Donnerstag ven 13. ^ovember_________ 1834. V o l c n. ' Die vermöge des kaiserl. Befehles wegen ih< rcr politischen Verbrechen aus den russischen Staa-len Verbannten sind: ') von Verbrechern, die zum Tode durch den Strang vcrurtheilt wurden 249; 2) von Verbrechern, welche zur'Snthaup' tm»g vcrurthcilt wurden neun, nämlich:, Fürst Adam6zartoryski, ehemaliger Senator, Wojewode und Mitglied des ehemaligen ^'.dministrationsra. thcs; die Landdoten Theophil Morawski, Slan'lH. laus Barzykowski, Aloysius Bicrnazki und Joseph Swirsti; der Deputirte Olrich Szaniezki; die Gutsbesitzer Bonavcntura NiemojowM ut^d Theodor 5)iorawski, und der Oberst Johann ^krzynczli; 5) von Verbrechern, die zu 2ojährigem FestungS« acfängniß verurtheilt wurden, zivci; endlich 4) von Verbrechern, die zu ,ojährigcm schwerem Ge-fängnih verurthcilt wurden, fünf an der Zahl, . sämmtlich Studierende der ehemaligen Warschauer Universität. ^' ^'^ ^ r a n k r c i ch. Man schreibt auö Toulon vcm 21. October: „Eine telegraphische Depcsche hat dem Haftn von Toulon den Befehl gebracht, cin leichtes Fahrzeug Icreit zu halten, daö auf den ersten Befehl nach Alexandria abgehen könne. Die Brigg Goelctte M.che wurde zu dieser eiligen MMn auöcrsehen "«d wird morgen in See gehen. Man wlrd bemer. ten, dah mer Schisse, rcr Voltigeur, dle Ccllpsc, dle Artemis,- und ieht die Flache in sehr kurzen Zwischen- «äumcn »ach Acgypten abgeschickt wurden. Diese Le« bendigkeit in unsern Verbindungen mit jenem Lan. öe wird durch djx Umstände gcbclhen. Dle HH, Lalande und Roussin senden ebenfalls häusig Schif. fe von der Division m der Levante nach Alexandria ab, um ihr Insiructionen' dorthin zu überbringen. Der Commandant der Flache hat Befehl seine Depeschen abzugeben, die unsers General-Consuls in Empfang zu nehmen und unmittelbar darauf wie^ der nach Frankreich unter Segcl zu gehen. Der M o niteur'bringt folgende königliche Ordonnanz vom 29. October: «Ludwig Phi« lipp, König der Franzosen u» s. w. Art. 1) Die von dem Morschall Grafen G erar d, Präsidenten des «ZonscNs, Minister. Staatösecrctär bei denl Kriegsdepartemcnt, eingereichte Entlassung ist an'« genommen. 2) Das Interim des Kriegsmimste« liums soN durch den Grafen Rigny, Minister« Staatöstcretär bei dem Departement der auswär, tigen Angelegenheiten, besorgt werden. 3) Unser Siegelbewahrer, Minister-Stacussecretär bei dem ' Iustizdeparttmcnt, ist mit Vollziehung gegenwärtiger Ordonnanz beauftragt. (Untcrz.:) Lud« wig Philipp. - 0. Persil." (Allg. Z.) Die Verbindung der Tempelritter hielt in vo« rigcr Woche eine Todtenfcicr zu Ehren Dom Pe« »ro'S, welcher Ehren.Mitglied des Ortcns gewesen war. Die Trauerrede hielt der Grcß.Pnor, Hr. Champeaux. Unter den zahlreichen 2lnwcsenden be-werkte man den Admiral Sir Sidney Smith. (Wien. .Z.) Die Seine ist seit Mcnschengcdcicken nicht so niedrig in dieser Jahreszeit gewesen als jctzt. Zwischen Mclun und Lorbcil giU cs SteNcn, wo der Fluß nicht tiefer als 5 biö 6 Zoll ift, so daß größere Boote ihn nicht befahren können. (Oest. B.) 262 Spanien. Nachrichten, welche am ,3. October zu Sara« goffa eingegangen sind, melden, daß die Guerilla des Earnicer, (Zabrera und anderer Anführer, zu« sammen ungefähr »oaa Mann, in hohen und schwer zugänglichen Stellungen von Arragonien standen. Die von Linarez befehligte erste Armeebrigaoe ist ins Salazarthal eingerückt, um die Guerillas, die sich dort bilden woNen, zu zerstreuen. Linarez hat dem Thale, nachdem er es durchzogen halte, eine üantribution von 6000 Rationen und 3oao Realen auferlegt und mehrere Pfarrer, so wie andere des üarlismus verdächtige Grunoeigenthümergebrand« schätzt. Von dort ist er nach Neroun gezogen. Dem Journal be la Guienne zufolge soll Me« rino bei Burgos, rvo er sich in einen Hinterhalt ge« legt hatte, einen Gelotransport von drei Millionen Ilealen aufgefangen haben; Ort und Zeit dieses Vorfalls werden aber nicht angegeben. Anderer Scitä berichtet der Indicateur, ein Transport von 60a Mänteln, welche von Bayonne nach S. Sebastian unter einer 2o Mann starken Escorte abge» gangen war, sei zwischen Passage und S. Sebastian von ^ bis 5oo Insurgenten angegriffen worden 5 die Eöcorte habe nach heftiger Gegenwehr oer Ueber« macht weichen und die Flucht ergreifen müssen, und ss wäre der Transport in die Hände der Insurgen« Un gefallen. Der Finanz. Minister Torens theilte am ,9. October dem Director des tönigl. Schatzes einen Hefetzl der Königinn «Regentinn mit, roornach es Ihre Majestät für passend erachtet, zu verordnen, daß, in Jolge der Weigerung des Infunten, Her. zogs von Lucca, und der Infantinn, Prinzessinn vonBeira, die Regierung Ihrer Tochter, der Kii. niginn Isabella II. anzuerkennen, die Zahlung des ihnen auf den königl. Schatz angewiesenen Gehal' tts aufhören soll. Nach einer beim französischen Kliegsministe« rium angekommenen Depesche berichtet der Gene« ralcapitain von Alttastilien, daß die von den Nebellen Barnabe, Alonzo und Tore,sano angeführte Bande bei Mata Samba uon der mobilen Kolonne Von Palencia aufs Haupt geschlagen warden ist. Man liest im Moniteur, daß zufslge eine» Depesche aus Bayonne vom 2Ü< October Mna sich am 27. in dieser Stadt befand, und seine Ge>» sundheit vollkommen hergestellt zu scyü schien. Gi« ue D^utalion von fünf Arrazoniirn kam, um ihm zu berichten, daß 35,aoo bewaffnete und equipirte Urbanos nur seine Befehle erwarten. Elisondo ist entsetzt worden, und hat eine Garnison von 5oa völlig ungegründet. (Wien. Z.) Großbritannien. Der türkische Gesandte, Namik Pascha, hatte die Absicht ,u erkennen gegeben, daß er mit seinem Gefolge dem großen Morgenconcerte beiwohnen wolle, rvelcheü am 23. October in Mansionhouse Statt finden sollte. Der Liverpooler Standard schlägt vor, dai Parlament, da die Gebäude desselben einmal ab« oebrannl seien, lieber ganz von London weg zu ver. legen und eü so dem schädlichen Einfluß des Pöbels der Hauptstadt zu entziehen ; man könnte, meinte er, die beiden neuen Häuser etwa 6 oder 7 englische Mellen nördlich von Windsor oder noch weiter nach dem Norden zu, z. B> in Oxford, wo das Parlament schon in früherer Zeit Sitzungen gehalten, aufbauen kssen. (Oesi. B.) Obrist Secun« den' I'"» ^ ^'^ ^"^ keinen wesentlichen Scha. Von den englischen Küsten gehen die betrü-bendsten Nachrichten übcr Schlssbrilche und Havarien ein. Mehrere Tage hindurch fehlten in London alle Nachrichten vom Festlande, und erst am 27. October kamcn fast alle Posten auf einmal an. (Oest. B.) Rußland. Nachrichten aus St. Petersburg vom 22. Oc-ber melden: Se. Majestät der Kaiser befindet sich noch in Moskau. Die neuesten Nachrichten von dort reichen bis zum >6. Der Kaiser hatte das Arsenal, das französische Theater, das Kathari-nen - Hospit«! besucht, dem Gottesdienste in der Hofkirche beigewohnt, die Truppenübungen einzel« ner Abtheilungen in Augenschein genommen und einen Ball des Militär-Gouverneurs mit seiner Gegenwart beehrt. Am »6. hatte der Kaiser das Gymnasium und das Lasarew'sche Institut für mor-genlätidische Sprachen besichtigt. Aus Odessa reichen die Nachrichten bis zum ,0. October. Der Wein in Bessarabien wird die« sei Jahr, da, wo ihn nicht Hagelwetter verwü» stet haben, ausgezeichnet schön. In Sherson sind in diesem Jahre von Seiten der Regierung bedeu> tende Bauten begonnen worden, besonders um di« Mündung des Dnieper zu regeln und die schäoli'' chen Sümpfe auszutrocknen. (W. Z.) Osmannisches Neich. Nach unsern letzten Nachrichten von Konstan» tinopel lag die türkische Flotte vor dem kaiserlichen Pallaste vor Anker. Sie besteht aus vier Linienschiffen von i3a, 120, 9c» und 74 Kanonen; zwei Fregatten von 64, und drei von 62 Kanonen; einer Schaluppe von 26, und einer Briaq von 2c, Kanonen. Die Pforte besitzt außerdem 3 Linien, schiffe, 5 Fregatten und 2 Schaluppen, die für den Dienst in Bereitschaft sind, und im Arsenale liegen 4 Linienschiffe, 2 Fregatkn ersten Rang5 und »6 kleinere Fahrzeuge. — Hinsichtlich des Ge« sllndheitszustandes lauten die Berichte aus den Pro-vinzen ertraglich; die Pest wütbet hauptsächlich in der Hauptstadt, und hat auf dem Lande keine so großen Verheerungen angerichtet. Auch die Ar« mee soll beinahe ganz verschont geblieben senn, wa5 man den zweckmäßigen Vorkehrungen ihresAnfüh» rers Reschid Pascha's zuschreibt. Diese Armee zahlt gegenwärtig 32 Regimenter Infanterie, »y Regimenter Kavallerie und 160 Fcuerscblünde mit verhältnißmäßigerArtillcriemannschaft. Man schätzt ihre Stärke aul beinahe 60,000 Mcwn. 36/l Konstant inopel, 3o. September. Die türkische Flotte verließ am 26. September ihren Ankerplatz bei Bcschik Tasch, und manouvnrt jetzt >m Marmora.Meere. Am nächsten Sonnabend soll sie vor dem Sultan die Evolutionen eines Seegefechtes ausführen. Alle Gedanten an einen Fcldzug scheint man vor der Hand entschieden aufgegeben zu haben. Wie man von einem Türken vernimmt, der gestern von Iconia ankam, war die Abtheilung der in jener Stadt liegenden Truppen, welche bis an die Gränzen von Karamanicn vorgerückt war, in Folge von Gegenbefehlen nach dem Hauptquartier zurückgekehrt. Die zuletzt von dem Gouverneur Hadschi Ali Pascha getroffene.» Verfügungen zeigen deutlich, daß die Armee in jener Stadt überwintern soll. Die Verheerungen der Pest sind seit ihrem Ausbruche nie so schrecklich gewesen,. alö, während der letzten Woche. (Allg. Z.) Oriechenlanv. Briefe aus Patras vom 26. September mel« den, man habe aus Naupliadie Nachricht cmpfan« gen, daß der Hr. General v. Heideck auf scin Gesuch an Ne. M. den Konig von Bayern aus der Regentschaft entlassen, und durch Hrn. General Le» suire, bis jetzt Kriegsminister, ersetzt worden sey. An die Stelle dieses letztcrn sei Hr. Major Luders als Kriegsminister getreten, und Major Brand zum Gencraloirector dieses Departements ernannt lvorden, in welchem man zufolge der neuen militai-bischen Verhältnisse großen Veränderungen entge« gen sehe. In München hatte man Briefe aus Nauvlia M zum 29. September, nach welchen die Ruhe in ganz Griechenland fortdauert, und Se. Majestät der Konig,.gestärkt und in vollem Wohlseyn, von seiner Reise nach dem östlichen Griechenland in Nau« iplia wieder angekommen ist. Ueberall wurde der, Monarch, wie vergangenes Jahr im Peloponncs, niit den. Zeichen cer herzlichsten Anhänglichkeit und 5en Ausbrüchen der lebhaftesten Freude empfangen mnd seine Reise glich einem ununterbrochenen Fest« And Triumphzug, auf welchem er die Bevölkerung, von mehr alö Einer Tagreise der Umgegenden auf seinen Pfaden versammelt fand. (Ocst. B.) Asien. Der im Jahr »93l auf Befehl der ostindischen Lompagme an den Hofdes unabhängigen Obcrhaup» teö von Sind abgingen? Oberst Pottmger hat seinen Zweck, die Eröffnung des Sind (Indus,) für den Handel, erreicht. Es ist cine l,!ebcrcmtnnft über die Abgaben abgeschlossen, selche von der Regierung von Sind für den, dem Handel zu gewährenden Schutz erhoben werden sollen. Ein kleines brittischcs Eorpö wird an der Mündung des Sind siationirt wer« den, um den Handel zu beschützen und cie Abga-bencrhebungen zu beaufsichtigen. Das vom Oberst PlMingcr erzielte Ergebniß ist von höchster Wichtigkeit, und eröffnet, in Verbindung mit'der Dampf» schifffahrt auf dem rothen Meere, tem brittischen Unternchmungsgeiste ein neues, weites Feld. (Korresp. v. u. f. D.) Amerika. Die offizielle Zeitung des Staates vom Acqua« tor (Südamerika) meldet aus Quito unterm ,2. April, daß der französische Geschäftsträger bei der Republik von Bolivia und k. Eommissär bli dcr Re« gierung vom Acquator, Hr. Buchet Martigny, mit dem Finanzminister dieses Staates am ö. August einen provisorischen Handelsvertrag abgeschlossen hat, und am n. nach Guayaquil abgereist ist. (B. v. T.) Aus Chile hat man in London Berichte vom ,5. Juni. Dcr Kongreß war in St. IaZo durch ei« ne Rede dcs Präsidenten eröffnet worden, in wel» cher die Ratifijirung eines Handcls'Traklatcs mit Nord'Amerika uno England als wahrscheinlich dargestellt wurde. Zugleich enthält die Rede einige An-gaben über die Ausbeute der Minen von Coquim» bo, deren Reichthum so üdcrauv groß seyn soll, daß eö nur an Arbeitern fehlte, um sie genugsam zu b?« nützen. Die Ausdeute an Silber hatte im letzten Jahre mehr als »60,000 Mark fein überstiegen. - Nachrichten aus Montevideo zufolge halte ein neuer Einfall in die Banda oriental von Seite Brasiliens Siatt gefunden, wobci Dom Mcmuc! LaveNeja an der Spitze von m Mann den Obri-sien Gomez bei Zreile Muerto angriff, und ihn, der 20 Mann verlor und selbst verwundet wurde, zur Uebergabc nöthigte. Er wurde nebst seinen Of-fizicrcn auüEhrcnwyrt freigegeben. (Prg. Z.) T h eat e r. Heü tc: ^Der Müller und sein Kind.« Drama »'" fünf Acton; von Doctor Einst Raup ach. _________^____.- ^ -^..-------___ ____^—^_^— , ,,,,^^,,-» Revacteur: ^r. Vav. Weinrich. Verleger! Ignaz Al. Vvler v. Nleinmavr.