Bezugspreise £ ih" Vsterreich-Ungarn ganzjährig K 4 — halbjährig K 2 • — Für Amerika: ganzjährig D. I 25 Für das übrige Ausland ganzjährig K 5 "2V Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück-gesendet. GotWeer Dste Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Werwaktung des Hottscheer Boten in Gottschee, Hauptplatz Nr. 87. Berichte sind zu senden an die Schriftteituug des Hottscheer Boten in Gottschee. Anzeigen (Injerate) werden nach Tarif berechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gottsched" Boten erhältlich. -Konto x. 842.285. Verschleißstelle: Schul-gaffe Nr. 75. Wr. 22. Kottschee, am 19. Wovember 1908. Jahrgang V. Neuer gro ßer Wahlsieg der Christlich sozialen in Niederösterreich. Am 26. Oktober eroberte die christlichsoziale Partei in Niederösterreich von 58 Landtagsmandateil gleich im ersten Ansturme 52. Die Liberalen gingen ganz leer aus, sie verschwanden in der allgemeinen Kurie von der politischen Bildfläche, sie wurden weggeblasen wie die Spreu vom Winde. Den Sozialdemokraten fielen statt der erhofften 15 Mandate nur 6 zu — ein armseliges halbes Dutzend! Der 5. November brachte nun die Vollendung des Sieges und des Triumphes der niederösterreichischen Christlichsozialen. In sämtlichen 31 Landgemeindebezirken wurden bei den Zensuswahlen durchwegs christlichsoziale Abgeordnete gewählt. In den Städtebezirken, wo die christlichsoziale Partei bisher bloß vier Mandate hatte, errang sie von den 15 Mandaten sofort 10. Die Liberalen haben bloß vier Mandate gerettet. Die christlichsoziale Partei zählt demnach nunmehr 93 Aögeordnete im niederösterreichischen Landtage, sie verfügt somit ganz allein über eine Dreiviertelmehrheit. Ein wahrhaft glänzender Sieg, der den Christlichsozialen die volle Anerkennung des Volkes. für ihr volksfreundliches Wirken verbürgt! Wir Gottscheer können stolz daraus sein, daß sich unter den ueugewählten Abgeordneten auch ein Landsmann befindet. Im 4. Wahlkreise (Baden) wurde itmultch Herr Josef Kollmann, Kaufmann in Baden, mit großer Stimmenmehrheit zum Landtags- abgeordneten gewählt. Seiner Tüchtigkeit und persönlichen Beliebtheit hatte es Herr Abgeordneter Kollmann- zu verdanken, daß er bereits im Jahre 1903 in die Stadtgemeindevertretung von Baden gewählt wurde. Als Gemeinderat führte er die wichtigen Referate über Krankenhaus- und Gesundheitsangelegenheiten, über Heimatsund Bürgerrechtsverleihungen sowie über Personalien. In allen diesen Fragen bekundete Herr Kollmann ein sicheres Urteil und einen außerordentlichen Pflichteifer. Das Vertrauen, das Herr Kollmann bei allen Bevölkerungsschichten genoß, war auch maßgebend für seine Aufstellung als Landtagskandidat des Wahlkreises Baden. Wir hegen daher auch nicht den geringsten Zweifel, daß Herr Kollmann, der sich in seinem bisherigen öffentlichen Wirken glänzend bewährt hat, auch als Landtagsabgeordneter voll und ganz seinen Mann stellen wird, zum Wohle des Landes Niederösterreich und zur Ehre seiner gottscheeischen Heimat. Der glänzende Sieg der Christlichsozialen Niederösterreichs erfüllt auch- uns Gottscheer mit großer Freude und ermuntert uns Christlichsoziale, auf dem bisherigen Wege sortzuschreiten, ohne zu ruhen und zu rasten. Langjährige Arbeit, stramme Organisation unablässige Aufklärung in Wort und Schrift waren nötig, um das Land Niederösterreich christlich und blühend zu gestalten. Zielbewußte, ausdauernde, unverdrossene Arbeit wird auch uns in Gottschee dem angestrebten Ziele immer näher bringen. Unser Ziel aber ist ein wirtschaftlich kräftiges, gutchristliches, echt deutsches Gottschee! Khol'eraepidemien in der Stadtpfarre Kottschee im 19. Jahrhundert. (Fortsetzung.) 1845, 1849, 1850, 1851. Im Jahre 1845 ist in den Sterbematriken der Pfarre Gottschee ein Sterbefall an Brechdurchfall registriert (1. März in der Stadt Gottschee, Haus Nr. 28, eine 17jährige weibliche Person). Ob es sich dabei um Cholera nostras oder asiatica handelte, ist unbestimmt; wahrscheinlich ist das erstere der Fall. Im Jahre 1849 kamen auch anderwärts in Kram (z. B. in Adelsberg) Cholerafälle vor. In der Stadt Gottschee sind im Jahre 1849 2 Todesfälle an Cholera verzeichnet: am 31. August im Hause Nr. 116 (k. k. Finanzwachspital) 1 männl. 20 Jahre alte Person an „Brechruhr" und am 16. Oktober im Hause Nr. 62 eine 49Vz Jahre alte männl. Person an Cholera. Der Cholerakeim war aber in der Stadt nun einmal vorhanden und so finden wir denn im Jahre 1850 in Gottschee und Umgebung 10 Cholera-Sterbefälle und im Jahre 1851 zwei Cholera-Todesfälle verzeichnet. Von den 10 Cholera-Todesfällen im Jahre 1860 (9 Cholera, 1 „Brechdurchfall-Cholera") entfallen 7 auf die Stadt Gottschee, 2 auf Lienfeld, 1 auf Schalkendorf. Es starben in der Stadt Gottschee im Hause Nr. 116 (Finanzwache) 4 Personen, in den Häusern Nr. 4, 36, 60 je 1 Person an Cholera; in Lienfeld in den Häusern Nr. 1 und 7 je 1 Person, in Schalkendorf Nr. 28 eine Person. Von den an Cholera verstorbenen 10 Personen sind 7 männlichen, 3 weiblichen Geschlechtes; sämtliche Sterbesälle betreffen erwachsene Personen (1 im Alter von 29 Jahren, 2 im Alter von 30 Jahren, 4 im Alter von 50 bis 55, 3 im Alter von 61 * bis 69 Jahren). Der erste Cholera-Sterbefall fällt auf den 8. August (Stadt Gottschee Nr. 60), der zweite auf den Oktober (Schalkendorf Nr. 28), die übrigen 8 auf den November. Vom 7. bis 13. November starben im Hause. Nr. 116 in Gottschee 4 Personen (Finanzwache) an Cholera, 2 davon am 10. November. Die Infektion blieb auch im folgenden Jahre noch wirksam. Es starb nämlich am 19. Februar 1851 in der Stadt Gottschee, Haus Nr. 17, ein Knabe (5 Vs Jahre alt) an „Erbrechen-Cholera" und am 23. Juli im Hause Nr. 29 eine 46 Vs Jahre alte Frauensperson an „Durchfall-Cholera". 1855. Einen verheerenden Charakter hatte die Choleraepidemie des Jahres 1855. Die zweite große Choleraepidemie, die Europa hatte, Der Gesetzentwurf über die Altersversicherung der Dauern, Kleingewerbetreibenden und Kleinhändler. Am 4. November ist dem Reichsrate der Gesetzentwurf, betreffend die Sozialversicherung, zugegangen. Der Manchester-Liberalismus und die hohe Bnreaukratie waren bekanntlich dagegen, daß auch die Selbständigen (Kleinbauern, Kleingewerbetreibenden usw.) in die Altersversicherung einbezogen würden. Dem Einflüsse der Christlichsozialen und der christlichsozialen Minister ist es zuzuschreiben, daß die Regierung auch an die schwierige Lösung des Problems der Altersversicherung der Kleinbauern, Kleingewerbetreibenden und Kleinhändler (Selbständigen) herantrat und die Versicherung nicht auf die Arbeiter allein beschränkte. Der Gesetzentwurf bedeutet in dieser Hinsicht einen Sieg der christlichsozialen Partei. Und wenn die großkapitalistischen Kreise einen Kampf gegen die Versicherung der Selbständigen eröffnen sollten, um das Gesetz zum Falle zu bringen, so werden die Bauern und Gewerbetreibenden an der christlichsozialen Partei einen mächtigen Schützer und Anwalt finden, der dem Ansturme der Gegner die Stirne bieten wird. Und nun einige Worte über den Gesetzentwurf selbst, insoweit er die Altersversicherung der Selbständigen betrifft. Die versicherungspflichtigen Selbständigen (Kleinbauern, Kleingewerbetreibenden rc.) erhalten mit dem vollendeten 65. Lebensjahre die Altersrente. Die Höhe derselben ist von der Dauer und Höhe der Einzahlung abhängig. Den Hinterbliebenen wird eine einmalige Kapitalsabsertigung gewährt. Weibliche Versicherte erhalten bei Verheiratung die Hälfte der für sie geleisteten Beiträge rückerstattet. Der Staatszuschuß beträgt bei jeder Jahresrente 90 K. Die versicherten Selbständigen (Bauern re.) haben jährlich 12 Monatsbeiträge 1 X zu leisten, bei einem Jahreseinkommen unter 480 K aber nur 50 h monatlich. Personen mit mehr als 2400 K Jahreseinkommen werden in die Altersversicherung nicht einbezogen. Die Altersrente beträgt nach 20 Jahren 198 K, nach 30 Jahren 222 K, nach 40 Jahren 246 K jährlich. Wer mehr als 1 K monatlich als Einlage einzahlt, erwirbt hiedurch die Anwartschaft auf die Auszahlung einer Altersrente schon vor dem 65. Lebensjahre, eventuell schon nach dem 55. Lebensjahre. Vor Erlangung eines Rentenanspruches (Altersrente) ist eine Wartezeit zurückzulegen. Diese beträgt bei den Selbständigen 200 Beitragswocheu, also etwas über 4 Jahre. Falls der Landwirt oder Gewerbetreibende die vollen Beiträge für seine Versicherung nicht zu zahlen vermag, kann er doch durch ganz kleine Geldleistungen seine Anwartschaft auf die Altersrente ausrechterhalten. Beim Tode des Versicherten werden an die Hinterbliebenen Kapitalsabfertigungen gewährt, auf welche die Witwe sowie Kinder unter 16 Jahren Anspruch haben. Auch Eltern des Verstorbenen, die von ihm erhalten wurden, dann dessen Enkeln und Geschwistern unter 16 Jahren, die von ihm ihren Lebensunterhalt bezogen haben, wird eine einmalige Abfertigung zuerkannt, falls der Verstorbene mindestens 40 Beitragswochen (Wartezeit) zurückgelegt hat. Diese Abfertigungen betragen bei einer Witwe ohne Kinder 150 K, bei einer Witwe mit einem Kinde 225 K, bei einer Witwe mit zwei Kindern 300 K. Die Gesamtkosten der Jnvaliditäts- und Altersversicherung der Arbeiter (6 Millionen Personen) und der Altersversicherung der Selbständigen (über 3 Millionen Personen) werden im ersten Jahre 13°8 Millionen Kronen betragen, im 10. Jahre auf 106 2 Millionen Kronen, im 20. Jahre auf 206 Millionen Kronen, im 40. Jahre auf 277 Millionen Kronen anwachsen und dürften im endlichen Beharrungszustande 305 Millionen Kronen jährlich betragen. Zur ersten Inangriffnahme des gewaltigen sozialen Werkes hat bekanntlich schon im vorigen Jahre der Hundertmillionenantrag des Führers der Christlichsozialen, Dr. Luegers, den Grundstein gelegt. Die Vorlage umfaßt auch die Neuregelung der bisherigen Arbeiterversicherung (Kranken- und Unfallversicherung), weiters die Jnvaliditäts- und Altersversicherung der Arbeiter. Die Krankenversicherungspflicht wurde auf nahezu alle Lohnarbeiter, dann auf die Heimarbeiter und Dienstboten ausgedehnt. Sie umfaßt also auch die land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter. Für all diese Zweige der Sozialversicherung wird ein zusammengehörender Organismus (Bezirksstelle, Landesstelle, Zentralstelle in Wien) aufgestellt, wie er bisher in keinem Staate geschaffen wurde. Es wäre wünschenswert, daß der Gesetzentwurf bald Gesetzeskraft erhielte. Hoffen wir, daß seine Erledigung nicht durch ein etwaiges Wiedererwachen der Obstruktion im Abgeordnetenhause vereitelt wird. Wir Gottscheer haben alle Ursache, den Gesetzentwurf über die Altersversorgung der Selbständigen mit Freude zu begrüßen;' fällt bekanntlich im allgemeinen in die Jahre 1848 bis 1854. In der Pfarre Gottschee waren schon in den Jahren 1849, 1850 und 1851 Cholera-Sterbefälle zu verzeichnen gewesen, schlimmer aber noch war (wahrscheinlich in ganz Kram) die Seuche des Jahres 1855. In der Pfarre Gottschee wurden im Jahre 1855 insbesondere in den Ortschaften Katzendorf, Klindorf, Schalkendorf, Seele, Zwischlern viele Menschen von der Cholera dahingerafft. In den Sterbematriken der Pfarre Gottschee find im Jahre 1855 im ganzen 202 Sterbe-fälle an Cholera verzeichnet. Der Gang, den die Choleraepidemie im Jahre 1855 in der Pfarre Gottschee nahm, scheint etwa folgender gewesen zu sein: Am 28. Juli 1855 starb im Spitale (Gnadendorf) die 29jährigL Gattin des sel. Bezirkswundarztes Anton Treitz. Es scheint sich zunächst ein Cholera-Epidemieherd in Katzendorf gebildet zu haben, wo vom 2. bis 21. August 23 Personen der Seuche erlagen. Außerdem kamen in dieser Zeit Sterbefälle an Cholera vor in Gnadendorf, Krapfen-seld (jetzt Grafenfeld geschrieben), Gottschee (Stadt), Mooswald, Hornberg. Im letzten Drittel des August hat die Seuche, nach den Sterbefällen zu schließen, bereits nach Hohenegg, Zwischlern, Klindorf und Schalkendorf hinübergegriffen, auch vermehrten sich die Cholera-Sterbefälle in der Stadt und im Spitale (Gnadendorf, jetzt mit der Stadt vereinigt). Im September gewann die Cholera in Klindorf, Seele, Schalkendorf und Zwischlern eine verheerende Verbreitung, während in Mooswald, Hohenegg, Krapfenfeld nur vereinzelte Fälle vorkamen. Bemerkenswert ist, daß auf der damals bestandenen Glasfabrik der Gebrüder Ranzinger (Glashütte mit Arbeiterkolonie) kein einziger Cholera-Sterbefall vorkam. Wie sich die Leute jetzt noch zu erinnern wissen, ist dort auch niemand an Cholera erkrankt. Der Grund hievon dürfte darin zu suchen sein, daß der Boden, aus dem die Glashütte samt den Wohnhäusern stand, schwefelhaltige Kohle ist, die für das Leben und die Ausbreitung des Cholerakeimes (Bazillus) offenbar nicht günstig ist. Es fehlte also auf der Glashütte die sogenannte örtliche Disposition, die in dem unmittelbar benachbarten Schalkendorf hinwiederum in hohem Maße gegeben war. Es starben im Jahre 1855 in der Pfarre Gottschee an Cholera: In Gottschee. . 16 Personen ( 6 männl., 10 weibl.) Gnadendorf 15 ( 8 „ 7 .. ) Grafenfeld . 4 „ ( 3 „ 1 ) Hohenegg . 3 „ ( 3 „ ) Hornberg . 4 „ ( 2 II 2 II ) Katzendorf . 23 II (13 II 10 .. ) Klindorf . . 17 II ( 8 11 9 „ ) Mooswald. 1 II ( 1 ii ) Schalkendorf 44 (19 n 25 ii ) Seele ... 53 11 (26 II 27 „ ) Zwischlern . 22 II (13 II 9 ii ) Zusammen . . 202 Personen (98 männl., 104 weibl.) (Schluß folgt.) das Gesetz wird ja nicht nur den Gemeinden sehr zustatten kommen, da es ihnen die Lasten für die Armenversorgung erleichtern wird, sondern es wird vielleicht auch der Landflucht und Auswanderung einen kleinen Riegel vorschieben. * Obige Zeilen sind noch vor dem Sturze des Ministeriums Beck geschrieben worden. Während der ganzen Dauer der Kabinettskrise trat die liberale Presse fort und fort für ein Beamtenministerium ein und hetzte und schürte, um ein parlamentarisches Kabinett zu verhindern, welches allein imstande wäre, die Altersversorgung durchzusetzen. Die Christlichsozialen hingegen haben sich von allem Anfang an für ein parlamentarisches Ministerium (Koalitionskabinett) eingesetzt. An,dem deutsch-tschechischen Streite scheiterte vorderhand die Mission Bienerths und das Zusammenkommen eines Koalitionskabinetts. Hiedurch ist leider auch die Erledigung des Altersversicherungs-Gesetzes mindestens um mehrere Monate verschoben worden. Hoffen wir, daß bis Weihnachten eine Verständigung zwischen den Reichsratsparteien zustande kommt, damit dann mit Beginn des Jahres 1909 das für die Bevölkerung so überaus wichtige Sozialversicherungs-Gesetz im Reichsrate zur Verhandlung kommen kann. Wenn die Bevölkerung sähe, daß durch die fortgesetzte Starrköpfigkeit der liberalen Parteien dieses so sehnsüchtig erwartete Gesetz vielleicht um Jahre verschoben würde, dann würde sicherlich ein allgemeiner Sturm der Entrüstung hereinbrechen, der die Volksschädlinge hinwegfegte. Unsere Uaiffeisenkajftn, eine Wirtschaftliche Uot-wendigkeit und nationale Tat. Unser Bauer hat in früheren Jahren oft gelesen von bäuerlichen Spar- und Darlehenskassen in Deutschland und Österreich und gar mancher wird sich gedacht haben, warum ist so was nicht auch bei uns möglich. Es war niemand da, der die Einrichtung und die Statuten einer solchen studiert hätte. Im Reichsrate ist viel von der Notwendigkeit und dem Nutzen der sogenannten Raiffeisenkassen gesprochen und günstige Gesetze zur leichteren Gründung derselben gemacht worden, aber das Volk wußte nichts davon und unsere Liberalen hatten vielleicht auch nur vom Hörensagen eine Kenntnis davon, sie aber anzuempfehlen, das Volk darüber aufzuklären, solche zu gründen, das fiel ihnen nie ein, dazu waren sie zu bequem. So wurde der Bauer sich selbst überlassen und war im Begriffe, wirtschaftlich zu sinken. Noch zur rechten Zeit wurde für unsere Gegenden der Bauernbund gegründet, welcher sich unter anderem als Hauptaufgabe die Gründung von Raiffeisenkassen vor-nahm, um dadurch dem Bauernstände eine mächtige und schnelle Hilfe in seiner wirtschaftlichen Not zu schaffen. Bald braucht er zum Ankaufe von Vieh, Schweinen, Geld; bald sind es schlechtere Jahre, so daß er fast alle Lebensmittel kaufen muß; bald kommt ein Unglück, und wieder wird Geld benötigt. Gut ist es da, wenn er bei einem Nachbar, der noch ein christliches Gefühl hat, unter mäßigen Zinsen ein Darlehen erhält, aber wie wenige solcher Freunde in der Not gibt es, und von anderen zu leihen unter hohen Zinsen, wie gefährlich ist das für den Bauer; er ist dann bald nicht mehr sein eigener Herr. Welche Wohltat ist da ein Spar- und Darlehenskassenverein nach dem System von Raiffeisen. Welch ungeheuren Nutzen für viele Länder und Gegenden haben die Raiffeisenkassen schon gebracht, da sie dem Bauer moralisch und wirtschaftlich halsen. Aber im Anfänge bei und nach ihrer Gründung, welches Mißtrauen bringt man ihnen entgegen, besonders wenn gewissenlose Gemeindedespoten gegen dieselben hetzen und schüren, obwohl sie selbst gerne bei denselben wären, aber wegen ihrer liberalen Machinationen nicht zugelassen werden können! Und der Bauer, bisher ausgebeutet und ohne Mut gegen die aufgeblasenen Dorf- und Gemeindepaschas, hat kein rechtes Vertrauen auf die Kraft der Vereinigung der Bauern in den Raiffeisenkassen. So ist es fast überall gewesen und wird ferner auch noch sein. Aber wenn einmal die ersten Erfolge vor- handen sind, verliert sich allmählich das Mißtrauen und die steigende Anzahl der Mitglieder belebt im Bauer das Bewußtsein der Kraft und der notwendigen Vereinigung mit den anderen, um sich und ändern zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit zu verhelfen. Der Bauer hat es dann nicht mehr not, bangend und zagend bei Privatpersonen in demütigster Weise um Darlehen zu betteln; durch Bürgschaft eines guten Nachbars oder Freundes — und einen solchen wird doch jedermann haben — bekommt er Geld auf Personalkredit, sonst aber auf Jutabulativn ohne Kosten für den Advokaten oder Notar. Mit Hilfe der Raiffeisenkasse verbessert der Bauer seine Wirtschaft stufenweise und Friede und Freude an der Arbeit kehrt ins Haus wiederum ein. Und hat er Bargeld zu Hause, braucht er nicht mehr einen weiten Weg zu machen und den Tag zu verlieren und obendrauf sich Unkosten zu machen, zu Hause, in der heimischen Raiffeisenkasse kann er es sogleich auf Zinsen einlegen und im Bedarfsfälle wieder beheben. Und selbst nur eine Krone, wenn man sie nicht nötig hat zu Hause, kann man als Spareinlage geben. Mit einer Spareinlage wächst das Verlangen, noch mehr einlegen zu können, und so wird der Spürsinn gefördert und gar manche Krone, die sonst auf unnötiges Getränke und Vergnügen verausgabt worden wäre, wird so erspart und kommt in den Tagen der Not oder im Alter gut zustatten. Ja aber, fragt man sich allgemein, sind die Raiffeisenkassen auch sicher? Die Antwort lautet, ohne Zweifel, ganz sicher, weil jedes Mitglied solidarisch mit seinem ganzen Vermögen haftet. Die Solidarhaft ist gewöhnlich das Schreckgespenst, das viele abhält, der Raiffeisenkasse als Mitglied beizutreten. Jedes Mißtrauen ist jedoch unbegründet, denn Darlehen werden nur an Mitglieder gegeben, die mit ihrem ganzen Vermögen haften und sonst kreditfähig und kreditwürdig sind, bei Personalkredit muß der Darlehenswerber einen zahlungsfähigen Bürgen oder Gutsteher stellen, bei Jntabulation ist aber das Darlehen ohne weiters gesichert; ferner werden Darlehen nur zu einem bestimmt angegebenen Zwecke gewährt, dann entsteht aus dem jährlich erzielten Reingewinne ein Reservefond, der in erster Linie herzuhalten hätte bei einem etwaigen Verluste. Für den Verein haften aber in erster Linie die Mitglieder des Vorstandes, dadurch ist jede Angst vor Defraudation ausgeschlossen. Zu einer auf fo fester Grundlage stehenden Raiffeisenkasse kann also jedermann das vollste Vertrauen haben und hat seit ihrem Bestände noch keine einzige bankerott gemacht und noch kein Mitglied den geringsten Schaden gehabt. Die Raiffeisenkassen sind aber besonders in unserem Gottscheer Lande bei den jetzigen Zeiten eine nationale Notwendigkeit. Die in letzterer Zeit gemachten liberal-slowenischen Vorstöße aus deutschen Besitz in Gottschee müssen jeden ehrlichen Deutschen die nationale Gefahr für unser Heimatland erkennen lassen. Mit Hilfe des Geldes suchen die liberalen Slowenen unser deutsches Gebiet zu erobern; deutsche Gelder suchen sie in ihre Posojilnica zu bringen und durch übermäßige Darlehen deutsche Bauern in ihre Gewalt zu bekommen. Wie kann nun dieser nationalen Gefahr wirksam entgegengearbeitet werden? Nur dadurch, daß man dem Bauer hilft, seine väterliche Scholle zu behaupten. Ein wirtschaftlich fest stehender Bauer ist ein festes Bollwerk gegen die Angriffe auf sein Deutschtum. Zur Erhaltung und Entwicklung des Wirtschaftslebens im allgemeinen ist aber die Organisierung der Berufsgenossen notwendig und die schnelle und billige Beschaffung des Kredites in der Notlage, damit der Bauer nicht auf sich allein angewiesen und nicht gezwungen ist, Hilfe zu suchen bei Geldmännern, welche die sich bietenden Gelegenheiten zur Ausbeutung des Schuldners und zur eigenen Selbstbereicherung für gewöhnlich gehörig ausnützen. Die Organisation der Gottscheer Bauern wird durchgeführt im Gottscheer Bauernbunde, einen schnellen und billigen Personalkredit gewährt aber die Raiffeisenkasse, so daß der Bauer als Mitglied des Gottscheer Bauernbundes in seinem Standesbewnßtsein und seinem Ehrgefühl gehoben wird und als Mitglied der Raiffeisenkasse leicht und schnell ein billiges Darlehen zur Zeit der materiellen Not erhält, weshalb er bei einigem Fleiße und mäßiger Sparsamkeit sich als unabhängiger, freier Mann erhalten oder bei Verschuldung sich zum freien Herrn seines I; ! Besitzes wieder emporarbeiten kann. Es wird ihm dann nie einfallen und auch nicht nötig sein, seine Zuflucht zur slowenisch-liberalen Posojilnica zu nehmen und so seinen Besitz der Gefahr des Verkaufes auszusetzen. Wären die Raiffeisenkassen nicht, so hätte die Posojilnica in Gottschee günstigen Boden. Die Raiffeisenkassenvereine sind aber eine den Bedürfnissen und den Verhältnissen des Bauernstandes vollkommen angepaßte Kreditorganisation und deshalb in unseren national gesährdetenZeiten mit vollem Rechte ein nationales Bollwerk. Die Gründung derselben muß als nationale Tat und jene liberalen Stadtherren und Dorfpaschas, die diese Kassen zu verdächtigen suchen, müssen als Deutschfeinde und nationale Verräter bezeichnet werden. Aus Stabt und £anb. chottschee. (Hohe Ehrung.) Aus Rom erhalten wir unterm 11. d. M. die freudige Nachricht: „Seine Heiligkeit Papst Pius X. hat Herrn Professor Josef WergM in Gottschee in Würdigung seiner Verdienste um die katholische Sache das päpstliche Ehrenkreuz „Pro Ecclesia et Pontifice“ (Für Kirche und Papst) verliehen." Mit freudiger Genugtuung begrüßt das katholisch fühlende Gottscheer Volk diese Nachricht. Es ereignet sich gewiß zum erstenmal, daß einem Gottscheer von der höchsten kirchlichen Stelle aus solche Ehrung zuteil wird. Und in der Tat ist ihrer niemand würdiger als Professor Obergföll, diese unermüdliche Arbeitskraft im Dienste der guten Sache. In der ihm verliehenen päpstlichen Auszeichnung fühlt sich auch unser Blatt und die christlichsoziale Partei in Gottschee mitgeehrt. Herrn Professor Obergföll aber wünschen wir noch recht viele Jahre kräftiger Gesundheit und treuer Mitarbeit zum Wohle unseres Volkes. — (Ernennung.) Seine Majestät der Kaiser hat den Professor am Staatsgi),nnasium mit deutscher Unterrichtssprache in Laibach Herrn Dr. Franz Riedl zum Direktor des Staatsgymnasiums in Gottschee ernannt. — (Gewerbliche Fortbildungsschule.) Der Landesausschuß hat Herrn Kaufmann Peter Petfche zu feinem Vertreter im Ausschüsse der gewerblichen Fortbildungsschule in Gottschee ernannt. — (Gyinnasial-Unterstützungsverein.) Aus schriftliche Einladung seitens des (interimistischen) Obmannes des Gymnasial-Unterstiitzungsvereines Herrn Prof. Hočevar sind dem genannten Vereine in der Stadt 52 neue Mitglieder beigetreten. Der Verein zählt gegenwärtig in Gottschee 78 Mitglieder. — (Klerus.) Hochw. Herr Johann Kovač wurde zum Kaplan in Altlag ernannt; Hochw. Herr Johann Jaklitsch verbleibt als Kaplan in Tscherinoschnitz. — (Das Frauenspital in Rudolfswert,) das zur Erinnerung an weiland Ihre Majestät Kaiserin Elisabeth den Namen Elisabethspital führen wird, begann am 12. d. M. mit der Aufnahme von Kranken. Die feierliche Eröffnung findet am 19. d. M. als am Namenstage der Kaiserin statt. — (Die Lehrbesähigungsprüsung) haben mit Erfolg abgelegt, und zwar für Volksschulen mit deutscher Unterrichtssprache die Herren: Josef Erker, prov. Lehrer in Pöllandl; Johann Stalzer, Aushilfslehrer in Reichenau, und Fräulein Kuhelj, prov. Lehrerin in Stalzern. — (Besetzung einer Lehrstelle am Staatsgymnasium in Gottschee.) Am Staatsgymnasium in Gottschee kommt mit Beginn des zweiten Semesters 1908/9 eine Lehrstelle für klassische Philologie als Hauptfach zur Besetzung. Die Bewerbungsgesuche sind bis 10. Dezember 1908 beim Landesschulrate für Kraiu in Laibach eirzubringen. — (Kellerwirtschaftskurse.) Bekanntlich ist die krainische Kellerwirtschaft im Vergleiche zu jener anderer weinbautreibender Länder noch auf einer sehr niederen Stufe und es ist unumgänglich notwendig, daß sich unsere Weinbauern auch in dieser Richtung die nötigen Kenntnisse aneignen, um mit ihrem rationell bereiteten Weine mit den Produkten anderer, fortschrittlicher Länder konkurrieren zu Ausgeschrieben sind u. ct. und 23. Platz jährlicher können. Um es den Interessenten zu ermöglichen, sich in der rationellen Kellerwirtschaft theoretisch und praktisch ausbilden zu können, veranstaltet der Weinbauinspektor B. Skalieky im Laufe der bevorstehenden Wintermonate bei der staatlichen Musterkellerei in Rudolfswert einen, eventuell auch mehrere dreitägige Kellerwirtschaftskurse mit deutscher Unterrichtssprache. Diesbezügliche Anmeldungen sind spätestens bis 25.d.M. an das f. k.Weinbauinspektorat in Rudolfswert zu richten. Da die Zahl der Teilnehmer an jedem Kurse beschränkt ist, wolle man sich mit der Anmeldung beeilen. Spätestens eine Woche zuvor werden die Teilnehmer von dem Tage des Kursanfanges durch Einladungen verständigt. — (Geschworenenauslosung.) Beim k. k. Kreisgerichte in Rudolsswert wurden für die vierte Schwurgerichtsperiode als Hauptgeschworene u. a. ausgelost die Herren: Ferdinand Sterbenz, Besißer in Roßbüchel; Johann S amida, Besitzer in Kleinriegel; Sintern Kresse, Besitzer und Kaufmann in L-chalkendorf; Franz Manßer, Besitzer in Unter-Warmberg; Josef Fink, Besitzer in Schalkendorf. — (S tipend ienansschreibung.) der erste, dritte, vierte, sechste, 13., 17. - , „ , , je 100 K und der neunte Platz jährlicher 200K der Johann Stampsl-schen Studentenstiftung, ferner die Georg Zeyssersche Stndeten-stistung jährlicher 60 K, letztere für Studierende aus dem Dekanate Gottschee, vorzugsweise aber für die aus der Herrschaft Pvlland Gebürtigen. Dann der 1. Platz der Anton Jakšičschen Studenten stiftnug jährlicher 139 K. Zum Genüsse sind berufen Studierende aus dem Geburtsorte des Stifters, sodann solche ans den Pfarren Ban-jaloka, Ossilnitz und dem Dekanate Semitsch. Gesuche sind längstens bis 30. November bei der Vorgesetzten Studiendirektion einznreichen. — (Im Schlachthause) zu Gottschee wurden im Jahre 1907 553 Rinder, 639 Kälber, 82 Schafe, 224 Schweine ge-schlachtet. Zur Ausfuhr gelangten in demselben Zeiträume aus dem politischen Bezirke Gottschee 1560 Kälber, 3214 Schweine, 18.750 Kilogramm Rindfleisch. Durch den stets regeren Eisenbahnvieh-transport haben zwar die Viehtriebe im allgemeinen an Bedeutung verloren. Doch kamen in den Grenzbezirken Gottschee, Gnrkseld, Rudolfswert und Tfchernembl noch viele Viehtriebe im Verkehre mit Kroatien vor. Futterschweine wurden nach Krain hauptsächlich aus Steiermark eingeführt; die Schweineeinfuhr nach Krain betrug zusammen 24.064, die Ausfuhr 23.942 Schweine. — (Zur wirtschaftlichen Lage Amerikas.) Optimisten hegten heuer im Frühjahre die Hoffnung, daß mit Eintritt des Herbstes sich die wirtschaftliche Lage Amerikas bedeutend bessern werde, worüber jedoch gewiegte Kenner des wirtschaftlichen Lebens der Vereinigten Staaten nur lächelten. Auch die erwartete Riesenernte blieb aus; die Ernte war zwar gut, entsprach aber doch keineswegs den hochgespannten Erwartungen. Immerhin machten sich Anzeichen bemerkbar, die aus eine, wenn auch geringe Besserung des Wirtschaftslebens hindeuten. Der Frachtenverkehr, der zu Anfang dieses Jahres ganz darniederlag, hob sich wieder bedeutend. Einfuhr und Ausfuhr stiegen. Doch in manchen Industrien ist bisher noch keine Besserung zu verzeichnen. Zum Beispiel liegt die Stahl- uttu Eisenindustrie noch ganz darnieder und ist ihre Lage eine verzweifelte. Ähnlich steht es mit der Seiden- und Lederindustrie. Bei den anderen Industrien, von denen zwar eine zuversichtlichere Stimmung gemeldet wird, fehlt noch immer ein lebhafterer Aufschwung. Wer das Gegenteil behauptet (manche europäische Finanzblätter) betreibt Schönfärberei. Während der Wahlkampagne war eine Besserung des amerikanischen Handels überhaupt nicht zu erhoffen. Mit fieberhafter Spannung wurde daher hüben und drüben der Ausgang der Wahlen erwartet. Jetzt, wo die Wahlen vorüber sind und Taft zum Präsidenten der Bereinigten Staaten gewählt-ist, wird sich der Kongreß mit der Regelung der Tarifreform befassen, deren Gestaltung sür Handel und Industrie von größter Bedeutung ist. In einiger Zeit wird, falls nicht unvorhergesehene Hindernisse eintreten, doch endlich eine Besserung des amerikanischen Wirtschaftslebens zu erwarten sein. — (Die Vereinigten Staaten Nordamerikas) haben dieser Tage einen neuen Präsidenten gewählt. ^ Es wurde, wie vorauszusehen war, der Freund des bisherigen Präsidenten Roosevelt, der Kriegssekretär Tast, ein Republikaner, zum Präsidenten gewählt. Der Präsident der Vereinigten Staaten ist ein auf vier Jahre gewählter, fast absoluter Herrscher, der weit mehr Macht in seiner Hand hält, als irgend ein konstitutioneller Monarch. Taft, der der Schützling des bisherigen Präsidenten Roosevelt ist, dürfte den Kapitalistenvereinigungen scharf an den Leib rücken. Sein von den Demokraten aufgestellter Gegenkandidat Bryan war übrigens ein mächtiger Rivale. -(Bauernbund-Kalender.) Der „Bauern-Kalender" für das Jahr 1909. Jahrbuch des Gottscheer Bauernbundes., II. Jahrgang, ist soeben erschienen und zur Versendung gelangt. Außer dem Kalendarium ec. enthält der Kalender eine Reihe von nützlichen Aufsätzen und anziehende bebilderte Erzählungen. Wir heben aus seinem reichen Inhalte hervor: Die Tätigkeit des Gottscheer Bauernbundes im ersten Jahre. — Märkte in Kretin. — Bauer, dein Name. ist schön — halte ihn in Ehren wie es deine Vorfahren getan 1 — Bundestag des Niederösterreichischen Bauernbundes. — Wie der Hagelbauer seine Wiesen pflegt und düngt und warum der Hagelbauer das beste Heu, aber auch das schönste Vieh hat! — Gute Ernten gibt es nur durch gute Düngung. — Versumpfte Wiesen sind zu keinem guten Ertrage zu bringen! — Wie alle Stünde vorwärts streben, muß das auch der Landwirt tun! — Wer nicht vorwärts schreitet, geht zurück! — Auf welche Art wird der Landwirt gutes und gehaltvolles Heu ernten können? — Welche Körnerfrucht ist für die Stickstoffdüngung am dankbarsten. — Ätherisierte Pflanzen. — Der Bauer soll mehr lesen! — Roeolo und Laccaja. — Die Wildheuer. Erzählung von Wichmann. — Rosmarin. Erzählung von Wichmann. — Rätsel, Witz und Humor usw. —(Anspruchsberechtigung auf dasMilitärjubiläums-kreuz) haben vom Mannschaftsstande alle am 2. Dezember l. I. in aktiver Dienstleistung befindlichen Militärpersonen mit Ausnahme der am 2. Dezember erst im ersten Jahre ihrer Präsenzpflicht stehenden. — (Einen Bären erlegt.) Am 11. d. M. verbreitete sich in Gottschee und Alllag die Kunde, daß sich in einem mit dichtem Gestrüpp bedeckten Kofel zwischen Malgern und Altlag vier Bären eingelagert hätten. Auf das hin machten sich Jäger von Gottschee und Altlag sofort auf, um auf die Bären Jagd zu halten. Herr Franz Kraus aus Gottschee streckte hiebei eine junge Bärm im Gewichte von 43 Kilogramm nieder. Nach dem Schüsse kam der glückliche Inger in eine etwas fatale Lage, indem die alte Bärin mit einem zweiten Jungen sich gegen ihn aufstellte, bevor er das Gewehr wieder laden konnte. Er m sich daher schleunig zurück und die alte Bärin tat nach kurzem Besinnen das nämliche. Auch ein weiterer starker Bär wurde angeschossen. Man hoffte, desselben am nächsten Tage habhaft zu werden, was aber leider nicht gelang. — (Warum die Raiffeisenkassen vorsichtig sind.) Wenngleich unsere Raiffeisenkassen bisher nicht nur christlichsozialen Bauernbündlern, sondern auch ändern schon helfend unter die Arme gegriffen haben, ist das einigen noch zu wenig. Diese wollen — in'Mosel fordern sie es geradezu —, daß jeder ohne Auswahl Mitglied werden könne. Da solchem Ansinnen im eigensten Interesse der Kassen nicht entsprochen werden darf, nennen diese Unzufriedenen die Raiffeisenkassen jetzt politisch. Wollten diese ewigen Nörgler aufrichtig sein, so müßten sie die Vorsicht, mit welcher in der Aufnahme von Mitgliedern und Gewährung von Darlehen bei unseren Kassen vorgegangen wird, nur lobend anerkennen. Wie die Dinge dermalen noch stehen, ist Vorsicht insbesonders jenen Liberalen gegenüber am Platze, welche auch jetzt noch nicht fünf Minuten neben einem Ehristlichsozialen sitzen können, ohne zu streiten. Der Bauernbund hat doch die Kassen gegründet, auf daß in ihnen gearbeitet, nicht aber gestritten würde. Der gute Wille wird aber von jenen noch kaum anzunehmen sein, welche bis in die letzte Zeit herein durch törichte Reden das Volk gegen die Kassen mißtrauisch zu machen suchten. Ist es also nicht ganz in der Ordnung, daß die Raiffeisen- kassen in Gottschee, deren Gründung nur die Christlichsozialen ermöglichten, sich vor allem aus diesen 4.eit der Bevölkerung stützen, Andersgesinnten gegenüber aber mit Bedacht vorgehen? Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Weisheit. . ^ , — (Abstattung der Militärtaxe in Raten.) Nach Artikel II Punkt 3 des Gesetzes vom 10. Februar 1907 haben nachträgliche Bemessungen von Militärtaxen, welche in die Zeit vor der Wirksamkeit dieses Gesetzes zurückgreifen, nach den Bestimmungen dieses Gesetzes zu erfolgen. Das k. k.' Ministerium für Landesverteidigung hat mit einem kürzlich hinausgegebenen Erlaß im Einvernehmen mit dem k. k. Finanzministerium eröffnet, daß es keinem prinzipiellen Anstand unterliegt, auch in derartigen Fällen von Nachtragsbemessungen bei Vorliegen besonders rücksichtswürdiger Verhältnisse in analoger Anwendung der Bestimmungen des § 9, Punkt 4, Absatz 2, des zitierten Gesetzes, bzw. des Artikels 23, Punkt 2, der Durchführungsverordnung vom 19. August 1907 ausnahmsweise die Entrichtung der Militärtaxe in Raten zu bewilligen. Witterdorf. (Zurückgewiesene Auswanderer.) Der Anwohner Matthias Fink aus Kerndorf trat mit Frau und Tochter im heurigen September die Reise nach Amerika an. Er kam aber nur bis in den Kesselgarten bei New-York. Dort wurde er nämlich für nicht genügend gesund befunden und nach 14tägigem Verweilen trotz mehrseitiger Fürsprache mit Frau und Tochter einfach wieder zurückgeschickt. Schade um das verfahrene Geld. — (Bemerkenswerte Entscheidung.) Betreffs des Wahlrechtes der Ortsvorsteher bei Wahlen ging bisher die Meinung der Wahlkommissäre dahin, daß nur jene Ortsvorsteher wahlberechtigt seien, welche in Gegenwart des Gemeindevorstehers nach angefertigten Wählerlisten gewählt worden sind. Nun liegt uns eine gssstä gegenteilige Entscheidung der Landesregierung vom 31. Oktober I. \5., 3. 24.280, vor. Darin heißt es unter anderem: „Wie immer die Obmänner der Vermögensverwaltnngsausschüsse, denen das Wahlrecht bestritten wird, bestellt wurden, sie müssen insolange, als sie Obmänner sind, als solche gemäß Punkt 8 des Anhanges II als Vollzugsorgane der Vermögensverwaltung und insbesondere auch als befugt angesehen werden, das den Ortschaften unbestritten zu stehende Wahlrecht auszuüben." Mosel. (Todesfall.) Der frühere Gendarmerie-Wachtmeister Valentin Mokorel, welcher vom Juli 1906 bis April 1908 in Mösel angestellt war und dann auf seinen früheren Posten Petrina bei Fara übersetzt wurde, ist am 6. November nach fünftägiger Krankheit angeblich an Typhus gestorben und wurde am 8. November-feierlich beerdigt. Aus Mösel nahmen Postmeister Johann Lackner, der Besitzer Franz Schemitsch und Wachtmeister Laurenz Gregori mit Postenführet Vellacher am Begräbnisse teil. Johann Lackner legte im Namen der Gemeinde Mösel einen schönen Kranz auf den Sarg des so früh Dahingeschiedenen. Zum Begräbnisse waren auch der Herr Gendarmerie-Oberleutnant aus Gottschee mit mehreren Gendarmen erschienen. — (Unsere Wasserleitung) war bisher infolge Wassermangels und aus Fürsorge im Falle einer Feuersbrunst nur für zwei Auslaufsbrunnen täglich für kurze Zeit geöffnet und mußte das Wasser größtenteils von Hasenfeld und Relntal zugeführt werden. Seit dem Schneefalle hat aber die Wasserleitung kein Wasser mehr und hat auch die Reintaler Wasserleitung an Ergiebigkeit bedeutend nachgelassen. Wir müssen nun den Schnee „dörren", um das nötige Wasser zu haben. Viele holen sich das Wasser aus dem vor entern Monate eingedämmten Fischteiche des Postmeisters Johann Lackner. — (Ein Landsmann aus Amerika) schreibt uns: „Ich begrüße die neugegründete Raiffeisenkasse aufs wärmste. Nur wacker!" Unsere Raiffeisenkasse findet also auch schon in Amerika Anklang. — (Kälte) hatten wir am 13. November 9° und am 17. November 12° zu verzeichnen. — (Welch ein Unterschied!) Herr Josef Kollmann, Kaufmann in Baden bei Wien und neugewählter niederösterreichischer Landtagsabgeordneter, ist ein Verwandter des Hans Jonke in Obermösel. Kollmann ist stramm christlichsozial, arbeitet als über- zeugter katholischer Christ konsequent und charakterfest auch in der Politik für die christliche Weltanschauung und ist bereits ein verdienstvoller Agitator der großen christlichsozialen Partei. Hans Jonke ist ein Freisinniger, ein Feind der christlichen Politik und ein verdienender Parteigänger der radikal-freisinnigen Partei. Die Geistlichen nennt er eine schwarze Gilde und sucht sie mit allen verwerflichen Mitteln zu verdächtigen. Welch ein Unterschied zwischen beiden! Die Beteuerung, noch christlich zu sein, ist nur Humbug bei einem Menschen, der seine Christenpflicht nicht erfüllt und die christlichen Parteien bekämpft. — (Mit dem Bergrößerungsglase) schaut Hans Jonke in die Welt, wie seine Notiz in den letzten „Nachrichten" beweist. Die Pfarre Möfel ist nach seiner Ansicht für den Pfarrer eine Quelle großen Reichtums I Der Widern erscheint ihm als Paradiesgarten, aus dem jährlich 1000 bis 1500 K Heu verkauft werden. Der Pfarrer schaffte sich sogar Wein in seinen Keller. Schrecklich! Und Hans Jonke trinkt Wasser von der Wasserleitung, die kein Wasser hat! Nun, wir wollen die Wahrheit über Mosel sagen. Nach der letzten Volkszählung beträgt die Einwohnerzahl der ganzen Psarr-gemeinde 1092, davon entfallen auf die Expositur Oberskrill 300 bis 350, die Pfarre hat also, Skrill abgerechnet, ungefähr 700 Seelen und gehört somit zu den kleinen Psarren. Im vergangenen Jahre waren 3 Trauungen und 19 Begräbnisse. Voriges Jahr wurden 81 alte Zentner Heu verkauft. Die Bittkreuzer für die Vaterunser am Allerseelentage, um die Hans Jonke den Pfarrer besonders beneidet, sind von altersher und auch in anderen Pfarren üblich. Dem Hans Jonke ist eben nichts recht, was die Geistlichen haben oder tun. Voriges Jahr in der Wahlperiode meinte er, dem Pfarrer den Widern wegnehmen zu können. Ja, Herr Hans Jonke, warum haben Sie nicht auch Geistlicher studiert, dann könnten Sie die Psarrpsründe haben mit den vermeintlichen großen Einkünften und zugleich Ihr Haus. Messe könnten Sie dann auch lesen und wie voriges Jahr bei der Wahlagitation von Rosenkranz und Gebetbuch (was beides bei Ihnen noch niemand in der Kirche gesehen hat), predigen in Ihrem eigenen Hause und opfern lassen bei Ihrer Mustkkasse. — Der Pfarrer hatte im Anfänge mit Hans Jonke, in der Meinung, es mit einem guten, christlichen Manne zu tun zu haben und um gemeinsam für das Wohl des Volkes arbeiten zu können, Freundschaft geschlossen, mit der Versicherung, daß er die Freundschaft auch halten werde, solange dieselbe auch von ihm beobachtet werde. Dieses Versprechen sieht Hans Jonke mit dem Vergrößerungsglase nun nach sieben Jahren als ein Versprechen an, sich in seine Politik nicht einzumischen und überhaupt keine Politik zu betreiben. Ja, Herr Hans Jonke, sind Sie bei Verstand? Meinen Sie, daß wir uns das gefallen lassen können, wenn Sie in un- qualifizierbar gehässiger Weise antichristliche Politik betreiben? Damit Sie ja nicht mehr verdrehen können, so schreiben Sie sich hinters Ohr, daß der Pfarrer bisher immer jene Politik betrieben hat und immer betreiben wird, die für die christliche Sache notwendig ist. Die Freundschaft Ihnen gegenüber hat er gehalten, oft sogar mit der größten Selbstüberwindung, bis L>ie dieselbe am 23. Jänner vorigen Jahres selbst mutwillig zerstörten. Sie sind der Störenfried und dürfen sich daher nicht beklagen, wenn Ihr ehemaliger Freund nicht mehr mit Ihnen gehen kann. —■ (Zur Antwort) auf den in den „Gottscheer Nachrichten'1 vom 1. November erschienenen Artikel „Spar- und Darlehensverein" in Obermösel sei dem Schreiber an dieser Stelle gesagt: Allzu liberale Leute tun einer Kassa nicht wohl! Der Liberalismus des Nachrichtenschreibers geht ja schon so weit, daß er in Despotismus ausartet. Beispiele stehen zur Verfügung. Er hat daher nicht die geringste Ursache, au dem Vertrauen anderer Personen herumzutasten, umsoweniger als an dem in jenem Artikel gemeinten Kaufmann gar nichts auszusetzen ist. Allerdings gehört er nicht zu jenen Kurzsichtigen, die sich für alles einfangen und am Schnürl fuhren lassen. Objektiv denkende Männer, bereit so viele hier sein sollen, werden das wohl zu beurteilen wissen. Es wird daher diesem weisen Salamon in Obermösel der gute Rat erteilt, sein Bestreben eher dahinrichten zu wollen, seinen Größenwahn zu bezähmen. Weg. (Pension.) Johann Weber aus Rteg war durch volle, dreißig Jahre bei der Firma Seemann in Wien bedienstet. Das kaufmännische Gremium der Stadt Wien bewilligte ihm infolgedessen eine jährliche Pension von 450 K. — (Landtagsergänzungswahl.) In der Stadt Gottschee scheint man wieder nach dem Kommandostab gegriffen zu haben. Wahlenthaltung dürfte beiläufig das Kommando lauten. Selbstverständlich sind die Landwirte dann wieder ohne Abgeordneten; aber das schadet nicht, man kann sich ja in der Not an die Stadt Gottschee wenden, die Bürger helfen ja gerne. •— (Von der Jagd.) Der Bär haltet sich in unserem Jagdgebiete auf. Einmal wurde bereits Jagd auf ihn gemacht; aber Meister Petz retirierte und entkam so mit heiler Haut. Nächstesmnl pelzen wir ihm eins drauf. Stalzern. Den Bau einer Zisterne an der Volksschule in Stalzern hat Steinmetzmeister August Veuchiarutti um 1700 K übernommen. chöttenih. (Ein neues Gasthaus) soll demnächst im Hanse des hiesigen Gemeindevorstehers, des Herrn Franz Michitsch, eröffnet werden. Ob nun . wohl ein solcher Bedarf für die Partei der „Fortschrittlichen" herrscht, lassen wir dahingestellt. Wir werden auch keinen Einwand gegen das neue Gasthaus erheben, obschon dasselbe in nächster Nähe der Pfarrkirche liegt. Es fei jedoch daran erinnert, wie der Gemeindevorsteher im heurigen Sommer sich als Anwalt für kirchliche Interessen aufgeworfen und sich mit allen Mitteln gegen eine kleine Verbauung bei der hiesigen Pfarrkirche gesträubt hat. Ja, in einer diesbezüglichen Sitzung mit dem fünfgliedrigen GemeindeauSfchuffe hat sich derselbe wohl ein unsterbliches Zeugnis ausgestellt, was Anmaßung und teilweise auch Unkenntnis der eigenen Machtbefugnis anbelangt. Wir dächten nun, ein Gemeindeausschuß, der sich in der heurigen Jagdangelegenheit so unvorsichtig benommen hat, daß sich derselbe von der größeren Mehrzahl der anderen Besitzern gar bittere Dinge nachsagen lassen mußte, täte vielleicht besser, bei Beurteilung kirchlicher Angelegenheiten etwas zurückhaltender zu sein. Uber den genannten Gemeindeausschuß und das neue Gasthaus könnte vielleicht eine der nächsten Nummern Näheres bringen. WöTandk. (Hohes Alter.) Am 26. Oktober starb in Dornach-berg die verwitwete Auszüglerin Agnes Grill im 95. Lebensjahre. Sie war die älteste Person der Pfarre, seit mehreren Jahren vollständig erblindet, jedoch geistig noch ganz frisch. — (Die „Gottscheer Nachrichten") brachten neulich einen Bericht aus Ebental, der aber zweifellos ans der bekannten Lügenfabrik des Moritz stammt. Darin wird behauptet, daß ich es als Seelsorger in Ebental mit der Verhetzung so weit gebracht habe, daß mich zum Schluffe keine Partei mehr ausstehen konnte. Nun waren aber am 29. September 38 Männer von der christlichen Partei bei mir, die mich inständig baten, noch weiterhin in Ebeutal zu bleiben; und am 5. Oktober ging der Führer der Ebentaler Liberalen, der Gastwirt und ehemalige Kirchenpropst Johann Lobe, zum Gemeindevorsteher nach Setsch und ersuchte ihn namens seiner Partei, mich zum Bleiben zu bewegen. Der Moritz aber schreibt, daß mich keine Partei mehr ausstehen konnte. Doch wird es schon so sein, der Moritz ist ja der „tote Herrgott" und hat als solcher bißchen Allwissenheit. — „Bei Nacht und Nebel ist er ver- ein schwunden, ohne Abschied zu nehmen. Keine Träne wurde ihm nachgeweint", heißt es dann weiter. Ich ging allerdings, nachdem ich mich Sonntag vorher auf der Kanzel verabschiedet hatte, heimlich fori, weil ich fürchtete, es könnte sonst wieder zu Reibereien kommen, da sich mehrere geäußert hatten: „Wann der Pfarrer fort geht, da bekommen die „Roten", die allgemein als Ursache meines Wegganges betrachtet wurden, „ihr Stücklein zu hören". Und die Tränen? O, diese sparen die Ebentaler jedenfalls dem Moritz und werden sie ihm nachtoetnen, wenn er einmal, bereichert mit Hunderttausenden, Gottschee verlassen wird. — Moritz behauptet dann, daß ich um :11h die m Einig l von (Ž Ebent fahren Logik chema ist ui verstäi ist bei nichts Ge-se Händi einen Auch Geistl Fried i richter bühel' die gr die vi stattlii teil. ein so Geleg Mänti wachst in Vt finden Der ! aufnte Unsitt Frohsi From! brauet und ( benmf träge: Lesen bilden Diszip gebild schast die S Hierai Propc 19 Bi nahmt Kapla König Altlac Franz Ordm Ehre Zusan gehen. Bereit solche: uns o uns i und n Euch Der S seiner einen die mitternächtige Stunde auf meinem Rade davon gefahren bin. Einige Zeilen vorher jammert er noch über die schlechten Wege von Ebental, und gleich darauf behauptet er, daß man auf den Ebentaler Wegen um die mitternächtliche Stunde mit dem Rade fahren kann. O, großer Moritz, du Wunderknabe, hast du niemals Logik studiert? — „Das ist der stramme, alldeutsche Mann von ehemals, der. . . heute der beste Freund vom ,Franz' in H'inach ist und den windischeu Hetzern von Altlag und Unterwarmberg verständnisinnig die Hände schüttelt", heißt es weiter. Ja, das ist der stramme, alldeutsche Manu von ehemals und heute, der nichts mehr bereut, als daß er einmal auch dem Moritz und seinen Ge-sellen, diesen Totengräbern des Deutschtums in Gottschee, die Hände geschüttelt hat. Der Aufsatz schließt: „Wir hoffen, bald einen bessern Geistlichen zu bekommen, der uns den Frieden bringt." Auch ich wünsche den Ebentalern einen bessern, ja den allerbesten Geistlichen, obwohl ich überzeugt bin, daß ihnen auch dieser den Frieden nicht wird bringen können, solange die „Gottscheer Nachrichten", die nur vom Unfrieden leben, den Weg über den „Durn-bühel" finden. Joh. Maußer, gewesener Pfarrverweser von Ebental. Aktkag. (Burschen-Verein.) Am 18. Oktober fand hier die gründende Versammlung eines katholischen Burschenvereines statt, die vom Vereinsproponenten Kaplan Zaje einberufen wurde. Eine stattliche Zahl von Jünglingen und Männern nahm an derselben teil. Kaplan Zajc stellte in einer kurzen Anrede die Ziele dar, die ein solcher Verein anstrebe. Der Verein bezweckt, den Jünglingen Gelegenheit zu geben, sich weiter auszubilden, damit sie später als Männer den an sie herantretenden Aufgaben und Pflichten gewachsen sein werden. In ganz Österreich schart sich die Jugend in Vereinen zusammen, um so soziale Bildung und Aufklärung zu finden. Die Jugend hat Wissensdurst, im Vereine wird dieser gestillt. Der Jugend drohen Gefahren, im Vereine werden sie auf diese aufmerksam gemacht und werden im Kampfe gegen Unglauben und Unsittlichkeit unterstützt. Berufstüchtigkeit, Heimatsliebe, Sparsamkeit, Frohsinn, Geselligkeit und Scherz werden im Vereine gefördert. Fromm, frisch, frei sei der Wahlspruch unserer Burschen. Wir brauchen keine Kopfhänger, sondern frische, mutige, für alles Edle und Gute begeisterte junge Männer, die sich ihrer Jugendkraft bewußt sind und diese auch recht anzuwenden verstehen. Durch Vorträge wird ihrem Wissensdurste Rechnung getragen und durch fleißiges Lesen guter Zeitungen und Bücher können sie ihren Geist weiterbilden. Der Geselligkeitssinn, der Sinn für stramme Einigkeit und Disziplin werden im Vereine gefördert. Und eine solche Jugend, gebildet, edel, stramm und einig, sie wird der Stolz der Nachbarschaft sein. Die Rede wurde mit Beifall ausgenommen. Nun wurden die Satzungen vorgelesen und die nötigen Erklärungen dazu gegeben. Hierauf wurden Mitglieder mit feierlichem Handschlag durch den Proponenten in den Verein ausgenommen. Es meldeten sich sofort 19 Burschen und 11 Männer als unterstützende Mitglieder zur Aufnahme. Darauf wurde der Vereinsvorstand gewählt: Zum Präses Kaplan Zajc; Anton Morscher aus Altlag 11, Obmann; Josef König aus Hohenberg 15, Obmannstellvertreter; Josef Krater aus Altlag 113, Schriftführer; Johann Schauer aus Altlag 45, Kassier; Franz Sever aus Altlag 49 und Franz Ruppe aus Winkel 3, Ordner. Obmann Anton Morscher dankte für die ihm erwiesene Ehre und forderte in einer schönen Anrede die Burschen zum festen Zusammenhalten, zur Treue und Festigkeit auf, dann werde es gehen. Er wisse es aus eigener Erfahrung, wie viel Gutes solche Vereine wirken, da er in Innsbruck selbst schon Mitglied eines solchen gewesen sei. Seien wir edel, sagte er, tüchtig, mutig, laßt uns ohne Bangen in die Zukunft blicken, zumal der Herr Präses uns an die Hand gehen wird. Wir kennen unfern Herrn Kaplan und wissen, daß das, was er anpackt, gedeihen muß. Ich fordere Euch auf, ein Hoch auf unseren Präses ausznbringen. (Hochrufe.) Der Präses dankte für die schönen Worte des Obmannes und gab seiner Überzeugung Ausdruck, daß der Verein in Anton Morscher einen Jüngling gefunden hat, der hiezu wie geschaffen ist. Er ist fürs Gute begeistert und hat auch das Vereinsleben schon mitgemacht. Achten, ehren und lieben wir ihn also und halten wir treu zu ihm! Auch die Herren Anton Irische und Georg Eppich hielten warme Ansprachen an die Jünglinge. Nach gemütlicher Unterhaltung wurde die Versammlung geschlossen. Altlag hat so wiederum einen großen Schritt getan, indem es eine Jugendorganisation geschaffen hat, die von höchster Bedeutung sein wird. Glück und Heil dem neuen Vereine! — (Kaiserfest.) Der katholische Burschenverein beschloß in seiner zweiten Ausschußsitzung am 29. November, im Hause des Herrn Franz König, Gastwirt, ein Kaiserfest zu veranstalten, und zwar gemeinsam mit der freiwilligen Feuerwehr Altlag. Auch Altlag will an diesem Tage dem Jubel und der Freude Ausdruck geben, die alle Österreicher anläßlich des 60jährigen Jubiläums seiner Majestät des Kaisers erfüllt. Es wird eine patriotische Kaiserrede gehalten werden, auch findet zum Schluffe eine Volkstombola zugunsten des jungen Burschenvereins statt. Wir ersuchen alle, sich recht zahlreich an diesem Feste zu beteiligen und dadurch zu zeigen, daß auch wir Altlager unseren geliebten Jubelkaiser ehren und lieben. — (Vortrag.) Im katholischen Burschenvereine hielt am 8. November der Präses Franz Zajc einen Bortrag über den Bürgermeister Dr. Lueger in Wien. Er schilderte die Jugendzeit dieses außerordentlichen Mannes, seinen Kampf gegen die Korruption in Wien und seine großartigen kommunalen Leistungen in der Kaiserstadt. Von Bauern abstammend, gelang es ihm durch seine eiserne Willenskraft und durch seine energische Tätigkeit Wien zur schönsten Stadt Europas umzugestalten. Wien ist durch ihn zu einer Musterstadt Europas geworden. Selbst seine Parteigegner, wie ein Dr. Derschatta, der Eisenbahnminister, zollen seinen großartigen Leistungen Anerkennung. Durch ihn ist Wien wieder eine christliche Stadt geworden. Ihm gelang es, dem Judenliberalismus in der Zentrale des Reiches den Garaus zumachen. Wien marschiert in der christlichsozialen Bewegung an der Spitze. Freund und Feind müssen anerkennen, daß Lueger ein Mann der Vorsehung für Wien und auch für das ganze Vaterland Österreich ist. Mit einem Hoch auf »den verehrten Bürgermeister der Reichshauptstadt schloß Redner seinen Vortrag, der mit Beifall ausgenommen wurde. — — (Roheit.) Nach der Jagdverpachtung, bei der unser Gemeindevorsteher Alois Eisenzopf so schmählich die Interessen der Gemeinde um das Linsengericht von Fürstengunst verraten hat, äußerte sich Alois Eisenzopf, daß er im ganzen Reviere Steinwand jagen dürfe. Nun, darüber klärte ihn der Forsthüter von Zinken Stangl auf, daß dem nicht so sei. Dafür hat ihm unser freundlicher Gastwirt Eisenzopf mit einem Suppenteller den Kopf eingeschlagen, daß er blutüberronnen zur Erde fiel. Wachmeister Brinskelle war auch dabei. Wir sind neugierig, ob das sonst so gewissenhafte Gesetzesauge auch den Eisenzopf gesehen hat oder nicht. Nachrichten aus Amerika. Airooklyn. (Trauungen.) Jr. der Allerheiligen-Kirche in Brooklyn sind getraut worden: Am 17. Mai 1908 Josef Fritz von Hirisgruben, Pfarre Rieg, und Lena Schagar von Morobitz; am 13. September Ludwig Höferle aus Altlag und Agnes Schweiger aus Unterwetzenbach; am 1. November l. I. Franz Maisel aus Brunnsee, Pfarre Nesseltal, und Maria Weber aus Neuwinkel, Pfarre Suchen. Kkevetand. (Trauungen.) Am 14. Oktober sind in der St. Franziskuskirche in Cleveland Amalia Verderber aus Rain Nr. 1 und Edwin Peszynski aus Thorn; am 31. Oktober Franz Tschinkel aus Masern und Theresia Zupančič aus Windischdors Nr. 24 in der Allerheiligenkirche in Brooklyn getraut worden. Genossenschaftswesen. chottschee. (Spar- und Darlehenskasse.) Im Monate Oktober wurden K 2746‘73 eingelegt und K 6225-43 behoben. RückaeMhlte Darlehen: K2000; Geldumsatz ttn Oktober K 18.135 37. Gesamter bisheriger Geldumsatz K 235.460’69. f f «lessettak. (Futternot-Aktron.) Durch unsere Ralffelsenkasse wurden sür 51 Parteien ans der Psarrgemeinde Nesseltal vom Landwirtschastsverbande in Laibach 330 Meterzentner Heu und 8400 Kilo Kleie bestellt. Witterdorf. (Raisseisenkasse.) Oktober beliefen sich die Einnahmen unserer Kasse auf 12.839 K 4h, wovon I LM) K 90 h auf Spareinlagen entfallen; an Darlehen wurden 2680 •aeaebett, im ganzen bisher 13.430 K. Die bisherigen Gesamteinnahmen belansen sich auf 130.845 K 47 h. Briefkasten. Nach M. Sie haben sich mit Gewalt in den Vorstand der neuge-qrirnbeten Raiffeifenkasse hineindrängen wollen; als Sie aber merkten, daß rbr herrisches Begehren keine willigen Ohren fand haben Sie sich aufs Schimpfen und sogar aufs Drohen verlegt. Sie drohten nämlich, im ganzen Ländchen herumfahren zu wollen, um überall gegen die -liarffeyenkassen zu Heben. Das steht Ihnen vollkommen frei. Seien S,e dabei nur aus der Hut, mit dem Strafgesetze in Kollision zu kommen! Danut Sie aber recht gläubige Zuhörer finden, raten wir Ihnen, denselben etwa folgendes zu erzählen: Meine Herren! Ich bin zwar von dem Nutzen der Raiffeisenkassen für die bäuerliche Bevölkerung vollkommen überzeugt; darum wollteich selbst nut-aller Gewalt in den Vorstand einer solchen Kasse kommen. Weil man mich aber nicht hineingelassen hat, darum ist nicht nur die Ralffelsenkasse m M. nichts nutz, sondern sogar sämtliche Raiffeisenkassen des Ländchens. Denn alles, was ohne mich geschieht, ist in Grund und Boden schlecht, und muß ausaerottet werden! — Wenn Sie in so „sachlicher" Welse Ihre angekundlgten Brandreden halten werden, dann werden Sie die von ^hnen zu gleicher Zeit geliebten und gehaßten Kassen gewiß in den Grund bohren! Also nur frisch ans Werk! Holen Sie sich „Lorbeerreiser" als Ralffelferkaffen-Äturmer, aber schauen Sie, daß Sie dabei mit heiler Haut davonkommen! Bei einmaliger Linschaltung kostet die vierg-sx->ltene Rleindruckzeile oder deren Raum *0 Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes )ahr wird eine zehnprozentige, bei solchen durch das ganze jahr eine zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Uerein der Deutschen s. ßoitscbee — in Wien. — Sitz: I., Nauhensteingasse Nr. 5. wohin alle Zuschriften zu richten sind und Landsleute ihren Beitritt anmelden können. Zusammenkunft: Jeden Donnerstag im Wereinskokal'e „Zum roten Igel", L, Mörechtspiüh M. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Linschaltnng gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Lin, schaltung zu erlegen. — £s wird höflichst ersucht, bei 8estet, lungen von den in unseren, Blatte angezeigten Zirmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen, Mrkäuser sinden Muser! sowie Beteiligung sür Geschäfte oder Realitäten jeder Jlrt am Platze oder Provinz auf dem schnellsten und diskretesten Wege, Man wende sich vertrauensvoll und ausschließlich erst nur an die Administration der „Ersten Realitäten - Verwaltung" HAU 1 Stock hoch, solid gebaut, 15 Minuten von Gottschee, mit großem Garten; gutes Trinkwasser; gegenüber befindet sich ein zweiter Garten mit großer Scheuer. Der zum Hause gehörige Grund (46 Joch) besteht aus großen Fichten- und Buchen-Waldanteilen, 10 Äckern, Wiesen, Bauplätzen mit Nutzwasser (Zisternen). Alles wird sofort verkauft, Auskunft erteilen Springers ftßen in Grafenfeld bei Gottschee Nr. 40. Wien, VIII., Äwertgasse 30. 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Verantwortlicher Schriftleiter Josef Erker, — Herausgeber und Verleger Joses Eppich. — Buchdruckerer Joses Pavkcek in Gottschee.