Vrimmmtt««» * Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ SO „ etcrttlK^ie - 2 „ 10 , Monatlich... — „ 70 , Mit der Post: Ganzjährig.........12 fl. Halbjährig......... 6 „ Vierteljährig........ 3 „ Laibacher Kür Zustellung in« Hau« viertelj. 86 kr., monatl. 9 kr. Eityelne Nummern 6 kr. TJ [ngblatt. Anonyme Mittheilungen werden nicht berückWbtigt; Manustripte nicht zurückgesendet. WeNtllwi: vahuhosgaffe Nr. 16. Er»r»ttt««a- * Juserate«-öumm: »ougreßplay Nr. 2 lBuch. Handlung von Jg. v. Klein-mayr & ged. Bamberg.) 3tHctttM4»rctfc: Für dir einspaltige PetitzeTe *4 tr., bei »itb«&eittt Ghk schaltnng i 8 kr. Snjeigen bi« 5 geilr« «ei chender «abätt. Für complirierten «atz I dere Vergütung. Nr. 90. Freitag, 20. April 1877. — Morgen: Anselm. 10. Jahrgang. Bor dem Krieg. Jeder Krieg ist rin Unglück, bei Beginn eines solchen können die wkilerrn Folgen und Nachwirkungen desselben noch nicht ersehrn werden, namentlich ist der an der Thür stehende russisch-türkische Krieg für Oesterreich-Ungarn ein rief eingreifendes Ereignis, denn die Ruhe beider Reichehälften wird durch denselben arg erschüttert, und kann der an den Grenzen unseres Reiches wüthende Kampf auch für Oesterreich-Ungarn heute noch unabsehbare Verwicklungen mit sich führen. Wie die Sachen heute stehen, tritt Rußland «Ui angreifender Theil auf, und Bulgarien dürste der Hauptschauplatz de» Kriege» sein. Der Ueber-gang des breiten DvnaustrorneS dürfte der russischen ^ntct viele Schwierigkeiten bereiten, die Südarmee zühlt mindesten» 300,000 Mann, fit führt un-flthturt Massen von Krieg«matrrial undLebensmitteln Mit; der Boden recht» und link» de» Stome» ist morastig» e» fehlen feste Straßen. Die ganze türkische Dobrudscha ist ein von Nomadenvölkern bewohnte» Sumpfland; zieht stch der Krieg bi» in den Sommer hinaus, so werden Sumpsfieber und Lholera unzählige Menschen dahinraffen. Die Diplomaten haben selbst in zwölfter Stunde die Hoffnung auf Rettung de« Friedens noch nicht aufgegeben, sie mühen sich noch immer ab, Rußland dahin zu bestimmen, da« Schwert in der Scheidt stecken zu lassen. Montenegro will sich an die Seite Rußlands stellen, und die gesummte Armee von Rumänien wird mobilisiert; mehr ®l« diese beiden BundeSgenofsen dürfte Rußland UW zählen. Da» russische Kabinett wälzt auch heute die Ursache de» Kriege» auf die Pforte, welche da« Protololl verworfen und die Ednlrolle der Mächte in Bezug auf die Überwachung der Reformen abgelehnt hat; Rußland wirft der Pforte Der, daß sie »S ist, die Rußland zum Kriege gezwungen hat. Rußland wird im Kampfe Wgen die Türkei allein und auf eigene Ätchnuag vorgehen, es hat von Europa ein Mandat, im Namen Europa'» den Kampf zu führen, obgleich es bei allen europäischen Höfen die Vollmacht «gejucht, nicht empfangen. Die europäische Diplomatie mußte da« Projekt, die orientalische Frage auf friedlichem Wege zu lösen» aufgeben; sie hat sich mannigfaltiger Sünden schuldig gemacht, sie verstand e» nicht» die Krieg»gesahr in rechter Stunde zu beseitigen und gege, Rußland einmüthigen Sinne« mit Energie aufzutreten, aber ein Verdienst kann sie in Anspruch nehmen, daß keine einzige europäische Großmacht an der Seite Rußland» für russische Zwecke mitkämpfen wird. Keine einzige der europäischen Großmächte wünscht Rußland den Sieg, e« ist auch schon heute mit Sicherheit anzunehmen, daß Europa russische Eroberungen nicht gleichgiltig oder geduldig ansehen würde: in erster Reihe dürste es England sein, das gegen das eroberungslustige Rußland sich erheben wird, das russische Eroberungen für gänzlich unzulässig erklärt. England hat bereits die Aeußerung abgegeben» daß es ohne Verzug bereit ist, sich Oesterreich und Deutschland anznschließen für den Fall, al» diese beiden Mächte den Einmarsch der Russen in Bulgarien nicht dulden wollten. Vorläufig wird stch Europa bequemen müssen, abzuwarten, ob und wie an der unteren Donau vonseile Rußlands und der Türkei gekämpft wird, c» wird jedoch au» seiner bequemen Ruhr erwachen müssen, fall« Rußland die Türkei erobert. Italien simpathifierte anfangs mit Rußland, gab jedoch in neuester Zeit der Er-ktnnini» Raum» daß Italien mit Rußland nicht gehen könne und von Rußland die Schädigung seine« Seehandel» zu gewärtigen hätte. Rußland wird dm Krieg mit der Türkei ohne starken Bundesgenossen zu führen haben, und diese Thatsache ist e«, die wir im Jntere^ des geistigen und freiheillichen Fort, schritte» hervorheben. Niemand schenkt dem nordischen Kolosse Gehör, daß er im Namen der Humanität, im Namen der christlichen Bevölkerung im Orient den Krieg gegen die Türket unternom* men. Europa wird in der S-unde der Entscheidung dort steten» wo dem Rechte der Sieg zutheil werden soll. Der „Standard," da« Organ der englischen Regierung, meldet, daß noch ein letzter Versuch gemacht wurde, um den Krieg abzuwenden, c» wurde eine letzte Mahnung an Rußland gerichtet. Der „Standard- schreibt: „Wir setzen nicht da« mindeste Vertrauen in deren Erfolg, ebensowenig al« wir solche« in Rußland« Aufrichtigkeit während der Unterhandlungen setzten» die e«, wie jedermann nun einräumt» Monate hindurch für keinen anderen Zweck verzögerte, al« da« Ende de« Winters abzuwarten und seine Armeen für einen Feldzug bereit zu machen. Aber selbst jetzt ist Rußland nicht ganz fertig, und darum dürste ein weiterer Verzug ent-stehen, ehr die Kriegserklärung erfolgt. Die Regierungen von Europa würden allerdings zu tadeln fein, wenn sie diesen Zeitraum nicht dazu anwen-beten, eine weitere Remonstration an den Störer JemLeton. Die Erbin von Thorncombe. üoman nach dem Englischen, frei bearbeitet von Hermine Frankenstein. 1. Kapitel. Lin habgieriger Günstling. ^ Der Graf von Thorncombe saß allein in seinem Studierzimmer in Thorncombe Manor. Er war ""»«fähr fiebtnzig Jahre alt, von hoher» gebieterischer «eftalt, auffallend schön, mit glattgeschlichteten weißen v«arm, einem Paar scharfblickend klarer, stahl-«lauer Augen und einem strengen, stolzen Munde» halb unter einem dichten weißen Schnurbarle verborgen war. Seine blühende Gesicht-Haut war fliott und ungrsurchi. Hochsahrend und gebieterisch» Mann von heftigem Temperamente und eisernem Willen, der nicht einmal in Kleinigkeiten einen Widerspruch duldete, besaß er dennoch eine große, edle Seele, seltene Gerechtigkeitsliebe und tadellos« Ehrenhaftigkeit. Er besaß nur wenige Freunde. Seine Diener betrachteten ihn al« einen gerechten, aber strengen Herrn. Sein Leben war daher kalt, einsam und sreundlo« inmitten aller Pracht und Großartigkeit — ein Leben, ungesegnet von der Liebe anderer oder einem Ausfluß der Zärtlichkeit von seiner Seite. Eine Wolke lag jetzt auf seiner Stirn, ein bekümmerter Ausdruck in seinen Augen. Er stand von dem Tische, an welchem er saß, auf, trat zu einem der großen Fenster und schaute hinaus. Es war spät am Nachmittage eines trüben und düstern Februartages. Durch den feinen Nebelregen, der jetzt zu fallen begann, konnte er die breite Terrasse sehen mit ihrer Brüstung und Treppenflur von Marmor, sowie die schönen Gärten, deren Marmorvasen und Statuen durch das Dämmerlicht weiß herüberschimmerten, die weithin gedehnten Wiesen, die- jetzt von dem Regen ganz durchnäßt waren, und die hohen Bäume de« Park», welche ihre dürren Äeste in die naßkalte Luft emporstreckten. Es war eine großartige Besitzung, diese« Thorncombe Manor — eine der schönsten und größten in der Grafschaft Essex. Seine Landwirthschasten waren Musterein. tichtungen, seine Rinder und Schafe ob ihrer vortrefflichen Zucht berühmt; seine Erträgnisse fürst. »ich. Wahrlich, sein Besitzer hätte glücklich sein sollen. Aber das düstere, umwölkte Antlitz Lord Thorn-combe's, al« er da« Bild betrachtete, da« stch vor seinen ruhelosen Blicken auSdehnte, war nicht da« Gesicht eine« glücklichen Manne«. Er freute sich all dieser schönen Besitzungen. Er lieble jedes Feld, jeden Bach, ja jeden Baum auf seinem Gute; aber der Anblick derselben hatte ihm in der letzten Zeit viel mehr Schmerz al» Vergnügen bereitet. Er besaß sie jetzt, aber der Schmerz, welchen ihr Anblick ihm bereitete, entsprang der Thatsache, daß er nicht wußte, wer sie nach ihm besitzen würde. Er wußte nicht, wer in seinem Ahnenschlofse herrschen sollte, nachdem er gestorben sein würde — ob einer aus feinem oder aus fremdem Blute das Einkommen verzehren würde, das er jetzt genoß, durch diese stattlichen Baumgänge wandeln und unter seinen Lieblingsbäumen sitzen würde — und diele Ungewißheit lastete schwer aus ihm. de« europäischen Frieden« zu richten. Rußland kann die Türkei nicht angreifen, ohne seine Verbindlich, leiten gegen die Großmächte zu verletzen und feine eigene Unterschrift zu entehren. Wir hegen nicht die Hoffnung, daß es durch irgend solche Betrachtungen im Zaume gehalten werden wird, aber es ist in hohem Grade wünschen-werth, daß verzeichnet werde, daß es an seine Verbindlichkeiten am Vorabende deren Hintansetzung erinnert wurde, und daß die Erinnerung ebenso fruchtlos war, als jede vor. hergehende Bemühung, feine Gewaltthäligkeit zu zügeln und es in Schranken zu halten.... Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß in dem Augenblicke, wo der erste russische Soldat den Pruth überschreitet, der Aar sämmtliche» Mitunterzeichnern de« Pariser ' Vertrages einen casus belli geliefert haben wird. Großmächte würden in der Thal zwei höchst "ernstliche Ursachen der Beschwerde gegen den Kaiser haben. Er wird einen Vertrag zerrissen haben, dessen Theilnehmer er war, und er wird die Neutralität Rumänien« verletzt haben, da« Europa unter seinen besonderen Schutz genommen hat. Wir werden mit Prin und den schlimmsten Ahnungen dir passive Haltung Europa'« — sollte dessen Haltung passiv fein — angesichts der Mißachtung der Unverlctz lichtest de« rumänischen Boden« sehen Nur durch einen Bruch der feierlichsten Verpflichtungen kann Rußland jetzt die Türkei angreifen, und e« liegt den Großmächten ob, e« der ganzen Welt augenscheinlich zu wachen, daß der Pfad de« Angreifer« durch vernichtete Pakte und verletzte Verbindlichkeiten liegt." Politische Rundschau. Laibach, 20. April. Die klerikale Landtagsmajorität in Tirol übergab dem Landeshauptmanne eine im gewohnten Stile gehaltene Rechtsverwahrung (?), der wir folgende Stellen entnehmen: „Der Gang der Dinge hat sich nicht geändert, im Gegentheile, e« hat seitdem da« Ministerium mit Erlaß vom 19. April 1876 die Volksschule Tirol« als confef stonslos bezeichnet, mit der Begründung, daß dieser Charakter bereits im Gesetze vom 14. Mai 1869 liegt, und e« wird im vollsten Widerspruche mit dem zu Recht bestehenden LarideSgesetze fortgefahren, die Einführung akatholischer Kirchengemeinden in einem rein katholischen Lande in so auffallender Weise zu begünstigen, baß selbst jene Bestimmungen un gescheut übertreten werden, welche bei solcher Ein sührung in den paritätischen Ländern der Monarchie beobachtet werden müßten. Dem gegenüber haben wir, nachdem jetzt die Constituierung de« Landtage« vollzogen ist und dessen eigentliche Thätigkeit begin neu soll, unsere Pflicht zu erfüllen, wie e« da« Volk, das un« soeben gewühlt hat, von an« fordert und erwartet. Wir erklären daher, daß wir ebenso wie unsere Vorgänger unerschütterlich sesthalte« an allen Rechten und Traditionen Tirol«, wir geloben, einzustehen für die Erhaltung de« Lande« in der Einheit de« heiligen katholischen Glauben« und für da« unveräußerliche Recht, die Jugend in demselben zu erziehen, und wir verpfänden unser Wort, daß wir jede« gesetzliche Mittel entschlossen und unbeugsam in Anwendung bringen wollen, um diese höchsten Güter de« Lande« wieder zu gewinnen.» Die „Wiener Äbendpost" schreibt: „Der Ausbruch de« Kriege« scheint zwar, allen Berichten zufolge, nahegerückt zu sein; aber die Bemühungen der Mächte um die Erhaltung de« Frieden« find noch nicht aufgegeben." Wie verlautet, haben die Kabinette von Wien, Pari« und London in Bukarest notlficieren lassen, daß man da« im Pariser Vertrage stipulierte Verhältnis Rumänien« zur Türkei in demselben Augenblicke als nicht bestehend betrachten würde, sobald Rumänien sich an der Action Rußland« betheiligt. Die „Bub. Korr." berichtet, daß die Vertreter Deutschlands bei den in Wien ftatifindmoen Konferenzen über den neuen österreichisch-beutschen Handelsvertrag die Erklärung abgegeben haben, daß Deutschland unbedingt keinen HanbelSvertrag ohne Zvllvertrag abschließe. AuSlanV. Die „Prov. Korr.« schreibt: .Die Orient ali| ch e Frage sei zu einet entschiedenen Wendung gelangt. Angesichts der schroff ablehnenden Erklärung der Pforte sei jede Hoffnung auf einen Erfolg weiterer Verhandlungen gtfchwundcn. Wenn somit der Kriegsausbruch nicht mehr zu verschieben fei, so werde da« gemeinsame friedliche Streben der europäischen Mächte gewiß um so ent schieden« dahin gehen, irgendwelche weitere Au« dehnung de« Kriege« in jeder Weise zu verhüten." Die rumänische Regierung hat angeorbnet, baß alle Depeschen, welche Truppenbewegungen ftgna. listeten, zurückgeholten werden. Zwischen den Kabv netten der Garanliemächte und ihren Agenten in Bukarest findet eine sehr lebhafte Korrespondenz in betreff der Frage statt, welche Haltung Rumänien angesichts der drohenden Eventualitäten anzurathen wäre. Noch von keinem Kabinett find diesbezüglich präcise Instructionen in Bukarest eingelangt. Die rumänische Regierung hat ihre Entschließung noch nicht formuliert. «Daily New«" empfiehlt die Besetzung von Konstantinopel englischerseit«, fall« Rußland Absichten daraus offenbart. Die Okkupation sollte indeß nicht mit der Rückgabe an die Türkei enden, wenn dieselbe für England« Interessen unlernvm wen wirb. Der Zar wird in Kischeneff erwartet. In feinem Gefolge befindet fich General Jgnatieff. Die russische Armee nimmt eine Vorwärtsbewegung gegen den Pruth vor. «der dir Witterung ist einem fofor tigen Beginn der militärischen Äetion nicht günstig« Der Zustand ver Straßen in Bessarabien und Po-dolitn läßt viel zu wünschen übrig. Der Regen und der Schnee der letzten Tage haben den lehmigen Boden aufgeweicht und die schweren Geschütze können selbst bei vervielfältigter Bespannung nicht vorwärts gebracht werden. Der türkische Generalstab legt einen besonderen Werth auf die Dobrudscha, nicht so sehr um den jetzt noch gänzlich versumpften Landstrich gegen die russische Invasion zu decken, al« vielmehr die Bahnlinie Tschernawvüa-Kustendsche zu schützen. Diese kurze, von der Donau nach dem Schwarzen Meere führende Eisenbahn soll besonders zur Verproviantierung der Armee in Bulgarien benützt werden, da die Varna Railway, welche nach Ru st schult führt, allen militärischen Zwecken nicht genügen kann. Nach den neuesten Nachrichten wird ich die türkische Armee auf eine strenge Defensive ängS der Dana» befchränten. Zur Tagesgeschichte. Militärbequartierung. Der „Hon" meldet, daß der Gesetzentwurf über die Regelung des Militär» Bequartierungsivesens mit Ausnahme einiger untergeordneter technischer Details bereits fertig ist. Derselbe wird dem österreichischen Reichsrathe demnächst vorgelegt; vor den ungarischen Reichstag indessen kann er infolange nicht gebracht werden, als der Gesetzentwurf über die Domestical-Kassen nicht durchberathen ist, da die zu erbauenden Kasernen von den Eomiteten, beziehungsweise Städten auf eigene Kosten (durch Anlehens-Aufnahme oder im Wege des Steuerzuschlages) gegen staatliche Garantie hinsichtlich der Stabilität der Einquartierung hergestellt werden müssen. — Parlamentarisches. Beide Häuser der Reichs-Vertretung werden im Lause der nächsten Woche die Mitglieder für die Regnicolardeputation wählen. Rach Inhalt der dem „R. Wr. Tagblatt" zugekommenen Informationen haben die Obmänner der einzelnen verfassungstreuen Gruppen dahin »minbarungen getroffen, daß diese Deputat'»" ganz ausschließlich au« Mitgliedern der Linien, der Kokt-schrittspartei und des linken Zentrums bestehen foU. Bestätigt sich diese Mittheilung, dann werden ohne Zweifel vor Beginn des Wahlaktes die Führer der Polen und der Rechts« Partei Erklärungen zur Kenntnis des Abgeordnetenhauses bringen, in welche» diese Gruppen ihre Stellung zur Bus-gleichsfrage klar und bestimmt kennzeichnen. — Ein offenes Geständnis. Wie die Linzer „Tagespost" berichtet, hat ein Looperator der Linzer Diözese gegenüber dem Unterrichts- und Kultusminister die Erklärung abgegeben, daß er herzlich froh wäre, wenn der Bischof in Linz einmal seine Opposition gegen die neueren Gesetze aufgäbe. So lange dies nicht der Fall sei, müsse der niedere KleruS hetzen und agitieren, und gestraft werde nicht der Bischof, sondern der Kaplan. — DerGesundheitszustand desPapste». Die neuesten Nachrichten über den Gesundheitszustand deS Er hatte sehr jung eine Erbin von hohem Range und außerordentlicher Schönheit geheiratet. Sie hatte ihm drei Söhne geboten, hatte sein Leben durch dreißig Jahre erheitert und war bann gestorben, eine Leere in feinem Herzen zurücklafsenb, die niemand mehr ausfüllen konnte. Seine Söhne waren zu Männern herangewachsen. Der älteste und Erbe, Justu«, welcher den Nomen seine« Vater« trug, war dem Grafen sehr ähnlich gewesen, schön von Erscheinung und edel unb hochfinnig von Charakter — ein Mann, den jeder bewunderte und hochachtete, den aber wenige liebten. Er war ehrgeizig gewesen und hatte große Aussichten in der politischen Earridre gehabt; aber er war mit bteißig Iahten unverheiratet gestorben. Der zweite Sohn, Alfred, war ein junger Mann, der keinen besonderen Lebenszweck verfolgte, gern gesellig lebte und sich in keiner Weise von anderen jungen Leuten seines Staube« unterschied. Er hatte seht jung geheiratet, eine Verbindung schließend, die seinen Vater entzückte, aber feine Frau war jung an der Schwindsucht gestorben. Seine Rinder hatten die schwache Konstitution ihrer Mutter geerbt und erlagen alle oerschiebenen Kinderkrankheiten, und er selbst war sieben Monate vor dem Zeitpunkte, bei welchem unsere Geschichte beginnt, seiner Gattin und feinen Rindern in» Grab nachgefolgt. Der Graf war auf feinen Erben Justu« am meisten stolz gewesen, aber sein Herzliebling von den Dreien war sei« Jüngstgebornet, Georg, gewesen. Georg hatte da« Gesicht seiner Mutter geerbt. Ungleich seinem ältesten Bruder, war er weder ehrgeizig noch besonder« begabt. Er war aber auch verschieden von seinem zweiten Bruder, unb liebte es nicht, feine Zeit in Rlub« und Gesellschaften mit oberflächlichen Unterhaltungen todtzufchlagen. Er war fast verschwenderisch großmüthig; und al« er seine Großjährigkeit erlangt hatte, entzog er sich der strengen väterlichen Zucht, schlug in London feinen Wohnsitz auf unb begann daselbst mit einigen Freunden ein etwa« wilde« Lebe« zu führen. Diese Lebensweise des jungen Manne« entfremdete ihm da« liebevolle, aber etwa« stolze Herz feine« Vater«. Enblich hoffend, den jungen Mann auf den rechten Weg zu führen, drängte ihn der Gras zu einer Heirat mit der reichen Tochter eine« stolzen Vorb«. Georg, eigensinnig und rücksichtslos, weigerte sich nicht nur entfchieben gegen diese Verbindung, sondern theilte seinem Vater bald darauf mit, daß er soeben ein schöne«, verwaistes Mädchen von guter Geburt geheiratet habe, ba« aber ganz arm unb verlassen war unb sich durch Musikunterricht ernährte. George Berwyn schloß mit der Erklärung, jetzt sein wilde« Leben oufzngeden, unb bat feinen Vater, seinen Eigensinn zu verzeihen und ih« und feine junge Frau in Thorncombe Manor z» empfangen. Lord Thorncombe erwiderte diesen Brief n*lt wilder Heftigteit, seinen Sohn ob seine« Ungeh»^ sam» unb Eigensinns verfluchend, entzog ihm dir glänzende Jahresrente, bie er ihm bi« jetzt gewährt hatte, enterbte ihn vvllstänbig unb verbot ihm, *0°* je wieder vor Augen zu treten. Und von jenrm Tage bi« zu dem jetzig«» "" e« waren seither einundzwanzig Jahre vergangen hotte Justu« Betwyn. Graf von Thorncombe, « einzige« Wort über oder von feinem 8iebling»i»V gehört. (Fortsetzung felflW PapfteS lauten sehr Düster. Die Kräfteabnahme soll eine so auffallende sein, daß man der Katastrofe mit jeder Stunde «ntgegensehen kann. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Grigmal-Äorrrsponden?. WaS nicht jufammengetjt, das soll sich meiden! Ich hindr' euch nicht, wo'S auch beliebt, zu weiden: Denn ihr seid neu und ich bin alt geboren. Macht was ihr wollt: nur laßt mich ungeschoren I « ö t h e. Rraltlbttrg, 17. April, als wir unsere schweren Beschösse gegen den Korrespondenten des „Slovenski Narod" richteten, waren hinter demselben Männer verschanzt, welche vermöge ihrer Stellung Rechenschaft über ihre Handlungen zu geben verpflichtet find. Als fich aber dieselben wegen der ungünstigen Wendung des Rumpfes zurückgezogen und der Korrespondent auf eigene Faust w«ter Po emifierte, waren wir ehrlich genug, dies zu con» Polieren, und haben dann unseren Standpunkt klar gemacht. Wir werden nicht ermangeln, unsere Stimme zu erheben, wenn es sich um Abstellung von Mißbtäuchen handelt. Wir find stets bereit, die grenzenlosen Anmaßungen unserer nationalen Heißsporne gebürend zurückzuweisen, aber mit diesem unberufenen Skribenten polemisieren wir nicht. Ein hiesiger Doktorand, welcher fich durch unsere letzte Korrespondenz, in der ein nicht existierendes schelmisches Koboldchen als der Verfasser der zweiselhaften Korrespondenzen de- .Slovenski Narod" bezeichnet wurde, getroffen fühlte, insultierte einen hiesigen geachteten Profeffor. welcher zufällig an demselben Tage im Gasthause „«ehsteig" war, »IS der bekannte „Patriotentag" gehalten wurde, in einem tSingestndet de» „Slovenski Narod" in roher Weise. Unseres Wissen» wurde in diese Versammlung niemand zugtlaffen, welcher nicht zur ulttanationalen Partei gehörte, und es ist deshalb sehr zweifelhaft, ob der bezeichnet* Pro* f'fiot Zeuge bei dieser Versammlung war. Wir müssen «der bedauern, da5 der junge Doktorand, eine im Federkriege erlittene Niederlage durch Roheit und Gemein« ^ $u bemänteln sucht, er hat fich selbst gerichtet, Roheit "nd Gemeinheit ersetzen den Abgang deS Grislis und ^Bissens nicht Le etil est l’homme, fegt der Franzose. Wir müssen auch bedauern, daß dieser Professor wegen unserer Korrespondenzen solchen rohen Angriffen auSgesetzt ist. Wir haben diesen Professor schon in einer früheren Korrespondenz gewürdigt, und haben nur noch zu bemerken, daß fich derselbe allgemeiner Achtung erfreut, daß derselbe zum großen Bedauern seiner Gegner, ein make 11 oses Leben führt und in der Schule dasselbe Herz für den zumeist unbeholfenen Bauernknaben wie auch für den nicht immer in den glücklichsten Verhältnissen befindlichen Be» amtenSsohn hat. Wir wollen nicht vergreisen, aber wir glauben, daß dieser auf eine so gemeine und rohe Weise angegriffene Pro-fefior fich selbst wehren wird, und Überlassen «S unfern Lesern, sich ein Urtheil über diese Angelegenheit zu bilden. — (OsfizierSbankett.) Western fand im festlich »Nd sehr entsprechend decorierten Glassalon der hiesigen üaftnorestauration zu Ehren de» Helden von Custozza «nb Feldmarschalls der kais. Armee, Erzherzog Al brecht, ‘in Bankett statt, an welchem 135 Offiziere theilnahmen, während desselben spielte die Regiments-Mufikkapelle. — (Aus den slovenischen Blättern.) „Slo-OtRsti Narod," den Priestermangel besprechend, räth: „66 1° Ausgabe der slovenen, überhaupt Aufgabe jedes Debil- (?), in erster Linie der nationalen Geistlichkeit au stachen Lande, daß den Eltern zugeredet werde, die ®#tterntnabMi in städtische Schulen zu schicken. Einige von “'tfen werden sich dem geistlichen Stande widmen, andere "der werden sich später als „nationale Intelligenz" ent-Wickeln, so dis Gedeihen der Nation fördern und zum Kampfe für das Slaventhum gerade zur rechten Zeit kom» Nulla dies sin» linea, kein Tag vergeht, an wel» chem „Ehren-Narod" nicht in die Hetz- und Lärmtrompete 88ßt. Es geht nichts über die „nationale Intelligenz" de» Halbstudenten! — Auch die „Novice" rühren die Kriege-Bommel. °u»rufend: „Rußland und die Türkei bereiten 8 LandeSfondeS, leider vergeblich, ein. Der nähere Bericht folgt im morgigen Blatte. Der Jrrenhausbau. Der LandeSausschuß hat dem klinischen Landtage drei den Bau einer Irrenanstalt betreffende Projekte vorgelegt und empfiehlt dem Landtage die Annahme folgender Anträge: 1.) Der Van der neuen Irrenanstalt ist nach dem im Projekte II ausgesührten Programme, beziehungsweise Einrichtungen, Plänen und Kostenanschlägen, vorbehaltlich der vom hohen Landtage für beten Vollendung zu bestimmenden Zeitperiode, Herzustellen. S.) In der Bauperiode der Jahre 1877 und 1678 sind, so weit möglich, beziehungsweise ökonomisch ausführbar, folgende Abteilungen dieser Irrenanstalt bewohnbar herzu-stellen: a) die beiden Tratte für Unruhige; b) die beiden Tobtracte; c) das Küchengebäude; d) bas EenttalbadhauS; e) da« Letchenhau»; f) der Eiskeller; g) die zwei Brunnen; h) an gedeckten Sängen daS für diese Tratte Erforderliche; i) die Kanalifierung; k) die bauliche Einrichtung der Küche und de» Badhaust»; 1) Ealoriftreheiznng und Ventilation und m) die Waffetzuleitung. 3.) Die Art und Weise her Ausführung dieser Bauten, beziehungsweise der Bauvergebung, wird, nach Maßgabe der im Interesse deS Lande« fich »erbittenden vottheile, dem Ermessen de» Landesausschusses anheimgestellt. 4.) Zur Deckung der für ditsfälligt Baukosten mit 130,700 fl., bann süt die Übtr den jetzigen Jnventarialstand anzuschaffenden EinrichtungSgegtnstänbt mit 350') st. veranschlagten Kosten, zusammen pr. 133,000 st., ist zunächst daS im Jrrenhausbaufonde vorhandene vermögen, in runder Werthsumme von 35,000 st., zu verwenden; daS Mtbr-trforderniS von circa 98,200 fl. hat der Lande»au»fchuß betört zu decken, daß von den zum Stawmvermögen de« Lan-deSfondeS gehörigen öffentlichen Obligationen nach Bedarf ein solcher Theil zeitweilig verpfändet werde, welcher zur Aufnahme eineS baren Darlehen» von höchstens 100,000 fl. erforderlich ist. 6.) Der LandeSausschuß wird angewiesen, die allerhöchste Genehmigung Des Beschlusses zur anleihenSweisen Berpsän-düng der aub 4 bezeichnten Obligationen zu erwirken. 6.) Der LandesauSschuß wird beauftragt, für den Fall, alS im Vollzüge der vorerwähnten Beschlüsse wider Erwarten die Uedetfiedlung der im hiesigen ZwangSarbeitShanse unter-gebracht« Irren im Herbste 1878 nicht bewerkstelligt werden könnte, rechtzeitig bei der k. k. Regierung um die Zustimmung einzuschreiten diese Jrrenhausfiliale noch nm 1 Iaht länget fottdestehen zu lassen. A«S dem Rechenschaftsberichte des Lander-auSschusieS für Kram pro 1876. (Fortsetzung.) 12.) Im Laibacher LandeIspitale wurden im Jahre 1876 dehandelt 8467 Kranke (2058 Minner und 1406 Weiber), und zwar in der medizinischen »btheilung 1269, Jrrenabtheilung 224, stfllitischen und Hautkrankenabtheilung 666, chirurgischen Ibtheilung 1064, gynäkologischen Abtheilung 46, Äebärabtheilung 148 Weiber und 141 Kinder. Aus der medizinischen, chirurgischen und ststlitischeu »btheilung betrug die Summe aller VerpflegStage 102,766, jene aller Ausgaben 69,669 fl. Die Anzahl der Betten in der I r r e n a n st a l t sammt Filialen belief sich aus 120, die Besammtsumme der BerpfiegtStage aus 36,697, jene der Berpfleg-koften aus 26,966 fl. Die GebLranftalt zählte 8760 BerpflegStage mit 6873 fl. Auslagen, die Aindelanftalt 320 Köpfe (137 «naben und 183 Mädchen) mit 8016 fl. LerpflegSkoften, Triest, Wien u. s. w. nicht gerechnet. 18. Jn drrLand»«-Zwangearbeit«anstalt befanden sich 2 Ober-, 12 Aussetzer und 4 »uShilsSausseher in activer Dienstesleistung, und 270 Zwänglinge (231 Männer und 39 Knaben), darunter 109 in- und 161 fremd-(findige. Die Gesammtzahl der BerpflegStage betrug 67,687. Im verlaufe deS Jahre« wurden 4678 Privatarbeiten besorgt, die ArbeitSlöhungen, betrugen im ganzen 6878 fl., daS Lefammt-FabrikSerträgniS 8229 fl.; in eigener Siegle wurden angefertigt: 2878 Stück Servietten, 1260 Meter Handtuchzeug. 284 Meter Tischzeug, 4676 Meter Leinwand und 864 Meter Zwillich. Die Sesammteinnabmen dieser «nstalt beliefen sich aus 25,000 fl., die Ausgaben auf 33,788 fl. 14.) Bei Votierung des Voranschlages für den Nor -malschulf ond pro 1877 gab der Landtag folgende Weisungen: a) Der Pauschalbetrag für Lehrergehalte an neu zu errichtenden oder zu erweiternden Schulen und für Lehrer» Eehaltsaufbesserungen ist an die Bedingung geknüpft, daß jede einzelne Lehrerpoften-Sistemisierung von der Zustimmung des LandeSauSsLusseS abhänge, welcher ohne «esähr-dung des BolkSschulzweckeS im Jntereffe der Steuerträger einer übermäßigen Belastung der Fonde insbesondere bei Eeballserhöhungen zu wehren, die entsprechende BehaltS-abpufung der einzelnen Schulbezirke, und daß der gesetzliche Minimalgehalt nicht zur Ausnahme werde, zu beachten hat. b) Neue BehaltSfistemisterungen gelten erst vom Zeitpunkte dir Besetzung der dieSsälligen Stelle, daher die eingestellten Beträge bishin nicht an den Lehrerpensionsfond abzusühren find, fondern im Einverständnisse mit dem Lan» deSauSschuffe beim Mangel der Deckung an anderen Schulen für Lehrer-Gehaltserhöhungen oder NaLtragSkredite verwendet werden können. c) Im Einvernehmen mit der Landesschulbehörde seien die Lehrerintercalarien als ein Sesarnrntersparms deS Nor-malschulsondes zunächst sür die Remunerationen des aus» hilssweisen Unterrichtes an Volksschulen oder etwa nicht präliminierte Lehrerbezüge zu verwenden, also nur der In» tercalarrest als Zufluß der Pensionskasse zu behandeln. ä) Bei Errichtung oder Erweiterung der Schulen fei unter voller Beachtung der Zwecke der Volksschule vom Land,sauSschuffe alS einzuvernehmendem Interessenten bei anerkanntem Bedürfnisse vorläufig die miethweise Unterbringung der Schule zu versuchen, bei Unvermeidlichkeit des Baue- ater nach lokalen Verhältnissen und Bedürfnissen unlivthige Ansprüche zu vermeiden, die Zahlungsanweisung der Bezüge erst nach deren Bedeckung im alljährlichen Prä-limitiert und ohne dessen Ueberschreitung flüssig zu machen. 16.)Jnbetreff der Errichtung einer Ackerbaufchule in Krain lautet die betreffende Ministerialerledigung dahin, daß dem Lande Krain auS der fistematischen und stetigen Förderung des landwirthschastlichen Fortbildungsunterrichtes weit rnihr vortheil erwachsen dürste, als aus der Errichtung einer Ackerbaufchule, indem auch in anderen Ländern, deren Verhältnisse mit jenen Ärains die größte Analogie haben, jahrelange Erfahrungen zu dem Resultate führten, daß Ackerbauschulen von der Itindliwtn Bevölkerung nur in jenen Ländern geschätzt und entsprechend beschickt werden, in denen die weite Verbreitung des Großgrundbesitzes einer» itits allgemeinere Anregung zu fortschrittlicher Wirthfchaft, andererseits Gelegenheit zur Erlangung begehrenSwerther Dienstposten darbietet, in Ländern mit fast ausschließlich bäuerlichen Wirtschaften aber dir Ackerbauschulen immer nur geringe Frequenz haben und die Fortbildungsschulen fich günstiger entwickeln, welche überall leicht zugänglich ge-macht und den letalen Bedürfnissen ihre« beschränkten «e-bietes angepaßt werden können. AuS diesen Gründen stimmt daS hohe k. k. Ackerbauministerium dem Projekte der Errichtung einer Ackerbauschule in Stauden noch nicht zu und widmet für dieselbe keine Subventionen, sondern hat es dem LandeSauSschuffe anheimgeftellt, in der nächsten Land» tagssesfion die Angelegenheit in der Art zur Verhandlung zu bringen, daß die vorthrile deS landwirthschastlichen Fort» bildungSunterrichteS gegen jene der Ackerbauschule abgewogen, und falls die ersteren fich als überwiegend Herausstellen, an daS k. k. Ackerbauministerium entsprechende Anträge wegen Förderung der landwirthschastlichen Fortbildungsschulen gerichtet «erden. 16.) In der Obst» und Weinbauschule zu S l a p wurden abgängig« Odstbänrne und Reben nach» gefetzt, der Gemüsegarten bestellt, der Saatschulgarten mit Obstfamen besäet, die Baumschule vergrößert, ein zweites Stück Weingarten fertig gemacht, Oeden kultiviert und Grundstücke mit Reben bestockt, die Untermauerung von neuen Weingartenanlagen durchgrführt, welche Arbeiten einen Geldaufwand von 863 fl. in Anspruch nahmen. Die Schüler erhalten Unterricht in der Obstzucht, Chemie, Fifik, Geometrie, Rechenkunde, Bienenzucht, Religion, deutschen Sprache, LandwirthschaftSlehre, im Schreiben und Zeichnen. Diese Schule genießt eine Staatssubvention ton 2000 fl. 17.) Im Schuljahre 1876/6 gab eS in Ärain einschließlich der Stadt Laibach 228 Volksschulen (gegen 223 im Jahre 1874/5) mit 331 Schulklassen (gegen 302 im Jahre 1874/5). Die Zahl der Volksschulen hat fich im Jahre 1875/6 um 5, jene der Schulklassen aber um 29 vermehrt. Bon den Bezirksschuliiispektoren sind 297 Schul-klaffen inspiziert worden, 34 Schulklassen wurden nicht inspiziert. Für diese Schulinspectionen find 271 Tage verwendet worden. Der Jnspeetionsbesund lautet bezüglich 56 Schulklassen „seift zufrieden," bezüglich) 170 Schulklassen „zufrieden," bezüglich 64 Schulklassen „minder zufrieden" und bezüglich 18 Schulklassen „nicht zufrieden." 18.) Subventionen empfingen die Volksschulen in St. Ruprecht, Heiligenkreuz, Doviko, Littai, Dobrawa bei Radmannsdors, Podkraj, St. Barthelmä, St. Martin, Gurkseid, Ratschach, „. a. 19.) DaS Unterrichtsministerium hat den vom Landtage des Herzogthums Krain betreffs des Uebereintommens zwischen dem Lande und der Stabtgemeiubt Laibach über die Regelung berRealschulkosten-Eoncurrenz gefaßten Beschluß des Inhaltes: „daß der dermalige Realschulsoud unter Wahrung feiner statutarischen Bestimmung in seinem gegenwärtigen Bestände, daher der Unterrealschulsond per 21,250 fl. in Obligationen und 61 fl. 21 kr. in Barschaft der Stadtgemeinde Laibach belassen — der Oberrealschnl-sond per 2870 fl. in Obligationen und 63 kr. in Barschaft aber unter Zustimmung der hohen k. k. Regierung nach dem bisherigen Antheilsverhältnifle an der Obemalschule, d. i. mit zwei Drittel des Vermögens sür das Land und mit einem Drittel für die Landeshauptstadt, fifisch getheilt werde," unter der Bedingung genehmiget, daß bei der Simulierung der zu t hei lenden Obligationen deS Oberrealschulfondes die statutarische Bestimmung derselben ausgedrückt werde. 20.) Das Joses Duler'sche Mädchenaussteuer-Stiftungskapital besteht in einem Betrage von 6216 fl. meist in Wertheffekien, und wurde dasselbe der LandeSverlretung zur Verwaltung übergeben. (Schluß folgt.) Witterung. Laibach, 20. April. Trübe, unfreundlich, mäßiger OSO. Wärme: morgens 7 Uhr + 4-8', nachmittags 2 Uhr + 8 0» C. (1876 + 17 6»; 1875 + 19'9‘C.) Barometer im Steigen, 728 20 mm. Das gestrige Tagesmittel der Wärme + 5-9», um 3 5° unter dem Normale; der gestrige Riederfchlag 0 05 nun. Regen. Angekommene Fremde am 20. April. Hotel Stadt Wien. Kurzthaler, Doinzale. — Oreschnik, Wien. — Schink, Sagor. — Koscherak, Prag. — Srimz, Lackner und Kustner, Gottsdiee. Hotel Elefant. Munich, Mechaniker, Wien. — Komouz, Ingenieur, Stublweißenburg. — Wollner, ZugSführer, Rakek. — Hahn, Hdlsm., Reitschdors. — Strojt Antonia, Sagor — Parth, Hvpsenhändler, Böhmen. — Hoievar, vifchoflack. — «ruschina, Töpliz. — «ulakovsky, Pro-seffor, Moskau. -- Marquüe Maria, Friderice dt Mar-torano und Gräfin Gritti, Turin. Hotel Europa. Glas, Doktor der Medizin. Graz. — Som-bart, Äliitgenfels. — v. Prieger, Oberfilieut., Laibach. Kaiser von Oesterreich, »ristian und Petan, Graz. — Jser, Reischdors. Sternwarte. Horakek, GeometetSgattln, Tfchernemdl. — Facini, Unierkrain. — Martini, Wachtmeister, fammt Frau, Laibach. Stadl Laibach. Jeuko, Profite. Verstorbene. Den 18. Apr i l. Novak Nikolaus, JnstitutSarmer, 80 I., Zivilfpital. Altersschwäche. Den 19. April. Antonia Jovotnil, 26 I., Zivilspital, Tuberkulose. Den 20 April Joses Botel, Glaserlehrling, 12 I., Zivilspital. Tuberkulose. Telegramme. Zara, 19. April. Die Miriditen zogen fich wegen Uebcrmacht der Türken ins Innere zurück; sie erwarten Waffen auS Montenegro. Paris, 19. April. Eine Vonbontr Depesche des „Journal de D6batS" meldet, dah die russische Armee ihren Vormarsch am 24. April beginnt« werde. Graf Rochechouart wurde zum Keiler de» französischen Generalkonsulats in Belgrad ernannt. Wein-Verkauf. HO Startin vorzügliche alte und neue Weine verkauft 100 fl. und L 85 fl. (197) 6 Josef Martin, Marburg. Frau Anna Fischer in Wien. Wiener Börse vom 19. April. Staatsfonds. bprr,. Mente, öst.Pap bto. bto. Oft. hi ein iele eon 1864 . . . tote »ou 1860, ganz« «oje eon 1860, Sooft. Prämieusch. ». 1864 . Onmdent.-Obl. Eiebenbtitg. Ungar» Weib 69 80 68*90 101 — 107 108— Metton. «. w.......... 107-85 Ung. Bob.-Erebtianst. 118-eO 114—' . .... ix» — 183 60 Friontats-ObL 8-uz 3e(efl.»abn . e(L liorbweftbahn . Siebeobürger ....... 87-50 68 50 Etaatlbahu........... 70-50 7t — Sübbah» 1 5 SPttj. bto. Bon« 6ngto»8anI .... Ätebitanftatt .... Detofttenbant . . . *«come«e| ro«w 69-eojeng. ist. Bob.-Srebit. 107— 107*60 64-10] bto. io 88 3.... 88-76 89'— 88-6# 187 — 1 68 ,187 «86 - 645 — Ätebit» Lose . . Rudolf». Lose. 778-- «1-75 70.— 715*- 48— 71- 197-76 198-85 - 111— 816—I 78— 69 94 80 9«'60 —— 81 — 87— 87 86 87—; 87 *6 44*86 54*10 164 60 H6 — »* 75 »8— Lose. Weoh*. (3Mon.) Augsburg 100 Mart Steolf. 10» Wart . . Hamburg „ » Bonbon 10 Psb. vterl. Pari« 100 Franc« Münzen. Kais. Münz.Ducaien so»9taac«nä