innlandischen Fabrikanten vor den auslandi chen bedeutende Vortheile erhalten, welche sie in den Stand setzen, mit den Auswärtigen gleiche Marktpreise halten zu können. Die Ein - und Ausfuhr soll übrigens ganzlich frey seyn, und die Accise so niedrig gestellt werden, daß es nicht mehr der Mühe lohnt, Defraudationen zu versuchen. Somit werden dem Ackerbau eine Menge von Händen wieder gegeben,die sickbis-her mit Revidiren, Visitiren und Konlrolire» befchafftigten, und von denen die Gewerbtrei-bendcn oft mir Grobbcit und Schikanen überladen wurden. Auch wird dann nicht mehr im Auslande, wie jetzt, die Rede davon sey», daß wir ncucinverleibte Provinzen als auswärtige behandeln, worinn an und für sich ein feindseliger Begriff liegt. (K. Z.) Es ist hier eine Eraminations-Konmission für diejenigen Offiziers niedergesetzt, die bey der Armee angestellt werden. Von de» aufgelösten Landwehrregimentcrn haben sich bereits über iao Offiziers gemeldet, diezu,n stehenden Heere übergehen wollen, und sich deshalb gemäß der Landwehrordnung, diesem Eramcn unterwerfen müssen, welckes sirenge die Kriegsivissenschafte» umfassende Prüfungen enthalten soll, die mehrere Tage fortdauern. ,5nh-ven Freunden, welche sie, nach Belieben, nahmhaftmackcn kann, sollen zum Andenken Ringe geschenkt werden, namentlich allen seinen Komtoirdienern. Dem ersten Kom-toirdiener sind 1000, dem 2. 600, allen übrigen jedem 200 Pf. Sterl. vermacht. Mehreren don diesen Letzteren ist nach ihrem Absterben noch für die hintcrbleibenden Wittwen und Waisen, bis zur Volljährigkeit der 3etztern, eine lebenslängliche Pension von ?5 Hf. jährlich ausgesetzt. Seiner Köchin ein Legat von 60 Pf. Sterl. und überdieß noch jährlich 50 Pf. auf lebenslang. Einem gewissen Thomson soll der Gartcn und Acker, den er jetzt iune hat, solange er lebt, in seinem jetzigen Zustünde verbleiben, auch das Pftrd, welches er zu reiten pflegt, soll bis an sein Ende gefüttert werden, stirb tderHcre eher als das Pferd, so soll letzteres todt ge-schosscn werden. Auch die beiden alten Diener Thompsons sollen zn seinem Dienst vers bieism, und nach seinem Absterben solljcdee von ihncn lebenslang 25PfSterl.jahrl.Pcn« sion erhalln. (K. Z.) Ein Ossizier von der Escadre des Lord Ermouth schreibt von Malta uuterm 20. Iac ner: ,,Sett einiger Zeit haben die Barbarcs-kcn große Naubereycn fast gegen^ alle europäischen Staaten verübt. Der glückliche Erfolg ihrer U'nttrnchmungen hat sie so verwegen gemacht, daß sie endlich auch die Englische Flagge angegriffen haben. Deßhalb schiffte sich Sir Thonras Manland, Gouverneur von Malta, auf dem Bombay ein<, um ihren Streifereycn ein Ende zu mache«. Tri-poli hat auf der Stelle alle Forderungen des Gouverneurs bewilligt; in Tunis ward Alles durch eine Ncgoziation beygelegt. Der Bey kam an Bord dcs Bombay, nahm eine Vewnthung an und entfernte sich hierauf wieder. Die Pracht seiner Bekleidung und der seines Gefolges i,t unbeschreiblich. Er schenkte Sir T. Maitland einen Löwen, einige Straußen, Pferde, eine, schöne Iagdftinc tc, und ein Paar mit Corallen besetzte Pi- . stolen. Der SchiffsmamMaft schenkte er eine Anzabl Ochsen , Hämmel, Geflügel, Ksf> fee, Zucker, Reis, Lebensmittcl für'die Woche , und ließ 1000 Piaster unter die Matrosen venheilen. Als der Bombay nach Malta zurückkam, erhlelt er den Befehl, nach den Ionischen Inseln, zu segclu, um das zur Löh--nung der Soldaien bestimmte Geld zu überbringen. Die Pest richtete noch Verwüstungen daselbst an, weßbalö der Bombay uns verzüglich zurückkehrte, und einer strengen Ouarantaine unterworfen wurde. (G. 3.) Wechsel-Cours in Wien am 17. April 1816. Aug§b.für.«ofl.cm,.fl.^« ^ ConventtonsmünHevvn Hunderts fi.