Linbchcr TaMtt. Redaction und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15. Jnsertionspreise: Ein- Nr. 160. DMWZM Dienstag, 16. Juli 1878. — Morgen: Alexius. 11. Jahrg. MtderP°st:Gan,jLhr.sl.I2. ^ ^________________________,eigen bis -> Zeilen 2V Ir._________ o Zur Occnpationsfrage. Von der Mobilisierung wurden in erster Linie tief einschneidend Kram, Kärnten, Steiermark, Küstenland, Dalmazien, Ungarn und Kroazien getroffen. Es begeben sich nach Meldung Wiener Blätter: I krainisches, 1 steierisches. 1 küstenlän-disch-dalmatinisches, 8 ungarische und 2 kroatische Infanterie-, dann 2 steierische, 1 küstenländischdalmatinisches und 2 kroatische Reserveregimenter , endlich ^ ein krainisch - küstenländisches, 2 kärntnisch-krainische, 3 steierische, 1 niederösterreichisches, l tiroler und l kroatisches Jägerbataillon nebst den erforderlichen Artilleriebatterien auf den Occupationsschauplatz. Der Einmarsch soll, wie eben auch Wiener Blätter melden, am 26. oder 27. d. M. von zwei Seiten aus erfolgen. Von Novi aus dürfte die erste größere Hälfte der Oceupationstruppen in Bosnien emmarschieren; sie dürfte gegen Banja-luka dirigiert werden und von dort Travnik erreichen. Die zweite Hälfte der Occupationsarmee soll in Dalmazien nördlich von Spalato bei Sign concentriert und von dort nach Serajewo dirigiert werden; eine Abtheilung derselben dürfte auch durch das Narentathal einrücken, um jenen Landstrich zu besetzen, der an Serbien und Montenegro grenzt und durch welchen die projektierte bosnische Eisenbahn geführt werden soll. In- und ausländische Blätter hoffen, daß die Besetzung Bosniens und der Herzegowina sich in aller Ruhe und Ordnung vollziehen werde. Auf Grund des zwischen der hohen Pforte und Oesterreich abgeschlossenen Übereinkommens (?) zieht sich das türkische Militär nach einem vorher festgestellten Plane zurück und übergeben die türkischen Behörden überall den Kommandanten der einmarschierenden Truppen die Befestigungen, Aemter und öffentlichen Gebäude; die jetzt sunc-tionierenden Beamten verbleiben vorläufig auf ihren Posten, sie können aber vom Kommandieren-den der Oceupationstruppen abgesetzt werden. Die Occupation wird nur langsam vor sich gehen können, aber ohne überflüssiges Säumen und ohne Unterbrechung durchgeführt werden. Die südlichen Provinzen Oesterreich-Ungarns haben das Gepräge, den Charakter eines Kriegslagers angenommen, die Südbahn verfrachtet Truppen, Pferde, Geschütze, Munitions- und andere Geräthwagen. Die Mobilmachung griff in alle Kreise der Bevölkerung, sie hat auch die Reservemannschaft, den Kern der arbeitenden Bewohnerschaft Steiermarks, Krams, Kärntens, des Küstenlandes, Dalmaziens, Ungarns und Kroaziens den verschiedenen Berufsstellungen in dringender Zeit entzogen. Den einberufenen Truppen gebürt volle Anerkennung, dem Rufe des obersten Kriegsherrn schleunigst Folge geleistet zu haben. Die Bestimmungen des neuen Wehrgesetzes rufen alle im militärpflichtigen Alter stehenden diensttauglichen Staatsbürger, ohne Unterschied, ob reich oder arm, ob hoch oder nieder geboren, zu den Waffen. Oesterreich-Ungarns allezeit getreue Soldaten entsprachen auch diesmal ihrer Pflicht, ie verließen, in erster Reihe dieReservemann-chasten, Haus und Hof, Weib und Kind und olgen den österreichischen Fahnen nach Bosnien. Die k. k. Truppen werden demnächst in ein fremdes Land emmarschieren, ein fremdes Land besetzen, um angeblich Kulturzwecken vorzuarbeiten. Die derzeit aus Oesterreich-Ungarns Marken in ein fremdes Land abrückenden Truppen geben sich der Hoffnung hin, daß ihr Verbleiben in fremdem Lande nicht lange Zeit andauern und sie durch andere Truppen aus den übrigen von der Mobilisierung verschont gebliebenen Provinzen Oester-reich-Ungarns abgelöst werden. Aufgabe der Volksvertreter beider Reichshälften wird es sein, Mittel und Wege anszu-mitteln und in Antrag zu bringen, daß in Hinkunft Reservemänner nur im wirklichen Kriegsfälle in fremde Länder dirigiert werden und in solchem Falle für die in der Heimat zurückbleiben- den Familien derselben in ausgiebiger Weise vorgesorgt werde. Eine Niederlage. Die Partei der Pauslavisten setzte hochgradige Hoffnung auf die Beschlüsse der Berliner Konferenz, aber siehe da, eiskaltes, echt russisches Wasser stürzte auf die Häupter des slavischen Hilfscomitcs in Moskau herab, gräßliche Täuschung gibt sich mißmuthig kund, der Panslavisten-sührer Aksakoss „denkt" und der Präsident des Berliner Kongresses, Fürst Bismarck, „lenkt", die Wünsche der Panslavisten erfuhren anstatt günstiger Willfahrung — blutige Niederlage. Pan Aksakoss hielt in der letzten Comite-itzung der Panslavistenpartei in Moskau eine ulminante Rede gegen den Berliner Kongreß und gegen die Vertreter Rußlands auf demselben. Der Panslavistensührer beklagt, daß die Freiheit Bulgariens und die Unabhängigkeit Serbiens zu Grabe getragen werden soll. Aksakoss stellt an Rußland die Frage: „Bist du eS, siegreiches Rußland, wirklich, welches sich selbst gutwillig zum Besiegten gemacht? Bist du es, welches, auf der Anklagebank sitzend wie ein Verbrecher, über die von dir geschaffenen heiligen Werke innige Reue empfindest, Buße thust und um Verzeihung deiner glänzenden Siege bittest?" Aksakoff constatiert: die Westmächte Europa's, Deutschland, haben den Siegeskranz langsam vom Haupte Rußlands abgenommen und setzten letzterm eine Narrenkappe mit Schellen auf. Der große Panslavist ruft aus: „Kann jemand glauben, daß solche Resultate des Kongresses durch die Zustimmung der russischen staatlichen Obergewalt sanctiomert werden könnten? Man wird verblüfft von der Borniertheit der russischen Diplomatie!" Der heißblütige Panslavist sagt in seiner Philippika weiter: „Was auf dem Kongresse auch geschehen mag, wie immer dort die russische Ehre erniedrigt und geschmäht werden wird, es lebt der Feuilleton. Ein Lorbeerkranz. Eine Skizze aus dem Leben, von Harrtet. Ein kleiner, elegant möblierter Salon war es, m welchem um die sechste Abendstunde eines sonnigen Herbsttages eine junge Dame, in tiefes Smnen verloren, langsam auf und ab schritt. Sie hatte vorhin den Tönen eines prachtvollen Flügels, der m einer Ecke des Gemaches stand, ihr Denken und Empfinden anvertraut; aber auch die Musik kann uns zuweilen vor innerem Mißbehagen und widrigen Stimmungen nicht bewahren, ja die wundervollen Klänge wecken oft düstere Stimmungen in einer unbefriedigten Menschenseele! — Die zunehmende Dämmerung in dem kleinen Raum veranlaßte die einsame Bewohnerin desselben nach einem Glockenzuge zu greifen. Auf pn silberhellen Schall des Glöckchens näberten !'ch eilige Schritte der Zimmerthüre und ein lungez Dienstmädchen trat in den Salon. „Befehlen, gnädige Frau?" „Zünden Sie hier die Lampe an!" Einige Minuten später verbreitete die von der Decke hängende große milchweiße Glaskugel ihr Helles Licht über den Salon wie über die Dame, deren Gestalt, wenn auch nicht groß, von biegsamer Geschmeidigkeit war und in dem eng anschließenden Sammtkleide zur vollen Geltung kam. Das Antlitz, keineswegs von blendender Schönheit, entbehrte zarter, frischer Farben und hatte einen bräunlichen, echt orientalischen Typus. „Ist der Herr schon nach Hause gekommen?" wandte sie sich an das Mädchen, welches das Zimmer verlassen wollte. „Ja, gnädige Frau, bereits vor einer halben Stunde!" „Schon gut, Marie!" Die Zofe hatte längst den Salon verlassen und die Dame war wieder allein. Was sollte sie wol beginnen? Sie trat an einen Tisch heran und entnahm der Schublade desselben ein kleines Buch. Es waren Mirza Schaffy's Lieder. Sie hatte sich kaum in den Inhalt eines derselben vertieft, so wurde sie durch ein leichtes Geräusch an der Thüre aufgeschreckt, dieselbe ward von außen zur Hälfte geöffnet und ein schöner Mädchenkopf mit a ch-blondem Haare sah scheu, fast furcht am in das Gemach. „Was willst du, Judith?" „Ich wollte mir nur die Frage erlauben, wann wir zu Göldern fahren!" „In der achten Abendstunde ist der Waaen bestellt, richte dich darnach!" Mit einer stolzen Handbewegung wurde dem jungen Mädchen angedeutet, die Dame wünsche, daß sie die Thüre schließe und sich entferne. Das that denn auch das junge Mädchen, aber nicht ohne einen tiefen Seufzer, vor sich hinmurmelnd: „Ach, sie ist wieder m übelster Laune!" Allerdings schien die Dame sich in übler Laune, diesem schlimmsten aller Frauenfehler, zu befinden, denn sie legte mit einer mürrischen Miene das Buch beiseite, und nachdem sie abermals einige male in dem Gemache auf und ab geschritten war, zündete sie einen Armleuchter an, mit dem sie die mächtige, gesalbte, gekrönte Beschützer und zugleich Rächer. Rußland wünschte den Krieg nicht (?), aber noch weniger wünscht es einen schmählichen Frieden." Das russische Volk bewegt sich, es murrt, es zürnt — so schließt der mit den Resultaten des Berliner Kongresses höchst unzufriedene panslavistische Parteiführer seine Hetzrede, — aber es vertraut auf seinen „unerschütterlich und unbesiegbar" dastehenden Zaren, der die Fahne Rußlands, zugleich auch die Fahne des Slaven-thums, in seinen Händen hält. Die Hoffnung der Panslavisteu, die sämmt« lichen südslavischen Provinzen unter einen — den russischen — Hut zu bringen, erfuhr bittere Täuschung. Die Panslavisten — und mit ihnen die nationalen Russenfreunde in unserem engeren Vaterlande Krain — erlitten durch die Berliner Kongreßbeschlüsse eine große Niederlage. Zum Berliner Kongreß. Der Kongreß erledigte seine Arbeit in zwanzig Plenarsitzungen, sie liegt in zwanzig Protokollen, jedes aus mehr als zwanzig Druckseiten bestehend, vor. Fürst Bismarck ging nach Kissingeu, die am Berliner Hofe fungierenden Botschafter werden unter Zuziehung von Militärattaches etwa vorkommende Streitfragen zu entscheiden und die Ausführung des Berliner Vertrages zu fördern haben; überdies obliegt den drei Lokalkommissionen zu Adrianopel, Tirnowa und Erzerum die Aufgabe, die Vertragsausführuug zu überwachen. Es obliegt uns noch, aus der Schlußrede Bismarcks folgende Stelle zu eitieren: „Im Momente, da wir uns trennen, scheue ich nicht, die Behauptung auszusprechen, daß der Kongreß sich um Europa verdient gemacht hat. Wenn es unmöglich war, alle Aspirationen der öffentlichen Meinung zu verwirklichen, so wird die Geschichte jedenfalls unseren Absichten, unserm Werke Gerechtigkeit widerfahren laffen, und die Bevollmächtigten werden das Bewußtsein haben, in den Grenzen des Möglichen Europa die große Wohl-that des so schwer bedrohten Friedens zurückgegeben und gesichert zu haben. Dieses Resultat wird durch keinerlei Kritik des Parteigeistes verringert werden können. Ich habe die feste Hoffnung, daß das Einvernehmen Europa's mit Hilfe Gottes ein dauerhaftes bleiben werde und daß die persönliche» und herzlichen Beziehungen, die sich zwischen uns während unserer Arbeiten herausgebildet haben, die guten Beziehungen zwischen unseren Regierungen befestigen und konsolidieren werden." Schwelle des Nebengemaches überschritt. Es war ebenfalls ein nett möblierter Raum mit langen, grünen Seidenvorhängen an den Fenstern. In der tiefsten, dunkelsten Ecke des Zimmers stand ein Bettchen mit grünen Netzwänden; zu diesem schritt die Dame heran, indem sie mit dem Lichte in der Hand der kleinen Schläferin, ihrem einzigen, zwei Jahre alten Töchterchen, in das blasse, magere Gesichtchen leuchtete. Unbeweglich ruhte das große, dunkle Auge der jungen Frau auf ihrem Kinde, dieser Welt einer liebenden Mutter, welche das entschädigt, was die glückliche Braut, das sehnende Mädchen gehofft und in der Ehe nicht gefunden. Die junge Frau hörte feste, männliche Tritte draußen iin Corridor, sie näherten sich der Thüre, und dieselbe öffnend erschien Banqnier Brandof, ihr Gatte, auf der Schwelle des Gemaches. Es war ein Mann von mittlerer Größe, starkem, kräftigem Gliederbau und einem Gesichte, aus welchem die Ruhe und Gelassenheit des trockenen Zahlenmenschen, wie seine Gattin stets behauptete, sich nur allzu deutlich kündeten. Gegen die Rnssificierung. Den russischen Panslavisten wird in einem Berliner Briefe des „Golos" der Vorwurf gemacht, daß sie es nur sich selbst zuzuschreiben haben, daß die slavische Sache einen so ungünstigen Verlauf genommen. „Die flavischen Brüder: Bosnien, Herzegowina, Serbien und Montenegro, sind „geeint" — unter der Fahne des deutschmagyarischen Reiches der Habsburger!" — „Mit eigenen Händen haben wir den Deutsch-Magyaren den Weg geebnet, auf eigenen Schultern haben wir alle Hindernisse fortgeschafft, mit unserm Blute den Weg besprengt", und das alles für eine falsche Voraussetzung. Es sei ein Jrrthum, daß die Bulgaren zu Vorkämpfern flavifcher Interessen gegen die Deutschen oder Griechen werden könnten, und wie die besten Freunde Rußlands unter den Südslaven über den Panslavismns denken, das zeigen die Worte des Stanko Radonic, des nahen Verwandten des montenegrinischen Fürstenhauses und Inhabers der ersten Aemter, welcher den Panslavisten keinen Glauben mehr schenkt, seitdem erste in Rußland und Bulgarien kennen gelernt hat. „Der Panslavismus", sagte Radonic, „dient diesen Leuten nur als Maske; was sie eigentlich wollen, das ist die Russificierung, die Unterordnung aller Slaven unter die Moskauer Hegemonie. Ich bin ein Montenegriner", fuhr er fort, „und will es bleiben, und in den Schwarzen Bergen gibt es niemanden, der anders deukt. Es gibt viele, die den Russen herzlich ergeben sind, aber so wie es die Russen nur versuchen wollten, die Montenegriner zu Russen zu machen, so würde man sehen, was dabei herauskommt. So arm wir sind", schloß Radom? seine Bemerkungen, „um den Preis oer Russificierung wollen wir uns kein Brod erkaufen!" Der Cypern-Vertrag. Zwischen den Regierungen Englands und der Hohen Pforte wurde am 4. Juni l. I. in Konstantinopel nachstehender Vertrag abgeschlossen: I. Artikel. Im Falle, daß Batum, Ardahan, Kars oder irgend eines derselben durch Rußland zurückbehalten oder später seitens Rußlands irgend ein Versuch gemacht werden sollte, um von weiteren Theilen des Territoriums des Sultans, wie es in dem definitiven Friedensschlüsse festgesetzt ist, Besitz zu ergreifen, so verpflichtet sich England, Se. kaiserliche Majestät den Sultan in der Verteidigung derselben durch Waffengewalt zu unterstützen. Dagegen verpflichtet sich Se. kaiserliche Majestät der Sultan England gegenüber, die zwischen den beiden Regierungen zu vereinbarenden Reformen bezüglich der Regierung und des Schutzes „Sofie! Du hast noch nicht Toilette gemacht?" „Nun, ich bedarf zu einem gewöhnlichen Mir tix bei Göldern doch keiner so vorzüglichen Toilette, um volle zwei Stunden Zeit darauf zu verschwenden!" entgegnete Sofie, von dem Bettchen oes Kindes zurücktretend, dem sich ihr Gatte näherte. „Hast du kein Wort freundlicher Begrüßung für deinen Mann, nachdem wir uns volle zwölf Stunden nicht gesehen haben und ich —" „Du dir eine halbe Stunde Zeit ließest, ehe du es der Mühe Werth fandest, diese Räume zu betreten!" „Ich hatte noch einige wichtige Geschäftsbriefe zu besorgen, wollte sie eher abfertigen, ehe ich Weib und Kind begrüßte!" „Natürlich, das Geschäft muß stets der Familie weichen! So war es in meiner Brautzeit, während den ersten Wochen unserer Verheiratung und " „Aber Sofie, du bist wieder in übelster Laune!" der christlichen und anderen Unterthanen der Pforte in jenen Territorien einzuführen; um aber England in den Stand zu setzen, die nöthigen Vorbereitungen für die Ausführung seiner Besprechungen treffen zu können, genehmigt Se. kaiserliche Majestät der Sultan ferner, daß die Insel Cypern cediert und von England besetzt und administriert werde. II. Artikel. Vorstehender Vertrag soll ratifiziert und die Ratificationen im Laufe eines Monates oder, wenn dies möglich, noch früher ausgetauscht werden. Tagesneuigkeiten. — Die Landtage werden, wie die „Deutsche Ztg." aus angeblich verläßlicher Quelle erfährt, in der zweiten Hälfte Septembers l. I. zusammentreten. — Aus dem czechischeu Lager. Auch die ministerielle „Presse" coustatiert den fortschreitenden Verfall der passiven Opposition in Böhmen, die verfassungsfeindliche Partei verliert von Tag zu Tag mehr an Macht und Einfluß in Bolkskreifen. Die Idee der Jnscenierung eines Föderalisten-Kon-gresses wurde bereits zu Grabe getragen, das czechische Volk ist des verderblichen und lästigen Partei-Terro-rismus satt, selbst nationale Blätter verlangen eine radicale Aendernng in der Haltung der ezechischen Volksvertreter. Das verführte czechische Volk hat seinen Parteiführern den Gehorsam gekündet. — Typhus unter den Kaiserjägern in Brixen. Ein erneuter Beweis für die Entstehung des Typhus infolge Genusses schlechten Trinkwassers lieferte die in Brixen unter den Jägern ausgebrochene Typhuserkranknng. Wie der „Feldarzt" schreibt, machten sich vor einiger Zeit in der Mannschaft des iu der sogenannten Jesuitenkaserne untergebrachten zweiten Kaiserjägerbataillous Erkrankungen mit typhösen Erscheinungen bemerkbar, welche wegen der Zahl und der Heftigkeit der Anfälle allgemeines Aufsehen erregten. Die verschiedenen Motive wurdeu hervorgesucht, um diese Erscheinungen zu erklären. Die sogleich an das Regimcnts-kommando erstattete Anzeige hatte zur Folge, daß eine von den Militärbehörden niit der Gemeindevertretung vorgenommene Untersuchung an Ort und Stelle stattfand und als Krankheitsursache das Vorhandensein von excremeutalen Stoffen im Trinkwasser und im Boden der Kaserne constatierte. Die Mannschaft erhielt Menagezuschuß und Wein, und die bei der jüngsten Mobilisierung einrückenden Reservisten wurden von dieser Kaserne ferne gehalten. Leider hat aber die inzwischen in die Leute gekommene infieierende Substanz übel gehaust. Nahezu ein Viertel des Bataillons war entweder in Marodezimmern oder Spitälern, und bis vor kurzem waren acht Todesfälle vorgekommen, deren Ursache der aus- „Darum ist es das Beste, du läßt mich Toilette machen, sonst findet wieder eines jener unliebsamen Gespräche statt, die mich nutzlos aus-regen und doch zu keinem befriedigenden Abschlüsse gelangen!" „Sofie!" Die junge Frau, welche mit dem Armleuchter in der Hand das Zimmer verlassen wollte, blieb stehen und wandte ihr Antlitz dem Gatten zu. „Habe die Freundlichkeit, zu dem heutigen Gesellschaftsabende nicht etwa das grüne Seidenkleid mit dem weißen Spitzenüberwurf zu wählen!" „Warum nicht?" „Einfach deshalb, weil ich es nicht wünsche!" „Ei, das fehlte mir noch! Ich soll mir meine Toiletten von dir vorschreiben lassen — da würden sie hübsch geschmacklos aussallen! Gerade jenes Kleid habe ich für den heutigen Abend gewählt, das wahrscheinlich nur deshalb vor deinen Augen nicht Gnade findet, weil es mir gefällt, du aber von jeher alles verworfen hast, was mir lieb und theuer war!" (Fortsetzung folgt.) gesprochene Abdominaltyphus war. Die Erkrankungsveranlassung ist nunmehr gehoben, und cs zeigt sich auch eine unverkennbare Besserung des Gesundheitszustandes. — Ein Seehund, 12 Fuß lang, wurde am 5. d, M. in der Umgebung von Zara gefangen. — Unglücks fall auf der West bahn. Am 12. d. M. nachts wurden, wie der „W. Anz." erzählt, in Wels (Oberösterreich) vom Magazinsgebäude aus auf einen stehenden Lastenzug Rindvieh und Getreide verladen. Um dreiviertel 1 Uhr früh fuhr der von Wien kommende, nach Paris mit direkten Schlafwaggons verkehrende Eourierzug Nr. 1 infolge falscher Stellung des Wechsels Nr. 4 in obigen Lastenzug hinein. Der Anprall war ein so gewaltiger. daß von beiden Zügen nicht ein Waggon ganz unverletzt blieb. Den 14 Lastwaggons sind die Wände eingedrückt und liegen von den Rädern derselben einzelne Bestandtheile rechts und links des Zuges. Noch ärger wurden die Salonwaggons des Conrierzuges, welche französische sein sollen, mitgenommen, die Hälfte des einen ist ganz zertrümmert, der andere ist auch gehörig zerfetzt; der zwischen diesen stehende österreichische Waggon zweiter Klasse ist merkwürdigerweise ziemlich unbeschädigt, nur die Fenster zerschmettert und das Laufbrett weggerissen. Leider sind bei diesem Unglücke zwei Menschenleben zu beklagen. Der erst seit kurzem in Dienst getretene Verschieber Orsowiz ist seinen Verletzungen (es wurden ihm die Füße abgeschlagen) gestern nm 4 Uhr früh erlegen. Dem Obercon-dueteur des Courierzuges, Hrabiu, der rückwärts am österreichischen Waggon stand, wurde durch die niedere Hintere Eisenwand das Brustblatt eingedrückt, er ist im Laufe des Vormittags gestorben. Außerdem wurden minder schwer verletzt: die Magazinsarbeiter Martin Hirtmaier und Hehcnberger. Loco-niotivführer und Heizer des Conrierzugs bliebcu vollkommen unverletzt. Die Maschine „Preßburg" Nr. 157 verlor die rückwärtigen Puffer. Von den Passagieren des Courierzuges erlitten mehrere leichte Hautabschürfungen, ein Herr kam mit einer größeren Beule davon. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Zur projektierten patriotischen Sammlung.) In den letzten Tagen der vorigen Woche wurde ein Aufruf zur Veranstaltung von Sammlungen behufs Unterstützung der infolge Mobilisierung ihres Ernährers beraubten Familien vom Stapel gelassen. Die besitzenden Bevölkerungsklassen im Lande Krain, obgleich zur Uebergebür mit Stenern, Zuschlägen und hundert verschiedenartigen Anforderungen, welche unter den mannigfaltigsten Formen und Titeln an sie herantreten, belastet, werden auch in, cingetreteneu Noth- und Dringlichkeitsfalle ihren bekannten und stets bewährten Wohl-thätigkeitsfinn nicht verleugnen, sie werden der unverschuldeten Noth finanziell beispringen. „Wer schnell gibt, gibt doppelt." Diesen Wahrspruch mögen in erster Reihe jene Autoritäten und Functionäre beherzigen, die dem schwierigen Geschäfte der Verkeilung der gespendeten Unterstützungsgelder sich zu widmen haben werden. Es handelt sich um rasche Abhilfe des Nothstcmdes der Familien mobilisierter einheimischer verehelichter Militärs, nicht um Gründung eines Unterstützungssondes. Bei Durchführung der projektierten Geldsammlung möge sich ja nicht der vor einigen Jahren eingetretene Fall wiederholen, daß ein anonymes Comite den Ueberschuß von Sammlungsgeldern für verwundete Krieger, bestehend in mehreren tausend Gulden, zu anderen Zwecken — dem Hernalser Offizierstöchter-Jnstitute — dekretiere. Wie wohl würde dieser Ueberschuß, der in einer hyperloyalen Anwandlung einem den Spendern fremden Zwecke zugeführt wurde, jetzt den nothleidenden Familien von zur Militärdienst-Pistung einberufenen LandeSkindern bekommen? — (Hauszinssteuer.) Das Amtsblatt d" heutigen „Laib. Ztg." enthält eine Kundmachung der k. k. Steuer-Lokalkommission in Laibach, betreffend die Ueberreichung der Hausbeschreibungen und Hans-zins-Steuerbekeuutuisse, behufs Bemessung der Haus-ziussteuer für das Jahr 1879. — (Ernennungen.) Der Regierungskanzlist Herr Friedrich Sertic wurde zum k. k. Bezirkssekretär uud der Landwehr-Bezirksfeldwebel Herr Rudolf Lilleg zum k. k. Regierungskanzlisten ernannt, — (Zubesetzen sind:) eine Adjunctenstelle beim Bezirksgerichte in Gottschee, eine solche beim Bezirksgerichte Möttling und eine Kanzlistenstelle beim Bezirksgerichte Reifniz. — (Zur Truppenbewegung.) Das Infanterieregiment Freih. v. Kuhn Nr. 17 wurde Vonseite der Agramer Bevölkerung auf das herzlichste begrüßt. Wie die „Kroat. Post" erzählt, wurden Vonseite eines militärsreuudlichen Comites 13 Eimer Bier und Zigarren verabreicht. — (Heimatliche Kunst) In Matscheks Handlung nächst dem Rathause ist soeben ein von Herrn Kunibert Drenik vollendetes Oelgemälde, eine in natürlichen Farben sich präsentierende Gebirgs-, beziehungsweise Waldlandschaft, zur Ansicht ausgestellt. — (Vom Staats- Obergymnasium in Laibach.) Die Direetion dieser Lehranstalt hat den 1878er Jahresbericht der Oesfentlichkeit übergeben. Der Bericht enthält einen 24 Druckseiten umfassenden Artikel über den „naturwissenschaftlichen Materialismus". Aus dem Directionsberichte citie-ren wir nachstehende Thatsachen: Am Schluffe des Schuljahres 1878 zählte der Lehrkörper 20 Mitglieder (16 Professoren und 4 Lehrer) für die obligaten und 8 Lehrkräfte für die nicht obligaten Lehrfächer. Am Schluffe des Schuljahres 1878 war der Stand der Schüler 425 und mit Einschluß der 6 Privatisteu 431; der Heimat nach 375 Kramer (93 ans Laibach, 141 aus Oberkraiu, 61 aus Jnnerkrain, 77 aus Unterkrain), 41 aus verschiedenen österreichischen Provinzen, I I aus Ungarn und 5 Ausländer. Es besuchten die erste Klasse 104, die zweite 72, die dritte 66, die vierte 38, die fünfte 48, die sechste 30, die siebente 39 und die achte Klasse 23 Schüler. Schulgelder gingen ein im ersten Semester 2755 fl. und im zweiten Semester 2234 fl., zusammen 4989 fl. Von der Schulgeldzahlung waren befreit: ganz 203, halb befreit 44 Schüler; 99 Schüler bezogen Stipendien im Gesammtbetrage von 7223 fl. 59 kr. Der Unterstützungsfond sür Gymnasialschüler besitzt ein Vermögen, bestehend aus 5725 fl. in Obligationen und 221 fl. 42 ^ kr. in Barschaft; verrechnet wurden im abgelaufenen Schuljahre an Empfängen 631 fl. 45*/s kr. und an Ausgaben 410 fl. 21 kr. (für Lehrbücher und Lehrmittel 23 fl 31 kr., Schülerbedürfnisse 138 fl, Ankauf von Papieren 248 fl. 90 kr) An Aufnahmstaxen gingen ein 285 fl. 60 kr., die zur Anschaffung von Lehrmitteln verwendet wurden. Für die Schülerbibliothek wurden 145 fl. 50 kr. einbezahlt. Die Studien- und Gymnasial-Bibliothek, das Physikalische und das uaturhistorisch-landwirthschastliche Kabinet erfuhren durch Schenkungen und Ankäufe wesentliche Zuwächse. Im Schuljahre 1878 meldeten sich 28 öffentliche Schüler und 3 Externe zur Ablegung der Maturitätsprüfungen. Das Schuljahr 1878/79 wird am 16. September l. I. eröffnet. — (Eine Feuersbrunst) brach Sonntag den 14. d. nachmittags in der Laibach naheliegenden Ortschaft Jesca aus, und verzehrte dieselbe zwei Häuser sammt Fruchtvorräthen. — (Witterung.) „I^uIIa äi68 sius liiiea" — kein Tag ohne Gewitter, Hagel und Regen! Die andauernde regnerische Witterung scheint die schönen Hoffnungen auf eine reiche und gute Ernte der ersten Körnerfrüchte — Weizen und Roggen — gänzlich vereiteln zu wollen. Aus allen Bezirken des Landes Krain langen Berichte ein, die Nachricht geben, daß es infolge täglich vorkommender Regengüsse nahezu unmöglich sei, eine trockene Fuhre Heu einzubringen und den Schnitt des Roggens in Angriff zu nehmen. Die starken Regengüsse drückten die im Monat Juni l. I. herrlich und aufrecht dagestandene Weizen- und Roggenfrucht zu Boden und hindern die gleichmäßige Zeitigung dieser Fruchtgattungen. — (Feuilleton.) Wir beginnen heute mit der. Mittheilung der vom Fräulein Harriet uns freundlichst zur Verfügung überlassenen Novelle „Ein Lorbeerkranz." — (Aus dem offiziellen Saatenstandsberichte pro Juni.) Weizen infolge zahlreicher Regengüsse gelagert, von Rost und Brand ergriffen, Qualität der Körner nicht ganz entsprechend, quantitativ recht gute Ernte zu erwarten. Die Roggen srucht infolge allzuhäufiger Regengüsse verspätet, theilweise gelagert, ist durchschnittlich gute Ernte zu erwarten. Die Ernte der Wintergerste leidet eben auch durch Niederschläge, Resultat befriedigend bezüglich Qualität und Quantität. Stand der Sommergerste infolge häufiger Regen gut; dort, wo Niederschläge fehlten, schlecht. Stand des Hafers in von Regen heim-gesuchten Gegenden vorzüglich, ebenso Mais. Hülsenfrüchte stehen durchaus gut, Kartoffeln und Kraut theilweise gut und sehr gut, Rüben mittelgut. Klee-Heuernte durchschnittlich gut. — (Gegen dieDiphtheritis) empfiehlt man das Eingeben feurigen Weines und das Pinseln der Kehle mit Zitronensaft. — (Für Jagdfreunde.) Nummer 13 der „Deutschen österr.-uug. illustrierten Jagdzeitung" bringt: das Porträt des Statthalters Alfred Grafen Potocki in Galizien; Aussätze über Bärenjagden in Rußland, Ruder- und Segelsport; Notizen aus der Jagdtasche, Illustrationen von Parforce- und Wolfsjagden. — (Für Landwirthe.) Als erprobtes Mittel gegen den Weizenbrand, der Heuer auch in Krain vehement und namentlich in Ungarn massenhaft auftrat, empfiehlt ein bewährter Oekonom den Gebrauch der Koß und Dupuy'schen Weizenbeize, zu beziehen: Wien, VI. Bezirk, Windmühlgasse Nr. 35- — (Aus Handelskreisen.) Wie uns mit-getheilt wird, beabsichtigt man an die Geueraldirec-tion der Südbahngesellschaft das Ansuchen zu stellen : es möge in der Erwägung, als der Bezug des Zuckers via Hamburg, Prag, Laibach mittelst West-und Rudolfbahn billiger zu stehen kommt, als vis Prag, Wien, Laibach per Südbahn,, ein moderierter Zucker-Frachtentarif zugestanden werden. — (Aus den N a ch b a r p r o v i n z e n.) In Pakrac ging nach Bericht der „Kroat. Post" ein schweres Gewitter nieder, es fielen Eisstücke, welche ein Gewicht von sechs Kilo aufwiesen. Bis jetzt wurden behördlich ermittelt, als Opfer des unerhörten Hagelschlages: 1 Todter, 12 schwer und 11 leicht Verwundete. Das Elend in der Gegend wird in dem amtliche» Berichte der Vizegespanschaft an die Agramer Landesregierung als ein entsetzliches geschildert. — Der Verein der Kaufleute und Industriellen in Graz überreichte der Grazer Handels- und Gewerbekammer eine Petition, dahin lautend: Die Kammer möge geeignete Schritte einleiten, durch welche die traurigen Folgen der Mobilisierung für so viele arbeitende Hände im Lande so viel als möglich gelindert werden könnten. — (Für Touristen.) Die diesjährige Wanderversammlung des österreichischen Touristenklubs findet am 15. bis 18. August in Eisenkappel (Kärnten) statt. Nachdem die vorjährige Wanderversammlung des Klub in Gmunden einen so überraschend glänzenden Erfolg hatte, so glauben wir auch der Heuer stattfindenden ein eben so günstiges Prognostikon stellen zu dürfen, um so mehr als dieselbe diesmal im Herzen des Alpenlandes, inmitten einer herrlichen, leider noch viel zu wenig bekannten und gewürdigten Gebirgswelt stattfindet. Wir werden nicht ermangeln, unsere Leser seinerzeit von den näheren Details zu verständigen. Jur Unterstützung hilfsbedürftiger Familien. Der Landesausschuß in Krain richtet unterm 14. d. an die Bevölkerung Krams nachstehenden Aufruf: „Die jetzige Einberufung der Reservemannschaften zu den mobilisierten Truppenkörpern der k. k. Armee hat auch in Krain eine große Zahl von Familienvätern hart getroffen. Die Erfüllung dieser Wehrpflicht entreißt sie ihrem Erwerbe, und vielfach sind Weib und Kinder daheim in ihrer Lebensexistenz dadurch bedroht. Solche Noth nach Kräften zu mildern, sei eine humane Sorge für die in glücklicheren Verhältnissen am heimatlichen Herde verbliebenen Mitbürger. „Der Landesausschuß von Krain ergreift hie-mit die Initiative, um für derlei allerdringendste Unterstützungen verfügbare Mittel zu erlangen und dieselben ihrer Bestimmung zuzuführen. Nebst der Widmung eines Landesfondsbeitrages erwirkte der Landesausschuß die Bewilligung des k. k. Landespräsidiums vom heutigen Tage, Sammlungen im ganzen Lande für diesen Zweck zu veranlassen. „Das werkthätige Mitgefühl aller Bewohner Krams für ihre Landsleute, ihre oft bewährte Wohlthätigkeit rufen wir hiemit wach: Möge jedermann, nach seinen Kräften das Scherflein beisteuernd, die bange Sorge des ins Feld gerückten Soldaten, das bittere Elend der Seinigen daheim zu lindern helfen, damit aus der vereinten Kraft aller die wirksame Unterstützung des Einzelnen ersprieße. „Die Unterstützungsbeiträge wollen, als solche bezeichnet, entweder unmittelbar, oder durch die nächstgelegeue Bezirkshauptmannschaft oder Gemeindevorstehung, an den Landesausschnß gesendet werden, welcher sowol die Verzeichnisse der eingelangten Beträge und Spender als die Verwendung der Gelder durch die öffentlichen Blätter kundgeben wird." Witterung. Laibach, 16. Juli. Vormittags Aufheiterung, etwas windig aus Osten. Wärme: morgens 7 Uhr 16 5°, nachmittags 8 Uhr -j- 21 6° 6. (1877 -1- 25 5°; 1876 4- 24 4° O.) Barometer 737 36 mm. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -s-19 0°, um 0 9° über dem Normale; der gestrige Niederschlag 7 20 mm. Regen. Angekommene Fremde am 15. Juli. Hotel Stadt Wie». Benetassi, Private, und Nördlingcr, Kfm., Triest. — Hönigsfeld, Lautinger, Arel, Kauflte.; Vatlcr, Reis.; Dr. v. Hochstetter, Pros., Dr. Elsenwenger, und Dr. Novak, Wien. — Vodvrzka, k. k. Bczirksrichter. Buccari- — Zupan, Professor, Krainburg. — Ritter v. Psarski, Landes und Gerichtsadvokat, Tarnow. — KmikowSky, k. f. Bczirkskommissär, Rami. Hotel Elefant. Lipner, Ingenieur, Klagensurt. — Gebrüder Fischer, Villach. — Jesenko, Professor: Furlani, Lehrer, uud Doliuar, Triest. — Glücklich, Prag. — Friedrich, Sissek. Hotel Europa. Maraldi, Beamter, und Schadeloock mit Gemalin, Triest. — Lakay, Apothekerstochter, Feld-kircheu. — Dr. Mauer, Olmütz. — Migatti, Oberlieut-, Vukovar. Mohren. Weber s. Frau, Oberkraiu. — Tratnik Johann und Tratnik Helena, CM. — Kastelitz, Graz. Gedenktafel über die am 19. Juli 1878 stattfindenden Li-citationen. 3. Feilb., Wenko'sche Real., Ratschach, BG. Ratschach. — 3. Feilb., TcW'sche Real., Rosalniz, BG. Möttling. — 2. Feilb.. Poljsak'sche Real., Slap, BG. Wippach. — 2. Feilb., Strobel'sche Real., Stangen, BG. Littai. — 2. Feilb., Ozwald'sche Real., Garlarevec, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Skofic sche Real., Tersain, BG. Stein. — Reass. 2. Feilb., Mihevc'schc Real., Martiuhrib, BG. Loitsch. — Reass. 2. Feilb., Blazon'sche Real., Planina, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Mihevc'schc Real., Unterloitsch, BG. Loit ch. 2. Feilb., Cereek'sche Real., Hrastje, BG. Rudolsswerth.— 3- Feilb., Gregorii'sche Real.,' Rudolsswerth, KG. Rudolss-werth. — I. Feilb., Zalaznik'schc Real., Kirchdorf, BG. Loitsch. — 1. Feilb., Bukouz'sche Real-, Bresovreber, BG. Möttling. — 1. Feilb., Berlinische Real., Bojance, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Krasovic'sche Real., Seitendors, BG. Tschernembl. — Reass. 3. Feilb., Bajok'sche Real., Radovica, BG. Möttling. — 1. Feilb., MuZik'sche Real., Dragaluc-, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Spehar'sche Real., Zabetich, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Smreker-sche Real., Rozanc, BG. Tschernembl. — 1. Feilb, Zajn-sche Real., Pattije, BG. Adelsberg. Marktbericht von L. Jacobius L Söhne, Berlin-Hamburg. Hamburg. 12. Juli 1878. Weizen: Ruhig, Mecklenburger Mrk. 215 bis 230, mährischer uud schlesischer Mrk. 205 bis 230, österreichischer, russischer und rumänischer Mrk. 195 bis 225, russischer Mrk. 188, polnischer Mrk. 225 bis 230. Roggen: Etwas fester, russischer Mrk. 120 bis 136, preußischer Mrk. 125 bis 140, Mecklenburger Mrk. 125 bis 150. Gerste: Still, rumänische und galizische Mrk. 138 bis 140, schlesische, ungarische, böhmische und mährische Mrk. 160 bis 190, russische Mrk. 125. Hafer: Still, russischer Mrk. 130 bis 145, schlesischer und böhmischer Mrk. 150 bis 190, Mecklenburger Mrk. 150 bis 160. Bohnen: Still, mittel nach Qualität Mrk. 160 bis 170. Erbsen: Still, Futtererbseu Mrk. 150 bis 160, Koch-erbsen Mrk. 210 bis 230. Wicken: Ruhig, kleine und mittel Mrk. 125 bis 170, große Mrk. 160 bis 190. Mais: Ruhig, rumänischer Mrk. 122 per 1000 Kilo Netto. Klecsaat: Ruhig, roth Mrk. 40 bis 52, weiß Mrk. 50 bis 75 per 50 Kilo Brutto incl. Sack. Timothee: Ruhig, Mrk. 20 bis 26 per 50 Kilo Brutto incl. Sack. Mutterkorn: Mrk. 60 bis 70 per 50 Kilo. Kanthariden (spanische Fliegen): Mrk- 475 bis 500 Pr. 50 Kilo. Spiritus: Rcctif. Kartoffelspiritus Pr. 100 Liter Mrk. 44 bis 48; rcctif. Rübenspiritus L 100 Perz. Mrk. 43 bis 46. Briefkasten der Redaction. Herrn 6. -1. in -L.. Ihre Korrespondenz vom 15. d. strotzt voll persönlicher Aussälle, eignet sich deshalb nicht zur Ausnahme in unser Blatt. Telegramme. Wien, 15. Juli. Die „Pol. Korr." meldet: Der Gouverneur von Banjalnka theilte der Bevölkerung über Auftrag der hohen Pforte mit, die österreichisch-ungarische Armee werde mit den freundschaftlichsten Absichten in Bosnien einrücken; die Beziehungen zwischen der Pforte und Oesterreich seien die besten. Er befahl allen Distrikts-Kaimakams, die österreichischen Truppen aufs freundschaftlichste zu empfangen. Auch die bosnischen Insurgenten seien geneigt, dem Occupations-Kom-mando sich zu unterwerfen; desgleichen werde aus Serajewo ein günstiger Stimmungswechsel signalisiert. — Die Montenegriner verstärken sich an der albanesischen Küste, einen Angriff aus Skutari besorgend. Fürst Nikola reist demnächst nach NiksiL. Debreezin, 15. Juli. Tisza constatierte vor seinen Wählern, daß Rußland einem beträchtlichen Theile der durch den Frieden von San Stefano erpreßten Friedensbedingungen auf das Machtwort Europa's zu entsagen gezwungen wurde. Verstorbene. Den 15. Juli. Anna Fischer, Psrüudncrin, 66 I., Armenhaus, Schlagfluß. — Gustav Michelizh, Haus-meisterssohn, 2'/, Monate, Deutscher Platz Nr. 18, Auszehrung. Anliaucrnäer reeHer Vei'lüenLi für Personen aller Staude in allen Orten der Monarchie. Offerte unter „F. 3005" Haasenstein L Vogler in Budapest. (316) 2—2 Höchst empfchlenswerth: Baumwoll-Netzjacken (Schweißvertheiler), Origiualsabrikat L sl-2, fl-2 20 bis fl. 2 40; Jmitation-Ncujacken L fl. 180; Herrcn-Filßsocken. weiß und Nanking, 1 Paar nur 15 kr., bei Hrn'I rr11:»., Annonccn-Expedition, Wie», Riemer-gafse 13. (309) 20 -4 Oankfagnng. Für die vielen herzlichen Beweise der Theil-uahme ^während der Krankheit unserer unvergeßlichen Tochter, beziehungsweise Schwester Anna, sowie für die zahlreiche Betheiligung am Leichenbegängnisse und die vielen Kranzspenden dankt allen Freunden, insbesondere dem Mädcheninstitute Huth, den Zöglingen der Klavierlehrern: Frau Kariuger, uud den Herren Sängern für den erhebenden Grabgesang, in der herzlichsten Weise die Familie Tambornino. Die erste und älteste k. k. priv. Fabrik lrincharrr Eiskeller des k. k. Hoflieferant (Sriindcr -icscr bisher noch uiiiibcrlroffciirn Fal>ri-clitiou), Wien, Wieden, Kauptkraße Nr. 69, empfiehlt ihr großes Lager von sertigen Eis-kästc» zum Kühlen und Coiiscrvieren aller Speisen und Getränke zu den billigsten Prciseu. Der große Absatz von über 18,000 Kühlern bürgt für solide Ware und sichert die P. T. Abnehmer vor jeder Uebcrvortheilung und vor Schwindel. (322) 4—1 Preisliste» und Zeichnungen gratis. Wiener Börse vom 15. Juli. Allgemein« Staat,-! g, sckul.!- Papierrenle ^ 6190 Silberrenle..............ee-so Goldrente................75'40 StaatSlosc, I8M. . . SS4-— ., 1854 . - . IM 25 „ 18S0. . . 114'— 1860(5tel) 123 5» 1864 . . . 142 25 Lronckentlasliing»- Obligativnen. Galizien.............. Siebenbürgen - - -Temeser Banat . -Ungarn................ Aaäere üssealkiäe Aakeken. Donau-Regul.-Lose. Ung. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . Aetiea v. /Zanken. Kreditanstalt f.H.n.G. EScompte-Ges.,n.ö. . Nationalbank........ Hetiea v. Traarport Uateraekmuagea. Alföld-Bahn.......... Donau - Dampfschiff -Elisabeth-Westbahn Ferdinands-Nordb. > Franz-Ioseph-Bahn Galiz. Karl-Ludwigb Lemberg - Czernowitz -Lloyd-Gesellschaft . . 86— 7650 77 50 79 75 101— 86' — 92 75 259 50 836 Ware 65— 67— 75 50 336'— 109'75 114 25 124 — 142 50 86-50 77 50 78 50 80— 104-25 86-50 93— 259 75 838'- 126 50 465 -174— 2070 141— 247 — 137— 540 — 127 467— 175-2075 14150 247 25 137 50 542 — Nordwestbahn . . . . Rudolfs-Bahn . . . . Staatsbahn............ Südbahn............... Nng. Nordostbahn . . Pfanäbriese. Bodenkreditanstalt in Gold............. in österr. Währ. . . Nationalbank.......... Ungar. Bodenkredit- . Nrioritäte-Obkig. Elisabethbahn, l.Em. Ferd.-Nordb. i. Silber ^ranz-Ioseph-Bahn. >aliz.K-Ludwigb,1.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn . Staatsbahn, i. Em. . Südbahn L 3 Perz. . „ L 5 „ . . Prioatkose. Kreditlose............ Rudolfsstiftung. . - . Devisen. London Geküsortea. Geld Ware 123 25 123-75 1L6-- 126 50 261 — 261 50 77 50 77 75 122 75 123 25 109 — 92 50 99 80 96 — 9215 105 — 88-75 101 — 8850 70 — 156-11275 94-75 16125 1450 11560 Dukaten...............550 20 Francs.............9 27 100 d. Reichsmark . .>57 20 Silber................§ 101-10 109 25 92 75 99 90 96-25 92 30 105 25 89— 101 50 88-75 70 25 !56'50 113 — 95'— 16175 1475 11570 552 9 27»/, 57 30 101 20 Telegrafischer Kursbericht am 16. Juli. Papier-Rente 64 75. — Silber-Rente 66 70. — Gold-Rente 75 30. — 1860er Staats-Anlehen 114'—. — Bank-aetien 835. — Kreditactien 258 25. — London 115 60. — Silber 101'—. — K. k. Münzdukaten 5 49. — 20-Frailes-Stücke 9 27-/,. — 100 Reichsmark 5715. Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaktion verantwortlich: Franz Müller.