Pränvmlialions prusk: Für Laibach: Banzjährig . . . k fl. 40 tr. Halbjährig . . . 4 „ 20 „ Vierteljährig. . . 2 „ 10 „ ttonotlidi . . . — „ 70 „ M i t der Post: Bav,jährig . . . 11 fl. — kr. Halbjährig . . . 5 „ 50 „ Biettcljührig. . . 2 „ 75 „ ftih Zustellung ins HauS viertel- jährig 25 Ir., monatlich » kr. Smzelne Nummern 8 kr. Laibach er Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. R r tu kt ion «ahnhosgasse Nr. lir. «tpiMtinu und ßumvi: »ongrebplatz Rr. 81 ^Suchhandlui'.j von it. v.KleinmavrKF. Bamterq' Inskrlionspreisc: Für die einspaltige Prtitj-il« 3 kr bei zweimaliger Lmschaltung i> 5 kr dreimal ii 7 kr. 3n|ertion«flem|>it jedrsma! "0 ft. itici größeren Inseraten t'.iib :;ictn Einschaltung entsprechend:r flabatt. alnstag, 7. Oktober 1871. Morgen: Brigitta. Montag: Dionisins. 4. Jahrgang. gaben, befestigte aufs neue die Liebe und Anhänglichkeit des Bolkes an die königliche Witwe. Im heurigen Frühjahr noch wohnte sie mit dein Prinzen von Wales der feierlichen Einweihung und Eröffnung der Zentralhalle in London bei, unlängst aber ließ die Fürstin den Premiermeister Gladstone zu sich bescheiden, wie es hieß, um ihren letzten Willen aufznsetzcn. Der Jahre lang genährte Trübsinn scheint ihre sisische» Kräfte untergraben zu haben und, waS man offen nicht eiuzugestchen wagt, auch auf ihre sonst so hervorragende Geisteskraft nicht ohne Einfluß geblieben fein. Sprach es doch unlängst Disraeli, das Haupt der Tories, in einer vielbesprochenen Rede offen aus: Die Königin sei körperlich und sittlsH unfähig geworden, die Regierungspflichten zu erjfctleu. Der Redner ersuchte Mar hinterher sämmt-liehe anwesende Berichterstatters der Zeitungen, dn Ausdruck ..aiul movally“ zn»strWen,. weil die große Al'asse ihn nicht im silososischeii %(iinc, wie er ihn gebraucht habe, zu fassen vermöge -.''allein der orakelhafte Spruch macht nun die 'Rimd^Wi) die Welt und in diplomatischen Kwirb rill«!# heute bereit« die Möglichkeit eines nahen Thronwechsels in England in Rechnung ziehen müsse». Das Unglück der Königin, deren Glück einst sprichwörtlich gewesen und der niemand das ehren volle Zcuguiß versagt, daß sie cs besser als irgend einer ihrer Vorgänger oder einer der lebenden Mou-archeti verstände« habe, zwischen den Parteien die Neutralität der Krone aufrecht zu erhalten, erregt begreiflicherweise das engliche Bolk auf das tiefste. Aber die zu Tage tretende Stimmung ist nach der Schattirnng der Parteien eine ganz verschiedene. Die Tories, der Adel, überhaupt die konservative Partei, treibt stark auf Abdankung der Königin hin. „Was soll nnS ein Staatsoberhaupt," rufen ihre Organe ans „das man nie zu sehen bekommt, ausgenommen etwa in Gestalt einer einfach gekleidetm Frau, die in einer bescheidenen Kutsche hastig von einem Bahnhöfe zum ändern hnfcht, um sich davon zu machen?" Der Adel ist eben unzufrieden, weil eS keine ..tirawing rooms - und keine glänzenden Hoffeste mehr gibt, weil er seit langem schon von der Umgebung der Königin fern gehalten wird, hauptsächlich wohl auch, weil das Whigministerinm Gladstone unter der Schattenherrschaft Biktoria's allmächtig geworden ist. Das beste Mittel, um wieder zn Macht und Einfluß ;n gelangen, Min kt ihnen die Erhebung des Prinzen von Wales zu einer bedeutsamen Stellung, etwa gar die Erhebung desselben zum Mitregenten oder Uebernahme der vollen Regentschaft von seiner Seite. 3n England, wo man das Königthum gewisser maßen nur als Ornament, als äußere Verzierung am gewaltigen Baue des Staates betrachtet, darf eine solche spräche nicht auffallen, r as englische Bolk ist seiner überwiegenden Mehrheit nach loyal und eckt monarchisch gesinnt; das hindert jedoch nicht, das; cin großer. Theil des Volkes auch der Meinung ist, der Ban könne auch ohne die Verzierung bestehen, ein organisches RegierungSshstcm müsse von selbst arbeiten, selbst bei Abwesenheit oder Unthntigkcir der nominellen Oberhauptes. Es darf uns daher nicht Wunder nehmen, wenn in der liberalen Presse un gescheut die Frage erörtert wird: „Solider Prinz von Wales regieren oder nicht?" Es erregt keinen Anstoß, wenn man sein Privatleben an die Oeffentlich-feit zieht, obschon es wenig empfehlendes darüber zu melden gibt und er sich überall nur im ungünstigsten Lichte zeigt. Als er z. B. unlängst bei den Manövern zu Aldershot auch den Soldaten spielen Nr. «30. Königin Biltori» von England. Die Krankheit der Königin Viktoria scheint nach den letzten Nachrichten aus England leider eine Wendung zu nehmen, die das schlimmste besorgen läßt. Es schwebt cin geheiinnißvolles Dunkel über ihrem Leiden, das man sich in Kreisen, die darüber Auskunft gebe» könnten, offenbar scheut, vor der Welt zu enthüllen. Man weiß zwar, daß die Königin, die erst im Mai dieses Jahres ihr zweiundfünf-zigstes Jahr vollendet hat, feit dem Tode ihres au-gcbctctcn Gemals, des Prinzen Albert, also schon seit einem Jahrzehnt, tiefer Melancholie verfallen ist, die mitunter zn so bedenklichen Anfällen führte, daß man wiederholt an die Einsetzung einer Regentschaft dachte. Die Trauer der Herrscherin, der ein und dasselbe Jahr die Mutter und den Gcmal geraubt, hatte insbesondere um den geliebten Gatten fast die Fori» eines Kultus angenommen, der sic Jahre lang, wenn nicht ihren Herrfcherpflichtcii, so doch den Anforderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse entfremdete, und gegen dessen ungemindertc Fortdauer im Volke wic in der Tagespresse nicht selten Mißbilligung laut wurde. Zwar während der letzten Jahre wurden diese Stimme» etwas seltener, seit die Königin, ohne ihre Trauer abzulegen, mehr in die Oeffcntlichkeit znrückznkchren begann, ja sic verhallten vollständig mit der Herausgabe der beiden Bücher: „Early life of tlie Priiice Consort“ (1867 Iugendleben des Priuzgemals) und ..Leaves from tlie Journal of our life in the Highlands“ (_18G8) lTagcbuchblätter aus unserem Leben im Hochlande). Der Eindruck dieser Schriften, die von dem Charakter des Dahingeschiedcucn und ihrem glücklichen Familienleben cin so anziehendes Bild §teititi‘efon. Der ftrniucr Schuecbcrg. Freiherr v. Ezoernig beschreibt in der „Trieftet Ztg." eine Besteigung des krainer Schneeberges im vorigen Sommer folgendermaßen: Allen meteorologischen Profczciungen, welche noch für mehrere Tage schlechtes Wetter mit Gewißheit vorherfagtcn, Trotz bietend, verließ ich Trieft am Abende des v. Juli 1870, nnd erreichte bei hcf-tigcin Sciroceo-Regensturm in wenigen Stunden die aiidbflhustatiou ^t. Peter. Unweit derfelben befiu-den sich zwei Gasthäuser, welche ziemlich genügende Unterkunft bieten. Am Morgen des 3. Juli hatte sich das Wetter höchst befriedigend geklärt und der Anblick der beschneiten Kuppe des krainer Schneeberges trieb ;n eiligem Ausbrnche. Bis Grnfcubninn (ffoocuifch Knezak) wurde ein Wagen benützt. Der Ort liegt au der alten Straße von St. Peter nach Fiume, mich meiner mmvoidbaroinctrifchen Mtffuiig in einer Seehohe von 1766 W. F. Hier erwartete mich der bestellte Führer, cin Forstwart des Fürsten Schönburg, Besitzers der 4 Onadratmeilen großen Waldherrschast Schuecbcrg. Da an diesem Tage noch viel Arbeit bevorstand, wurde ohne Verzug aufgcbrochcn. Es war 6 Uhr früh. Auf waldlosem Boden ziemlich eben dahinschrci-tcnd, ließen wir den Weiler ICoritonca, die letzte Ansiedluug auf der Westseite der Schneebergwälder, zur Rechten nahe seitwärts liegen und erreichten in zwei Stunden beit Saum deö Forstes. Die Devastation der ersten Wcgstrcckc wird durch den Umstand erklärlich, daß jene Gründe Eigenthum der Gemeinde sind, und zur Weide für Schafe und auch, trotz des bestehenden Verbotes, für zahlreiche Ziegen lenützt werden. So lange hier, und ebenso in Istrien, wo der gleiche Mißbrauch üppig fortwuchert, nicht die bezügliche» Verbote energisch gehandhabt werde», ist a» einen Erfolg der hie und da stattsindenden Wiederaufforstungsversiiche nicht zu deukeu. Die Wanderung durch fccu Wald bot nichts bemcrkenswcrlheS. Derselbe besteht aus hochstämmigen Buchen, mit spärlichen Tannen gemischt. In verschiedenen, der Sonne unzugänglichen Schluchten lag alter Schnee, dessen untere Schichten zu einer homogenen, firnartigen Masse zusammengebackeu sind, nnd welcher den Bewohnern der Umgebung in heißen Sommern einen kleinen Verdienst dadurch verschafft, daß das Eis ausgehoben und nach Triest verkauft wird. Ich bestimmte die Sechöhc des tiefst gelegenen dieser Eislöcher, Mikuln genannt, mit .'5493'. Nach fünfstündigem Marsche von Grafenbrunn ans erreichten wir eine Schäferhütte, Grdadraga genannt. Sie liegt auf ebenem, waldnmsänmtcn Wiesenplan, in einer Höhe von 3570', und dient fünf oder sechs Hirten zum Unterstand. Gleichzeitig enthält nc die Käserei. So freigiebig das Oberhaupt der Hirten mit Milch nnd Topfen (alias Ouark) war, wurde uns doch die käufliche Üeberlassung von Käse abgeschlagen.^ Ein Theil der Hüter bleibt jede Nacht bei drn.. Schafen, welche durch das öftere Abfeuern von Schießwaffen und durch große Hunde vor den hier häufigen Bären und Wölfen beschützt werden. Wir selbst sahen cm diesem Tage die ganz frische Führte eincS großen Wolfes. Tie Hütte starrte von Schmutz und enthielt kein Heu. Die Einwohner schlafen auf dein bloßen Boden neben dem Fener, und daher eignet sich dieses nur aus leichten Brettern zusani-memgefiigte Bauwerk für Tonristen iuinfar.* nicht zum Nachtquartier. . . ■ ES gibt noch einige Schaferhütten im Schnee-bcrgrevier. Da sie aber alle denselben Komfort bir »oute, aber eine prachtvolle Brigade englischer Rei-terei in einen Morast führte, wo sie dem sichern Untergange prciögegeben gewesen wäre, hätte es Ernst gegolten, da stellten die Blätter wenig schmeichelhafte Bergleiche zwischen ihm und den deutschen Prinzen an. „Satnrday review" erkennt an, daß der Thronerbe ein „geübter Zweckesser" sei, daß er dem ge« schästige» Miissigange huldige und ihm Tanbenjagd nothwendiger erscheine, als die Geschäfte, aber das Blatt schließt dennoch: „Ein König von England braucht ja auch gar kein Genie oder Held zu sein, das wäre gar nicht wünschenSwerth; Gelegenheit aber, Takt, Klugheit und Fügsamkeit im Jnterresse des Gemeinwohles zu zeige», gibt es genug." Leider ist der Prirz auch in dieser Beziehung gerade das Widerspiel seines Vaters. Welche Bedeutung wußte sich Prinz Albert trotz des Mißtrauens, das ihm als Ausländer überall begegnete, welche Anerkennung und schließlich welche Bolksthümlichkeit durch die Förderung der materiellen Interessen und die Hebung der Volksbildung zu erringen! Wie ganz anders der nun dreißigjährige Thronerbe von Großbritannien, der es gleich einem seiner Vorfahre», dem Prinzregenten u»d nachherigen König Georg IV. (1820—1830) bis jetzt nur zum Rufe eines Helden von Ehebruchsprozessen, Verschwenders und SportS-mait gebracht hat, so daß man offen die Frage erörtert: „Ist der Prinz von Wales ei» Gentleman? Wen» auch heute nur erst die Republikaner, die sich aus irischen Feniern und englischen Bummlern rekrutiren, offen erkläre», daß sie die Thronbesteigung des Prinzen von Wales nicht dulden würden, und die angeborne englische Loyalität laut gegen eine solche Verleugnung monarchischer Gefühle pro-teftirt, so ist doch nicht abzusehe», welche Konflikte in England entstehen konnten, sollte plötzlich ei» Monarch, nur getragen von de» Sympathie» der „ober» Zehntausend,“ automatische» Liebhabereien huldigen. Das Volk ist eben nunmehr durch 40 Jahre die strengste Ehrbarkeit und das makelloseste Familienleben während der Herrschaft Wilhelm IV. und Viktoria's auf dem Throne zu schaue» gewöhnt worden, so daß ein ausschweifendes Gebahren und Orgien nach der Weise des Prinzregeuten heutzutage Reich und Verfassung in ihren Grundfesten erschüttern müßten^___________________________________ Politische Rundschau. Laibach. 7. Oktober. Inland. Der Landtag vo» Niederösterreich hat über die Wahlordnungsvorlage der Regierung Gericht gehalten und unbarmherzig den Stab gebrochen. Nur vom Statthalter Weber und einem klerikalen ten, wie die eben geschilderte, übergehe ich ihre Namen. Eine kurze Rast, und weiter ging'S. Bald gelangten wir in strauchartige B»chenbestä»de. u»d als wir uns mühsam genug durch deren zähe Aestc Muchgearbeitet, beträte» wir die Krummholzregion, welche auf allen Seiten 8—1)00' unter der Kuppe beginnt. Eine herrliche Alpenflora zog vor allem unsere Aufmerksamkeit auf sich; nebst Edelweiß und Alpenrose» begrüßten uns das du stellte Kohlrösche», unter abschmelzenden Schneefeldern das zartgefranste Köpfchen der kleinen Alpenglocke, dann die Alpenschafgarbe, der großblulhige Enzian und »och viele an-bece jener kurzstengelige», farbe»gl»he»de» Alpen-Btumeit, bereit stummer Gruß von jedem so lief empfunden wird, der sich dem Studium der „lieblichen Wissenschaft" jemals, wenn auch nur vorübergehend, ergeben hat.* Einem Graben folgend, welcher von Nord nach Süd streicht, erreichten wird ohne Schwierigkeit die höchste, von einer verwitterten Triangulirungspyra-mide gekrönte Kuppe. Die Uhr wies die zweite Nach- * Al» spezielle botanische Raritäten jene« Fundortes bezeichnet Ritter u. Tvmmasini, der Nestor der kiistenlLndi-schen Botaniker: Edraianthus Kitaibelii D. 0. — Arabis Scopoliana Boiss. — Scabiosa silenifolia W. K. — Hypericum lticherii Yill. und Cirsium pauciflorum Reich. Abgeordneten wurden schwache Versuche gemacht, die Regierungsvorlage gegen die schweren Anklagen, die gegen selbe erhoben wurden, zu verteidigen. Dagegen wurde einstimmig von den Rednern, die dagegen das Wort ergriffe», kräftig und im Tone der Entrüstung, welche "die Verletzung des öffentlichen Rechts bewußtfeius, die Schleichwege einer freiheitfeindlichen Regierung ciitgcbcn, die gänzliche Verwerfung der Regierungsvorlage gefordert. Und sie wurde mit allen gegen zwei Stimmen verworfen. Alle anderen verfassungstreue» Landesvertretungen werde» diesem Beispiele solgen. Denn der Zweck aller dieser Vorlagen geht dahin, die Vertretung der Intelligenz zu schwäche» und den Landgemeinden mehr Sitze zu verschaffen, das heißt, de» klerikal - feudalen Elemente» in de» verschiedene» La»deöverlret»»ge» das Uebergewicht sicher». Darum eutgegnete ei» Abgeordneter dem Vertreter der Regierung, der über Mangel an Vertrauen klagte, ganz richtig mit de» Worte» des Dichters: „Krieg ist ewig zwischen List und Argwohn, nur zwischen Glauben und Vertrauen ist Friede." Dagegen wurde der Landesausschuß beauftragt, in der nächsten Sessio» eine» Gesetzentwurf wegen Vermehrung der Abgeordneten jener Bezirke vorzulegen, welche nach Volkszahl und Steuerkraft bisher zurückgesetzt waren, auch wurde ein Gesetz volirt, welches für Wien den Zensus auf zehn Gulden hcrabsetzt. In Prag wird, wie das „Vaterland" berichtet, heute die eigentliche große Ausgleichsbombe platzen und »icht nur die Adresse, sonder» auch die vom Grafen Elam-Martinitz ausgearbeitete Denkschrift über die staatsrechtliche Frage in die Öffentlichkeit Hinausschleudern. „Wenn wir nicht irren — fügt das „Vaterland" schelmisch bescheiden bei — enthält der Adreßeiüwurs die Danksagung für die in der kaiserlichen Botschaft ausgesprochene feierliche Anerkennung der historischen Rechte Böhmens, während in der Beilage der i» jener »iedcrgclcgten Aufforderung entsprechend das Verhältniß normirt wird, in das die Krone BSHmen zu den übrigen Königreichen und Ländern tritt und mich der Weg äuge geben wird, wie mit Berücksichtigung des Status quo zur definitiven Feststellung jenes Verhältnisses zu gelange» sei." Das Verhältniß Böhmens zum Reiche wird also in Prag normirt — das Reich muß am Ende noch froh fein, wenn man ihm gestattet „ja" zu sagen. Die czechische Kommission, die über die Land-tagöwahlordimng berieth, hat die Ungerechtigkeiten der Regierungsvorlage noch vermehrt, indem sie den ezechischen Landgemeinden noch neue sechszehn Stimmen zutheilte. Weiter hat die Kommission, da durch Mittagsstunde; wir hatten von Grafeiibrnnn an sieben effektive Marschstunde» zurückgelegt. Der hohe Temperaturstand (10° R.), die ganz unbewegte, fast dimstlose Atmosfüre luden uns zu einem längeren Aufenthalte auf diesem erhabenen Standpunkte ein, dessen großartige Rundschau, mit Ausnahme des zwischen Nordwest und Nordost liegenden Kreissegmentes, durch keinen höheren Berg beengt wird. Zuerst zieht der Quarnero das Auge auf sich; »»bewegt, alpenseeähnlich liegt er da; man verfolgt die Ostkuste Istriens über die lorbeerbegrünten Gehänge von VoloSca, Abbazi“ und Louraua hin bis zur Punta bi Fianona. Bios der »ahe, mäßig vorliegende Monte Maggiore hindert es, daß man ganz Istrien übersähe. Doch verfolgt man bis zu den Höhen über Parenzo hin die Bergzüge dieser Halbinsel. Von da an nach Norden bis zum Golfe von Triest bildet das Meer den Hintergrund. Der Canale bi Farasina, den Purpurglanz der Sonne reflektirend, führt uns von der islrischen Ostkiiste nach Cherso, dessen Berge, der Monte Syß und im Hintergründe der Monte Osfero, letzterer schon dicht der Insel Lussiu gegenüber, durch ihren Abstand untereinander die sehr bedeutende Länge dieser Insel zeigen. Durch den, wie auf der Laud- die Abwesenheit der Deutschen und der mangelnden Anwesenheit von drei Vierteln der Abgeordneten die Aettdentug der Landesordimug unmöglich, wohl die Kurie der Handelskammer-Abgeordnete» bcibehalte», ihre Zahl aber von fünfzehn auf vier rednzirt, gerade so viel, als absolut in den Reichsrath entsendet werden müssen. Ist'ö gleich Wahnsinn, so liegt doch Methode darin. — Eine andere Version, wornach die Regierung in den deutschen Bezirken für die abwesenden Abgeordneten Neuwahlen auszuschreiben beabsichtigt und sich davon einen Erfolg für ihre Politik erhofft, halten wir für zu absurd, um daran zu glauben. Für so verblendet halten wir nicht einmal diese Regierung, mit z» glauben, daß sie in Deutschböhmen ernstlich auf Anhänger zu rechnen wagt. Ein wahres Juwel, ein wahres Musterbild dessen, was der feudal-klerikale Staatsrechtsspuk zu leisten vermag, ist die Adresse des Vorarlberger Landtages. Wir empfehlen dieselbe unserem Landtage zum eingehenden Studium, falls er etwa Lust haben sollte, sie noch zu überbieten. Wen» die Czechen Anerkennung ihres „StaatSrechteö" erhalte», warum sollen die Vertreter des „Lau. cs" Vorarlberg nicht auch die „Anerkennung der althergebrachten Stellung" vom Kaiser von Oesterreich verlangen? Verlangen und erhalten die Czechen für das Königreich Böhmen die vollste Selbständigkeit bis -an die Grenze desjenigen, was sie für die Erhaltung eines Begriffes Oesterreich iwthwendig halten, warum nicht auch das Land Vorarlberg? Verlangen die Ezecheu Parität des Königreiches Böhmen mit Ungarn, warum soll das Land Vorarlberg nicht auch „die gleichmäßige Mitwirkung aller Länder zur öffentlichen Ordnung" verlangen! Und rüstig neben dem Ezecheu schreitet der Jesuit einher. Der Papst wird als oberster Richter in Sachen _ der inneren Gesetzgebung Oesterreichs augerufen, auf fein Geheiß find die aboiniuablcn Maigesetze z» kassiren, seine Aufsicht über die Schule» ist wieder einzuführen. Wer nicht undankbar sein will, muß die Vorarlberger Adresse unstreitig als den Lichtpunkt der ganzen bisherige» LaudtagSkampagne erkläre». Ausland. I» Straßburg waren für de» 28. Sept. große Demonstrationen der Franzosenfreunde angesagt, der Tag ging indes? ruhig vorüber. Die französisch gesinnte „Jndustriel Asacien" berichtet darüber: „In der Stadt war nichts von irgend einer Aufregung bemerkbar. Die Bevölkerung hat begriffen, daß eine offen feindliche Haltung unnütz fei und gefährlich werden könne, und sie hat im tiefsten Innern ihres Herzens die Gefühle verborgen, $0T Fortsetzung in der Beilage. karte, in allen seinen Details unterscheidbare» Canale die Mezzo ist Cherso von Veglia getrennt, welches wieder durch den im Winter so oft von der heulenden Bora gepeitschten, von unserem Standpunkte aus nicht sichtbaren Canale della Morlacca vom kroatischen Kiistenlaiide geschieden wird. Nach Südosten sahen wir viele der Küste parallel icheitde Bergreihen, deren jäher Abfall ins Meer die vielen vortrefflichen Häfe» bildet, au beite» jene Gestade so reich sind, Ucberragt werden dieselben von zerrissenen Spitzen, dem Systeme der großen Kapella angehörig, unter welche» die Pyramide deS Kiek eine» imposante» Anblick bietet. In derselben Richtung, tief int Hintergründe, dämmern duuflc, bewaldete Höhenzüge auf. Da mau die ganze Breite der Militärgrenze (Ogiiliner Regiment) genau unterscheiden kamt, müssen dieselben die nördliche Widerlage des ThaleS der Unna im nordwestlichen Theile von Türkisch-Kroatien bilden .... Türkei! Die Fantasie beginnt, an diesen kleinen Greuzwinkel anknüpfend, einen Fing zu den Marmorpalästen am goldenen Hont . . . .; wer da will, kann oben ausgiebig träumen. Doch kehren wir lieber zur Betrachtung der Aussicht zurück. Beilage zum „Vaibacher Tngblatt" Nr. welche sie nicht (aut werden lasse» durfte." Ei» Berichterstatter der „Nationalzeitung" bemerkt zu diese»! Berichte: „Wahrhaftig, wir habe» eine» viel bessere» Begriff von der Straßburger Beuöl kerung, als dieser Filister, der bei einer politischen Demonstration auf den Nutzen schaut, und dein, gleich Falstaff, Vorsicht der Tapferkeit besserer Theil ist. komisch ist, was derselbe Korrespondent von de» Verkauföläde» sagt: „Biele der Magazine waren halb oder ganz geschlossen." - Unter de» halbge-schlossene» sind solche zu verstehe», welche die Schaufenster geschlossen, die Thnren offen halte». Solcher gab cs allerdings einige. Es waren solche, die i» einer bisher in Pcnezien und Warschau unerhörte» Weise das Nützliche mit bei» Angenehmen zu verbinde» wußte». Ihr Herz trauerte — das hatten die Schaufenster zu bedeute», aber ihre Ha»d machte auch am 88. Geschäfte — selbst mit Deutschen." Der neue deutsche Prüsekt von S t r a ß b »r g hat nach dein „Impartial de l'Est" ei» Zirkulär an die katholische Geistlichkeit i»t Elsaß gerichtet, folgenden Inhalts: „Die kaiserliche Regierung hat sich die Ueberzcugung verschafft, daß die katholische Geistlichkeit die Hauptschuld an der Agitatiou im Elsaß trügt; sic hetzt im Privatgespräche uuö vo» der Kanzel die Bevölkerung gegen die gegenwärtige Vage der Dinge auf. Die Regierung wird daher von NUN a» de» Klerus streu ge überwache» taffen, um mit dem ganzen Ernst des Gesetzes gegen die zu verfahren, welche die staatsbürgerlichen Pflichten verletzen." Der „Franks. Z." schreibt man aus Berlin: ■ „Es gab wirklich thörichte Leute, welche sich den Kops darüber zerbrachen, wie die großen Summen, welche der BundeSkasse durch die Zahlung der sran-zösifchen Kriegskontribution zustießc», Verwendung finden wurden, denn nach Zusammcnrechitiuig der zur Heimzahl,»ig der Kriegsschulden, zur Bildung des Jnvalidensondes, zum Retablissement, zu Dotationen und Entschädigungen »»d zur Bildung des Reichskriegsschatzes bestimmten Gelder sollten immer »och etwa 200 Millionen THaler übrig bleiben, für die doch eine passende Verwendung gefunden werden mußte. De» Sorgen dieser ängstliche» Leute wird die neueste, aus militärische» Kreise» stammende Nachricht wohl theilmeise ein Ende machen, da sie eine sehr bedeutende Ausgabe in Aussicht stellt. Das Ziuidiiadelgewehr hat nämlich, wie die neuesten Untersuchungen ergeben haben, so viele Nachtheile, daß cö uothwendigenveise durch ein neues ersetzt werden muß und zwar scheint mau dem Werdergewehr de'u Vorzug geben zu wollen. Rechnet man, daß zur Füllung unserer Zeughäuser für alle Fälle eine Anzahl von rund zwei Millionen Gewehren ....... .........................mm Da ist gleich im Vordergründe unserer Rundschau der Risnjak; wild und zerklüftet überragt er die Louifeustraße, mehr nach Osten daö Ländchen der Gottschecr, etwas weiter der Horinvald. Breit, fruchtbar und gesegnet liege» da vor uns die Fluren und Höhen Kraius; gerade nach Norden der Aiokric, näher als er der Jatzörnig, neben dem ein Stückchen des Zirfuitzer Sees hcrvorlugt. Die Aussicht wird im fernen Nordosten durch die dem Quellgebiete der uutersteierischeu Sau» an-gehörigen Gebirge begrenzt; mehrere erkennbare Spitzen gehören den Snlzbachcrn an. Die Kara-vanken müssen im Norden sehr deutlich sichtbar sei» ; uns war der Anblick dorthin durch Dünste umflort, die auch den Triglav verbargen, den wir am Morgen von einem weit niedrigeren Standpunkte aus in silberstrahlender, gewaltiger Majestät erblickt hatten. Der Naitos im Nordwesten ist seiner Nähe »ud Masse wegen für die Schneeberg - Rundschau charakteristisch; doch überragen ihn deutlich die höheren Erhebungen des Ternovaner Waldes: Galati und Merflavetz. Manch eilt srischbeschneites Silberhorn der Görzer Alpen erscheint in gleicher Richtung; das auffälligste derselben ist der Kr». Undeutlich sicht 230 vom 7. Oktober. uothwendig ist, so erfordert, bei einem Preis von 15 Schälern per Stück, die Neuanschaffung eine Ausgabe von 30 Millionen Thalern. Es bleiben also nur noch 170 Millionen Schaler, für deren Verausgabung man sorgen muß." Der spöttische Ton dieser Korrespondenz, welcher der bekannten scharfen Oppositionspolitik der „Franks. Z " entspricht, darf nicht irreführen. Von verschiedenen Seiten wird bestätigt, daß die ganze deutsche Armee neue Gewehre bekommen soll. Mit der R ä u in u u g des französische n Gebiets geht cs langsamer als die Franzosen erwarteten. Das ganze Oise-Departement ist noch besetzt. Am ‘28. v. M. zogen dic Deutschen zwar von Mcaux ab, aber in Elcvmont und den übrigen Ortschaften liegen noch Baient. Es heißt, sie sollen dort bleiben, bis das Schichal des neuen Elsaß-Lothrin-ger Zollvertrages definitiv entschieden ist, da sie, falls derselbe zu Stande kommt, sofort nach Deutsche land abiuavfchiveti nnd nicht mehr in Frankreich verbleiben werden. In Paris erzählt man zur Abwechslung wieder, cs seien alle Schwierigkeiten betreffs der Zollfragc beseitigt; mau fügt hinzu, daß ein Theil der deutschen Truppen den Jura (eines der sechs Departements, die »ach der Unterzeichnung des Vertrages geräumt werden sollen) verlassen habe, ohne durch andere ersetzt zu werden. (Letztere Nachricht wird aber durch keinen deutschen Bericht bestätigt.) Im Jura und anderwärts werden die Franzosen schon noch einige Zeit den Anblick der Pickelhauben ertragen müssen. Vielleicht trösten sic sich darüber mit dem Gebaute» a» die russische Freundschaft. Der politische Klatsch i» Paris hat »ämlich neue Nahrung daran« geschöpft, daß Graf Orloff, den mau als zukünftigen Botschafter Rußlands bei der französischen Regierung bezeichnet, kürzlich in Versailles war und eine lange Konferenz mit Herrn Thiers hatte. In den offiziellen Kreisen schmeichelt man sich seitdem mehr denn je, daß eine russisch-französche Allianz zu Stande kommen werde. —• Gescheit werden die Franzosen, wie man sieht, noch immer nicht. Am 30. (September wurde» endlich alle Polizci-kvmmissarc in Paris vor den Polizeipräfekieu, General Valentin, geladen, der ihnen ankündigte, daß die „Zeit der Verhaftungen vorüber s c i;" in Znknnst dürften nur noch solche Personen festgenommen werden, die im Verdachte ständen, ganz ernste Dinge unter der Kommune verbrochen zu haben. Dic Regierung sah sich zu dieser Maßregel veranlaßt, weil die Zahl der Verhafteten so groß wird, daß kein Platz mehr vorhanden ist, um sie unterzubringen. Leute von besonderer Bedeu- tung wurden übrigens in der letzten Zeit nicht mehr bares Mittelgebirge zieht sich zwischen ihm und dem Golfe von Trieft hin. Dic Knppe dcü SchncebcrgcS selbst, deren Höhe nach meiner barometrischen Messung 5522', nach jener dcS Katasters 5334' beträgt, bominirt als felsige«, mit zahlreichen Mulden eilten Schnees bedecktes Horn zunächst eine» mehrfachen Kranz von Waldbergen, welche sich nach allen Seilen hin in einem Halbmesser von et tun fünf Stunden ausdehnen. Gegen die Militärgrenze setzen sich die Wälder ohne sichtbare Unterbrechung fort. Eine auffallende Erscheinung ist das Vorkommen mehrerer, nicht über 40' langen und etwa 10 bis 12' breiten Klüfte in der Schnecbcrgkuppc. Dic Tiefe mag manche 100 Fuß betragen, da der Schall des Aufschlagens eines hinabgeworfenen Steines erst nach 8 Sekunden mein Ohr erreichte. Die Spalten scheinen senkrecht abzuteufeu. Die ans- und einspringenden Winkel der entgegengesetzten Kluftränder ergänzen sich ans das genaueste und die inneren Wände der Klüfte sind merklich weniger verwittert, als daö z» Tage liegende Gestein. Seit Jahrhunderte» wurde der kramet Schnee-berg als ein Herd vulkanischer Erschütterungen betrachtet. Dic letzte Serie derselben begann am I. März 1870, an welchem Tage die in der Luftlinie nur verhaftet, lieber die Anhänger der Internationale wird aber nach wie vor eine strenge Ucbcnuachmtg ausgeiibt. Dieselbe läßt gegenwärtig eine große ’,'(» = zahl Proklamationen i» Paris verbreite». Zwei ihrer Agenten, die jeder au Tausend Proklamatiouen bei sich hatten, wurden im „Grand (Safe" des 14. Ar* rondiffementö verhaftet. Am 30. v. M. traf König Amadea von Spanien auf seiner Rundreise in Logrono, bei» Aufenthaltsorte des greisen E S p a r t e r o, ein. Der alte Staatsmann begrüßte den König mit einer lau gerat Ansprache, worin er den jungett Monarchen als die kräftigste Stütze der Freiheit und llnatchnn gigfeit bes Landes bezeichnete. „Sollten die Feinde des Vaterlandes wagen," fuhr Espartero fort, „die Freiheit zu bedrohen, so werde der König an der Spitze der Armee und der Miliz es verstehen, die selben zu vernichten und auszurotten." Seine schwache Gesundheit habe ihm nicht gestattet, den König persönlich in Madrid zu begrüßen, er hole dies jedoch nach, und erkläre er daher nochmals, daß er treu die Person Autctbco’s als König von Spanien anerkenne. liebet bic republikanischen Bewegungen unter den englischen Arbeitern veröffentlicht bie „Times" einen Brief Polters. Es heißt bavin: „Um bas Verlangen nach republikanischen Institutionen, welche in England cmfangett gehört zu werden, zu würdigen, muß man sich vor allem ins Gcdüchtiiiß rufen, daß Millionen unserer Landsleute nicht zufriedengestellte Bedürfnisse haben und durch ungerechte Abgaben niedergedrückt sind, daher es im sere bessern und Mittelklassen nicht »mindern darf, von einem Theile der arbeitenden Klassen ein solches Verlangen gestellt zu sehen. Es ist gegen die Natur der Armen, mit einer kostspieligen Admittl ftvatiou in Frieden zu leben. Der Vergleich in diesem Punkte zwischen England und Amerika fällt so sehr zu Gunsten des letztem au«, daß man sich wundern muß, wenn die englischen Arbeiter bisher zufrieden geblieben find, indem sic bic Vorthcilc Bruder Jona thans unter einer Republik bewunderten, ohne ein Gleiches zu wünschen. Dic konstitutionelle Mon archie, in der wir leben, fiel in außerordentlich glück liehe Zeitverhältnisse. Durch ihren Charakter, ihre Aufführung und ihre häusliche Lebensweise sicherte sich die Königin einen Platz in den Herzen des Volkes. ES bleibt abzuwarten, ob ihr Nachfolger weise genug sein wird, ihrem Beispiele zu folgen. England bot während der Regierung seiner gegenwärtigen Herrscherin einen so angenehmen Kontrast gegen die meisten europäischen Staaten, daß viele von tut«, welche in der Theorie Republikaner sind, so tauge Royalisten bleiben wollen, bis sich über- o’/a Meilen vom Gipfel entfernte Ortschaft Klana fast gänzlich zerstört wurde und dauerte noch im Juli 1870 — mit Unterbrechungen fort. Diese Umstände und die Beschaffenheit der Klüfte lassen uermnthen, daß letztere einer neueren vulkanischen Bewegung ihren Ursprung verdanke» dürften; allerdings schwerlich der neuesten, da bie Verwitterung auf der Innenseite der Spalten offen bar schon einigen Einfluß ausgeiibt hat. ES war 3 Uhr 30 Minuten Nachmittag«, als wir die kleine Odyssee des Abstieges begannen. Gar bald machte ich dic Bemerkung, daß dem Führer der cinzuschlagcndc Weg auf der Ostscite de« Berges ganz unbekannt war, da diese nicht zu seinem Reviere gehörte. Nun übernahm ich selbst die Führung. Daß c« au zärtlichen, fesselnden Umarmungen Seitens der Latschen nicht mangelte, daß wir ein oder das andere mal, in der Hoffnung, über einen Bergabhang absteigen zu können, Wände fanden, die uns zwangen, umznkchrcn und den Versuch auf dem jenseitigen Abhange yt wiederholen, wo es gelang, sind Details, die bei ähnlichen Anlässen nie fehlen. Schließlich, nachdem wir etwa eine Stunde ver lorcn hatten, die bei richtiger Kenntniß des einzuschlagenden Wege« erspart worden wäre, erreichten wiegende mtb höhere Beweggründe für eine vollkommene Umgestaltung unserer nationale» Institutionen im populären Sinne geltend machen." Zur Tagesgeschichte. — Es wurde kürzlich nach der „Linzer Tagespost," ein Akt der Rücksichtslosigkeit, welchen der Stadtpfarrer in R i d, Herr Sebastian Freund, gegen den schwerlranken Gemeinderath Engelbert Wetzelsberger beging, sowie die von der Gemeindevertretung Ried dieses Vorganges wegen in der sogleich einberusenen Gemeinderathssitzung beschlossenen und unternommenen Schritte mitgetheilt. Herr Engelbert Wetzelsberger veröffentlicht nun an Herrn Kanonikus und Stadtpfarrer Freund in Ried im „Rieder Wochenblatte" einen offenen Brief, in welchem es unter anderm heißt: „Hoch-wlirdiger Herr! Am 15. September l. I., während ich in Krankheit schwer darniederlag, ließen Sie meine Schwiegermutter, Frau Anna Schachner, vor sich kommen und erösfneten ihr nachstehendes mit dem Aufträge, mich davon durch meine Gattin in Kenntniß zu bringen : „Ihr Schwiegersohn, Herr Engelbert WchelS-berger, der mir stets lieb und werth war, hat, obwohl vielleicht nur überredet oder Überlistet, die Dvllinger-Adresse mit unterschrieben. Bon dieser Stunde au gehört er nicht mehr zu den Unseren nnd ich mache aufmerksam, daß, wenn der Wider,ns dieser Unterschrift von seiner Seite nicht erfolgt, die heilige» Sterbesakramente ihm verweigert werden und er int Falle des Todes ohne Glockengeläute und ohne Begleitung eines Priesters bestattet würde. Sollte sich aber dennoch ein abgefallener Priester vorfinden, der ihm das letzte Geleite gibt und die Seelenmesse liest, so werde ich das Allerheiligste aus der Kirche entfernen." Ich frage Sie nun, hochwürdiger Herr, im Angesichte des ganzen Volkes, warum, wenn ich Ihnen „stets werth und lieb war," haben Sie mit dieser Botschaft gezögert, big ich wehr und kraftlos darniederlag? Warum traten Sie nicht in gesunden Tagen und in eigener Person, Mann gegen Mann, zu offener Rede und Gegenrede an mich heran? Fühlen Sie nicht, daß es der guten Sache und des edlen Menschen umvevth ist, eine geängstigte Frau mit Drohungen zu foltern, nur daß ihr sterbender Mann aus Mitleid mit der Gequälten seine Ucbcrzeuguug verleugne? Und wenn nun dennoch mein geliebtes Weib, obgleich zerrissen von unsäglichen Schmerzen, die Kraft gesunden hat, zu dulden und zu schweigen bis zu nt heutigen Tage, der ihr erlaubte, ohne Gefahr für meine Gesundheit und mein Leben, Ihre Botschaft an mich zu bestellen — wie nennen Sie da diese Kraft'? Es ist die Kraft jener Religion, die sich erbarmt des Leidenden, die den wir die Sohle des Grabens, der wir nun pfadlos und von dichtem Buchenwalde beschattet folgten. Später fanbeit wir Wegspnren, endlich einen veritablen Waldweg. Stets in hochstämmigem Forste marschirend, ohne jede Aussicht und Möglichkeit anderer Orientirung als jener durch den Kompaß, erreichten wir bei Einbruch der Nacht bett Saum des Forstes, nnd unt 10 Uhr Nachts, nach fi'/Jtütt^ bigem ununterbrochenem Marsche vom Gipfel aus, Jgenborf (slov. Jgovas), 1831', bas erste Dorf aus der Nordseite des Berges. Hier waren wir überrascht, ein reinliches und gut gehaltenes Gasthaus ztt fitibcn. Des Eigen-thümers Name ist Mlaker. Bon ba an erreicht man in zwei und einer halben Stunde zn Wagen über LaaS und Zirknitz bie Snbbahnstation Nakek. Für Solche, welche den krainer Schneeberg besteigen wollen, mache ich bie Bemerkung, daß in Grafenbrnnn ein Nachtlager nicht leicht zu erhalten ist. ES müßte deshalb in St. Peter oder Jgendorf übernachtet werden. Von jedem dieser Orte ans könnte man bis etwa 2 Stunden unter den Gipfel ein Reitthier benützen. Führer rc. würbe über vorhergegangene Anfrage der sehr zuvorkommenbe Bürgermeister von Illyrisch-Fristriz, Herr Jelouscheg, besorgen. Betrübten ttostet, dem Verlassenen beispringt, den Gebeugten mtflichtet, der Religion bet Liebe, Oer Versoh mtttg, des Erbarmens, jener Religion, in deren Namen Sie sich vermessen, mich zu verfluchen und selbst über das Grab hinaus mich zu verfolgen" u. s. tu. — Schon im Jahre 1864 würbe jedem Feldwebel (Earabiniere) in den südlichen Bezirken Italiens, in welchen sich bie Briganten in den Schluchten ttnb Wäldern Herumtreiben, Hunde zur Verfügung gestellt, um die Räuber aufzuspüren und dieselben ab-zusattgen. Diese Maßregel wurde Heuer in den Abruzzen neuerdings eingestihrt und jedem Feldjäger ein Kalabreserhund beigegeben. Aber auch die Briganten haben sich bissige Hunde der gefährlichsten Raße zu verschaffen gewußt, welche den königlichen Hunden auf-paffen. Es kam schon zu förmlichen Hunbescharmützeln; sie zerfleischen sich gegenseitig und fallen auch ruhige Landleute an. — In Weggis bei Luzern leben in einem Hanfe in patriarchalischer Einfachheit und Eintracht Urgroßvater, Großvater, Vater und dessen bereits erwachsener Sohu beisammen. Der Urgroßvater, 96 Jahre alt, trinkt alle Morgen nüchtern ein Glas Dbftbrannlwein; bann geht er in bie Kirche. Nachher verzehrt er zum Frühstück mit ungestörtem Appetit eilte Mehlsuppe worauf die Arbeit beginnt. Sein Sohn, ein Siebziger beginnt regelmäßig feinen Tageslauf mit einem Bittern, nachher Besuch der Messe, bann Mehlsuppe und — Arbeit. Der britte Abstämmling, ein rüstiger Fünfziger, wie nicht minder der vierte, ein kaum dem Rekrutendienste entwachsener junger Mann , hoffen gleichfalls das hohe Alter ber 'Hüter zu erreichen. Thatsache ist, daß gegenwärtig Urgroßvater und Groß vater so wenig au’s demnächstige Sterben benken, als Vater und Lohn. — In Bezug auf bie Gesänge n e n b e r Kommune schreibt man ans Paris: Thiers hat sich endlich entschlossen, vor Einbruch der Winterkälte die größte Anzahl der Gefangenen in Freiheit zu fetzen. Auch die konservativsten Kreise, welche der Amnestie sich widerfetze», schaudern vor der Langsamkeit zurück, womit die Milttürjustiz ihr Handwerk treibt, mindestens 20.000 Unschuldige und ihre Familien grausam verschmachten läßt mtb sich an ber Bevölkerang für bie Schmach von Sedan u. f. w. zu rächen sucht. Die letzten Urthule der Kriegsgerichte in Versailles verstoßen so grimmig gegen den gesunden Menschenverstand, gegen die geringste Rechtskenntniß, gegen Gerechtigkeit und Menschlichkeit, sie tragen so sehr den Charakter roher Unwissenheit und Rachsucht einer bis-(rebitivten Soldateska, daß der Skandal allen Gebildeten die Schamröthe ins Gesicht treibt. Thiers hat neuerdings bie Kriegsgerichte zur Beobachtung des An staudeS verhalten. -- Die beiden Löwen, die einandei bis auf die Schwänze auffreffen, haben im Londoner zoologischen Garten Nachahmung gefunden. Wie gewöhnlich wurde dort ein Kaninchen in einen Käsig geworfen, um von dessen Insassen, einigen Boa Constrictors und Riesen schlangen, veispeist zu werden. Plötzlich merken die Zuschauer, daß eine der größten Riesenfchtaugen nicht allein das Kaninchen, sondern auch eine der Kolleginnen von der Klasse der Boas verschluckt hatte. Nur drei bis vier Zoll vom Schwänze der Verschluckten ragten noch anS dem Munde der Verschluckerin hervor, als der Wärter in den Käfig sprang, die letztere fest am Halse faßte und es so dem Schlangen-IonaS möglich machte, rücklings aus dem Bauche der gefräßigen Freundin herauszukriechen. Die Gelehrte» sind der Ansicht, daß das Kaninchen den Anlaß zu diesem seltenen Freundschaftsbeweise bot. ‘Die Boa Constric-tor, etwa sechs Fuß lang, hatte sich in baS Kaninchen verbissen und konnte dasselbe in Folge der Konstruktion ihrer Kauwerkzeuge nicht mehr loslassen, als die Riesen-schlänge, etwa 11 Fuß lang, aus den nämlichen Braten Appetit bekam und die Kollegin selbstverständlich mitverschlnckte. Diese hatte nicht int mindesten Schaden genommen, und nachdem der Wärter die Entbin-dnngS-Operation glücklich vollzogen hatte, kroch sie ver-söhnungSvoll an die Seite der rcumüthigen Sünderin und lebte mit dieser in schwesterlicher Eintracht. iW* mtb Provinzial-Attgelegettheiten. Lokal-Chronik. — ((Ernennung.) Der LuuöeSpräsibent hat eine bei ber Bezirkshauptmannschaft Umgebung Laibach erlebigte Bezirkssekretärsstelle im Uebersetzungswege beut k. k. Bezirkssekretär Bartholomäus S ch l i 6 a r verliehen unb den k. k. BezirkSgerichskauzlisten Anteil Wallanb zum Bezirkssekretär für die k. k BezirkS-hauptmamtfchaft in Krainburg ernannt. — (Petition des kath. Vereins.) In einer der letzten Landtagssitzungen wurde auch eine Petition des katholischen Vereines in Laibach vom Landeshauptmann mitgetheilt, ohne daß derselbe über den Inhalt derselben etwas hätte verlauten lassen. Was man von diesen Duttkelmännerverein erwarten könne, darüber ist wohl niemonb mehr im Unklaren; und so verlangen auch unsere Ultramontanen nichts weniger, als baß bie Schulgesetze so weit im Prinzip« geänbert werden, daß die Kirche es akzeptiien (wie gnädig) unb ihren Segen darüber ausschütten könne. — Das ist genug, und wir trösten uns nur mit dem bichterischen: Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens; um so weniger können einige ketzerische Li letalucheu diesen Kamps auf nehmen. — (Löwentheater.) Morgen sinbett die letzten zwei Vorstellungen ber Thierbändigerin Frau Casa nova statt, und zwar die erste um 4 Uhr, bie zweite um 7 Uhr Abends. Wir empfehlen allen, welche bie» selben noch nicht besucht, diese Vorstellungen nicht zu versäumen; Frau Casanova leistet wirklich staunetts werthes in der Behandlung ber wilden Bestien. — (Der evangelische Gottesdienst) fällt morgen aus, da Herr Pfarrer Schack in Amtsgeschäften nach Cilli reisen mußte. — (Sauebrücke.) Der Sonderausschuß des steiermärkischen Landtages in Straßenangelegenheiten beantragt über eine Motion des LandeSansschusses fol gendeS : „Der Landtag wolle beschließen: ES sei dem Bezirke Lichtenwatd zum Zwecke des Baue» einer Brücke über die Save bei Fichtenwald ein Beitrag von 2000 fl. ans dem steierischen LandeSsoude, jeboch nur in dem Falle zn gewähren, wenn von dem lrai-nifchen Lanbtage ein gleicher Beitrag zu biefeui Baue beschlossen sein wirb. Der Laudesansschuß werde diesen Subventionsbetrag erst bann flüssig zu machen ermächtigt, wenn bie obenerwähnte Zustchernng gegeben, unb überbies bie wirkliche Ausführung bes Brückenbaues sichergestellt unb diese Sicherstellnng von dein Bezirke Lichtenwald in gesetzlicher Feim nachgewiesen wird." — (Oberlaibach er Bräuhau s.) Wie wir auö der verläßlichsten Ouelle erfahren, hat ein böhmischer Bräuhausingenieur bas eiust Klementsäitfch' sche Bräuhaus in Oberlaibach gekauft unb etabliit ba-selbst unter der Firma: „Böhmisches Bräuhaus" eine Brauerei auf Bier nach Art deS Pilsener, zu heren Betrieb bereits int kommenden Winter ein amerikatw scher Eiskeller angelegt werden wird. Wir begrüßen das Unternehmen und wünschen Glück unb Gebeihen seinem Werke. Hoch der schäumende strohgelbe Gerstensaft ! —- (4keue Industrie am Karst.) In ber Triester Ausstellung sinbeu wir auch bie Steiuindustrie des Karstes vertreten, welcher schon Von den aiömevu ausgebeutet wurde, und nun durch die Finna Cloetta & Schwarz seine frühere Bedeutung erlangt hat. Die Erzeugnisse des Etablissements der erwähnten Firma sind im mittleren Hose ausgestellt und zeichne« sich dadurch aus, daß sie meistens mit Maschinen bearbeitet worden sind. Unter den weißen Steinen bemerkt man eine für einen prachtvollen Palast in Wien bestimmte Säule, - verschiedene große Platten n. s. w. Unter den ausgestellten Marntorarteu befindet sich auch der sogenannte Fiorito tli Tabor, ebenfalls ein Stein des Karstes, dessen Tragfähigkeit, Härte und Solidität für Architekten und Ingenieure besonders empfehlenswert!) sind. Auch die Stücke aus schwarzem Marmor de« Karstes, zu Luxnsarbeiten sehr geeignet, unb bie deS rothen, ans einem Steinbruche in der Umgegend von ginnte, zeichnen sich durch ihren seltenen Glanz und ihre Schönheit aus. — (©in Gemiedener.) Wen» sich je eine Partei arg bloßgestellt und geschädigt ljat, so ist cS die der Slovenen und Klerikalen im steierischen Landtage. Durch die Wiederwahl des frömmelnden Slo-venenapostels und Befürworters mittelalterlicher Marotten, Dr. Hermann, in den Landtag haben sie aller Welt gezeigt, wohin ihre letzten Ziele gerichtet sind. Nach den letzten Ausschreitungen des genannten Abgeordneten im steierischen Landtag jedoch sieht sich selbst die amtliche „Grazer Zeitung" bemüssigt, ihr Verdam-mungsurtheil über das Verhslten des fanatischen Föderalisten unverholen auszusprechen. Ja das „Volksblatt," das Organ des Bischofs Zwerger, zu dessen intimsten Freunden Hermann gehört, sah sich zu dem Geständnisse genöthigt, sein Benehmen habe in den Kreisen der Parteigenossen auss peinlichste berührt. Sein neulich« Widerruf war nicht darnach angethan, den Skandal wieder gut zu machen, da er sonderbar ver-klausulirt war. Die Mitglieder des Landesausschusses meiden dessen Nähe — Hermann sitzt in der Landstube allein auf der Bank des Ausschusses — und sind entschlossen, eine Neuwahl in denselben nicht anzunehmen, sollte Hermann von seinen Parteigenossen nochmals in denselben gewählt werden. Ebenso entschieden weisen auch die anderen verfassungstreuen Abgeordneten eine auf sie entfallende Wahl zurück, falls Hermann abermals Mitglied des Landesausschusses würde. Wenn daher besagter Herr nicht selbst Anstandsgefühl genug besitzt, zurückzutreten, so ist eine Krisis der unangenehmsten Art zu befürchten. — (Papst Pius der I X.) hat sich mit einer Enzyklika vom 5. August an die Bischöfe gewandt, worin er für die vielen Zeichen der Treue, für die vielen ihm von den Gläubigen aus Anlaß des Jubiläums zugewendeten Gaben, mit welchen seiner Noth (?) abgeholfen werden soll, dankt und Hhnmelssegen Uber die Geber erfleht. Daß hiebei den Feinden der Kircde und den Räubern, welche den Glauben und das Recht mit Füßen treten, manches bittere Wort zugeworfen wird, ist selbsteerständlich. Die Enzyklika scheint beinahe einen Geist von Ergebung in das traurige Los des Verlustes der weltlichen Macht zu athmen; jedoch wäre ei wohl zn voreilig, Schlüsse daraus zu ziehen, denn der Vatikan vergißt nichts. Die Bischöfe werden auf gefordert, fest zusammenzuhalten und wie in dichten Schlachtreihcn den Feinden der Kirche, die ja am Ende doch siegen werde, cutgegenzutrelen. Zum Schlüsse wird allen der apostolische Segen crlhcilt. Wir können eö nicht unterlassen, an diese neueste Emanation des Unfehlbaren die Bemerkungen zu knüpfen, daß die vielen Ergebenheitsadressen nicht der Ausdruck der Gesinnungen derjenigen sind, welche selbst und frei zu denken vermögen, sondern, daß diese Adressen von oft zu dienst' eifrigen Klerikern und deren Schleppträgern manchmal schon in bedeutendem Maße fabrizirt wurden, weiters vertrauen wir zuversichtlich, daß es der Kirche, so lange sie den Standpunkt der starren Negation, ihres vielbelirbten Non possumus einnehmen wird, nicht gelingen dürfte, über ihre Feinde (?), d. i. Bernnnft und Wissenschaft zu siegen. (8. Landtagssitzung.) Anwesend der Landeshauptmann, zwanzig Abgeordnete und der Landespräsident v. Wurzbach als Regierungsvertreter. Der Landeshauptmann verliest mehrere Petitionen, die an den Petitionsausschuß verwiesen werden, und theilt die Danksagung der landwirthschasilichen Beamten für die Reguhrung der Gehalte mit. Sodann verliest der Landeshauptmann die vom Abgeordneten Dr Bleiweis und Genossen eingebrachte Interpellation an die Negierung, des Inhaltes: 1. Ob das bei der letzten Land-lagssefsion beschlossene Sprachengesetz für die Mittel, schulen bereits fanktionirt fei oder wo nicht, ob es vor Schluß dieser Session die Sanktion zu gewärtigen habe; 2. ob die Regierung willens sei, die Unterrichtssprache am Gymnasium schon in diesem Schuljahre utraqui-stisch zu ordnen. Der Landespräsident verspricht, die Interpellation in einer der nächsten Sitzungen zu beantworten. Hierauf wird zur Tagesordnung geschritten. Dieselbe umfaßt: 1. Bericht des LandesciuSschusfes über das neue Gemeindestatut für die Landeshauptstadt Laibach. 2. Bericht des LandeSansschnfses, betreffend die Petition der nach Kommeiida St. Peter eingeschulten Gemeinden um Gewährung der Subvention aus dem Glavar'fchen Fonde für den dortigen Schulausbau. 3. Bericht des LandesausschusseS, betreffend die Ergänzung, beziehungsweise Abänderung einzelner Bestimmungen des Straßenkonkurrenzgesetzes vom 14. April 1864 und des Anhanges hiezu vom 18. Jänner 1867. 4. Bericht des Finanzausschusses über den Voranschlag des Arbeitshauses für das Jahr 1872. 5. Bericht des Finanzausschusses über den Voranschlag des Grundlasten - Ablösungssondes für das Jahr 1872, und 6. Berichte des Landesausschusses über Petitionen. Der Abgeordnete Dr. Costa er« sucht als Berichterstatter über das neue Gemeindestatut für Laibach, daß mau diesen Bericht ohne Borlesung dem Sitzungsprotokolle beischließen möge; und Abgeordneter S v e t e c beantragt die Zuweisung dieses Berichtes an den Verfassungs- und Adreßausfchuß, was einstimmig angenommen wird. Beim zweiten Punkte der Tagesordnung verliest Dr. Costa Namens des Berichterstatters Abgeordneten Karl Deschmann den Bericht, und eö wurde der Antrag des Landesausschusses, daß für den Aufbau des neuen Schulhauses in Kommend« St. Peter ein Beitrag von 500 fl. aus dem Glavar'fchen Fonde bewilligt werde, einhellig angenommen. Sodann wird das Gesetz, betreffend die Straßen-Konknrrenz, dem Slraßenausschuffe zugewiesen. Der von Dr. Poklnkar vorgetragene Bericht des Finanzausschusses über den Voranschlag des ArbeitshansfondeS für 1872, wornach den Gefammtausgabeu von 44.542 fl. 76 7s kr. ein Einkommen von 39.805 fl. 50 kr. gegen* Übersteht, also ein Abgang von 4744 fl. 26 '/2 kr. ans dem Landessonde zu ergänzen wäre, wurde einstimmig angenommen. Beim Antrag deS Finanzausschusses über den Voranschlag deö GrundentlastungS-sondes für das Jahr 1872 nimmt der Landtag ohne Debatte den vom Finanzausschüsse präliminirten Voranschlag, und zwar an Ausgaben 627.440 fl. und an Einnahmen ebenfalls 627.440 fl., sowie auch nachstehende Anträge an : 1. Zur Bedeckung des Landesbeitrages für 1872 sei eine 20°/O Umlage zu den direkten Steuer», mit Ausschluß des Kriegszuschlages, dann eine 20perz. Umlage zur Verzehrungssteuer vou Wein, Wein- und Obstmoste, dann vom Fleische einzuheben. 2. Ter LandesanSschuß wird beauftragt, die allerhöchste Genehmigunz zur Einhebung dieser Umlagen zu erwirken. 3. Der Landesausschuß habe dafür zu sorgen, daß alle Geschäfte der Grundlasteu-AblösungSkommisiion bis Ende dieses Jahres oder spätestens bis Ende Juni 1872 zum Abschlüsse geführt werden. Nach Erledigung mehrerer Petitionen, worunter die Abweisung eines Gesuches um Uuterstützung dürftiger Techniker in Graz, wird die Sitzung geschlossen. Nächste Sitzung Donnerstag 12. Oktober. Land- und Hauswirthfchaft. — Obstbäume zu dekorativer Verwendung. Von den vielen Varietäten deS Apfel-bannte« zeichnen sich durch Schönheit der Bildung ans: Als Hochstämme: Gravensteiner, Weißer Astrachan, Kaiser Alexander, deutscher Goldpepping, virginischer Rosenapfel, Langton's Sondergleichen. Banmann's Reinette; als Pyramiden: AnanaS-Reinetle, Muskat-Reinette, Weißer RosmariN'Apfel; als Hochstamm und Pyramide: Winter-Goldparmäne. Außer diesen Kultur-Aepfelbäumen sind es noch folgende Arten, welche ausgedehntere Anpflanzungen verdienen: Der pflaumen- blättrige Apfelbaum. Pirus pvunifolia Wild. Ein in Nord-China, der Tatarei und im südlichen Sibirien wildwachsender, sehr schöner, mittelhoch wachsender Baum oder Strauch, der mit feinen prächtig gefärbten Früchten einen reizenden Anblick bietet. Man hat eine Menge von Varietäten mit verschiedenartig ge« färbten Früchten, von hellgelber bis zu blutrother Farbe, welche zu Anpflanzungen in Gruppen oder als Einzelpflanze sehr zu empfehlen sind. Ebenso findet sich auch eine Varietät mit panachirten Blättern vor, welche ebenfalls einen ganz angenehmen Effekt hervorbringt. — Prächtiger Apfelbaum. Pirus spectabilis Ait. Eine aus China stammende Art, welche ihrer schönen BlÜthen wegen eine ausgedehnte Verwendung als Einzelpflanze, sowie in BoSquel-Anpflanzungen verdient und immer noch zu selten in Gärten gefunden wird. Zu erwähnen sind hiebei die gefüllt blühenden Varietäten mit rother und weißer Blüthe. — Beerentragender Apfelbaum. Pirus baccata L. In Sibirien einheimische Art, welche zu Bosquet-Anpflanzuugen weiteste Verbreitung verdient. Diese strauchartige Art ist weniger als Einzelpflanze denn als Zwischenpflanzung in größeren Gruppirungen vorteilhaft anzmven-den. — Geschmückter Apfelbaum. Pirus coronaria L. Diese aus Nordamerika stammende Art ist gleichfalls besonders ihrer wohlriechenden Blüthen wegen zu auS-gedehnter Anpflanzung zu empfehlen. Witterung. Laibach. 7. Oktober. Morgens stark nässender Nebel. Vormittags Aufheiterung, klarer, sonniger Tag, windstill. Wärme: Morgens 0 Uhr f4.fi", Na«m. 2 Ufa + 11.8" C. (1870 + 17.6°; 186!) -f- 16.3°). Barometer im fallen 739.04 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme + 9.8“ C., lim 3.1" unter dem Normale.____________________________ Angekommene Fremde. Am 6. Oktober. Elefant. Üapajne, Kanfm., Jdria. — Gregoric, Be-scher, Gurkfeld. — Celligoi, Inspektor, Fiume. — Debeljak, Höflein. — Frankovie, Agram. — Patriarch, Kanfm., Agram. -- GregoriL Anna, Pakrae. — Dollinar, Kaufm., Großdolina. — Demmler, Kanfm., Berlin. — Ramor, Kaplan, Wifef. S*“d* Wien. Egger, Villach. - Lnz, Kaufmann, Gottschee. — Junker, Gottsckee. — Hoertl, Kaufmann, Berlin. — Schachermann mit i’ömt), Kaufleute, Wien, »lolireii. Engelhardt, Kommis, Wien. — John, Ge schäftsmann, Wien. Verstorbene. Den 6.0 k t o b e r. Dem Michael Zebenik, Matratzenmacher, feine Gattin Helena, alt 70 Jahre, in der Stadt Nr. 10 an der Lungenlähmung. — Fran Anna Igel, Jn-ftitntSarme, alt 59 Jahre, in der Stadt Nr. 9 an der Ent artnng der Unterleibsorgane. Gedenktafel über die am l 0. Oktober 1871 stattfindenden Lizi tationen. 3. Feilb., Lernivc'sche Real., Dragorsek, BG. Llttai. — 1. Feilb., Kos.m'sche Real., Radna, BG. Gurkfeld. — 1. Feilb., Smerdn'sche Real., Klönig, BG. Adelsbera — 2. Feilb., Beznlak'sche Real., Jelitschenwerch, BG. Jdria. — 3. Feilb., Fegee'sche Real., LapnLe, BG. Wippach. — 3' Feilb., Groheg'sche Real., BG. Tschernembl. Wiener Börse vom 6. Oktober. Staatsfonds. ©clb Ware ZYerc.Nente, öst.Pap. 53.-- 5 S. 10 bto. bto. öst.inSild. 08 80 63 60 -?ose von 1854 . . . f»0- 90.50 dofe von 1860, ganze 'ioje V07.1860, FÜnft. 9j.- 98 2 '. 111. — 111.60 ^rärniensch. v. 1864 . 180 25 136.7b Grnntientl.-Obl. Steiermark ;u5pCt. 98.— 93.- ikarnten. Kralu u. Küstenland 5 * 85.75 k6 - Lngarn. . zu 5 * 19.50 80. — ktroat. u. Slav. 5 * 87.75 88- Biebenbürg. * 5 * 73 60 74.- Aotien. /tarionalbank . . . 768.-- 769 - Union - Bank . . . 258.75 5*59.— Treditanstalt . . . $88 60 288.8t) K. ö. CScompte-Ges. 935.- 9/8.- ünglo-österr. Dank . L5L.75 153. - Oest. Bodencred.-A. . Oeft Hypoth.-Bank. Steter. S^comvt.-Äk. 2i0.- Franko - Austria . . Kais. Ferd.-^tordv. . ny.jo H9.£0 SC 9 S 2110 8üdbahn-G-.!eU'y. . 1U7.I0 U7.90 »ais.EUsadetb-Bahu. Kirl-Ludrvig'-.Babn i3t.50.U85. L6> .50 >61 -- Siebend. Eisenbahn . 173 50 V.4. - Staatsbahn.... 3-6.- 887.-- Ftar.)--3cUf9b.. 20*'.— 2t 5 50 Künf!.-B,rc!cr Llföld-FiuN. Bahn . 171 51 171 50 t7'.l 50 18).- Pfaadll?rlor»3. i Nation. ö.au.scrlc«fc. 89.— , 89.23 Uug. Bod.-Errditaü^. 8).-- üllg.öst.Bod.°^r:dir. U 4 75 1105.- bto. m 8a j. tutfi. . 86.-- 86 .V ®cU> 0est. HyMH.-Baul.! — SMorltüta-ObUg. | Biibb.=@ef. ju 600 ijt. 107.60 bla. iBon» 6 t>5t. —. «orbb. (100 (l. «SH.) 1104.7 6 sieb.-8.(2oon.B.ro.): ssüs Staatebahn Pr. Stück 137.80 SlaatSb. pr. St. 1867 186.60 «l,d»lsSb.(S00fl.«.w.) 88.75 #rnnj-3of.(S00fl.@.) 98,60 Lose. ärebit 100 fl. ö. &>. . 18S.-. zu 10U fi. £SBi. . . Triester 100 fl. SM. . ISO 50 bi». 60 fl. 6.ÜB. .1 69. VIsncr . 40 st. ö.W.i 32.— Salm . „ 40 . „ 40 i'ats . „ 40 | 41.76 j 27— I 1)0 -i 29.50 ! 23 i tu 50 14.— 14. Ware 95.59 108_____ 237.— 105.™ 88.76 138— 13 t___ I». -8.76 16550 1*1.60 BOSS.— 42 60 29.— 88.— 30.— 26.— Silk.— 15.60 MinbilSgr-itz 20 „ I fflalbflein . 20 „ > >ia!eci6 . 10 r 1 ’Kubolfetlift. 108,m.' Wo oheol (3 Sicn.) j AuijSb. loon.filbb.Ml.iioo.— 110.25 äwntf.lOOS. „ . j 100.25,100.60 "jaböit io Bi. ettivl.liis 15 iu.es äiici» 100 Kraacö .; 46 60| 45.70 Klücxen. i La,I. Utlhivtnicatiu. 5.68 ! 5.69 SO-tfcancOftück . . . 9.441 9.45 »icninjtbiltr . . ,| i 7!>> 1.78 <5l(l>er . . . .|U7.601117.75 Telegrafischer Wechselkurs vom 7. Oktober. 5perz. Rente österr. Papier 58.—. — 5perz. Rente öftere. Silber 68.10. — 1860er Staatsanlehen 98.30. — Bankaktien 767. - Kreditaktien 288.50. - London 118.70 . - Silber 118.-. - K. k. MUnz-Dukaten 5.70. - N-, poleonsd'or 9.46'/,. Theater. Morgen: Zu», ersten male: Wir Dcniokratcn. Soziales Original-Volksstück mit Gesang in 3 Abtbeilunzen und 7 Bildern von Karl Costa. Musik von Kapellmeister Franz Roth. Montag: Beide ärlingSberg. Lustspiel in 4 Akten. Telegramme. Linz, 6. Oktober. Der Gesetzentwurf betreffs MaudatSverlusteS von urlaublos ausbleibcuden Ab-geordueteu wurde in dritter Lesung angenommen. Czcrnowitz, ß. Oktober. Der Landtag war auch heule zur Berathuug der Laudesordnuug be-schlußuufähig ; morgen werden die ReichSrathswahlen vorgenommen. Madrid, 6. Oktober. Das neue Ministerium wurde unter dem Präsidium MalcampoS gebildet. Zahnarzt Med. & ( liir. Dr. Tänzer, To;e»t dcrZal,»l,cilku»Se an der Universität in Graz, zeigt au, daß er jeht wegen zu zahlreicher Praxis iu Graz nicht im Staude ist, von dort nach Laibach abzureiseu, was er aber sobald als möglich geluift thiin und vorher rechtzeitig auuonzireu wird. Graz, 5. Oktober 1871. (163) Dr. Tänzer. Ein Pony (Obertraincr) 5 Jabre alt, im Gerliczi'scheu Hause zu scheu, ist zu verlausen. Näheres im Jeituugs Komptoir. (465) Ein leinjungt mit der nöthigen Schulbildung und im Besitze einer hübschen Handschrift findet foglcirtc Ausnahme in bis » Uhr im (. Atiflmie für ein Manufaktnrwaarcu-Geschäft in Laibach findet A»f-nahme; Auswärtige haben den Borzng. Siäheres im Zei tnngs-Komptoir. (424 -4) ^Prtjicrflaun Raiiib ;tu 50 Lieferungen a 25 kt. ö. W. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen (462) Mit der große» Stahl stich Prämie ticr Spaziccgang." Verlag der tz). tovote’irfjen DcrlagShaiidlnng iu Berlin, Bernburger Str. 35. Borräthig und ;u beziehen durch Ign. v. Kleinmayr & F. Bamberg's Bnchhandlnng in Laibach. von von , ^1(yT ^ ! Glatte Meider-Fonlards! , Ä , fileiberftoftcn & Herren - Kravatem* 1 mit und ohne $nmm - / DctmCIl-PlaidS in den ^ . .."nd / . Z ^ rnißfuifbtrn Zhtmls. BaschliksLTnniks, Ueqenmänlel von modernsten färben alS: bordeutt.r, russisch-yri'm uud - Tnch & Waterproof tcydthof-blaii. zum »Kaiser Ferdinand“ so auch Stoffe dazu. nächst der Hra-eczkybrücke 1 (58. Schwarz Seidrnstoffc und Moiree. Blau-schwav; englischer Patent-Sammt ne Bock-, Hoa- ei GileMoi. Muster auf Verlangen. Aufträge ans der Provinz werden auf daS solideste effeftnirt. (41V—2) Druck ocu Ign. e. Ä Uinnticg: ä Z«d. Bawber« in Laibach. Berleger und für die Redaktion verantwortlich: Dttomor «amberg.