Leop'old E^MMe 'Dienstag deu 24. November, 2821. W i e l< ,Se. Majestät haben den Karl Marinelli ,. K. K.., ,privilcg'Uen Ochausplclunternchmcr in den Leo? poldstadt, in allergändigster Rücksicht seiner um den Staat durch patriotische Handlungen sich erworbe^ nen Verdienste, aus, besondere^ Gna- ' de, sammt seiner Nachkommenschaft in den erblandischen Adelstand mit dem Beyworts, Mler von, zu erheben geruhet. Feldsperg, (in Wederöftttr'elch) ^ Am 4. d. feyerte die regierende Fürstinn von Lichtenstem ihr Nah-menssest hier auf eine Art, die «br edlcö Herz in dem erhabensten LiM zeigte. Sie veranstaltete an diesem Tage eine grosse Tafel, an wel-chs..all ihre Unterthanen geladen wzu'deu, die bcy der leyten verheerenden Feuersbrunst, den größten <^ch^aden gelijten. hatten. Als sse nun im beßtcl! Schmausen, und von dem ermunternden Saft der Neben begeistert waren, kam die Fürstinn selbst m dev Gpeisesaal, und sagte: Ich habe an euch tzMO<).st. zu fordern', die ich euch daWH, mn elzro.abHc.brannten Hanser jvie^er,aufzuhftuen» Alles schrie: In! und bat >um gnädigste Geduld. Nein, erwiederte die Fürstinn, ich will nicht länger warten. Ein Wink, und ein Bedienter brachte eine Glutpfanne. Die großmüthige Fürstin zündete, die Darlchen-scheine an, und verbrannte sie. Welcher Pinsel kann die erfolgte Fleudens - Scene, das Verstummen, den Jubel, den Dallk, die Segnungen der entzückten Unterthanen ausmahlen. Itali e^n. Die Französischen Truppen haben Florenz verlassen , da die Stadt, so wie der Staat überhaupt , unmöglich die starken Abgaben mehr bestreiten konnte, ungeachtet der Fronzösische General Verschiedene Einschränkungen verfügt hatte. Der biSher zu Florenz ge- l standene pabstliche Nunzius Calep-pi bcgicbt sich nun in gleicher Würde nach Lissabon. Vey seiner Abreise aus Florenz erhielt er von dem Hofe eine prachtige, mit grossen Brillanten besetzte Tabakiere zum Geschenk. Genua, den zo. Okt. 5 Jetzt, da sich derKriegsgott^ aller Orten entfernet, und überall sanfte Ruhe herrschet, ist neuerlich eine barbarische Eskadre aus dem Hafen j l von Algier ausgelaufen, und allar. mirt das Mittelmeer. Nann wirz> einmal der Zeitpunkt eintreten, daß sich^ die Seemächte mit vereinten Kräften verstehen, ein Räubernest auszurotten ? Die vereinigten Staaten von Amerika gaben hievon ein schönes und nachdrucksames Beyspiel welcke von ihren weiten Meeren eine Eskadre nach Tripoli segeln ließen , welcher Play sich «och in Be-lagerungsstande befindet. Deutschland. Hamburg, den 6.Nov. Der Berliner Hof soll erklärt haben, daß, so lange in Kölln und Münster von Seiten des neuer-wählten Souverains keine landesherrliche Rechte ausgeübt würden , der Könjg gegen die jeyigen Ereignisse nichtS einwenden wollte. Den gemachten Vorschlag der Erhaltung der z geistlichen Churfürsten könne man nur dann eingehen, wenn alle auf dem linken Rheinufer verlierenden weltlichen Fürsten hinlänglich entschädigt wären, «nd wenn der Großherzog von Toskana und der Prinz von Oranien emcn Ersay erhallen halsen, der ihrem Verluste angemessen wäre. Blieben alsdann noch Lander übrig, so wür-dederKönig eilen, das Seinige beyzutragen , damit ^ z>^ geistlichen Churfürsten eingeräumt würden. Regen sburg, dcn 9. Nov. Des Kaisers Majestät haben den Churböhmischen Komitialgesandten all hier, Grafen von5>ollorcdo, zum Dcputirten bey der Reichsdeputation ernannt, welcher daS Entschädi-gungs - und Säcularisationsgeschäft rcguljren soll. Schafhausen, den z. Nov. Di^ iieue Regierung der Schweiz hat über die Art, wie sie die neue Veränderung angesehen wissen will, eine Belehrung an das gesammle Helvetische Volk kund machen lassen, und auch folgendes an den Französischen Gesandten Verninac erlassen: Bürger Minister! Die Schweiz, weit entfernt endlich zu einer dauerhaften Einrichtung zu gelangen,wie sie aufdie durch allge-MeinenBeyfall geheiligten Grundsaye hätte sollen errichtet werden, sah sich frischerdings mit einer Verfassung bedroht, welche unwillkommen im Ganzen, ohne Zusammenhang in ihren Theilen, unausführbar in jeder Rücksicht, und ganz dazu geeignet war, jedem zu mißfallen , welcher der Parthey nicht zugethan war, die ihr das Entstehen gab, und auf deren Vorlhc«! sie berechnet wurde. Statt das Ende dcr Partheyen , welche Helvctien seit 4 Jahren zertheilen, herannahen zu sehen, sollte es die Beute einer dieser Parteyen werden, welche mehr als alle andere von demjenigen Geiste der Klugheit , der Massigung m Zwecken und Grundsatz?« entfernt ist, der allein den Staaten einige Dauer sichern kann. Nicht nur versäumte sie den glücklichen Anlaß, dem Lande die Wohlthaten zuzusichern, die ihm dicGewogenheitdes erstenKonsuls bei einer festen Einrichtung zugedacht; sondern sie war im Begriff, sich auf Abwege zu verirren, welche desselben gerechten Unwillen verdienen. Dleß war das Resultat der Fehler der Helvetischen Tagsayung, ihrer Unwissenheit, ihrer sich will-kührlich vorgezeichnelctt Vahn, und der Leidenschaften, die sie zerrissen, und ihre Zerrüttung bewirkten. Dcr gchygcbendc Nach hat sich entschlossen, diesen grossen Uibel vorzubeugen , und das Vaterland durch eine unverzügliche Organisation zu retten. Die provisorische vollziehende Gewalt übersendet Ihnen das Dekret des gesetzgebenden Rathes, der eine nothwenig gewordene Veränderung bewirkt, welche das Helvetische Volk mit Ungeduld erwartete, und die dasselbe beeilen wird, zu billigen. Belieben Sie Bürger Minister , der Regierung der Republik über diese leyte Epoche unsere Revolution die nöthigen Aufschlüsse zu geben. Ihr Zweck ist, ein Volk, yem der erste KoM;l seines hernähme schenkt, j» diejenige G^hn dcrMässignng undWeishBl z «brin.-geZ:, auf welcher Frankreich zur innern Ruhe und My Wü^;^ >l^ ^^-v^ ^ Die Glieder de« vollziehenden .Gewalt, ,Dolder. Stlvary. - Schreiben aus Wilna, vom 13. Okt. Rußlands goldner Zeitpunkt -ist gekommen. Alexander, der Aeuge-krönte, und über Alles geliebte Monarch , welcher durch Wohlthun und Huldbezeugungen Sich vom Tage Seiner Thronbesteigung an in den Herzen Seiner treuen Unterthanen immerwähreno Altäre bauet, hat - auf die Bitte der Emwohner der Hauptstadt Wilna. im Droß^M-thümc Litthauen allergnädlgst un-lecm 3. Sept. d. I. ein Geschellt von mehr als 130,900 silbc^nenRu-boln>zll machen geruhet, um diese» Otadt, welche stit piclen Jahren durch .mancherley Verhältnisse und UkMckfälle^um fast eben so viel vörschuldet war, und gegen andere Städte äußerst gelitten hatte, lan-dcsväterlich wieder aufzuhelfen. Alle. Einwohner dieser Stadt, welche sich durch diese außerordentliche Gnade von der druckenden Last der Schulden , die vormals hausige Abgaben verursachten , befreyet sahen , haben vorzüglich am Krönungsfeste ihr Gebeth < HU Gott um die Er-haltung. hieses so gnädigen und geliebten Monarchen vereinigt, und ihr Dallkopfer in den 43 Kirchen und Bethhäuscrn dieses Orts in verschiedener Art und Sprache dargebracht. Die neue Chathedralkirche, welche ihrer besonders schönenjBau-art und des ächten Dorischen Geschmackes wegen von wahren Kennern sehr berilhmtwir>,>wllrdenach vieljährigem Baue eben am Krönungsfeste geendigt, uud gleichsam als von der Vorsehung zu dieser hohen Andacht ausersehen an demselben Tage mit doppelter Feyer eingeweihet. )We- HtchhDar, gn diesem Feste, so wie auch an öem später insbesondere dazu bestimmten HZethtage, außerordentlich bettuch-tet, und am Nathhause fta lmto unter dem Namenszuge des Monarchen, das >SyMbol des Dankes nebst der Inschrift: On/e^aton ^7 .(Z'viNll's. Em prächtiges Feuer-- . ,y)erk, welches (Ze. Exzellenz dir ! ^s>r. Generallieutenant von Konce- ! wic'z abbrennen ließen, imgleichen die besonders schöne Beleuchtung ^ von Seite Sr. Exzellenz dcs hiefi- ! aen Herrn Gpuvcryeurs .von Frie-fell, so wie. auö) jene von der hiesigen Universität, erhoben den Glanz dieser Feyerlichkeiten, und ^»„lautes Getöne: Es lebe Alexan-der! bekräftigte ;diß. Zufriedenheit aller Einwohner ^ und fs vermehrte sich zugleich die Hoffnung, M unter dessen milder und weiser Regierung Glück, und Wohlstand. hier blühen werde, so wie überall, wo-hln der Scepter dieses wohlthätigen .Monarchen reicht. GiMWtallNlen. ^ LWHpn/hen ,8. Okt. . Alan 'versichert, MI auch 'Sir (Zidney Smith zum Baron des Vrittischen Reichs werden erhoben werden. Der General Sir I. H. Hutchjnfon ist e«n Bruder des Lord^'l Do^oughmope^ in ) Irland. Bep^e^Vlädex errichteten bey dem Wfange des Kriegs besondere Ir-lanoische Ncgimentcr. Während, der Invasion des Generals Humbert in Irland.war der jetzige Ge-necal HMlnAtt zweyter Befehls-, habey'Sey der Schlaft von Cäst-' lebar. Wahrend des Feldzugs in Flandern dlentß er als Oberster un-tcr dem General Mercwmby^ wy er sich dessen besondre Fpeundschaft erwarb, und war unter den ersten, welche in die Trenchcen von Va-lenciennes eindrangen. ., HZ^y der Expedltsbn gegen Holland dtente er als Generalmajor unter dem Herzog von York'und » schielt in der letzten Affaire eine Wunde am Schenkel, als er die VngM deS Lords Cavan, welcher durch 'einen. Fall vom, Pferde beschädigt worden, gegen den Feind fä-hrt?. General Abcrcromdt) el.lpfahl ihm zum zweyten Befehlshaber bey der « Expedition gegen Egypten, wclch?5 einige wunderte, welche^mit stine« Betragen in Irland und Holland unbekannt waren und jhm Mangel an Erfahrung zuschrieben, weil er so jung war uud in, Aincrikamsche-t Kriege nicht gedient hatte. Her Vater des war Probst des Tvinjty Collegiums zn Dublin. . Um die Mjlitair,rjssen-schaften zu lerueu,,war oy einia? Zeit auf der Militair Akademie zu Straßburg. Nach. dem Ausbruch der Französischen Revolution hielt er sich auch eine Zeitlang im-Lager des Herzogs von Vraunschweig auf, m der Folge ward^ er Mitglied des Parlaments!«,!s ^i,i- ^.?> ^ Die Reichen und Vornehmen dcS ganzen Englischen Reichs suchen sich ieyt zn ParlamentSf richtet, daß der Englische Hose wegen des wiederhergestellten gute» Vernehmens mit Rußland beschlösse^ hal^e, für die. deutschen Ver-Mtlnsse einen besondern Churhan-noverischen Gesandten in St. Pe« tersburg stuzustellen, wozu der Mnmerrath, Graf v. Münster, ernannt wurde, und auch schon dahin abgegangen ist. Dlese Zciluttg wird wöchentlich zweymahl ausgegeben, das ist Dienstags unh Wyfags: Sie kostet fär hieM Abnehmer halbjährig 2 fiz 15 kl. Auf >er Hoj^3fi. Einzeln das St^k 3 kc.