LaAcher TaMtt. Rcdaction und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15. Nr. 135. PränumerationSkreile: Für Laibach: Ganij. fl. 8'tv; Zustellung ins Haus vrtlj. LS kr. Mit der Post: Ganzjähr. fl. rs. SnsertionsPreise: Ein- Freitag, 14. Juni 1878. — Morgen: Vitus. 11. Jahrg, Vor dem Kongreß. Die „A. A. Ztg." schreibt: „Die italienischen Maestri lassen gern, nm die Aufmerksamkeit und Erwartung zu spannen, vor Beginn einer Hauptmelodie eine längere Pause eintreten; auch der, hosseu wir es, unendlichen Friedensmelodie, die in Berlin angestimmt werden soll, geht in diesem Augenblick eine solche diplomatische Kunstpause voran. Die Staatsmänner packen ihre Koffer zur Reise nach Berlin — Griechen und Rumänen niit eingerechnet, werden es wol gegen 20 sein, die in diesen Tagen die Reise dahin antreten — überblicken zum letzten mal das Spiel, das sie in Händen haben, und dann vorwärts! Die politische Welt unterhält sich indessen, um die Pause aus-zusüllen, damit, daß sie die Chancen des Kongresses abwägt: ob er den ersehnten Frieden bringen werde? Die Börsen sind schon seit einigen Tagen der Meinung: der Kongreß sei der Friede, und was Waddington gesagt, daß die Aufrechthaltung des Friedens fast mit Sicherheit zu erwarten sei, war ganz im Sinne der Borsenleute uud Wasser auf ihre Mühle. Die Welt hat zwar im Verlaufe der gegenwärtigen orientalischen Verwicklung nur zu oft dem Optimismus gehuldigt und ist demnach oft getäuscht worden, da die Dinge unter allen möglichen stets die schlimmste Wendung genommen ; so viel scheint uns aber heute doch sicher zu sein, daß im Augenblick die Chancen für den Frieden besser stehen denn je, viel besser als sie noch vor acht Tagen gestanden, und diese Besserung ist eine Folge der verabscheuungswürdigen That „unter den Linden." Ein großer Theil des Verdienstes, den Kongreß ermöglicht zu haben, darf dem Fürsten Bismarck zugesprochen werden, Deutschland hat beharrlich und taktvoll für die Sache gewirkt und würde unter allen Umständen auf dem Kongresse eben so consequent für den Frieden gewirkt haben; aber immerhin hätte man früher sagen können: der Friede liege mehr im Interesse Europa's, als speziell in jenem Deutschlands. Das Verbrechen vom 2. Juni hat nun die Lage in so weit verändert, daß Deutschland nicht minder als die anderen Mächte die Beilegung des orientalischen Conflicts wünschen muß; es wird jetzt auch im eigenen Interesse an der Aufrechterhaltung des Friedens thätig sein, wenn es vermittelt und die Gegensätze ausgleicht, nicht für Europa allein, sondern auch für sich selbst etwas thun. Das eigene Interesse ist aber stets eine starke Triebfeder. Wir werden es zweifelsohne erleben, daß Deutschland sich jetzt gegen jeoen kehren wird, der Miene macht, das Friedenswerk durch Starrheit und Mangel an Nachgiebigkeit oder durch Erheben von neuen Forderungen zu gefährden. Wie weit die englisch-russische Verständigung reiche, ob sie wirklich eine so vollständige und erschöpfende sei, wie sie von manchen Seiten dargestellt wird, mögen wir nicht weiter untersuchen; sicherlich wird Deutschland daran gelegen sein, daß die Verständigung zwischen England und Rußland bald eine vollständige und erschöpfende werde, und daß die allenfalls noch vorhandenen Gegensätze ausgeglichen, die strittigen Punkte entschieden werden. Hier findet Fürst Bismarck ein wohl vorbereitetes Terrain — er hat ja selbst mitgeholfen es vorzubereiten, — das nur noch einiger Nachhilfe — der Arbeit einer Egge — braucht, um vollständig geeignet zu werdeu, den Friedenssamen aufzunehmen. Anders steht es mit Oesterreich. Zwischen Oesterreich und Rußland ist die Arbeit der Vereinbarung noch gar nicht in Angriff genommen, der Acker ist noch ungepflügt. Man weiß, wie dies gekommen. Es wäre wol sehr natürlich gewesen, daß England und Oesterreich, als die zwei Mächte, welche der Vertrag von San Stefano in erster Linie berührt — uud verletzt hat, sich gegenseitig verständigten, vereinigten und ihre Action com- zeigen bis s Zeilen 20 lr. binierten, um jenen Vertrag umzuwerfen und Rußland in die gebürenden Schranken zurückzuweisen. Ties geschah jedoch nicht: Rußland schickte Jgna-tieff nach Wien, nm eine Vereinbarung Oesterreichs mit England zu Hintertreiben, und das russische Manöver gelang. Jgnatieff hatte, was Andrassy formulierte, aä rekereuäum nach St. Petersburg genommen; aber von St. Petersburg erfolgte keine ineritorifche Antwort. Was der Form wegen geantwortet wurde, war, wie Andrassy neulich selbst mittheilte, nicht geeignet die beiden Mächte unter einen Hut zu bringen. Man hielt Oesterreich hin — und Oesterreich ließ sich Hinhalten. Indessen hatte England eine Haltung angenommen, die sich täglich schärfer markierte, und Ende April entschloß man sich in St. Petersburg zu einer direkten Verständigung mit England. Oesterreich ließ man wissen, daß seine Forderungen maßlos seien, und seitdem Graf Schuwaloff seine Vermittlungsmission angetreten, ist zwischen Rußland und Oesterreich kein Wort mehr gewechselt worden, das den Frieden von San Stefano betroffen hätte. Oesterreich hat so die Chance einer Verständigung zum Zweck einer gemeinsamen Action mit England verpaßt und ist schließlich auch von Rußland beiseite gestellt worden. So stellt sich die Situation zwischen Oesterreich und Rußland dar, die der Kongreß vorsindet. Gereizt und beleidigt kommt Oesterreich zum Kongreß, militärisch ist seine Position Rußland gegenüber eine vortreffliche, es kann es riskieren, jetzt endlich energisch für seine Forderungen einzutreten: hier wird Fürst Bismarck also seine Kunst zu bewähren haben, um den Gegensatz auszugleichen. Nur aus dem Verhältnis zwischen Oesterreich und Rußland scheinen uns Gefahren für den Frieden hervorgehen zu können, auf dieser Seite ist noch der Ausbruch eines Feuers möglich. Es würde derselbe verhindert, wenn Rußland die spezifischen Forderungen Oesterreichs erfüllte — aber wird Jeuilleton. Marjorie Daw. Nach dem Englischen des Thomas Baileh Aldrich. III. John Flemming an Edward Delaney, 11. August. Dein Brief, mein lieber Ned, war eine rechte Gottesgabe für mich. Stelle Dir vor, in welcher Lage ich mich befinde. Ich, der ich niemals nur einen Tag lang krank war, seitdem ich am Leben bin. Mein linkes Bein wiegt drei Tonnen. Ich bin in einem Apothekerladen einbalsamiert und in mehrere Rollen feiner Leinwand luftdicht eingewickelt und erstickt worden, wie eine Mumie. Ich kann mich nicht rühren. Ich habe mich fünftausend Jahre nicht gerührt. Ich bin aus der Zeit Pharao's. Ich liege vom Morgen bis in die Nacht auf einem Ruhebette und starre in die sonnige Straße hinab. Jedermann hat die Stadt verlassen und geht dem Vergnügen nach. Die braunen Steinhäuser auf der ändern Seite der Straße sehen aus wie eine Reihe ungewöhnlich häßlicher Särge, die man aufrecht gestellt hat. Ein graulicher Schimmel liegt auf den Namen der Verstorbenen, welche auf den silbernen Thürbeschlägen eingegraben sind. Schadenfrohe Spinnen haben die Schlüssellöcher zugenäht. Alles ist Schweigen, Staub und Verlassenheit. Ich unterbreche mich einen Augenblick, um rasch einmal den zweiten Band von „Ccsar Birotteau" nach Watkins zu schleudern. Ich habe ihn verfehlt. Doch glaube ich, daß ich im stande wäre, ihn mit einer Copie von Sainte-Beuve oder dem „Dictionaire Universell" zu Boden zu strecken. Die kleinen Bände von Balzac passen nicht recht für meine Hand; doch ich hoffe ihn noch zu treffen. Ich hege den Verdacht, daß Watkins den CHLteau Iquem des alten Herrn angezapft hat. Nachschlüssel zum Weinkeller. Irische Spitzbuben im vordem Erdgeschoß. Jung Cheops im oberu Stockwerk festgenagelt, sicher in Wachsleinwand eingepackt. Watkins schleicht in meinem Zimmer umher mit seinem farblosen, heuchlerischen Gesichte, das er in die Länge zieht wie eine Ziehharmonika; doch ich weiß, er grinst, wenn er von mir fortgeht, die ganze Stiege hin- unter und freut sich, daß ich das Bein gebrochen habe. Stand nicht mein böser Stern im Zenith, als ich neulich in die Stadt eilte, um dem Diner bei Dolmenicos beizuwohnen? Doch, ich ging nicht blos deshalb dahin. Es geschah zumtheil auch, um Frank Livingstone's Graustute zu kaufen. Und nun werde ich zwei Monate nicht im Sattel sitzen können. Ich werde Dir die Stute nach „Fichtenhof" schicken — heißt das Haus nicht so? Der alte Doktor meint, daß ich gemüths-krank sei. Er macht mich rasend mit seinen Geschenken von Zitronen. Wahrlich, Zitronen für ein krankes Gemüth — welch' ein Unsinn! Ich bin nur so ruhelos wie der Teufel unter dieser aufgezwungenen Gefangenschaft — ein Zustand, an den ich nicht gewöhnt bin. Nimm einen Mann, der niemals in seinem Leben nur so viel wie ein Kopf- oder Zahnweh gekannt hat, umwickle eines seiner Beine mit Wachsleinwand und schnalle es mit Riemen fest, halte ihn dann wochenlang während der größten Hitze in einem Zimmer der Eich eingeschlossen und erwarte dann von ihm, daß er lächeln, wie eine Katze vor Vergnügen schnurren und sich glücklich fühlen soll! Es ist zu wider- es dies thuu wollen? Sicherlich hat es seine Rechnung darauf gestellt, daß es für das, was es England bewilligt, eine Compeusatiou in dem findet, was es Oesterreich nicht bewilligt. Der Friede wäre auch gesichert, weun Oesterreich nachgäbe, aber begreiflicherweise hat dieses ebenfalls wenig Lust dazu. Fürst Bismarck wird sich da in dem versuchen können, was den österreichischen Staatsmännern schon so geläufig ist: iu dem Zustandebringen eines Ausgleichs. Es wird sich bei jeder zwischen Rußland und Oesterreich auftauchenden Frage schließlich darum handeln, wie sich die anderen Mächte zu derselben stellen: gegen den Gesammtwillen Europa's wird weder Rußland noch Oesterreich Stellung nehmen, weder das eine noch das andere wird allzu hartnäckig sein dürfen, auch in letzter Linie die Verantwortlichkeit, die Erhaltung des Friedens unmöglich gemacht zu haben, nrcht auf sich nehmen können. Europa, von dem es so lange Hieß, daß es gar nicht mehr zu finden, wird hier wieder einmal zu Ehren kommen. Wie in Oesterreich mitten in allen Ausgleichswirren die Bevölkerung die Zuversicht nicht verlor, daß der Ausgleich doch zu stande kommen werde, weil er zu stande kommen muß, so kann man analog bezüglich des Friedenswerks auch Zutrauen fassen: der Friede wird zu stande kommen, weil er nun zu stande kommen muß, da Deutschland ebenfalls den Frieden braucht. Ob aber der Kongreß auch die orientalische Frage lösen werde, ist eine andere Frage, die wir nicht mit so viel Zuversicht beantworten möchten. Sicherlich werden die politischen Verhältnisse am Balkan in irgend einer Art geregelt werden, aber wie lange dieses neue „Gesetz" Vorhalten wird, bleibt fraglich. Es wird später Zeit sein, darauf zurückzukommen; die Besorgnis können wir aber heute schon nicht unterdrücken: daß, gerade weil man im Kongreß rasch und durchaus zum Frieden wird kommen wollen, die Regelung der orientalischen Verhältnisse leicht über das Knie gebrochen werden dürfte und schließlich ein Zustand etabliert wird, der nnr die Keime neuer Zerwürfnisse und neuer Kriege in sich schließt. Zu den Mobilisierungsgerüchten schreibt die „Presse" im Abendblatte vom 12. d.: „Wir haben bereits im heutigen Morgenblatte die Mobilisierungsgerüchte, die seit zweimal 24 Stunden in Wien cnrsieren nnd in verschiedenen Blättern reproduciert werden, als durchaus übertrieben bezeichnet. Es werden nicht 100,000 Mann, wie gestern abends in Börsenkreisen erzählt worden, sofort unter die Fahnen einbernfen, es wird nicht sinnig. Man kann nicht heiter und ruhig sein in einer Lage, wie die meiuige. Dein Brief ist der erste Trost, der mir seit meinem Mißgeschick zutheil geworden ist. Er erheiterte mich wahrhaft Md wirklich für eine halbe Stunde. Sende mir ein Papierschnitzel, so oft Du kannst, Ned, wenn Du mich lieb hast. Alles wird gut sein, mich zu zerstreuen. Schreibe mir mehr von dem kleinen Mädchen in der Hängematte. Deine Vergleiche mit der Dresdener Porzellanschäferin und der Wasserlilie sind sehr hübsch. Etwas ungleichartig zwar, doch wirklich recht hübsch. Ich hätte nicht gedacht, daß Dein Oberstübchen soviel sentimentales Zeug enthalte. Es beweist, daß man jahrelang mit dem Empfangszimmer seines Nachbars vertraut sein und keine Ahnung von dem haben kann, was sich unmittelbar unter der Mansarde befindet. Ich glaubte, sie sei mit trockenen, auf Pergament geschriebenen Gesetzesartikeln, Hypotheken, Eideserklärungen und Zeugenaussagen vollgepfropft; und siehe da, Du nimmst ein Packet Manuscript daraus herunter, und es ist nichts als eitel Lyrik, Sonette und Canzonen. Du hast wirklich ein bedeutend entwickeltes Talent für malerische Schilderungen, die ganze Artillerie auf den Kriegsfuß gestellt, wie heute von einem Blatte gemeldet wird, und es greifen auch jene mäßigeren Angaben, welche davon sprechen, daß sofort sechs Divisionen auf den vollen Kriegsfuß versetzt werde», über das Ziel hinaus. Die ungeordneten Maßregeln bewegen sich durchaus innerhalb jener Grenzen und haben jenen Zweck, welchen Graf Andrassy kürzlich vor den Delegationen genau gekennzeichnet hat. Es finden Standeserhöhungen der Truppen in Siebenbürgen statt, uud iu intensiverem Maßstabe iu Mittel- uud Süd-Dalmazieu und im Sprengel des Temesvarer Militärkommandos. Eine genauere Angabe der militärischen Ordres kann selbstverständlich nicht platzgreifen, wol aber kann versichert werden, daß auch diese Standes-erhöhuugen zunächst nur ihre klarliegende Bedeutung angesichts der unsicheren Zustäude in Rumänien, iu Bosnien und der Herzegowina haben. Insbesondere scheint auch mit Rücksicht auf die montenegrinischen Streitfragen, welche der Kongreß aufwerfen wird, eine umfassendere Bereitschaft in Süd-Dalmazien als nothwendig erachtet worden zu sein. Dieselbe erfolgt, wie bereits früher in Fachblättern wiederholt angedentet worden, in einer Weise, daß keine großen Truppenverschiebungen nothwendig sind; insbesondere wird die lokale Wehrkraft Dalmaziens selbst in Anspruch genommen. Parlamentarisches. Abgeordueteuh aus. Sitzung vom 12. Juni: Auf der Tagesordnung steht die Grundsteuer-Regulierung. Der Obmann des Ausschusses, Dobblhofs, beantragte wegen der nöthigen Fristenänderung die Zurückweisung des Entwurfes an den Ausschuß. Nach langer Debatte und nachdem der Finanzminister und der Negierungsvertreter für den Antrag Dobbl-hoffs gesprochen hatten, wurde die Vertagung nut allen gegen 50 Stimmen beschlossen. Sodann fand die Debatte über den Ankauf der Bahn Leobers-dorf-St. Pölten statt. Jaworski und namentlich Kronawetter bekämpften in heftiger Weise die Vorlage. Nach einer Replik des Handelsministers wurde die Spezialdebatte mit 97 gegen 83 Stimmen beschlossen. Die nächste Sitzung findet am Freitag statt. Auf der Tagesordnung stehen die Ausgleichsgesetze. Tagesneuigkeiten. — König Georg V. von Hannover ist am 12. d. M. in Paris gestorben. Er war geboren 27. Mai 1819, vermalte sich am 18. Februar 1843 Edward Delaney, und ich habe Dich im Verdacht, anonyme Liebesgeschichten für die Magazine* zu schreiben. Ich werde ein Bär sein, bis ich wieder einen Brief von Dir habe. Erzähle mir alles, was Du über Deine hübsche Unbekannte auf der ändern Seite der Straße erfährst. Wie heißt sie? Wer ist sie? Wer ist ihr Vater? Wo befindet sich ihre Mutter? Wer sind ihre Anbeter? Du kannst Dir nicht vorstellen, wie dies alles mich beschäftigt. Je unbedeutender, desto besser. Meine Gefangenschaft hat mich geistig so sehr heruntergebracht, daß ich Deine in Form von Briefen verabreichten Dosen geistiger Nahrung ganz beträchtlich finde. Ich sinke allmälig zur Stufe einer zweiten Kindheit herab. In ein oder zwei Wochen werde ich wieder zu Gummireifen und Korallengabeln zurückgreifen. Ein silberner Becher mit einer passenden Inschrift würde dann eine zarte Aufmerksamkeit von Deiner Seite sein. Bis dahin schreibe mir! * Die im Englischen so benannten belletristischen Blätter. mit der Prinzessin Marie Alexandrine von Sachsen-Altenburg, und dieser Ehe entstammen ein Sohn, Prinz Ernst Angust (geb. 1845) und die Prinzessinnen Friederike (geb. 1848) und Mary (geb. 1849). Nach dem Tode seines Vaters bestieg Prinz Georg am 18- November 1851 den Thron. Er war umfassend gebildet, bethätigte regen Sinn für Musik und Literatur, versammelte stets einen Kreis von Dichtern und Künstlern um sich und hat sich seinerzeit auch selbst in musikalischen Compositionen versucht. Als Mitglied des alten deutschen Bundes treu au Oesterreich festhaltend, verlor er 1866 sein Reich und lebte seitdem größtentheils in Oesterreich. — Ein Heimgekehrter. „Nür. Listy" schreiben: „Bohuslav Kroupa, ein namhafter Maler, ist nach mehrjähriger Abwesenheit nach Prag zurück-gekehrt. Vor beiläufig acht Jahren war er »ach England gegangen, um dort Landschaftsstudien zu machen. Nachdem er alle drei Königreiche durchwandert hatte, nahm er ein Engagement für Canada an, woselbst er die Bilder für zwei große illustrierte Journale — ein französisches und ein englisches — zeichnete. In seiner Eigenschaft als Zeichner begleitete er die große Ingenieur-Kommission der nördlichen Pacifiebahn und kam auf diesen Reisen durch ganz Nordamerika bis hinunter nach Panama. Am längsten hielt er sich in Californien, in der Sierra Nevada und den noch von Wilden bewohnten Gegenden auf. Auch die Sandwichs-Jnseln hat er besucht. Kroupa hat in seiner Mappe werthvolle Skizzen mitgebracht." — Verboten. Der projektierte Socialisten-kongreß in Gotha ist von staatswegen verboten worden. Infolge des Verbots gibt das socialdemokratische Centraleomite im „Vorwärts" bekannt, daß von der Einberufung des Kongresses nach einem anderen Ort abgesehen und die Abhaltung des Kongresses bis zum Herbst vertagt werden soll. — Grubenunglück. Aus Manchester wird unter dein 7. d. M. berichtet: Heute fand in der Kohlengrube bei St. Helens, Laneafhire, eine heftige Explosion statt; 200 bis 250 Todte. Lokal- und Promnzial-Angelegenheiten. — (Firmung.) Der hochw. Herr Fürstbischof Dr. Pogatschar firmte in den letzten zwei Pfingstfeiertagen in Laibach 1433 Firmlinge. — (Eine Gemeinderathssitzung) findet heute nachmittags 5 Uhr im hiesigen Rathssaale statt. Tagesordnung: I. Bericht der Rechtsseetion über den Vollzug des beschlossenen Ankaufes der Kolesta-Mühlrealität durch Bezahlung und Physische Uebernahme. — II. Berichte der Finanzsection: 1.) über den Vollzug der beschlossenen Veräußerung der städtischen Hausrealität Conser.-Nr. 4 in der Schellenburggasse durch physische Uebergabe und Empfang des Kaufschillings; 2.) über den angesuchten Beitrag zu dem Fond für Ankauf von gewerblichen Modellen und Mustern ans der Weltausstellung in Paris; 3) über die beantragte Abschreibung eines uneinbringlichen Zinskreuzer - Ausstandes; 4.) über das Gesuch des Unterstützungsvereines für Studenten der philosophischen Facultät an dev Wiener Universität um einen Beitrag; 5.) über die Kanzlei-Auslagenrechnung des Magistrates vom zweiten Semester 1877. — III. Berichte der Banseetion: 1.) über das Licitationsergebnis bezüglich der Versetzung des Brunnens auf dem Jakobsplatze; 2.) über das Licitationsergebnis bezüglich der Neuherstellung eines Brunnens auf dem Deutschen Platze. — IV. Berichte der Schulfeetion: 1.) über die Rechnung der im Jahre 1877 vom Ortsschulrathe bestrittenen Auslagen; 2.) über den vom Bezirks-Schulinspektor au den Bezirksschulrat für das Schuljahr 1876/77 erstatteten Jahresbericht. — V. Bericht der vereinigten Seetionen für Rechts- und Personalsachen, Finanz und Polizei, über die Neuorganisierung des Todtenbeschaudienstes und über die Neufistemisierung der Stelle eines Armenarztes nnd eines Polizei-Arztes, zugleich Todteubeschauers. — VI. Berichte der Polizeifection: über fünf Recurse wider magistrat-liche Erkenntnisse in Polizei-Angelegenheiten. — VI l. Selbständige Anträge des Herrn Gemeinde-rathes Franz Potocnik: 1.) auf die Anfertigung des in Aussicht genommenen Stadtbauplanes; 2.) auf Verstärkung des Stadtbau-Amtes durch mindestens eine technische Arbeitskraft. — VIII. Selbständige Anträge des Herrn Gemeinderathes Josef Regali: 1.) auf Umgestaltung des Feuerwehrdepots und des gegenüberstehenden Fleischbankgebäudes in der Vodnikgasse zu frequenteren und einträglicheren Verkaufslokalitäten für Mehlhändler, Fleischer u. dergl. und auf Verlegung dieses Feuerwehrdepots in das Markthüttengebäude am Kaiser-Josefsplatze; 2.) auf Ma-cadamisierung der alten Marktstraße; 3.) auf Anbringung von Laternen auf dem Bergwege; 4.) auf Bepflanzung des Viehmarktplatzes mit zwei Baumreihen und auf Errichtung eines Brunnens daselbst. — Nach Schluß der öffentlichen Sitzung folgt eine geheime Sitzung zur Erledigung von Personalien. — (Das Bestkegelscheiben,) welches der allgemeine krainische Militär-Veteranenverein zum Vortheile seines Krankensondes veranstaltet und mit Gewinsten im Gesammtwerthe von 120 fl. ausgestattet hat, wird morgen den 15. d. um 2 Uhr nachmittags im Gasthause „zum Rössel" (Auers Bräuhaus) in der Theatergasse beginnen und bis 13. Juli dauern. Der humane Zweck einerseits und die eingetretenen schönen, heiteren Abende andererseits mögen allen Freunden des genannten Institutes und allen Frennden der Kegelbahn Anlaß geben, bei diesem Bestkegelscheiben sich recht zahlreich einzufinden. — (Aus dem V er eins leben.) Sonntag, das ist am 16. Juni 1878, um 11 Uhr vormittags wird in der Hauskapelle im hiesigen St. Josefs-Spitale (Kuhthal) die statutenmäßig sistcmisicrte heilige Messe als Gedenkfeier der am 27. Mai 1838 stattgehabten Eröffnung der Krankenanstalt und zum Gedächtnisse aller verstorbenen Mitglieder und Wohl-thäter dieses Vereines gelesen werden. Die Vereins-Mitglieder wurden hiezu mit dem Beifügen ein-geladen, daß nach der heiligen Messe daselbst die Vercius-Krankenlokalitäten besichtiget werden können. — (Heimatliche Kunst.) Der Bildhauer Herr Zajec hat das Denkmal des Bischofs Slomsek vollendet, und wird dasselbe demnächst in Marburg ausgestellt werden. — (Petagna's optisch-mechanisches Kabinett) wird in den zwei letzten Ausstellungen das Beste und Interessanteste bieten, was auf dem Gebiete der Glasphotographie geleistet werden kann, die Anzahl der Schau-Apparate wird um zwei vermehrt, und es werden demnach dem Beschauer bei jedesmaligem Besuche 200 Bilder zur Ansicht offen stehe», dies alles uni — 20 Neukreuzer. — (Vergnügungszüge.) Das Wiener Reisebüreau Schrvckl veranstaltet am 28. d. Vergnügungsfahrten, die anläßlich des St. Peter- und Paultages von Laibach nach Wien uud von Wien über Laibach nach Adelsberg, beziehungsweise Triest, stattfinden werden. — (Ein Gladstoneaner in Laibach.) „Slov. Nar." meldet, daß der Oxsorder Professor Arthur I. Evans am 8. d. M. in Laibach ein-getroffen war. Er hatte eine Empfehlung von dem „bekannten" bosnischen Jnsurgentensührer (welchem, sagt „Narod" nicht, es wird wol Despotovtt gemeint sein) an die Redaction des „Slov. Narod" und war nach Laibach gekommen, um die „Hauptstadt Sloveniens" und das slovenische Volk näher kennen zu lernen, nachdem er die anderen Südslavenländer schon früher kennen gelernt. Er hat ein Buch: „Trongh Bosnia and Herzegovina on Foot" und soeben „Jllyrian letters", geschrieben und steht in Beziehungen zu Gladstone, Lady Salisbury, Prof. Freeman und anderen hervorragenden, als russophil geltenden Personen. Evans ist erst 30 I. alt und hat in Oxford seine Studien gemacht. Er stellt unseren Slovenen eine eingehendere Abhandlung über ihre Zustände in einem der bedeuten- deren englischen Wochenblätter in Aussicht. Nachdem Evans schon am Pfingstsonntag unsere Capitale wieder verlassen hat, um sich nach Agram und Belgrad zu begebeu, so hat er wol wenig Zeit gehabt, die slovenischen Zustände durch eigene Anschauung kennen zu lernen, und wir hätten daher wol nur eine selbsterzeugte sloveuische Apologie zu erwarten. — (Vom Hagelschlag) wurden die Gemeinden des Pfarrbezirkes Trebelno bei Nassenfnß getroffen, und erlitt hiedurch der Weiustock großen Schaden — (DieBade- undTouristensaison) hat bereits begonnen, mehrere Mitglieder der Sektion Klagensurt des deutschen und österreichischen Alpenvereins unternahmen in den Pfingstseiertagen einen Ansslug nach Veldes, Spital, Millstatt, Tar-vis, Raibl, Friesach u. s. w. und bestiegen den Stou. Es ist nicht zu zweifeln, daß unser herrliches Ober-krain auch im Laufe der heurigen Saison das Ziel vieler Sommerfrischler und Touristen bilden wird. Im reizenden Veldes nahm die Badesaison ihren Anfang, im Hotel „Mallner" befinden sich Gäste aus Darmstadt, Frankfurt a. M., Graz, Laibach, Mojstrana, Triest und Wien. Die Besitzer disponibler Sommerwohnungen in Aßling, Bischoflack, Jauerburg, Kraiuburg, Kronau, Lees-Radmaunsdorf, Lengenfeld, Politsch uud Weißenfels rüsten sich bereits zur Aufnahme von Sommerfrischlern. — (Südbahn.) Im Lause der kommenden Woche wird in Triest der neue Bahnhof eröffnet werden. — (Frachtenverkehr.) Die „Montags-Revue" schreibt: „Wie wir vernehme», wurde zwi- schen der Süd bahn und der Rudolfsbahn ein Uebereinkommen erzielt, wornach die Frachten sortau auf der kürzeste» Route zu befördern sind, so daß die Rudolfsbahu jetzt viele Güter, welche die Südbahn ehedem nur auf ihren Linien führte, auch weun sie viel länger waren uud der Bahn aus der Verfrachtung gar kein Nutzen erwuchs, transportiert. Infolge dessen haben sich die Einnahmen der Ru-dolssbahn namhaft erhöht und auch die Südbahn findet ihren Vortheil, indem sie an dem reinen Erträgnisse aus dieser Beförderung mit einer erheblichen Qnote partieipiert. Auch sollen Verhandlungen wegen besserer Anschlüsse der Personenzüge auf beiden Linien stattfindcu." — (F ür Iagdfreuude.) Die Nummer 11 der „Deutschen österreichisch-ungarischen illustrierten Jagdzeitung" bringt das Porträt des hervorragenden Landwirthes, Geflügel-, Pferde-, Fisch- und Krebsenzüchters Freiherrn Max von Washington, Vizepräsidenten der Landwirthschaftsgesellschast und Güterbesitzer in Steiermark; Berichte über Ruder-, Jagd-, Angel- uud Fischsport, Birkhahnbalz, unter Beigabe entsprechender Illustrationen. Jährlicher Abonnementspreis nur 5-fl. 30 kr. Pränumerationen besorgen die hiesige Buchhandlung von Kleinmayr L Bamberg und F. Müllers Zeitungsagentur. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Unter den in Brixen garnisonierenden Kaiserjägern sind zahlreiche Erkrankungen — 30 in zwei Tagen — an Typhus, Darm- und Magenkatarrh vorgekommen. — Nach Bericht der Linzer „Tagespost" steht in der Nähe des Kürenberges bei Linz ein Kornhalm, der sammt Aehre 2 Meter 10 Centimeter mißt. — Am Pfingstsonntage fand die Eröffnung der Schwimmschule am Wörthersee statt. — In Klagensurt starb, wie die „Blätter für die Alpenländer Oesterreichs" mittheilen, am 7. d. Herr Karl Radler, Direktor der Kärntner Sparkasse. — In der Gegend von St. Veit in Kärnten wurden Heuer 25,000 neue Hopfen-Setzlinge gesteckt. — Beim Bahnhofbau in Pontafel sind mehr als 600 Arbeiter beschäftigt. — (Aus der Bühnen Welt.) Im Sommertheater in Mödling bei Wien excelliert Frau Directrice Fritzfche-Wagner als Operettensängerin und im Sommertheater zu Gleichenberg Herr Komiker Laska. Weinbau in Krain. Herr Josef Rosenzweig, Redaeteur und Herausgeber der österr.-uug. Wein- und Agrikultur-Zeitung, übergab soeben sein Jahrbuch für Weinbau und Agrikultur pro 1877 der Oeffentlichkeit. In der Einleitung dieses Jahrbuches wird con-statiert, daß der Weinbau in Oesterreich-Ungarn einen der großartigsten, weitverbreitetsten Erwerbszweige bildet, eine Fläche von mindestens 1.258,271 Jochen wird dem Weinbau gewidmet, hievon entfallen ans Oesterreich 518,594 und auf Ungarn 739,677 Joch. Das durchschnittliche Gesammterträg-nis an Wein beziffert sich auf 40 Millionen Eimer, Oesterreich liefert 12, Ungarn 28 Mill. Eimer. Das Land Krain erfährt in diesem Jahrbuche eingehende Besprechung. Der Weinbau wird in Krain in verhältnismäßig großem Maßstabe betrieben, doch sind leider die Verhältnisse des Klimas — mit einigen Ausnahmen — für das Gedeihen der Rebe nicht ganz entsprechend. Unser Heimatland Krain ist an mehreren Seiten von hohen, mit Schnee und Eis bedeckten Gebirgszügen eingeschlossen, die vermöge ihrer Exposition gegen ungünstigere Himmelsrichtungen ein weit rauheres und unbeständigeres Klima als in Steiermark und Tirol hervortreten lassen. Das Weinland in Krain zählt nach statistischen Quellen zusammen 19,000 Joch und theilt sich in fünf Gebiete: Gurkfeld, Rudolfswerth, Wippach, Ratschach und Möttling. Das Wippacher Gebiet wird hinsichtlich der Qualitätsproduction als das beste bezeichnet. (?) Die Bora wirkt dort schädlich ein, so daß in manchen Jahren ganze Rebselder durch Wirbelwinde beschädigt und vernichtet werden. In manchen Jahren treten auch Winterfröste ein, nicht selten erfrieren die Reben bis auf die Wurzeln. Der Boden in Krain ist im großen Ganzen ein kräftiger und für das Wachsthum der Reben ein besonders geeigneter und günstiger. In den Thalmulden finden wir mächtige Alluvialschichten, die aus Juragestein, Kreidekalk, Thonschiefer und bituminösen Kalkarten bestehen. Als Hauptbodenformation finden sich verschiedenartige Kalkgebilde, die mit Thonschiefer, Steinkohlenschiefer, Mergel, Sand, Thon u. a. theils überlagert, theils gemengt sind. Der Weinbau wird nieist am Gebirge, an den gegen Südwest, Süd und Südost gelegenen Flächen betrieben, deren Lagen verschieden zwischen sanft ansteigend und steil variieren. In den Niederungen sind nur selten Reb-felder anzntreffen, da in denselben entweder die Fröste die Rebe schwer auskommen lassen, oder es erfolgt die Traubenreife nur in unzureichendem Maße. Die Reben werden größtenteils in reinen oder geschlossenen Weingärten gezogen, die in unregelmäßigen Reihen, ohne Rücksicht aus Sortenverschiedenheit, durcheinander stehen. Im Wippacher Weingebiete finden wir auch beredte Aecker, woselbst das Klima bedeutend günstiger ist, und werden dort die Reben auch hier und dort auf Lauben und Spalieren kultiviert. Die Erziehungsart des Rebstammes in den geschlossenen Weinbergen ist eigentlich eine sistem-lose Sackformierung. Es wird die junge Rebe, die entweder als Schnittling, Würzling oder durch das Vergruben erzogen wurde, auf zwei bis drei Augen geschnitten; in den nächsten Jahren schneidet man Zapfen und Strecker an, die, nachdem sie getragen haben, nicht wieder entfernt werden, sondern stehen bleiben, wodurch der Rebstock immer um ein ansehnliches Stück verlängert wird. Derselbe wird etwa einen Schuh hoch über dem Boden gegen den Berg geneigt und an Pfähle aus Kastanien-, Eichenoder Weidenholz angebunden. Bei einer solchen Methode kann, vom rationellen Standpunkte aus betrachtet, eiu guter Wein nicht erzeugt werden. Zu den vorzüglichsten Weißen Weinen in Krain zählen: Malvasia, Ribola, Gargania, Osip, Koste-niza, Piccolit und Sipa; zu deu besten rothen: Risosco, Oberfelder, Cernile und Mazimina. Der Vorgang bei der Weinlese ist folgender. Die Weinlese findet gewöhnlich im September statt und dauert bis Mitte Oktober. Früher wurden die weißen und blauen Trauben abgelesen und nur 'Schilcherweine erzeugt; jedoch jetzt, in neuerer Zeit, bereitet man weiße und rothe Weine. Die gelesenen Trauben werden in Bottiche geschüttet und mit den Füßen (!) ausgetreten; bei intelligenteren Weinbergsbesitzern sind Trauben-Qnetschmaschinen in Gebrauch. Die Maische kommt sodann in Gährständer, in welchen dieselbe einer kurzen Gährung überlassen wird. Leider herrschen in Krain in Sachen . der Weinprodnetion und Kellerwirthschast noch die primitivsten Verhältnisse. Krain erzeugt durchschnittlich jährlich 400,000 Eimer Wein, von welchem Quantum zwei Drittheile im eigenen Lande consumiert und ein Drittheil ausgeführt wird. Es wird die Zeit kommen, wo anch in Krain die Weinkultur auf höhere Stufe gebracht, eine rationelle Behandlung der Weinbanflächen, eine bessere Pflege der Rebe und eine ertragsreichere Kellerwirthschast platzgreisen mnß. Es kann weder dem Lande noch dem Weinlandbesitzer gleichgiltig sein, ob der Eimer Wein an Ort und Stelle 4 oder 8 fl. kostet. Zu Aufang der 1850er Jahre stand der Weinbauer auch in Niederösterreich und Steiermark auf niederer Stufe; namentlich hat das Land Niederösterreich im Verlaufe der letzten 20 Jahre immense günstige Erfolge erzielt. Durch Errichtung der Weinbauschule zu Klosterneuburg in Niederösterreich, die jährlich von mindestens 100 bis 120 Söhnen aus Kreisen der Weinbau treibenden Landbevölkerung besucht wird, hat der Weinbauer in Niederösterreich sich empor geschwungen, er pflegt mit voller Aufmerksamkeit — im Schweiße des Angesichtes — seinen Weingarten, er verwirft die unedlen, ertragsunfähigen Reben und wählt edle Rebsorten aus den Rhein- und Mosel-, ja auch aus französischen Weingegenden; er geht bei der Traubenlese mit größter Sorgfalt vor, er hat eine ordentliche Weinpresse ausgestellt, er sortiert mit Aengstlichkeit seine Trauben und führt eine Kellerwirthschast, die den Preis per Eimer von 5 auf 12, bei edleren Sorten auf 20, 25, 30 und 40 Gulden erhöht hat. Verda cloeent, c-xemM trrüiunt. Witterung. Laibach, 14. Juni. Wechselnde Bewölkung, schwüle Luft, schwacher SW. Wärme: morgens 7 Uhr -s- 18 0°, nachmittags 2 Uhr u- 26 3° 6. (1877 4- 23 0°; 1876 -j- 18 8« 6.) Barometer im Fallen, 729 90 mm. Das gestrige Tagesmittcl der Wärme -l- 18 5°, um 0 1° über dem Normale. Angekommene Fremde am 13. Juni. Hotel Stadt Wien. Egger, Fabriksbes., Villach. — Loser sammt Schwester, Triest. — Jombart, Gutsbes., Tar-jan. — Walter, Berla und Füßenegger, Kflte., Wien. — Feitler, Kfm, Linz. Hotel Elefant. Aceutti, Fiume. — Kastreutz, Lieutenant, Rudolfswerth. — Oesterreicher, Karlsbad. — Rudolf, Stein. — Fischer, Reis., und Vodniöar, Kflte., Wien. Orafchem, Feuerwerker, Laibach. — Kohn, Direktor, Haidenschaft. — Merherr Ernestine, Kaufmannsgattin, Jaska. — Schaffer. Inspektor, Steyr. Baicr,,cher Hof. Kaukii, Oberkrain. — Galler, Hdlsm., Etzenberg. — Gailer, Viehhändler, Kärnten. Kaiser von Oesterreich. Schevar, Lack. L. »hren. Schwarz Maria, Marburg. — Heritsch Maria, Sch^lbar, Graz. — Milavc, Triest. Verstorbene. Den 13. Iuni- Maria Lukkovil.', k. k. Hauptmanus-tochter, 6 Stunden, Maria Theresienstraße Nr. 6, Lebensschwäche. — Agnes Zkerjanc, Private, 36 I., Floriani-gasfe Nr. 44, Lungentuberkulose. Den 14. Juni. Vincenz Bidetik, gewesener Wirth, 63 I., Hühnerdorf Nr. 10, Blutzersetzuug. Gedenktafel über die am 17. Juni 1878 stattfindenden Li-citationen. 3. Feilb., Vilharfche Real., Gut Steiuberg, LG. Laibach. — 3. Feilb., Kutiaro'sche Real., Laibach, LG. Laibach. — 2. Feilb., Graf Lanthieri'sches Gut Slap, LG. Laibach. — 3. Feilb., Javornik'sche Real., Laibach, LG- Laibach. — 1. Feilb., Bresquar'sche Real., Laibach, LG. Laibach. — I. Feilb., Zweck'sche Real., Laibach, LG. Laibach. — 1. Feilb., Jermeuc'sche Real., Raune, BG. Littai. --Reass. 3. Feilb., Kuclar fche Real., Horjul, BG. Oberlaibach. — I. Feilb., Götzl'sche Fahrnisse, Laibach, LG. Laibach. In Laibach verkehrende EiscnbahMge. Südlmhn. Nach Wien Abf. 1 Uhr 7 Miu. nachm. Postzug. „ „ „ 3 „ 52 „ morgens Eilpostzug. „ 10 „ 35 „ vorn,. Eilzug. „ 5 „ 10 „ früh gem. Zug. „Triest,, 2 „ 58 „ nachts Gilpostzug. 3 „ 17 „ nachm. Postzug. „ 6 „ 12 „ abends Eilzug. „ „ „ 9 „ 50 „ abends gem. Zug. (Die Eilzüge haben 4 Min., die Pcrfviienzüge circa 10 Minuten und die gemischten Züge circa */, Stunde Aufenthalt.) Kronprinz Rndolsbah». Abfahrt 4 Uhr — Minuten früh. 12 „ 58 „ mittags. 7 „ 30 „ abends. Ankunft 2 „ 35 „ morgens. 7 „ 30 „ morgens. „ 3 „ 12 „ nachmittags. Danksagung. ^Oen zahlreichen Bekannten aus dem Bürger- und Beamtenstande, dem Lehrkörper und der Schuljugend des k. k. Gymnasiums, der Knaben- und Mädchenschule, welche die unvergeßliche Frau Emilie Moksegger, Gattin des k. k. Gymnasialprofessors Petcr Wolsegger, zur letzten Ruhe geleiteten, sowie dem Chore, der die Feier durch seinen erhebenden Gesang verschönte, sprechen ihren innigen, tiefgefühlten Dank ans die trauernden Hinterbliebenen. Gottschee, 12 Juni 1878. Telegramme. Wien, 13. Juni. Der Ausgleichsausschuß des Abgeordnetenhauses lehnte den Artikel 40 der Bankstatuten in der Fassung des Herrenhauses ab. Aus Bukarest meldet die „Pol. Korr.": Infolge Protestes Rumäniens zogen sich die Russen von Piteschti zehn Kilometer weit von den rumänischen Linien zurück, dagegen rückten sie von Plo-jeschti Mch Filipeschti bis zum Prahovafluß vor, mit der Zusicherung, den Fluß gegen Kimpina nicht zu überschreiten. Berlin, 13. Juni. Der Kongreß wurde um 2^4 Uhr eröffnet. Die Delegierten erschienen in der Uniform ihres Heimatlandes. Nachdem Bismarck die Kongreßmitglieder kurz begrüßt hatte, ergriff Andrassy das Wort, um die Uebertragung des Vorsitzes an Bismarck vorzuschlagen, diesen Vorschlag damit motivierend, es sei dies nicht blos eine durch frühere Fälle geheiligte Gepflogenheit, sondern als Anerkennung Bismarcks hoher Weisheit. Andrassy schloß mit dem wärmsten Wunsche baldiger Wiederherstellung Kaiser Wilhelms. Bismarck übernahm dankend in offizieller Weife das Präsidium und schritt zur Constituie-rnng des Sekretariats. Der Kongreß beschloß Geheimhaltung der Verhandlungen. Nächste Sitzung morgen, da vorerst vertrauliche Besprechungen zwischen den Bevollmächtigten stattfinden sollen, um die Aufgaben des Kongresses zu fördern. Solche Besprechungen fanden gestern zwischen Andrassy und Schuwaloss statt. Brüssel, 13. Juni. Der König beauftragte nach Annahme der Demission des Kabinettes Frere Orban mit der Bildung des neuen Kabinettes. Gut U Heil: Die P. T. Mitglieder des Latbacher TurttvereinS, welche an dem Ausfluge nach Sagor und Trifail am Frohu-leichnamstage theilzunehmen wünschen, wollen sich behufs Erlangung der Fahrbegünstigung an den Säckelwart Herrn Alois Cantoni sen. wenden. (281) Der Turnralh. Herren-Wäsche, eigenes Erzeugnis, solideste Arbeit, bester Stoff und zu möglichst billigem Preise empfiehlt Q I. IliUNil-NII. Hauptplatz Nr. 17. 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