Nr. 3W. ^Ä^^N-^V-^ Dienstag, 34. Dezember. Ins«lllon»h«bül! Vl /« lll>!eb?rholu»ff«n pi. Z> ill 3 ?r, i n Cmnptoir abgeholt......5 „ 50 „ iM- Lie Pramlmcrations-Veträae wollen portofrei l'>ncsendet werde«. Laibach im Dezember 1878. Ignaz v. Kleinmayr öc Icdor Vamberg. Amtlicher Theil. Kundmachung. Es wird hiennt bekannt gelnachl, daß das k. k. Neichsaericht in Wien (l. Bezirk, nm Schillerplatze illr 4) im Jahre 187i) feine regelinähigcn Quartal« jungen anl 22. Jänner, 23. April, Ni. Juli und lii. Oktober beginnen wird. Wien am i8. Dezeulber 1878. Vom k. k. Reichsgerichte. ?lm 21. Dezember 1878 wurden in der l. k. Hof« nnd Staats--drnclerel in Wien die ilalienische, böhinische. polnische, rnthe-Nlla,e slouenische, trualischc und romanische Äu^^abe der nm UK Vuni und lu. ^nli !«78 vmlänsig dlos in der deutschen Ans» Lalie erschienenen S'nckc XXVI und XXXU des Neich^escl)- """« »""^,"»°1tt"'u w.„2I,2°!°mb«18?«,) Nichtailitlicher Theil. Se t und k. Apostolische Majestät der Kaifer haben znr' Lmdernng der drückenden Nothlage der lleberschwemmten in den Thälern von Zirkniz und ^________ — Planina aus Allerhöchster Privattafse einen Unter-stütznngsbetrag von dreitausend Guldeu aller-gnädigst zu spenden geruht, der unverzüglich feiner Bestimmung zugeführt wird. üaibach am 23. Dezember 1878. Vom t. k. Landespräsidium. Für die durch Ueberschwemmung Heimgesuchten im Bezirke Loitsch hat der Herr t. k. Regierungs-rath Dr. Emil Ritter o. Stöckl den Betrag von 20 fl., der Herr k. k. Oberst a. D. Jakob Wolff von Wolffenberg den Betrag von ü fl. nnd ein Ungenannter den Betrag von 5 fl. dem Landespräfidium übergeben. Dies wird mit dem Ansdrucke des wärmsten Dankes zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Laibach am 23. Dezember 1878. Vom k. k. Landespräsidium. Zur Bndgetfrage. Die Bndgctlom mission des Herrenhauses hat den Bericht über die Regierungsvorlage, betreffend die Forterhebung der Steuern nud Abgaben, dann die Bestreitung des Staatsanfwandes in der Zeit vom 1. Jänner bis Ende März 187l>, vorgelegt. Demfelben ist folgendes zu entnehmen: „Wie im Vorjahre verlangt die hohe Regierung auch gegenwärtig die Ermächtigung, zur Bedeckung des in den ersten drei Monaten des Jahres sich ergebenden Abganges Obligationen der Goldrente zu begeben G 3) nnd für die im Jahre l87!» fällig werdenden Kapitalien dor in Nolen verzinslichen allgemeinen Staatsschuld — auf Grund H 2 des Gesetzes vom 24. Dezember I8N7 (N. G. Bl. Nr. 3 6x 1868) — Nutenrentenobligationen, und zwar zunächst bis zum Aetvagr von A<». I tO.OOU fl. auszugeben (tz 4). „Ol'ljlcich vm! den im Laufe des Iuhres 187^ zur Tilgung kommenden Staatsschnldkapilalien unrein gerinqer Theil schon in den ersten Monaten des Jahres znr Rückzahlung fällig wird, kann die Budgetkommission doch gegen die im 8 4 der Vorlage verlangte AusferlMiig des für die gesammte Iahrestilgung approximativ erforderlichen Notenreutenbestanoes keine Einwendung erheben, da der Finanzverwallung uicht die Möglichkeit benommen werden soll, schon die ersten Monate des nächsten Jahres bei etwaigen güustigen Umständen für eiue umfaffende Kapitalsbeschaffuug zu beuützen. Und diefe im i^ 4 beantragte Mahregel erscheint um so mehr geboten, nachdem das hohe Abgeordnetenhaus den § 3 der Vorlage, wonach zur Deckung des im ersteu Quartale resultierenden Abganges Goldrente zu begeben wäre, zurückgewiesen hat. Da es feststeht, daß selbst bei Inanspruchnahme von Kasseubestäudeu fchon die normale Gebarung auf Grund des vorgelegten Staatsvoranschlages während der ersten Monate des nächsten Jahres einen Abgang ergeben wird, welcher sich durch den unausbleiblichen Bedarf der Occupatiouitruppeu iu Bosnien noch beträchtlich erhöhen muß, so wird der Erlös der im tz 4 bezifferten Noteurente vorübergeheud auch für die Decknng der erwähnten Abgänge aufzukommen haben. Bei diefem Sachverhalte glaubt die Kommission, sich für die von dem anderen Hause beschlossene Streichung des § 3 — mit welcher die Regierung sich einverstanden erklärt hat — aussprechen zu köunen. Die Bndgel-kommisfion erlaubt sich demnach, zn beantragen: Das hohe Haus geruhe dem anliegenden Gesetzentwürfe in der von dem hohen Abgeordneteuhause beschlossenen Fassuug die Zustimmung zu ertheilen." Oesterrcichischer Neichsrath. 412. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, 2l. Dezember. Alfred Aschna, Studiosus Juris nnd Obmann des anfgelösten akademischen dentschen Lesevereins, petitioniert um die Aureguug eiuer Novelle zum Vereius-gesetz. Diese Pelitiou wird auf Antrag Dr. Sturms dem Ansschnß znr beschleunigten Erledigung zugewiesen. Präsident Dr. Rech bau er theilt mit, daß ihm mehrere Telegramme mit dem Ausdrucke der Mißbilligung über dir bekannten Aeußerungen des Ritter v. Schöne »er zugekommen sind. (Bravo.) Es wird zur Tageöorduung geschritten. Bei der Speziallierachung der Verlängerung des Wehrgesetzes (H l) beantragt Dr. Groß, als Termin der neuen Vorlagen über das Wehrgejetz nicht Ende l879, sondern den Beginn der nächsten Session, anherdem empfiehlt er eine Resolution, worm die Regieruug auf» gefordert wird, bei diesen Vorlagen darauf Bedacht zu nehmen, daß künftighin eine Herabminderuug des Heeresaufwandes ermöglicht werde. Nach einigen Be-merlnngen v. Obentrauts verlaugt Dr. Sturm als Termin für die Regiernugsvorlagen den März l8N). Dr. Herbst unlerstüht die Anträge des Dr. Groß. Landesverthridignngsmimster Freiherr v. Horst erklärt sich namens der Regierung entschieden gegen den Antrag von Sturm. Es sprechen noch Freiherr v. Hackelberg, Dr. Groß, Dr. Sturm, worauf Feuilleton. Zur Geschichte >er Hoftarren. Lustiamackier uud Possenreißer waren nnter allen Zc.tcu gern gesehen und wur-ben namentlich von Fürsten und Großen haustg auf-»/boten, un bei Fcsteu und Gelagen d,e versammelte» ^äste zn untechütcu. Gewöhnlich führten d.ese Leu e "ber ein Wanderleben, besuchten ebensowol ^ahr-N'ärkte und Leerlaacr, wie die Paläste der Vornehmen, und die Geschichte gedenkt ihrer fast nnr m der Mehr-M und ohne einzelne Persönlichkeiten vor anderen eworznheben. Während des Mttelalters aber nahmeu ^ .nerstm enropäischen Fürsteu allmäl'g W Gewo - "an. einzelnm Lustigmachern "nc dauerude Ste- "Nll an ihven Höfen einznräninen uud iu sehr vn VUcher Weise m t ihueu z'l verkehreu. D.cfe ,. u Uge ^"he" c;,lanqteu daher zuweileu zu emem E nflns; V erhoben sich dadurch zu geschichtlicheu P.rlouNch- "w,. Das 10. nud 17. Iahrhuudert war die Blute- ? ^" Hofnarren. Was wir aus dieser Penode von U"n vernehmen, bildet einen nicht unbedeutenden Naudtheil der K.iltnrqeschichte des damaligen Europa; H "m die Sitte dn Zeit spie«'lte sich darm ab, Ve" ""H ^' Ggenth^'lichteit der einzelnen euro- s,.r,. Die deutscheu Hofnarren waren im allgemeinen l)bare,. «ber wenU w'tz'g als ihre Bernfsgenosen d "' 'rc'^Ländern. Die angeseheneren lust'gm Rathe lv ch^"s husten waren wackere, verständ'gc Manne , "nd i chm' G^ielern schr ernsthafte D.cnstc leisteten "" Tale.u als Konnter nur benützlen, um ihrem Rathe Eingang zu verschaffen. Kuuz von der Rosen, der Hofnarr Maximilians 1., war ein tapferer, verständiger Krieger, welcher seinem Herrn treu dieutc uud mehr als einmal vortrefflichen Rath ertheilte. Auch der Freiherr v. Kynu war ein geachteler Offizier uud starb als Kommandant der Festnng Königstein. Friedrich l. von Preußen stellte seinem Hofnarren Pntzmann ebenfalls ein ehrenhaftes Zeugnis ans, indent er nach deffcn Tode von ihm sagte: „Er war ein Prediger der Wahrheit nnd hat meiner selbst nicht geschont, uud verdient folglich mitten in der Kirche zu liegen, wo uichts als Wahrheit gepredigt werdeu soll." Dagegen sind die Scherze, welche diese Herren machten, unglaublich plump und flügellahm und daher nur deshalb' merkwürdig, weil sie beweisen, wie un-glaublich genügsam auch die gebildetsten Deutschen in dieser Beziehung waren. Kunz vou der Roseu würzte einst ein fürstliches Hochzeitsfest dadurch, daß er mehrere Personen in ein Wasserbehältnis stieß, was „der hohen Braut uud dem Frauenzimmer ein großes Gelächter ablockle". Und das war nicht etwa ein improvisierter Scherz, sondern sorgfältig vorbereitet! Ebenso fand man es - ergötzlich, wenn Blinde mit einander kämpften. Mehr als einmal veranstaltete man solche Gefechte, nm fürstlichen Herren eine Kurzweil ^i verschaffen. Und die Hofchronisten hielten es der Mühe werth, dergleichen sinnreiche Veranstaltungen aufzuzeichnen. Wir' erfahren daher, daß Kunz von der Rosen einst zu Augsburg den Kaiser durch em solches Fest ergötzte, und daß auch Kurfürst Fneonch III., der Weise, im Jahre 1483 zu Zwlckau die Unbehch. lichtcit einiaer Blinden zum Gegeustaude cmer Hof« wstbarteit machte. Man band ein Schwein an einen P ahl gab dcu Blinden schwere Kolben lu die Hand, setzte fest, daß derjenige von ihnen, der das Thier erschlüge, es behalten dürfe, und fand es nun ergötzlich, daß die Unglücklichen fich gegenseitig halb todt schlugen, ehe das Schweiu getroffen wurde. Besonders beliebt waren die Possenreißer, welche mit körperlichen Geschicklichkeiten nach Arl nnserer Bajazzi und starken Männer ausgestattet waren. Gegen das Ende des Itt. Jahrhunderts' unterhielt der Bischof von Aamberg eincu solchen Künstler, der so stark und gewandt war, daß viele ihn für einen Zauberer hielten. Mit besonderer Virtuosität lief er wie ein Thier auf allen Vieren. Der Zwerg des Bischofs pflegte ihn als ein Pferd zu besteigen und auf ihm vor den Hoflenten und Gästen umher zu galoppieren. Wenn es dem starken Manne einfiel, so warf er feinen Reiter anf einen Ruck ab, wenn dieser sich auch noch so fest autlammerte, nnd begann nnn einen Kampf mit Jagdhunden und großen englifchen Doggen, welche er dn'rch sein Bellen nnd die über das Gesicht herabhängenden Haare so erschreckte, dnß sie über Hals und Kopf davonliefen. Oft packte er aber anch große Vnllen-beiher mit den Zähnen nnd schleppte sie mit seltsamen Sprüngen in alle Winkel des Saales. Plötzlich sprang er dann einem der Gäste von hinten auf die Schulter und von da auf die Tafel, ohne eines der vielen da-felbst stehend.',! Gefäße zn berühren. Anf den Dächern der Hänser lief er so behende wie eine Katze nmher. Man wandte zuweilen ruchlose Mittel an, um junge Männer oder Knaben, die mit einigem Witze nnd guter Laune begabt wareu, in eine dem Wahnsinn verwandte Stimmung zu versetzen, nm sie dadurch zu Narren mlsznbilden,' Ein solches Verfahren beschreibt Christo, von Grilnmelshansen im „Simplichsi-mus" ausführlich. Mau sperrte ihn längere Zeit m 2172 bei der Abstimmung der Antrag Sturm abgelehnt nnd der tz 1 in der Fassung des Dr. Groß nahezu einstimmig (mit allen gegen 9) angenommen wird, ebenso die Resolution. Das Gesetz inbetreff des Ne-trutencontingents wird ohne Debatte genehmigt und hierauf beide Gesetze sofort auch in dritter Lesung endgiltig beschlossen. Dr. Hallwich berichtet über den Handelsvertrag mit Deutschland vom 16. Dezember d. I., beantragt, denselben zu genehmigen, und empfiehlt folgende Resolution: „Die Negierung wird aufgefordert, nach Ablauf des Jahres 1879 solche Vorkehrungen zu treffen, welche eine allmälige Aufhebung des Appretur -verfahrens mit möglichster Schonung der dabei in Frage kommenden Interessen del österreichischen Arbeit und Volkswirthschaft anbahnen." Der Handelsvertrag sowie die Resolution werden hierauf ohne Debatte angenommen. Abg. Fürth berichtet über das Gefetz, womit die Regierung ermächtigt wird, im Falle als zwischen Oesterreich'Ungarn und dem Königreiche Italien vor Ablauf des Jahres 1878 ein neuer Handels-, Zoll-und Schiffahrtsvertrag zu stände kommen sollte, für die Zeit vom l. Jänner 1879 bis zur Ratificierung des neuen Vertrages, jedoch längstens für oie Zeit bis 3l. Jänner 1879, im Verordnungswege die zur Regelung der wechselseitigen Vertehrsbeziehungcn geeigneten und unumgänglich nothwendigen mittler-weiligen Vorkehrungen zu treffen. Das Gesetz wird ohne Debatte in zweiter und dritter Lesung beschlossen. Der Präsident Dr. Rech bau er läßt em Tele» gramm verlesen, wonach im Namen des Zwettler Wahlbezirkes gegen die Aeußerungen Schmierers Protest erhoben und die loyale österreichische Gesinnung betheuert wird. Ritter v. Schönerer erklärt, er habe auch Zustimmlingsadressen erhalten (stürmische Ohorufe), und schließt mit den Worten: „Ich bin jederzeit bereit, außerhalb dcs Hauses Persönlich jedem Rede zu stehen, der meine Worte in Zweifel zieht." Redner findet übrigens die Verlesung incorrect. Der Präsident weist die Eorrectheit seines Vorganges nach, worauf die Sitzung geschlossen wird. Die nächste Sitzung ist unbestimmt. DaS neue italienische Kabinet. Das neue italienische Kabinei hat sich am '20. d. M. den Kammern vorgestellt und offiziell introduciert; halb fertig, wie es eben ist. Seine Completieruna stieß auf unüberwindliche Schwierigkeiten, uno es schicn beinahe, als ob sein Leben wieder gefährdet sei, bevor es offiziell recht zu leben begonnen. Alle Versuche, welche Depretis lusher gemacht, um sich durch eine Coalition mtt den seiner Gruppe wahlverwandtcn parlamentarischen Fractionen zu verstärken, blieben fruchtlos, wenn man von der Verbindung mit der Bannerschaft Crispi's absieht. Depretis hatte die letzten Tage über neuerdings wiederholte Besprechungen mit hervorragenden Deputierten der Rechten, um sich deren Unterstützung zu sichern und eventuell den einen oder den andern derselben zum Eintrltte in die Regierung zu bestimmen. Ungeachtet der persönlichen Achtung, welche von Seite der ganzen Partei dem einen ganz finsteren Keller, entzog ihm Nahrung nnd Schlaf und ließ ihn wiederholt bei Fackelschein durch Leute, die sich als Teufel verkleidet hatten, mißhandeln, bis man annahm, daß fein Gehirn in zweckentsprechendem Grade erhitzt und verwirrt sei. Die französischen Hofnarren waren im allgemeinen offenbar witziger als alle anderen und sprachen auch in ernsten Angelegenheiten gern mit. Schon im 14. Jahrhundert war das Amt eines Hofnarren eine stehende, in allem Herkommen wurzelnde Hofcharge, welche wenige Könige unbesetzt ließen. In dem Archiv von Troye« findet sich ein Brief Karls V., in welchem diefer dem Bürgermeister und den Schöffen dieser Stadt meldet, sein Hofnarr sei gestorben, und sie aufforderte, ihm, altem Herkommen gemäß, einen andern zu schicken. Troyes war also verpflichtet, die Hofnarren dem Könige von Frankreich zu liefern. Ein schiedsrichterliches Urtheil, welches einst ein Pariser Narr fällte, schien den Rechtsgelehrten jener Zeit so beifallswürdig, daß mehrere von ihnen es in ihren Lehrbüchern mittheilten. Ein Garkoch verlangte nämlich, daß ein Lastträger ihm den Geruch seiner Braten bezahle, an welchem dieser sich gelabt hatte. Viele Menschen versammelten sich um die Streitenden, und auch Hans, der berühmte Narr, trat hinzu und wurde aufgefordert, den Streit zu entscheiden. Er ließ sich von dem Lastträger ein Geldstück geben und warf es wiederholt auf den Tifch des Kochs. Hierauf nahm er eine feierliche Miene an, drückte seine Mardermütze mit den papiernen Eselsohren in den Kopf. handhabte seine Narrenkolbe als Szepter, räusperte sich und erklärte in untadeligem Kanzleistil, daß der Lastträger den Koch für den Geruch des Bratens durch den Klang seines Geldes bar bezahlt habe. (Schluß folgt.) neuen Ministerpräsidenten als einem durchaus ehren« haften, loyalen und gemäßigten Mann entgegengebracht wird, konnte aber eine Vereinbarung nicht erzielt werden. Die Politiker aus der Schule Ca-vours halten an ihrer schon lange vor dem Attentate gegenüber dem Treiben der Irredenta-Partei uud der republikanischen Klubs verfochtenen Ansicht fest, daß das Königreich eines etwas strammeren Regiments bedürfe, um deu Wühlereien im Innern ein Ziel zu setzen und die durch dieselben gefährdeten guteu Beziehungen mit den Nachbarstaaten, insbesondere mit unserer Monarchie, nicht welter zu compromittieren. Das Attentat hat auch den großen Massen der Bevölkerung des Landes die Augen geöffnet über die Gefahren, welche ein zu nachsichtiges Gewährenlassen der individuellen Freiheit, eine zu milde Handhabung der Repressivgesetze gegenüber dem stuatsgefährlichen Treiben jener subversiven Parteien im Gefolge hat. Diese für eine mehr conservative Politik günstige Strömung will die Rechte des Parlamentes nicht ungenützt vorübergehen lassen; ihre Führer weigerten sich deshalb bisher entschieden, mit einem Ministerium gemeinsame Sache zu machen, von welchem sie eine Verwirklichung dieses ihres politischen Programms in Bezug auf die nöthige Umkehr iu der inneren Politik nicht erwarten können. Dazu kommt der ausgesprochenste Alltagolilsnllls inbetreff der Finanzpolitik. Depretis nnd Magliani halten den Plan Seismit-Doda's aufrecht, die Mühlsteuer abzuschaffeu, währeud die Eonsorteria diese Steuerreform als ein verderbliches Wagnis auf das entschiedenste bekämpft. Ohne zu dem Ministerium Depretis eine feindselige Stellung einzunehmen und ohne sich selbst, so lange die gegenwärtige Kammer mit ihrer entschieden pro-gressistischen Majorität besteht, an die Regierung zu drängen, hält die Rechte sich abwartend in dcr Reserve. Sie glaubt allen Grund zn der Erwartung zu haben, wieder, nachdem die Linke sich nach einigen vergeblichen Versuchen einer neuen Eonsolidiernng vollständig verbraucht haben wird, unter Verhältnisseil und Bedingungen an das Ruder zu gelangen, welche ihr eine so langdanernde Hegemonie sichern werde, wie diejenige vor dem Regierungsantritte der Linken unter dem zweiten Ministerinm Depretis gewesen. Die Rechte ist die einzige Partei, die ein bestimmtes politisches Programm mit Eunseqnenz festhält, und ihre Haltung während der gegenwärtigen Krisis verdient schon deshalb alle Beachtnng bei uns, m dem Nachbarstaate, der alle Ursache hat, die Vorgänge in Italien mit offenem Auge zu verfolgen, und der bezüglich dieses Landes nur den einen Wunsch hegen kann, daß in demselben endlich wieder jcne besonnenen politischen Anschauungen die maßgebenden werden, welche in der innern wirthschaftlichen nnd kulturellen Kräftigung der Nation die Hauptaufgabe der Regierung und des Parlaments auf Dccennien hinans erblicken. Für die allernächste Zukunft sind wir - wie die „Presse" meint, deren Ausführungen wir hier folgen — leider noch nicht zu der Hoffnung berechtigt, daß wiederum cine gewisse politische Stabilität iu den maßgebenden Kreisen Rums eintrete. Depretis war nnd ist bei der eben geschilderten Haltung der Rechten, bei der Unmöglichkeit, diese Partei anch nur auf kurze Zeit nnd sür dle nächste parlamentarische Campagne an seine Fahne zn fesseln, daranf angewiesen, seine Amts» collegen und seine parlamentarische Majorität in deu Reihen der Linken zn suchen, nnd dies erweist sich als sehr schwierig, wenn nicht geradezu als unmöglich. Die „reine" Linke, deren Repräsentanten Eairoli nnd Za-naroelli soeben durch die vereinigte Opposition der Rechten und der Fwctionen Depretis, Nicotera und Erispi aus dem Amte gedrängt wnrden, verspiirt wenig Neigung, sofort in Depretis einen der siegenden Gegner zu stützen und ihn aus den Verlegenheiten zu retten, in welche die übernommene Aufgabe der Kabinetsbildnng ihn gestürzt hat. Mit der Gruppe Crispi ist Depretis wol halbwegs einig geworden, indem zwei hervorragende Mitglieder derselben, Tajani und Majorana, Portefeuilles angenommen haben. Damit war aber auch die Feindschaft mit der Gruppe Nicotera's besiegelt. Diese läßt in ihren Organen feierlich erklären, daß sie sich gegenüber der neuen Regierung vollständig freie Hand vorbehalte, daß sie mit derselben sich nicht identificiert wifsen wolle, nnd bei nächstbester Gelegenheit auch ofseu in die Opposition zn treten gesonnen sei. Damit ist es fraglich geworden, ob Deprctis überhanpt auch nur in der ersten Woche seiner Amtswirksamkcit über eine halbwegs annehmbare Majorität im Parlamente verfügen werde. Gewiß aber ist es, daß bei der ersten großen Frage die mühsam rekrutierte Mehr« heit der Deputiertentammer, über die Depretis vielleicht in den Flitterwochen seines dritten Ministeriums verfügen mag, in die Brüche gehen wird. Römische Blätter verschiedener Farbe halten es sogar für mög« lich, daß es dem neuen Kabincte nicht einmal gelingen werde, das Budget auch nur für die, verlangte knrze Frist von zwei Monaten bewilligt zn erhalten. Bei alledcm cvhebl sich anch nicht eine ernsthaft ! zu nehmende Stimme, welche die Bildung eines andern Ministeriums befürworten, welche ein anderes Kabinet 'unter den augenblicklich gegebenen Bedingungen für regierungsfähiger halten würde. In Einem Athem, in welhem niit der unerbittlichen Logik eines pathologischen Leichenbefnndes dargethan wird, daß mit diep Kamine nach den Vorfälleil der letzten Wochen, bl> der Ert>tterung einiger Fractionen gegen einanw und der HegierunaMnlust anderer Gruppen, die Coii' solldierung des Kabinets zn einem parlamentarG lebensfähigen nicht zu hoffen sci, wird auch bewiese», daß die Auflösung der Kammer durch welches M"' sterium immer kmen befriedigenden Ausweg aus dw Labyrinthe verspreche. Die Signatur der Lage isi ein allgemeiner polnischer Katzenjammer über den ui^ lösbaren Wirrwarr, w welchem der Sieg einer OpP0' sition, die nur einig gmiesen in der Bekämpfung dtt bestehenden Regierung, die nur übereinstimmte indtt Negation, die aber kein hemeinsatnes positives Pl^ gramm hatte, die nicht an den Morgen "ach dew Siege dachte, als sie anstürinte zum letzten enlsch^ denden Kampf, das Parlament und das Land g^ stürzt hat. Es ist allerdings nicht daS erstemal, o«ft Italien sich einer ähulichen Situation gegenüber ^ funden nnd nach einer Reihe verunglückter RtttUW versuche das Staatsschiff wieder in ruhiges W' Wasser laviert hat. So verwickelt wie heute war aber die Dinge seit den Tagen Nattazzi's nichl >"") Es bleibt gegenwärtig für die Krone und deren >»! , mehrige Räthe kann, etwas anderes übrig, als s Puliti't der kleinen nnd kleinsten Mittel, die sich "" die Verlegenheiten des Tages ohne FesthalllMg elN"> weitsichtigen Programms hinweghilft nnd ""M" ' bis die kaleidoskopartig wechselnden Combination"! Parlamente eine rettende Krisis herbeiführen; W ' das; sie zur Auflösung des Hauses zwingen, p ' daß sie doch noch die Bildung einer nicht allzu p tären Majorität ermöglichen. ^. Die Studcnteuunruhen in Petersburg- Ueber die letzten Stndentemmordnungen "l^ Petersburg, über welche ein Telegramm aus ^, russischen „Negierungsanzeiger" ausführliche , theilung brachte, sagt'die russische „St. Peters Zeitung": „Die erste Znsammentnnst in dcn/" M der Universität (am 9. d.) wnrde von "'A ^B Lenten provociert. Die Ankündigungen des ^ ,M stammten nicht alls dem Kreise der Studelll^M aus den Maliern der Universität. Die U"'", .B» jngend rief man unter dem Vorwande ewe" ^ Werkes: „dcr Vertheidignug bedrückter K^ Ae zusammen. Es kamen viele auf den EonvciN' ^ Menge kam wie gewöhnlich Studenten hcntc nicht!" rief der Rector nnW"". ^ als er Befehl gab, ans einander zu gehen, ' her-Befehl nicht ausgeführt wurde, und was ^l" ^n-die, welche in die Angen sielen, waren nicht ^^> ten. Viele jnnge Leute, welche sahen, daß .MM eine Wendung nahm, mit der sie nicht st'"^nl,'nen konnten, bildeten eine Opposition gegen die "/ ^oriu"' Schreier, wurden aber einzeln aus dem ^" ^. die hinausgedrängt und kamen nicht zum 3^o>gM Menge hatte sich hinreißen lassen. Nach ^. Mil^ des Emwentes rief einer der Anstifter A! A^ßeN-Herren, ich bin nicht Studeut" u. s. w. "" ^«Hts-demonstration vom 11. d. M. geschah, ""'^n "^ punkte der Jugend aus, unter emen^ "^ h verwände: „für die Kameraden einzntrelen"; ^,h die anlaßte dieser Vorwand sie, sich zn »erM^^ z» für alle gemeinsam im Reiche einaesctzte ^ ^„is ii> verletzen. Dann erst folgte das trmmge >i H^M der medico' chirurgischen Akademie (^s^t n""' einschreiten mußte nnd l^ ^ ^ Persönlichkeiten auf, verfchwandcn aber, Verhaftungen kam." . „ ., ..„ hie ^ Das genannte rnsfische Blatt tnup " M schilderten Vorfälle noch folgende Ventt" "lg" « ^ ordnnngen in Unterrichtsanstalten h«^ ^ ^, gefunden, anch nnter dem strengen '"^' .^„he»^ Kaisers Nikolaus, finden statt und werden i , ^„t In unserer Zeit haben diese U'wrdn'l' g"' a^,^ ,» den Einmischungen der Agiwlmen e'M ^ ^^ genonunen, welche die von geheimen MM" " ^ ^» ten zerstörerischen Bestrebungen .^chsa ' «^„dl -Bewegungen nnter der studierenden ^'^-Hes, a" , während das Band doch "ur em ^ aezwnnqenes ist. Eitle andere Se.te, w '^ ^, ähnliche!. Bewegungen heransstellt 'st /"e ^.ste» rnnq, Bunthe.t und Verschicdenartigt i^ der Leltnng der Ingend wie ste m nnser n ^ . Lehranstalten herrschen. In d" Tha d ^. ^ jedes Ministennm eine "Unlversltat n ä ,e ^,„ > An der Spitze steht das Krtegsuunis er N'N " ,^„. ! mcdico^chnAnnschen Atadenile, ^nn folgt d^ ^ !niiniswmm Technologisches und VeranstlN^^ , Ministerin», der Domänen (F"'stcorps n d ^ ^h atadem.e), das , ! Institut der Ingenieure d^ Con.munna w ^ vie te Abtheilung Sr. Majestät eigener ^anz 2473 "vllsaufklarug (die Universität), stlmm'«?"^^"' ?", ^'" 6'bt es eine solche Zer-ns?^ der Lehranstalten in allen Ressorts w,e bei str^. Rußland. Schon zwei Unterrichtsadmiui-dllm?^^^ unmöglich, geschweige denn zehn. Den ^"s entjftrmgendm Uebelständen begegnm wir jedes ^r. Nehmen wir die Zeit dcr Aufuahmeplüfungen, w s." ledem August Tausende jnnger Leute in die Mb ä strömen, unl in den höheren Lehranstalten ? iu finden. Das Examen findet in allen gleich-lm ^ '^^' ""b es tolnmt vor, was in diesem Jahre ^ Institute der Eommunicationen geschah, daß nur Iek< einigen hundert angemimmen werden, welch '«lrie ohne Geschäft, ohne die Möglichkeit, sich irgeud-s. öu Placieren (da die Examina überall gleichzeitig 'Mndeu) in der Residenz blieben. Läge die Volts-"Ulllanmg in Einer Hand, so wäre es freilich leicht, .'e Examina zu regulieren und die Bedürfnisse in M höheren Lehraustalteu zufriedenzustellen. Äußeren geht die Gährung in einer Lehranstalt inimer in ."e a„h^ ^^^ ^^^rend sie von mehreren Aomini-^wncn verwaltet werden, die häufig verschiedener Milcht und in der Würdiguug der Erscheinuugcu und .^ Methode ihrer Beseitigung nneinig sind. Es "Mnit zu ciuem ^chrifteuwechsel in einer Zeit, wo ^ ' praktische Leben sprudelt uud sich überhaupt in n s ^'auzlei nicht beruhigeu und ausgleicheu läßt. f ^re allgemriucu, nuaufschiebliareu Interessen er-. ?"" es, die Jugend aus der Sphäre des politischen <^ens auszuscheiden." Kagesneulglieiteu. «. --(St. Stefan sdli lu.) Die Restailration des ^°"les zu St. Stefan ist im wesentlichen als vollbracht ^ betrachten. Eine summarische Uebersicht dcr Restau-^tionsarbeitcu in den Jahren 1877 und 1878 wird ^ll Umfang der erfüllten Aufgabe crkeunen lassen: Iin Mhre ^77 wurden dir total verwitterten und ver-^ubcnen Olladcrschichtcn des nordöstlichen und nordöstlichen Thurmpfcilers am Halbthurme abgetragen, ^nch Vollenduilg der Restanrationsarbeiten ail diesen ^ide» Thurinpscilerll wurde der Ansang zur vullstän-Am Befreiung des Haldthurmes vom Gerüste gemacht, "le Aotragmlg dos östlichen und westlichen Treppcn-^llrnies erschien nach genauer Untersuchung unbedingt 'wthwendig, da sich dieselben von den Thurmpfcilern ^gelüst hatten und die Gefahr einer Abrutschung vorluden war. Die Ncstauratiou dcr Steinmetz- uud Hildhaucrarbciten in der Vorhalle des Halbthurmes wuroe fortgesetzt und im Laufe deö Vaujahres 1878 theilwoisc zu Eude «cfiihrt. Im Bmlj.ihr i«7« wurde der Aufbau des östlichen nnd westlichen Trcppcnthurmcs und die Abdeckung derselben mit harten Steinplatten, die Ausstellung eines einfachen schmicdeisernen Geländers auf dcr Plattform des Halbthurmes ausgeführt; sodann wurden Ausbesserungen des Stcinwertes des Gluckenhauscs über dcr Plattform des Halbthurmes, eine Reparatur des Kupferdachcs und die Herstellung von neuen Thurmucrschlüssen vorgenommen. Um den Ilmeuraum des Halbthunnes möglichst vor Witte-tnngseiuflnsseu zu schützen, war es nothwendig, die otoheu Thurmfenstcr mit Jalousien auS hartem Holze Und mit einem Blechübcrzuge zu versehen; außerdem lrschieu es noch geboten, die Fenster durch Drahtgitter ^zuschließen, um das Einuisteil von Tauben lc. z,l verändern. Erst nach Aufstellung der Gerüste an den ^eldeuthürmen war es möglich, den Umfang der Restau-^tiunsarbciten genauer zu präcisieren. Dcr obere ^heil der Helme von dcr Untertaute der Hclmgallcrie ^ ruhte uur auf ciuenl Sparruwert, uud war die ^gentliche Wandstärke dcr Helme hicr nur 0 Zoll. Die ^allerieconsulsteinc waren sehr stark verwittert und zersungen, ebenso befanden sich alle anderen Theile über ber Gallerte in einem Zustaude, dcr cine Abtragnng dcr belmsftihen unerläßlich machte. Die unteren Partien ber Thurmhelnle sind in einem weit besseren Znstandc, Und waren hier nur wenige Ausbesserungen und Er« 2auzungen nothwendig. Dic von dem Dombaucomitc ^willigten füuf Standbilder für deu Halbthurm sind ""Wstellt. ' ., --(Karl Gutzkow) hinterläßt sechs Kinder, lick ^bhne und drei Töchter. Von den Sühnen hat e^ s'"er in San Francisco uiedergelasscu und dort le sehr reiche Heirat gemacht. Eiu anderer war einige ^U hindurch unter dem Nalneu „Milius" Schauspieler »y! ^rag, verließ aber die schauspielerische Carriere drit?^ ""^ ^ jetzt Buchhändler in Stuttgart. Eiu sch° '^ Chemiker uud Associe der Brönner'fchen chcmi-F n Fabrik in Frankfurt am Main. Eine Tochter ve^ ^ ist an den Gcrichtsrath Osius in Marbnrg Gesrn3^' während zwei juugc Töchter Gutztows stete z^^'Mfteriuuen waren. Die Gattin Gutzlows, seine jenf/. , ", ist eine gcboreue Meidinger. eine Enkelin instil . '"l^" Herausgebers einer französischen Gram-alz ii f >>ku Name dann wegen der Anekdoten, die er gefall" ,?'^"''gsstücke ciuem Buche bcigab. cs sich hat in diene, " "'"^"' zur Bezeichnung ältester Scherze ^dwap?^"d"" gesucht!) Unter diesem groß "gedruckten Titel steht iu den Münchener ..Neuesten Nachrichten" folgendes Inserat: „Zu einer größern. Festivität (Rückkunft eines Künstlers) wird eine vollkommen entsprechende Persönlichkeit gebildeten Standes gesucht, die cine gediegene und ausführliche Empfangsrede zu halten hätte. Nobles Honorar und Vergütung, eventuell Spesen. Gefällige Offerten mit genauer Adresse und Bedingungen sind sofort, bezeichnet mit E. R. 155,143, an die Expedition einzusenden." Der betreffende Künstler wird sich dadurch gewiß sehr geehrt fühleu! — (Spiegel-Photographien.) Ein Deutfcher Namens Karl Stcinbach hat in Lima eine wichtige Erfindung gemacht. Nach jahrelangen Studien und Experimenten ist es ihm nämlich gelungen, eine chemische Composition herzustellen, mittelst deren das Spiegelbild selber zu fixieren ist und wie eine Photographie in Handel gebracht werden kann. Mit dieser Composition wird die Spiegelfläche bestrichcn; die Rückseite des Spiegels erhält gleichfalls einen Oelanstrich. Der so zubereitete Spiegel wird der Person, die photographiert werden soll. vorgehalten; wie durch einen Zauber verdunstet der Oelanstrich, und das Bildnis der Person bleibt in ihren natürlichen Farben und mit lebhaften Augen auf der Lichtfläche hafteu. Das so fixierte Bild kommt in ein Bad und wird eine halbe Stunde dem Sonnenlichte ausgesetzt, um als fertig übergebe» werden zu können. Ei» reicher Kapitalist in Peru hat diese Erfindung für Spiegelphotographien mit 40(1.000 Dollars acquiriert, und es werden zur Ausbentuug dieses Verfahrens große Etablissements in Nord- uud Südamerika eingerichtet. Der Preis für so hergestellte Spiegelbilder variiert je nach der Grüße von 4 bis 40 Dollars. — (Die nächsten Weltausstellungen.) Wie das „Journal of Export" berichtet, hat der mexikanische handelsminister ein Dekret, betreffend die Ernennung einer Spezialkommifsion für die im Jahre 1879 in Mexiko abzuhaltende Weltausstellung, erlassen. Im Jahre 1880 wird je eine internationale Ausstellung zu Melbourne in Australien — das Parlament hat die nöthigen Fonds bereits bewilligt — nnd zu Buenos-Ayrcs in Südamerika, diese zur Eriuuerung an die 70jährige Befreiung vmi den Spanier», stattfinde». Diesen folgt die „Große internationale Exhibition" in Ncwyork. für welche schon jetzt Vorbereitungen getroffen werden. Dcr Zcilpnnkt der Abhaltung ist jedoch noch »icht fixiert, doch dürfte das Jahr 188?, zur Erinnerung au die Befreiung von den Engläudern vor 100 Jahren bestimmt werden. fokales. — (Für die U eberschwemmte u.) Se. Majestät dcr Kaiser haben für die durch die Ueberschwem-"nmg im Lmtschcr Bezirke hart betroffenen Bewohner die namhafte Unterstützung uun 3 0 00 st. aus der Allerhöchsten Privatkassc allcrguädigst zu spenden geruht. — Znm gleichen wohlthätigen Zwecke hat dcr Herr Lcmdespräsident Ritter von Kall ina den Betrag von 50 fl. gespendet. — (Spende für krainische Reservisten.) Das k. l. Ministerium für Landesvertheidigung hat von einer durch das t. t. Neichs-Kriegsministerinm ans ^ eingegangenen Spenden für unterstützungsbedürftige Familien einberufener Rcservemänner der diesseitige» Reichöhälfte überkommenen Snmme pr. 1805 fl. den anf Krain entfallenden Thcilbctrag pr. 74 fl. dem Landespräsidium znlommen lassen. Dieser Betrag wurde behufs entsprechender Verwendung an den trainischen Landcsausschnh geleitet. — (Auszeichnung.) Dem Oberstlieutenant des Generalstabscorps Herrn Karl von Stransty wurde in Anerkennung der von ihm im Lehrfache geleisteten vorzüglichen Dienste das Militär - Vcrdicnstkreuz vcr« liehen. — (Plätzlicher Todesfall eines Passa-g iers.) Ein am 20. d. M. in Begleitung zweier Schwestern im „Hotel Elefant" in Laibach abgestiegener Passagier—laut Mcldzettcls Wcrksarzt Dr, Johann Sojka aus Hof — wurde, als er tagsdarauf ebeu einen Wagen besteigen wollte, um zum Schnellzuge zu gelangen, plötzlich von einem schweren Alutschlage getroffen. Unter Assistenz des zufällig oazugetommenen t. t. Stabsarztes Herrn Dr, Schiller wurde, er ins Hotel übertragen, woselbst er jedoch schon nach wenigen Minuten verschied. — Am selben Tage ereignete sich in Laibach ein zweiter gleicher Fall. indem dcr hiesige pensionirte Finanz-Oberaufseher, Herr Josef Krause, ein 80 jähriger Manu, auf der Straße von eiuem Schlagflusse ereilt wurde und sofort todt blieb. — (Eroabrutsch uug.) Infolge einer im Straza-Gcbirge stattgcfuudenen größeren Erdabrutschung ist die Nezirtsstraßc von der Savcbrücke bei Tschcr-uutsch »ach Gamling unpassierbar, und wurde der Verkehr auf derselben vorläufig ganz eingestellt. — (Soirce.) Zum Besteu der Schulen in Töpliz-Sagur, Sagor uud St. Martin bei Littai findet am 2(). d. M, abends im Steuovic'schen Gasthaufe in Sagor eine musikalische Soirce mit anschließendem Kränzchen statt. Das uns zugekommene Programm dcr musikalischen Aufführung, bei der auch einige Herren aus Laibach mitwirken, wcist 11 Gesaugs-, Klavier-, Streich-. Zither- und Declamationsvieccn auf. Das . Entree ist mit Rücksicht auf den wohlthätigen Zweck auf , l fl. per Perfon festgesetzt. — (Eisenbahnunfall i» Frauzdorf.) Wie uns nachträglich mitgetheilt wird, hat sich in der Süd-bahnstatiun Franzdorf bei Laibach am 13 d. M. durch die Unachtsamkeit eines Maschinführers ein bedauerlicher Unfall ereignet. Als nämlich der von Loitsch kommende Lastmzug Nr. 167 um 12 Uhr nachts langsam in die Station Frauzdorf einfuhr, tam ihm eine am selben Geleise verkehrende Schubmaschine nach und fuhr in ihn hinein, fo daß zwei gedeckte Frachtwaggons start befchädigt und leider auch der am letzten Waggon befindliche Stockmann, Conducteur Potoler, durch den Rauchfang der Schnbmaschine an der Brust gequetscht uud nicht unerheblich verletzt wurde; auch ein zweiter Vonducteur erhielt hicbei einige Eontusionen. Der Verkehr erlitt durch diesen Vorfall leine Unterbrechung. Der beschädigte Conducteur Potoler, ein gebürtiger Laibacher, wurde noch in derselben Nacht in das hiesige Zivilspital überbracht. An dem Unfälle trug der Führer der Schubmaschine die Schuld, weil er, trotzdem die Signalscheibe auf Halt stand und ihm überdies auch Potoker mit seiner Laterne das Signal „Halt" ent« gcgenleuchtete, weitergefahren war. — (Ein Musikveteran.) In dem am litten 0. M. in Wien im 70. Lebensjahre verschiedenen viel-jährigen k. t, Hofopcr? Kapellmeister und Compositeur Heinrich Proch verlor die philharmonische Gesellschaft in Laibach eines ihrer ältesten noch lebenden Ehrenmitglieder. Als ini Jahre 1820 der zu jener Zeit hochgeschätzte Violinvirtuose Josef Nenesch, einem Rufe unserer alten philharmonischen Gesellschaft folgeleiftend, als deren Orchesterdirektor nach Laibach kam, begleitete ihn sml vielversprechender, damals kaum siebzehnjähriger Schüler und Schwager Heinrich Proch auf dieser Reise und trat, vereint mit seinem Lehrer, wiederholt in Konzerten in unserer Stadt mit solchem Veifalle auf, daß ihn die philharmonische Gesellschaft schon damals durch das Diplom ihrer Ehrenmitglicdschast auszeichnete. Der jnnge Proch (Sohn eines geachtete» Advokaten in Wiener-Neustadt) setzte über Wuusch seines Vaters, der ihm die Ausbildung in der Musik nur zum Vergnügen uud nicht als Lcbcnsberuf gestattete, seine juridischen Studieu fort. absolvierte dieselben anch und diente durch einige Jahre als Couceptsprakticant beim Wiener Stadtmagistrate, indem er gleichzeitig als Mitglied der k. k. Hoftapelle fnngiertc. Erst im Jahre 183U beschloß Proch, angespornt ourch seine immer mächtiger hervortretende Vorliebe znr Musik sowie durch seine als Virtuose und Compositeur bereits errungenen schmeichelhaften Erfolge, die juridische Laufbah» zu verlassen u»d sich ganz dcr Kunst zu widmen, zu deren begeister« ten Jüngern er bereits seit Jahren zählte. Proch war es. unter dem als Kapellmeister des damals renommierten Iusefstädter Theaters die Meycrveer'sche Oper „Die Hugenotten" nls Novität unter riesigem Beifalle ihren ersten Einzug i» Wien hielt. Am Morgen nach der ersten „Hugenotten" - Aufführung erhielt Proch vom Polizeiunnistcr Graf SedlnitztU, der als solcher zugleich Intendant der Hoftheater war. den schmeichelhaften Antrag, die Stelle als Kapellmeister un der Wiener k. l. Hofoper zn übernehmen, welchen, Rufe er felbstverständ' lich mit Freuden folgte. Vom 1. April 1840 bis 1. November 1870, somit durch volle 30 Jahre, wirkte Proch au diesem Kunstinstitute, von dem er am 31. Oktober mit derselben Oper. die ihn, deu Eintritt daselbst verschafft hatte, nnter den ehrendsten Ovationen Ab» schied »ahm. Außer als Kapellmeister und Violinist erwarb sich Heinrich Proch auch in seiner Eigenschaft als Compositrur einen, wenn auch uicht bedeutenden, su doch sehr ehrenvolle» Ruf. Insbesondere seine geschmackvollen Liedcrrompusitionen fanden ill der Kimstwelt eine» solche» Autlcmg. daß decen»ienla»g kei» Konzert gegeben wurde, auf desse» Programm »icht auch sein Name zu finde» war. Gleich erfolgreich bewährte er sich als Gesnngslehrer; die Säugerin»en Csillag, Tietjens. Liebhart. Dustmann, Gindele. Rabatinsty, Carina. Friedrich-Materna nud viele andere sind aus Prochs Schule hervorgegangen. — (Philharmonisches Konzert.) Die in den letzte» Tagen eingetretenen unleidlichen Verkehrsstörungen i>l den Straßen unserer Stadt, noch mehr ! vielleicht die Nähe des alle Familien beschäftigenden Weihiiachtsfestes, vielleicht auch die von den Verhältnissen aufgezwungene. we»»gleich wemg beliebte Wahl der Nachmittagsstullde» möge» es verschuldet haben, daß dab vorgestrige zweite statutenmäßige Konzert der philharmonischen Gesellschaft in, Besuche hiuter deu sonstigen Gesellschaftstonzcrten merklich zurückstaud. Uud doch hat dasfelbe viel des Interessanten geboten, Zwei Gäste, Fränlein Astn Liebetrau und Frau Paula Siuz. führte» sich ein. die erstere an, Klavier, die letztere durch Gesang, Frl. Asta Liebetrau spielte eine Suite von I. Raff und die Faust-Walzer von Fr. Liszt. iu welchen sich die Konzertalitin als geschulte Pianistin mit achtenswerther Technik manifestierte nnd namentlich mit der zweiten Piece große» Beifall und mehrmalige Hervorrufe erzielte. Frau Paula Sinz verfügt über eine liebliche Stimme, ein sehr hübsch ausgebildetes M6i!?k vooo, eine tüchtige Schule, und zeugt ihr Vortrag von Geschmack uud Gefühl. Sie sang eine Szene und Arie aus 2474 Lorhings „Waffenschmied", ein Lied von Mattel: «Nan! 6 velo", und eines von Riedel aus dem „Trompeterj von Sältingen", das letzte entschieden am besten, mit Gefühl und Innigkeit. Auch sie erntete reichlichen Beifall und mehrfache Hervorrufe. Die übrigen Nummern füllte das Streichorchester aus. I. S. Bachs Präludium wurde etwas zerfahren gespielt, dagegen das Adagio, Gavotte und Rondo aus den Violinsonaten des Meisters, bearbeitet von Bachrich, sehr schön und unter dem lebhaftesten Beifalle der Hörer. Würsts Intermezzo, eine ganz anspruchslose Composition, wirkte durch die natürliche Einfachheit, die aus ihr athmet; dagegen concen-trierte sich das Hauptinteresse auf die dritte Serenade von Fuchs. Da die ersten zwei Serenaden in früheren Konzerten außerordentlich ansprachen, so begreift sich das Interesse, das auch der dritten entgegengebracht wurde, wenngleich nicht zu verkennen ist, daß dieselbe den beiden früheren an Werth, Originalität und Stilcorrectheit j nachsteht. Gleichwol fesselten die einzelnen Sähe die' Hörer vollends, und erfreuten sich diefelben an der Ge-! sanglichkeit des ersten, der in lebhafter Bewegung dahin- ^ schreitenden Behandlung des Themas des zweiten Satzes; der dritte siel an Wirkung merklich ab, während die Zigeunermusik des vierten Satzes, vielleicht musikalisch > der weniger bedeutende Theil der Composition, durch ^ die Kraft und das Feuer derselben das Publikum am > meisten elektrisierte. Rauschender Beifall und stürmischer ^ Hervorruf des Musikdirektors Nedved waren der Lohn,! für die tüchtige Leistung des gut studierten Streich-! orch esters. —(I. (Theater.) Die freitägige Aufführung des Vortrefflichen Lustspieles „Die Mönche" von M.! Tenelli unterhielt das wie gewöhnlich an guten Theaterabenden spärlich erschienene Publikum auf das beste und! kaun bezüglich der Qualität des Gebotenen zu den ge-! lungensten Vorstellungen der heurigen Saison gezählt! werden. Das Stück bewährte bei seinem Erscheinen vor mehreren Jahren eine seltene Anziehungskraft, wurde ^ jedoch späterhin von der Censur verboten und ncuer- ^ diugs uach erfolgter Milderung mehrerer anstößiger Stellen wieder freigegeben. Es behandelt ein glücklich, erfundenes, überaus drastisches Sujet in gefälliger Form i uud ist von hinreißend komischer Wirkung. Anlage und, Verwicklung der Handlung sind originell nnd geschickt! motiviert. Die Situationen tragen nicht drn entstellenden l Stempel einer mühsamen Geburt aus dem Schoße der ängstlich kreißenden Intrigue, sondern gehen aus einer j ungezwungenen Kreuzung der Zwecke hervor nnd sind! in hohem Grade cffectvoll; die Charaktere entfalten die ganze Vielseitigkeit, Frische und Freudigkeit des Humors; der Dialog ist ohne hyperfeine Pointen witzig, fchlag-, fertig uud geistvoll; die Grundidee ist die Allgewalt der Liebe, die jedes Hindernis überwindet. — Die mimifche Production feiteus der Hauptpersonen gelang vorzüglich,! nur die Herren Walddnrger (Sedages) und Kocel (Graf j von Pont Courlay) ließen, ersterer ein wenig, letzterer sehr viel Rollensicherheit vermissen. Im übrigen erschien ^ die Leistuug dcs Herrn Waldburgcr durchaus anspre- ^ chend, correct und frei von den meisten, an dem so ^ gerne extravagierendcn, jedoch fähigen Schauspieler oft-mal» gerügten Unzukömmlichkeiten. Herr Direktor Lud- i wig (Brissac) spielte seine Rolle auf Grundlage richtiger Auffassung mit einer elektrisierenden Fülle von Laune und Lebhaftigkeit und erzielte einen sehr ehrenvollen ^ Erfolg. Allch Herr Ehrlich (Beandeau) brachte eine voll- > endet entworfene Charalterzeichnung voll treffender Lebenswahrheit in den Details. Die Damen Wilhelmi ^ (Marie von Pont Courlay), Solvey (Louise von Lacan) und Langhof (Superiorin) ließen nichts zu wünschen übrig, auch die Nebenpersonen genügten. Am letzte» Samstag- und am darauf folgenden Sonntagabende debütierte Frl. Lina Hofer, und zwar zuerst als „Adele" in der Strauß'schen Operette „Fledermaus", dann als „Lcni Flink" in der amüsanten Posse „Drei Paar Schuhe" von Görlitz, beidesmal, besonders aber in der letztgenannten Rolle, nlit gutem Crfolg. Die Künstlerin hat vor allem den Vorzug einer sehr einnehmenden Erscheinung und hoffnungsvoller Iugendfrische für sich; ihr Spiel ist anmuthig und verräth ein entschiedenes, nicht unbedeutendes Talent für die Bühne, und der fein nuancierte Gesangsvortrag läßt auf eine eindringliche Schulung schließen. An ihren Leistnngen sind jedoch die Spuren des Noviciates noch nicht vollständig abgestreift, dieselben traten namentlich am ersten Abende infolge einer erklärlichen Befangenheit beeinträchtigend in den Vordergrund, auch ist ihr Organ, obwol von angenehmer Klangfarbe, zu wenig kräftig und volltönig und die Sprache etwas flüchtig und undeutlich. Immerhin aber haben wir die feste Zuversicht, daß die Debütantin, welche an beiden Abenden durch freundlichen Beifall ausgezeichnet wurde, bald die volle Gunst des Publikums zu gewinnen im stände fein wird. Im übrigen verlief die Aufführung der „Fledermaus" trotz einiger Schwächen recht befriedigend, und zwar hauptsächlich durch die virtuose Bravour uud be-zanbenide Liebenswürdigkeit, mit welcher Fräulein Massa die Partie der „Nosalinde" geradezu vollendet durchführte. Auch das Görlitz'sche Lebensbild „Drei Paar Schuhe" ging diesmal fast in jeder Beziehung tadellos in Szene und wurde mit großem Beifalle aufgenommen. Neu war die Besetzung des „Baron Wappcn-knopf" durch Herrn Waldburger, der sich seiner Aufgabe mit Verständnis nud Elegauz entledigte, dann des „Thca-terdieners Maier" durch Herrn Iahn, welcher für diese Nolle nicht ganz genügte. Das Theater war an beiden Abenden recht gut besucht. Neueste Post. (Original«T>legramme der „Laib.Zeitung.") Prag, 23. Dezember. Die Gemeindevertretungen von Hühlierwasser, Sebastiansbcrg und Karbitz beschlossen energische Protestkundgebungen gegen die bekannte Aeußerung Schönerers; weitere Mauifesta-tioueu sind im Zuge. London, 23. Dezember. „Daily News" melden aus Allahabad, 22. Dezember: Der Emir retinerte mit der russischen Mission nach Äalkh. Das Land zwischen Dschellalabad uud Kabul befindet sich in! uölliger Anarchie. Die Zukkurkhccls flüchteu sich vor dcu britischen Truppeu ins Gebirge. Ihre Forts uud! Häuser werden zerstört. Athen, 23. Dezember. Oberst Sapuuzaki, Oberstlieutenant Vnlino und der Bataillonschef Phonkoutlis wurdeu zu Kommissären für die Verichtignug der griechischen Grenzen iu Gemüßheit des Berliner Vertrages ernauut. Pest. 22. Dezember. (N. fr. Pr.) Beide Häuser des Reichstages hielten heute, trotz des Sonntags,! kurze Sitzuugeu. Im Abgeordnetenhaus« wurde der Handelsvertrag mit Deutschland in dritter Lesung au-geuommrn, worauf Präsident Ghyczy erklärte, daß nunmehr die meritorischen Schnna.cn bis zum LOsten Jänner geschlossen werden, daß aber morgen noch! eine formelle Sitzuug zum Zwecke der Promul^ieruUl^ der scmctiouicrteu Gesetze stattfinden werde. Nach den üblichen Wünsche» des Vorsitzenden au die Abgeord-^ ncteu anläßlich der bevorstehenden Feiertage uud uuter ^ Eljenrufen auf dcu Vorsitzenden gingen sodauu die Abgeordneten auseinander. Im Obcrhausc wurde der Handelsvertrag mit Deutschland, nachdem Erzbischof Hayuald dafür die Dringlichkeit beantragt hatte, uach kurzer uud belaugloscr Debatte angenommen. Cattaro, 22. Dezember. (Deutsche Ztg.) Iu Podgoriza und Spuz wevden weitere 0(XX) Mauu Nizamtruppcu erwartet; nn ihrer Spitze soll der Kommandierende Osman Nuri Pascha persönlich iu Podgoriza eintreffen, um die Uedergave des Moulene' gro vom Berliner Kougrefse zugesprochenen Gebietes vou Nord-Albanien durchzuführen. London, 22. Dezember. „Reuters Offtce meldet von Konstantiuopel: Mit einem veröffentlicht" Iradt werden Mukhtar Pascha, Vahan Efendi B Abbediu Bey zu Kommissären für die gnechU Grenzregulierung eruaunt, und wird Oberst Dschev<>° denselben beigegeben. Auf eiue Aufrage der W« erklärte die französische Regieruug, daß ihr die l^ ueuuuug Savfet Paschas zum Botschafter iu M" genehm fei. Gu weiterer Irade ermächtigt den G^>' vezier, mit Oesterreich auf Grund der österreichisch" Vorschläge eiue definitive Vereinbarung iu ArM ""! Novibazar abzuschließeu. Diese Frage wird als gelöst betrachtet. Der bisherige Gesaudte in Ache»' Turthan Bey. soll zum Botschafter in Athen ernaB' werden. Telegrafischer Wechselkurs vom 23. Dezember. „,.„. PapierMente «1 90. - Silbt»Nente 62 95., ^ U' Nente 72 85. — 1860er Staal^Anlehm 11560. - Vans'«sN" 787. - itredit-Actien 28160. - London 117 20. NA 100-10 - K.l. Münz»Dukaten 5 61 - 20.Fransen<2"» 936'/,. - 100 Reichsmark 5785. Angekommene Fremde. Am 2!i. Dezember. < Hotel Stadt Wien. Suschnig, Trieft. — v. Felting«, T^" Fabrilsverwalter, Nuvigno. - Loser, Ksm., und Ranz!"» Gottschee. — Brenner Sig. und Brenner Adolf, Wien> Hotel Elefant. Dr. Steiner. Krainburg. - Koschel, »^ Ratschach. — Degischrr sammt Frau, Mannsburg. — ^" Fabrilsbesitzer, Klagensnrt. , -^ch, Hotel Europa. Pcterta. Gendarmerie Postcnführer,/<"'^, — Kummer, Oberlaibach. — Neising, Ingenieur, Oott" ^ Vaierischer Hof. Groß, Aroßwardein. — Nenigar, !i"e!^ Schiller, Görz. . ^^, Kaiser von Oesterreich. Pirker, Klagenfurt — Stoian, »" — Nannichcr, St. Martin. Mohren. Katolnig Ioscsa, Trieft. ^^-se Meteorologische Veobachtung - U W ZZ ° ;» O « ; ik? k »__°____55^ ^ 7^Ü. W.' '?:^6'55 — 7'4 ^ windstill triib7 g,ge>' Arzneistuffen ist ansgrschlusscn, nud Mixturen widel! ^. -^ Kindern sehr bald und haben nicht den gewünschten , ^^l«' ANen. die sich in solcher Nulhlaa.c beftndcn, ">^.. ^,0 ^,. mittet eulpfolilcu, dessen Wirlnng oft wunderbar >!. ^„l tl"' in fast allen Fällen Erfolg hat: Man verreibt lN^<, st i^ nen Knchcnmürser cinigc Stücke uun Bergers ^„ac^l>"?'^ lcn (llicht^apftltt! zu Pulver, seht die dreifache ^c^.^uge" zuckcr zu, verreibt abermals und mtscht zu einer ^^M's "ü. Massc, von der man den Kindern 4—.'»nal ^^jichilüg ""' Mcssl-ispiDc voll gibt. Die Kinder nehmen diese ^ '^l>ej»"ö' geheuer gern uno fühlen bald Erleichterung .'"!,„ ^- P"l» Man bcgchre in den Apothcten Vergers Thcerpa»"". ^ her"' einer Blechdose 50 tr. — Hauptdeput für 5!a«o""' Apotheker I. Swoboda. ^-------"" Mff^ Für die Feiertage empfehle: feinen alten echte« Bunyaker Weißwein, in Äuer« Gllst!M«l«k»lit° __________Nüßl« in Mvack^^-- <)^r!e!l!)eri^)t. Wien, 21. Dezember. (1 Uhr.) Nach einem quantitativ höchst unbedeutenden Verlchrc haben sich die Kurse einigermaßen erholt. «elb Ware Papiecrente........61 50 61 60 Gilberrenke........62 70 62 80 »oldrente.......7265 7275 Lose, 1839........218 - 320 - . 1354....... 10875 10925 .. 180 i6__ Prämieuanl. der Stadt Wien 89 50 89 75 lionau-Regulierungs-Lose . . 105-— 10540 Domänen. Pfandbriefe . . . 141 ^ 14150 Oesterrcichischc Schahschcine . 9750 9775 Ung. 6pcrz. Goldrente ... 8390 84- Ung. EisenbahN'Anl.....93 90 99 20 Ung. Schaybons vom I. 1874 114'75 115 — Anleben oer Stadtgcmeindc Wien in V. V......94 - 94 50 Grundentl aftung»'vbli«atlsnen. «öhmen .........U - 103 - »iiedcrösterreich ......^"^ k»U 105 V«lb Ware Oalizien......... 8375 8450 Siebenbürgen....... 73 50 7425 Temeser Bauat...... 75 50 76 - Ungarn.......... 78 50 73 25 «ctlen v«u Vanlen. Anglo'österr. Banl..... 95 — 95,25 Kreditanstalt ....... 218 25 218 50 Depositenbank....... 160 162 ^ Kreditanstalt, ungar..... 209 50 20i) 75 Natiunalbai'.l....... 784 - 786 - - Uuionbanl ........ 66 75 67 Verlehrsbank....... 99 - 99 50 Wiener Vanlverein..... 103 25 103 50 «lctien von TranSpartUnterneh» »nungen. Velv Ware Alföld.Vllhn .......114- 114 50 Donau.Dllmpfschiff..Gesellschaft 485— 486 — Elifabeth.Westbllhn.....15750 158 Ferdinands »Nordbahu . . 2oi0 -2015» -Franz.Ioseph.Bahn . . . !2? 127'50 Vild War? Galizische Karl«Ludwig. Bahn 23150 23175 Kaschau.Oderberger Aabn . . 99- 99 50 Lembcrg-Czernoiuiher Bahu . 122'— l22 50 Lloyd < Gesellschaft.....575 - 577 - Oefterr. Nurdwestbnhn . . . 108' 108 50 Rudolfs-Bahn.......115— li5 25 Staatsbahn........252 - li52 50 Südliahn.........6675 67 25 Theiß-Bahn........185- 186 - Ungar.'galiz. Verbindungsbahn ' — — Ungarische Nordostbahn . . . 114 50 115 — Wiener Tramway-Gescllsch. . 157— 157 50 Pfandbriefe. Alla.ost.Bodcnlreditanst.li.Gd.) 110-25 110 75 „ „ ,. (i.V.V.) 93 8^> 94- Nationalbanl....... W60 9850 Ung. Bodenlredit'Inst. (B.'V.) 94 50 95 - Prloritäts Obligationen. Elisabeth-N. 1. E>u.....92 5N 93- Ferd -Nordb. in Silber ... 103 25 10-l 50 Fran^Ioscph.Vahn .... 8450 8475 <«al. Karl-Ludwia-«., 1. Em. 99 75 10s — ----------------------------------------«». - - ' ' - .^^ 4" Paris.......... Veldssrten. Dukaten______ «st. 59 lr.5st-^ , Napoleonsd'or . » » " « Datsche Neichs- 57,^ ^ bantnotcn. . . 57 ^ A ., ^ ^ ii0 Silbergulden . . 100 „ l" ,, Krainische GrunwUlastun^