NnbacherIeitunH. .?"! R»A. Samstag am «. Mai «83^. Die Laibachcr Zeitung" erscheint, mit Nusnahioc dcr Sonn- und Fnsltagc, täglich, und lostet sammt den Vcilagm im Comptoir ganzjährig ll fi., halb jährig 5 fi. 30 kr., mit KrcuU' > , , . . , ,,,,,, , ,„ .----------,---- ,--------------, , , . . . ' . -^ ' __!^> ÄnUlicher Theil <)Vc. k. k. apostolische Viajcstät haben laut Allcr-stcr Elttschliestuug voiu 22. u. Mts. dem Obcrlieute-nant im Kürassier - Regimcntc Graf Hardegg Nr. 7, Ludwig Feiherrn v. Ambrozy, dic k. l. Kännnc-rerswürdc allcrgnädigst zu verleihen geruht. Das ?. k. Ministerium des Innern hat den Kon-zeptsadjnnkten bei der Statthaltern zu Trieft, Dr. Paul Wittmann, zum provisorischen Vizesekretär bci der Civil-Scktion dcs lomb. vcuct. Gcneral-Gou-vcrncmcnts ernannt. Das k. k. Finanzministcrinm hat die bei der Steuerdirektion zu Troppan erledigte Stelle eines Finanzrathes dem bei derselben iu Verwendung stehenden Fiuauzsckrctär, Ferdinand Ofner, verliehen. Die unter dem Patronate dcs Neligionsfoudes stehende Pfarre Sternberg in der Olmützer Diözese ist dcnl Porsteher des fürstcrzbischöftichen Olmützer . Klerikalseminars nnd Ehrenkanonikus von Kremsier, Hieroniuuls Hampel, verliehen worden. Das Handelsministerium hat die von der Handels« und Gewerbekammer iu ssrcmona fnr das Jahr 4864 vorgenommene Wiederwahl dcs Pictro Nizzi zu ihrem Präsideuten, und die Wahl des Giuseppe Torch iana zu ihrem Vizepräsidenten genehmigt. Veränderungen in der k. k. Armee. V efördcru u g e u. Der Hauptmann Karl Dervin v. Waffenhorst des Infanterie-Regiments Prinz Friedrich Wilhelm uon Preußen Nr. 20 z»,,, Major beim Infanterie-Rcgimente Baron Sivkovics Nr. 41; Die Hanptlcute: Wenzel Lander des Infanterie« Regimentes Graf Gyulai Nr. A3, und Johann Dits des Infanterie-Regiments Varon Sivkovics Nr. 41, zu Majoren. Im Militär - Fuhrwesenkorps die Rittmeister: Ferdinand Aniolowicz des Uhlanen-Regimentes Graf Civalatt Nr. 1 und Leopold Bolz des Fuhrwesen-korps, zu Majoreu. Der Major-Auditor Emauucl Kopetzky zum Oberst« lieutcnant-Anditor. Ernenn n n g. Der pcnsiouirtc Major Demeter Nako zum Kommandanten des Transport-Sannnelhanscs zu Pesth. P c n s i o n i r n n g c n. Der Oberst Joseph Linke, Kommandant dcs Infanterie-Regiments Freih. v. Geppert Nr. 43; dann der Hauptmann erster Klasse Michael Dangl des 6len Artillerie-Regiments als Major. Hente wird ausgegeben lind versendet: das Lan-°es - Regierungsblatt fnr das Herzogthum Kraiu, Er-^r Theil. XV j. Stück. VI. Jahrgang 1834. Dasselbe enthält untcr lr. 73. Vcrordnnng dcs k. k..Ilistizministeriums v. ^^> Februar 1864, über die Gcbührcn der bei ci-Uem Strafgerichte des Ciuilstandes als Zcngen cr-^cinendeu Militärpersonen nnd der sie begleitenden "Nziere. ^ 74- Verordnung des k. k. Ministeriums dcs In-"ern von» 2«. Febrnar 1834, woinit die bisher für dic Apothekcrlehrlinge festgesetzte Lehrzeit von vier Jahren nnf drei Jahre herabgesetzt wird. Nr. 73. Erlaß dcs k. k. Ministeriums des Aenßcrn vom 2. März 1834, womit das zn Drcsden am «. Fcbrnar 1834 mittelst Auswechslung eiuer kaiserlich - österreichischen Ministerial - Erklärung , Johann Rautncr, das. . 3 — ^. __ „ Frauz Rudcsch, das. . iil — — — „ Norbert Chreureich, Iuha- bcr vou Ponovich ... üt) — — — „ Daniel Dettcla in Laibach 6 — — — Summe 83 — — — Hiczu die Summe aus dem Vi. Verzeichnisse pr. . . 144« — 272 1 crM sich eine Totalsmmne von 1629 — 272 1 Getreide. Nichtamtlicher Theil. Kriegsschauplatz an der Douau und der griechische Aufstand. Wieu, 3. Mai. Aus Wid din wird gemeldet, dast die Getreideansfuhr aus der Walachei vou Seite der Türkei nächstens verboten werden würde; für jetzt stünden Kalafat uud Osctate dm Schiffcu zu Getrci-laduugen noch offen. I Aus Widdiu vom 28. April wird berichtet, daß Sann Pascha die Leitung der VcrwaltuugMngc-legcuhciten in der kleiueu Walachei provisorisch über» uoinmen habe. Alle von den Russen abgesetzten wa-lachischeu Beamteu werden znrückberufcu, um ihre Posten wieder einzunehmen. Die russischen Truppen habe»! nnn auch Krajo>va verlassen und sich in die Position an der Aluta zurückgczogeu. Die Türken haben in der kleinen Walachei sehr viel Sympathien. Russische Agenten, Verpfiegsliefcranten nnd dergleichen kompromittirte Judividuen werden vou deu Ortsbe» wohucrn selbst ausgeliefert, weun sie die Flnchi nicht ergreifen. I Die letzten Berichte van« Kriegsschauplätze an der Donan sind vom 30. April. Silistria hält sich noch gegen die Russen. General Luders, der sich mit seinem Korps nur langsam bewegt, hat mit Verpftegs-Hindernissen zu kämpfen. Fürst Paskiewitsch ist uoch iu Bukarest. Gerüchtweife wird vou russ. Offizieren die Zeit vom 3.—6. Mai als jeue Periode bezeichnet, zu welcher ein Sturm auf Silistria und Rustschuk, dann der Donauübergang anf drei Punkten stattfin» deu soll. I Ueber die blutige Affaire bei Tschernawoda vom 22. April erfährt man nachträglich, daß die Russen einen beinahe 18stündigen Kampf gegen die Türken aushielten, nm einen im Anznge gewesenen Lebeusmittel'Transport, der bedroht war, zu retten. In der Dobrudscha herrscht großer Maugcl au Pro^ uiant. Was die Türken an Lebensmitteln bei ihrem Rückzüge uicht ueruichtcten, habeu die Nnsscn bereits verbraucht. Unter der Bevölkerung herrscht das bit« terste Elend. I Die neueste Berichte vom Kriegsschauplätze an dcr Donau briugcu folgeude Einzelnhcitcu. Omer Pascha zieht über Parna fortwährend Vcrstärkllugeu au sich. — In Parna sind am 2l. April die ersteu englisch'franzö'sischen Landuilgötruppcu eingetroffen. — Die griechischen Kirchen und Klöster in der Dobrn» dscha haben uon Sr. M. dem Kaiser vou Rußlaud viele und werthvollc Geschenke von Kirchengeräthen. Kirchcnschmuck n. dgl. erhalten. — In Varua befiu» den sich acht, uon deu englisch-französischen Schiffen aufgebrachte, zn», Theil sehr wcrthvolle Prisen, von denen eine- große Summen Silbcrgeld an Bord hatte. — Dcr bei Sinopc gefangene türkische Admiral Os< man Pascha befindet sich in Odessa und ist von sci< ^ncn Wnndcn vollkommen hergestellt. — Varua soll unr schwach beseht sein. j Aus dcr Herzegowina dcn 29. erfahrt «nan, daß sdic Türken alle Vorkchrmlgcu treffen, um eineir stren' gen Vlokadczustaud gegeu Mouteucgro eintreten zn lassen. Im See von Skutari werde» zahlreich be< lvaffuetc Barken bereit gehalten. An dcr Gränze, wo der Kern der regulären Truppen in einen Kordon anfgclöst wurde, streifen fortwährend zahlreiche Korps in verschiedenen Richtung",. 455 I Von den Kriegsschauplätzen schreibt der „Oest. Soldatcnfrrnnd: "Wir erhalten einige Details über die Befehle«, ßung der russischen Seehandelsstadt Odessa im schwarzen Meere dnrch die alliirte, ans 7 Dreideckern nnd l i Fregatten bestehende Pontusstotte. Einige Tage früher wurde ein Dampfer, welcher den englischen, mittlerweile abgereisten Konsul abbolen sollte, trotzdem er die Parlamcmärfiaggc anfgehißt hatte, mit scharfen Schüssen aus dem Freihafen, wohin er sich übermüthig zu weit vorwagte, zurückgewiesen. Als Ge-nngthnnng verlangten die zwei englisch-französischen Admirale die Auslieferung sämmtlicher rnssischer Fahrzeuge. Der k. russische General Krnscnstern wollte sich hierzu nicht herbeilassen; gegen ein Bombardement der Stadt, wodurch uicht das Aerar. wohl aber die Privaten großen Schaden erleiden würden, protestirtc er auf entschiedene Weise. Sofort wnrdc das Feuer gegen die im Pratika>Hafen vor Anker liegenden Schiffe und gegen die Stadt eröffnet. Acht russische und ein österreichisches Schiff (die „Santa-Caterina") wurden verbrannt; eben so gcrieth der Woronzofs-sche Palast in Flammen; die Statue Richelieu's und das Palais Royal wurden zertrümmert. Die englisch-französischen Schiffe konnten jedoch nnr eine einzige aus 4 Kanonen bestehende Batterie zerstören. Der Versuch, 1800 Mann znr Zerstörung zweier anderer Strandbattericn zn landen, ist vollständig mißlungen und es wurden dabei 4 Dampffrcgatten, welche das Feuer dieser Batterien zum Schweigen bringen wollten, sehr stark beschädigt. Wegen der vortrefflichen Placiruug dieser Batterien konnte das Bombardement aus den Kricgöschif« fcn, die sich von der Küste ziemlich fern hielten, der Stadt keinen größeren Schaden zufügen. Die Be-schicßnng dauerte zehn volle Stunden nnd hätte am 23. April — am griechischen Ostersonntagc — fortgesetzt werden sollen. Ein Dampfer, welcher auf der Höhe von Sebastopol znr Beobachtung der k. russi-schon Flotte mit 8 anderen Kriegsschiffen kreuzte, brachte jedoch dem Admiral Du..das die Nachricht, daß an den russischen Schiffen vor dem Hafcn in Sevastopol cine uugewöhulichc Bcweguug bemerkt werde nnd ein Anslaufeu der von dem gefürchteten Admiral Nachimoff befehligten Flotte nicht zu den Unmöglichkeiten gehöre. Gleich nach dem Eintreffen dieses Dampfers liefen die Schiffe der vereinigten Flotte mit der angeblichen Erklärung, die Stadt nicht mehr beschießen zn wollen, mithin ans strategischer Großmnth, in die höbe See aus; die 4 beschädigten Fregatten wnrden in's Schlcpptan genommen. — Wir geben diese Details so, wie wir sie eben erfahren haben, Oesterreich. Wien, lt. Mai. Gestern (2.) Vormittag hat auf dem Ercrzierplatzc am Glacis cine grope militärische Ncvue stattgefunden, welcher Sc. k. k. apostolische Majestät mit grostcm Gefolge von Generalen nnd Offizieren aller Naffengattnngen zn Pferde. Ihre Majestät die Kaiserin, Ihre kaiserl. Hoheit die dnrch-lauchtigste Frau Erzherzogin Sophie, Ihre k. Hoheiten die durchlauchtigsten Frauen Herzogin von Mo-dcna, Herzogin ionise und Prinzessin Helene in Vaiern im Wagen beizuwohnen genchten. Die Trnp-pcn, 3 Infanterie-Brigaden nnd eine Kavallerie-Brigade mit entsprechender Artillerie, waren hiezn nnter dem Commando Sr. k. Hoheit des FML. Herrn Erzherzogs Ernst in voller Parade ausgerückt, und in fünf Treffen in Linie aufgestellt. Sie bestanden ans 12 Bataillonen Linicn-Iufanterie, 1 Bataillou uud 2 Kompagnien Jäger, 1 Festnngsartillerie-Bataillon, l Kaualleric-, 2 «pfundigen, 1 ILpfündigen Fup-Batte-ricn, 1 ArtiUeric.Lchrkompagnic, der Gardc-Gensd'ar-merie - Eskadron, dem Uhlancn - Regiment Großfürst Alcmndcr nnd dem Kürassier-Regiment Kaiser Nikolaus, zusammen ans 7<> Compagnien, 111 Eskadronen, 32 Geschützen. Während des Abrcitcns der Fronten wurde die Volkshymne gespielt. Hierauf folgte ein zweimaliger Vorbeimarsch vor den Allerhöchsten und höchsten Personen. Die Infanterie defiiirte das erste Mal in offenen, das zweite Mal in geschlossenen Vataillonskolonncn, die Artillerie in halben Batterien im Schritt, die Kavallerie in halben Eskadronen, das erste Mal im Schritt, das zweite Mal die Uhlanen im Trab, die Kürassiere im Galopp mit der Kaval« leric-Batterie an der Onene, zuletzt einzeln eine Kürassier-Division theils im Schritt, theils im Trab, theils im Galopp nnd eine Uhlaneu-Division in Carriere. Zu dem imposanten militärischen Schauspiele, das, von trefflichem Wetter begünstigt, fast 2 Stunden daucne, hatte sich eine änsterst zahlreiche Menge von Zuschauern cingefnndcn, welche die Allerhöchsten uud höchsten Herrschaften mit ehrfnrchtsvoUcm Znrnf begrüßte. W ien, 4. Mai. Se. k. k. apostolische Majestät geruhten gestern — am A. d. M. — bei Aller-höchstihrcr Rückkehr von einem knrzen Ansstuge in Beglcitnng Sr. Exzellenz des ersten Gcneraladjiuan-ten FM^!. Grasen Grünnc znm zweiten Mal die Semmcringerbahn zn befahren. Der Zug ging um 7 Uhr 2 Min. von Mürz-zuschlag ab, hielt iu den Stationen: Semmering (Haupttunnel) uud Klamm, nm Wasser und Holz zn nehmen, nud langte in Gloggnitz um 8 Uhr 44 Min. an. Die Fahrt über deu ganzeu Scmmcring wurde sonach in l Stunde 42 Min. zurückgelegt. Der k. k. Betriebsdirektor - Dr. Kutschcra hatte das hohe Glück, den Separatzng zu lcitcu. Se. Majestät geruhten Sich gegen denselben sehr beifällig auszusprcchcu. — Sc. köuigl. Hoheit der Herr Herzog Mari-milian in Baiern haben anf der Rückreise von Wien vorgestern — am 2. d. M. — Nachmittags 4 Uhr ^inz passirt. — Das russische Postdepartcmcut »nacht bekannt, daß wegen eingetretener Hindernisse, die mittelst des österreichischen „Vloyd" beabsichtigte Postvrrbindung zwischen Odessa und Konstantinopel anfgehört hat. — Das k.k. Centralkomit« für die Beschickung der Münchener Industrie - Ausstellung gibt jenen Herren Industriellen, welche ihre Waren in Glaskästen ans« znstellen gedenken, bekannt, daß es nach einer Eröffnung der königlichen Commission in München nicht nöthig erscheine, anch die erforderlichen Gläser nach MünclM zn senden, da man daselbst Gläser jeder Größe und Onalität erbalten kann, nnd anch Getäfeln für bic Dancr der Ausstellung gegen Veva.ü> tung dargeliehen werden. Wien am 28. April 18Ö4. Vom l. k. Centralkomitt' für die Beschickung der Münchener Industrie«Ausstellung. — Wie die „Salzb. Ztg." mittheilt, wurde die Trazirnng einer Linie für die k. k. Staatseisenbahn von ^ambach über Vöcklabruck, Vöcklamarkt, Straß-walchen, Seckirchen durch das Fischachthal nach Salz-bnrg angeordnet. Die Vermessungen beginnen schon diese Woche. — Am 26. April ist die Stadt Hammerbnrg in Baiern, am Fuße des Rhöngcbirges, im buchstäblichen Sinne ein Ranb der Flammen geworden. Von den 472 Hänsern der Stadt sind bloß IN (nach andern Berichten bloß 8) Hänser stehen geblieben. Kirche, Schule, Rathhaus, Landgericht n. s. w. alles liegt in Asche. — Ein anderes Brandnnglück vom selben Tage wird ans dem baierischcn Dorfe Urspringen (bei Lohr) gemeldet. Am Abende sollen bereits 40 Wohnhäuser in Flammen gestanden sein, ohne daß mmt des Feuers Herr geworden wäre. " W i e n. Unter einem mit der Markgrafschaft Mähren ist anch die administrativ-gerichtliche Organisation des Hcrzogthnms Schlesien erfolgt, welches in gerichtlicher Beziehung znm Sprengel des Oberlandesgerichtes in Brunn gehört lind mit Ausnahme der, der Vandesregiernng unmittelbar unterstehenden Landeshauptstadt Troppau iu folgende Bezirke eingetheilt werden soll: Ianernig, Weidenan, Freiwaldau, Zuckmantel, Honenplotz. Olbersdorf, Iägerndorf, Freu-dcnthal, Bennisch, Troppau, Wigstadtl, Odran, Wagstadt, Königsberg, Odcrberg, Friedeck, Freistadt, Te-schen, Iablnnkan, Schwarzwasscr, Skotschan nnd Bie-litz. Als statistische Notiz verdient bemerkt zn werden, daß das Herzogthum auf einem Flächenranme von 8!) Qnadratmeilcn, 448.6 l:j Einwohner mit zwei Ge-richtshöfen, 22 landesfürstlichen Bezirksänttern, fünf Untersuchungsgerichten in 682 Geineindcn zählt. Es werden für dasselbe das ^andcsgericht in Troppau nnd das Kreisgericht in Tcschcn, als Gerichtshöfe erster Instanz bestellt. Der Sprengel des Troppaner ^andesgerichtcs umfaßt die Stadt Troppau und den Bezirk ihrer Umgebung-, ferner die Bezirke Ianernig, Weidenau, Freiwaldau, Zuckmantel, Hotzenplotz, Ol« bcrsdorf, Iägerndorf, Freudentbal, Bennisch, Wig» stadtl, Odran, Wagstadt, Königsberg, und in Bezug anf die Strafgerichtsbarkeit nach den Bestimmungen der Strafprozeßordnung vom 2!). Juli 1«6:l in den darin eigens bezeichneten Fällen anch jenen des Kreisgerichtes Teschen. Der Sprengel des Kreisgerichtes Teschen enthält die Bezirke Tcschen, Oderberg, Friedeck, Vielitz, Freistadt, Iablnnkan, Skotschau nnd Schwarz« wasser. In den Städten Troppan nnd Teschcn, nnd in den gleichnamigen Bezirken ihrer Umgebung wird die Gerichtsbarkeit von den dortigen Gerichtshöfen und von ocm bei jedem derselben »ach H. ti der mit a. b. Entschließung vom 14. September 1862 ^c-genehmigten Einrichtung der Gerichtsbehörden bestellten städtisch delegirten Bezirksgerichte nach Maßgabe der gesetzlichen Kompetenzbestimmungen geübt. Für die Bezirke Troppan (Umgebung) nnd Teschen werden die Bezirksämter bloß mit der administrativen Geschäftsführnng betraut. Iu allen übrigen Bezirken wird die zuständige Gerichtsbarkeit nnd die politische Verwaltnng von den darin ansgestcllten Bezirksänttern besorgt. Als Untersnchungsgerichte über Verbrechen nnd Vergehen sind sowohl die Gerichtshöfe erster Instanz, als die Bezirksämter Ianernig, Iägerndorf nnd Viclitz mit entsprechender Zuwcisuug der übrigen Bezirke an dieselben bestellt worden. " Das Ministerium für Nultns und Unterricht hat das ^'ebrbnch der Geometrie von Ernest Hollan, welches in mag'.'arischer Sprache mit Holzschnitten versehen, im k. k. Wiener Schulbücherverlage erscheint, nnd von dein so eben das erste Heft zu dem Preise von 24 Kreuzern erschienen ist, für Obcrgymnasien mit magyarischer Unterrichtssprache empfohlen. Tr i e st, 4. Mai. Pola. ^aut heute Morgens erhaltener Anzeige der kais. Agentie in Mcdolino ' ist vorgestern Nachts um 12 Ubr der amerikanische Dreimaster „Mount Washington" mit Ili Matrosen, befehligt von William Darris, mit 2130 Ballen BanmwoUc beladen, am Seoglio ^'evano bei Pro< nwntove gestrandet. Dic Menschen sind gerettet, jedoch das Schiff sitzt fest anf dem Felsen. Nach genauem Augenschein ergibt sich die Nothwendigkeit eines Dam« pfers und zweier Transportschiffe, welche vom Lloyd verlangt werden, während der Herr Hafenadmiral die vorhandenen Geräthschaften zur Disposition stellt. Das Sebiff nnd die tabling sind asseknrirt. Die k. k. Finanzwache bewacht die Waren. — Der türkische Schooner „Saitnm", Kapitän Ali Mnstafa, von Durazzo mit Getreide nach Trieft fahrend, schwebte anf dein Meere, etwa l!0 Meilen von der Istrianer Küste, am 2»;. v. M. in großer Gefabr, ans welcher er dnrch den tbätigen Beistand des ^loyddampfers „Messina", Kapitän Nieolich, gc< rettet wnrdc. Frankreich. Der Wort!ant des am !i. April 1864 von den Vertretern Oesterreichs, Frank» reichs, Großbritanniens nnd Preußens unterzeichneten Wiener Protokolls wird vom „Pays" wie folgt veröffentlicht: Anwesend: die Vertreter Oesterreichs, Frankreichs, Großbritanniens nnd Prenßens. Anf Anforderung der Bevollmächtigten Frank« reichs nnd Großbritanniens trat die Konferenz znsaM« men, nm die Verlesuug der Dokumente anzuhören, aus welchen bervorgeht, daß, da die an das St. Pc' tersbnrger Kabinet gerichtete Einladnng znr Rämnung der Moldau und Walachei innerhalb einer festgesetzt^ Frist unbeantwortet blieb, der bereits zwischen Nuß' land und der hohen Pforte erklärte Kriegszusmud jetzt auch zwischeu Rußland einerseits und Frankreich uud Großbritannien andererseits in Kraft ist. Dieser Wechsel, welcher in der Haltung zw""' auf der Nicucr Konferenz vertretenen Mächte in Folgc eines direkt von Frankreich nnd England gefaßtt" Beschlusses »'tattgebabt bat, wäbrend sie von Oest"' reich nndPrenßen als reebtlich begründe »unterstützt wurden, bedingt nach Ansicht 0" HH» Vertreter Oesterreichs und Preußens die Nothwendig« keit einer neueu Erklärung hinsichtlich der Eintracht der vier Mächte auf Grund der in den Protokollen vom ii. Dezember 1863 und vom 13. Jänner 1864 aufgestellten Grundsäße. Demgemäß haben die Unterzeichneten in diesem feierlichen Augenblicke erklärt, daß ihre Regieruu° gen einig bleiben in dem dop pcltcu Ziele, die Gcbicts-Integrität des ottomanischcn Reiches aufrecht zu erhalten, wozu die Räumung der Donaufürstcnth ü m e r eine der wesentlichen Bedingungen ist uud bleiben wird, und in einem In» teresse, welches so sehr in Einklang mit den Gcsin» uungcn des Sultaus steht, um durch alle mit seiner Unabhängigkeit und Sonverainrtät «erträglichen Mittel die bürgerlichen und religiösen Rechte der christlichen Unterthanen der Pforte zu kon-solidircn. Die Gebiets - Integrität des ottomanischcn Reiches ist und bleibt die unerläßliche Vcdingung jeder Transaktion, welche die Wiederherstellung des Friedens zwischen den kriegführenden Mächten zum Zweck hat, und die von den Unterzeichneten vertretenen Rc» gicrnngen machen sich verbindlich, gemeinschaftlich die Ausfiuduugmachung der Bürgschaften zu erstreben, welche am meisten geeignet sind, das Dasein jenes Reiches an das europäische Gleichgewicht zn knüpfen, wie sie sich ferner auch bereit erklären, über die All-wendung der zur Errcichnng des Zweckes ihrer Ucbcr-cinkunft am besten geeigneten Mittel zu berathen und zu einer Verständigling zu gelangen. Nas auch immer für Ereignisse entstehen werden in Folge dieser Ucbcrcinkuuft, die einzig und allein auf die Interessen Europa's gcgrüudet ist uud deren Zweck nur durch die Wiederkehr eineo festen und dauernden Friedens erreicht werben kann, so verpflichten sich die von den Unterzeichneten vertretenen Rc> gicrnngcn gegenseitig, ohne vorherige gemein« schaftlichc Berathungen kein definitives Arrangement mit dem kaiscrl. russischen Hofe oder mit irgend einer anderen Macht einzugchen, welches von den oben er' wähnten Gruudsätzcn abweichen würde. Vuol - Schauenstci n. B o u rqucnc y. West m orel a n d. A r n i m. Großbritannien. London, 27. April. In der heutigen SitMig iN' terpcllirte Graf Ellenborugh die Rcgicruug hiusicht« lich der schlechten, zu Gallipoli zur Unterkunft der Er-peditionstnlppcn getroffenen Mastregeln. Herzog von Newcastle entgegnete, die Regierung habe alle nöthi» gen Anstalten getroffen, die hiermit im Widerspruch stehenden Angaben der „Times" seien größtentheils irrig. Der englische Konsul zu Gallipoli erkläre übcr> dieß in seinem Berichte, daß die Stadt selbst alle nöthigen Hilfsquellen biete. Hr. Digby Seymour kündigte im Unterhause In« terpellationcn über denselben Gegenstand an. Trotz der Erklärungen des Herzogs von Newcastle bcharrt die „Times" auf ihren Behauptungen uud theilt neue Details als Beweis mit, daß die franzö> slschen Chefs weit besser für ihre Soldaten gesorgt ' hätten. Im Unterhausc erklärte Lord I. Rüssel bezüglich der angeblichen Beschlagnahme des dem Sir H. Seymour gehörigen Mobilars, daß, den letzten Nachrichten zufolge, man sich auf das Verbot beschränkt habe, diese Gegenstände auf dem Schiffe zu lassen, anf welches der englische Gesandte sich hatte bringen lassen. London, 29. April. Mr. Eobdcn lenkt die Aufmerksamkeit des Hauses auf die Vorgäugc in ^iechcnland. Lord John Russell sagt die Vorlage der betreffeudcu Dokumente zn. Jede Nachricht, fügt kl hinzu, die von Griechenland der Negicruug durch hre Konsnln daselbst zukömmt, bestätigt es, dnß in "then dcr Aufstand uach Kräfteu genährt werde; daß Personen selbst von: königlichen Hallshalt über die ^änzc gegangen sind, um die Christen gegen die Türken aufzureizen. Was die britische Negicrnng be» ^fft. so habe diese dnrch ihre Schiffe griechische Fahr-öcuge mit Waffen und Munition für die Insurgenten "ngchaltcn; und in Betreff der Allsweisung der Grienn könne er uur sageu, daß der Sultan ein Recht dazu habe, das Edikt vou Nantes sei ein uugeschicltcr Vergleich, denn in vorliegenden! Falle habe der Sul» tan nicht seine eigenen Unterthanen, sondern gefährli» chc Ausländer ansgcwicscn. Ob dieser Schritt auch politisch gcweseu, sei eiuc andere Frage; über die Gründe dazu seien der britischen Regierung keine Mittheilungen gemacht worden. Wenn mail aber von Gransamkeitcn der türkischen Irregulären spricht, dann dürfe man nicht übersehen, daß die Griechen leider eben so barbarisch gegen die Türken verfahren. Mr. Bright sieht die Vertreibung der Griechen lediglich im Interesse der griechischen Firmen in England all, uud da diese zu Schaden kommen, frage es sich einfach, ob es nicht Wicht der englischen Regierung sei, gc> gen diese Maßregel zu protcstiren. Es wäre laugst geschehen, denn der Schritt sei offenbar unpolitisch gewesen, hätte England nicht einen Gesandten in Kon« stantinopcl, der über dm Hals iu diesen Vcrwicklun> geil stecke. Mau habe den Hof von Athen angeklagt. Neßhalb? Weil er auf das Verlangeu der Pforte die freie Presse iu Gricchculaud nicht uuterdrückcn wollte? Der edle Lord habe auch dcu Kaiser von Rußland angeklagt. Lord Palmerston habe in noch heftigerm Auödrückcu gegen den Kaiser gesprochen; wie soll da in Zukunft eine Annähcrnng möglich werden! Gegen Amerika würde man höflicher sein, als gegen Grie» chenland, das stehe fest. Die Rcgieruug arbeite jetzt darauf hiuauö, die Gricchcu den Türken in die Hände zu spielen. Er bitte um Vorlage der Aktenstücke, aber sie möge vollständig und ungekürzt sein. Nachdem Mr. Layard uud Sir I. Graham gcsprocheu, fragt Mr. Gibsou, ob russische Schiffe wirklich die Erlaubniß habcu sollen, uach Hause zurückzukehren, wenn sie vor dem 16. März alls einem Hafen des weißen Meeres oder der Ostsee nusgclaufcu waren (wo dann alle Prisen herausgegeben werben müßten), lind wie es mit Sir H. Seymours Effekten in Petersburg stehe. — Sir I. Graham bejaht es, daß eine solche Ordre voll Frankreich nnd England erlassen sei, übergeht aber die Frage wegen der bereits eingebrachten Pvisen. — Die Effekten des Gesandten, sagte er weiter, sind noch in Petersburg uud nicht an Bord der dort eingefrorenen britischen Barke „Ann M'Alistcr," über deren weiteres Schicksal sich noch nichts mit Ve> stimmthcit angeben lasse. Lord Dudley Stuart hält jetzt eine Rede voll der heftigsten Ausfälle gegen den Kaiser von Rußland und gegen die englische Regierung, der es nach Allein, was man von der lauen Kriegführung bis jetzt gesehen habe, nicht Erust mit dem Kriege sei. Mr. Cardwell erklärt noch im Namen der Regierung, daß die Blokadcrepntationeu strenge werden beobachtet werden. -- Mr. Baillic spricht ein Tadels' votllni gegen die englische Presse wegen ihrer Angriffe alls die Person des Kaisers von Rußland aus. — Schließlich erzählt Lord I. Russell betreffs der Effekten uoil Sir H. Seymour, die russische Regierung habe nicht gestattet, sie all Bord der „Ann M'Alister" zu bringen; sie befänden sich am Lande ill einem Magazine verwahrt; von Konfiskation sei keine Rede. es seien nur Eiuwcuduugcu gegen das Auslaufcu des gcnannteu Fahrzeuges von den rnss. Behörden erho» bcn worden, lind ließe sich noch nicht sagen, ob, wie nnd wann diese behoben werden sollen. In der darauf folgcudcn KomittPtzung wird die beantragte Allsgabe der 1tt.024.100 Pf. St. Schatz-schcine bewilligt. (Nicht zu verwechseln mit den sechs Millionen Schatzkammcrbons, die einer Anleihe gleich sind.) Griechenland. Athen. 4. Mai. Ein Korrespondent des „Osscrvatore Triestino" meldet alls Athen vom 27. v. M.'. „Iu Gegenwart Sr. Majestät wurde von den Ministern und einigen Generalen Rath über die uuter den obwaltenden Verhältnissen zu ergreifenden Maßregelu gepflogen. Man beabsichtigte, wie es heißt, an die Spitze des Aufstandes den General en chef und Rcichsscnator Church zu stelleil, welcher jedoch ablehnte. — Gleiche Anträge ergingen an den königl. Obcrstallmcistcr General Gardikioty Grivas nnd den bisherigen Gesandten in Konstantinopel, Herrn Me-taras, welche dieselben ebenfalls znrückgcwicscn. General Spiro Milios und Oberst Soutzo würden sich zu deren Annahme Herbeigclassen haben, allein der Rath meinte, daß ihre Anwesenheit wenig nützen würde. Da man sich über die Wahl eines Oberhauv« tcs nicht einigen konnte, so habe der Rath beschlos« sen, Grivas durch 20.000 fi. uud Munition zu uu» tcrstützen, um sich abermals nach Ianina oder Metzovo zu begeben, wovon er einen glücklichen Erfolg vcr« heiße. Mittlerweile sei die Regierung von ciucr Masse bevollmächtigter Abgeorducteu belagert, welche ihre Ausprüchc geltend machen; die Komit<'lassc sei gut verschen; von allen Seiten seien beträchtliche Spm« deil der im Auslande weilenden Griechen angelangt. London, Marseille. Malta, Trieft, Wien, Syra, Kon« stantinopel, Kleinasien schicken fortwährend ansehnliche Beiträge. Auch die Donauprovinzcn und Rußland haben lliln mit beträchlichcn Sendungen begonnen und der Kaiser habe amtlich die Bildung vou Ko« mit<>s für Samnlluugcu zu Gunsteu des Aufstandes anordnen lassen. Den Insurgenten fehle es mithin nicht an Geld, wohl aber an Munition, nnd wenn es sich bestätigen sollte, daß die Engländer das grie« chische Kriegsschiff „Minerva", welches am 14. Tricst verließ und über das heute noch Nachrichten fehlen, aufgebracht haben, so würde sicher Mangel an Kriegs« vorrath entstehen." In Smyrna (28.) ist von Cismc die Nach' richt eingetroffen, daß zwei Piratenbarlen, mit 40 Individuell bemannt, im Hafen von Alazzata dcu englischen Schooner „Sarah", Kapitän Cole, von Tricst kommend, um Südfrüchte für England zu la» dcu, überfallen haben. .Die Räuber bemächtigten sich der Kleider, Uhrcu. Ferngläser und anderer Gegenstände und verlangten hicranf, mit ihren Messern drohend, Geld. Als sie sich aber überzeugt hatten, daß krines mehr an Bord sei, verließen sie das Schiff, ohne einen Mord zu begchcu. Iu Corfu wurde am 28. auf Vcfchl dcs ^ Lordobcrkommissärs das russische Wappeu au der Ka« thedralc S. Spiridione abgenommen. Diese Handlung wurde durch einen Korporal nnd 10 Konstablcrs, Vormittags um 11 Uhr vollzogen, ill dem sie sich mit Verachtung ill die vom Kaiser von Rußlaud un« tcrstütztc Kirche begaben, was den Unwillen der Ve« völkcruug erregte. — Dic protestantische Gemeinde hielt einen feierlichen Gottesdienst für den glücklichen Erfolg der verbündeten Mächte im Orient. — Die Regierung hat trotz der Preßfreihcit die auf den joni. schen Inseln erscheinenden Zeitungen suspcudirt und die griechischen Journale verboten. Athe n. In Thessalien haben die Aufstäubt, schen die Positionen bei Almyros und Volo aufgegc« ben und ihre Kräfte gegen Domokos konzentrirt, wel-ches enge zernirt sich in einigen Tagen ergeben inllst, falls ihm alls Volo uicht ein starkes Korps zn Hilfe kommt. Die Straßen aus Volo und alls Almyros sind zwar voll den Aufständischen besetzt, da aber keine Engpässe dazwischen liegen, so könnten sie schwerlich ohne Geschütze einer großen Ucbcrmacht den Durchweg auf lange Zeit streitig machen. Der Guerillaführer Papakosta hat das ziemlich gut befestigte Dorf Velestinos oberhalb Volo wäbrcnd der 'Nacht überfallen, die Garnison von 300 Albane-sen niedergemetzelt und sich sodann uach Domokos ge> wendet. Telegraphische Depeschen. " Paris. 4. Mai. Der heutige „Moniteur" bringt ein kaiserliches Dekret, welches 80.000 Mann von der durch Votum des gesetzgebenden Körpers bewilligten Mannschaft von 140.000 Rekruten unter die Waffen beruft. Weiter will dieses Blatt wissen, daß Rußland 700.000 Franks Subsidicn nach Griechen« land geschickt habe. " London. 3. Mai, Abends. Eben vertun, diget dcr Finanzmiuistcr. er nehme Offerten ü 98'/. auf die neue Anleihe an, wovon indeß bis jetzt nur ein kleiner Theil genommen ist. > Paris. 3. Mai. Dcr „Moniteur" enthält das neueste Wiener Protokoll, und schließt einige das englisch. französische und das österreichisch. preußische Schlitz« und Trutzbündniß betreffende Bemerkungen mit folgender Betrachtung: Der Berliner Vertrag ist dem Protokolle nachgefolgt (p^terilur uu pl olcn. unstreitig einen der ersten Plätze cin So einfach. ticf gefühlt und wahrhast poetisch sind diese Klänge aus dem tnucn Tirolcllcmbe! __________________(Die Redaktion.) Feuilleton. dic altcn Knochcn sind hin!" bcdaucrtc wehmüthig lächelnd dcr Soldat. „Hast du Durst?" fragte Nadctzky. «Dcr Tag war hciß, mcin Marschall!" Und der Fcldhcrr nahm cincm scincr Galopins die Zclt-fiaschc nnd rcichtc sic dcm Stcrbcndcn. Dcr that cincn mächtigcn Zug daraus. „Vcrgclt's Gott, Vater!" und erbob sich dann ctwas crfrischt, dcm Ocncral die Hand zu küsscu. «Wic lauge dicnst du?" fragtc dicscr uoch. «Ucbcr dic Vierzig, mcin Marschall. Vin noch Einer vom Neuuer-Iahr. Hab' mir bci Aspern dic goldene Mcdaillc gcbolt. War auch bci Leipzig mit: da — 's Kanonenkreuz tragc ich auch. Fünf Vlcssurcn, mcin Marschall! Icht ist cs aus mu mir!" „Nu, nli!" tröstctc dcr Fcldhcrr, „bci unscrcm Herrgott bist du ja vicl bcsscr ailfgcbobcn!" „Wabr, mein Marschall! Ich habc nichts auf dcm Gcwisscn." In dicscm Angcnblickc ficl ciuc dcr Musikbandcn mit dcr östcrrcichischcn Volksl'!»nnc cin, cinc andcrc spicltc lnstig dcn „Radchky-Marsch" auf. Da hob sich uoch cin Mal dcr säst crkaltctc Obcr-körpcr dcs vcrklärtcu Grciscs, indcsscn noch auffiak« kcrndc Angcn dic Sonnc cbcn ibrcn letzten Strahl gosi. „Hoch, Oesterreich! ricf cr bcgcistcrt. ,/^uslig fortgcspiclt das bcrrlichc ^icd! Hoch, mcin Marschall! hoch. mcin Kaiser — hoch, dic Arnicc!" )l0ch cin Mal hattc dcr Vcrathmcndc dcs Marschalls Hand crfasit nnd gcküßt; jckt brach cr zusammen; jauchzcnd clitwand sich die glückliche Scclc. Dcr Fcldhcrr stand vor dcr ^cichc dcs bravstcn Sol-datcn. Dic Sonnc war schivcigsam hinabgcgangcn. „Vcncidcn ivir ibn um scin schöncs Endc," sagtc gcrührt dcr Marschall, und snhr sich mit dcr Hand übcr dic Angcn. Dic Hörner lind Trompeten abcr schmcttcrtcn lustig ihrc Sicgcslicdcr fort! (Untcrh.-Vl.) M i s c e l l c u (Ueber die Zulu-Kaffern) macht Isidore Geoffroy St. Hilaire in dcr „<^vrifclhaft dcr kanlasischcn R'al,-c angcbörcn, sowohl nach ibrcr Gcsichts- als Schädel-bildung. In dcn mittlcrn Thcilcn Afrika's nnd bis nach dcn westlichen Gcbictcn hin findct man nntcr dcn wirklichen Ncgcrn dic ^oulahstämme, die mebr schn'ärzlich als schlvarz sind, und von dcncn Gnstav u. Eichthal bcwicscn hat. dast sic in vicl cngcrcr vcrwandtschaftlichcr Vezichung zll dcn 3)talaicn nnd Polincsicrn stcbcn, als zu dcr ätbiopischcn Ra<.'c. Endlich konnncn i,n Südcn Afrika's dic Hottcntottcn ilnd die Kaffcrn vor, von dcnen die crstcrcn sich von dcn Ncgcrn dnrch so bcstinnntc und zahlrcichc Kcnn-zcichcn untcrschcidcn, dasi sie namcntlich scit Cuvicr's bcrulnntcr Arbeit, Nicmand mehr nut dcnsclbcn vcr-lvcchsclt. Die Kaffcrn sind bishcr noch nicht zum Gcgcustandc spczicllcr Untcrsuchling gc>vordcn, abcr das u'ci^ man mit vollcr Vcstimnttdcit. daß sic sich cbcn so charakteristisch von ihrcn lvcstlichcn Nachbarn, dcn Hottcntottcn, wic von dcn Ncgcrn untcrschcidcn. Allc Rciscndcn, wclchc dic Kaffcrnvölkcr besilcht babcn (namcntlich dic ncncstc Rcisendc, Mistrcsi Ward, in idvcm intcrcssantcn Wcrkc i 'l'l»<> l'l!>»> lnxl !!><> l(l>,^i») cntivcrfcn von dcnsclbcn nnd ihrcn Sittcn cin fcssclndcs Gcinäldc; alle Naturforscher, wclchc komparativc Studicn übcr die afrikanischen Na<,'cn-ucrhältlüssc gcniacht habcn, stinnnm darin übcrcin, dap dic Kaffcrn in Vczng ails Körpcrbildling wic auf sittlichc nnd intcllcktncllc Entwickclung dcn Hottcntottcn nnd Ncgcrn wcit übcrlcgcn sind. Vciln ersten Anblick crschcincn dic Gcsichtszügc dcr Kaffcrn wic cinc Kombination, aus dcncn dcr Ncgcr mit dcncn dcr kaukasischen Navas sie waren. Dcr Zulu-Stamm stcbl zu dcn Engländern in cincm mindcr fcindscligcn Verhältniß; cr wolmt zwi» schcn dcm 27—llli" südlichcr Breite, unterhält mit seinen mächtigen Nachbarn ziemlich fricdlichc Vcrhält« nissc, trcibt Tanschbandcl mit ibncn, nnd nicht selten crlcrncn Zlllu-Kaffcrn dic cnglischc Sprachc, in wcl° chcr viclc von ibncn sich zicmlich verständlich ans;ll> drückeil wissen, aber nicht ohne jcncs cigcnthümlichc Znngcil-Schnalzcn, wclches sich anch bci den Hotten» tottcn vorfindet. Vemcrkenswerth war bci dcin Vcsnche, den die Kaffern im .Iur.>; I'll,»!«'>' machteil, dcr Eindrnck ibrcs Anblicks, odcr wahrschcinlichcr ihrcs Gcrnchcs, alls dic wildcn Tbiere. Einige dcrsclbcn zcigtcn in Gcgcnn'art dcr asrikanischcn Gäste nnvcrkcnnbarc Fllrcht, andcrc gcrictbcn in hcftigc Wuth. Dic Kaffcrn sclbst blicbcn Angcsichts dcr furchtbarstcn Vcwohncr der Me> nagcric nibig nnd tbcilnabmlos, nur dcr cinc wollte bcim Anblickc dcs ^öwcn scillc Waffc in Vcrcitschaft scycn, N'ie vor zwci Iahrcil cin jlingcr amcrikanischcr Wildcr bci ciilcm solchcn Pcsucbc inir mit Mühc davon abzuhaltcn n»ar, cincnl der schönstcil Panthcr cii^cn vcrgiftctcn Pfcil in dcn ^cib zli jagcil. (In das Nadetzky Album) hat Hcrr Als. randcr Van mann das nachstcbclldc „Vied vom altcn Marschall" geliefcrt, welches nnr eines gliicklichcn Kvmponistcn bedarf, nin vollcil Anspruch auf dic Vcr« brcitting al<; cchtcs Volkslied machen zu könnell: (5s lebt ein Manil in Oesterreich, — Wer lVimt »icht scincn Iiiaincii? A» Thatkraft fain ihm keiner gleich, Als schlimme Zeiten kamcl,. Nur Treue war sein Loslingswort, Vesonnenheit und Stärfc; Ein mildes Herz cim rechte» Ort, Da? krönte seine Werke. Soll ich den Name« nennen erst, Den längst mein Oest'rcich weis?, Es ist der Helden ältester, Sein jugendlichster Greis. Als einst iu giftig kranker Zeit, Die sich sonst Brüder nannten, Velhört von irrem Meinungsstreit Wild aneinander rannten; Da wusste sei» begeisternd Worl Zn sammeln all' die Seinen, Die Söhne aller Stamme dort Zu einem Ziel zu eiucn. Wer lehrte sie der Heimat Werth, Des Vaterlandes Preis? Dcr ältste Jüngling Oesterreichs Sein jugendlichster Greis. Und wieder strahlt diesi Kaiserreich Verklärt in neuer Hülle, Kein Land kömmt ihm an Schönheit gleich, An jligcndfrischcr Fülle. O! schirme dich dcr Liebe Hauch, Der Welt deu Trost zu bringen, Daß Brüder fremder Zunge auch In T reue sich umschlingen. Nnd fragt man einst, wer ihn errang, Des Sieges schönsten Preis? So sagt, der Helden ältester, Der jugendlichste Greis. ' Alelander Vaumauu- B e r i ch t i a »l u ss. In dcm im Fcuillctun dcr „Laibachcr Zcikma" u. 3. b. M- e" schimcnm Ocdichtc. wclchcin dic Ucbnschrift: „Am Al',noe des 24. April" vln-anstchm s»lltr. soll ^ in d.r '"-Stt^'hc mitt: „Hcl't—Gebt." strncr in dcr l^, StropYl statt „Hord—Hurt" lni^ü. ^^ Druck und Verlag uon I. v. Kleinnmyr 6c F/Vamberg in Wbach. — Verantwort''chc Redacteure: I. V. K'leinmayr c^ ^. Vaulberg.