^ ^<(^^^ — Kamstag den 12. October 1839. I l l v r i e n. ^aid ach, am to. October. 3m 3. d. M. Abends um 8 '/- Uhr sind Se. Excellenz der Herr Feldzeugmeister Graf Nugent, in Begleitung deS Herrn General-Commando.Abjutanten, Major Carl Ritter v. MerlenS, zur Besichtigung der Truppen, von Klagenfurt hier eingetroffen, und haben heule Morgens die Reise nach Carlstadt allein fortgesetzt. Die k. k. ttlprische Landcsstelle hat, im Einvernehmen mit dem k. k. AppcUacionsgerichte zu Klagen-fürt, den in Privaldiensten stehenden Bezirkscommissäo von Senosetsch, Franz Laßnig, zum Actuar erster Classe bei dem für den heimgesaglen Bezirk Senofelsch neu errichteten l. f. provisorischen Bezirks^mmissa« rlnte zu ernennen befunden. — Laibach am 5. October 1829. Trie st, 20: S aus dem ungar. Küstenlande und 22 aus dem Kirchenstaate; im Ganzen 302 SHiffe. Schifffahrt in priest: 3lm ^. October. Boston: Vyron, Shaw, Ämerik., in 67 Tagen, mit Val)ia: Voxidar, Craglievich, Oester., in 67 Tagen, mit Zucker. Liverpool: Carolina, Qlicnquich, Oestcr., in 2Z Ta»^ gen, mit Manilfacttircu. Co n st an ti ii 0 p e l: Geru salemme, Calogrin, Griech., i» 26 Tagen, tliit Maiö. Smyrna: Maccaro. Nadoincich, Oester., in Zo Tagcn, mit Valonea. Alexan dria: Eugenio cd Amalia, Tandan, Oester,» in 7^ Tagen, mn Baumwolle. Tromsöe: Nayaden, List, Dän.» in 55 Tage», mit Stockfischen. Catania: Oivma Providenza, Galatiotto, Sicil., i» in 6 Tagen, mit Soda. Messina: Saluatore, Nicheli, Sicil., in 87 Tagen, mit Agrumen. Am 5. dito. Samoß: Athina, Zalanghira, Griech., in »3 Tagen, mit Rosinen u»!? Scidc. Samos: Fcratis. Papas, Griech. , in Si Tagen, mit' Rosinen und Scide. Samos: Madonna, Marangu, Griech., in 27 Tagen, mit Nosincn. Samos: Gorgü, Nretas, Griech., i>, «^ Tagen, mit Rosinen, Oporto-. Flor d'Amizade, Des^lvalobo, Porlug., in L>? Tagen, mit Zucker und Naffch. Rio Janeiro: Mercury, Pearce, Engl., in loc,^ T.igcn, mit Kaffeh. Samosi Tumbasi Chiossi, Griech., in »« Tagen, mit Rosinen. Am 6. dito. Patrasi: St. Nicolo, Mitrvpulo. Griech.» in »L T^>»' gen, niil Hafer. Gala'cz: St;. Nicolo, Vanghel'uare, Gnech., in 56' Tagen. mit Mais. Am 7, dito. O s 5ssa : Draaos. Obilovich , Oester., itt Z3 Tagen, mir Getreide. Alexandria: Gio^anne Francesco. Gliubislavich,< Oester., in 55 Tagen, niit BonMwolie. A in st e r d a m : Vrow Marlha , H oslcn, Ha»nov<,, ill' 66.Taaen. mit Zucker. ^. Scutari: Teutonics, Radim^i> OeM- < in^ 9 "V">" Mit versch^ W.^ ^ 326 Schweiz. Ein Theil der Simplonstraße ward durch die Rhone zerstört. Die Depeschen kommen uns nur auf einem Umweg zu. Der Verkehr zwischen Lyon und Genf ward ebenfalls unterbrochen. Die Brücke am Eingang vom Fort I'Ecluse ist zusammengestürzt. Das Gcniewtsen hat eine fliegende Brücke zum Pas-siren der Wagen angelegt. Die Verheerungen aus der Golthardstraße scheinen nicht geringer gewesen zu seyn. Briefe von Tessiu und Uri geben ähnliche Schilderungen, wie flüher bei der großen Uebel« schwemmung von 1825. (Nouv. vaud.) Frankreich. Di« Acte, wodurch di« französische Regierung die neue Republik Texas anerkennt, ward am 25. Sept. von dem Marschall Soult unterzeichnet. Di« Unterhandlung warb in» Namen von Tex^S durch Herrn Anderson belrieben. Man versichert, Hr. Pon? tois habe viel zur Anerkennung von Texas beigelra« gen. (Constii.) Hr. Teste scheint sich ernstlich mil dem Gesez-zesentwurf über die, Organisation und Compelenj des Pairshoss beschäftigt zu haben. Mittelst dieses Gesetzes hofft er ohne Zweifel eine Revision der Sep-ttmbergesetze zu bewerkstelligen. Es soll ein« Com: Mission dazu ernannt seyn, und der Minister soll da? zu zwei Deputirte der Opposition als Mitglieder.erwählt haben. Unccr den Gesctzesenlwürftn, die der Kammer nach ihrer Eröffnung vorgelegt werden sollen, führt man auch einen über die Verantwortlichkeit der Schiffscapicane und einen andern über die Bildung der Handelstribunale an. Der Siegelbewahrer bereitet eine Arbeit über die Civilveranlworl-lichkeit der Gemeinden vor. , (Temps.) Die Revue du Cher enthalt folgende Details iiber die Ankunft des Don Carlos zu Vourges: „Die Besorgung der Tafel des Don Carlos ward von dem Wirthe dis Ho'tel de France übernommen. Man hat ihm keine W>iche gegeben, und vor der Hausthür« stehc keine Schildwache. Ein Secrelac der spanischen Botschaft ist in Vourges angekommen. Auch fanden sich mehrere legitimistische Besuche in Bour-ges ein/und darunter derVicomteWalsh, Redacteur der Mode. Am Sonntag empfing Ton Carlos den Maire, den General Volrol und den Erzbischof. Don Carlos spricht wenig und scheint sehr angegriffen. Dic Prinzessinn von Beir^ tragt in ihren Zügcn den Ausdruck tiefen innern Schmerzes. (Allg. Z.) B p a n i e n. Der Moniteur enthält ein Schreiben aus Tolosa über dic Sensation, welche die Rtise des französischen Vclschüfters durch Navarra auf einer Straße gemacht h^t, »reiche noch den Tag zuvor unzugänglich gewfscn ftp und worauf man seil sechs Jahren keinen Reisenden mehr gesehen habe. »Wlr wurden, heißt «S darin, von der Bevölkerung gleich, sam auf den Händen gelragen. An der französischen Gränze drückte man uns Wunsche auS; jenseits der Brücke begrüßte der Gouverneur Hrn. v. Numigny im Namen der Königinn und dankte ihm für einen Schrill, der kräftig zur Sicherung der Pacification beitragen müsse. Der Eintritt des Botschafters und seines Gefolges in daS spanische Gebiet ward mit Kanonensalven begrüßt. 3» Irun standen alle Truppen unter dem Gewehr. General Oraa stellte dem Notschafcer die Civil? , Militär, und Iustizbeamten vor. Der spanische Consul gab ein Essen, wobei die Musik der Regimenter aufspielte. Wir wurden von Irun nach Tolosa durch eine Cavallerieabtheilung begleitet. An allen Orten wurden wir von den Behörden begrüßt, und überall fanden wir Vorbereitungen, um uns aufzuhallen. In allen Anreden ward der Name btS Königs und Frankreichs mi-t Dank genWznt; überall vernahmen wir den Nuf des Frie« dens und der Beibehaltung der Fueros» Die Freude und der Enthusiasmus der Bevölkerung lassen sich nicht beschreiben. Die von Leiden abgemagerten G«» sichter schienen zum erstenmal wieder zu lächeln. Das Volk dieser Provinz scheint wie aus einem Traume zu erwachen,- es ist, wie wenn ein Wunder gesche: hcn wäre. Die Befestigungen waren auf der ganzrn Linie auf Befehl Espartero's dem Boden gleich gemacht. Der Zustand der Verwüstung des von uns durchreisten Landes läßt sich kaum schildern. Es ist ein schauderhafter Anblick. Jetzt ist H°ff"ung an die' Stelle der Verzweiflung getreten. Wir sahen die Straßen mit Leuten bedeckt, die sich Gluck wünsch: ten, sich wiederzusehen; andere trugen Gcräthschaf-len, die sie in den Stä'dllN verborgen hatten, in ihre Wohnungen zurück. Die Dörfer fangen an, sich wieder zu bevölkern." Zu Cordova fielen bei der Ankunft der Nach? richt von dem Vertrag zu Vcrgara Unordnungen vor. Nalionalgardisten durchzogen, mit dem Säbel in der Faust, die Straßen, rufend: „Fort mit dem Frie. den! Es lebe der Krieg! Tod den Moderados!« Es scheint nicht, daß die Behörden «ingeschritten seyen, um die Ordnung zu wahren. (Allg. Z.) Nachrichten aus Prats de Mollo an der ca-talonischen Gränze zufolge war der Graf b'Esvana am 22. September an der Spihe von h bis 5000 Mann in die Stadt Camvrcdon eingerückt, deren Besatzung si^ in das Fort zurückgezogen hat. Der größte Theil der Einwohner von Campredon hacte sich oei Annäherung des Grafen d'Esvana nack Frankreich geflüchtet, und die Stadt selbst soll ein Raub der Flammen geworden seyn. — Die Belagerung dcs Fotts hüben die Carlisten bereits aufgehoben. 327 Die Morning - Chronicle sagt über die spanischen Verhältnisse: „Unsere Briefe aus Ma. drio lassen eine Auflösung der Cortes erwar» ten. Dieß wutde das Signal seyn fär den Wie? deransang der Intriguen der französischen Parte! ge? gen dtn Frieden und die besten Interessen der Halb' ins«l, welche die Beendigung deS Vürgelkrieges so lange verzögert haben. Dieß Project des Madrider Cabinets, welches durch seine Organe bestätigt wird, hat das Publicum und die Presse der Hauptstadt be, reits sehr in Harnisch gebracht. Der Graf de las Novas trug in der Depulirtenkammer darauf an,, daß jeder Minister, der die Constitution vtrletze, mit d,m Tode bestraft werden solle. Es sep, sagle er, eine Verletzung der Constitution, wenn eine Versammlung der Cortes N5ch der andern aufgelöst und die Steuern erhoben werden, ohne daß man den Cortes Zeit lasse, sie zu bewilligen. Das gegenwär» tig« Ministerium, wenigstens der General Alaix, löste die vorigen CorleS auf, weil die gemäßigt Partei sich ihm widersetzte und seine officiele Stellung bedrohte. Die neue Wahl brachte ihm eine «xaltirte Majorität, die ihm eben so wenig zu behac gen scheint. Die Schwierigkeit ist, herauszubringen, welche Majorität dem General Alaix geneym seyn würde. Er kann weder mit einer gemäßigten, noch nnt einer exaltirten Majorität leben, d. h. sein Ministerium ist mit den CorteS überhaupt ynvertrag« lich. Dieß sind die Argumente und Folgerungen des Echo und sie sind leider nur zu wahr. Wir haben mchlS gegen den General Alaix als Kriegsminister, noch auch bestreiten wir, daß er vermöge seiner Verbindung mit Espancro großen Einfluß ausübt. Daß er ader in einem Jahre zwei Eortesuersammlungen auflöst, ist für ein constilutionelles Land doch ein zu kavaliermäßiges Benehmen und außerdem auch höchst gefährlich. Die sogenannte exaltine Paitei «st so gemäßigt, wie es nur ein Freund eines konstitutionellen Thrones wünschen kann. Man kann sie keiner Gewaltthat oder des Ullraliberalismus beschuldigen. Sie aufzulösen und somit alle Lebensfragen aus drei Monate hinauszuschieben, bloß weil der General Alaix die Physiognomie Calatrava's nicht leiden kann, ist eine Absurdität, welche die Exaltirten erbittert, und sie und das Land zu den Excessen von iL22 zurückbringen muß." ^ss V) Großbritannien. Journalen aus Westindi.n bis zum 22. August zufolge halte der Gouverneur von Jamaica das Ver-sammlungöhaus bis zum 10. Scpc. prorogirt. Lei« d,r verweigern die Neger in mehreren Bezirken die Arbeit. Die Crmen verfaulen deßwegen auf dem Halm. (Etandarl.) Gsmanischcs Veich. Von der montenegrinischen Granzc, 12. Sept. Mit der Gänzregulirung zwischen Oesterreich und Montenegro gcht es llotz der Anwesenheit des kais. russischen Hosraths v. Tschcffkin, nicht vorwärts, ,a «s fehlt sogar nicht an Stimmen, welche behaupten, daß mit dem Vladika allein eine Verständigung weil leichler zu crzwrckcn ware. — Die di-eßjähiige außerordentliche Trockenheit bedroht Montenegro mit einer förmlichen Hnngersnoth, Es ist säst nichtS gewachsen. Der Vladika soll aus diese» Rücksicht an König Otto um Erlaubniß, daß mehr zzleinmaur.