Nr. 31 Dienstag, 9. Februar 1915. 134. Jahrgang. OMcher Zeitung 3» «. l»lMl,,ia l> X, Fin die Z^sl,!lu»« <«»Ha>,« »anzjilhri« ü k. - Hns»rU«ne««bii»,r: ss»r ll«!m Initiale bi« zu vier ijeile» «» l>, giöh»'« »ei Zelle l.i li i b«i üslereu Wiebtthul»»,««« per Zeilr 8 k. Di< «Llllbachsl N«tung. erscheint tOgllch. m«< «lu«nahme b« Könn unt Feiertage Die H>«<«'. Die gesamte P;cssc steht unter dem Eindrucke dos Handschreibens Seiner Majestät des Kaisers an dm Mimsterpriisidentcn Graf Stürglh, worin der Kaiser den Völkern seinen Dank und seine Anerkennung entbietet. Das „Fremdcnblatt" erklärt, das Handschreiben werde zu den denkwürdigsten Dokumenten der Geschichte gehören. Die ruhmvollen Waffcntalen der Armee, die einen übermächtigen Feind mit größter Standhaftigkeit abwehrten, die ruhige und würdevolle Haltung der Bevölkerung ließen im hellsten Lichte die glänzenden Tugenden der Nationen Österreich-Ungarns erscheinen. Nur gezwungen hat sich der Kaiser entschlossen, das Schwert zu ziehen, und der friedliebendste Monarch sah sich genötigt, seine Heerscharen unter der ruhmreichen Fahne Habsburgs zu sammeln. Ganz Österreich Ungarn aber verstand vom ersten Augenblick an, daß es galt, die Existenz des Vaterlandes zu verteidigen und daß der vom Feind freventlich heraufbefchworenc Kampf mit aller Kraft und Entschiedenheit bis zum siegreichen Ende durchgeführt werden müsse. Das „Frcmdcnblatt" weist darauf hin, daß in dem Handschreiben mit vernehmlichem Nachdrucke auch die Leitung der österreichisch-ungarischen Regierung hervorgehoben wird, die zur Aufgabe hatte, dem oftsermutigm und entsagungsvollen Geiste der Bevölkerung den entsprechenden realen Ausdruck zu verleihen. Das „Fremdenblalt" schließt: Österreich-Ungarn hat sich nicht einschüchtern lassen, weder durch die Zahl der Feinde, noch durch die beispiellose, jedem Völkerrechte widersprechende Art ihrer Kriegführung. Nach sechs Monaten dieses schweren und aufreibenden Krieges stehen wir stärker wie je da und blicken voll Vertrauen und Zuversicht in die Zukunft, fest entschlossen, auszuharren und durchzuhalten bis zu einem glücklichen Ende. Die großherzigen und tief gefühlten Worte ihres geliebten Herr- Feuilleton. Unsere Ossiziere. Am 7. November nahm die Brigade, bei der auch em Bataillon des Bcsztcrc-zecr 63. Infanterieregiments eingeteilt war, eine Verschiebung ihrer Gruppierung vor. Das Bataillon, von Hauptmann Ott befehligt, hatte die Aufgabe erhalten, diese Verschiebung zu decken und sich hlezu der Höhen nordlich R ... zu bemächtigen. Noch ehe das Bataillon den Höhcnkamm erreichen konnte, war jedoch der Gegner in Überzahl über ihn hervorgebrochen, hatte sich festgesetzt und hatte das Bataillon nicht nur mit Infanteriefcuer zu überschütten begonnen, sonder auch drei Maschinengewehrabteilungen in Tätigkeit gebracht. Die Lage für das Bataillon Ott war überaus kritisch geworden. Es verfügte nur über eine Maschinengewehrabteilung, aber sie brachte dem bedrängten Bataillon nicht nur Rettung, sondern auch einen vollen Erfolg. Blitzschnell die Situation erfassend, hatte Oberleutnant Georg Rimbas, der Kommandant der Ma-schinengcwehrabteilung, einen seitwärts gelegenen Was-serrih entdeckt, von dem aus eine flankierende Wirkung gegen den Feind möglich war. Es gelang ihm, rasch und vom Gegner ungesehen, seine Maschinengewehre m den Wcrsserrih zu placieren. Und nun sandte der Oberleutnant, ein Gewehr selbst bedienend, in rasender Aufeinanderfolge Schuß auf Schuß in die Linien der Nüssen. Die Höhen wurden vom Bataillon genommen und der Gegner geworfen. Während er sich in Unordnung zurückzog grub sich das Bataillon rasch in die gewonnene Stellung ein. Die Vorsicht erwies sich alsbald als not-wenow. denn kaum halten sich die Russen wieder ge- sammelt und sich von neuein verstärkt, als sie auch sogleich einen Angriff zur Wiedererobcrung der Höhen unternahmen. Aber unter dein Feuer des Bataillons in ber Front und dem enfilierenden Feuer unferer Ma-fchinengewchre, die der Gegner nicht zu entdecken vermocht hatte, brach der Angriff — zwanzig Schritt vor seinem Ziele — zusammen. Wieder fluteten die Russen unter Zurücklassung vieler Toter und Verwundeter zurück. Und noch einmal versuchten sie den Angriff, aber Oberleutnant Rimbas stand noch immer in seinem Wasserriß und fegte von dort aus die Vorstürmenden nieder. Auch der zweite Angriff wurde abgeschlagen und nun blieb das Bataillon im unbestrittenen Besitz der Anhöhe. Die Russen hatten für heute genug. Fünf Stunden — von 1 Uhr bis 6 Uhr nachmw tags — hatte dieses verzweifelte Ringen, in dem unsere Dreiundsechziger siegreich blieben, gedauert. Und während dieser ganzen Zeit war Oberleutnant Rimbas bis über die Knie im reißenden, eiskalten Wasser gestanden, hatte halb erfroren ein Maschinengewehr bedient und elf-tausend Patronen daraus verfeuert. Seine Majestät der Kaiser verlieh diesem hervorragenden Offizier das Militär-Verdi cnstlreuz mit der Kriegsdekoration. Es ist dies bereits die zweite Auszeichnung, die Oberleutnant Rimbas für tapferes Verhalten vor dem Feinde erhielt. Zur Durchführung einer wichtigen Rekognoszierung war am nördlichen Kriegsschauplatze der Rittmeister Vela von Äuzinkay des zweiten Dragonerregimcnts bestimmt worden. Nur von einer Patrouille unter dem Kommando eines Korporals begleitet, gelangte er am 9. November in die Gegend von P.... wo sich der Gegner in befestigter Stellung befand. Rittmeister Nuzinknt, schlich sich, mit seinen wenigen Reitern abgesessen, bis auf dreihundert Schritte nahe an den Feind heran und» nahm die Beobachtung auf. Eine seitlich vorgeschobene Abteilung der Russen hatte die Patrouille jedoch e.ltdcckt und plötzlich heftiges Feuer auf sie eröffnet. Ein feindliches Geschoß traf den Rittmeister, der aber, seiner Verwundung nicht achtend, die Dragoner rasch zu den Pferden befahl. Doch es war schon zu spät. Zwar gelang es dem Rittmeister und seinen Leuten, die Pferde noch zu besteigen, aber schon war zwischen den Dragonern und ihrem Offizier eine Lücke entstanden, die der Gegner benutzte, um die Patrouille abzutreiben. Der isolierte Rittmeister war eben im Begriffe, sich auch in Galopp zu fetzen, als er, sich umblickend, bemcrttc, daß der Korporal ebenfalls allein und noch nicht im Sattel war, sondern sich verzweifelt bemühte, des Pferdes, das sich, durch den Fcuerlärm und das Geschrei der heranstürmenden Russen erschreckt, wild aufbäumte, Herr zu werden. Der verwundete Rittmeister fprcngte zum Korporalen und brachte ihn glücklich zum Aufsitzen, während diese beherzte wackere Tat die Russen mit neuem heftigen Feuer zu stören suchten. Rittmeister und Korporal erreichten das Weite und setzten, mm auf sich allein anae-wiefen, ihre Aufgabe fort. Sie sahen sich jedoch alsbald von Kosaken verfolgt, trotzdem gelang es ihnen zu entrinnen. Da verlegte ihnen eine starke feindliche Patrouille den Weg. Rittmeister Vuzinkay besann sich nicht lange. Die Patrouille mit seinem KxP0!.al allein attackieren und zersprengen, war für den Dragoneroffizier das Wcrl eine« Augenblickes. Mit schweißtriefenden Pferden langten der verwundete Rittmeister und sein Begleiter t,cml vorgesetzten Kommando ein und Meldungen. - Das schneidige, tapfere Verhalten d s Rittmeisters von BuzinlaY wurde durch eine Allerhöchste Belebung anerkannt. Laibachcr Zeitung Nr. 31 _________ 242 9. Februar 1915 schcrs, die den Geist des guten Glaubens an dem Aus gange des furchtbaren Kampfes atmen, werden die Völker Österreich-Ungarns aneifern, erhobenen Hauptes den betretenen Weg fortzusetzen. Die „Zeit" sagt: Die todesmutige Tapferkeit unserer Soldaten wurde fchon in mehreren Armeebefehlen gelobt und gewürdigt uno sie ist erhaben über jedes Lob. Die Worte, die diesmal der Kaiser spricht, sind nicht an die Soldaten, fondern an die Taheimgcblicbenen gerichtet, und von diesen werden sie mit Dank und Freude vernommen werden. Die „Neichsftost" erklärt- Die Monarchie hat im Zeichen der allgemeinen Wehrpflicht ihre unerschütterliche Zusammengehörigkeit erprobt, das ist schon heute das große politische Ergebnis dieses Krieges. Deshalb kann der Kaiser auch mit solcher Zuversicht des Zusammcn-arbeitens der österreichischen und der ungarischen Negierung gedenken, die heute nicht nur aus den reichen Schichten dieses Staates alle Kräfte für den Dienst der gemeinsamen Sache hervorholen helfen, sondern auch die nationalen Verschiedenheiten beider Reichshälften glücklich überbrückten. Die „Neue Freie Presse" bemerkt: Alle Bewohner der Monarchie werden mit tiefster GeMgtuung diese Worte Seiner Majestät vernehmen. Aus ihnen strömt ein verhaltenes, aber dennoch elementares Gefühl, und die-fes Gefühl wird von allen denen erwidert, die hingehen, um für die große Sache zu kämpfen und zu sterben. Dieses Wort, das in dieser .Kundgebung enthalten ist, entspricht der reinen Wahrheit. Politische Uebersicht. Laib ach, 8. Februar. Das Wolff-Bureau meldet: Nach Meldungen aus Bukarest behauptete „Adeverul", Deutschland habe von Bulgarien die Unterzeichnung eines Vertrages verlangt, durch welchen sich Bulgarien verpflichten soll, Rumänien anzugreifen, falls dieses gegen Österreich-Ungarn die Feindseligkeiten eröffne. Bulgarien habe dieses Ansinnen Deutschlands unbedingt abgelehnt. Die vorstehend N'ied^.rcaebene Vrrl sfcntlichung des „Adeverul" i't In allen Einzelheiten erfunden. Aus Christiania wird gemeldet: „Norske Intelle-gcnts Ccdler", das Blatt des gegenwärtigen Regierungschefs, schreibt über den Vertrag des früheren Staatsministers Konow: Der Umstand, daß Konow Minister war, gibt seinen Worten im Auslande ein Gewicht, das sie in Wirklichkeit hier nicht haben. Aus dem Grunde muß betont werden, daß die Stellung Norwegens absolut neutral ist. Wenn Konow sagt, die norwegischen Sympathien seien auf Seite der Westmächte, so muß dazu betont werden, daß Konuw die Sympathien nicht genug kennt, um sich darüber aussprechen zu können. In Wirklichkeit sind die Sympathien hier im Lande sehr geteilt. Konow hat keine Befugnis, sich über unsere Sympathien nuszusprcchen. Dasselbe gilt in noch höherem Grade von der Frage, wo unsere Interessen liegen. Das ganze Interesse unseres Landes liegt in dem Bewahren eines guten und friedlichen Verhältnisses zu allen Staaten. Man hätte von Konow das Verständnis erwarten können, daß ein solches Auftreten seinerseits in den kritischen Zeiten großen Schaden stiften kann. Was er getan hat, kann nicht genug bedauert und getadelt werden. Die „Agencc tx-lügraphique ottomane Milli" veröffentlicht einen Bericht ihres Teheraner Korrespondenten, der unter dem 3. Jänner meldet: Der Führer des den Küstenstrich von Enzeli am Kasftischen Meere bewohnenden Talas-Stammes, Fargam Saltana, hat sich mit dem ganzen Stamme gegen die Russen erhoben, Enzeli angegriffen und die Zentrale der russischen Kraft-wagengesellschaft zerstört, worauf er sich in das Gebirge zurückzog. Ein Teil des bekannten kriegerischen Stammes Scheschwan hat sich gleichfalls erhoben und die Russen anzugreifen und zu verjagen begonnen. Die Erhebung aller Stämme Nordpersiens gegen die Russen steht unmittelbar bevor. — Aus Bagdad eingetroffcne Nachrichten besagen, daß eine aus verschiedenen Stämmen zusammengesetzte türkische Kolonne, die in der Richtung nach El Arta'ui, in der Nähe von Schylan, nördlich von Korna, auf Rekognoszierung ausgezogen war, einen Zusammenstoß mit feindlicher Kavallerie hatte, die sick) nach aroßcn Verlusten genötigt sah, in Unordnung zurückzu-zichcn. Ter Feind räumt seine Stellungen und zieht sich beständig qea.cn Süden zurück. Die Zahl der Stamm', die sich der türkischen Armee anschließen, wächst von Tag zu Tag, Die arabischen Streitlräfte, unter dem Kommando von Ibn Neschid, sind auf dem Kriegsschauplätze eingetroffen. Tllgcsncmatcitrn. — (Unterseeboote und weiße Mäuse.) Die tveißcn Mäuse spielten bei den englischen UnOrseebooten cine ganz bedeutende Rolle und haben sogar Aufnahme in die Flanke dieser Voote gefunden. Diese merkwürdige Flagge ist in vier Felder eingeteilt, von denen das eine ein Unterseeboot und ein anderes drei Torpedos zeigt. Tic beiden übrigen Teile sind dagegen mit lvcihcn Mäusen geschmückt. Kein englischrö Unterseeboot ging früher, wie berichtet wird, in Ecc, ohne diese Tierchen an Bord zu haben, wo jie den Matrosen bei der Unterwasserfahrt, genau so wie früher den Bergleuten in den Kohlenbergwerken, das Vorhandensein schädlicher Gase rechtzeitig anzeigen sollten, gegen die lvcisze Mäuse sehr empfindlich sind. Sobald die sich beim Antricb der Schiffsschraube entwickelnden gefährlichen Gase nn Menge zunehmen, zeigen diese Tierchen Spuren der Erschöpfung. Wenn sie sterben, lst es Zeit für das Boot, an die Oberfläche zu steigen. Heute sind derartige primitive und unzulängliche Hilfsmittel nicht mehr nötig, da die Mannsäxift zum Atmen mit Sauerstoff-Patronen versehen wird, sobald sich das Boot eine gewisse Zeit unter Wasser befindet. — (Englischer Galgenhumor.) Die Szene fpielt im Speisesaale eines eleganten Gasthauses des Londoner Westens. Sie satzen und tranken am Tcetisch und sprachen der Dinge viel. Natürlich drehte sich das Gespräch um den Krieg, und die Damen, die es führten, sprachen mit einem Optimismus, der sich auf weiblichen Lippen so anziehend ausnimmt. Das starke Geschlecht war in der Gesellschaft nur durch einen Herrn in Khaliuniform vertreten, dcren Golduerzicrung anzeigte, oah ihr Träger in der britischen Armee den Rang eines Obersten betleidet. Er atz wortlos und schenkte nicht einmal der Unterhaltung seiner liebenswürdigen Tischnachbarinncn die geringste Aufmerksamleil. Die aber kümmerten sich nicht um seine ersichtliche Abneigung, an der Unterhaltung teilzunehmen. Eine der Damen ergriff vielmehr die Gelegenheit, sich an den schlvcigsamen Offizier mit den Worten zu lvcnden: „Was man auch sagt, die Tatsache, daß wir vorrücken, bleibt doch bestehen. Nicht wahr, Herr Oberst? Es geht doch alle Tage vorwärts?" Mit einem unerschütterlichen Gleichmut und ironischem Ton antwortete der Gefragte,- „Aber gewih, meine Gnädige, jeden Tag einen vollen Zentimeter!" — (Was zur Verpflegung des modernen Heeres gehört,) davon kann man sich nach einem Beispiel, das im „Journal de Geneve" angeführt wird, eine Vorstellung machen. Ein Mitarbeiter dieses Blattes hat eine der Stationen in Frankreich besucht, die den Mittelpunkt des Vcr-pflegungsdicilstcs für die französischen Heere bildet. An dieser Stelle müssen alltäglich die Lebensrnittel für 300.000 Mann besorgt werden. Jeden Tag fahren von hier sechs lange Züge ab, die mit Brot, Fleisch, Gemüsen, Zucker, Wein, Kaffee, Branntluein, Tabak, Reis, Hafer und Brennholz beladen sind. Die, 300.000 Mann verzehren jeden Tag 1200 Stück Vieh. darunter 600 Rinder, und sie verbrennen 40.000 Kilogramm Holz. Ein einziger Zug führt 270.000 Brotportionen, 37 Doppelzentner Sardinen und 35 Doppclzentner Käfe mit fich. Jeden Tag hat der französifchc Soldat Anspruch auf 1b Gramm Tabak, auf ein Viertelliter Wein und ein Sechzehntelliter Branntwein. — (Anzeige aus dem Felde.) Von dem gesunden Humor, den die Feldgrauen trotz aller Widrigleiten behalten, zeugt folgende „Anzeige", die ein deutfchcr Bankbeamter aus dem Felde nach Hause gesandt hat: Frü-hcrcr Bankbeamter empfiehlt sich als Ofen- und Straßenkehrer, Heizer, Strohflechter, Maurer, Erdarbeiter, Diettst-mann, Koch, Flickarbeiter, Zimmcrmann, Schlosser. Besondere Kenntnisse im Tiefbau und in Anlage von Wasserleitungen. Lange im Auslande tätig gewesen bei erstklassigem Unternehmen, dem grüßten der Welt. Referenzen beim Reserve-Infanterieregiment Nr. .... 6. Kompanie. Offerten erbeten „Wenn Friede wäre" an die Expedition der „Neuesten Kriegsnachrichten". Lotal- und PrMnzilll-Nachnchtcn. — (Das Kriesssfürsorgekreuz.) Das von den vereinigten Kriegsfürforgestellen ausgegebene neue Abzeichen, das „Kriegsfürsorgekreuz", hat seinen Weg in die breite Öffentlichkeit angetreten und schon sieht man es da und dort im Knopfloch und als Brosche getragen. Wohl niemanden gibt es, der sich gegenwärtig nicht in irgend einer Form in der Kriegsfürsorge betätigte, und so soll auch jedermann das geschmackvolle mattgoldene Kreuz mit der in der gegenwärtigen Zeit so bedeutungsvollen Devise „K. F." (Kriegsfürsorgc) an sich tragen. Das Abzeichen erscheint nun auch in kleinerer Ausführung mit Knopf und Nadel, als Anhänger, Krawatten-nadel, Hutnadel für Damen und als Manschettenknopf. Durch sinnige Verkettung von elf kleinen Kreuzen wurde sogar ein äußerst geschmackvolles Armband geschaffen, das einen reizenden Schmuckgcgenftand abgibt. Während der Preis für das große Kreuz 2 X beträgt, sind die diversen kleineren Ausführungen zum Preise von 1 X 50 /l, die Manschettenlnöpfe zum Preise von 3 ^' und das Armband um 8 /< erhältlich. Auch auf verschiedenen Sorten von Briefpapier wurde das Kriegsfürsorgekreuz in Goldprägung angebracht. Nestellungen sind an die technische Vetriebszcntrale des Kriegshilfsbureaus des k, k. Ministeriums des Innern, Wien. I., Hoher Markt Nr. 5, zu richten. — (Kriesssmarle» und Iubilä'umslorrespondenzkar- tcn.) Seit dem 4. Oktober 1914 sind bei allen k. k. Postämtern und auch bei anderen Postwcrtzcichenverschleiß-stcllcn die neuen Briefmarken zu 5 und 10 k (Kriegs-inarken) um den Vcrschleißprcis von 7, bezw. 12 k beim Einzelvcrkauf und 5 X 40 /l, bczw. 9 /< 35 k beim Kaufe eines ganzen Blattes zu 80 Stück erhältlich. Ebenso werden seit dem 2. Dezember 1914 bei allen ärarischen und auch bei den größeren nichtärarischcn Postämtern die im August 1903 ausgegebenen, mit einem neuen Aufdrucke versehenen Iubiläumskorrespondenzkar-len um den Verschleißprcis von 15 k beim Einzelverlauf und 4 X 5 /« beim Kaufe eines Packes zu 30 Stuck verkauft. Die Iubiläumskorresftondenzkarten können jedoch vom Publikum auch bei allen übrigen Postämtern bestellt werden. Die aus dem Prcisaufschlage sich ergebende Reineinnahme wird der Unterstützung der Witwen und Waisen gefallener Krieger gewidmet, Angesichts des Wohlwollens, dessen sich diese Wertzeichen bei ihrem ersten Erscheinen erfreut haben, und in Anbetracht des dllrch den Verschleiß der erwähnten Postwertzeichen verfolgten höchst humanitären Zweckes, wie es die Unterstützung der ohnehin schwer getroffenen unbenriMhen Witwen und Waisen gefallener Krieger ist, wird dem Publikum die weitgehendste Verwendung dieser Wertzeichen anempfohlen. — (Spenden.) Herr Großkaufmann Josef Per-dan hat dem Objekte V der Belgierkaserne zehn Flaschen Kognak und vier Flaschen Rum, Herr Dr. Vretl dem Objekte Vl der Velgierkaserne 20 /v (anstatt eines Kranzes für einen Verwandten) gespendet. Beiden Wohltätern wird der herzlichste Dank ausgesprochen. — (Danksag»«««.) Herr Richard Michelöchü, Kaufmann und Altbürgermeister in Sagor, spendete für jeden Mann der unter dem Kommando seines Bruders, des Herrn Majors Rudolf Michels, stehenden Kanonendivision I des GAR 6 ein selbstgewähltes nxrrmes Ausrüstungsstück als Weihnachtsgeschenk. Im Namen der gesamten Mannschaft entbieten wir dem edlen Spender für diese hochherzige Gabe, welche von allen Neteiltcn als große Wohltat empfunden wird, auf diesem Wege unseren herzlichsten und wärmsten Dank. Feuerwerker Grab, Vardolf, Mold ob an, Nechnungsunteroffi-zier Plachy. — (Aus der Sitzung des trainischcn Landesausschusses vom 6. Februar.) Die dem Stadtmagistrate zu-zufertigende Erledigung, betreffend den Voranschlag Pro 1915 und den Ankauf der Leichenbcstatlungsanftnlt des Josef Turk, wird verlesen und genehmigt. — Den Nezirkssttaßenausscbüsscn wird vorläufig die EinHebung einer 20^igen Ulnlagc auf alle den Umlagen unterworfenen Steuern bewilligt. Höhere Umlagen können im Hinblicke auf die Bestimmungen der tzß 24 und 25 des neuen Straßengesetzcs nicht bewilligt werden. — (Die Realschüler in Idria) veranstalten am 13. d. M. abends um 8 Uhr im k. k. WerkZthealcr in Idria eine Vorstellung zugunsten der Familien der Einberufenen. Es gelangen unter Mitwirkung des Studen-tcnorchesters zwei Einakter von Engelbert Gangl, und zwar „Filozof" und „Dedi^ina" zur Aufführung. Sitzplätze 2 X 50 /i, 2 /<, 1 X 50 /l, 1 X und 60 k; Stehplätze 40 /«. Kartcnvorvcrkauf, in der Trafik Laftajne. — (Aus der Siimna. des k. t. Bezirksschulrates in Nudolfswert vom 21. Jänner.) Nach Verifizierung des Protokolles der letzten Sitzung wurde die turrente Erledigung der wichtigsten Geschäftsstücke genehmigend zur Kenntnis genommen. Die Anstellung mehrerer Suftftlen-tinnen an Stelle der zum aktiven Landsturmdicnste eingerückten Lehrer wnrdc nachträglich genehmigt. Die Rechnung über die Vezirksschulerfordcrnissc pro 1914 in den Einnahmen per 2083 X 3 /l. und den Ausgaben per 2083 /< 3 /t, dann das Präliminare für die Vezirks-schulerfordernisse pro 1915 per 540 /< wurden genehmigt. Es wurde beschlossen, im Jahre 1915 keine Bezirks-lehrerkonfercnz abzuhalten, deshalb auch die üblichen Kosten für deren Abhaltung ins Präliminare pro 1915 nicht aufzunehmen. Die Rechnung über die Gebarung der Ne-zirlslehrcrbibliolhek mit dem Kassarcstc per 32 X 95 /< wurde genehmigend zur Kenntnis genommen. Für das Jahr 1915 wurden zum selben Zlvccke 240 X in den Voranschlag eingestellt. Mehreren Lehrkräften wurden die anfallenden Dicnstalterszulagen zuerkannt. Ein Geld.-aushilssgesuch wurde höheren Ortes befürwortend vorgelegt. Von der Einleitung einer Disziplinaruntcrsuchuny gegen eine Lehrkraft wurde wegen Mangels eines strafbaren Tatbestandes abgesehen. II. — (Der Kampf um das Brot.) Gegenüber der von England praktizierten Aushungcrungsftolitil steht nach der heutigen Lage der Dinge fest, daß die Zentralmä'chte in ihrer Ernährung bis zur nächsten Ernte vollständig gesichert sind, da die Verteilung und Aufarbeitung der Vorräte durchwegs geregelt wurde. Da mutet es wie eine Ironie an, daß dafür England felbst in jene gefahrvolle Siwation zu gelangen scheint, in die es die Zentralmächte drängen wollte. Wie die „Österreichische Agrar-Zeitung" (Verlag Tcmpsky in Wien) erwähnt, stellt in der „Morningftost" Charles Fielding Weizenpreise bis zu 100 Schilling pro Quarter für England w Aussicht, was selbstverständlich für das Ins^lrcich unerhörte Hungerpreise sind. Wenn nicht alle Zeichen trügen, ist Albion daran, selbst in die Grube zu fallen, dk es anderen graben wollte. Laibacher Zeitung Nr. 31 __________ 243 ____ _________ 9. Februar 1915 ** (Laibachn Deutscher Turnverein.) Die Jahreshauptversammlung des ^aibacher Teutschen Turnvereines versanuneltc den 6. d. M. im Inselzimmer der Ku-sino ^Gastwirtschaft eine stattliche Zahl von Mitgliedern. Der Vurstbendc, Sprechwmt Tirettor Arlur Mahr, begrüßte in herzlicheil Worten die Versammlung, namentlich die erschienenen Frauen und Mädchen jowie den ^andtagsabgeordnelen Dr. Euer und den Vertreter der deutschen Presse und gedachte jener Mitglieder des Vereines, die im Felde für Baiser und Vaterland kämpfen. Er schloß mit dem Wunsche, sie mögen lorbeerbekränzl heil al6 Sieger hciint'chren. Tcr Vorsitzende erteilte sodann dem Schriftwart Professor Dr. Winter zur Erstattung des Jahresberichtes das Wort. Wir entnahmen diesem Berichte sowie dem vom Turnlehrer Franz Kirnst ein vorgetragenen Turnbcrichtc folgende wesentliche Ereign nifse aus dein Vereinsleben: Die erste Hälfte des Jahres zeigte den Verein in seiner gewohnten vielseitigen turnerischen Tätigkeit. Die Vorturncrschuft entwickelte ein emjige Tätigkeit sowohl auf dem Turntwden. wie in ^ahlrcichen Besprechungen des Bezirkes und Gaues. Die Turner und Turnerinnen trateil mehrmals bei Festlich-seilen deS Vereines in die Öffentlichkeit, so beim Soin-mcrfeslc nnd beim Iahrwcndfcste. Ebenso hatte das Ver-rinsschauturncn schöne Erfolge. Den Höhepunkt turnerischer Veranstaltungen verzeichnete das 16. Turnfest des südästcrrcichischcn Turngaucs am 28. und 29. Juni in Nadkcrsburg. Von besonderer Wichtigkeit war die Schaf-sung einer Jungschill^enriege, die, 2tt Mann starl, unter Teilung des im Felde stehenden Oberleutnants Dottor Schweiger stand. Bei der österreichischen ^änderlon-lurrenz in Wien errang Ernst Somnitz dcn Kaiser preis und Emil Heiß einen Preis. Tankbar erwähnt der Bericht der erfolgreichen Mitwirkung der Sängen runde, des Smguereines, des Gesangsvereines „Vorwärts" unter der Leitung der Herren Robert Hüttl und Josef Kl au er. Das Salonorchester unter Leitung des letzteren und des Ingenieurs Uhl trug wesentlich zur Hebung des Erfolges bei. In der zweiten Hälfte des Jahres stand der Verein im Zeichen des Krieges. 4s> Mitglieder waren einberufen worden, zwei, und zwar Neserveleutnant Otto Tutia und Max Berdnit, sind auf dem Felde der Ehre gefallen. Ihnen bleibt ein ehrenvolles Andenken bewahrt. Fähnrich Emil Klauer und Pctscha k wurden wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde ausgezeichnet. Der Verein widmete eine namhafte Spende dein Roten Kreuze und stellte diesem seine ausübenden Mitglieder zu gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung. Das Angedenken der verstorbenen Vereinsmitglieder wird durch Erheben von den Sitzen geehrt. Den Turnratsmitglicdern wird für ihre opferwillige Tätigkeit der Dank ausgesprochen. Der vom ersten Säk-lclwart Herrn Hans Hccling vorgetragene Rechnungsabschluß und Voranschlag wird genehmigt. Der Verein zählt A4'.'i Mitglieder. Bei der Neuwahl des Turnrates gingen hervor: Sp^ciMart Artur Mahr, Sprechwartl-stellverlrcter Dr. I. I. Binder, erster Turnwart Th. N o-votnh, zweiter Turnwart Dr. Schweiger, erster Schriftwnrl Dr. Wladimir Winter, zweiter Schriftwart Walter Ahlfeld, erster Säckelwart Hans Hek-ting, zweiter Säckelwart Hugo Langer, Sangwart Josef Klau er, Zeugwart Franz Zirnstein, Kneip-wart Anton H o h n. Der Turnwart wurde ermächtigt, die im Felde stehenden Tnrnräte vertreten zu lassen. (Deutsche Paßvorschriften während des Krieges.) Bis aus weiteres ist jeder, der das Reichsgebiet verläßt oder der aus dem Auslande in das Reichsgebiet eintritt, verpflichtet, sich durch einen Paß über seine Person ans^ znwcisen. (Kaiserliche Verordnung vom tll. Dezember 1l>lr>ird dcil Zug bcssleiten. Oinc Rede Andrassys. Audnpejl, 7. Februar. Anläßlich der hculigen (Genera! vcrsammlling deo ^lalionaltasinos hielt (^raf Iulin^ All. dlassl) eine (i^,'d<>ntrede anf den Grafen Szecheny, worin er zunächst der Worte dco englischen Marincministerö Ehurchill gedachte, der bekanntlich behauptete, in dem ge^ gewaltigen Kricae iverde iener siegen, der das meiste ^ield brsihe. Wir erschrecken uor den Worten des englischen Ministers nicht, meinte der Redner, iveil wir sehr wohl wissen, dah nicht jener dcn Sieg davontragen wird, der das meiste ßk'ld besitzt, soudcru derjenige, der am längsten ausharrt und dessen Vajerlinioölicve lind Opfcrwilligtcit ! grötztcil ist. Dcr .'liedner tinn i»l loeiteren Verlaufc sciu^r Ausführungen auf die ^x'ziehungeil zwischen Ungarn niio der Tynaslie zu sprechen und sagte: Die ungarische Galion isl nicht nur aus Gründen der eigenen Interesse», sondern auch oermöge ihrer Neigung zur LolMlttät absolut verläßlich. Tas hat sie in diesen Tagen glänzend bewiesen. Die Prophezeiung Szechcuys, datz Ungarn nur groß und mächtig sein lönne, >r>c>ln cs sich mit den Völkern Österreich-Ungarns vereinigt, ist zur Wahrheit lind Tatsache ge^ worden. Ein Hirtenbrief des Bischofs vou Großwardein. Bndapcst, 5. Februar. Der griechisch-katholisch rumänische Bischof vou Großwardeiu Demeter Nadu hat an die griechisch-katholische,! Gläubige» eiuen Hirtenbrief gerichtet, iu welchem er zunächst die Tapferkeit der rumänischen Soldaten in Worten der Anerkennung hervorhebt und schließt: Je weiter sich die Flammen des Krieges verbreite», um so mehr müssen wir ohne Zögern auf dem Platze verharren, auf deu uns die Pflicht gestellt hat als loyale Bürger des teuren Vaterlandes und als allzeit getreue Uutcrtmieu des habsburgifchen Thrones.' Delorierung eines Helden. Budapest, 8, Februar. Im Spital der nationalen Arbeitspartei wurde gestern dem Reservegeftciten der achten Kompanie des Infanterieregiments Nr. t namens Josef Ludwia. das ihm von Kaiser Wilhelm verliehene Eiserne Kreuz überreicht. Ludwig hat für glänzende Lei' stungen, die er mit geringer Mannschaft vollbracht hatte, bereits die Tapfcckitsmedaillc zweiter und erster Klasse erhalten und sich bei Kaszimir ausgezeichnet, indem cr nachtö mit einem Gefährten die Weichsel übersetzte, die russische Wache umging, einen Vera. erkletterte, die Starte nnd Position der russischen Äattcrien feststellte und dem deutschen Kommando Meldnng erstattete, worauf am nächsten Tage die russischen Batterien vernichtet werden sonnten. Die Lebensmittelftaa.e in Budapest. Budapest, 8. Februar. (Ung. Tel.-Korr.-Vur.) In der heutigen Slyuna. des hauptstädtischen Verwaltungsansschusses wurde die ^ebensmiltelfrage erörtert. Vize-bürgermeister Dr. Ärody teilte mit, dah die Hauptstadt behufs Ermäßigung der horrenden Preife für Schweinefleisch Tausende von Schweinen antanfen und mästen lasse. Im Notfalle wird ein Teil der Schweine geschlachtet werden. Es wurde auch die Frage erwogen, ob nicht ein städtischer Dctailverlauf für Mehl einnesührt weiden foll. Dr. Vaszonyi beantragte, datz die Reqnisttionen culf Grund einer Zwangsfatierung erfolgen follen. Ferner beantragte er die Einführung eines Gerrcidemono-pols. Zn diesem Zwecke soll schon jetzt die nächste Getreideernte in Beschlag neuonunen werden. Die. Ver-sannllluug nahm sodann einstimmig den Antrag Va-szonyis, betreffend die Nequirierung, an. Die Blatter». Wien, 8. Februar. Vom Sanitätsdcpartemcnt des Mi» nijteriums des Innern wird mitgeteilt: Vom 81. Jänner ois li. Februar d. I. gelangten 87 Erkrankungen an Mat-teru in Nicn zur Anzeige, hievon vier Erkrankungen bei Militärpersunen. Insgesamt sind in Wien seit Kriegs« ucginn 017 B^tlcrnerrrantungen, hievon 118 Todesfälle, vorgekommen; auherdem waren im österreichischen Staatsgebiete vom AI. Jänner bis 6. Februar 95 Vlatternfälle än verzeichnen, und zwar 3 Fälle in z>.nittclfeld< 1 in Panscndorf - Spielberg (Bezirk Iudenbury), 1 Fall in ^iscnerz. Infolge einer Flelttyphus.Hnfettion gestorben, Wien, 8. Februar. Dem «Morgen" zufolge ist der Ehes des militärurztlichcn Offizierskorps nnd Vorstand der l4. Abteilung des KrienMlinisteriums General-Ober-stabsarzt Dr. Philipp Peck gestcn, infolge der Flecktyphus-Infektion, die er sich gelegentlich der Inspizierung der russischen Gesauneuenlager in der Monarchie zugezogen hat, gestorben. Deutsches Reich Von den Kriegsschauplätze». Berlin, 8. Februar. Meldung des WolMwromls: 8. Februar: Westlicher Kriegsschauplatz.' Der ttanlpf z«, unsere Stellung südlich des Kanals südwestlich «» Bassöe dauert noch an. Ein Teil des vom Feinde «cnom- Laibacher Zeiiung Nr. 31 ______________ 244 9. Februar 1915 mencn kurzen Grabens ist wieder erobert. I,» den Ar-»onncn entrissen wir dem Gegner Theile feiner Bcfcsti-nunssen. Sonst hat sich nichw Wesentliches ereissnct. — östlicher Kriegsschauplatz: An der oftprcnsnschrn Grcn.'.e südöstlich der Seenplatte und in Polen rechts der Weichsel fanden einige lleinere für uns erfolgreiche Zusammenstöße von örtlicher Bedeutung statt. Sonst ist aus dein Osten nichts zu melden. Oberste Heeresleitung. Kaiser Wilhelm an der Oftfront. Äcrlin, 8. Februar. Das Wolff-Vurcau me'dct: Kaiser Wilhelin besichtigte gestern Teile der im Vzura-i.'id Nawka^bschnitte länwfenden Truppen. Kein englisches Flugzeug über Antwerpen. Verlin, 8. Februar. Das Wolff-Vureau meldet alls Antwerpen: Die Vlättermeldung aus Vergen op Zoom, wonach am 5. d. M. ein englisches Flugzeug Antwerpen überflogen habe und heftig beschossen worden sei, ist unrichtig. Am ü. d. M. erschien ein deutsches Flugzellg clwa lli iNlometer südlich uild eiu frenwes Flugzeug etwa 12 Kilometer nördlich .von Antwerp!,'». Keines von beiden wnrde befchossen. 7
    . Februar. Die Reichsvcrteilnnasjtelle hat für die Zeit bis zur Ausstellung des ersten Verteilungs-Planck ocil Beschluß gefaßt, daß jeder Kun'munalverbaud dlifür zu sorgen habe, das; in einem Bezirke seitens der versorgungsbercchtigten Bevölkerung nicht mehr Mehl verbraucht werde, nls einein durchschnittlich täglichen Verbrauch vo» 225 (Armin» ciuf deil 5wpf der verforgungs-berechtigte» Bevölkerung entspricht. Hiczu wird bemerkt, daß 225 (Hramm Mehl unter Hinzurechnung des vorgeschriebene» Karloffelzusatzcs einer Brolincnge von rund .zwei Kilogramm N'öchenllich entsprich!. Der Weltbusitag. Köln, 7. Februar, Der vom Papst angeordnete Wellbußtag wurde heute in allen katholischen Kirchen gefeiert und im Dome besonders feierlich begangen. Tagsüber hatten die Gläubigen den vorgeschriebenen Gebetstunde» angewohnt. Am Abend hielt unter großem Andränge der Bevölkerung Erzbischof Kardinal Dr. Hartmann die Schlußfeier ab. Nach dem Nosenkranzgebel verlas er das Friedensgebet des Papstes, darauf folgte, die Litanei, an die sich eine feierliche eucharistische Andacht unter Teilnahme der Woihbischöfe sowie, des Domkapitels und der Alumnen des Pricstcrscminars schloß. Die Feier endete mit der Spendung des sFramentaten Segens durch den Kardinal. GrncsunaMcimc für Krieger. Wiesbaden, 7. Februar. Das Komitee, das sich hier unter der Bezeichnung „Deutsches Genesungsheim für Angehörige der österreichisch-ungarischen und osmani-schen Armee und Marine" bildete, hat seine Arbeiten aufgenommen. Bis jetzt sind zahlreiche Mittel zugeflossen, so daß die Absicht besteht, nicht nur in Wiesbaden ein Genesungsheim z» gründen, sondern auch in anderen Badeorten Deutschlands, dercn Quelle» sich znr Nach-behandlung von verwundeten Kriegern der verbüudete» Armeen eignen. Als Heime sollen die vorhandenen Hotels und Pensionen in den Badeorten benützt werden. Diese werden den Verwundeten freie Aufnahme, Verpflegung, ärztliche Behandlung und Benützung der Quellen nnd Knrmittel gewähren. Das Kricgsministerium in Wien und die türkische Botschaft in Berlin begrüßten die Gründung von Genesungsheimen »n't Freuden. Fürst Hatzfeld Trachenberg, der Leiter der gesamten Kriegspflege des Deutschen Reiches, ist dem Ehrenpräsidium des Komitees beig'etreten. Der Nriefverkehr in Vclnie», Brüssel, k. Februar. (Wolff-Bureau.) Von, 7. o. M. an ist der Vriefvertehr zwischen Brüssel, Üüttich und Ver-viers nebst Vor- u. Nachbarorten sowie Antwerpen einerseits lind den Niederlande» anderseits zugelassen, sowie er mit dem Großhorzogtume Luxemburg besteht. Italien. Die Friedensandacht in der St. Peter Äasilita. Nvm, 7. Februar. Die Gittertore der Basilika wurden um 2 Uhr nachmittags geschlossen, da die Zeremonie für den Frieden unter Teilnahme des Papstes um :N^ Uhr nachmittags stattfinden sollte. Über Ä1.000 mit besonderen Eintrittskarten versehene Personen hatten sich in der Basilika versammelt. Der Papst uahm vor dem Altar auf dem Faldistorium Platz, währen sich zu seiner Rechten die Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe sowie das VatikaMpitel aufstellten. Nachdem der Papst vor dem Altar inmitten der Geistlichkeit Platz genommen hatte, las ei» Aenefiziant des Vatikantapitels das vom Papst verfaßte Gebet um den Frieden, worauf die Aller-heiligenlitanei gesungen wurde. Die Iulianische Kapelle unter der Leiwng des Maestro Bocci sang das Sanctum ergo". Zu B(gmn der Strophe „Genitori" erhob sich der Heilige ^le^, um das Weihranchsaß gegen das Allcrheiligsle zu schwingen. Der Patriarch von Konstan-tinopel Monsignore Cappetelli erteilte hierauf, assistiert von den Domherren Galli und Ärozzi, den dreifachen Segen. Hiemit war die Zeremonie beendet. Das Vati-kantapitel und die Kardinäle begleiteten Seine Heiligkeit in die Salramentskapelle zurück, von wo sich der Heilige Vater wieder in seine Privcügemächer begab. Während Monsignore Iasoni das Gebet um den Frieden mit lauter Stimme verlas, war der Heilige Vater sichtlich tief bewegt. Bei dem Satze „Flöße den Regierungen und dm Völkern Ratschlüsse und Mäßigung ein" hob Seine Heiligkeit die gefalteten Hände in flehendem Gebete zum Höchsten empor. Die Anwesenden sprachen das Gebot, auf den Knien liegend, in tiefer Andacht. Zur felben Zeit fand in allen Kirchen Roms die gleiche Zeremonie statt. Überall war die Beteiligung der Gläubigen überaus stai't. Enkel des groß?«. Sennssi als Geiseln in Italien. Frankfurt a. M., 8. Febmar. Die „Frankfurter Zeitung" meldet aus Rom: In Syracuö sind aus Benghazi zwei Entcl mid eine Enleliu des großen Senussi als italienische Geiseln eingetroffen. Sie werden in siziliauischm Anstalten erzogen werden. Frankreich. Feindliche Hl>M,M!uc über Brtlnine. — Konzentration dcr Deutschen l>ci i!n Vasssc. Paris, h. Februar. Die „Agence Havas" meldet: Donnerstag uild Freitag überflogen mehrere feindliche Flugzeuge das Gebiet von Bcthune. Sie wurde» durch Artillerie in die Flucht geschlagen. Ein Flieger warf an die französische» Soldaten gerichtete Proklamationen ab. Es verlautet, daß die Deutsche» i» dcr Gegend von La Vassse ei»e Kouzeulraiioii der Truppe» durchführe». Die wirtschaftliche Krise. Paris, 3. Februar. Die.„Hnmanitö" greift die Regierung an, weil sle leine Maßnahme» treffe, um die wirtschaftliche itrise zu beenden, die hauptsächlich durch das Moratorium verursacht sei. Der Umlauf der Wechsel, der sich in normalen Jahren auf etwa 40 Milliarde» belaufe, habe uo» Anfang August bis zum Ende des Jahres Z63 Millionen betragen. Man könne sich leine größere Störung des wirtschaftlichen Lebens denken. Betrachtet man dcn Ausweis dcr deutschen Neichsbank, so erkenne man, daß der Geldumlauf in Deutschland normal sei. Auch außerordentliche Finanzoperationen würden dort mit großer Leichtigkeit vollzogen. Frankreich allein sei gegen eine wirtschaftliche Versumpfuug ohn mächtig. Her Seekrieg. Die B!olt„de (5usslriegsgr»»d. Denlschland könne seine Absicht nicht durchführen, da die deutsche» Unterseeboote ei» dafür ungenügendes Mittel feien. Jedenfalls dürfte Deutschland die 'Anwendung einer falschen Flagge nicht als (Nrnnd anfüh ren, da der einzige derartige Fall. welcher bisher vorlm», der Fall der „Emden" war, welche unter russischer Flagge den russischen Grenzer „^em^ug" angriff lind versenkte. - „Echo de Pariv" wirft die Frage auf, was Amerika zu der denlschen ^Intündignng sage» werde. Stephan Vichon warnt im „Petit ^onrnal", über Teutschlands Drohung zu spotten. Es sei klüger, nach einem Mittel zu suchen, um die (>iefah.' zn beschwören. Es genüge nicht, mit Repres salie» zu drohen. (slirislinnln, 7. Februar. Der Präsident dec. nordischen Odeljtlnnss. Mowinctel, der zum norwegischen Delegierte» bei der slandinavischcn Frachttonferenz in (l>wthenburn ernannt worden ist, erklärte einem Berichterstatter des Blattes „Tidens Tegn" gegenüber, das; der Vorschlag, die Na^ tiunalitäl der Schiffe durch auf den Rnmpf gemalte Bänder in den Nationalfarbe» zu te»nzeich»en, uin die Er tennnng den deutschen Unterseebooten zn erleichtern, leine praktische Bedeutung habe. Ich bin, sayte er, überzeugt, die Deutschen werden bis znm äus;crsten vorsichtig sein, »m Kränkungen einer »cntralen Flagge zu vermeiden nnd sich lieber eiu verdächtiges Schiff entgehen lassen, als sich dem auszusehen, wirklich ein neutrales Schiff zu treffen. Ich denke, unsere Schiffahrt wird. wie. bis jetzt, weiter betrieben werden könne». Unsere neutrale, Flagge schuht uns. Es ist kein wrimd vorba»den. die Lage pessimistisch zn beimachte». Frunlfurt n. M., >>. Februar. Die ..Fraiitfurter Zei' tnng" meldet aus Newyork: Die ^eitnngen verg!eiÄ>eu Deutschlands >lriegszo»enerlläruug mit Napoleons Dekret, aber einige, d'arnuter „Eveningpost", sehen sie für einen Bluff an. Schiffahrlstreisc erkläre», daß sie die Schiffe wie gewöhnlich abachen lassen und darauf vertrauen, daß die englischen Kriegsschiffe sie schuhen. >»nerhin ist der Weizen nm vier Zent gefallen bei startem Angebot in den ^sthäfe». Das Kabinett hielt eine Sitzung ad. über die ver lautete, daß Amerika jetzt keinen Protest erhebe. Berlin, 8. Februar. Bezüglich der Bekanntmachung der deutsche» Adn'iralität, betreffend die Erklärung der eng lischen (Gewässer als 5lrica,sgebiet. muß hervorgehoben wer deu, daß nicht die Absicht vorliege, den neutralen Handel mil England unmöglich zu machen. Die deutsche Negierung will die Neutralen nur warnen, sich befahren ans-zusetze». die iu der Umgebung Engxvnds ihrer harre». Eo »ins; »ochmals betoul llx'rden, daß die deutsche Negierung die Maßnahme nicht als Blockade, sondern als Kriegs-gebietserklärung charakterisierte, ebenso wie die englische Regierung im November die Nordsee als Kriegsgebiet er klärte, was sich die Neutralen gefallen ließen. Deutschland will sich nicht »nt (^eloalliiiaßregeln a» neutrale» Schiffe» vergreifen. Aus der Bekanntmachung der Admiralität folgt bloß. daß in den engüfche» Gewässern kriegerische Maßnahmen getroffen werden, die unter Umstände» auch Nichtdeleiligte treffe» tonne». '' ' ! ! . ,; Vier Untcrsccboolc für Spanien. Frankfurt, 8. Februar. Die „Frankfurter Zeitung" meldet aus Madrid: Der „Conespondenzia Militare" zufolge erwarb Spanien von einer großen südamerika-Nischen Ärpnl'lll vier modeme Unterseeboote, anf denen die Mannschaften der von der Kammer bewilligten Un-tcrseeboot-Flottille ausgebildet werden sollen. Ter Marineminister gab seiner Überzeugung Ansdnlcl, daß die spanischen Gewässer in einige» Monaten gegen jeden Angriff gesichert sein würden. Tic „Dacia". Nurfolk (Virginia), 8. Februar. Die „Dacia" ist Sonntag hier eingetroffen, Gute Prisen. Paris, 6. Februar. Dem „Temps" zufolge sind die uom Prisengerichte als gute Prise erklärten fiinf deutschen Schiffe die Dampfer „Bordeaux" und „Zar Nikolaus", fowie die Segelschiffe „Varhbeck", „Martha Vokhau" und „Frieda". Laibacher Zeitung Nr. 31__________________________245______________________________________9. Februar 1915 England Das englische Dreimillionen'Hecr. Frankfurt a. M., 8. Februar. Die „Frankfurter Zci-tlilig" meldet aus London: Wie bereits gemeldet wurde, ist im englischen Voranschläge die Ausgabe ^ir ein Drei-Millionen-Hccr eingestellt, der genaue Betrag der Ausgaben jedoch nicht angegeben, um zu vermeiden, daß man in Deutschland und Österreich-Ungarn aus den Ziffern dieses Kredites Nückschlüsse auf die Zahl der Trup-ftm ziehen könne. Der russische Fiuanzminister in London. London, 8. Februar. Der russische Finanzminister Bark ist gestern hier angekommen. Norwegen. Strem, neutrale Haltung. Ehriftiania, 7. Februar. Der Ministerpräsident er- , klärte auf eine Anfrage der schwedischen Zeitung „Da- ßens-Nihctcr". daß Norwegen entschlossen sei, während des jchigen Krieges eine streng neutrale Haltung einzu- ^ Nehmen. Rußland. Eine russische Stimme über den rnssisch-tilrkischen Krieg. Hamburg, 8. Februar. Den „Hamburger Nach» lichten" zufolge führt „Rnhkoje Slovo" in Besprechung des russisch-türkischen Krieges aus: Die Russen hatten in ihreu vielen Kriegen mit der Türkei unzählige Opfer gebracht. Die Früchte aber heimsten stets andere ein. England nahm Ägypten und die größeren l Inseln, Italien Tripolis, Griechenland Salonichi, Ser-'« 'im Mazedonien, Rußland bekam aber gar nichts. ! Icht gibt es aber für Rußland leine Rücksichten mehr. ^onstantinopel mit den Dardanellen und das südliche Üfergebiet des Schwarzen Meeres, das künftig das „Russische Meer" heißen soll, werden im jetzigen Kriege 'der Lohn sein. Liebesgaben fiir die Nüssen m Lemberg. Kopenlmaen, 8. Februar. Aus Petersburg wird ne- Nicldct.- Ein Acamtcr t>cs heiligen Synods bcaibt sich die- sertage nach Qcmbern, um drei Wangons niil Liebesgaben ? dicthin zll bringen. Daiunter befinden sich 20.000 Zaren- wilder, russische Schulbücher, Lcscbüchcr, sehr viele russische Heiligenbilder und Ornate für orthodoxe Geistliche. Eine Expedition gegen mongolische Aufständische. Petersburg, 8. Februar. Die St. Petersburger Telegraphen-Agentur meldet aus Mulden: Eine Ab-> >! lgländer befanden. Der Sieg hat unter den Stämmen ^r Gegend groszcn Eindruck hervorgerufen. Die Stämme fließen sich den türkischen Truppen an, ebenso wie jene ^ bknachbarten persischen Gebietes, Die Truppen und ! ' Stamme marschieren auf Bassorah. Todctzfällc. Wien, 8. Februar. Der frühere Stellvertreter des Chefs des Generalstabes FML. Langer ist gestorben. London, 8. Februar. Der frühere Minister und Vizekönig von Irland Marquis Londonderry ist gestorben. Drei Wochen lang verschüttet. Avezzano, 7. Februar. Heute wurde in Paterno ein gewisser Cajola, der bei dem Erdbeben am 15. Jänner verschüttet worden wa.r, von Soldaten in gutem Zustande aus den Trümmern hervorgezogen. Cajola, ein '^jähriger Mann, war unter den Trümmern einer Säule gelegen und lebte bis heute ausschließlich von Wasser. Er wurde im Automobil nach Avczzano gebracht. Dort konnte er ohne Stütze den Wagen verlassen. Zusammenstoß zweier Dampfer. Rotterdam, 8. Febmar Der „Rotterdamsche Cou-rant" meldet: Der norwegische Dampfer „Fix", von London nach Rotterdam unterwegs, stieß in der Nacht von Samstag auf Sonntag ein paar Kabellängen vom Südpier von Hack van Holland entfernt, mit den: Dampfer „Eimstad", der „Fix" unversehens anfuhr, zusammen. „Fix" wurde sofort am Südpier gelandet, aber das Achterschiff sank und die Ladung wurde auf Deck und ins Meer gespült. Der Kapitän und die aus dreizehn Mann bestehende Mannschaft, die mir das Nötigste mitnehmen tonnten, wurden auf Rettungsbooten ans Land gebracht. „Eimstad", die ein großes Leck erhalten hatte, kehrte nach Rotterdam zurück. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Mach Kchluß des Blattes eingelangt. Wien, 8. Februar. Die „Korrespondenz Wilhelm" meldet: Ihre k. und k. Hoheit Frau Erzherzogin Zita, Gemahlin Seiner k. und l. Hoheit des Herrn Erzherzogs Karl Franz Josef von Österreich-Este, ist heute den 8. Febmar 1915 um 9 Uhr 45 Minuten abends eines Erzherzogs glücklich entbunden worden. Das allgemeine Befinden Ihrer k. und k. Hoheit ist den Umständen entsprechend, Krästezusland normal, Temperatur 37,2, Puls 78. Der neugeborene Erzherzog ist gesund und überaus kräftig und wog 4690 Gramm. Verantwortlicher Redakteur: Anton Huntes. * (Kranlenbewca.una..) Im Distriktskrankenhaus^ in "ldcssbcrg sind mit Ende Dezember v. I. Al'> Kranke, und zwac 25 männliche und 11 wci.nin,).: Personen, in Ve hcndlung verblieben. I'u Iä':mn wurocu 4.» Niant.', un5 ?war 34 n>s'nnliche uu> 15 weibliche Personen, auf-gln^NlMen. E.illassen würden im I-i:m>.r 47 Pcrsoncn, und zwar 34 männliche und 13 weibliche. Gestorben sind 1 männliche u.rd 1 weibliche Perim». Mit <5nde Imincr verblieben daher noch 24 männliche und 12 weibliche Personen in Sftitalsbehandlung. Von den 85 behandelten Personen waren 12 Einheimische und 73 Ortsfremde. Die Gesamtzahl der Verftflegstage betrug 1064, die durchschnittliche Vcrvflegsdaucr eines Krauten 14 Tage. Von den Entlassenen und Verstorbenen standen ? wegen Infektionskrankheiten und 42 Personen wegen anderer Krankheiten in SftitalZbehandlung. — Im Kaiser Franz Josef-Krankenhause in Gurlfeld sind mit Ende Dezember v. I. 42 Kranke, und zwar 24 männliche und 18 weibliche Personen, in Behandlung verblieben. Im Jänner wurden 72 Kranke, und zwar 49 männliche und 23 weibliche Personen, aufgenommen. Entlassen wurden im Jänner 46 Personen, und zwar 25 männliche und 21 weibliche. Gestorben sind 3 männliche und 3 weibliche Personen. Mit Ende Jänner verblieben daher noch 45 männliche uud 17 weibliche Personen iu Sftitalsbehandlung. Von den 114 behandelten Personen waren 43 Einheimische und 7l Ortsfremde. Die Gesamtzahl der Ver-Pflegstage betrug 1551, die durchschnittliche Verftflegs-dauer eines Kranken 13,6 Tage. Von den Entlassenen und Verstorbenen standen 11 wegen Infektionskrankheiten und 41 Personen wegen anderer Krankheiten in Spitals-behandlung. —r. — (Wochenviehmartt in Laibach.) Auf den Wochen-viehmarkt am 3. d. M. wurden 242 Pferde, 396 Ochsen, 101 Kühe und 9 Kälber aufgctriebm. Darunter befanden sich 470 Schlachtrinder. Die Preise notierten für Mastochsen mit 100 bis 112 X, für halbfette Ochsen mit 96 bis 100 X für 100 Kilogramm Lebendgewicht. — (Ein jugendlicher Einschleicher.) Der Gastwirt Andreas Poglaj in PokoMe, Gemeinde Franzdorf, wurde in einer der letzten Nächte durch ein verdächtiges Geräusch im Kcllerrnum aus dem Schlafe geweckt. Als er Nachschau hielt, bemerkte er im Keller einen jungen Burschen, der sich bei seinem Erscheinen unter der Stiege verstecken wollte und den er als einen dortigen Ortsburschen erkannte. Der kaum 14 Jahre alte Bursche hatte sich am Abende in diebischer Absicht in das Haus clngeschlt-chen und in den Weinkeller einsperren lassen. Auf die gleiche Weise hatte sich der jugendliche Dieb schon früher einigemale ins Haus eingeschlichcn und hatte Geld- sowie Getränkediebftähle im Werte von über 150 ^ verübt. Die Diebslählc waren zwar jedesmal bemerkt wnr-den, doch fehlte vom Täter jede Spur. — (Verstorbene in Laibach.) Johann Podr5aj, Besitzer, 41 Jahre; Josef Matolovn-, Infanterist; Maria Cizerle, Krämersgattin, 74 Jahre; Anton Mihevc, Schlosserlehrling, 15 Jahre. Theater, Kunst und Ateratnr. — (Das Konzert in der Donttirchc TunncrZtüg dcn 11. Februar.) Herr Gaston Zuccoli, Professor am Konservatorium in Trieft, wirkt beim Konzerte in der hiesigen Domkirche das erstemal mit. Ein vortrefflicher Spieler, Pianist und Organist, studierte er Mulik in Parma, wo er das Konservatorium im Jahre 1^7 absolvierte Von dort wurde er sogleich als Professor für Keiler und Orgel nach Trieft berufen. Prof. Zucccli ist auch als Komponist tiMg; er schrieb schon mehrere Klavier- und Gcsangsstückc und ein sinfonisches Gemälde für großes Orchester „L'autunno". Fetzt arbeitet er au einer einaktigen Oper „II lago". — Herr Th. v. Pafi-czynskyj, der zweite liebe Gast bei dem diesmaligen Konzerte in der Domkirchc, ist ein ausgezeichneter Tenor. Das Kriegsschicksal brachte ihn von Przcmysl nach Lai-bach. In Przemysl war er Ehordirigent in der rutheni-schen Kathedrale, jetzt ist er in Laibach ein fleißiges und sehr geschätztes Mitglied des Domchores. Beim Konzert wird Herr von Pasiczynskyj ein innig empfundenes Ma-rienlicd „Inviolata" von Lulli (1633—1687), weiters einige Soloslcllen in der Messe von Perosi vortragen^ Der postsckretäs im Himmel von Ludwig Thoma Neuester Vanb der lWeln-Aüchel ^,u l'czi'.'hcn durch: lg. v. Kleinma^r K kecl. Vambergs Vuck-kanälung in taiback, Kongretzplah 2. Meteorologische Beobachtungen in Laibach Seehöhe 306 2 m. Mittl. Luftdruck 736 0 m» ° s MD l^z "2I2 ü.N. 741 2 4 4 ZZO. schwach teiln,, hntkl l "5s? U.3. > 3U'3> 1-11 » l «edel s^0 Da« Tagesmittcl der gestrige» Temperatur betrüat 2 4», Normale -0 9». Ausweis über den Stand der im Lande Kraln nach den am 6. Februar 1915 vorliegenden Berichten de« politischen Bczirksbehörden herrschenden Epizootic«. Notlauf der Schweine im Vezirle Gottschee in der Gemeinde Groklaschih (1 Ort. 1 <"eh.); im Vezirle Rudolfswert in den Gemeinden St. Michael'Stopitsch (1 Ort. 1 Geh) Pilllandl (1 Ott, 1 Geh.), Seijenberg (1 Olt, 1 Geh.). «A. k. Aandesregierung für Arain. Laibach, am 6 Februar 1Mb Wohnung 315 zu vermieten 31 bestehend ans sechs Zimmern, Vorzimmer und Küche samt Zugehor: Resljeva cesta Nr. 12. Vaibacher Zeitung Nr. 31____________________________ 246 ______ 9. Februar 1915 Amtsblatt. 312 1.30bb. Kundmachung. Im Sinne deS ß 52 des Gesetzes vom 6. August 1909, R,G. Bl.Nr,177. wird für die im Monate Februar über behördliche Anord» nung getöteten oder infolge einer behördlich ange-ordneten Impfung verendeten Vchlachtschweine nach dem im Monate Jänner >915 in Laibach amtlich notierten durchschnittlichen Marktpreise die Entschädigungsssiundlage unt lv 1-52 pro Kilogramm für olle Qualitäten festgesetzt. D,ei! wird hiemit veilautbart. K. k. Landesregierung für Krain. Laibach, am 6. Februar 1915. Štev. 3055. Razglas. V zmislu § 52 zakona z due 6. avgusta 1909, drž. zak. St. 177, je praiièem za K&kol, ki 8e mesoca februarja na oblastveni ukaz zakoljejo ali valod oblastveno ukazanega cepljenja pogiuejo, po povpreèni tržui ceni, nradno z&beležeui v Ljubljani moseca ja nuarja 1h15, doloèena odškodnioa z K 152 za vsak kilogram in za vse vrste praSièev. To B« daje na obèno znanje. C. kr. deželna vlada za Kranjsko. V Ljubljani, dno 6. februarja 1915. 298 C 2/15/1 Oklic. Zoper g. Albina Sterle, posestnika na BaÈu ät. 21, katerega bivališÈe je neznano, se je podala pri c. kr. okrajui sodniji v llir. Bistrici, po Francetu Fatur, posestniku na Baèu št 21, tožba zaradi 926 K s prip. Na podstavi tožbe se je doloèil narok za ustno sporno razpravo na dan 2 2. februarja 1915 ob 9. uri dopoldne pri tej sodniji v sobi Št. 5. V obrambo pravic toženca se po-fltavlja za skrbnika gospod Ivan Pavsiè T Uir. Bistrici. Ta skrbnik bo zastopal toženca T oznamenjeni pravni stvari na njega neTarno8t in stroške, dokler se isti ali ne oglasi pri sodniji ali ne imenuje pooblašèenca. C. kr. okrajna «odnija v Ilir. Bistrici, odd. II, dne 2. februarja 1915. 27S C I 9/15/1 Oklic. Miha Pinèuliè iz Buseèe vasi St. 14 toži zapušÈino Jerneja Škerjanca iz Kostanjevice radi izbrisa terjatve po 220 K. Narok bo 2 2. sveèana 1915 dopoldne ob 9. uri pri tera sodišèu. V obrambo pravic tožene zapu-šÈine postavljeni skrbnik Ivan GerloviÈ iz Kostanjevice bo zastopal isto na njeno nevarnost in stroške. C. kr. okrajno sodišèe Kostanjevica, odd. L, dne 30. prosinca 1915. 278 3—2 Gz. Nz. II. 7/15/1 Edikt. Vom k. k. Oberlandesgerichte für Stcier-mark, Kärnten und Krain in Graz wird bekannt gemacht, daß das k. k. Bezirks' gericht Laibach die Erhebungen zur Er» gänzung des dortigen Grundbuches durch Eintragung der uoch iu keinem öffentlichen Buche vorkommenden Liegenschaft als: Parzelle Nr. 579/12 Wald der Katastral-gemeinde St. Agatha in die neu zu er-öffnende Einlage Z. 183 gepflogen und die Eintragung dieser Liegenschaft in die vor« bezeichnete Grundbuchseinlage verfügt hat. Infolgedessen wird in Gemäßheit der Bestimmungen des Gefrtzes vom 25. Juli 1871 R. G. Bl. Nr. 96 der 1. Februar 1915 als der Tag der Eröffuung diefer Einlage hinsichtlich der bezeichneten Liegenschaft mit der allgemeinen Kundmachung festgesetzt, daß von diesem Tage au neue Eigen« tums-, Pfand» und andere bücherliche Rechte auf diese Liegenschaft nur durch Eintragung in dieser Einlage erworben, beschränkt, auf audere übertragen oder auf« gehoben werden können. Zugleich wird zur Richtigstellung dieser Grundbuchseinlage, die bei dem k. k. Be-zirksgerickte in Laibach eingesehen werden kann, bezüglich der erwähnten Liegenschaft, das in dem obbezogenen Gesetze vorgeschriebene Verfahren eingeleitet und werden demnach alle Personen a) welche auf Grund eines vor dem 1. Februar 1915 erworbenen Rechtes eine Änderung der in dieser Einlage enthaltenen, die Eigentums« oder Besitzverhältnisse hin-sichtlich der erwähnten Liegenschaft bctrcf« fenden Eiutragungeu in Anspruch uehmcn, gleichviel, ob die Änderung durch Ab», Zn» oder Umschreibung, durch Berichtigung der Bezeichnung der Liegenschaft oder der Znsammenstelluug von Grundbuchskürpern oder in andercr Weise erfolgen soll; d) welche schon vor dem I. Februar 1915 auf diese Liegenschaft oder auf Teile derselben Pfand«, Dienstbarleits« oder andere zur bücherlichen Eintragung geeignete Rechte erworben haben, sofern diese Rechte als zum alten Lastenstande gehörig eingetragen werden sollen, aufgefordert, ihre diesfälligen Anmeldungen, und zwar jene, welche sich auf die Belastungsrechte unter d) beziehen, in der im H !2 obigen Gesetzes bezeichneten Weise längstens bis znm letzten April 19!5 bei dem k. k. Bezirksgerichte in Laibach. einzubringen, widrigens das Recht auf Geltendmachung der anzumeldenden Nn-spriiche denjenigen dritten Personen ge° genüber verwirkt wäre, welche bücherliche Rechte auf Grundlage der in dieser Grund, buchseinlage enthaltenen und nicht bestrit» tcnen Eintragungen im guten Glauben erwerben. — Au der Verpflichtung znr Anmeldung wird dadurch nichts geändert, daß das anzumeldende Recht aus einem außer Gebrauch tretenden öffentlichen Buche oder aus einer gerichtlichen Erle° dignng ersichtlich oder daß ein auf dieses Recht sich beziehendes Einschreiten der Parteien anhängig ist. — Eine Wiedereinsetzung gegen das Versäumen der Ediktalfrist findet nicht statt, auch ist eine Verlängcruug der letzteren für eiuzelne Parteien unzulässig. Graz, am 15. Jänner 1915. 216 3-2 T 3/15/2 Uvedba postopauja, da se za inrtvo proglasi Antonija Milavec. Le-ta je bila 19. decembra 1856 v Lipljah, župnije Planina, kot za- konBka hèi Andreja Milavca in nje* gove žene Lize, rojene Sicherl, rojfina, Odšla je v 20. letu svoje starosti iz domaèega kraja po svetu služit. Leta 1896 je še pisala iz Trsta. To je bil zadnji glas od nje. Ker utegne potemtakem nastopiti zakonita domneva smrti po zraißlu § 24 st. 1 o. d, z. po besedilu s ces. naredbo z dne 12. oktobra 1914, St. 276 d. z. uvedene novele k drž. zakonu, se uvaja na prošnjo Helene Milavec iz Lipelj št. 9 postopanje y namen proglasitve pogrešane za mrtvo. Vsakdo se torej pozivlja, da sporoèi sodišÈu ali skrbniku gospodu Jerneju Benèan, županu v Planini, kar bi vedel o imenovanej. Antonija Milavec »e pozivlja, da se zglaoi pri podpisauera sodišèu ali mu na drug naèin da na znanje, da še živi. Po 20. februarju 1916 raa»odilo bo sodisce po zopetni prošnji o pro-glasitvi za mrtvo. C. kr. deželno sodišèe Ljubljana, odd. III., 20. januarja 1915. Dražbeni oklic. E749U Dne 26. februarja 1915 predpoldne ob 9. uri bo na lieu mesta po posameznih parcelab dražba sledeèih nepremiènin: i Zeknj!gSaka T" 'er' Oznaöba nepremiènin Cenilna "^nost ^jf 1 K { h K 1 h CeroTc 250 48/2 hiša in živinski hle? 340 , — — > » 178 pašnik 1 j 50 — 1 — » » 2238 vrt 1 1 — — • — 4010 njWa 24 1 — — — » » 40 J 2 travnik 270 i — — — 4044 pašnik 64 — — — > > 4040 njiva 535 — — — » » 4116 travnik 46 — —'¦¦—: » »4117 pašnik 20 — — — » 4118 njiva f>6 1 — : — » > 3339 viaograd 316 — — — > » 3340 travnik 22 — — — » » 3601 njiva 400 — — — » 3660 ujiva 85 — — — 3G81 njiva 271 — — — > 3670/2 pašnik 79 — - — » 3686/2 njiva 175 — -, » 3K90 travuik 39 — — — 3029 pašnik 30 — — > 3030 travnik 31 — — — 3033 vinograd 79 — — — 141 3605 go«d 900 — — — \ Pod najmanjšim ponudkom se ne prodaje. C. kr. okrajna sodnija v Rudolfovem, odd. IV., dne 19. januvarja 1915. gute, jrische, böhmische Blut- unJ = = sebervürste sind jeden Dienstag und freitag zu haben. Braten von jungen Schweinen, Seines geselchtes fleisch, saftige Crenvürstel und Sajalaöi sind zu haben bei 4021 17 3. Chalupnik, Stari trg 19. Geld-Darlehen »ueh obne Bürgen, ohne VorBpesen, erhalten Personen jedt-n Standes auch Damen) hei K 4-— monatlicher AhzahlunK hüw)»a llypo-thekar-DHi-Mien «>ffpktni«'rt lasch, rt>ell uu.i billitr SigmtlDd Sohllllnger, Bank- und E8kbmpte-Uur.au )» 1'reßhurg, Koa-iuib Ijijosplatz 29. (Retourmarke erbytm.) l o i i \) — y Betffedern und Daunen in grosser Auswahl und zu sehr billigen Preisen empfiehlt die Firma im2° jf. L L. Skaber ne, Laibaeh. Eine schöne, sonnseitige Wohnung mit drei Zimmern und einem Kabinett, in der Nähe der Belgierkaaerne, eventuell Peterskirche, wird von einer ruhigen Partei mit einem Kinde zum Maitermin gesucht. Gefällige Anträge unter „E. R." an die Administration dieser Zeitung. 284 &—2 Wohnung bestehend ans vier Zimmern und ein möbliertes 3-3 Monatzimmer sofort zn vergeben: Vflla IVettacb. 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