Mlmcher Nr. 197. Pranumeiationeprei«: Im «omptoir «anzl. st II, halbj. fi. 5-5», ssür ble Zustellung in« Hau» halbj. 50 lr. Mit der Post ganzj. fi. ,h, halbj. 7 «). Donnerstag, 38. August. Ins«rti°n»geb«r: Fül Nein« I«s«»t« bl» zu « Zeilen lb lr., giößrr« pn geile « lr., bei »fte«n Wiederholungen per Zeile 8 ll. 1879. Nichtamtlicher Theil. > Graf Andrassy nnd Fürst Bismarck in Gastein. Graf Andrassy benutzt die knrze Abwesenheit Sr. Majestät und begab sich vorgestern zum Besuche des Fürsten Bismarck nach Gastein. Diese Zusammenkunft der beiden Staatsmänner steht bekanntlich in keinem unmittelbaren Zusammenhange mit dem Rücktritte des Grafen. Die Einladung zu dem Besuche war vunseite des Fürsten Bismarck m einem Zeit-Punkte erfolgt, in welchem über den gereiften Entschluß des Grafen Andrassy, von der Leitung unseres auswärtigen Amtes zurückzutreten, noch nichts bekannt gewesen. Daß aber trotzdem die in Allssicht stehende Personalveränderung in der Leitung unserer auswärtigen Geschäfte den wesentlichen Inhalt der politischen Gespräche zwischen Bismarck nnd Andrassy bilden wird, ist bei dein gegenwärtigen Stande der Ministerkrisis auf dem Bauplätze wol selbstverständlich. Gerade die eigenthümliche Art der Wechselbeziehung, in welcher, seit Graf Andrasfy an die Spitze unseres auswärtigen Amtes getreten war, Oesterreich-Ungarn nnd das deutsche Reich zu einander gestanden, läßt eine derartige Auseiuandcrsetznng als gewiß und die Zu< sammcnknnft der beiden Staatsmänner als bedeutungsvoll erscheinen. Oesterreich und Deutschland hatten kein Bündnis mit einander; auch dem Drei - Kaiser-Bunde war der Charakter einer Allianz fremd. Und doch hat sich, obwol jedes änßere Zeichen intimerer Beziehung zwischen den Kabinetten von Wien und Berlin fehlte, das „Verhältnis" — wie Fürst Bismarck derartige Bündnisse ohne Allianztractat bezeichnete — zu einem sehr freundschaftlichen gestaltet. Man war auf unferm auswärtigen Amte der wohlwollenden Haltung des deutschcu Reiches gegenüber unserer Monarchie in den großen europäischen Fragen sicher, und man wußte m der Wilyelmöstraße in Berlin ebenso bestimmt, daß man auch auf Oesterreich sich Verlassen könne, wenn es gelte, gegenüber Zetteluugcu Wider Deutschland, die deu europäischen Frieden zu stören geeignet wären, entschieden Stellung zu nehmen. Nächst der Freundschaft, welche die beiden Monarchen der Nachbarreiche verbindet, boten insbesondere die Persönlichen Veziehnngen der beiden leitenden Staatsmänner die Bürgschaft für dieses Verhältnis, dem Oesterreich - Ungarn und Deutschland es zu danken haben, daß trotz der großartigen militärischen Erfolge im letzten Orientkriegc die russischen Bäume nicht m> den Himmel gewachsen sind, nnd daß der Siegcszug gegen Konstantinopcl schließlich ohne irgendwelchen namhaften Machtznwachs Rußlands, ja nicht einmal mit eiuer großartigen Steigeruna seines Machtprestiges geendet hat. Die Beziehungen Oesterreichs nnd Deutschlands derart gestaltet zu haben, ist ein Hauptverdienst des Grafen Andrassy. Mit einer Unbefangenheit, mit einer Vorurtheilslosigkeit, welche nach den einige Jahre früher durch Dcutschlaud nud seinen eisernen Kanzler hcrbei-gefnhrten Ereignissen in der österreichischen Diplomatie ohne Beispiel gewesen, hat Graf Andraffy in rück-haltsloscster Anerkennung der Logik der Thatsachen und der realen Machtstellung der beiden Nachbarreiche das wechselseitige Mißtrauen zn bannen und eine auf der gegenseitigen Interessenpolttit bernhende offene nnd ehrliche Wechselbeziehung herzustellen verstanden. Es ist ihm und seiner Politik gelnngen, ebenso die Re-vanchcgedankcn in den Hintergrund zu drängen, wie jene unklaren, nebelhaften Ideen, die theils von den Anhängern der großdeutjchen Partei von ehedem, theils von den Schwärmern für die alte Bundestagspolitik bezüglich einer Wiederanknüpfung der staatsrechtlichen Vcrblndnngen zwischen Oesterreich und Deutschland gchegt wurden. Die schwarz-roth-goldene Romantik l'., "uu ihm, so weit sie noch bestanden haben mag, 6"Uldllchst ausgerottet worden durch eine gesunde Realpolitik. Diese nüchterne Anerkennung der That-lacyen fern von aller ,md jeder Worisch.retrosvectlven Phantasterei/hat allgemach n Oesterreich-Ungarn wie in Deutschland die Ueber-zmgnng gereift, daß der Friede zwischen beiden Staaten m dauerudcr fei, daß endgiluge. definitive Zustäude zwijchm beiden Reichen geschaffen worden und mcht mos, wie man früher hüben wie drüben vielfach anzunehmen schien, ein Nothfriede, welcher bei nächst-bester Pa ender Gelegenhe.t wieder gebrochen werden ^ i, Ä. b"l" Ueberzeugung der sich allmählich auch der.Osten und Westen angeschlossen und die sich W^l.?" ""Mjchen Politikern als unabweisbar^ Wahrheit aufgedrängt hat. welche für den Revanche-g anf eme österreichische Allianz spekulierten, be-ruht gegenwärtig das ganze europäische Konzert. Auf dieser Ueberzeugung basiert die Hoffnnng auf Er! Haltung des Friedens auf dem Eonlinenle. Bei der lgenthumllchen Machtverfchiebung, welche sich innerhalb der Großmächte feit zwei Deccnmen vollzogen, Jürgen Oesterreich und Deutschland die Erhaltung des Gleichgewichtes in Enropa und sichern damit zu- nächst sich selbst vor äußeren Katastrophen, welche auf Jahrzehnte hinaus die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung zu unterbrechen geeignet wären. Daß diese glücklich inaugurierte Politik keine Unterbrechung, keine Störung erleide — schließt die „Presse", der wir die vorstehende politische Betrachtung entnehmen, — liegt im Interesse beider Reiche, und mag vor allem die Obsorge beider Staatsmänner sein, welche l cs als eine der historischen Thaten ihres Lebens ansehen müssen, unter so schwierigen Verhältnissen eine solche Politik angebahnt und verwirklicht zu haben. Man wird kaum irregehen, wenn man annimmt, daß die beiden Minister in Gastein dieses Thema mannigfach erörtern werden. Graf Andrassy wird in der Lage sein, dem Fürsten-Reichskanzler versichern zu können, daß sein Rücktritt keine Aenderung in der Richtung nnd den Zielen der österreichisch-ungarischen Politik bedeute und daß sein Nachfolger sein Amt mit der Ausgabe antreten wird, in den bisher eingehaltenen Bahnen die Geschäfte weiterzuführen. Wie ernst diese Absicht festgehalten wird, beweist schon die Thatsache, daß der erste Diplomat, mit welchem wegen Uebernahme des auswärtigen Amtes verhandelt worden, Graf Karolyi, derjenige der Freunde Andrassy's war, welcher als Botschafter in Berlin vor andern die guten Beziehungen zwischen unserem und dem deutschen Reiche zn pflegen, uud welcher insbesondere als Bevollmächtigter auf dem Eongrefse Gelegenheit hatte, die Uebereinstimmung zwischen dem Wiener und dem Berliner Kabinette über die für uns wichtigste Zeitfrage der auswärtigen Politik zu bethätigen. Zur Novibazar - Frage. Wie kürzlich aus Serajewo gemeldet wurde, haben sich die Mitglieder der österreichischen und türkischen Militärlommission, welche die Modalitäten der theilweisen Besetzung des Sandschals von Novibazar festzustellen hat, bereits nach der Limlinie begeben. Nack dem Wortlaute der zwischen unserer Monarchie und der Pforte im April l. I. vereinbarten Convention sollen nämlich zunächst die am Limflusse liegenden drei Ortschaften Priboj, Prjevolje und Bjelopolje von ungefähr 4W0—5000 Mann österreichisch « ungarischer Trnpprn occupicrt werden. Die Wahl dieser Punkte erfolgte, wie man annimmt, ebensosehr aus strategischen aw aus eiscnbahn-politischen Rücksichten; die-jelben werden nämlich von der neuen Trace der zu« künftigen Bahnlinie Scrajewo - Mitrovica - Salonichi Feuilleton. Neift-Erinnerungen aus Rußland. ei«. I" heurigen Frühjahre war es für den Fremden eme recht ungemuthliche Sache, in Nnßland zn reisen Denn fort und fort hieß es, auf feiner Hut sein um Mcht wegen emer unscheinbaren Kleinigkeit verdächtigt ^ l?5?' A". b"" ga"M Gepäck, welches man bei M führte, hütete man wol keinen Theil so ängstlich als den mtt Visa überhäuften Neifepaß. Kaum war is gerathen, aus oem Zimmer des Hotels zu treten, ohne den Paß m der Tafche zu haben. Wir Westeuropäer leimen die Paßplackerei nur mehr aus den Erzählungen unserer Väter. Anders in Nußland, da spielt der Paß eine ebenso große Rolle, wie das Trinkgeld !? ich möchte fast sagen, diese beiden Dinge stehen in emem gewissen inneren Zusammenhange, wenigstens yabe ich stets gefunden, daß es bei den häufigen'Paß-vMationen ganz unerläßlich ist, das Document in der "Um Hand, in der anderen Hand aber einige Rnbcl ZU halten, je nach der Ehargc des Visitierenden. Ein Aenzkosak ist bald zufrieden, ja als ich wegen Gc-'Mten wiederholt an der Grenze zu thnn hätte, gc-°W,es,mr zwar beim ersten nmle, daß der Grenz-'..^" hluter mir mit anfgepflanztem Bajonette bis o'lm Zollamte einherschritt,' obwol ich ihm bereits b?V" glister Ordnung befindlichen Paß gezeigt z"^k' den er freilich nicht lesen konnte; da es mir ^.""bequem war, wie ein Verbrecher einhcrzn-vNi^ / ^ brückte ich, am Ziele angelangt, dem ein-« m??t Begleiter als Lohn seiner Anstrengung t,",,f F^el m die Hand. Er schmunzelte gerührt und iH " ?""y auf meiue Gefundheit. Knrz daranf kam 3 "°H derselben Station und finde wilder, als ich vom österreichischen Bahnhöfe her die Grenze über- schritt, meinen damaligen Begleiter. Ich zeigte ihm den Paß uud ließ zwei Rubel in seine Hand gleiten. Er lächelte verständnisinnig, wies mit der Hand in die Rlchtnng des Zollamtes und sehte ich dann ruhig auf die Bank vor dem Wachthaufe. Und als ich zum dritteu male kam. fragte er um nichts uud lächelte auch mcht. fuudern steckte ruhig meine Gabe in die Tasche. Seither habe ,ch einige Praxis erlangt uud habe mich dabei immer ganz gut befunden. Wer russische Verhältuisse nicht kennt, hat an- angUch doch eine gewisse Scheu, den öffentlichen Func-M^'^ ^ T"K"d M.z uuverhüllt zu reichen, swb mL.? "^'lchen Beamten nach unserem Maß- .n... ^ ^ wlrd nur schwer zu seinem Ziele gc-nmudi. ^'7- ^b.ist die Virtuosität, mtt welcher """b" Parteien zwmgt. die Hand in die Tasche zu ^"" ' 1?" geschah es mir einmal, daß ich bei einer Staatskasse einen größereu Betrag auf Grund ordnungsmäßig erfolgter Anweisung zu beheben hatte. ^" ,5 lWr nahm die Anweisung znr Hand und fing ""'. ^"pekenstücke vor mir aufznzählen. Ich dachte um Veyrcclen an das uugcheuere Gewicht, welches ich 3"'!" '""schleppe" sollte, und ersuchte den Mann, mir ooct) den betrag in einigen gröberen Scheinen zu cr- o gen. schnarrend lautete die Autwort dahiu, daß er solche nicht zur Stelle habe. In meiner Verlegenheit kam nur em freundlicher Herr zuHilfe, welcher der Szene zugesehen hatte. „Geben Sie ihm doch zehn ^tuliel . raunte er mir mit kundiger Miene zn. Kaum ?5 "" sicher Schein in die Hand des Kassiers gc-gutten, jo schob er, ohne auch nur ciu Wort zu sagen, n . f p^enstücke zur Seite und laugte aus einein -poueseullle jene Noten hervor. Damals war ich über den raschen Szenenwechsel verblüfft. Der Landeslirauch war mir ebeu noch fremd. Noch einfacher machte es em anderer Kassier. Er hatte e,ne Summe auszuzahlen, deren Ziffer auch Zehner und Einheiten enthielt. Ruhig schob er eine Hunoertrubelucte nach der anderen hin. und als er die letzten gegeben hatte, lieh er den Schalter herab, ohne sich mehr um die Partei zu kümmern. Diese begriff endlich, daß der letztere erst nicht viel Umstände wegen seiner Provision machen wollte, sondern sich dieselbe gleich selbst in Aufrechnung brachte. Was war da zu machen? Denn wenn man fo naiv ist, sich bei einem Vorgesetzten des betreffenden Beamten zu beschweren, so wird man am Ende noch ausgelacht. Nicht viel anders ging es einem meiner Freunde. Er hatte große Lieferungen an die Regierung während des letzten Krieges überuommeu uud dafür einen hohen Betrag flüssig zu machen. Da er bereits wußte, mit welchen Ehicanen man oft zu thun habe, ehe man zu seinem Ziele gelangt, so kam er mit Empfehlungsbriefen seiner Regierung nach St. Petersburg, wo sein Gesandter ihn überdies noch bei dem bezüglichen Ministerium einführte. In der That erflossen sofort die Weisungen nach unten, und doch konnte mein Freund sein Geld nicht erlangen Die unteren Organe waren bereits m der herkömmlichen Weise geölt worden, aber die Ordre blieb endlich auf dem Tische e.nes schon '"it dicken Gcneralsliorten ausgezeichneten Abthe lungs chess liegen. Drei Wochen in dillig, besonders wenn man tägl'ch e.l.m Extrap n für Douceur zu bestreiten h°t- fndl.ch fH M '»e n Freund ein herz.' st^ ^ ie? Convert und Angelegenhei^H 'den Tisch. "ber setzte geht verzweifelt und hochaufgebracht zu dem Ministerial- 168« durchschnitten. Die frühere Trace war so projektiert, daß die Bahn über Sjenica nach Novibazar und Mi-trovica gelangt wäre. Nun stellten sich aber der Verwirklichung dieser Trace, welche durch starke Steigungen und durch die Nothwendigkeit zahlreicher Tunnelbohrungen ungemem vertheuert und für den eigentlichen Weltverkehr fast unbenutzbar geworden wäre, außerordentliche Schwierigkeiten entgegen. Man entschloß sich daher für die Führung der Aahn durch das Limthal nach Berane, von wo dieselbe auf einem Umwege über Rozaj im Ibarthale nach Mitrovica gelangen würde. Auf diesem Wege wäre der Bau weniger kostspielig und schwierig, da nur wenige Tunnel« bohrungen erforderlich wären. Nachdem nun das Straßennetz und die Eisenbahnverbindungen bei der Besetzung des Distriktes von Novibazar, welcher uns das Herz der illyrischen Halbinsel eröffnet, von be^ sonderer Wichtigkeit sind, erscheint die Annahme, daß hauptsächlich Communicationsrücksichten für die Wahl der in der österreichisch-türkischen Convention namhaft gemachten drei Punkte ausschlaggebend waren, ziemlich glaubwürdig. In jüngster Zeit hieß es allerdings, daß bezüg« lich eines der genannten drei Punkte eine Aenderung platzgreifen soll. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß Priboj, welches, nur einen halben Tagmarsch von der gegenwärtigen äußersten Linie unserer Vorposten in Bosnien entfernt, an der Einmündung des aus Serbien kommenden Unacflusses in den Lim liegt, schon zur Zeit der letzten Kämpfe zwischen Serblen und der Türkei von den Scharen des Obersten Des-potovii niedergebrannt worden und heute noch bis auf einen isoliert stehenden Han unbewohnt ist. Infolge dessen soll, wie Pester und Wiener Blätter zu berichten wußten, der Präses der österreichischen Mili> türkommission, Generalstabsoberst und Chef des Lan-desbeschreibungs-Bureaus, Johann Samonik, die Weisung erhalten haben, statt des erwähnten Ortes die Besetzung von Brdarevo, eines Städtchens an der Mündung der Slatinska in den Lim, in Vorschlag zu bringen. Nachdem jedoch bisher nicht bekannt geworden ist, ob der türkische Bevollmächtigte HuSni Pascha diesem Antrage zugestimmt oder einen entsprechenden Gegenvorschlag gemacht hat, so ist man bemüssigt, sich vorläufig an den stritten Wortlaut der Convention zu halten und bei Discussion der Occupatiunsfrage von Novibazar auch das auf der großen Heeresstraße von Serajewo nach Konstantinopel liegende Priuoj, trotzdem dasselbe heute nur ein Trümmerhaufen ist, ins Auge zu fassen. Selbstverständlich ist es im gegenwärtigen Augenblicke noch nicht möglich, über den Zeitpunkt, wann unsere Truppen den Vormarsch nach der Limlime antreten werden, bestimmte Angaben zu machen, und wenn Wiener Blätter mchts destowemger bald diesen, bald jenen Tag als für den Beginn der Action in Aussicht genommen bezeichnen, dann hat diese Meldung leinen höhern Werth, als den einer bloßen Combination. Es wird eben in erster Linie von dem Erfolge der Mission der nun in die Limgegend abgegangenen gemischten Militärkommission abhängen, ob und wann die Occupation des betreffenden Bezirkes vollzogen werden wird. In zweiter Linie werden hiefür auch finanzielle und politische Rücksichten maßgebend sein, direktor, an welchen er von dem Gesandten gewiesen war, beklagt sich über die endlose Verzögerung und erwähnt endlich, daß er sogar sich erlaubt habe, dem betreffenden Abthcilungschef feine Erkenntlichkeit zu erweisen. Wie viel gaben Sie ihm? Zwei hundert Rubel. Glauben Sie denn, daß H. für diese Bagatelle sich Ihretwegen incommodieren werde? war die lächelnd gegebene Antwort. Was soll ich also thun? Legen Sie noch dreihundert dazu und Sie werden sehen, morgen haben Sie Ihre ganze Forderung in der Tasche. View Freund befolgte den Rath, konnte sich aber nicht enthalten, dem Manne mit den dicken Borten etwas sarkastisch zu sagen, er habe nicht gewußt, daß es eine feste Taxe für derlei Dinge gebe. „Sie brauchen sich deswegen gar nicht zu ereifern," sagte dieser und fertigte die Ordre aus. Es war ein tüchtiges Lehrgeld. Drei Wochen an Zeit und Zinsen verloren und der theure Aufenthalt, ohne die Schmierspesen zu er« sparen. Bei solchen Ansichten und Gebräuchen, welche mit einer ganz erstaunlichen Unverfrorenheit auftreten, verlangt man, daß der Zar gründliche Abhilfe schaffe. Vorderhand begreift der Russe gar nicht, daß es anders sein könne, und wenn man von ehrlicher Verwaltung mit uneigennützigen Beamten erzählt, so schüttelt er ungläubig das Haupt. Man kann sich eben kaum eine Vorstellung machen, wie sehr diese ganze Corruption in alle Verhältnisse hemmend und störend eingreift und in welch' hohem Grade hiedurch nicht nur die Willkür der Einzelnen hervorgerufen, sondern auch der moralische Sinn überhaupt untergraben wird. (Schluß folgt.) denn die Regierung legt nach wie vor das große Gewicht darauf, daß die im Interesse unserer Machtstellung aus der Balkan-Halbinsel gelegene Action mit dem möglichst geringsten Aufwande an Mannschaft und Geld und womöglich ohne Blutvergießen durchgeführt werde. Eine Nöthigung zur fofortigen Durchführung der Occupation liegt für den Augenblick nicht vor, und so weit sich die Verhältnisse heute überblicken lassen, hat es den Anschein, als ob dieselbe auch für die nächste Zeit kaum den Charakter der Dringlichkeit annehmen sollte, doch ist dies, wie gesagt, bloße Muthmaßung, da die zur Begutachtung dieser Frage berufene Kommission ihr Votum noch nicht abgegeben hat. Daß die Regierung uud die Militärverwaltung in der ganzen Angelegenheit mit so großer Behutsamkeit vorgehen, wird wol niemand tadeln wollen. Man darf eben nicht vergessen, daß, wenn schon die Occupation von Bosnien und der Herzegowina durch Unwegsamkeit der Communicationen und den Fanatismus der Bewohner außerordentliche Schwierigkeit geboten hat, diese letzteren sich in dem zerklüfteten, rauhen und von wilden Stämmen bewohnten Sandschak Novibazar geradezu verdoppeln. Deutschlands Handel nach dem Orient. Das nach amtlichen Quellen herausgegebene Preußische Handelsarchiv bringt in seiner neuesten Nummer über die Handelsbeziehungen Deutschlands zum Orient und deren wünschenswerthe Kultivierung Ausführungen, die auch für uns in mancherlei Hinsicht beachtenswert!) sind. Nachdem zunächst darauf hingewiesen wird, daß die Bahnen nach Serbien uud Bulgarien kaum erst projektiert sind, heißt es weiter: „Von englischer Seite wird dagegen schon seit längerer Zeit der Hafen von Salonichi benutzt, um den englischen Prooulten, mit Umgehung der unüberwindlich theueren Eisenbahntarife, den Eintritt in die Staaten der Balkan-Halbinsel zu verschaffen. Auf diese Weise hat es der englische Handel dahin gebracht, heute schon erfolgreich mit den österreichischen Waren concurrieren zu können, so daß der englische Warenumsatz in den neu erworbenen serbischen Provinzen allein, d. h. in den Distrikten zwischen Vranja und Nisch, über eine Million Gulden österr. beträgt. Es ist nun nicht ersichtlich, warum die deutsche Industrie, welche in der großen Mehrzahl von Handelsartikeln füglich der englischen Exportmdustrie ebenbürtig auf die Seite gestellt werden kann, sich nicht ebenfalls an diesem Wettkampfe betheiligen sollte. Es gilt dies zumal und in erster Reihe von jenen Artikeln, für welche die Rohprodukte nicht aus dem Auslande bezogen zu werden brauchen und deren Herstellung sich demgemäß mindestens ebenso wohlfeil gestal» tet, als die der Ware« gleicher Kategorie des Auslandes. In dieser Hinsicht wäre es von wesentlicher Bedeutung, wenn seitens der deutschen Industriellen und der deutschen Rheder der Wichtigkeit einer direkten Verbindung zwischen den Häfen der Nord- und Ostsee und Salonichi größere Rechnung getragen würde. Wenn, wie es den Anschein hat, diesem Projette durch die Errichtung einer Dampferlinie zwischen Hamburg und Salonichi bereits ein Anfang von Ausführung gegeben ist, so werden die Folgen davon sicherlich sich in nicht zu ferner Znknnft fühlbar machen. Schon heute führt eine Eisenbahnlinie englische Waren von Salonichi bis nahe an die Grenzen Altserbiens, und wenn es der serbischen Regierung im Vereine mit englischen Kapitalisten gelingen sollte, die beabsichtigte Linie Nisch-Vranja-Ueskup herzustellen, ehe das serbische Eisenbahnnetz mit seinen Anschlüssen an die österreichischen Bahnen vollendet würde, es für die deutschen Waren von vitalem Interesse sein, sich in Altserbien und den benachbarten Provinzen ein Absatzgebiet gesichert zu haben, welches ihnen die durch die schweren Eisenbahntarife gedrückten österreichischen Waren nicht mehr würden entreißen können. Es läge daher im Interesse des deutschell Handels und der deutschen Industrie, sich möglichst bald mit dem Gedanken der direkten Verfrachtung deutfcher Waren nach den Häfen des Mittelmeeres und insbesondere nach dem Hafen von Salonichi vertraut zu machen, die Möglichkeit der Errichtung von Stapelftlätzen längs der bereits bestehenden Linien Salonichi-Mitrovica zu erwägen, um, wenn einmal die österreichischen und ungarischen Produkte anfangen werden, sich auf den inzwischen vollendeten Bahnen nach Osten zu verbleiten, in diesen Ländern bereits sich ein ergiebiges Absatzgebiet gesichert zu haben. Der große Reichthum dieser Länder, insbesondere an den sich progressiv steigernden Produkten der Landwirthschaft und des Bergbaues, wird die deutschen Rheder jederzeit vor der Gefahr ungenügender Rückfracht schützen, und es wird mit Einem Worte nur eines mit verhältnismäßig geringen Opfern verbnndenen Versuches bedürfen, um dem deutschen Handel und der deutschen Industrie ein Feld neuer Entfaltung zu liefern, welches berufen fein könnte, eine reichliche Compensation zu bieten für die durch die Krisen der letzt« verflossenen Jahre geschaffenen Verluste." Aus Frankreich. In französischen Regicrungskreisen zählt man nach den eingegangenen Berichten auf eine ziemlich stane Mehrheit der Generalräthe, die sich für Ferry« Vorlagen aussprechen, obgleich die Klerikalen durcy Rundschreiben von leitenden Personen besonders er' mahnt wurden, alles aufzubieten, damit gegen FerrN Vorlagen Protest erhoben werde. Die Regierung hat die Absicht, nach Eröffnung der Kammern elnen Gesetz' entwurf einzubringen, wodurch den Ausschüssen del Generalräthe die Abfertigung der kleineren Angelegenheiten übertrage» und die unbequeme Frühjahrssesston, durch die jedesmal die Session der Kammern unterbrochen wird, zu beseitigen. In Laon hat auch HeN v. Saint-Vallier, der französische Botschafter in M-lin, auf Waddington eine Lobrede gehalten. Nachdw er das Ansehen in Europa hervorgehoben, das Waodington sich „durch die Erhabenheit seines Charakters, die Sicherheit in seinen Beziehungen, die GeradtM seiner Politik" erworben, fügte er hinzu: „Er (M^ dington) wurde zu diesem hohen Amte berufen, um die kluge, versöhnliche und feste Politik fortzuW"' deren gewaltige Verkörperung der erste Präsident ott Republik (Thiers) war. Darin hat er sem VerfatM nur nach den alten Gewohnheiten dieses schönen ^^ partements der Aisnc eingerichtet, welches den öfst^ lichen Freiheiten so tapfer zur Hand ging und dci^ es seine energischesten Voriampscr geliefert hat, ^' Foy, Sebastiani, Vivien und Odilon Äarrot. Ich ^ grüße in Herrn Waddington den Premier-Mn»!" der Republik, die Fortsetzung und den Nachah'"" dieser tapferen Geister...." . Die Rede, welche der Minister des Aeußer" " Laon gehalten hat, findet in den Organen der rep^' lanischen Majorität eine wohlwollende, wenn auch,) namentlich in der „Rcpnlilique Fran^aise" und '' „Siücle", ziemlich kühle, in den reactionären V^^ eine scharfe, oft bis zu persönlichen Ungezogenheit getriebene Beurtheilung. Sachlich enthält sie nicy neues, doch nehmen die liberalen Blätter mit ÄefrU gung von der Zusage Act, daß die Regierung ^ Ferry'schen Vorlagen ihrem Geiste nach trotz ^ aus den Reihen ihrer eigenen Freunde laut geworde^ Einreden treu bleibe und im Senat mit aller EntW ^ denheit für sie einstehen werde. Wie die „F. l5orl> aus eigenen Informationen hinzufügen kann, haben ?. Herren Gambetta und Jules Ferry noch ganz lürM dem Vertreter einer fremden Großmacht in Paris l klärt, sie seien sicher, daß der vielbesprochene Artikel im Senat mit einer Majorität von 13 Stimmen l< genau wollten sie es wissen) durchdringen werde. . Die Unterhandlungen zwischen dem Vatic^ und der französischen Regierung wegen der Besetz"^ des Blsthums Amiens haben noch immer zu teille' Ziele geführt. Dem Elsässer Reinhardt v.Lichty, geF' wärtig Vicar bei der Pariser Kirche Sainte-Clot> ^ zeigt sich die römische Curie wegen seiner ange^ nicht ganz orthodoxen Gesinnungen über Kirchendisc'p'. abgeneigt, und gegen Herrn Goutesoulard, den " Pariser Kabinet mit dem erstern ox ae^uo in ^ schlag gebracht hat, wendet der Vatican ein, daß ^. selbe notorisch bei mehreren republikanischen Abge^^ neten von Lyon, wo er früher als Generalvicarö wirkt, beliebt sei! Wenn Rom bei einer republllanls^ Regierung überhaupt noch solche Einwürfe vorbnng^ kann, ist allerdings ein Ende dieser Unterhandlung nicht leicht abzusehen. Die Wehrverfassung Bulgariens. Kriegsminister Parenzosf hat ein Organisat'^ statut für die bulgarische Wehrkraft ausg" beitet und dem Ministerrathe zur Berathung "'"., breitet. Dasselbe beruht auf den folgenden OH, Prinzipien: Jeder bulgarische Bürger ist verpM ^ vier Jahre in dem activen Heere und sechs V ^r der Reserve zu dienen. Nach zurückgelegter zehnM^-Dienstzeit wird er in die Landwehr (Opolöenije) .^ gereiht. Jeder waffenfähige Bulgare im Alter i"^M-W und 40 Jahren ist Landwehrmann und muh A lich während 14 Tagen an den Waffenülmugen ^'^ nehmen. Die Reservisten werden alljährlich i" '^r wöchentlichen Lagerübungen herangezogen. ^«„M male Friedensstand wird aus lii.lioo' Man" ^' ^i terie, 5 Sotmen Kavallerie, 1000 Artilleristen, e» ei halben Bataillon (25>0 Mann) Sappeure ""b ,,le' Kompagnie Piunniere bestehen. Die Nichtcombac" z hinzugerechnet, wird die Armee des F"rs^"Hal" Bulgarien ans Friedensfuß im ganzen 1 Francs Af" h,^ ungefähr zwei Fünftel des gesummten 6" ^cs' Budgets in Anspruch nehmen. Indessen dUW ^, Ziffer schon im Jahre 1tt«0 eine bedeutende"'- ^ erfahren, da mit dem nächsten Budgetjahre ewe'V ^ setzung sämmtlicher Offiziersgageu eintreten our, ^,e" vom Fürsten Donouloff sistcmisierten Gagen 1«87 thatsächlich um mehr als die Hälfte reduciert werden, ohne die Uffiziere in schwierige materielle Verhältnisse zu bringen. Wenn z. V. der Kommandant einer Dru^ina statt der ihm von der provisorischen russischen Verwaltung zugesprochenen 16,680 Francs jiirlicher Gage nur 8000 oder selbst 6000 Francs beziehen sollte, würde er mit Rücksicht auf die billigen Preise aller Lebensmittel noch immer sein reichliches Auskommen finden. Der Kriegsminister wird dahin streben, von dem gesammten Einnahmebudget nur ein Fünftel für jein Departement in Anspruch zu nehmen. Was nun das Erfordernis des Heeres auf Kriegsfuß betrifft, fo wird dieses allerdings ein ganz anderes sein, indem ja das Milizheer dann eine effective Stärke von 32,240 Mann haben würde, den Landsturm nicht mitgerechnet. Eine solche Eventualität kann und wird vorläufig noch gar nicht in Betracht gezogen. Gegen innere Feinde genügt der Friedensstand vollständig, und die Sicherheit nach ausien wird ja Bulgarien durch die internationalen Verträge garantiert. Der Fürst hat vollkommen recht, wenn er seine Stärke in dem Schutze der Garautiemächte erblickt, welche ja das seinen internationalen Verpflichtungen gewissenhaft nachkommende Fü'rstenthum niemals der Gewalt »nächtiger Nachbarn Preisgeben werden. Von den Kriegsschauplätzen in Südafrika und Südamerika. Ueber den Verlauf des Krieges in Südafrika hat das englische Krieasmimstenmn nachstehendes Telegramm von General Sir Garnet Wolseley erhalten: „Camp Umsinga-Natal, 2. August. Keine Veränderung in der Lage seit dem letzten Telegramme. Cettewayu befindet sich laut Berichtn, ,wch immer im Kraal am nördlichen Ufer des Schwarzen Umvulosi im Ngome-Waldc mit einigen wenigen Häuptlingen und geringem Anhange. Fünftausend Swazi sind znm Angriffe gegen ihn bereit; ich werde dieselben wahrscheinlich auf zehntausend vermehren, ehe ich den Pongoflnß über. schreite. Villlers erwartet Truppen — Burghers Transvaaler eingcborne Aushebungen und Ohaui's Zulu, welche am k. d. M. in Luneberg concentriert werden. Ich werde heute bei Norke's Drift eintreffen, um mich mit Clarke's Colonne in Entonjaneni zu vereinigen. Clarke's Colonne ist vollkommen stark genug, um jedem Augriffe widerstehen zu können, dessen die gebrochene Zulumacht jetzt noch fähig wäre. Villiers und Mc. Lead werden Rufsells Front säubern und sollen etweder Cettewayo gefangen nehmen oder denselben Clarke in die Arme treiben. Rufsell unterstützt dieselben. Mehrere Häuptlinge an der Grenze von Natal haben den Wunsch ausgesprochen, sich zu unter-werfen, und werden am 5. d. M. die Waffen niederlegen und das Vieh des Königs ausliefern." Dem „Standard" wird aus Pietermaritz-burg unter dem 5. d. M. gemeldet: „Es werden Vorkehrungen getroffen, um Cettewayo zu umzingeln. Der Zulukönig hat noch keine direkten Friedensaner« bietuugen gemacht, aber er hat dem in St. Pauls stationierten Obersten Crealuck mittheilen lassen, cr wolle sich unter billigen Bedingungen unterwerfen, sich indeß auf keine Unterhandlungen einlassen, falls auf seiner Absetzung bestanden würde. Es ist unmöglich, genaue Information über die Streitmacht, die Cettewayo noch zur Verfügung steht, zu erhalten. Gegenwärtig soll er nur einen kleinen Anhang um sich haben, aber es ist möglich, daß die bei Ulundi zerstreuten Zulu sich wieder mit dem Könige vereinigen, im Falle wir vorrücken." Aus Valparaiso wird unter dem 23. Juli (per Telegraf von Lissabon) gemeldet: Am 16. d. M. kaperte der „Huascar" unweit Iquique ein chilenisches Transportschiff und griff später die chilenische Corvette „Magallanes" an. Das Takelwerk der letzteren wurde sehr beschädigt und drei Personen ihrer Mannschaft wurden getödtet. Die zum Beistände herbeikommende chilenische Panzerfregatte „Almirante Cochrane" verfolgte den „Huascar" bis Arica. Der Kapitän der „Magallanes" berichtet, daß cr mit einer Nbpfnndigen Granate die Panzerbeklcidung des „Huascar" durchbohrte und ein Transportschiff durch einen Schuß in den Grund bohrte. Am 18. d. drang der „Huascar" in den Hafen von Mejillones ein, und am 20. d. bombardierte er im Vereine mit der „Union" Caldera. Späterhin kaperte er bei Carrigal drei mit Kupfer und Kohlen befrachtete Schiffe und bohrte auch einige Schleppdampfer in den Grnnd. Der „Hnascar" liegt nun auf der Höhe von Canaval, aber er respektiert daselbst Privatcigenthum. Die chilenische Panzcrfregatte ..Almirante Cochrane" hat Antofagosta verlussen, um Transportschiffen mit Truppen, die nach dem Norden bestimmt sind. als Escorte zu dienen. Infolge eines Versuches, Torpedos gegen das chilenische Blockade-geschwader in Anwendung zu bringen, drohte der chilemsche Admiral, Iquiaue zn bombardieren. Der perua-msche General Buendia drohte seinerseits, die in seiner Gewalt befindlichen chilenischen Gefangenen erschießen zu lassen. Senior Arteaaa, der Befehlshaber der chllc-mschen Armee in Alaca'ma, hat infolge von Streitlg-ketten mit Senior Santamaria, einem Mitgliede des «tavmets, der als Kriegsdelegierter nach der Opera- tionsbasis gesendet wurde, seinen Posten niedergelegt. Das Gerücht, daß der „Huascar" Senior Arteaga auf dessen Reise nach Valparaiso gefangen nahm, entbehrt der Wahrheit. — Aus Washington wird unter dem 22. d. M. gemeldet: Der hiesige peruanische Gesandte hat eine amtliche Depesche au« Panama erhalten, welche die Nachricht von der Aufhebung der Blockade von Iquique bestätigt. Das chilenische Panzerschiff „Almirante Cochrane" ist nach Caldera bugsiert worden. Die chilenische Flotte ist in Antofagasta. Der peruanische Monitor „Mancocapac" ist in Islay angekommen. _______ HcMsnmMeilen. — (Se. Majestät der Kaiser beim Linz cr Volksfest.) Se. Majestät der Kaisrr hat die vom Linzer Volksfest-Comite in, Name» der Bewohner der Stadt Linz vorgetragene Bitte, die Hauptstadt Ober-östcrreichs während des diesjährigen Volksfestes mit seinem Besnche zu beglücken, in der gnädigsten Weise gewährt. Se. Majestät wird gleich am ersten Tage des Festes — Sonntag, den 7. September — nach Linz kommen, das Volksfest und die damit verbundene Ausstellung persönlich eröffnen, die öffentlichen Anstalten der Stadt besuchen und sowol für Deputationen aus den, Kroulandc wie für private Bittsteller Audienzen erteilen. Zu der laiserlicheu Tafel soll ferner auf ausdrücklichen Wunsch Sr. Majestät eine große Zahl von Persönlichkeiten aus ganz Oberösterreich geladen werden. — (Beschlüsse des bühmischcn N otc, rcn ^ tage 3.) Die vorgestern, den 26. d. M., uutcr sehr zahlreicher Betheiligung in Prag stattgcfundene Versammlung der Nutarcuverciue BühmcnS nahm die Resolution an, daß sich die Verschmelzung des Notariats mit der Advokatur vom Standpunkte der praktischen Nützlichkeit uud im Interesse der Rechtssicherheit nicht rechtfertigen lasse; writers wird die Ueberzeugung ausgesprochen, daß das Notariat seit Einsühruug der neuen Notariats» oronung und des allgemeinen Grundbuchsgeictzes bei der Bevölkerung au Beliebtheit gewinne; die Versammluug beschloß, eine Petition an den Iustizminister zu richten, derselbe möge einen Gesetzentwurf einbringen. Welcher festsetzt, daß sämmtliche Parteien-Eingaben im gerichtlichen herfahren und beim Versahren außer Streitsachen, welche der Signatur eines Notars oder Advokaten entbehren, von amtswegen zurückzuweisen srien. Endlich wurde eine Petition beschlossen um strenge Handhabung des Gesetzes vom 7. Mai I860. wouach die Gerichtshöfe erster In» stanz verpflichtet sind, den Notaren als Gerichtslommis-farcn die Verfassung der Nachlaßausweifc und der Erbsvertheilung von amtswegen zu übertragen. — (Entdeckung eines Kometen auf der Sternwarte in Pola.) Aus Pola schreibt mau der ..<". Ztg.": In der Nacht vom 21. auf den 22. d. M. wurde auf der Mariuesteruwarte zu Pola durch den ehemaligen Eleven der Wiener Sternwarte, jetzigen C'lliahng Freiwilligen der l. t. Kriegsmarine. Alois Pa. lisa, em Komet entdeckt, Seine Position am 21. August war um 10 Uhr 29 Minuten mittlere Pola-Zeit 15)0 Grad 35 Minuten gerade Aufsteigung uud 49 Grad 7 Mmuteu nördliche Declination. Seine tägliche Bewegung ist 96 Minuten in Aufsteigung zunehmend und 5 Minuten südlich gehend. Derselbe ist nur durch Fern. röhre zu scheu uud macht den Lichteindruck ciues Sternes ueuutcr Größe. Es ist dies der erste Komet, welcher auf der Sternwarte zu Pola und überhaupt auch der erste, welcher seit einigen Jahrzehnten in Oesterreich entdeckt wurde. — (Redacteur des „Vaterland".) Vor ungefähr zwei Jahren wurde der damalige verantwort, liche Redacteur des Journals „Vaterland". Freiherr v. Manndorf, wegen Vergehens der Aufwieglung vom Wiener Schwurgerichte zu siebe» Monaten strengen Arrestes verurtheilt, Statt seine Strafe anzutreten, flüchtete Baron Maundorf aus Wien uud trat eine Reise "ach England. Frankreich uud anderen Landern an. Am ^. d M nun um 9 Uhr morgens erschien er im Bureau des Laudesgerichtsrathes Derleth und erklärte, daß er !!!"^"<"c "!° ""t"tcu wolle, nachdem er bisher aus Umsicht fur seine Gesundheit verhindert war. sich dem n"3!5 ö" stellen. Baron Maimdorf wurde selbstverständlich gleich in Gewahrsam behalten. l n ^1 ^"^ sroße Dombau-Fest in Köln) M nlcht an dem Jahrestage der Grundstcineiulegung. Vielmehr an dem. an welchem Friedrich Wilhelm IV. im '"! ^"hrc 1842 den Grundstein zum Fortbau legte, geeiert werden. Von allen den hohen und höchste» Herr-Haften, b'e der zweiten Grundsteinlegung beiwohnten, leben nur noch wenige, unter anderen Kaisrr Wilhelm, der damals als Prinz von Preuhcu dort weilte, und der Domprobst Dr. München, beide schon jetzt in den achtziger Lebensjahre,, weit vorgerückt. Bei dcm letzten Zusammensem versprachen sich beide, sie würden, »nenn möglich, bei dem Vullcudungöfest zugegen sein. Mall Nlüpft au dieses Fest auch die Hoffmma. den Papst iu «olu zu sehen, was jetzt schon als wahrscheinlich bezeichnet wird, falls der Kulturkampf dann beigelegt wurden ist. ^(Eongreß deutscher Thicrschutzvcreiue.) Der am 18. und 19. d. in Gotha versammelt gewesene >Congreß deutscher Thierschutzvcreiue war von 88 Dele- gierten aus allen Gauen Deutschlands besucht. Nachdem der Congreß sich dafür ausgesprochen, daß die Jugend für die Sache des Thierschutzes zu gewinnen und bebhalb durch die Schule belehrend und fördernd einzuwirken sei, wurden nach einem Referat von Dr. Mar-quard (Dresden) einige Resolutionen angenommen, die bezüglich der Hundchaltung und Hundcpolizei Erhöhung der Hundesteuer, Beseitigung der Hunbefuhrwerle und des Einspannens der Hunde, Anwendung erprobter Maultörbe und das Todten der Hunde gleich dem Schlachten der Hausthiere empfehlen. Damit schloß der erste Sitzungstag; interessanter und bedeutender waren die Verhandlungen des zweiten Tages. Es referierte zunächst Sondermanu (München) über Erweiterung uud Ergänzung der deutschen Thierschutz - Gesetzgebung, indem er nachwies, daß die Bestimmung im § 360 des Strafgesetzbuches unzureichend sei; sein Antrag, den Reichstag zu bitten, die Bestimmung zu treffen : „bis zu 150 Mark wird bestraft, wer Thiere quält oder mißhandelt", wurde angenommen. Die Hauptfrage des Congresses war die Vivisection. Die von der Kommission vorgeschlagenen Resolutionen wurden bei namentlicher Abstimmung ,nit 57 gegen 28 Stimmen angenommen; dieselben lauten: „Der Eongrcß erklärt sich zwar für incompetent, die Frage der Nothwendigkeit der Vivisection zu entscheiden, hat aber mit Bedauern von den Ausschreitungen derselben Kenntnis genommen und will deshalb bei Bundcsrath und Reichstag um die gesetzliche Regulierung petitionieren. Würde die Vivisection als uuentbehrlich für die Wissenschaft erachtet, so würden die nothwendigen Einschränkungen in folgendem zu finden sein: 1.) Beschränkung der Vivisektionen auf das geringste Maß; 2.) wo todtes Material ausreichend vorhanden, darf kein Versuch an lebenden Thieren gemacht werden; das Thier ist sofort nach dem Erwachen aus der Betäubung zu todten; die Vivisection darf nur unter staatlicher Controlle geschehen; 3.) zur Illustration medizinischer Vorträge oder zur Befriedigung der Ncugierde darf die Vivisection nicht geschehen; sie darf nur im äußersten Falle als Forschungsmittel benützt werden. — (Namensänderung einer Stadt.) Man wird sich noch erinnern, daß gleich nach dem Attentate Passcmante's auf König Humbert die Vaterstadt des Attentäters, Salvia in Süditalien, an die Regierung das Ansuchen gerichtet hat. ihr zu gestatten, ihren Namen, der nun mit einem Makel behaftet ist, zu ändern. Di? „Gazzetta Uffiziale" in Rom veröffentlicht jetzt ein königliches Dekret, welches dieser Stadt gestattet, von nun an den Namen Savoia Lucania zu führen. — (Die Pest.) Wie der „Agenzia Stesani" aus Konstantinopel 25. d. M. telegrafisch gemeldet wird, soll an der persischen Grenze in Kernanschache die Pest aus« gebrochen sein. fokales. — (Verleihung der Gehe, mraty 5 wnrde.) Dem neu ernannten Statthalter für Tirol und Vorarlberg. Herrn Bohuslav Ritter v, Widmann. wurde — wie die gestrige l. k. „Wiener Zeitung" amtlich Verlautbart — mit Allerhöchstem Handschreiben vom 13. d. M. taxfrei die Würde eines geheimen RatheS verliehen. Den Eid iu dieser Eigenschaft hat Se. Excellenz bereits in der abgelaufenen Woche in die Hände Sr. Majestät des Kaisers abgelegt. — (Pensionierung.) Der Hauptmann erster Klasse Herr Alois Pawliezet des FeldjägerbataillonK Nr. 7 uud der Hauptmann-Auditor erster Klasse Herr Kaspar Sllsnit des Garmsonsgerichtes in Trieft wurden als invalid mit 1. September d. I. in den Ruhestand versetzt. — (Ernennung.) Per Rechtsprakticant Herr Franz Ritter v. Coftpini wurde zum fteiermärkischen Auscnltlluten ernannt. — (Füufundzwllnzigjähriges Priester-ju biläuu,,) In Dobrova nächst Laibach. im Pfarrhose des dortigen Pfarrers Herrn Äabnik. feierte vorgestern eine größere Anzahl von Geistlichen der Laibacher Diöcese gemeinschaftlich das 25jährigc Priesterjubiläum. Von den im Jahre 1854 in der Laibacher theologischen Lehranstalt zu Priestern ausgewcihten 22 Alumnen sind derzeit noch 19 am Leben, von diesen waren 14 zu der seltenen Feier aus allen Theile» drs Landes persönlich erschienen. Einer war durch Krankheit und vier waren infolge ihrer Abwesenheit außer Landes am Erscheinen verhindert, zwei der letzteren obliegen ihrem geistlichen Berufe in Amerika. Die schöne Feier, zu der sich auch viele andere Gäste, namentlich ans Laibach, eingefunden hatten, begann, wie man den „Novice" aus Dobrova schreibt, mit einer nm 0 Uhr morgens für die verstorbenen drel Kollegen gelesenen Todlenmche. Um 8 Uhr fand der feierliche Zug der 14 Iubilanten vom Pfarrhofc zur Kirche statt woselbst ein acsu.'genes Hochamt m.t l« I^m.. lumiumu^cilebriert wurde und wow der h.chge vLiÄe 'b"e 3 !uch dcr Herr Fürstbischof Dr. Pogacar die ^ubilantcn mit seim'M Besuche. o.c ^,lante^^^^^^^^^.^^ Der bisherige Vorstand der Filiale Laibach der österreichisch-ungarischen Bank. Herr Franz Kautz. wurde von der Direction zur 1K88 Leitung der Troppauer Filiale berufen, und ist gestern bereits an seinen neuen Dienstort abgegangen. Anläßlich seines Scheidens von Laibach haben sich sowol die krai-nische Handels- und Gewerbekammer als auch das Cen-sorencollegium der hiesigen Filiale veranlaßt gesehen, Herrn Kautz in besonderen, sehr schmeichelhaft gehaltenen Schreiben ihren Dank sowie die ehrende Anerkennung für die äußerst coulante und entgegenkommende Geschäftsführung auszusprechen, mit welcher derselbe während seiner mehrjährigen Amtsthätigkeit auf dem hiesigen Platze eben so sehr die Interessen des eigenen Institutes zu wahren als auch jenen der heimischen Geschäftswelt im weitesten Umfange gerecht zu werden verstanden hat. — An Stelle des Herrn Kautz wurde der bisherige erste Adjunct, Herr Gottlob, zum Vorstande der hiesigen Bankfiliale ernannt. — (Ein falsches Gerücht.) Herr Werks-kasfier Koprziwa in Sagor ersucht uns, mitzutheilen, daß die vom „Laibacher Tagblatt" in der vorgestrigen Nummer gebrachte Nachricht, sein Sohn Fritz sei beim Brande in Serajewo umgekommen, falsch sei. Herr Friedrich Koprziwa befinde sich im Gegentheile vollkommen wohl, und auch die von ihm in Serajewo geleitete Niederlage der Sagorer Glasfabrik, deren Warenlager zum grüßten Theile gerettet wurde, stehe bereits wieder im ungestörten Betriebe. Wir können den vermeintlich unglücklichen Vater zu diesem frühlichen Dementi nur aufrichtig beglückwünschen. — (Feuer durch Blitzschlag.) Ein dem Freiherrn v. Apfaltrern gehöriges, in der Ortschaft Freithurn, Ortsgemeinde Adleschiz. im Tschernembler Bezirke gelegenes unbewohntes Haus, dessen ebenerdige Räumlichkeiten der Mannschaft der nur wenige Schritte davon entfernten Gendarmerietaserne als Holzlegestätte dienten, wurde am 18. d. M. um halb 2 Uhr nachts durch einen Blitzschlag in Brand geseht und sammt den im Hause verwahrten Heuvorräthen (circa 1700 Kilogramm) vollkommen eingeäschert. Der durch den Brand verursachte Schade beziffert sich auf 400 fi. Da das abgebrannte Gebäude um 6 Meter höher war als die naheliegende Gendarmeriekaserne, so war auch letztere in großer Feuersgefahr, welche jedoch durch die Thätigkeit der Poftenmannschaft glücklich abgewendet wurde. — (Pferdediebstahl.) Dem Grundbesitzer Anton Lozar in Salloch wurde kürzlich während der Nacht aus dem Stalle eine 6^/,jährige schwarze Stute, kroatischer Abkunft, im Werthe von 100 fl. durch unbekannte Thäter gestohlen. — (Aus dem Gerichtssaale.) Die aus Reif-niz in Kram gebürtige 19jährige Dienstmagd Margaret!) Knaus hatte sich am 22. d. M. vor dem k. k. Landes-gerichte in Trieft des Verbrechens des Dicbstahls zu verantworten. Die Angeklagte war im Monate Juli l. I. bei dem Lehrer der k. k. Bürgerschule in Trieft, Johann Posarelli, als Dienstmagd bedienstet. Während ihrer Dienstzeit entwendete sie dort aus einem offenen Kasten ein Paar goldene Ohrringe und eine goldene Brustuadel im Gesammtwerthe von beiläufig 20 Gulden. Knaus War ihrer That geständig, und der Gerichtshof sprach sie daher des Verbrechens des Diebstahls schuldig und verurtheilte sie zu zwei Monaten schweren, mit einem Fasttage und Einzelhaft in jedem Monate der Strafzeit verschärften Kerkers. — (Uebertragungsgebühren.) Eine im Interesse der Steuerzahler sehr wichtige Entscheidung hat der Verwaltungsgerichtshof in einer seiner letzten Sitzungen gefällt. Es findet nämlich ein Nachlaß von Uebertragungsgebühren von Eigenthumsübertragnngcn von Realitäten dann statt, wenn die letzte Erwerlumg innerhalb zehn Jahren stattfand und wenn die letzte Besitzerwerbung im öffentlichen Buche ausgezeichnet wurde. Die Finanzbehürden haben nun diesen Nachlaß nur dann bewilligt, wenn diese bücherliche Uebertraaung schon intabuliert war. Diese Ansicht hat aber der Ver- waltungsgerichtshof als nicht richtig erklärt und sich dahin ausgesprochen, daß das Gesetz nirgends vorschreibt, daß die Eintragung des Vorbesihes schon in dem Zeitpunkte des Abschlusses oder der Anzeige des neuen Vertrages erfolgt fein müsse, und daß es auch genügt, wenn im Sinne des § 22 des Grundlmchs-gesetzes die Zwischenübertragung ersichtlich gemacht wird. — (Kein Agiozuschlag.) Auch vom 1. September d. I. an wird bis auf weiteres ein Agiozuschlag für die in Silber ausgedrückten Gebühren vonseite der Eisenbahnen nicht eingehoben. Hiedurch wird jedoch auch wie bisher die im Zivilvertehre bestehende theilweise Erhebung eines 15perz. Agiozuschlages im Personen-, Gepäck- und Eilgutverkehre der k. k. priv. Südbahngesellschaft nicht berührt. Neueste Post. Ischl, 20. August. Ihre Majestät die Kaiserin beehrte heute nachmittags die kunstindustrielle Aus« stellung mit Allerhöchstihrem Besuche und äußerte sich über dieselbe sehr befriedigt. Bürgermeister Kochmid das AuKstellungs-Conütemitglied Bademeister Gschwcmdtner hatten die Ehre, Ihre Majestät zu geleiten. Gastein. 26. August. (N. fr. Pr.) Fürst Ais« marck stattete heute einem zur Kur hier weilenden Wiener Finanzbaron einen dreiviertelstündigen Besuch ab und theilte demselben hiebei mit, er werde in einigen Woche auf zwei Tage nach Wien kommen, um Andrassy seinen Gegenbesuch abzustatten. Brück au der Leitha, 26. August. (Presst.) Vorgestern brannten in Höflein drei Hänser und eine Scheune ab. Gelegentlich der gestrigen Artillerie-Exercitien sah Se. Majestät der Kaiser die Brandstätte, worauf in dessen Auftrage General-Adjutant Baron Mondel gestern abends sich vom Äezirks-hauptniann Müllenau über den Umfang des Brandes Bericht erstatten ließ und Bezirkskommissär Kutzmuth noch spät abends die Schadenerhebung an Ort und Stelle pflegen muhte. Auf diesen Bericht hin spendete Se. Majestät der Kaiser heute 300 Gulden für die Abbrändler. Se. Majestät der Kaiser ist heute um 11 Uhr vormittags mit Hofzug von Parndorf aus nach Schönbrunn, Erzherzog Wilhelm abends nach Wien, Erzherzog Johann Saloator ebenfalls abends nach Komorn zurückgekehrt. Prag, 26. August. (N. fr. Pr.) Die Ankunft des Kaisers ist definitiv für morgen 10 Uhr abends angezeigt. Der Landeslommandierende wurde deshalb von seiner Inspectionsreise telegrafisch zurück« berufen. Die Rückreise des Kaisers nach Wien erfolgt übermorgen um 7 Uhr abends. Prag, 26. August. (Presse.) Der Oberstland-marschall Fürst Carl Auersperg reist von hier nach Carlsbad ab. Jeder Compronuhversuch mit den Feudalen betreffs des Landtages unterbleibt vorläufig. Die Feudalen erwarten die vollständige Auflösung des Landtages. Brunn, 26. August. (Presse.) Der Gemeinde, rath beschloß heute, beim Gemeinde-Ansschuß die Ver» leihung des Ehrenbürgerrechtes an den Statthalter Freiherr» v. Possinger zu beantragen. Krakau. 26. August. (N. fr. Pr.) Die gali-zische Ackerbaugesellschaft erhielt von allen cisleitha-nischen agronomischen Vereinen die Zusage der Beschickung des Agrarconglesses, der, sicherem Vernehmen gemäß, nach Rückkehr deö iu Ostende weilenden Statt» Halters Poiocki nach Wirn stattfinden wird. — Nach einer Mittheilung des „i^zas" wurde bei Rzeszow ein Güterwagen der Carl-Ludwigbahn von Dieben ganz ausgeleert. Der Schaden soll circa 7000 fl. betragen. Pest, 26. August. (Frdbl.) Ein Uebereinkommm zwischen der österreichischen Staatsbahn, Westbahn und den unaarisclien Barmen wurde aetroffen. wornacb namhafte Ermäßigungen des Tarifes für eventuellen Getreide-Export nach der Schweiz vom 1. September ins Leben treten werden. Stockholm, 26. August. Zu Ehren des russischen Thronfolgers fand gestern ein Galadiner statt, an welchem das diplomatische Corps und die höheren Beamten theilnahmen. Heute findet die Fahrt nach Drottningholm und Gripsholm und abends eine glanzende Beleuchtung und Feuerwerk am Mälarsee statt' Morgen reist der Thronfolger nach Tullgarn. um d^ Königin zu besuchen; von dort reist derselbe nach Kopenhagen weiter. Telegrafischer Wechselkurs vom 27. August. Papier«Rente 65 45. — Silber. Rente «7 45. — Gold' Rente 73 45. ... 18U0er Staats-Anlehen 124 -. - Nanl-Mlen 826. — Kredit«Acticn 25150. — London 116 85. — Silber -—. K. l. Münz.Dulatm 5 50. — 20 . Franlen «Stuse 926. — 100-Reichsmllrl 5730. Wi'en, 27. August. 2'/, Uhr nachmittags. (Schluhlulsl.) Krcditactien 251 70. 1800er Lose 124—. 18«4cr Lose 15?'b", österreichische Rente in Papier 65 45. Etaatsbahn 268 ", Nordbahn 220'—. 20-ssran ten stücke 9 28. unaar. KreditactttN 243 75. österreichische ssrancobant—-—. österreichische Ansslob»" 12ü M. Lombarden 8« 50, Unionbaul83 40. Lloudactien 5?« "' lü,e,sche Lose 20 75. Commlmal-Aillehen 110?.''.. (i^püM "^ lv„ldrente 7840. ungarische Goldrentc 9045, Ruhig. Angekommene Fremde. Am 26. August. Hotel Stadt Wien. Kosler, Privatier, sammt Frau, Trieft, ^ Schmid. Rcservelicutcnant; Millard. Direktor, und Uolhe^ Ingenieur, Wien. — Dolling, Beamter, Oottschee. -- A»^ steiner. Lehrer, Wiencr-Ncustadt. — Petschc, Südfrüchte"' Händler, Naocn. — Lindcmann. Kfm.. Hamburg. ,, Hotel Elefant. Iaschte, Trifail. — Nichctti. Kfm,, s, FaM»M' und Panizon. Kreditanstalts-Kassier, Trieft. — Dr. HigerS' pcrger. Advokat, Cilli. Hotel Europa. Iatlilsch und Dietl. Me.. Prchburg. — Fisch"' Handclsrcis.. Brunn. - Pcyer. Bauiusftcttor, Agram. ^ Mohren. Habianich. Schuldireltor, Marburg, — Nikolaus Ul>° Michael Laurcntschitsch und Schaloni, Hausierer, TscherneM"' — Krcinz, Kroazien. . Äaierischer Hof. Ritter v. Gebell, l. l. Statthaltercirath, saM«" Familie, und Pollal, Privatier, Graz. Kaiser von Oesterreich. Schmid, Zuclcrbäckergehilfe, Wien, -" Basil, Ratschach. Verstorbene. Den 26. August. Eduard Seöel, Realschüler, 163' Kastcllgasse Nr. 2. üungcntuberculose. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. F 5i ck °Z z «^ - Z s,ch 5 2____^« ^Zs 7U.Mg, 73562 ^17 4 SO. schwach hal'bb'ewöllt' . 27, 2 „ N. 736 98 ^-21 0 O. schwach halbheitcr 0 0" !> „ Ab. 7^7-50 4-16 0 O. schwach halbhcitcr Morgens bewölkt. Angenehmer Tag. Das Tagesmittel l^ Wärme -<- 18 1°, um 04" über dem Normale. ^ Verantwortlicher Redacteur: OttomarVamberg > Danksagung. W W Für die so zahlreich an den Tag gelegte ehrende W ^ Theilnahme während der Krankheit und bei dem W M Leichenbegängnisse der Frau W > Katharina Kapretz > W sprechen allen Theiluchmenden den innigsten Danl aus W W die trauernden Lamilicnmitglieder. R Mixvs^il^vi^t Wien, 26. August, (1 Ulir.) Der heute publicicrte Scmestralauswcis der österreichischen Kreditanstalt crgibl eincn »iciilgcwinn für das erste Semester 1s?9.?<» >0 - Niederösterreich...... 105 - —-- Galizien......... 90 75 9125 Siebenbürgen....... 86 8625 Temeser Vanal...... 84 50 84 90 Ungarn.......... 86 75 87 2ü «lctlen von Vanlen. <«elb Ware Anglo.österr. Vanl..... 12175 >22- Kreditanstalt ....... 25525 252 50 Depositenbaxl....... ^- -^ Kreditanstalt un^ar , , . . 242 25 242 50 Ocstcrieichisch. ungarische Vanl 821 - 822 Unionbanl 82'-- 82 20 Verlehrsbanl....... . 112 - 112 50 Wiener Nantverein..... 126 -- 126'i>0 klctlen von TransvsrtUnterneh- «UN«" ««.d Ware Alföld.Nllhn .......12950 130- Honau.Pllrnpsschiff.Gesellschaft 563 - 565 -Elisabeth.Wcstbabn . . ' 176 50 177- «elb War« > sserdinanbs.Nordbahn . . . .2200 -2205 — Hranz.Ioscph-Äahn .... 143 - 143 50 Galizische Karl«Ludwig « Nahn 2Ü2 .',<) 233 Kaschau-Oderberger Vahn . . 108 — 10850 üemberg'Czernowiyer Nahn . l33 50 134 — Üloyb. Gesellschaft.....573 - 575 - Oesterr. Nordwestbahn .... 123 — 12s 50 Rudolss'Vahn.......l30 - 130 50 Staatsbahn........26325. U«375 Siidbahn.........88 - 88 25 Theih.Bahn........209 - 210 — Ungar.-galiz. Verbindungsbahn 101 10150 Ungarische Nordostbahn . . 122 50 123 — Wiener Tramway.Gesellschaft, 189 50 190'- Pfandbriefe. Allg.öst.Nodentreditanst.(i.Gd.) 116 - 116 50 _« « , si.V-V.) 100 - 10050 Oesterrcichisch - ungarische Banl 101 10 10130 Ung. Nooentiedit.Inst. (V.-A) 100 — W1 - - Prlorlt8t«vbll»atlsnen. Elisabeth.», i. E^.....96^ 9650 Ferd.'Nordb. in Silber . . . 10425 10475 Franz.Ioseph.Nahn .... 94- 9450 Gal. Karl.Ludwig.V,. 1. Em. 103— A^ Oesterr. Nordwesl-Vahn . . 96- ^,.gg Siebcnbürger Nahn .... 7140 <^ Staatsbahn 1. Em..... 169— l^.^. Südbahn » 3°/....... 120 50 >^..^ / 5«/....... 102 50 1"» Vevlsen. Auf deutsche Platze..... '^. ,l«^ London, kurze Slcht .... 1^6" ,,g9tt London, lange Sicht .... 116 A ^' ,^ Paris.......... 4605 Geldi-rten. «'" ?'b1 ll- Dulaten . . , . 5 fl. 49 tr. ^ st- ^, , Napolconsd'or . 9 . 26 ^ " » Deutsche Reichs» ^„ 20 " Noten .... 57 . 10 57 . . Silbergulden . . 100 „ — » 1"" " Krainischc Grundentlastungs-obligatl'"' " " Nachtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrente «5 25 bis 65 35. Silberrente 67 20 bis 67 30. Goldrcnte 73 40 bis 78 50. Kredit 252 90 bis 253— Anglo 1^ 12230. üondon Nü-60 bis 11Ü90. Napoleons s'26 bis 9 26'/,. Silber 100— bis 100-.