präuumkralioii» - Prnlr: Für Laibach Saa„ahr,g . . . ü ft. — kr. Halbjährig . . . L „ — , Vierleljährig. . . r , so . Monalliib . . . — „ SV , Mit der Post: Sauzjährig . . . 8 fl. — kr. Halbjährig . . . 4 , so , Biert-ljährig. . . i » SS , Für Zustellung in« Hau« viertel- jährig rs kr., monatlich 9 kr. Laibacher Einzelne Nummern L kr. Tagblatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. »rdaktio»: vahnbojgafl? Nr. Sk»tditi°» und Zaleralrn Lureill: «-ugreßplay Nr 81 («ulbhandlu, g von I. v. Llemmavr L K.Bamberg) Zusrrüousiirttse: Für die einlxaltige Petitzeile » vei zweimaliger Einlcdallun^ dreimal L 7 kr. InIertionOftemkel jedc»m> Le! gröberen Inseraten nn Linlchaltung enlirrechenter Nr. 70. Dienstag, 29. März. — Morgen: Quirinus. 1870. Abonnements -Linladung. Mit 1. April 1870 beginnt ein neues Abonnement auf das „Laibcicher Tagblatt." Bis l. Mai 1870: Für Laibach ...........................50 kr. Mit der Post...........................75 kr. 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Auf die Frage des Ministers, welchen Mitteln dieser Beamte den angerühmten Eifolg zu verdanken habe, antworte dieser mit einem großen Selbstgefühle, daß er eben keine Steuerrückstände geduldet, sondern bei der Verfallszeit sogleich die Exekution eingcleitct, dieselbe rücksichtslos fortgesetzt, so viel hundert Pfändungen, Schätzungen und Feilbietungen habe vornehmen lassen, und so der Schrek-ken und die Geißel des SteuerbezirkcS geworden sei. Minister Bruck schien jedoch von dieser Auseinandersetzung nicht sehr erbaut zu sein, denn er verabschiedete sofort jenen Beamten mit dem Be- merken, daß er bei diesem Sachverhalte sich nicht in der Lage sehe, seine Wünsche zu befürworten, denn nach seiner, des Ministers, Anschauung sei es nur ein sehr zweifelhaftes Verdienst, wen» ein Steuerbeamie ohne Schonung der Steuerehre der Zahlungspflichtigen, immer sogleich mit der Keule der Exekution dreinschlage; wohl aber betrachte der Minister es als ein wesentliches Verdienst, wenn die Perzeptionöorgane durch taktvolles Eingehen in die Lebens- und VermögenSverhältnisse der Steuerträger in diesen das Gefühl der Steuerehre zu beleben und derart anzuregen wissen, daß das immer nur gehässige Mittel der Steuerexekulion, wenn nicht ganz entbehrlich, so doch nur in den seltensten und äußersten Fällen zur Anwendung gebracht werde. Es will uns scheinen, daß in dieser Aeußerung eines der begabtesten österreichischen Staatsmänner eine bedeutungsvolle Lehre liege, deren Beherzigung wir der Mehrzadl uuserer Steuerbehörden dringend anempsehlen möchten. Die Steuerpflicht ist unstreitig eine der ersten und wichtigsten staatsbürgerlichen Pflichten, deren Erfüllung für den Staat um so größern Werlh hat. je spontaner und opferwilliger dieselbe geleistet wird. Glücklich jeder Staat, dessen Bürger cs noch nicht verlernt haben einen Werlh darauf zu legen, dieser Verpflichtung genau nachzukommen, und ihre Steuer-ehre eben so rein und lebendig zu erhalten, wie die soziale Ehre überhaupt Dem entgegen wirkt das Mittel der zwangs weisen Stenereintrcibung, ohne vorsichtiger Wahl, oft ohne dringender Noth in Pausch und Bogen angewendet, wie ein narkotisches Gist vielleicht momentan mit Erfolg, jedoch sicherlich lähmend, selbst demoralisirend für das allgemeine Gefühl der Steuerehre. Wir gehören keineswegs zu jenen Idealisten, welche den Zwang und die Execution unter allen Umständen für entbehrlich halten, allein die Ueber» zeugung theilen wir mit dem Minister Bruck, daß die Art und Weise, wie hiebei von den Steuer-und Bezirksbehörden vorgegangen zu werden Pflegt, in vielen Fällen unnöthigerweise Verbitterung her-vorrust und zuletzt, zum Abbruche der guten Sache, die kräftigste Triebfeder — das Gefühl der Steuer-ehre — gänzlich abstumpft und lahm legt. Unsere Perzeptionsorgane und die untere politische Behörde vergessen es in der Regel, daß der Steuerträger nicht bloS Pflichten, sondern auch Rechte gegenüber der Steuerverwaltung besitze. Eines der wesentlichsten dieser Rechte ist unstreitig das Recht, zu verlangen, daß jedem Steuerträger rechtzeitig, ziss ermäßig bestimmt und klar seine Steuerschuldigkeit bekannt gegeben werde. Denn nur in diesem -Falle ist der Verpflichtete in der Lage, seine Vorkehrungen rechtzeitig zu treffen, um feiner Verpflichtung gehörig nachzukommen und — was von großer Wichtigkeit ist — dabei sich selbst und seine eigene Leistung zu kon-troliren. Wie kommt nun bei uns die Steuerverwal» tung diesem Rechte des Steuerpflichtigen entgegen? Wir alle wissen cs, daß seit einer Reihe von Jahren gewöhnlich zwei Quartale des SteuerjahreS vergehen, ehevor sich die Perzeptionsämter entschließen, in den Steuerbücheln die Steuerschuldigkeit jedes einzelnen ordnungsmäßig vorzuschreiben; der Stenerträger ist somit genöthigt, auf gut Glück dem Amte einen Betrag zu übergeben, ohne zu wissen, ob er damit seiner vollen Verbindlichkeit nachge-kommen sei, ob er zu wenig oder zu viel geleistet habe. Wir wollen es hier nicht erörtern, welchen Aniheil an dieser Unzukömmlichkcit der Umstand der Jeuilleton. Blaues Blut. Schauspiel in 4 Auszügen von Ainand v. Lerchenseld Am SamStag ging unter diesem Titel eine Erstlingsarbeit eines einheimischen Schriftstellers über unsere Bretter, und hat diese schon aus dem Grunde Anspruch auf unsere Aufmerksamkeit, weil wir grundsätzlich allen Erscheinungen der einheimischen Literatur unsere volle Beachtung schenken. Der Verfasser, dessen wahrer Name durch sein durchsichtiges Pfeudonim nur wenig maskirt ist, hat in unseren TageSblättern mehrere schöngeistige Sachen veröffentlicht, welche ein sehr beachtenswerthes Talent, eine reiche, obwohl oft ungezügelte Fantasie und eine blumen- und bilderreiche, wenngleich manchmal bis zur Verschnörkelung sich «ersteigende Sprache an den Tag legten. Wir waren daher begierig, dem fantastischen, durch alle Gebiete der Märchenwelt schwärmenden, seinen daherstürmendcn Launen unterworfenen Schöngeist aus dem nüchternen Boden des dramatischen, dem Alltage entnommenen Lebens zu begegnen, wo er in den engeren Rahmen der Wirklichkeit und Wahrscheinlichkeit eingezwängt sich bewegen muß und wo er nicht vom Eispol rasch abspringen darf zur Lotosblume an dem heiligen Gestade des Ganges. In wie weit er der schweren Ausgabe gerecht wurde, soll der Vorwurf unserer ehrlichen und wohlmeinenden Kritik sein. Dock ehe wir an diese selbst schreiten, wollen wir über den äußeren Erfolg berichten, welcher geradezu als ein ermuthigender bezeichnet werden muß. Der Beifall fing sich im zweiten Akte zu regen an und steigerte sich am Schlüsse des zweiten und dritten Aktes zu solcher Höhe, daß Schauspieler Müller sich veranlaßt sah, im Namen des abwesenden Dichters Worte des Dankes zu sprechen. Im vierten Akte nahm die BeisallSlust des Publikums wieder etwas ab. Das Sujet des Stückes führt uns einen Konsulatseleven bürgerlichen Standes vor, der von einem adeligen Hosrathe durch verschiedene Schurkenstreiche aus Amt und Würde gebracht wird, um dem Sohn des Hofraths Platz zu machen. Der Konfulatseleve liebt die Tochter des Ministers, und soll dieselbe nach dem Plane des Hofraths ebenfalls seinem Sohne zugesichert werden. Dieser Berechnung des Hosraths macht aber der Berichterstatter eines demokratischen Journals, Roderich Arnim, einen Strich durch die Rechnung, denn dieser ist der Freund des Konsu-latsbeamten und hat das eigenthümliche Talent, kompromittirende Briefe in den Kanzleien zu finden und noch kompromittirendrre Aktenstücke in der Privatkanzlei des Ministers selbst zu suchen und zu finden. Er hat außerdem eine, nie ganz durchsichtig werdende Liaison mit der Frau de« Ministers, und so gelingt es ihm, den schurkischen Hofrath zu entlarven, der hocharistokratische, polternde Minister wird von seinem aristokratischen Wahne geheilt, setzt den gestürzten Beamten in Amt und Würden ein, gibt ihm seine Tochter, die Frau des Ministers erhält von Roderich einige Lehren über die Gesahren des Kokettirens und so endet die Handlung mit der Hochzeitsreise »ach Smirna. Der Grundgedanke, welcher in diese Handlung eingeflochten ist, ist der Kampf des bürgerlichen Elements gegen das „blaue Blut." Die Vertreter des aristokratischen Elementes sind der Minister Graf Belmont. ein an den Vorurtheilen feines Standes hängender und aus Rücksicht für selbe vor offener Ungerechtigkeit nicht zurückschreckender Mann, fernere der Baron Savigny, ein alter Geck, dessen possenhastem Wesen man es nicht ansieht, daß er zum Schurken nicht zu einfältig ist, dann sein Sohn, ein dummer Junge verspäteten Vorlage des Budgets zur verfassungsmäßigen Genehmigung, oder die Bequemlichkeit einzelner Steuerämter haben möge. Das aber scheint uns außer allemZweisel zu liegen, daß es eine auflie-gende Härte und Ungerechtigkeit sei und jedem Gefühl für Steuerehre Hohn spreche, wenn die Steuerbehörde unter solchen Umständen mit der Steuerexekution vorgeht, ehe vor sie dem Verpflichteten den Betrag seiner Steuerschuld ordnungsmäßig bekannt gegeben hat. Es tritt aber hiebei noch ein anderer nicht minder bedeutender Uebelstand hervor, welcher den Steuerträger vollends dem mehr oder minder guten Willen des Steueramtes preisgibt. Bekanntlich enthält das Blatt der Steuervor-schreibung die drei Unterabtheilun^en für die Grundsteuer, für die Hausklassensteuer und die Landesumlagen , und manchesmal noch eine vierte Vorschreibung des Beitrages für die Schule, während das Blatt der Abstattung ncbst der Journalnummer und dem Datum nur eine Rubrik enthält, in welche die G e s a m in ts u m m e des abgestatte-ten Betrages eingestellt wird. Nun kommt cs, und zwar sehr hänfig, vor, daß der Perzeptionöbeamte, um sich die öftere Verbuchung in den Registern zu ersparen, einen ihm übergebenen Steuerbetrag, anstatt ihn für ein Quartal auf alle der gedachten Rubriken der Vorfchreibung zu vertheilen, denselben blos auf eine dieser Rubriken verrechnet, und so beispielö weise damit die ganze Jahresschuldigkeit in der Rubrik Hausklassensteuer saldirt, wo dann für die Steuerschuld des laufenden Quartals in der Rubrik Grundsteuer entweder gar nichts, oder ein ganz geringer Betrag erübriget. So geschieht es, daß der Steuerträger des guten Glaubens lebt, daß er seiner Verpflichtung für das laufende Quartal nachgekommen sei, bis er plötzlich durch die Steuerexekution überrascht wird, und nun erst erfährt, wie ungehörig der von ihm eingezahlte Betrag verrechnet worden sei. Wir haben, um hier nur einen aus den vielen Fällen zu erwähnen, ein Steuerbüchel gesehen, nach welchem der Verpflichtete im Monate Oktober einen die ganze Steuerschuld des Jahres übersteigenden Betrag dem Steueramte in der Hoffnung übergab, dasselbe werde den Ueberschuß auf die Vorschreibung des Schulbeitrages verrechnen. Statt dessen hat das Steueramt diesen Ueberschuß als „Ueber-zahlung" auf die Steuerschuld des nächsten Jahres, für welches die Steuer noch gar nicht bewilliget war, in Empfang genommen, für den Schul-beitrag aber die Exekution eingeleitet. Es ist uns ein anderer Fall bekannt geworden, in welchem man einem Steuerträger, der vurch 25 mit gewöhnlicher Salonbildung, die Frau des Ministers, eine kokette, nichtssagende Salondame; die Vertreter des bürgerlichen Elementes sind der verliebte Konsulatsbeamte und Roderich, der demokratische Schriftsteller, welchem die Aufgabe zufällt, dem Minister und Hofrath zu erklären, daß man Geist und Herz haben könne, auch wenn man nicht vom Adel ist. Das versöhnende Element ist Komtesse Julia, die Tochter des Ministers, welche den bürgerlichen Konsulalsbeamten liebt. Mit dieser Aufzählung sind wir bereits auf den Hauptfehler des Stückes gestoßen. Es sind die Elemente des Kampfes ungleich vertreten, die Personen sind zu schwach, uni den großen Kampf würdig zu kämpfen. Die „vom blauen Blut" haben keinen Vertreter, der würdig wäre, den Kampf auf-znnehmen, der Minister ist ein schwacher Mensch, ohne Geist, ohne Herz, nur Aristokrat, der Hofrath ist ein Geck; solchen Leuten vis-L-vis hat Roderich zu leichtes Spiel, man hätte ihm einen geistig ebenbürtigen Gegner gegenüber stellen sollen; so aber tritt der tragische Konflickt zwischen Roderich und Hosrath Savigny ein; wenn der bürgerlich-aristo-kratische Kampf dramatisch bedeutend werden soll, muß der Konflikt zwischen ebenbürtigen Gegnern sich aufbauen, es müssen Träger des Prinzips sich Jahre seine, mehrere hundert Gulden betragende Steuern ordnungsmäßig berichtiget hat, für einen Betrag von 3, sage drei Kreuzern, die Exekution einlegte, ein Betrag, der als Konknrrenzbeitrag auf irgend eine kleine Waldparzelle anrepartirt wurde, ohne daß man den Grundbesitzer früher irgendwie von dieser Repartition in Kenntniß gesetzt hätte, Bekanntlich ist nach dem Gesetze die Grundsteuer in 12 Monatsraten zu berichtigen; faktisch aber wird dieselbe quartaliter eingehoben und verbucht, so daß im Gegenhalte zu dem Buchstaben des Gesetzes nahezu jeder Steuerträger sich mehrmals im Jahre den Vorwurf zu macheu hat, daß er mit der Steuerzahlung im Rückstände sei und daß es eigentlich nur von dem guten Willen des Steueramtes abhängt, ob es nicht möglicherweise zu manchen Zeiten alle Grundbesitzer des Bezirkes zeitweise mit der Exekution an ihre Zahlungspflicht erinnern will. Daß derlei und ähnliche Unzukömmlichkeiten nicht dazu beitragen können, das Gefühl für die Steuerehre zu kräftige», daß dieselben im letzten Ende statt zur Erhaltung der Ordnung und des staatsbürgerlichen Pflichtbewußtseins zu führen, vielmehr der reinen Willkür, der Lässigkeit oder einem übel-angebrachten Uebereifer zur Entschuldigung dienen, liegt am Tage. Uin so mehr aber halten wir cs für die Pflicht der politischen Unterbehörden, die Erledigung der Exekutions-Anlangen der Stenerämter nicht blos als mechanische Schablonenarbeit zu betrachten, sondern dabei genau zu prüfen, ob das eintreibende Stcucr-amt wohl auch seinerseits seinen Verpflichtungen gegen die Steuerträger nachgekommen ist. Dies gilt vorzüglich auch bei der Bewilligung des zweiten und dritten Exekutiousgrades, denn in dieser Beziehung hört inan sehr häufig die begründete Klage, daß die Parteien von der Pfändnngsbewilliguug gar nicht verständiget, auch derlei Pfändungen bei ihnen oft gar nicht vorgenommen und die Pfändungsrcla-tionen von den abgeordneten Dienern nur fingirt werden, indem sie entweder aus vermeintlicher Lokal-kenntniß oder auf die Angabe dritter Personen mit der allgemeinen Bezeichnung „eine Kuh," „ein Pferd," „ein Leiterwagen," „ein Hänfen Holz," „Hansein-richtuug" u. s. w. Dinge als gepfändet anführen, deren Besitz von Seite des Exeknten sie vermutheu oder bei irgend einer ändern Gelegenheit ausgekuud-schaftet haben. Im allgemeinen setzt der krainische Grundbesitzer auch, abgesehen von allein Zwange, eine Ehre darein, seiner Steuerverpflichtung nachzukommcn und ist im Falle einer momentanen Störuug redlich bestrebt, das Versäumniß so schnell als möglich wieder gut entgcgentretcn; es mag unter der Aristokratie wohl Leute L Savigny geben, aber Träger des aristo-, kratischen Prinzips sind sie nicht, über solche Krea-! turen zuckt auch der geistreiche Aristokrat svöttisch ^ die Achseln. Der Autor hätte de» Konflikt zwischen Roderich und dem Minister herbeisührcn und gleichzeitig den Minister zu einem würdigen Träger seines Prinzips ausslasfiren sollen, ein geistig großer Staatsmann, der aus Ueberzeugung in dem Festhalten an dem aristokratischen Prinzips das Heil sucht für die Schäden der Gesellschaft und gegen die Gefahren, die derselben durch die Fortschritts-idee und ihre Konsequenzen nach seiner Ansicht erwachsen. So aber ist der Minister grau geworden in seiner langen arislokratlsch-bnreaukratischen Laufbahn und wird feinem Prinzipe sofort untren, weil er die Entdeckung macht, daß sein adeliger Hosrath ein Schurke ist. Sollte denn ein im Dienste grau gewordener Minister zu dieser Erfahrung wirklich erst mit Hilfe eines demokratischen Berichterstatters gelangt sein? Und weil ein adeliger Hofrath ein Schurke ist, soll damit der Beweis hergestellt sein, daß das Prinzip selbst ein falsches ist? Es gibt auch im Bürgerstande Schurken, das Prinzip mußte fallen und entlarvt werden, an dem Hofrath ist zu machen. Man schone daher das Gefühl seiner Steuerehre dadurch, daß man nur im äußersten Falle und erst wenn gelindere Mittel unwirksam wären, zu dem greife, was Minister Bruck die „Keule der Exekution" nannte und als Verdienst der Steuereinhebungsorgane mit gutem Recht nicht gelten lassen wollte. Politische Rundschau. Laibach, 29. März. Die „MontaqSrevue" hört, daß das österreichische Ministerium mit der ungarischen Regierung einen Vertrag bezüglich der Militärgrenze vereinbart habe. Die prinzipielle Anerkennung der Beitragspflicht für die Staatsschuld entfiel darin, dagegen wurde eine Quote für die gemeinsamen Angelegenheiten um so viel höher angenommen, als der Beitrag der Staatsschuld ausmachen würde. Die ungarische Regierung übernahm die Verpflichtung, daß der Beitrag im Verhältnisse zu der fortschreitenden Provinzialisirnng der Militärgrenze dauernd gezahlt werde. Demnächst erfolgt im Abgeordnetenhause die Vorlage des Vertrages. Die „Augsburger Allgemeine Zeitung" veröffentlicht einen ihr von „hervorragenden Seite" zugegangenen Entwurf einer Südbundverfassung unter dem Titel: „Die vereinigten süddeutschen Staaten." Dieser Bewegung gegenüber ist sehr zu beachten, daß die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung," das Organ des Grafen Bismarck, einer auf Aufhebung des preußischen Abgeordnetenhauses und Ans-gehen Preußens in den Norden abzielenden Aeuße-rung gegenüber sich in der entschiedensten Weise gegen diese „Mediatisiruug Preußens" verwahrt. Also Preußen soll Preußen bleiben und nimmer deutsch werden. Die „Norddeutsche Allgemeine" nennt solche Ansichten „süddeutsch demagogisch." Die vereinigten süddeutschen Staaten (Baiern und Württemberg, Großherzogthum Baden und der südlich belegene Thnl von Hessen) garantiren sich wechselseitig die Integrität ihres Gebiets; sic verpflichten sich im Fall eines Angriffs auf einen der Staaten demselben mit ihrer gesammten Heeresmacht bcizustehen. Die gemeinsamen Angelegenheiten des süddeutschen Staatenvereins werden von einer Vereinsbehörde geregelt, welche durch die Minister der auswärtigen Angelegenheiten der vereinigten süddeutschen Staaten gebildet wird. Es steht jeder Regierung frei, in die Sitzungen der Vereinsbehörde auch einen ändern Minister, einen Gesandten oder höhern Militär abzuordnen, und zwar auch mehrere Vertreter, sofern deren Anzahl die in Art. 4 bezeichnete Stimmenzahl nicht überschreitet. Das erforderliche Kanzlei-und Unterpersonal stellen die vier Regierungen gemein- ' uns nichts gelegen. Der Minister mußte der Trä-l ger des Prinzips sein, und seine Rcgiernngsmaxime, ! er selbst mußte fallen, die Konsequenzen seines Jrr-thums, seines falschen Prinzips mußten ihn stürzen, nicht kompromittirende und zufällig aufgefun-dene Briefe, die in unserem Falle den Hosrath stürzen. Außerdem hat das Stück noch einige Fehler, welche wohl nur der mangelnden Bühnenroutine zngcschrieben werden müssen und welche bei der Umarbeitung des Stückes sich leicht verbessern lassen. Z. B. ist die Liebe Juliens, der gräflichen Ministerstochter, zu dem Demokraten an und für sich schon ein Sujet, welches zum Konflikte des sozialen Kampfes führen kann und bei so starren Anschauungen, wie sic im Hause des Graseu Bel-mont gang und gäbe sind, führen mußte. Der Graf weiß aber gar nichts von der Liebe seiner Tochter, die Mutter weiß auch nichts, und so überrascht uns der Scharfblick des Vaters, welcher am Schluffe des Stückes „in den Augen" seiner Tochter „den Wunsch liest" den Konsulalsbeamten zu heiraten. Die Liebe Juliens zu Roderich muß dem Vater bekannt sein, sie muß ebenfalls zum Konflikte führen, nebenbei gesagt eine dankbare Episode für die Rolle des Konsulatsbeamten, der im ganzen Stücke über sam. In der Vereinsbehörde führt Baiern 6, Württemberg 4, Baden 3, Hessen 2 Stimmen. Der Borört wechselt jährlich nnter den Bereinsstaaten nach obiger Reihenfolge. Der Sitz der Vereinsbe-hörde befindet sich an dem jeweiligen Borort. Die Vereinsbehörde versammelt sich so oft es Nöthig ist und mindestens alle Monate einmal. Die württemberg'sche Ministerkrisis deutet eine Wendung im preußischen Sinne an; der neue Kriegsminister ist ein Heißsporn der preußischen Militärpartei. Die Ermäßigung des Mili-täretatö um eine halbe Million soll die Preußenfeinde zum Schweigen bringen. In Italien haben republikanische Uebersällc von Kasernen in Pavia und Piacenza stattgefunden, auch eine Art Ankampf gegen den Militarismus. Auch in Florenz scheint man solche Uebersälle zu befürchten, denn Mittwoch waren alle Truppen die Nacht über konsignirt, da die Quästur benachrichtigt worden war, es sollten alle Offiziere ermordet werden. Bon einem zweiten römischen Korrespondenten wird dem „Wr. Tagbl " geschrieben, es sei dem Grafen Dar» mit seinem Begehren, einen Gesandten zum Konzil zu entsenden, gar nicht ernst gewesen, er wollte nur Zeit gewinnen, befangen in der argen Täuschung, Rom werde, angesichts der immer stärker anwachsenden Opposition in der ganzen katholischen Welt, daö Dogma von der Unfehlbarkeit und die KanoneS über die Kirche zurück-ziehen. In seiner Note, die er nach Rom absandte, drohte er keineswegs und ließ auch die Drohung nicht durch den Gesandten auSdrücken, baß Frankreich eventuell die Truppen werde zurückziehen müssen. Er ak;enluirte blos wiederholt, daß gerade Frankreich als diejenige Macht, welche Rom schützt, der Rom so viel zu verdanken hat, die größte Verantwortlichkeit in den Augen der anderen Regierungen auf sich nehme, wenn in Rom Beschlüsse gefaßt werden, die die Interessen der Regierungen schädigen könnten. Zum Schluß meldet der Berichterstatter, daß Graf Beust erklärt habe, cs sei der österreichischen Regierung nicht so sehr um das Dogma von der Unfehlbarkeit, welche Angelenhcit als interne römische zu betrachten wäre, als vielmehr um die bekannten 21 Kanones äs öeelssia, welche gegen die Staatsgrundgesetze einen offenen Kampf in Szene fetzen, zu thun. Die amtliche Zeitung von Madrid veröffentlicht soeben den Erlaß, welcher der gesammtcn Geistlichkeit den Eid auf die Verfassung auferlegt. Die in Spanien anwesenden Bischöfe und Erzbischöfe sollen dieser Vorschrift binnen 30 Tagen, vom 17. März gerechnet, Nachkommen, die außerhalb nichts zu sprechen kommt, als über sein Herz und sein Dekret. In einem solchen Konflikte zwischen Vater und Tochter wäre die Tirade Juliens über den Sieg des Herzens, über das Borurtheil viel wirsamer gewesen, als sie es ist am Schlüsse des 3. Aktes, wo sic dieselbe ganz nnmotivirt ihrem Geliebten vordcklamirt. Dic Gestalt Roderichs ist die bestgezeichnete des Stückes, doch kann man ihn von dem Vorwurfe zu großer Redseligkeit nicht sreisprechen, denn er sagt z. B. im 2. Akte, daß er Eile habe und zu dem Minister müsse, und trotzdem führt er noch ein langes Zwiegespräch mit seinem Freunde. Er hat schon im 2. Akte Eile zum Minister, und geht erst im 4. Akte hin; er hat im 2. Akte Eile, und doch öeht er im 4. Akte blos deshalb zum Minister, weil kr zwischen dem 2. und 4. Akte Entdeckungen gemacht hat in der Kanzlei des Sekretärs Bernardin, Kelche er dem Minister gegenüber gebrauchen will. Das sind Routinefehler, die im Erstlingswerke natürlich sind und leicht verbessert werden können. Der Sekretär darf ebenfalls nicht zum Schlüsse erscheinen, es genügt, ihn zu erwähnen, es ist peinlich, °en armen Teufel im Hintergründe das Bad aus-trinken zu sehen, das ihm der Hofrath eingegossen. " ist uns durchs ganze Stück zu fremd geblieben, um uns am Schluffe weiter noch zu interessiren, deö Landes befindlichen Geistlichen müssen binnen zwei Monaten vor den spanischen Gesandten oder Konsuln den Eid ablegen. Es werden also auch die in Rom versammelten 41 spanischen Prälaten bald zwischen den Kanones und ihrem Vaterlande, rücksichtlich ihren Pfründe», zu wählen haben. Eine neue Zerstückelung des Königreiches Polen ist in Aussicht genommen. Der nördliche Theil Kongreßpolens soll an Litt hauen einver-leibt werden, behufs Arrondiruug der letzteren Provinz. Zur Tagesgeschichte. — Mit einem am 26. d. M. in Wien erslosse-nen Generalsbefehl wurde sämmtlichen Truppenkörpern bekannt gemacht, daß der Gottesdienst an den sür den christlichen Ritus bestimmten Feiertagen fortzudauern hat, daß es aber der Mannschaft vom Feldwebel abwärts von nun an freisteht, nach eigener Ueberzeugung dem Gottesdienste beizuwohnen und die für den christlichen Glauben vorgeschriebenen kirchlichen Handlungen zu verrichten. — Man theilt der „N. Fr. Presse" über das Votum in der Affaire Unger, das von der Wiener medizinischen Fakultät bevorsteht, folgendes mit: Das zur Vorberathung des abzugebenden Gutachtens eingesetzte Komitee hat sich dahin ausgesprochen, daß sich bei sorgfältiger Erwägung aller Umstände eine fremde Gewaltthat an dem Leben unseres großen Naturforschers nicht annehmen lasse. Wahrscheinlich wird auch das Prosessorenkollegium sich in diesem Sinne entscheiden. — König Georg von Hannover wird sich mit seinen Getreuen nach München begeben und in dieser Stadt selbst oder in deren Umgebung seinen Aufenthalt nehmen. — Die Gemeinden Gurahumora und Solka in der Bukowina richteten eine Petition an den Kaiser um Auflösung des feudalgesinnten Landtages und Einführung direkter Reichsrathswahlen. Die genannten Gemeinden aber haben auch zugleich beim Reichsgerichte in Wien Klage geführt gegen die öfteren Vergewaltigungen von Seite des Landtages und gegen die Verkürzung der politischen Rechte der Wahlgemeinden. — Im Zivilrechtswege wurde im Prozeß des Prinzen Peter Bonaparte der Prinz in die Gerichtskosten der Familie Noir und zum Schadenersätze an dieselbe per 25.000 Fr. verurtheilt. — Der Arbeiter st rike in Creuzot ist beendet. Creuzot ist eine Fabriksstadt von 30.000 Einwohnern, Hauptstadt des Departements, aber tatsächlich das Eigenthum der Maschinenfabrik der Herren Schneider (Präsident des gesetzgebenden Körpers) und Komp., welche sie in 30 Jahren aus einem Dorfe mit 2700 Einwohnern zu ihrer jetzigen Lage empor- Die Diktion ist manchmal zu wenig natürlich fließend, stellenweise geschraubt, wiederholt aber auch ;u wirksamer dramatischer Kraft sich erhöhend, z. B. im Dialoge Roderichs mit dem Hofrathe. Kleine Fei ler sind wohl nur übersehen worden, z. B. das zweifelhafte Kompliment, wenn Julia ihrem Ge-licbtcu sagt, sie habe auf der Promenade unter tausend nichtssagenden Augen die seinen gesucht. Der Schluß des Stückes ist überstürzt, daher auch der Beifall des Publikums gegen das Ende des Stückes erlahmte; die Anlage des ersten Aktes ist zu gedehnt, alle Dialoge müssen gekürzt werden, dann wird die Wirksamkeit des Stückes eine viel bedeutendere sein. Abgesehen von diesen kritischen Worten aber gestehen wir mit Vergnügen, daß der Verfasser entschiedenes Talent besitzt. Wenn er im Sinne unserer Kritik noch einmal Hand anlegt an sein Werk, wenn er auf größere Abrundung des Ganzen bedacht ist, so werden wir sein Werk (und wir hoffen ihm auf unseren Brettern wieder zu begegnen) nicht mehr ein Erstlingswerk nennen, sondern eine Arbeit eines schöpferischen Talentes, eines denkenden Geistes. Die Ausführung war, abgesehen von verschiedenen Gedächtnißschwächen der Darsteller, eine gerundete, die Krone des Abends gehörte den Herren Müller und Pauser. gehoben haben. Die Arbeiterlöhne sind in den letzten 16 Jahren bis 30 Perzent höher geworden. Die Einrichtungen zum besten der Arbeiter, insbesondere für Wohnung und Schulen, sind vortrefflich und cs kann daher der Grund zu der bereits zum zweitenmale fehl-geschlagenen Aufhetzung nur in republikanischen Wühlereien gesucht werden. Diesmal hat man den Leuten eingeredet, in Paris sei die Republik proklamirt worden. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Für die Silb ersechser) mit den Jahreszahlen 1848 und 1849 wurde der Einwechslungs-termin bei den k. k. Landeshanptkafsen bis 30. April 1870 verlängert. — (Zur heutigen Ersatzwahl des zweiten Wahlköpers für den Gemeinderath) sind 271 Wähler erschienen und cs erhielten Dr. Anton Schöppl 266, Dr. Robert Schrey 254 und Dr. Friedrich Keesbacher 251 Stimmen. — (Die G e sch wo rn en li ste) der sür die nächste Session berufenen Gemeindemitglieder liegt im Amtslokale des Magistrates auf und können bis zum 8. April l. I. dagegen die Reklamationen erhoben werden. — (Die Feuerwehrprobe) gestern Nachmittags 4 Uhr am St. Jakobsplatze hatte trotz der großen Kälte und des heftigen, schneidenden Windes eine zahllose Menschenmenge angelockt, welche diesem für Laibach neuen Schauspiele zusehen wollte. Die Spritzen und anderen Gcräthe wurden vom Hauptmann Jergitsch dem Herrn Bürgermeister und den Ge-meinderäthcn vorgeführt. Die Spritzen tragen auf der Vorderseite das Stadtwappen von Laibach; der Rettungskasten trägt den Namen der Stadt. Die Kufe ist braun, das Rädergestell roth mit Gold. Alles ist so kompendiös, daß man, gewöhnt an den Anblick unserer bisherigen Stadtspritzenkolofse, sast versucht ist, zu fragen, wo sich die Spritze eigentlich befindet, denn das ganze ist nicht viel größer, als ein zweirä-deriger Karren. Tas Schlauchwerk ist aus elsässischem Hans, solid und schön, das Leiterwerk ist aus Klagen-surt. Außerdem sind Musterhelme angekommen, nach denen durch hiesige Gewerbsleute der Bedarf angeser-tigt wird. Bei der Probe erwiesen sich die beiden Metz'schcn Spritzen als vollendet und dem Rufe ihres Meisters entsprechend, der dicke, mit heftiger Gewalt hervorstürzende Strahl stieg trotz des hinderlichen heftigen Windes bis zum Glockenhaufe des St. Jakobs-thurmes, und als der Schlauch bis zum Glockenhause aufgezogen war, über die Thurmspitze hinaus, trotz des Windes, und trotz der Schlauchbiegung, die er machen mußte, da der Thurm ohne Galerie ist. — ES wurde der Strahl das einemal von der Spritze am Jakobsplatze Hinaufgetrieben, das anderemal von der Spritze, die am Laibachufer stand und das Wasser nach dem St. Jakobsplatze geleitet hatte. Auch der zweiarmige Schlauch wurde probirt. Nach der Spriz-zeuprobe begannen die Steigerübnngen am Dache des Redoutengebäudes mit der großen Leiter, den Steckleitern, dann die Rettungsübungen mit den Hakenleitern, dem Rettuugsschlauch, durch welchen mehrere von 2. Stocke auf die Straße sich hinunterließen. Zum Schluffe wurde im Magistratsgebäude noch eine Rettungsprobe in qualmerfülltem Kellerraume gemacht, wohin sich ein Steiger mit der Maske über dem Kopfe begab, während ihm von der Spritze mittelst des Luflapparates frische Luft zugesührt wurde. Alle Gerätschaften bewährten sich, die Steiger, welche nur erst wenige Tage sich übten, überraschten durch die Kühnheit und Sicherheit ihres Auftretens, durch die Gewandtheit und Waghalsigkeit, mit der sie ans dem Dache sich bewegten und zu den Fenstern emporstiegen. Nur eines bedauerten wir, und das ist der Umstand, daß ein Theil der Bürger diesem edlen, vom Bürgersinn getragenen, von Menschenliebe erfundenen, von Menschenliebe gepflogenen Institute sich fern hält und selbst dort Parteirücksichten sieht, wo eS keine gibt. Doch hoffen wir, daß das zur That gewordene Institut alle Vorurtheile besiegen wird und daß jene, die heute ferne stehen, obwohl ihr besseres Gefühl sich dagegen sträubt, bald ebenfalls das edle Unternehmen mit ihren Kräften unterstützen werden. — Abends fand eine Generalversammlung der Feuerwehrmänner statt. Herr Ehrfeld erklärte mit dem heutigen Tage die Aufgabe des bisher bestandenen Komitee flir erfüllt uud forderte zur Wahl des definitiven Ausschusses unter Anwendung der Statuten auf. — H. Jergitfch sprach für den bewiesenen Eifer seinen persönlichen Dank aus, begrüßte den Verein im Namen aller Brudervereine und erinnerte schließlich unter Hinweis auf die hohe, ernste Aufgabe des Vereines zu unermüdeter Thätigkeit. Ein vom GR. Herrn Fink ausgebrachtes „Hoch Hauptmann Jergitfch!" das donnernden Wiederhall bei den Anwesenden fand, bewies diesem, wie schnell er sich die warmen Simpathien seiner Schüler zu erwerben gewußt. Nicht minder stürmische Zustimmung fand der von Herrn Janefch Mi. ausgesprochene Wunsch nach steteni brüderlichen Zusammenhalte der Feuerwehr. Bei der nun mittelst Stimmzetteln vorgenommenen Wahl der beiden Hauptleute wurde Herr Doberlet mit 38 von 39 Stimmen zum Feuerwehrhauptmann nnd Herr Jane sch .jiw. mit 28 Stimmen von 42 zu dessen Stellvertreter gewählt; die anderen Stimmen zersplitterten sich gänzlich. Zu weiteren Vertrauensmännern erwählte man per Akklamation die Herren Samassa zuu., Witt und Lülsdorf und zum Schriftführer Herrn Urb as. Die sodann abtheilungsweise vorgenommene Wahl der Leitmänner ergab folgendes Resultat: Steiger-Obmann Herr Schäfer, Stellvertreter Herr Bamberg; Spritzeuleitmann Herr Jakfch e, Stellvertreter Herr RndHolzer; Spritzenmeister Herr Koß und Herr Albiu Achtschin; Oberschutzleute Herr Ehrfeld uud Herr Krieger, womit das gefammte Kommando gewühlt erscheint. — Nach vollzogener Wahl verlas Herr Fink die Dienstordnung der Klagenfurter Feuerwehr, selbe, die sich bereits bewährt habe, ebenfalls zur Annahme empfehlend. Es entspann sich hierüber eine ziemlich lauge und eingehende Debatte, bis man endlich sich für ihre Annahme im Prinzip entschied und nur den Ausschuß beauftragte, die durch lokale Verhältnisse bedingten Abänderungen vorzunehmen und sodann in Kürze die Dienstordnung zur endgilti-gen Annahme vorzulegen. — (DasGa st spiel der Akrobaten-Gesellschaft Merkel) beginnt schon diese Woche. Da sich diese Gesellschaft überall (in letzterer Zeit in Wien und Graz) durch ihre staunenswerthen Produktionen deS größten Beifalls zu erfreuen hatte, so sind einige genußreiche Abende zu erwarten. — (Benefiz-Anzeige.) Morgen Mittwoch gelangt zum Vortheile des lirifchen Tenors Hrn. G e -rold Flotows reizende Oper „Aleffandro Stradella" zur Aufführung. Die Beliebtheit, die sich dieser fleißige und strebsame Sänger namentlich in letzterer Zeit errungen, sowie der Umstand, daß obgenannte Oper, welche von unserem Publikum immer sehr gerne gehört wurde, nur dies eine mal aufgeführt wird, versprechen dem Benefizianten einen glücklichen Abend. — (Zuchtversuche mit dem japanesi-schen Seidenspinner ^ u, m -l - mui.) Der Gutsbesitzer Joh. Mach in Slatenegg nächst Rndolss-werth, dessen erfolgreiche Versuche mit der Aufzucht des japanesifchen Eichenspinners den Beweis geliefert haben, daß die klimatischen Verhältnisse des Landes kein Hinderniß für seine Verbreitung darbieten, wünschet an Liebhaber der Seidenzucht in den verschiedenen Landes-theilen Krains Grains nebst Anweisung zur Aufzucht zu vertheilen, unter der Bedingung, daß über die gemachten Proben an ihn Berichte einzusenden wären. Die Raupe lebt bekanntlich ausschließlich von den Blät-! lern der Eiche und kann im Freien gezogen werden. Die Anmeldungen nm Grains können entweder direkte bei Herrn Mach oder im Wege der Kleiumayr'fchen! Buchhandlung, welche deren Weiterbeförderung übernimmt, geschehen. — (Der Wetterprofet Sajcek) sendet der „Boh." folgende Wetterprofezeinng zu: Der heurige Frühling wird an frostigen Nächten und Echnee-gestöber reich sein. Am 2. April erscheint ein dichter Regen. Am 11. uud 15. April erscheinen dichte nnd wässerige Schneegestöber. Die letzten fünf Aprillage werden heiteres Sonnenwetter, aber eine frostige Luftströmung bringen. Die Nächte des letzten Mondviertels im April werden sternhell und frostig sein. Der heurige Mai bringt anhaltende kalte Regenwitterung und wenig Sonnenschein, der Jnni starke Regengüsse, begleitet von Donnerwetter und Sonnenwärme. Die heurige Frühlingswitterung deutet auf eine reiche Ernte der Feld- und Baumfrüchte; besonders befördert sie üppigen Wuchs des Wiesengrases. Kleinkörniger Hagel mit Wassertropfen ist im heurigen Juni zu gewärtigen, wird aber dem Getreide keinen bedeutenden Schaden zufügen. empfindlich dar'sche Real., Verh, 202 fl., BG. Landstraß. — Relizit. der deni Joh. Grasic gehörig gewesenen, von Andreas Kalan nm 342 fl. erstandenen Real. R.-Nr. 237 »ä Herrschaft Radmannsdorf, BG. Neumarktl. — 1. Feitb., Berscaj'sche Real., Zlogajne, 330 fl. und 463 fl., BG. Naffenfnß. -I. Feilb., Feichtiuger'fche Real., Rodne, 1300 fl. und 400 fl., BG. Treffen. — 1. Feilb. der der Gemeinde Kropp gehörigen Real., Post Nr, 18, 105,» und 480 Lil Herrschaft Radmannsdorf, 200 fl., 300 fl., 600 fl., BG. Radmannsdorf. Theater. Heute: Ein Försterfainilie, Schauspiel in 5 Acten. Morgen: Stravella, Oper in 3 Acten. Eingesendet. Keine Krankheit vermag der delikaten likvg-Iss-oiörs äu i^rrv zu widerstehen und heilt dieselbe ohne Medizin und Kosten alle Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut, Athem-, Bla-sen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Uuverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blutaufsteigen, Ohrenbrausen Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmageruug, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72,000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zeugniß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hofmarschalls Grafen Pluskow, der Marquise de Brühau. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die Revalesciöre bei Erwachsenen und Kindern 50mal ihren Preis in Mediziniren. Zertifikat vom Herrn Dr. Medizine Joses Biszlay. Szeleveny, Ungarn, 27. Mai 1867. Meine Frau, die mehrere Jahre an Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, allgemeiner Schwäche und Schmerzen gelitten und alle Medikamente uud Bäder vergebens versucht hatte, ist durch Du Barrvs llsvLle8eiere gänzlich hergestellt worden uud kann ick dieses exzellente Nahrnngsmittcl jedem Leidenden bestens empfehlen. Im tiefstem Lantgefübl verbleibe ich mit Achtung ergebenster Dieuer Josef Liszlay, Ärzt. In Blechbüchsen von '/z Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — 1i6val63e1si6 Olioeolutve in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Tassen fl. 2.50, für 48 Tassen fl. 4.50, in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Tassen 4.50, für 120 Tassen fl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Tassen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmidgasse 8; in Pest Török; in P r a g I. Fü rst; inPreßburg Pisztory; in Klagenfurt P. Birnbach er; in Linz Haselmayer; in Äozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranz- meyer; Grablowitz; in Lemberg Rottender; in Klause n bürg Krön st ädter, und gegen Postnachnahme. Witterung. Laibach, 29. März. Bewölkt, kalter Ostwind ziemlich stark. Wärme Morgens 6 Uhr -s- 1.2", Nachmittags 2 Ubr -s- 3.9° (l869 -f- 7.8», 1868 6.2"). Barometer 324.84"'. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 2.7", nm 2.2" unter dem Normale. krthkinl'schk Kasse, gut erhalten, ist billig zu verkaufen. Reflektanten belieben ihre Adresse der löbl. Expedition dieses Blattes zn übergeben. sizi__i) Taubheit ist heilbar. Beim Vorbandenscin der geringsten Spur des Gehörs findet sichere Heilung statt. Preis des Mittels 3 Thlr. Zu beziehen gegen Einsendung des Betrages von vr. Ss^iUer, Berlin, Koppenstr. 66, 1 Tr. (118—1) Wlr suchen für unsere vuchdruckerei einen mit den unbedingt erforderlichen Real- oder Gininasialkeuntnissen ausgerüsteten Knaben als Lehrling »der Praktikanten. Näheres in der Druckerei. I. v. Llkiiiiui^r L vruukeix. ZÄlinaiÄ Dr. Isnrkk', Dozent der Zahnheilkunde an der Universität in Graz, wird vom 26. März d. I. an durch präzise 14 Tnge in Laibacb i,n Hotel Elefant Z.-Nr. 20 und SL verweilen nnd in der gesummten Zahnheilkunde nnd Zahntechnik täglich von 8 bis LI und von S bis Z Uhr or-dinircn. M. Patienten, bei welchen eine mehrtägige Vorbehandlung zu künstlichen Zahnstücken oder Plomben nöthig ist, wollen sich frühzeitig melden, als sie sonst in den letzten Tagen nicht mehr in Behandlung genommen werden könnten. Gra;, 23. März 1870. (116—2) Wiener Börse vom 28. März. StLa-tskorräs. Geld Ware 5perc. österr. Wälir. .! — dto. Rente, öst.Pap. 61.45 61.55 dto. dto. öft.in Silb. ^ 71.45 7i.5l) Lose von 1.854 . . . 91.25 91.75 Lose von 1860, ganze 97.80 98.— Lose von 1860, Fünft. 105.50 106.— Prämiensch. v. 1864 . 120.25 120.75 vrunäsQtl.-vdl. Steiermark zu5pCt 92.50 93.50 Angekommene Fremde. ÄIN 28. März. 8t«,It l« Klancnig, k. k. Bez.-Hauptmann, Stein. — Fricdcrich, Schauspieler, Graz. — Hutter, Handelsm., Gottschee. — Wietreich, Handelsm., Göttenitz. — Dr. Malh, Krainbnrg. — GloboLnig, Besitzer, Eisnern. — Müller, Kanfm., Pest. Branchetta, Lesece. — Wentz, Kaufm., Hambnrg. — Pick, Beamte, Pest. — Smetana, Wirthschaftsrath, Wien. — Brenier, Kaufm, Kärnten. Wurm, Kaufmann, Pest. — Stritar, Kumt, Unterkrain. — Pinter, Pola. — Ogriuz, Landwehr Feldwebel. — Samusii, Sissek. — Vogel, Böhmen. — Pos-uik, Besitzer, Kropp. >___________________ Gedenktafel über die am 30. Aiärz 1 870 stattfindenden Lizitationen. 3. Feilb., Fiuz'sche Real., Urb.-Nr. 93 nnd 94 aä Grundbuch Bischoflack, BG. Egg. — 1. Feilb., Germ'sche Real., Kompale, 748 fl., BG. Großlaschitz. — 1. Feilb., Germ'sche Real, Zagorica, 240 fl, BG. Großlaschitz. — l. Feilb., Perko'sche Real., Brnhanavas, 1428 fl. 60 kr. BG. Großlaschitz. - l. Feilb., Nooak'scke Real, Brnbana-oas, 86H fl. 80 kr., BG. Großlaschitz. — l. Feilb., Bro- kärnten, Kram il. Küstenland 5 » Ungarn . . ,„5 „ Kroal. u. Stau. 5 „ Eiebenbür!,. , S » Lotton, -lationalbank . . Kreditanstalt . . N. ö. ESeonipte-Ges. Analo-österr. Bank Oest. Bodenered.-A. Oest, Hypoth.-Bank Steier. EScompt.-Bk Kais. Ferd.-Siordb. Stidbahn-Gesellsch. kais.Elisabetb-Bahn Carl-Ludwig-Bahn Siebend. Eisenbahn Kais. Kranz-Josessb------- ffünfk.-Barcser E.-B. I«».5k> 181.— «lsöld-Fiuin. Bahn . HS.—N8.50 r>kn>oLbr1sks. i/lation. ö.W. verlosb. llna. Bod.-Creditanst. 8«.— 84. 78.25 78,50 8S.50 84.— 75.25 75.75 724.50 725.60 'E.- 789.20 873.— 880.— 350.50 350.50 398 — 402.— 98.— 99.— 245.- 250.— 2258 2260 242.90 243.10 198.— 192.50 243.60 244.— 170.50 171.-188.75 189.25 93.10 90.50 93.40 91.- z.öst.Bod.-Credit. »07.25 107^50 dto. inSSI.rü-kz. . 89.8»! 90.20 Geld Waie Oest. Hvporh.-Bank . 88.— 88.— k'rlorltLts-obUx. Südb.-Ges. zu500 Fr. 122.40 1LL.75 dto. Bong 6 PLt. 248.50 248.— Nordb. (100 fl. CM.) Sieb.-B.(2oost.ö.W.) RudoIssb.(so„fl.ö.W.) Franz-Jos. <200 fl.S.) r,o»s. Eredit 100 fl. ö. W. . Don.^Dampfsch.-Ges ,u 100 st. CM. . . Triester 100 st. CM. . dto. S0 fl. ö.W. . Osener . 40 fl. ö.W. Salm . „ 40 „ Palffy . „ 40 „ dar» . » 40 „ St. GenoiS,, 40 „ Windischgrätz 20 . Waldflein . zo Keglevich . i« RudolfSflift. ivö.W. l3M°n.) Aug«b. lOOfl.südd.W. Franks. 100 fl. , „ London 10 Pf. Sterl. Paris 100 Franc» . AKinron. Kais. Münz-Dueateu. SV-FrancSstück. . . BereinStbaler . . . Silber . . 94.75 95.— 92.75 93.- 94.— 94.25 96.— 96.20 162.50 163.— 99.50 100.— 126.— 128.— 61.— 63.— 33.50 34.50 40.— 41.— 3«>.50 31.- 36.— 37.— 29.50 30.50 20.50 21.— 22.— 22.50 17.50 18.50 15.75 16.50 102.80 103.-- 103.20 103.40 124.10 124.25 49.25 49.30 5.86 6.86» 9.89 9.89» 1.81 1.82 121.25 121.50 Telegrafischer Wechselkurs vom 29. März. 5perz. Rente österr. Papier 61.35. — Sperz. Rente österr. Silber 71.20. — 1860er Staarsanlehen 98.10. — Bankaktien 725. — Kreditaktien 288.70. London 124.15. — Silber 121,25. — K. k. Dukaten 5.85'/, Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg. Druck von Zgn. v. Kleinmayr L Fed. Baw berg in Laibach.