Erscheint Iiemtag und /«itag. Redaktion: Gradischa-Vorstxdt Nr. 23. Expedition: Rann Haui-Nr. I9ll. Insertionsgebührcn: fiir die 2sp»It!ge Zeile oder deren Raum für ! Mal «kr., 2 Mal 8 kr., 3 Mal ill kr. Insertion«« stempel jede« Mal 3U kr. Verlag »nd Druck von I . Blasnik. l. Jahrgangs MonuementMtLa, ganzjährig 5 fl, ylllbjährig 2 „ »icrtcl,iro prasteritc» — wird der Antrag der Sektion (auf 200 fl.) ein­stimmig zum Beschlüsse erhoben. GR. Wenzel Stedry referirt für die Bausektiou, 1. über die Rech­nung des Maurermeisters Jakob Supanöiö betreffend die im Jahre 1864 hergestellten öffentlichen Seitenkanäle am Hauptplatze, in der Schneider­und in der Theater-Gasse. Da die jetzige Jahreszeit eine genaue Er­hebung der in dem Kostenanschläge angeführten Leistungen nicht zuläßig machte, so stellt die Bausektion den Antrag dem Maurermeister », (üouto dieses seines Verdienstes einen Vorschuß von 50 fl. zu erfolgen und die diesfallige Revision bis zur günstigeren Jahreszeit zu verschieben; — wird nach Antrag angenommen. 2. Wegen Ausfolgung des dem Karl Schmuz für die Nachbesserung der im Jahre 1864 hergestellten Trottoirs rückbe­haltenen Haftgeldes per 83 fl. 33 kr. Referent bemerkt, der Bauinspektor .spreche sich in seinem Amtsvortrage vom 26. Dezember v. I . über die vom Karl Schmuz an den von ihm gelegten Trottoirs in Folge Gemeinde­rathsbeschusscs vom 27. Oktober v. I . bewirkten Nachbesserungen nur im Allgemeinen aus. Nachdem die obwaltenden Gebrechen durch Auswechse­lung mehrerer Steinplatten allein behoben werden können und wegen der an den Trottoirs nun befindlichen Eiskruste von der entsprechenden Voll­führung der als bewirkt bezeichneten Nachbesserung die Ueberzeugung nicht gewonnen werden könne, so sehe die Bausektion sich veranlaßt, auf die beantragte Restzahlung nicht einzurathen und bei dem diesfälligen gemeinde­räthlichen Beschlüsse zu beharren. Hierüber entspinnt sich eine lebhafte Debatte; GR. Verhovec in den Gegenstand fachlich eingehend spricht für sogleiche Auszahlung, Dr. Orel — der zwar den Zustand des Trottoirs tadelt ebenfalls für sogleiche Flüssigmachung, damit man keinen schlechten Namen habe — Horak desgleichen, unter einem das Bauinspektorat we­gen nicht früher geübter Inspektion scharf rügend. GR. Dr. ^.IraÄs verlangt die Kenntniß des Vertrages, die Majorität ist für Verlesung, die sofort durch den Referenten stattfindet. Verhovec betont: es sei Schuldigkeit des Gemeinderathes die Gewerbs­leute vor allen Anfechtungen zu schützen. Dr H-IiÄöi« sagt: er habe aus dem Vertrage entnommen, daß nach Legung von 100 ^ Klaftern die Auszahlung erfolgen muß; die Prü­fung hätte durch den magistratlichen Inspektor vor der Legung erfolgen sollen. Er unterstütze den Antrag des Herrn Vorreoners.' Referent Stedry:' „in meinem Charakter liegt es nicht, auf fremde Kosten um die. Gunst eines Einzelnen zu buhlen, was andere sich zum Steckenpferde gemacht; neulich einmal hatte man mir den Vorwurf ge­macht ich begünstige die Fremden, heute das Gegentheil, Herr Horak spricht einmal so einmal so; ich möchte unter solchen Umständen wol des Referirens enthoben sein." GR. Horak klärt auf, daß gegen GR. Stedry alle Gewerbsleute Klage führen, und verlangt daß dies zu Protokoll gebracht werde (sich gegen GR. Stedry wendend) „wer mit Ihnen zu thun hat, ist schon gut daran." GR. Malitsch als Mitglied der Bausektion verwahrt diese gegen jede Anschuldigung. GR. Stedry replicirt dem GR. Horak: er habe in seinem Amte (als kais. Ingenieur) mit anderen Parteien zu thun, wo es sich um Tau­fende handle; aber die Gewerbsleute seien der Stadt gegenüber von früher her verwöhnt. Der Bürgermeister schließt die Debatte und bringt den Antrag des GR. Verhovec auf sogleiche Auszahlung zur Abstimmung, der sofort mit Stimmenmehrheit angenommen wird. (Schluß folgt.) Eorrespondenzen. __1 ^ Adelsberg, 10. März. Es thüt dem, der von Notleiden­den umgeben ist, im Herzen Wohl, wenn er in den Tagesblättern liest, wie der Aufruf der hohen Landesregierung zur Unterstützung der hilfsbe­dürftigen Bewohner Innerkrains allgemein rege Theilnahme und bereit­willige Hilfeleistung geweckt hat. Namentlich ist es Adelsberg mit zehn umliegenden Dörfern, 'das abgesehen von den im Allgemeinen schwierigen Zeitverhältnifsen, im vergangenen Jahre von zwei besonderen Unglücks­fällen hart getroffen worden, daher ein außerordentlicher Nothstand einge­treten ist. Ein furchtbares Hagelwetter vernichtete nämlich den größten Theil der Feldfrüchte eben bei dem Eintritte der Erntezeit; eine Viehseuche schädigte manche einzelne Besitzer, und sperrte allen anderen Insassen jeden Erwerb nach Auswärts, so wie alle Vorkehr im Innern vor dem an­brechenden .Winter. Nun kündet sich für Innertrain und namentlich für diese Gegend eine wenigstens theilweise ausgiebige Hilfe an. Die mitleidi­gen Geber wollen nicht besorgt sein, daß die in Geld erfolgenden Beiträge nicht die beste Verwendung finden würden; es ist nämlich von betreffender Stelle schon vorgesehen, daß für die einlangenden Unterstützungsbeträge vor Allem Getreide zur nächst notwendigen Nahrung und zur soforti­gen Ansaat unter möglichst vortheilhaften Bedingungen angeschafft, und so­dann an die Nothleidenden und Unterstützungsbedürftigen vertheilt wird. Als ein tröstlicher Vorbote weiterer Aushilfe langte vor etlichen Tagen ein Betrag von 33 Gulden von einem ungenannten Wohtthäter aus Laibach bei dem hierortigen Pfarramte ein, welcher Betrag den am meisten Noth­leidenden eine erste Hilfe bot, und wofür dem ungekannt sein wollenden Geber hiermit der wärmste Dank ausgesprochen werden möge. Lokales und Provinziales — Donnerstag am 16. d. M . findet die Generalversammlung der juristischen Gesellschaft pro 1865 im Rathhaussaale statt. — Samstag findet die 3. diesjährige Versammlung des Vereines der Aerzte für Krain statt. —'Nicht mehr „ein kleines, aber rührigesHäuflein"*): Der „Triester Zeitung" vom 9. d. M. wird aus Laibach wört­lich folgendes geschrieben: Die Zeit der Neuwahlen für die austretenden hiesigen Gemeinderäthe rückt heran, nnd wir glauben voraussagen zu kön­nen, daß der Wahlkampf bei weitem lein so hitziger sein wird, wie im vorigen Jahre. Mancher, der vielleicht zu taudidire» Lust hat, bisher je­doch als Deutscher oder Deutschthümler verhorrescirt wurde, zog mittler­weile als Mitglied der AtÄvnioa, ^r^ni, Lolcol oder Nation, ius an­dere Lager hinüber, wo er mehr Anerkennung zu hoffen hat, als bei fei­nen alten Freunden. DicSituationhatsichhicr bedeutend geän­dert. Nicht uur ist seit den vorjährigen Wahlen die Majorität des Gemeinde­rathes überwiegend national, sondern sie ist es auch, wie die neueste Er­fahrung ziffermäßig bewiesen hat, in demjenigen Landesinstitntc, welchem Millionen anvertraut sind und welches über Taufende zu disponiren hat, was sehr wichtig ist. Der hierortigen öitavnica ist in Folge eines ge­schickten, seinerzeit aufzuklärenden Manövers (!) das Lokal gekündigt wor» den, und will der Eigentümer des Hauses in keiner Weise zu einem neuen Miethsvertrage sich herbeilassen, Wohl aber wird der spekulative Kaufmann (!) nicht anstehen, es zu gutem Preise zu verkaufen, und da bleibt denn der tÄtÄVllioa nichts übrig (?), als dasselbe anzukaufen, weil von dieser Lokalität wie es in der letzten Versammlung der öitavuioa hieß (!), der Bestand dieses Nationalvereines abhängt. Der' Ankauf dieses Hauses liegt nicht außer dem Bereiche der Möglichkeit. Die Hlatioa besitzt bereits eiu baa-res und subskribirtes Capital von über 20,000 fl., welches darauf ver­wendet werden kann, und was noch fehlt, wird vielleicht das oben ge­dachte Institut darleihen oder auch schenken. Kurz, die Entwicklung geht wohlüberdacht (!) rasch vorwärts. Die beabsichtigte Besetzung der Martt­kommissärsstelle, welche letztere ganz gut irgend ein ehemaliger Gewerbs­mann (welcher?) mit Platz- und Sprachkenntnissen einnehmen könnte, kann ein unscheinbarer, aber wichtiger Schritt in dieser Richtung werden, die socialen Dissonanzen „verstnmmen" zu macheu, was der Bürgermeister Dr. Costa in seiner Rede vom 8. Juni v. I . in Aussicht stellte, Alle beklatschten, aber Wenige verstanden (!). Die Geduldeten hätten sofort zu schwei­gen und zu dulden, die Umlage aber, welche das aufliegende Budget in Aussicht stellt, gleichwohl mit zu tragen (!!!) — Die Abendunterhllltungen des ^nLni 80K0I werden von jetzt ab stets an Samstagen abgehalten werden. — Aus öernsinb i wird uns geschrieben, daß der dort sehr be­liebte k. k. VezirksadjunktHcrr I . Kosir am 4. d. M. nach seinem neuen Bestimmungsorte Kaäoloa, (Radmannsdorf) in Oberkrain abging. I n Lacken, bis wohin ihm eine große Zahl seiner Freunde das Geleite gab, richtete ein Beamter von ösrnemdl in deutscher, und Gemeinderath Mül­ .ler in slovenischer Sprache Worte des Dankes an den Scheidenden, der beide Ansprachen — slovenisch beantwortete. — Aus Plauin a liegt uns das Verzeichnis der von der dortigen 6itavuitH vom 12. März bis 25. Juni projektirten Vergnügungen vor. Das Programm lautet: 12. März Theater und Tombola, 19. März Tombola, 26 März LesLäa, und Tombola, 2. April Theater und Tom­bola, 9. April Tombola, 17. April Lsssä«, und Tombola, 23. April Tombola, 7. Mai Ausflug an den Zirknitz-See, 21. Mai Aus­flug nach Luegg, 11. Iuui Ausflug auf den Planiner Berg, 25. Juni Ausflug nach St. Kantian. (Wir hoffen, daß unser ^u2ni 30K0I dabei bleiben wird, seinen heurigen Mainnsflug mit dein erstge­nannten der Planiner lÄtÄVinoa an den wundervollen Zirknitzsee z» ver­binden. — D. Ned.) — Nach einer freundlichen Mittheilung des Herrn Reichsraths» abgeordneten Dr. Toman sind wir, ohne Besorgniß desavouirt zu werden, in der Lage, unseren Lesern die erfreuliche Mittheilung zn machen, daß Se. Exzellenz der Herr Stantsminister die Zusicherung aussprach, daß im Falle die Unterstützung der Nothleidenden in Innertrain aus den Mitteln des Landes nicht ausreichen sollte, die Staatsverwaltung bereit­willi g zu Hilf e kommen werde, in welcher Beziehung schon die entsprechende Weisung erflossen sei. — Der Stand der Grundentlastungsschuld zu Anfang der Verlo« , sung war in Krai n 9.955,000; durch halbjährige Verlosungen sind bis Ende April 1864 ruckgezahlt worden 86,000 fl. es wurde daher die plan­mäßige Tilgung um 277,560 fl< überschritten. — Aus Klagenfurt berichten mehrere Blätter, daß ein junger Graf in Kärnten einen Bären ganz allei n erschossen hat. Die Fama erzählt, baß dieser Bär ein alter Tanzbär und schon durch sechs Jahre im Käsig eingesperrt war und in diesem Käfig wirklich von dem jungen Grafen ganz „allein " erschossen wurde. —er— — Gestern starb hier der Sohn des Hrn. M. Pr6gl, D. O. Commendll-Verwalters, Hr. Vikto r M . Pr6gl , Handlung«- und Asse­kuranzagent iu Brüssel im 28. Lebensjahre. (Conzert.) Das am 10. d. M. im landsch. Nedouten-Saale vom Musikdirektor der philharmonischen Gesellschaft Hrn^ A. Nedvtzd veran­staltete Conzert war sehr zahlreich besucht. Herr Nedvtzd, welcher die­ses Conzert selbstständig zu seinem Besten gab, hatte auch zwei slove­nisch e Lieder in das Programm aufgenommen, welche beide er selbst recht brav componirte. Das erste Viliiar'3 Darilo fang der Herr Conzertgeber selbst und fand mit dem Vortrage desselben vielen Beifall; das zweite „krsct äurmi" von Ienko sang Frau Sofie Mosetiö, geb. Glantsch­nigg — die eminente Schülerin der Prager Musikschule von Proksch >— mit dem ihr eigenen seelenvollen Ausdrucke! Auch die anderen Lieder: Schubert'« „Der Hirt auf dem Felsen" And Mozart's „Veilchen" brachte die Dame mit der uns bekannten entzückenden Nuancirung und künstleri­schen Behandlung der Uebergänge in würdigster Weise znm Vortrage! Statt des Violinisten Hrn. Heller aus Trieft, spielte der k. mexik. Frei­willige Hr. Rocca Titto die Harfe und fand rauschenden Beifall. ') So wütete vor wenigen Monden noch tie stercolyue Kingangssormel bei Besprechung slovenischer Zustände in „colvortirten" Artikeln. Wie ganz anders klingt sie heute. — Da die „Triester Zeitung" hier und auf dem Lande wenig ver­breitet ist, so bieten wir ili oem wörtlichen Abdrucke, oem wir nur einige Ausrufe beifügten, eine Probe von „Zeilenjägerei" „neuen Stils." «4 Neuestes in Kunst, Literatur und Theater. I n den Nachrichten der k. Gesellschaft der Wissenschaften in Göt° tingen vom Jahre 1864, ?. 369 findet sich anläßlich des Todes des Correspondenten dieser Societat: Vulc Htetanoviö-Taraäziö die übliche biographische Skizze über ihn. Sie charakterisirt Vuk's Bedeutung prägnant in folgendem schönen Satze: „Seine Größe — lesen wir — läßt sich in die wenigen Worte fassen: er schuf die südslavische Schriftsprache." Bei Blasnik werden demnächst die „LloveugKa Vila" — Er­zählungen und Gedichte, dann eine neue Auflage von IaneLiö's deutsch­slovenischem Wörterbuche, und das 23. und 24. Heft der ^Ovetje" mit der Fortsetzung des Romans „Tirä^aH" und den Gedichten von IlmeK die Presse verlassen. M . Vilhar hat wieder ein Lustspiel: „Eine Parti Piquet« übersetzt. Offene Sprechhalle. Einem 8oi-äi8a,ut Kunstkritiker, der von einer jungen Dame schreibt, daß sie „einst ein beliebtes Mitglied" einer unserer Gesellschaften war, daß sie nach „langjährigem " Fernsein — die Dame war vier Jahre abwesend — „wieder einmal" öffentlich aufgetreten, steht mein„Knig­ge's Umgang mit den Menschen" zur Verfügung. Ein Freund feiner Sitte. Volkswivthschaftliches. Gcgiebieger Futtetbau für Melk- und Mastvieh.­8.— Die Thatsache, daß der Runkelrüben-Anbau Hierland noch vielzuwenig Würdigung findet und dadurch dem Lande an jährlichen Grün­und Mastfutter ein sehr bedeutender Abbruch geschieht, finde ich mich ver­anlaßt nachstehenden Futterbau der sich vielseitig erprobte und mit welchen! ich selbst die günstigsten Resultate erzielte, bekannt zu geben. Ich ließ zu diesem Vehufe einem gut bearbeiteten Acker von einem Joch Fläche die volle Düngung (Stalldünger) geben und Anfangs April fertig stellen, sodann mit einem Hochheimer-Häufelpflug 14" hohe Kämme auf 18" Entfernung bilden. Auf diese Kämme wurde der Same n der „rothen übersichwach­senden Riesenpfahl-Runkelrübe", 1'/«" tief mit Erde bedeckt und 18" weit derart gelegt, daß in die mit dem Finger gemachten 1'/«" tiefen Grübchen stets 2 Stück Samenkörner gegeben wurden, damit im Falle das ein oder das andere Samenkorn taub wäre oder sonst verunglückt, stets genug Pflanzen bei der Hand sind, die Fehlenden zu ersetzen. Sind einmal die Pflänzchen 3 bis 4 " lang, so werden die Überflüssigen mit wenig Zeit­verlust durch einen verläßlichen Knecht durch sanftes Herausziehen entfernt. Für diese überzähligen Pflanzen die verkauft wurden, wurde gerade so viel gelöst was 10 Pfund Runkelrüben-Samen kosteten. Daß die Pflänzchen gleich an Ort und Stelle d. h. am Acker durch den Samen gezogen besser gedeihen, als jene verweichlichten Pflanzen die aus Gartenbeeten versetzt werden — versteht sich von selbst. Gleichzeitig werden auf denselben Kämmen 36"weit voneinander „LappländerRiesen­kohl-Pflanzen" die schon im Monate März in Gemüsebeeten angesät wa­ren, mittelst Pflanzstücken versetzt und können bereits im Monate Juli ausgewachsen, wo also die Runkelrüben noch klein sind und nicht so­viel Nahrung nöthig haben in einer Höhe von Z0 bis 60" mit ihrer schönen, palmenartigen, nahrhaften Vlätterkrone und saftigen Stamm succesive vom Acker als erste und ergiebige Fechsung zur Grünfütterung oder für Schweine gedämpft, abgenommen werden. Nun kommt die Zeit der EntWickelung der Runkel, welche bis Ende Oktober wirklich noch eine Riesengroße erhielt. Bei der Fechsung des ver­gangenen Jahres wog ich 10 Stück, welche 230 Pfund haben, natürlich waren diese von den Größten, im Durchschnitte hat jede solche Pfahlrübe 12 bis 14 Pfund. Diese Anpflanzung wurde 2mal im Frühjahr behakt und einmal gejätet. Vom Jahre 1861—63 ergibt sich das Durchschnitts-Resultat von einem Joch Acker wie folgt: I m Monat Juli und August Grünfutter vom Lappländer Riesen­kohl 960 Zentner, im Monat August bis Oktober Grünfutter durch Ab­blattung der Nunkeln 604 Zentner, Runkeln als Halbfrucht 1781 Zent­ner, zusammen 3345 Zentner. Die Runkeln müssen in den luftigen Kellerraumen wegen ihrer Lange und Dicke wie Holz geschlichtet werden, doch über eine Klafter hoch nicht, weil durch die eigene Schwere die unteren, trotz ihrer Kompaktheit (da keine einzige hohl wächst, sondern alle festes gesundes Fleisch besitzen) zer­quetscht werden und dann faulen. I n jeder Beziehung ist die obige wahrheitsgetreue Bezifferung ein so günstiges Resultat, daß Frankreich, das wie bekannt im Runkelrüben-An­bau das erste Land unseres Kontinentes ist, auch keine besseren Ergebnisse aufzuweisen vermag, daher ich nicht unterlassen kann, diese Methode und Futterart besonders für Kleingrundbesitzer auf's wärmste anzuempfehlen.*) Veffemer-Stahl. Einem in der Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen veröffentlichten, an das Ministerium für Handel- und Volkswirtschaft erstatteten Berichte des Werkdirektors in Stor6, Herrn August Frey über die Erzeugung und Verarbeitung von Bessemerstahl, entnehmen wir über den Werth der Ein­führung desselben unter anderm Folgendes: Die herrliche Erfindung des Herrn Bessemer kommt unserer Holzkohlen-Eisen-Industrie hervorragend zu Gute; das hier erzielte Vessemer-Fabrikat wird qualitativ immer ercelliren, die Verkaufpreise können proportional mäßige sein, und so werden wir den Markt nicht nur im eigenen Lande behaupten, sondern einen solchen im Auslande uns verschaffen können, wenn anders die Verhältnisse bezüglich de« Kapitales und der Kommunikation sich zu Gunsten der inländischen Fabrikation gestellt haben werden. Durch die Einführung des Bessemer-Prozesses ist zwar in Oesterreich ein ungeheurer Schritt vorwärts, es ist °") Die Redaktion erhielt einige Pfund von dem ausgezeichneten Riesenpfahl-Runkel-lüben-Samen, so wie auch etwas von dem Riesen-Lappländer-Kohl zur Ver­keilung, Jene Herren ?. T. Pränumeranten welche von diesem Samen wünschen, mögen sich daher unter Beischließung der Briefmarke schriftlich «n uns wenden. ein Fortschritt von volkswirtschaftlicher Bedeutung gemacht worden, aber diese hoffnungsreiche Neuerung kann und wird erst ihre Früchte im vollen Maße tragen, wenn sich die berührten Verhältnisse im Allgemeinen ge­bessert, und denen fremder Länder gleichgestellt, wenn wir wohlfeileres Kapital, wenn wir eine durch stabile politische und handelswirthschaftliche. Zustände ermuthigte Unternehmungslust, wenn wir Associationen, billige und ausgedehnte Verlehrs-Verhältnisse, so wie einen kräftigen und geregel­ten Handel haben werden. Erinnerungstafel (aus dem Intelligenzblatte der Laibacher Zeitung). Am 18. Miliz 3. erek. Feilbietung der dem Josef Kastellez von Kamenverh gehörigen Realität; Schätzwert 121« fi, (Vez. A. Seisenberg). — 2. eret. Feilbietung der dem Johann Skubitz von Politz gehörigen Rea­lität; Schützwert 2500 fl. (Bez. A. Sittich). — 3. erek. Feilbietung der dem Valentin Marout von Homez gehörigen Rea­lität; Schätzwert 808 fl. 80 kr. (Bez. A. Stein). — 2. eret. Feilbietung der dem Jakob Pauzhizh von Kleinubelsku gehörigen Realität; Schätzwert 1585 fi. (Vez. A. Senoschetsch). — 8. erek. Feilbietung der dem Vlas Schwigel von Senoschetsch gehörige« Realität; Schätzwert 2770 fl. (Bez. A. Senoschetsch). — 1. erek. Feilbietung der dem Mathias Lenzhek vul^o Kopazh in Vresoviz gehörigen auf 535 fi. geschätzten Gegenstände; Heu, Stroh, Getreide, Kühe, Kälber, Pferde u. s. w. (Lanbesgericht Laibach). Am 17. März 3. erek. Feilbietung der dem Johann Mersche von Milligram gehörigen Realität; Schätzwert 645 fi. (Bez. Reifuiz). — Tagsatzung wider Paul und Maria Wolf; (städt. deleg. Bez. G. Laibach). — 2. und letzte erek. Feilbietung der dem Andreas Gostischa von Oberdorf ge­hörigen Realität; Schätzwert 5858 fi. (Bez. A. Planum). — 2. erek. Feilbietung der dem Jakob Srimschek von Seuseck gehörigen Re»° li!ä>; Schätzwert 1800 fl. (Bez, A, Planiua). — 2. erek. Feilbietnng der dem Anton Roth von Vnindl gehörigen Realität; Schätzwert 1713 fl. 40 kr. (Vez, A. Gurkfeld). — 2. eret. Feilbietung der dem Sebastian Autonzhizh von Niederdorf gehörigen Realität; Schätzwert 1375 fl. (Vez. ?I. Senoschetsch). — 8. erek. Feilbietung der dem Josef Fabzhizh Von Senoschetsch gehörigen Realität; Schützwert 8l85 fl, 7« kr. (Bez. A. Senoschetsch). — 8. erek. Feilbietung der dem Franz Grahor von Niederdorf gehörigen Rea­lität; Schätzwert 8030 fl. (Bez. A. Senoschetsch). — 2. erek. Feilbietung der dem Bnrtholomä Podboj von Goreine gehörigen Realität; Schätzwert 859 fl. (Bez. A. Senoschetsch). — 3. erek. Feilbietung der dem Johann Mersche von Milligram gehörigen Realität; (sieh C M vom 10. November 1884) (Vez. Neifniz). — 1. erek. Feilbietung der dem Simon Tomschih von Grafenbrunn gehörigen Viertelhube; Schätzwert 2480 fi. (Vez. A. Feistritz). — Tagsatzung in Sachen des unbekannt wo weilenden Johann MajdiL von Förtschach (Vez. A. Egg). — Tagsatzung in Sachen der unbekannt wo weilenden Maria Padar, Maria, Georg, Peter, Ursula, Katharina und Franz Padar, Thomas Dolinschet, Maria Pirnat, Mathias Orehek und der Nerlaßmasse des Lukas Lenöek; (Vez. A. Egg). — 1. erek. Feilbietung der in den Ioh, Kandussi'sche» Verlaß gehörigen Rea­lität; Schützwert 860 fi., 280 fl, und 640 fi.; (Vez. A. Wippach). Verstorbene. Den 9, März. Dem Herrn Josef Karingcr, bürgl. Handelsmann, sei» Fräu­lein Tochter Eleonore, »lt 38 Jahre, in der Stadt Nr. 8 , an der Lungentuberku­lose. — Der Frau Agnes Vischoff, Veamtenswitwe, ihr Kind Also»«, alt 5 Jahre, in der Stadt Nr. 122, am Typhus. — Jakob Cunder, Inwohnerssoh», alt 13 Jahre, im Zivilspital Nr. 1, an der Entartung der Unterleibsorgane. — Josef Peöe, In ­wohner, alt 43 Jahre, im Ziuilspital Nr, 1 , am äußern Vrande. Den 10. Margaretha Kopaö, Inwohnersweib, alt 68 Jahre, im Zivilspital Nr. 1, an der Entartung der Unterleibsorgane. Den 11. Dem Vlasius Ieuniker, Meßner, seine Tochter Maria, alt 20 Jahre, in der Polana-Vorstadt Nr. 65, an der Lungensucht. — Johann Thomschitz, Pens. Kanzleidiener, alt 84 Jahre, in der Stadt Nr. 85, an der Gntkräftung, — Der Gertraud Kares, Zuckerfabriksarbeiterswitwe, ihr Sohn Johann, Schlofferlehrjunge, alt 16 Jahre, in der Stadt Nr. 19, an der Lungentuberkulose, Lottoziehungen. K. l. Lottoziehung am n . d. M. I n Wien: 32. 24. 15, 57. 2. I n Graz: 11. 24. 27. 88. 62. Wochemnarkt in Laibach am 8. März. Erdäpfel Mtz. fi. 1,80, Linsen Mtz. fl. 4.— , Erbsen Mtz, fl. 4.-, Fisolen Metzen fl. 4.— , Rindschmalz Pfund kr. 80, Schweineschmalz Pfund kr. 44, Speck frisch Pfund kr. 38, Speck geräuchert Pfund kr. 40, Butter Pfund fr. 55, Eier Stück 1'/, kr., Milch Mß. kr. 10, Rindfleisch Pf. 19 bis 2l kr., Kalbfleisch Pf. kr. 22, Schweinefleisch Pf. kr. 24, Hähndel Stück kr. 65, Tauben Stück kr. 15, Heu Centner fl. 1,10, Stroh Cent. kr. 75, Holz hartes ZNzöllig Klafter st. 9,50, weiches Kft. fl. 7.—, Wein rother Nim, 11 bis 15 fi., weißer Gim. 12 bis 16 st, Getreidepreise in den Magazinen. Weizen Mtz. fl. 3.78, Korn Mtz. fl.2.50, Gerste Mtz. fl. 2,36. Hafer Mß. fl. 1.85, Halbfrucht Mtz. fl. 2.70, Heiden Mtz. fi. 2,80, Hirse Mtz. fi. 2.84, Kukurutz Mtz. fl. 3.1. 13. Mürz (tel.) 9. März 11. Mürz Eoursbericht (Durchschnitts- Geld Waare Geld Waare cours) I n öfterreich. Währung zu 5°/„ 67,50 67.60 67.45 67.55 rückzahlbar „ '/, ^ 88.— 98.25 88— 98.25 „ „ von 1864 88.30 88.40 38.3U 88.50 Silberanlehen von 1864 82.60 83. ­ 83— 83.25 Nationalanlehen 5 "/, 78.55 78.60 78.50 78.60 78.20 Metalliques 5 »/, 71.75 71.85 71.70 71.80 71.70 Verlosung 1839 181.50 181.75 161.75 182— 1860 zu 500 fl 1864 Como-Rentscheine 42 Ii. »U8ti>. . . 93.10 87.55 17.75 83.20 87.75 18.25 83.50 87.50 17.75 93.60 87.60 18.85 94.60 Grundentlastungs-Obligationen von Steiermark, Kärnten, Kram. . . 80. ­ 91. ­ 80— 91. — Natioualbank 801.— 802,— 800— 801 — 800.— Kreditanstalt Wechsel auf London Silber . , 183.50 112.40 !10L0 183.80 112.50 111.80 183.80 112.10 1!0.5N 184— 112,20 110.75 185,80 111,60 109,5» 15, Meine freundlichen Leser werden höflichst ersucht, im 4. Bande meiner Theaterstücke Seite 43, 4. Zeile von unten das Wort „Baron" wegstreichen zu wollen. Laibach, 12. März 1865. Miroslav Vilhar.