PriknmnerationS-Preife: g it r Laibach: Sarizjiihrig ... 8 fl. 40 ft. HalbjShrig . BierleljShrig Monatlich Laibacher 4 „ 20 2 10 - . 70 M i t d e r Post: Sanzjiihrig. . . 11 fl. — Halbjiihrig ... 5 „ 50 Lirrteljiihrig 2 „ 75 lr. tzltr Zustkllmig i»s Haus vier-teljiihrig 25 kr., monall. 9 ft. Einzclne Nummcrn 6 kr. Redaction: Bahnbosgaffe Nr. 131. Expeditto«- & Jnserateu-vnrea«: Longrkhplae Nr. 81 (vuch-handluiiA non Jgn. v. gltim mat)i & Fed. Bambrrg.) Jnferlionspreife: fttir bie einspaltig? PeNtzeUr L 4 kr., bti uroeimcttger <$in» schaliung k 7 kr., brtimolte« i 10 ft. Jnsetlioiisslempel jebtlmel 30 ft. vei grbherkii Jnsctalkn unb Hftcrer Einschaltung entfpre« chrndrr Rabait. Anonyme Mittheilungen roerben nicht beriicksichligt; Manuscript- nicht zurvckgefendet. Nr. 30. Donnerstag, 6. Februar 1873. — Morgen: Romuald A. 6. Zahrgang. Die Betteleien um Verkiirzung der Volksrechte. (Schiutz.) Nicht im mindesten werden durch diese Reform, wie die alten Versuhrer dem Volke unablasfig vor-Ittgen, religiose Jnteressen, Gesuhle, Gewohnheiten und Anschauungen dcS Volkes beriihrt; vielmehr wird es bent Volke unmittelbar anhcimgegeben, wen es als den Vertreter seiner Jnteressen kunftig in bctt Rcichsrath schicken will, wahrend bisher die Vertreter aus einer Landtagsmajoritat hervorgingen, bie burch nichts sich auszeichnete als durch ihren wuthenben Hah gegen die* Volksfreiheit. Darum halten sie sich auch vom Reichsrathe fern, wo eben jetzt die Volksrechte wesentlich erweitert werden sol--ten. Wenn die Wahlreform zustande kommt, wird das Volk von Krain siatt bcr bisherigen sechs Vertreter deren zehn entsenden; es wird kunftig unmittelbar sein wichtigstes constitutionelles Recht, die Wahl ber Gesetzgeber, ausiiben. Darin wird doch kein ehrlicher Mensch eine Verkiirzung der Volksrechte erblicken, wie die oben erwahnte Adress: schamlos behauptet. Jeder, der nicht mit Blindheit geschlagen ist, sieht ein, bag das Volk durch die Wahlreform ein neues, hochwichtiges und werihvolles Recht zu den bisher besesseneu gewinnt, indem ts nicht blos die Vertreter seiner Gemeinde- und Landesangelegenheiten, fondern auch die Parlaments-vertretuug des Reiches uach eigenem Ermesfen zu wahlen berufen wird. Und dennoch stehen diejenigen, die berufen waren, das Volk in semen Rechten zu schiitzen, an der Spitze der Hetze gegen die Erweilerung der Volksrechte, sturmen gegen die Wahlreform und fuchen das Volk zu betriigen und zu belilgen, als ob es galte ihm vermittelst dieser Reform seine Rechte zu verkurzen und es fur a tie Zuknnft zu fchadigen. Und sollte es wirklich der Einfaltigen im Sonde gebcn, welche in diese plump gcbrehte Schlinge sich fangen laffen, die gegen ihr eigenes Bestes gcdankenlos anstiirmen und im blindeu Vcr-trauen gegen die ewigen Wuhler und Hetzer eine Bettelei um Verkiirzung ihrer eigenen Rechte unb Freiheiten unterzeichnen? Wit wollen bus nicht fur moglich halten; es ware ein folcheS Vorkommnis beifpiellos in den Annalen der Geschichte. Der Pcti-tionsschwindel ist nicht einmal unter der czechischen Bevolkerung in Bohmen und Mahren gelungen. Ueberall, wo die czechischen Blatter von taujenden von Unterschriflen, von Austimmung ber Gemeinde-vertretungen, Vereinen unb Corporationen berichlet, hat bit gerichtliche Untersuchung „Namenssalschung," „terroristifchen Druck," „Hinterlist," „Betrug," bagegen nicht eine einzige anstandige Haoblung von ber Jagb nach Unterschriflen herausgebracht. Pfar-rer colportieren vergebens bie Petition von Haus zu Haus, die Parleien suchen den Schutz der Be-horden nach gegen den geiiblen Terrorismus ) Kaplane tclegraphieren nichts destoweniger an die czechischen Organe, ganze Gemeindevertretungen hiitten zugestimint, was sich bisher noch immer als freche Liige erweist. Es geht eben ein eigenthllmlicher LSuterungS. prozetz durch das verhetzte Oesterreich. Alle Loyali-tatsheucheleien verfangen nicht mehr. Das Volk lernt endlich einsehen, nicht derjenige ist ein Volksfreund, nicht derjenige ein loyaler ehrlicher Staatsbnrger, ber vot bern Monarchen schweifwebelt, gelegentlich mit seiner unwanbelbaren (Srgebenheit- flunkert, in fklavifchen Phrasen sich ergeht, heuchelt unb kriecht; sondern derjenige, welcher die bestehe n ben Ge-s e tz e gern und willig bcfolgt und nach seinem besien Wisfen unb KSnnen bit ihm obliegenden Pflichten erfvllt, an btr Befvrberung deS offentlichen WohleS redlich mitarbeitet, fur die Sachr des Volkes ein Herz und nicht bios fchSne gleitz-nerische Worte hat unb alles zu beseitigen trachtet, was ber offentlichen Crdnrntg gefahrlich unb nach. theilig ist. Nach biesetn Mahstabe gemeffen, wie jommer-lich erfcheinen ba unfere sogenannten Bolksmamirr I Welche Charakterlosigkeit, welche Pflichtvergessenhtit kSnnten wir ans ber Geschichte ber jiingsten Bergan-genheit verzeichnen 1 Welchen WidersprLchen zwifchtn ihrtn Worten unb Thaten btgegntn wir bo auf Schritt und Tritt zum unheilbaren Schaben btt allgemeintn Wohlfahrt, btr Bildung unb bes ftvrt-fchrittes! Ober soli es etwa bet Ssfentlichen nung, bern Rechtsgefuhl bes Volkes fSrberlich ftin, wenn man bemfelben ben Monatchtn ols im Zwit» fpaltt mit ftiner selbstgewShlten Regierung, mit ben von ihm selbst fonctionirten Gefetzen borzusttlltn fucht? Ist ts ttwa tin Akt btr Loyalitat, rotnn man bic Befugnis ber gefetzgcbenden Gewalten zut Verfaf. Amilleton. Gaukler und Tajchenfpieler. iSchluh.) Der mongolische Geschichtsschreiber Ssanang-Ssetzen zahlt eine ganze Reihe wnnderbarer Kunst-stiicke auf, welche mit Hiilfe der Dharani (mystische indische Zaubermittel) ausgefahrt werden konnten. Es beruhen diese znm Theil aus denselben Kraften, welche im Alterthum ber Medea, bern Empedocles, bern Jamblichus und dem Simon Magus zugeschrie-ben wurben. Sines dieser Kunststiicke war: In ber Luft sitzen mit untergeschlagenen Beinen. Dazu be-merkt ber Monch Ricolb: Unter ben Tartaren gibt ts tint Pritsttrstctt, bit Bakhshis, wtlcht in hSch-sten Ehren steht. Es sinb Dtanner von ticfent Wisfen unb sirengsiet Moralitat. Sie sinb wohl-bewondert in magifchm Kunsten unb fogcn Zukunf-tigeS voraus. Von tintm berstlben hietz es, er Tonne fliegen. Das konnte tr alltrdings nicht, abtr bit Wahrhtit war, bah tr bitht-ubtr btm Futzboden wanbelte, ohne bensetben zu beriihren, unb bah tr nitbtrzusitzen fchien, ohne ttwaS, bos ihn hatte tra> 0tn fbnnen, unttr sich zu habtn. Ditsr letztere Lei- stung bezeugte ber beruhrnte arabische Reisende des Mittelalters Jbn Batuta in Delhi, und zwar in Gegenwarr bes Sultans Mahomed Tughlak, und noch in diesem Jahrhunderte wurdt bitfelbe hanb-werksmahig von tintm Bromintn in Mobros aus* gefiihrt. Auch ber Hollander Fronz Valentin be« schreibt sit als etwas, das zu seiner Zeit in Jndien sehr bekannt war und hciusig prakticiert wurde. Der Kunstler, so Heiht es bei ihm, sehr sich dabei auf drei pahlich zusammengestellle Stave, die eine Art Don Dreifuh bilden ; dann wird erst einer der Stabe unter im weggezogen, dann tier zweite unb fchliehlich bcr britte, unb ber Mann bleibt trotzbem in ber Luft sitzen. Ein Freunb von Valentin, bet bei biesem Kunststiick semen eigenen Augen nicht ttaute, fuchte sich bobutch zu vetgeroiffetn, botz er mit einern iangen Stock zufuhlte, ob wirklich nichts vothonbtu, wvtauf btr KStpet ruhte, abet tr vtrsichtrtt bitstm, batz tr ein molttitllts Substrat rotbtr zu sthtn noch zu fiihltn otrmochtt. „Unb btnnoch. so schlitht btr thrlicht Niebetlonber, fonnte unb wollte ich nicht an etwas glaubtn, bos mit mit btr gtfunben SBernunft so ganz unb got im Wibetsptuch zu strhen fchien." Betwanbt an Abenteuerlichkeit mit biestn Pro-buctiontn ist tine Klaffe con Kunftstvcken, We ffir tinfacht Erfinbung zu trkliirtn man votits Rtcht hfittt, totttn fit uns nur aus einer Outllt tibet« liefert waren, welche ober babutch Anspruch auf unfere HSchste Beachtung gewinnen, dotz sie von ver» fchiedenen Personen etzahll werden, ganzlich unab-hangig von einander unb in langen ZwischtnrSumtn von Ort unb Ztit. Unstr trsttr unb wohtscheinlich kein schlechtet Zeuge ist Jbn iBatuto. Det ara» bifchc Rcifcnbe war zugegen bei einern grvhen Ftste am Hofe bes Vizekonigs von Khansa (Kinsoy bei Polo, heute Hangchoufu). „An biesem Abenbe tr-fchien ein Gaukler, einer bet Sklaven bts Khons, unb zu ditftm fagtt btr Emit: Komm unb lah uns von btintn Kunsttn fehtn. Dotauf nahm jtnet tinen hblzttntn Ball mit mehrercn Lvchern, burch welche longe Seile gezogen worm, unb tints von biefen fefl* haltenb, watf tr denselben in bit Luft. Er flog so hoch, boh wit ihn Dbllig aus ben Slugtn vttlotrn. ES wot urn bit htitztstt Ztit bts Johres unb wir btfanbtn uuS im Fteien. inmitten bts Polafchofr». jttzt blitb nur noch tin kurztS Enbt btS StticktS tn bes BtschwvrerS Hanb unb biefet forbtrlt nunrnthi tintn Knabtn, ber ihm dehulflich gewrfrn war, auf, doSfelbe zu ergreifcn unb boron hinoufzuklimmrn. Dies gefchoh unb bald war auch ber ftnobe ur^tttn sungSanderung leugnet, die TrSger des VerfassungS-unb ReichsgebankenS verleumdet und beschimpft? GehSrt es etwa zur Pflichttreue eineS ehrlichen ManneS und Staatsbiirgers, ruhig und ohne Wi-derrede tin Reichsrathsmandat entgegenzunehmen und hinterher die Jnteresscn des eigenen Volkes und Landes in den wichligsten Momcnten unvertreten zu toffen? Jst es loyal, sich offcti mit den ReichS-feinden aller Farben und Schattierungeu zu ver-binden, um an der Sprengung des Reichsparlamen-tes zu arbeiten? Ist das nicht vielmehr ein tout schreiendeS Zeugnis vom Gegentheil, und welchen Namen verdienen Volksvertreter, die statt im offe-nen parlamentarischei, Kampfe ihre politischen An-schauungen zu vertreten, seige beui Reichsrathe den Rucken kehren und die Mutze zu Ranken und Jn-triguen gegen denselben ausniitzen? Welche Wirkung man miter solchen Umstan-den von der heuchlerischeu Bersicherung der „unwan-delbaren Treue und Ergebenheit" erwarten mag, ist freilich nicht abzusehen. In den Augen ehrlicher Beurtheiler — und es ware Wahnwitz, den Mon-archen nicht dazu zu rechnen — wird die Versiche-rung dieser loyalen Patrioten und ihr Winseln um ein Bischen BerfassungSbruch und Staatsstreich schon die gerechte Wurdigung finden. Der Sturm gegen die Erweiterung der Volksrechte durch die unmittelbare Wahl der Reichsvertreter wird ebenso machtlos am Throne abprallen, wie seinerzeit das Toben und Armen gegen die confesiionellen und Echulgesetzc. Politische Rundschau. Laibach, 6. Februar. Inland. Ill der Dienstagssitzung des Abge-ordnetenhauses beantwvrtete der Landesvertheidi-gungsminister Horst die Interpellation des sibge-ordneten aus der Bukowina Tomasczuk beziiglich der verjchiedenen Behandlung der katholischen und griechisch-orientalischen Theologen und erklart, die Regierung sei weit eutfernt, bet Anwendung des WehrgesetzeS Unterfchiede eintreten zu laffen, und Habe, um etwa bestehende Zweifel zu beseitigen, an die Unterbehvrden entsprechende Erlauterungen er-lassen. — Der Abgeordnete Noser begrundet den Antrag roegcn Erlassung von gesetzlichen Bestim-•mungen zur Verhiitung von Unglucksfallen auf Stsenbahnen und empfiehlt die Einfuhrung ernes Msenbahn-Polizeigesetzes, die durchgangige Anwendung deS Doppelgeleises, ferner die Trennung des Giitcr- und Personenverkehres. Der Antrag wurde tintm neungliedrigen Specialausschusse zugewiesen. Sodann wurde die Specialdebatte des Gesetzentwur-fes iiber die Execution von ArbeitslShnen fort, gesetzt und beendet. Blicken entschwnnden. Dann rief ihn der BeschwSrer drrimal beim Namen und, als er teine Antwort erhielt, ergrisi er, scheinbar in grotzer Wuth, ein Messer, und rasch am Seile emporklimmend, verschwand er ebcnfallS in den tfiiften. Nach und nach flog nun herab erst eine Hand des Knaben, dann ein Fnh, dann die andere Hand, dann der andere Fuh, dann der Rumps und zuletzt der Kops. Dann tarn der j Gaukler setbst hcrab, ganz auher Athem und mit Blut bedeckt. Er tit site die Erde vor dem Emir und sagte ihm etwas in chinesischer Sprache. Dieser erwiderte darauf und unset Freund ergriff dann die Kvrpertheile des Knaben, legte sie, wie sich's ge-hvrte, zusammen und gab ihnen einen kleinen Ruck, als plStzlich der Knabe aufsprang und munter vor unS stand. AlleS dies erregte mich so surchbar, dah ich einen Ansall von Herzklopfen empsand, wie nur einmal sriiher, als mir der Sultan von In. dien etwas Shnliches zeigte. Man gab mir ein be-ruhigendes Trankchen und ich erholte mich. Der Kazi Askaruddin, der neben mir sah, murmelte: „Beim Allah! Nach meiner Ansicht gab's hier weder etn Aussteigen noch ein Herunterlommen. weder ein Zrrschneiden noch ein Zusammenflicken, es war alles nichtS alS HocuspocuS............ Bezuglich der Wahlreform dauern die Eon-ferenzen des Kaisers mit bent Minister Lasser fort und durfte der grohe Ministerrath, welcher unter Borsitz des Kaisers stattfinden und die Angelegen-heit der Wahlreform endgiltig entscheiden sollte, entbehrlich werden. Jnzwischen ist die Abgeordneten-ziffer abermals erhoht worden, und kommt die Er-hohnng hanptsachlich Galizien und Karnten zugute. Auch Triest soll vier Abgeordnete crhaUcn. Im un g a rischen Unterhause wurden am Montag mehrere Beschlutzantrage des Finanz-aus>chusses, die anhangsweise zum allgemeinen Be-richt iiber das Budget gestellt waren, angenommm. Unter denselben weist eine Resolution ben Staats-rechnungshof zur Vorlage eines Gesetzentwurses iiber seine eigene Dianipulation, iiber das ganze Staatsbuchhaltungs.System und die Staatsschulden-Coutrole an. Der Staatsrechnungshof be-steht seit zwei Jahren, ohne die Zeit gesunden zu haben, seinen intteren Geschiiftsbienst zu regetn. Eine von ber Linken beantragte Riige gegen ben Staatsrechnungshof roitrbe mit Hilfe eines grotzen Theiles der Deakpartei zum Befchluffe erhoben. Der Riicktritt des Staatsrechnungshof-Prasidenten Gajzago, der, friihcr Unterhaus-Prasident und Verfasser cittiger wasserigen Gedichte, zum Staats-rechnungshof-Prasidenlen avancierte, ohne auch nur die einsachsteii Grundelemente der Buchsiihrung zu kemien, diirste die Folge dieses Beschlusses sein. Der erneute Angriff Gram ont s auf Andr assy macht begreiflicherweise in Ungarn boses Blut. Besonders schars sertigt „Pesti Naplo" den unverschamten Pamphlekisten ab. „Die Erklarnngen des einstigen sranzosischen Ministers des Aentzern," sagt das Hauptorgan der Deakpartei, ..vernichieit auch tenen Ueberrest von Sympathie, welche Ungarn gegeniiber dem verbannten Napoleon empsand. Wie sein Vertrauensmann von ihm gesteht, schiirte der Kaiser, als er noch in den Tuilerien residierte, mit aller Kraft die Zwietracht und das Mistrauen zwischen Ungarn und seinem gekronten Konig; aus solchem Wege rooQte er die Dynastie in bie Arme eines franzosischen Biinbnisses treiben. Es ist das uuvergangliche Verdienst der ungarischen Staats-manner, bah sie den schandlichen Bersuch hinter-trieben, welcher die Monarchic um jeden PreiS in den Abgrunb gebrangt haben wiirbc. Dah Herr Gramont sich nicht scheut, auch bie Allerhochste Person bes Kaiser-KSnigs Franz Joseph in seine bvSwilligen Lugen einzumischen, ist eine solche Ge-meinheit, durch welche er die Verachtung der gebil-deten Welt mit Recht verdient." Ansland. Urber die Verhandlnngen betreffs einer gemeinsamen beutschen Gerichtsorga-nisat ion tvirb mitgetheilt, bah biefetben noch im Soweit Jbn Batnta, der bekanntlich ini liteit Jahrhundert 30 Jahre hindurch Asien und Afrika durchwanderte nnd welchen Peschel ben grohten Fest-(nnbrtifenben aller Zeiten nemit. Jbn Batuta schil-bcrt immer nur als Augenzeuge. Vergleichen wir mit bent voit ihm um das Jahr 1348 herum in China Gcsehcnen den Bericht Edward Meltons, I eines englischcn Ebebttaiittes, iiber gewisse Prodnc-tioncn einer Bande chinesischer BeschwSrer. beren Augenzeuge er im Jahre 1670 zu Batavia war. Nachdem Melton eine sehr wahrheitsgetreue Schil-dernng des noch hente in Jndien sehr bekannten und auch in Europa gezeigten Basket-murder-Kunst* stirckes gegeben hat, sahrl er fort: „Jetzt aber will ich etwas erzahlen, was alien Glanben itbersteigt uud das zu veroffentlichen ich Anstand nehrncn wurde, hatten es nicht Tausende mit mir zngleich gesehen. Einer aus der Bande nahm ein Knauel Tau und das eine Ende desselben festhaltend, schleuderte er das andere in die Lust mit solcher Gewalt, dah eS sehr bald auher Sicht war. Dann klomm er mit unglaublicher Geschwindigkeit am Seil hinans und war bald so hoch, dah wir ihn nicht longer fehett fonnten. Ich stand Halb betaubt vor Erstaunen nnd dachte, was daraus werden sollte, da PlStzlich Laufe dieses MonateS aufgenommen werden follen. Nach den bekannten ErSffnungen des wilrttembcr« gischen Justizministers v. Mittnacht ist bie Be. schluhsassung ber Ausschusse des Bundesrathes uber diefe Frage gleichfalls noch in biesetn Monate zu erwarten, unb bas um so eher, als bie Prinzipien ber ReichS Gerichtsordnuug bereits so ziemlich sest« gestellt sind. Der „A. Allg. Ztg." wird gemeldet, dah bei den Verhandlnngen iiber einen Reichs-Strasprozeh die baierische Regierung sich sehr entschieden fiir das Schwurgcricht unb gegen bas SchSffengericht anssprechen wirb — ob mit Ersolg, wird aber freilich abzuwarten sein. lleber die Borlagen stir die bevorstehende Session des englischen Parlaments schreibt das londoner „Echo": Das grohe Werk der Session wird die irische Unterrichtssrage bilben. Auch die Frage ber V!ocalbesteuerung wirb vor bas Parla. ment gebracht werbett, aber kamn bie gSnzliche Reconstruction ber Grafschaftsregierung umfassen. DaS-selbe mag von ber Gesetzgebung gesagt werben, welche die Regierung mit Bezng auf das Land proponieren wird. Es werben ferner dem Parlamente Amen, dierungsbills und eine wichtige Bill von Herrn Stansseld mit Bezng auf sanitiire Reformen vor-gelegt werden. Die Etats si»d im allgemeinen vor. bereitet. Die, welche auf bie Armee Bezng haben, zeigen infolge einer unerheblichen Verminberung in ber Zahl ber Marntfchaften unb ber Etats fur Bor-rathe itttb FestungSwerke eine kleine Abnahme. Die FlottenetatS an ber anbertt Hand ergeben einen Zu-wachs, unb zwar grohtentheils infolge der vergrvher-ten Kosten fur Borrathe, wahrend die Etats fflr ben Staatsbienst unb bie birecten Steuern durch gewisse GehaltSvergroherungen beschwert sinb. Die spanische Regierung hat, wie bit „Jtalienischen Nachrichten" mittheilen, beim An-blick ber feinbseligen Haltuitg, welche ber bortigt Klerus zugunsten bes carlistifchen Anfstanbes beob-achtet, ein Circular an bie Bischose gerichtct und sie aufgefordert, die Theilnahme der Geistlichen an der Revolution zu tabcln. Die Bischose haben es aber verweigert. Die spanische Regierung wenbett sich barauf an ben Papst; bie spanischen BischSfe thatcn aber gleichzeitig basfelbe unb ber Papst bit«-ligte bie Hanblungsweise der Bischose. Die spa« nische Regierung wirb nun bie ftrengften Mah-regeln gegen die rebellischen Geistlichen ergreisen. Wie man von Petersburg schreibt, hat das CommunicationS-Ministerium im Einvernehmen mit dem Kriegs- und Marineministerium eine Com. mission cingesetzt, der es zur Ausgabe gemacht wurde, Mittel aufzufinden, die eine fchnelle und ausreichenbe Communication mit Central. ein Bein aus ber Luft herunter fant unb von einern Manne in einen Korb gelegt wurde. Einen Augen-blick spater kam eine Hand herunter unb gleich bar. aus bas aitberc Bein. Dann solgten bie nbrigen KSrpertheile unb zuletzt ber Kopf. Kaum hatte dieser den Boden beriihrt, als der Mann, welcher sammtliche Glieder in den Korb gelegt hatte, diesen umkehrte, so bah ber Jnhalt herauspolterte. Dann sahen wir mit biesen unseren Augen, wie bie ein. zelnen Theile sich wieder aneittanberfiigtett und balb einen Menfchen bilbeten, ber gesunden Leibes vor uns stanb unb wandelte. Nit in meinem Lebcn bin ich so ganzlich auher Fassung gewesen, als beim Anblick dieser wunderbaren That, unb ich zweiselte jetzt nicht llinger, dah dies alles nur mit Hilfe bes Tenfels ausgefiihrt fetn tonnte. Denn dah fo etwas auf natiirlichem Wege geschehen fetn follte, halte ich fiir absolut unmSglich." Das Such, in wetchern Edwarb Melton dies erzShlt, fiihrt den Titel: Zeldzaame en Gedenkwaardige Zee en Land Reizen etz. unb erfchicn zu Amsterdam im Jahre 1702. sSchlutz fotgt.) A sie n ermoglichen wilrden, und die Vorschlage, fiber sofortige Jnangriffnahme bet zu bauenben Wege zu machen. WeiterS rourbe foebcti in ben matzgebenden Kreisen ber Entschluh gesaht, bas schwebenbe Project uber ben Ban einer Eisenbahn bon Kasan burch ben Siiben Sibiriens ungesaumt zu realisieren. Um sich bes moglichst schnellen An-fanges unb energischen Fortganges ber Strbeiten an biefer gegen 150 Meiten tangen Bahnlinie zu ver-sichern, wirb ber Ban bersetben auf Kosten bes Aerars unternomnten roerben. Diese beschleunigten unb umfassenben Borbereitungen lassen wohl borauf schlietzcn, bah man in Petersburg in Aussicht hat, sich in Central-Asien (anger zu beschaftigen, als es die beabsichtigte Expedition gegen Khiwa ersor* bern rourbe. Der „Daily News" wirb von ihrem berliner Corre-spoiidenten telegraphiert: „Eine Privatinsormation, die hier von Son ft anti nopet eingegangen ift, metbet, batz in genannter Stadt erne wachsenbe Be-sorgnis betresfs ber Chiroa-Campagne unb bed Ver-haltens, das England einschlagen roird, vorherrscht. Man gtaubt, bah die russischen Bewegungen die europaische Tiirkei mehr als British-Jnbien bebrohen unb bah die Donau sehr bald eine roichtigere Rolle als ber Oxus spielen wirb. Es heiht hier auch, datz btefe Ansicht anfangt in Wien vorzuherrschen." Aus C a b i x, 3. Februar, wirb gemetbet: Die Aussagen ber an Borb bes „Murillo" geroefenen Puffagiere finb fur ben Capitan btefe« Schiffes in hohem Grabe compromitticrenb. Die Passagiere fuhlten ben Zusammenstotz mit ber ..Northfleet," Horten bie Hilferufe ber SBerunglutften unb beschwo-ren ben Capitan, ber ..Northfleet" zu helfeit, jedoch umsonst. Die japanesische Regierung beabsich--tigt ein Unterrichtsminifterium zu begritnben unb hat sich, ber ..Spener'fchen Zeitung" zufolge, urn tine geeignete Personlichkeit zu gewinnen, nach Berlin geroenbet, wo nachetnander mit zwei bekaimten und sehr angesehenen Schulmcinnern Unterhaudlun-gen gesiihrt worben find. Wenn dieselben noch zu keincm Resullat gefuhrt haben, fo liege dies daran, datz eine Einigung uber die Entfchabigungsfnmme, welche bie Herren noch SBeenbtgung ihrer Mission tiertangen, noch nicht erziett ist. Zur Tagesgeschichte. — Sum Untcrgange ber ..North-fleet." „Per Murillo," von beat es nunmchr fest- st-ht, batz ct ben Uuterzang der „Northfleet" herbei-geftihrt hat, gehort einer regelmahigen Dampferlinie an, bie ben Verkehr zmischen der Thernfc unb Liffa-bon, Gibraltar, Cabix unb Sevilla vermittelt. Fiinf Dampfer gehoren zu ber Siuie, unb fie besnchen ab unb zu auch anbdte europ8ifd)e ytifen, roie in diesem SaUe bet „Mnrillo" in Antwerpen geroesen war. Der Capiliin bes ..Murillo" erhielt, als er in Liffabon ebeti einlief, Depeschcn, bah er, menu er bei bent Zusammenstohe im Kanal berheiUgt geroesen sei, sich fofort nach Cabix begeben folic. Der Dampfer ist burch ben Zusammenstotz roenig oder gar nicht deschii-bigt roorden, unC so hat ber Capitan nicht ein tnal bie Entschuldigung, bah burch bie Collision fein Schisf so sehr geiittett unb seine Mannschast in folche Vet-wirrung gerathen set, bah an ein Hitsebringen nicht hiitte gedachl roerben konnen. Eine anbere Vetlhei-btgung, man hade auf bem ..Mnrillo" nicht gerouht, bah bie ..Northfleet" so arg beschabigt worben unb dah rnehrere hunbert Menschenteben in Gefahr scien. kann ebensoroenig vorgebrachl roerben, bentt bie geret* teten ©chiffbrUchigen bezeugen einstimmig. batz ber titirm, bie Berivirrnng unb bas Geschrci roahrenb des Zusammenstohes unb unmitlelbar barous ganz autzerorbentlich grotz geroesen seicn. Dann abet fonnte bet Capitiin sich sagen, dah ein Dampfer von ber Beschafsenheit bes „Mntillo" bei seiner Fahrgeschroin- bigfeit jebes Schiff, mit bem er znsammenstieh, in gtojje Gefahr bringen muhte. Jm beften Falle in-bcsien bleibt imrner noch ber Vorwurf gegen ben Silhter bes SchisseS, bah er eine grobe NachlLssigkeit ; sich hat zuschulvrn fommen lassen unb in niebrigcr Weise bet Verantroortlichkeit sich entziehcn roollte. Ohne Zweisel jeboch biirsen noch gtbhere Sorroiirse bem CapitLn gemacht roerben, namtich bie geftthl-losester Unmenschlichkeit unb Herzlosigkcit. Der Corn-manbant bes SchiffeS, bas auch die spanifche Flagge fiihrt, ist ein Spanier, unb ber spanischen Regierung roird es roohl obliegen mttsfen, siir bie Rechti ber Menschlichfeit einzutreten unb bie ntilhige Achlnng fiir bie ©itten unb Gebrauche zu erzroingen, bie bei alien Nationen fcit Jahrhnnberten bei ©eennfallen hergebracht finb. ES hanbelt sich nicht blos um ben Schabenetsatz, ben bie Besitzet bes in ben Grunb ge< bohrten SchisseS unb bet Sabung zu beanfptuchen haven. Es hanbelt sich um bie Ungtiictlichen, bie (eine Genugthuung mehr ins Leben zutitcktuft; eS hanbelt sich um bie Witroen unb Waisen, bie thre Ethaltet unb einzige Habe auf Erben bazu vertoren haben. „Es ist im Jnteresse alter Nationen," sagen bie ,Times," „bah ©eefahrern eingepragt roerben muh, bah cs ein Gesctz gibt, nach welchem alle ihte Bet-gehett in alien Lanbetn gerichtet roerben, dah sie nicht infolge ber Vetfchiebenheit bet Gesetze unb des Ge-richtSvetsahrenS roerben entt'chliipfeu konnen. Die im-mer grbher roerbenbe Zahl unb AnSbehnnng ber Schiffe unb bie infolge beffen (lets sich mehrenbe An-zaht bet Petsonen in ben einzelnen Fahtzeugen machen es jetzt mehr als je nbthig. bah alle civilisierten Negierungenfiricte Negetn unb Gesetze fttt folche Fiille ein-sUhren." — Der Capitan be« ..Mutillo" heijjt Felipe Berrute, ber et ste Offizier Don ManuelHettera PatacicS, unb bie Maschinisten ftttb Engtanber. Der »Murillo" rourbe, roie es heijjt, fiir fpanische Eigenthiimer in Engtanb gebaut. Die Herrrn Robert M'Anbrero unb Comp., benen bie Eignerfchaft bicses Schiffes beige-legt rourbe, haben abet bei Lloyds bie Grttarung ab-gegeben, batz sie nicht bie (Signer des SchisseS, sonbern nur bia Agenten einer spanischen Gesellschast, beren Eigenthum ber „ Murillo' ist, sinb. Es heiht, bah bie portugiesischen Zollbeamten in Liffabon suspenbiert worben sinb, roahrscheintich besroegen, roetl sie ben „Murillo" so eitig ben Tajo verlaffen lichen. — Fllr bie vom Untergang ber „Notthsleet“ (Serettetcn sinb 5288 Psunb Sterling gesamtnelt roorben. 377 Per* sonen roaren auf bem Ungliicksfchiffe, bavon sinb 85 gerettet, ntimlich zwei verheiratete Manner, cine Der* heiralete Frau, zwei Kinder, 64 unuerheiratete Manner, ein verheirateter unb neun unverheiratete Matrosen, enblich bes Capitans Gattin. — AuS Dnngeneh wirb gemetbet, bah bie beroegte See noch immet nicht ge-stattet, bie Taucheroperationen zur Bergung ber Schie-nenlobung ber gefunfenen „Nortt)fleet" votzunehmen. Cibtoobl bereits zehn Tage feit bet Katasttophe ver« stricheu, ztigert bas Meet noch immer seine Tobten roieberzugeben, unb von ben 290 Leuten, bie mit bet ..Northfleet" untergegaugen, finb erst bie Leichen von brei zum Vorschein getommen. Die vvn bem HanbetS-amte angeorbneie officielle Unlerfuchung Uber ben Schtff-brnch ber ..Northfleet" roitb am nachsten DienStag im Polizeigerichte von Greenwich ihten Anfang nehmen. Local- unb Provinzial-Angelegenheitm. Origiaal-Lorrespoudeuz. Lttstthal, 2.Februar. (Eine Gcm einbe unb ihr © e e i e n h 111 e. Foujctzunz.) Soroie mil bem ©penben ber ©akramente uugebtihrljch ©chacher ge-ttiebcn wirb, so verhtilt es sich auch mil ben tibtigen kirchlichen Hanblungen unb psarramtlichen Obliegen-heiten. Hiet nur einige Beifpteie. FUt ein Atmeu-begrabnis roerben 8 ft. geforbert, fur fcQg BegrabuiS eineS kleinen 1 bis 4 Monat alien KiitbeS, wo bet Hochroiirbige hbchstens eine Viertelstunbe in Ansptuch genommen roitb, 5 bis 6 fl Fiir einen Zellel behuss Volksziihlung muh man ihm 50 bis 60 (r. bezahten, fllr FamilienanSkiinfte behufs Militttrbefreiung 2 bis 3 fl., unb bas a lies roitb unbarmherzig felbft von Lenten geforbert, welche Noth leiben unb ftimmerlich leben miiffen. Wehe benjenigen, welche sich eine Wiberrebe er* lauben obet ben Besehlen bes HochroUrbigen nicht nach- (ommtn. Die trisft bie Flille seines Zorne« unb sei* net Rathe. Dieser roiirbige Nochfolger bet »postel lennt feine VersShnnng, (eine Vergebnng. Er scheut sich nicht, ben Gegenfianb feine« ZotneS zu verfotgen, bei ben Gemetnbegenoffen vethaht zu machen. BestSn-big lauert er auf cine Gclcgenhcit, ihn in bie Falle zu befommen. Den einen crroischt er bei ber Tause, ben anbern bei ber AnSfolgung bet FirmnngSzettel'. ben britten bei ber Beicht unb Communion. UnzSH* tige Falle finb fchon vorge(ommen, bah er Leutc von ber Beicht unb Communion zutllckgcroiefen, bejahrten unbefcholtenen MLnnern zur ostetlichen Zeit vor attcrn SBoKe bas ©a(rament verroeigerte, fo batz sie sich nicht mehr getrauen, in biefer Pforr(itche bem Tifche be« §ettn zu nahen, um nicht ©onntags vor bet ganzen (Semeinbe beschamt zu roerben. ©otchc, bie ein mat fein Zorn getroffen, roerben bei Gopulationen nicht att Beistanbe zugelasfen, sonbern mit fouvetcinem Belieben bet nachst Beste bazu geroShtl. Aus Gchassigkcit unb Gelbsucht rourben Personen unb Familicn, roetche Kirchensitze ober ganze BSnke kanfrechtlich an sich gebracht unb feit vielen Jahren bas unbestrittene Anrecht barauf genosfen, folche weg-genommen unb an anbere um 5 unb 10 ft. veraufjert. Jnsbcsonbctc verfolgt ber Zotn be« HochroUrbigen bie* jenigen seiner Psarrlinber, roetche im vorigen Jahre baS Gesnch an ben Lanbesansschntz roegen ber nngc-rechten Gemeinbeumtagc nnterschrieben haben. „Ti si se hudiču zapisal" sahrl er fie an unb macht ihnen einen ©kanbal, roo cr nur (aim. Fragt man, roetche Ritckroitkung folche HanbtungS-weife auf bie Pfartgerneinbe Ube, so roitb jebermann im voraus einfehen, bah biefe nut eine hSchst ttautige sein kann. Jm Jnteresse ber guten ©ache unb bomit biefem schreienben Aetgetniffe boch enblich ein Datum gesetzt roerbe, roollen wit auch htetiibet einige That-sachen fiir sich felbfl fprechen taffen. Das Botk ist auss auherfle gereijt unb emport Uber feinen Scclen-Hirten. ©o oft auf ben HochroUrbigen bie Rebe tommt, hort man nichts als FlUche unb VerwUnschungen: ,@t fott das Gclb haben um bes heiligen ©lauben« unb "um Gotles roillcn, abet es sell ihm auf bem Gcroifsen brennen." „WaS prcbigt ber Pfaffe von biefem unb jenem Gebotc, es gilt ja so nichtS, er bcachlel'S ja felbft nicht." „Beim erfien Donnerroettet foil ber Blitz in feine Habe fahren unb ber Tenfet foll alleS hoten." .HStte ihn boch frit her ber Teufel geholt, bevor er baS Sicht bet Welt erblicftc." ©otche unb dhntidhe Rebe-btumen befommt man alle Tage Uber ben HochwUt* bigen zu horen unb roerben ihm roohl auch mitunter offen ins Angcstcht gefchleubert. Welches Wergetni« folche VethLltnisse zwifchew bem Hirten unb seiner Herbe zur Folge haben miiffen, welchen Respect in»-besonbete bas fpottfiichtige junge Botk unb bie Kinber bie alleS mit anhoren unb sehen, vor ihrem geistlichm Httten betommen — bag bebarf (einer nfiheten AuS-einanbersetzung. ^Da« Bolk wcih sich nicht zu rathen unb zu hel* fen. Den Gemeinbevorflanb, einen unbeholfenen, un* fetbfi&nbigeu Lanbmann, hat ber Pfattet tangfl butch List unb Schmeichetei auf feine Seite gebracht. Daher gefchieht in Gemeinbcangelegenheiten nicht« ohne ben Bcitalh bes Pfarrcrs unb roie biefer ausfdllt, bttrfte aus bem bishcr Gesagten (iar fein. Die Gemeinbe* infaffen ftehen in biefer Bezichnnz ohne Hilse ba, ganz ber WillkUr bes geistlichen Pascha anheimgegcbcn. Unb es ist auch fein Lbseheu. bah bie ©ache bald beffer roerbe, benn an ben Btschof sich zu roenbrn haben bte Pfarrinsafseu ouch nicht ben Much, ba sie meinen, bet Pfarrcr Habe jetzt (einen Vorgesctzten mehr, ba betselbe gleich nach ber Resignation bes FUtst* bifchofS bte Tafei in bet ©acristet mil bem Gebete: »Pro antistite nostro Bartholomeo“ entfernen lietz unb fUt bcnfelben bet bet Bcspct an Soun- unb Feiertagen bas Ubltche Gcdcl rocglatzl. (Schlnh folgt.) — (Abvoca ten unb Vertheibiger in ©traffachen.) Vom (. k. DbcrlanOesgeridjte fttt ©teicrmail, fiaruten unb Stain roitb befannt gemacht, batz auf Grunb bee § 214 ber Sltafprozeh-Orb. nung m bte Ltste bet Bertheibiget in ©ttassachen fttt daS Jahr 1873 oufgenemmen wurden: Mr daS Her-zoglhum Krain. A. Advocate«, a) in Laibach. Die Hcrren: Dr. Ahazhizh Karl, Brolich Johann, Dr. Costa Ethbin Heinrich, Dr.GoldnerFriedr., Konscheg Florian Dr. MofchSAlf., Dr. Munda Franz, Dr.Pfeffercr Ant., Dr. Razlag Jak.,Dr.Rudolf tint., Dr. Sajovic Josef, Dr. SchreyRob.Edlerv., Dr. Suppan Josef, Dr. Suppan-tschilsch Franz, Dr. Steiner Joh., Dr. Wurzbach Julius, Edler v. b)Am flachen Lande. Die Herren: Dr. Bralkovics Franz inGurkfeld, Dr. Burger Josef in Krainburg, Dr. Deu Eduard in Adelsberg, Dr. Lo^ar Gregor in Wippach, Dr. Menzinger Josef in Krainburg, Ogrinc Joh. in Rudolfswerth, Dr. Rosina Joses in Rudolfswerth, Dr. Skedl Johann in Rudolfswerth, Dr. Spazzapan Stefan in Wippach, Dr. Wenedicter Jgnaz in Gottfchee. Endlich B. die in die Venheidigerliste liber ihr Ansuchen Auf-genommeneu, die Herren : Dr. Ribitsch Wilhelm, k. k. Notar in Laibach, Triller Johann, k. k. Notar in Lack, Beseljak Paul, k. k. Notar in Adelsberg. — (ConstSciert) wurde gesteru abends die heutige Rummer deS „Slovenski Narod." Ein Artikel Lber daS Verbot der fUr heute anberaumten Volksver-sammlung foll der Grund diefer Mahnahme gewefen sein. Der Satz war bereils auseinandergenommen. — (Humane Spende.) Der krainische Lan> tag hat dem krainischen Aushilssbeamten-Kranken.Unter-stlltzungSvereine 50 fl., Graf v. Beust 20 fl. ge-fpendet. — (Handlungsball.) Wie wir vernehmen finden die Karten fiir den Handlungsball eine iiber-rafchend schnelle Abnohme, es ist fomit demfelben ein sehr zahlreicher Befuch nahezu gesichert; defenders rllsten sich unsere schLnen Damen, um dem Balle dutch ihr Erscheinen und durch geschmackvolle und reiche Toiletten den HLchsten Glanz zu geben. — (23 Paar Zuchtschase) hat Herr Scholl-mayr im Austrage der krainischen LandwirthschaflS-gefellfchaft in Karnten angekauft. Diefe Zuchtthiere werden an krainifche Landwirthe abgegeben werden. — (Ernennung.) Der Justizminifter hat den AuScullanten Tousiaint Deu zum BezirkSgerichtS-adjuncten in Drachenburg ernannt. — (Zur Predilbahnfrage.) DaS „W. Tgbl." schreibt: Wir miifsen nochmalS auf den an-noncierten ministeriellen Plan, die Predillinie durch daS Abgeordnetenhaus womSglich mit Gewalt durch* zubringen, zuriickkommen. Der Herr Ministerprasident soil einer Deputation gefagt haben, die Regierung wLrde keinen weiteren SchriU in Eifenbahnangelegen-heiten thun, bevor nicht dieses ihr Schohkmd zu Gnaden aufgenommen ist. Wir glauben, Dos Mini-sterium wird durch feinen iibergrotzen Eifer feinen eigenen Pliinen schaden. Je energischer die Regierung darauf dringt, die Predillinie angenommen zu sehen, desto entschiedener wird man im Abgeordnetenhaufe darauf dringen. dah die Frage nach allen Seiten untersucht und nicht liber das Knie gebrochen werde. Der heftige Druck an der einen Seite wird der Natur der Sache nach durch gleich energifchen Ge-gendruck von der anderen beantwortet werden. Wenn die Regierung die Erkliirung abgeben wllrte, sie Halle eS fiir eine absolute Nothwendigkeit, das Monopol der SUdbahn zu befeitigen und Triest eine zweite- Verbindung mit dem Binnenlande ju verfchas-sctt, und wenn sie wetter hinzufetzle, sie wllrde, bevor die Erreichung dieses ZieleS gesichert set, keine weiteren Bahnprojecte begiinstigcn, so wtire Das eine Politik, die wir begreisen wttrden; aber darauf zu be-stehen, datz die neu zu erbauende Concurrenzlinie ge-rade da und dort gehen miifse, ist, wie unS fcheinen will, nicht mehr „Prinzipientreue," fondern Eigen-fintt. Der Herr Ministerprasident ist gewih ein voll-kommen ehrlicher und sehr wohlmeirtender Mann, aber wir fiirchten, datz er die grotze Tragweite der Predilbahnfrage nicht ganz tibcrfteht. Die Cache steht heute so, datz tiberhaupt nut eine Concurrenz moglich ist, die Lackerlinie; die Predilbahn wird, wenn sie auf Kosten der SteuertrLger auSgebaut sein wird, entweder on die eudbahtt verpachtet werden, oder mit dieser zn tin KartellverhLltniS treten. DaS ist der ganze Zweck, aber bevor daS geschieht, hat hosfentlich daS Abgeordnetenhaus noch ein ernsthafteS Wort mit den Herren v. PreliS und Bauhaus zu reden. Promeffen ouf ungnrische Lose itr bif Ziehung am 15. Febrnar d. 3 » Haupttreffer 100.000 fl., L fl. 1.75 und 50 tv. Slempel Lose der wieuer Armev-Lotterie Ziehung am 25. Februar V. I., Hauplircfser 1000 Stuck Ducnten, L 50 t'r. (bti Abnahnie von 5 Sttid 1 Stiick gratis) find zu bezithen durch (53 15) Rudolf Fluek, Weehselstube, Graz, Sackstrahe Nr. 4. Witterung. Laibach, 6. Februar. Skit 5 Uljt morgens Schneefall. SB arm c: Morgen« 6 Uhr 0. 0’, nachmitiugs 2 Ufjt + 0 8" 6. (1872 + 4*0', 1871 + 4.5'). Barometer im rascheu Fallen, 731-11 Millimeler, Las geslnge Lagesunltel der Warme + 0'8“, um 1'4° ilber dem Normale. Augclommcne Frcmde. Am 5. Februar Hotel Klefant. Pait. Peltan. — Slorici, Breitenau. — Hummel, FUrth. — Frau Pirifser, Lilli. — Braida, Simmer uud i'omenfletii, Rfm, Wien. Hole! Slinit %% leu. u. Fidilniau, Prival, Agram. -Jcschenag, Besitzer, BeldeS. — Tavcar, 'I'fairer, Arch. — Kokoschka, Ksm., Wien. — Drechsler, Kfm., Nllruberg. — Frt. Phrim, Finme. - Reiler, Director, Graz - Wini-mtr, Sicii. Hotel En ropa. Roll, Paris. Waulschnra, Trisall. Lolla, Sissek. Moliren. Savklli, Schneider, Graz. Berstorbene. Den 5. Februar. Anion Mehle, Settler, 73 3., Civilspilal, Luugenodem. — Hrn. Johann Siicfmami, Han-delsmann, sein Sohn Lambert, 4 I., Kapuzincrvorstadt Nr. 85 Rachenbriiune Gcdenltafel liber die am 8. F e d r u ar 1873 stattfindenden Li-citationen. 3. Feilb., Belii'sche Real., Waiisch. Laibach. — 3. Feilb., Pis'sche Real., Podmolnik, BG. Laibach. 1. Feilb., Wkber'lche Real., Sali.og, BG Lack. 1. Feilb., Teccel'sche Real, Hrasche, BG. Krainbnrg. 2. Feilb., Konobel'sche Real., Bnknje, BG. Senoseisch. — 3. Feilb., Zalar'sche Real., Bruiindorf, BG. Laibach. 3. Feilb., L-iembon'sche Real., Bruundorf, BG. Laibach. Weber'sche Real., Selzach, BG. Lock. 3. Feilb., Theater. Heute: Priiizessin von Trapejunt. Komische Operette in 3 Akleu von Jacques Offenbach. P e r s o n e n : Prinz Kasimir, souverciuer Beherrscher von Knipperhausen . ............................Hr. Mibaiier. Rafael, sein Sohn...........................Ft. Kropp. Sparabrap, desfeu Erzieher . . . . . Hr. Ausim. Sabriolo, Director emer SeiltLn^rtruppe unb Jnhaber tints Wachsfiguren-Labineis Hr. Zmereuz. Zanella, l f ■ n-,.. Fr. Wauer. Regina, I fCmt $dd,lU...................Frl. Hardt. Paola, seine Schwester......................Fr. Kroseck. Tremolini, Clown bti Cabriolo .... Hr. Stoll. Ein Lotterie-Direclor.......................Hr. Pollat. Telegramme. Wien, 5. Fedruar. Der Finanzausschutz be-schaftigt sich mit der Berathung fiber die Aufhebnng der Jnseratensteuer'. Der Prasident des Abgeord-netenhauses von Hopfen erklart geschaftsordnungs-gemcih die Berathung dieser Vorlage in dieser Sai-son als unmoglich, weil das Abgeordnetenhaus in dieser Sache bereits ein beantragtes Gesetz abgelehnt Hal. Dumba beantragte eine Resolution: die Regierung set aufzufordern, bti der Steuergesetz-Reform die Aufhebung deS ZeitungSstempelS und der Jnseratensteuer zu berucksichtigen. Der Finanzminister erklart solchergestalt eine vorlaufige Sistierung der Berathung als wiinschenswerth, damit die Regie-rung schlitssig werde; wird angenommen. Der fti-nanzausschuh erledigte die Beamtenvorlage bis § 14. Der Antrag Herbst: das SubcomitS solle im Ein-vernehmen mit der Regierung ein Specialgesetz wegen der nothigen Aenderungen in der Rangstel-lung der politischen Beamtcn vorbereiten und dem Ausschuh vorlegen, wird angenommen. Telegrapbischer Coursbericht am 6. Febniar. Papier-Renic 68.70. — Silber-Renie 72.80. — lBtJOtc Lt^alS-'Luleheu 103.75. — Bankaciien 970 —Credit 333 25 - London 108.90. — Sillier 107 75. — K.!. Miin?-Ducaie:i —. — 20-Franc-Sti:cke 8.67'/,. Johann Lnckmann, Handelsinann in Laibach, Adele Lnckmanit geb. Rack mit deren mimiliibigeii Kindern Antouie, Adeline und Jeanette geben ihren Berwaiidlen, Frennden und itit'laiiiilni die traurige Nachricht von deni plotz-lichen Hiuscheiden iljrrs iiinigst geliebtcu Sohues, beziehungsweise Brnders fitmlirit iitdtmnmt, wtlcher eben das vierte Lrbensjabr volleudete. Die Beeidigung finbet am 7. Februar uni 3 Uhr uachiniltags vom Traucrhanse Wienerslrahe 9ir. 85 stall. Die heil. Seelenmessen werden in verschie-denen Kirchen gelesen werden. Um stille Theilnohnie wild gebelen. ^ Laibach, 5. Februar 1873. Wolmniist. mil 3 bis 4 Zimniern, lichl, irocken, famnit ZugehSr, in der Niihe des Hanptplatzes oder der Slernallee, wird bis zum kommtnden Georgllcrmiue gesnchl. Der Znstaubtbringer ti bdll 10 ft. Belohnung. Naheies in der Expediliou dieses Blat,e«. (75 - 3) C. *9. II si man h „zur goldenen Quaste“ Laibach, Hanptplatz, empfiehlt sein stets mit dem Neuesten gill sortiertes Layer von: Selden- und Woll-Crepin, Gallons, Quasten, Behange, Spangen, Woll-, Seiden- und Pelz-Fransen, schwarz und larbiy Reps, Atlas, Noblesse und Taffetas, schwarz und Tarbiy Seiden- und Baumwoll-Sammte, Woll- und Selden-Plijsch, schwarz und farbig Noblesse, Faille, Atlas, Molrfee-und Sammt-Bander, schwarz, weiss und farbig Baumwoll-, Zwlrn-, Seiden- und Woll-Spltzen, weiss und schwarz, glatt und fafonniert Seiden-Tiill, *, und Blondgrund fiir Brautschleier, Gaze, Frou-Frou, Hutschleler, lull' anglais, Batist-Clair, Moul, Crepe-Llsse, gescblungene und gestickte Moul-, Batist- und Leinen-Streifen, Mousselin, Organtln, Aermelfutter und Futterleinen, Sarsinet, Rercall, Vor-hang- und Schlafrock-Quasten, weisse Vorhang-Halter, Mobel-Chenillen-Fransen und Crepin, Wagenborten, Lelnen-und Percail-Bander, Knopfe jeder Art, Seide, Zwirn, Na-deln etc. etc. Restellungen nach Auswarts werden postwendend expe-diert und GegenslHnde, die nicbt auf Lager, bereitwilligst liesorgt. (12—15) #ai8$38$$$^iC38$m386:5$#8$iKSS£-gESE38638tiK | An die Gltern N! | © Sicher wirkendes Miltel gegeu Eiugeweide- *5 ffiUrmer jeder Art ist EJ insbefoiibtrt fiir Kinder geeignet, da man denselben N dies fpielenb bcibringen tatin. Štefan Sipocz, W Apotheker in Fttnskircheu. A PreiS per Stuck 80 fr. Zu haben bei Herrn F. C. Mayerhoffer, Dro-guist in Wien; Herat Purgleltner in ©ran; I* Herrn Zambra in B otzen; Herrn Jos. FdrSk M in Pest. (590—9) Druck von Jgn. b. Xleinmayr A Fed. Bamberg in Laibach. Berleger and fib Mr Redaction verantwortlich: Dttemer vambrrg.