Vriknumerattons-Pretse: F jt r L e i b ach: HanzjLhrig ... 8 fl. 40 kr. HvSMrig ... 4 „ 20 „ Wrtteljiihrig . . 2 „ 10 „ NAvsilich . . — „ 70 „ flirbocttoni: Bahnbojgaffe ifir. 132. M i t d e r Post: OuuzjLhriq . . . 11 fl. — ft. yL'.bjiihrig ... 5 „ 50 „ »iertrtlSbrig 2 „ 75 „ Kiir Zirstellung in« HauS vier-ItMbrig 25 kr., mouatl. 9 kr. Nummern ti fr. ngblott. Tnonvme Mltt^nlungcn roetBta nicht berUcksichtigl; Manuicripte nict}t zulirck-;esendet. Kxprdition- & Jnserateio Bureau: $ongtt§pIag Nr. 81 oir die markantesten Stellen desselben hierher. „Jm Monat Oktober — so be-ginnt derselbe — haben wir Abgeordnete zu wahlen fur den Reichsrath in Wien. Seit dem Jahre 1861 murden wir schon wiederholt ausgerusen, unsere Bertreter in die Landtage zu entfenben; es ist darum nicht das erstemal, dah wir auf dem Kampfplatz erscheinen. Bei alien bisherigen Wahlen haben wir Slovenen einmiithig n a t i o n a l e Vertreter gewahlt, wir haben uns nicht verlock-n lassen durch sutze Worte, noch hat uns crschreckt der gewaltsame Druck unserer nationalen Gegner, der Fremden und der heimatlichen Abtrunnigen. Stets haben wir gezeigt, dah auch wir Slovenen ein Volk find, das sich aller Gerechtsame erfrenen will, welche ihm nach Natur mid Gesetz zukommen, dah wir als s l o v e n i s ch e s Volk zu einer e i n -zigen L an d cs g c m ci ns ch a s t vereinigt sein und die Herren bleiben wollen im eigenen Lande und zu hoherer Wohlfahrt gelangen durch das Recht der Selbstbestimmung, durch Bildung und freiheitliche Entwicklung der geistigen wie materiellen Krafte. Auch zu den jetzigen Wahlen in den ReichS-rath tritt das slovenische Volk mit jenem Selbst-bewuhtsein, mit jener Liebe zu seiner Heimat und zu seinem Volksthum, welche allein die Volker zu Gliick und Ruhm fuhrett. Unser Programm fteht geschrieben in den Herzen des ganzen slovenischen Volkes, es ward angenommen von hunderttausend slovenischen Mannern auf glanzenden Tabors und auf zahlreichen Wahlerversammlungen. An dies nationale Programm halten wir uns auch jetzt irnd in Zukunft." Der Wahlaufruf schlieht mit derVrrficherung, dah die neuen Candidaten, deren Unterschrift der Wahlaufruf tragt, von ganzem Herzen der Sache des slovenischen Volkes ergeben, dah sie erfahren in politischen Dingen, freisinnig, redebegabt und stand-haft find, dah sie gewih am besten die Slovenen und ihre nationalen Rechte vertretcn werden. Unsrre Leser werden gestehen, dah Candidaten fur eine Bolksvertretung, die sich auf ihren Liberalism us so Diet zugute thun, nach den gewaltigen Anlaufen, die sie seit einigen Monden genommen, schwerlich etwas hohleres und nichtssagenderes zu-tage fiirbern konnten als dieses Manifest an die Wahler. Es wiirbe sich auch jeder bitter getauscht fuhlcn, der von unfern Maulhelden etwas anbercs als leeres Geflunker mit Worten, etwa ein schars umgreuztes Programm ihrer Thatigkeit im ffinf* tigen Reichsrathe erwartet hfittc. Sic, die es so IeuMton. Die Abstammung des Arenschen. Die 46. Jahresversammlung der dcutschen Natursorscher und Aerzte wurde am 18. d. in Wiesbaden von dem derzeitigen Geschaftsfiihrer, Geheim-rath Hoftath Dr. Fresmins eroffnet. Der Vor-sitzende durfle zuuachst daran erinnern, dah er vor 21 Jahren (1852) an demfelben Tage, in derselben Stundc und an demselben Orle die 29. Jahresversammlung der deulschen Natursorscher und Aerzte eriSffnct, und grdachte daim in kurzen kraftigen Worten der politischen Veranderungen und wisfenschaft-lichen Errungenschasten der dazwischen liegcnden Zeit-epoche. Hierauf begriiht RegierungSprasident von Wurmb die Festgaste im Namen der Regierung, Dberburgermeifter Lanz im Namen der Stadt Wiesbaden. Nach Verlesung der Statuten durch den Secretar der Versammlung, Dr. Arnold Pagen-ftecher, solgte zunachft der Vortrag dcs Herrn Professors Dr. C. Neubauer: „J. v. Liebig in seiner Bedeutung fur die physiologische Chemie." Hierauf fotgte der Vortrag des Professors Dr. Oskar Schmidt aus Strahburg (sruher in Graz) ..flber die Anwendung der Descendenzlehre auf den Menscheu". Der Redner kniipftc an einen frflhcren Befchluh der hannover'fchen Verfammlung der deut- schen Natursorscher und Aerzlc on, die auf Virchows 1 Autrag festgesetzt hatte, „cs solle auf den funftigcn Versammlungen einc iibersichtliche Darstellung des Zustandcs der verschiedeucn naturwisseuschaftlichen und medizinifchen Disciplinen gegeben werden". Der Aussuhrung dieses BefchluffeS hatten sich Schwierig-keiten cntgegengestetlt, und die gewunschte Uebersicht Habe sich auf eiuzelne freic Vortrage uber verschie-dene Disciplinen erstrecken miissen. In die Kate-gorie derselben gehore der Vortrag von DuboiS-Reymond aus dem vorjahrigcn leipziger Congresse .. iibcr die Grenjen der Naturwissenschasten." Jener Bortrag Habe diese Grenzen in scharfer Weise gezo-gen; er Habe nachgewiesen, dah die Materie uner-grunblich, da« persbnliche Bewuhtsein unbegrciflich sei; abet er Habe auch daran festgehalten, dah das Leben in seinem Grnndwesen ein ersorschtes sei. Die Naturwiffenschaften abet seien nicht an die organi-fchen Erscheinungen deS Leben« gebunden, ihr Be-strcben sei auch darauf gerichtet, den urfachltchen Zu-fammenhang der Lebensformen zu ergriinben. In bicfcr Hinsicht fei die Defcendenztheorie von entschei-bender Bedeutung. Redner gab nun nicht, wie man nach seinen einleitenden Worten crwarten konnte, einen Ueber-blick uber den gegenwartigen Stand der Descendenz-Theorie und ihrer Verbreitung in Deutschland, son-dern fuchte in furzer und treffender Darstellung daS Wefen derselben und ihren wiffenschaftlichen Werth auSzufuhren. Nach der Umgeftaltung der Geologic erfchien die Fortentwicklung der Descendenzlehre, die seit Lamarque's genialent Bersuche ins Stocken gerathcit war, als cine logische Nothwendigkeit. Der Reu-begriinder dieser Thcorie, Darwin, vcrmicd c6 an-sangs, dicfclbc auch auf den Mcnfchen auszudehnen. Er that es mit gutem Grunb. Denn eincrfcitS toollte er den Vorurthciltn nicht vor den Kopf stohkn, und andcrcrfeits ergab sich die Ausdchnung der Theo-ric auf den Mcnscken ffir jeden Einsichtigcn ganz von sclbst. Ware dieser auSgcschlosscn, so wurde ja dcr ganzen wiffenschaftlichen Deduction das natur« lithe Schluhglied fehten. Hullte sich Darwin anfangs in Schweigen, so trat er doch spater in seinem Werke fiber die Abstammung deS Menschen offcn hervor. Hier ent-wirst er ein freilich nicht sehr schmeichelhafteS, in einzelnen Stucken auch nicht fehlerlofes Bild von dem Urzustande des Menfchcn. Wie Gvthe den Zwifchenkiefer, das os intermaxillare, fiir ben Men schen forbcrte, ohne ihn gefehen zu haben, so muhte bie Defcendenztheorie auch ganz sclbstverstandlich auf den Menschen hmubergreifcn. Darwin that eS in jenem Werkc, und von nun an cntbranntc der htf-tigste wisfenschaftlichc Strcit. sS»lntz f»lgl.) trefflich vetstanden, rine freisinnige Schulgesetzgebung unter nationalem und klericalem Gezanke zu vet-schleppen, damit ja das verhetzte Landvolk nie ge« scheiter und wohlhabender rocrbe, roie solltcn fie auch fur die Befreiung des Bolkes aus klericaler Knechtschaft, fitr den volkswirthschostlichen Fortschritt Verstandnis besitzen, etwas rrklecklichcs thun oder gar bet einer Versassungsrcgierung, die ihnen im ©runde bet Seele verhatzt ift, etwa Hilfe zu er-wirken suchen. Die Herren, die jeben Oesterreicher, dec zur Fahne der Freiheit und der Reichsverfassung schwort, ffir ihren uationalen ©egnet erklarcn, jeben Oesterreicher, ber nicht bas Gliick hatte, unter dent gottbegnabeten Himmel Sloveniens das Licht ber Welt rrblickt zu haben, als hassenswerthen Ftembling, jeben liberalen und vcrfaffungstrcucn Krainer fur einen Abtrunnigen und Nemškutar ausschreien, find eben zu fanatisch borniert, in ihrem Jdeenkreise zu beschronkt, als batz sie nicht gleich ihren Verbun-deten, ben Klericalen, geschmorne Feinbe ber Schul-verbesserung, des wirthschafllichen Aufsckwunges, ber mduftrtellen Entwicklung sein sollten. Sie filrchten cben, ein unterridjteter Mensch roerde noch auf etwas anderes horeit als auf ihr Phrasengeflunker und etwas anderes lesen als ihre ideenlofen Machwerke. Jnstinctmatzig fuhlen fie hcraus, bah ihre geistigen Waffen teine Scharfe, keine Ucberzeugungskraft, ihre unlogifchen Siebtofungen (einen Liebreiz mchr haben, wenn fie gebilbeten Wahlern gegenuberftunbeii. Die Hcrren befifcen einfach felbft zu wenig Wiffenfchaft beffeit, was die Aufgabe cities Volksvertreters hcischt, darum gebricht es felbft ihren wichtigsten Kunbgebun-gen, wie bent Appell an die Wahler, an sittlicher Energie, an Takt und wirksamem Nachdruck; darum wiffen sie felbft im feiertichen Momente, wo fie stch an das Bertrauen der Wahler wendeit, nichts bessc-rcs zu thun, als bie nationalen Ceibenfdjaften ouf-zustacheln, ben Rossenhatz zu predigen. Einen Ersatz fur ihre Jdeenarmuth soll dann das schon tangft abgeftanbene Geflunker init bent Kmtigreich Slovenien, mit ber Vereinigung a tier Slovenen in ein staatlichcs Gebilde bieten. Weil den Herren die intetlectuelle Macht gebricht, weil fie im Kampfe ber Geister zu unterliegen drohen, darum rufen fie in ihrer Agonie ben Armen im Geiste ver-zwcifelnd die Worte ber Schlange im Paradiefe zu: „Jhr werbet fein roie die ©otter, roiffetib unt bas ©ute und Bose"; alles Heil toird Slovenien bc-fchieden fein, es roirb eiit wahrcs Elborabo von ©li'tcf und Segen werdcn, nur wahlet unt ©ottes widen nation ate Sfiertreter! Der fvrtgesetzte Cultus des Nativnalitaten-Schroindels ift also das einzig grcifborc Moment, bod roir diesem Wahlausruse entnchmen. Die Herren stellen ihren Wahlern in sichere Ausficht, datz sie neuetbings geroillt find, den Reichsrath, roofern fie in bensetben ubethaupt eintreten, zum Tummelplotze wusten Volkerhabers und fanatischen ©czankes zu machen. Nicht das Festhalten an ben freihcitlichen Errnngenfchaften, nicht ber Kamps fur bas Verfaf-fungeftatut gegen seine feitbaten und klericalen Wider-sacher, nicht die freiheitliche Fortbildung der Schul-gefetze, nicht die vvlksroirthschastliche Entwicklung, nicht das, was attein sittliche Bedeutung hat, die politische und religiose Volksfreihcit, roirb in den Vordergrund geftellt, fonbern das rein Zufallige, ©eburt, Nationalitat, das foil bent Staatsbiirger zum Angelpunkte seines politifcheu Wirkens bienen. Wir haben aber leiber die Wissenschaft ber (Srfahruttg fur uns, bah gerabe die nationalen Streit-hohue mit dm gefchwollensten Kamtncn fur die Hebung und ben Fortschritt ihrer Nation nichts gethan haben ttnb noch nichts thun unb hochst roahr-scheinlich auch in Zukunft nichts thun roerben, roeil ihre Jntelligenz unb Willenskraft, durch nationalen Fanatismus gclahntt, einmat nicht bas Zeug bazu hat. Sie, bie bis nun bie demuthigcn Schlepp-trager des verlotterten Pfaffenthums geroefen, das »on ber ftaatlichen unb sittlichen Ordnung nur ben Syllabus, Don einer Volksroirthschaft fast nur ben Peterspfenning keitnt, roerben sicher nicht fur bus Volkswohl arbeiten, betttt sie verzehren ihre Arbeits-kraft zumeisi in ber fabrication mtbrauchbarcn Schreigafcs. Darum roirb sich auch hier roieber bie (Srfahruttg bestatigen, batz Nationalitatenschroindel zu tecreti Rodomontaden, zu Chauvinismus unb schlictzlich zum Uutergange fiihrt. Der echte, ungc-salschte Liberalismus verdammt die kleinliche An-schauung, als ob bte Nationalitat tttehr toerth sei als bie Humanitat; roie cr ben alien Borurthcilen von ben Stanbesvorrcchtcn, von Religionshatz unb ©eroissenszroang ben ©araus gemacht, so roirb es hoffentlich auch mit bent tiolkerentzroeienben Notio-nalitatenhaber geschehen. Im Rahmen ber Bctfas-sung Oesterreichs hat jeber Stamm, jeber Natio-nalitatsbruchtheil sreien Spielraum bes Dascius unb Wirkens innerhalb ber ©renzeit bes ftaatlid) Zulassi-gen. Es roirb bemnach jebetn zutheil roerben, was er oerbient; in ber ©eineinschaft des Staatcs wird jedermann so viel gelteti, als cr persoitlich wcrth ift; bent rcblicheit Strebcn, ber Pflichtreue, bent ©emeingeiftc roirb nirgenbs bie Ancrkennung ver-fagt. Aber freitich biirfen bie Nationalen nicht gc-meinfatne Sache machen mit ber ultrantontancn Thorheit unb Bcrbisscnheit, womit sie bte ©tunb-lage unserer Freiheit bekampfen, fonbern roenn un-sere politische und religiose Freiheit, die Errungeit-schoften unscrcs Fleitzes und unserer Jntelligenz in ©efahr gerathen, tniiffett alle roie ein Mann zusom-menftehen unb bas kostbarc ©ut ber Freiheit unfcrett Kindern und Kindeskindern unversehrt beroahren helftn. Politische Rundschau. Laibach, 24. September. Inland. Zroci Tagc vvr Eroffnung des ReichsratheS, am 2. November, soll jener F o d c r a-l i st e n c o n g r e tz abgchalten roerben, roclchen bie publicistischcn Wortfuhrcr ber „anticentraliftifd)en Fraclionen" als dasjenige Forum bezeichnen, vor tvelchem die Frage des Eintrittes in den Reichsrath zur definitiven Entscheidung gelangen roiirde. Die bunt zufainniengcrourfelte Spictzgesellschast ber Reichs-rnthslcugner, ber Feubaten, ber fchwarzen unb wcitzen Czechen, ber Jung- und Altflovencn, ber verstocklcu tlrotcr UUrainontancti unb jnngczechischen Hnssiten wirb bann Wien in seinen Mauern versammelt sehen. Wefcntlich foil sich bicfer Fodcralistcncongrch von seinen 95organgern nntcrscheiden. Kamen unb gingen vormals bte Anticentraliften roie bie Nacht-eulen nach unb von Wien ober Prag, fprach man friiher nur im gehcimnisvollen Fltistcrton, unb routzte man die herrfchende Uneinigkeit nur fchlccht zu bemantcln: fo foil dicsmal das Ergcbnis ber Vcrhandlungcn unter Paukcnschlag unb Trompctcn-schall vcrkunbet roerben. Die Parole: „Die Fvbera-listen kommen entrocber alle in ben Reichsrath, oder es erfcheint fein einziger in detnfelben",roirb in ben Spalten ihrer Organe seit cittern halben Jahrc heruntergeleiert. Der brantarbasierettbe Ton, ber in bieser Parole liegt, fantt mit Rccht mistrauisch machen. Die frllheren S3organge bei ahnlichen Ler-fatnmlungett haben uns keinen fonbcrltchen Respect vor ber gcrnhmtcn Solidaritat der Versassungs-gegner eingefloht. Auch dieSmal roirb sich die Mi-noritat ber Majoritat nicht fugen, mag sich lctztere nun fur ober roiber ben Šintritt in ben Reichsrath ausfprechen. Von fiimmttichen Kirchmkanzeln tourbett Sonn-tags bie Jungfraucn P r a g 8 aufgefordert, voll-zahlig zur Wcnzelsprože f f io n in roeitzen Kleibertt am Jofefsplatz zu erfchettten. S k r ej. scho vsky raumte seine prager Villa ben Prozes-sionswallfahrern ein. Der czechische Klerus petitio-nierte urn bie Beseitignng des versassungstrenen Kanonicus Horak vom Adlatusamte des koniggratzer Bischoss. Das dortige Consistorinm wies die Petition mit bem Bedcnten zuruck, ber Klerus Habe sich nicht in Politik zn mengen. Der ungartfche F i n a n z m i n i st er richtete an sammtliche SDiinifter die Auffordcrung, alle nicht unbedingt nothroendigen Ausgaben zu suspendieren roegett der druckenden Finanznoth. Stadthauptmann T h a i s z betonte in der Eonferciiz der eingeladenett Zeitnngsredactenre die Nothroenbigkeit ber Einsetzung eincs Hilfscomil6s, um ben allgenteinen Nothftattb bnrch Privatmittcl zu linbern. Die Rebacteutt versprachen ihre moralischc Unterstutzung. Mit ber Reife bes Konigs von Jtalien nach Wien unb Berlin bcschastigt sich bie englische Prefft immer angelegentlicher. Die „Daily Neros" brin« gen baruber einen fehr charakteriftischen Artikel, bem roir folgenbes entnchmen: „Wcnn der Konig von Jtalien ben zroci Kaiscrn begegnct, roirb die Welt keine anbere solche ©ruppc historischer Personlich« keiten cnthalten. Jcbcr von ihnen fteht als ber Re« prafentant einer neuett Acra ba. Jeber hat an ber Reconstruction seiner eigencn Monarchic unb Euro« pas theilgcnommen. Wenn roir auf sie blicken, ver« gesiett roir nicht allein heilige Allianzen unb bie Son« gresse zu Laibach unb Verona, fonbern auch die euro* paischc Pentarchic, das Machtglcichgeroicht mit Ban-ben von Vertrogen unb politischer Wcishcit, gcroidmet der Erhaltung eineS auf bie Ausopserung nationaler Rechtc begriinbeten kunstlichen Systems. Wer konnte sich vvr 25 Jahren eingebilbet haben, batz ber Sohn eincs absoluten Konigs, ber Ziigling der Jcsniten, ber ©entahl einer osterrcichischen Prinzessin zutn ersteit Solbaten ber italicnischen Unabhangigfeit und ein cm Bcispielc versassungsmatziger Treuc heran-roachsen roiirde ? Wer wicder konnte es 1861 vvr-hcrgesehen haben, datz ber achtbare Tory, Halb So« lonncl, Halb Squire, ber bamals ben Thron PreutzenS beftieg, bazu bestintmt sei, ber Wieberherfteller des deutschen Reiches «zu roerben ? Wenn sich bet Kaiser von £> ester re i ch keincr Vcrgrotzerung seines Territoriums riihnten kann, fonbern es cher vcrminbert sah, fo mag er nichts beftoroeniger auch wit Wohlgefallcn auf seine veranberle Position blicken. Es roar fein Misgcschick, von einer falschen Basis auszugchen, und nichts solides konnte gebaut roerben, bis nicht viel ©runb unb Boben freigemacht roorben war. Als er in 1848 ben Thron beftieg, loa* die Sundfluth, wclchcr Metternich Oefterreich mtt so lcichiern Herzen iiberliefert hatte, gefontmen, unb bem ©taate stanben Jahte ber Priifung bevor. Abet Ostertcich ift, obwohl es sich aus Deutschland und Jtalien zurnckgezogen hat, heute dutch seine herzliche Eintracht mit Ungarn stiirker, als es zu irgenb citter Zeit feit ben napoleonifchen Kriegcn geroefen. Der wcscntliche Unterfchteb zroischcn ben Kriegcn, bie 181& cnbeten, unb jenen, bie Jlalicn und Deutschland einig machten, ift ber Unterfchicb zroischcn ber M-friebigung natiirlicher Wunschc unb ber Hetstcllung von Zustanbcn im Widetspruch zu Natur unb ©e-schichtc, mid aus diesem ©runde find roir zu der Hosfnung bercchtigt, batz ihre Opser nicht vergebens gebracht rourden." Ansland. Aus Berlin melbet man: Det Konig vonJtali cn traf am Montag kurz naj 3V* Uhr auf dem gSrlitzer Bahnhofe ein, 6cVe“ Empfangshalle mit Blumen unb Fahnen t,ecor.l2 roar. Ueber bent koniglichen Zimmer hing die deutsche Fahne, rechts von Flaggcn Jtalicns mid des $osel«b. titnsk.-Barcser «.-« lsilb-Fium. Bahu Pfandbriefe. Allx. Sst. Bob.-Srebit. bto. in 88 3. rtidg. Ge!d Warc Geld W-.-e 69.20 69.55 Oefl. Hypoth.-Banl. 91.50 98.— 73.10 93.— 73.20 93.50 Priorif) bei Anton Deperis, Apotheker; Gvrz bei Pontoni, Apotheker, und J. Keller ; War -te n b e r g bei F. Gadler; A d e l s b e r g bei J. Kupfer-schmidt, Apotheker; Bischoflack bei C. Fabiani, Apotheker; Gott s ch e e bei J. Braune, Apotheker; J d ria in der k. k. Werksapotheke ; Littai bei K. Miihlwenzel, Apotheker; Radmannsdors in der Apotheke uon Sallochers Witwe. Em Genemlagent fiir eine bebcutenbe Waggonsabrik in Wien zum Absaye ihrer Erzengnisse, besteheub in Eisenbahn- unb Tramway' waqen, Omnibussen unb Stallwagen, Equipageu, Fiacres, Comfortables und sonstigen Stratzensuhrwerken, wird ge-sucht. — Ofserte mit Angabe gliter Refereuzen befordert Bub J. 7251 die AnnonceU'Expeditivn von Rudolf Mosse in Wien. (482—3) I Gratis und franco ^ versendet die neiiefte Lotto-Geuiiimliste 1C. von Orlice, Professor der Mathematif in Berlin, Wilhelmstratze Nr. 5. Anfrageu finden fofort Autwort. (458—2) “2 * Eine solche Anfrage fiinntit wir nnievn Lesern 5i empfehlen. D. R. # r- xcss Vittte regelmatzige Mit I.Dktover begins der Unterricht wiedcr in der Lehr- & EyikhungsMalt fiiv Madchen der UtcUirinc Rehil in Laibach. Der.'RiiiScrflartcii, ten Knaben und Madchen besnchen, ist feit 1. August roieber erossnet. _ Stmnelbimgen nimmt bie Vorstehnng taglich entgegen: (445- 3) Fiirstenhof 206,1. Stock riickwarts. _. > 9*5«: ferain. Industriegesellschast in Laibach am 21. Oktober 1873 UM 4 llljr nndjmittnfls im Direclionobureau der / Tagesordnung. a) Bericht iiber die Crgebnisse des abgelausenen Geschiistsjahres. b) Bericht des RevisionSausschusses. c) Antrag des Verwaltungsrathes fiber die Verwendung des Crtragnisses. d) Beschluhsassung fiber die im § 4 Alinea 2 der GesellschastSstatuten vorge-sehene Actien-Emission. e) Vorlage cine« PensionS-Normales fiir die Beamten der Gesellschast. Die Herren Actionare, welche ihr Stimmrecht anszniiben beabfichtigen. werden im Sinne des § 10 der Statute« ersucht, ihre Actien bis 15. Oktober bei ber Gesellschaftskasse zn deponieren unb die Legitimationskarten baselbst zu behcben. (472—3) Der Obinann des Verwaltungsrathes. y Dturf von Jgn. v. Kleinvahr * Kkd. va«berg in Laibach. Berlefiti unb fiir bie Redaction verantwvrtlich: Dttomar Bamberg.