Liliblilhcr Taalillltt. Rednction «d Expedition: Bahnbofgaffe Nr. 15. Nr. 266. Dienstaq, 19. November 1878.—Morgen: Felix v. V. 11. Jahrg. . Zur Lage. Die innere und äußere Lage ist eine verworrene, unklare, undurchdringlich nebelige. Auch in den ungarischen Kronadressen wird die Regierungspolitik heftig angegriffen, und doch ist heute schon mit Sicherheit anzunehmen, daß das alte Sprichwort „Viel Lärm um nichts!" wieder ein» mal sich bewahrheitet, d. H. daß die Delegationen im wesentlichen dem Begehren des Grafen An-drassy Folge geben werden. Ein Conflict zwischen d'en beiderseitigen Parlamenten und den Delegationen ist unausbleiblich geworden, denn die Parlamente können es nicht zugeben, daß sie zu mechanischen Automaten degradiert werden. Die ans die Tagesordnung gesetzte Ansicht: man möge diesmal Nachsicht walten lassen und in der Zu. kunst vorsichtiger und energischer Vorgehen, findet getheilte Zustimmung in Abgeordnetenkreisen. Durch die bosnische Frage und durch die Behandlung derselben vonseite der Regierung wurde unzweifelhaft konstatiert, daß die verfassungsmäßigen Rechte vonseite der Regierung nicht so hoch gehalten und geachtet wurden, wie es geschehen sollte. In Oesterreich-Ungarn muß endlich einmal nicht nur „Constitution gespielt", sondern konstitutionell regiert werden. Das Rothbuch. Am 17. d. wurde der erste Theil des Roth-buches ausgegeben unter dem Titel: „Aktenstücke in orientalischen Angelegenheiten", und enthält derselbe den Präliminarfrieden von San Stefano, die Protokolle des Berliner Kongresses und den Vertrag von Berlin, alles in französischer Sprache. Am Schlüsse dieser Aktenstücke ist eine vom mi° litär-geographischen Institute ausgearbeitete Karte der auf der Balkan-Halbinsel befindlichen Länder angefügt. Die Karte stellt sehr übersichtlich die Grenzen der einzelnen Territorien vor dem rus-'"l-türkischeu Kriege, nach dem Vertrage von San Stefano und nach dem Berliner Vertrage dar. Der Inhalt der Aktenstücke selbst ist, wie nicht erst bemerkt zu werden braucht, allgemein bekannt. Die inuhamedanische Adresse an den Kaiser Franz Josef lautet im authentischen Texte, wie folgt: „1.) Bitte um Amnestie; 2.) Bitte um Aufnahme in den Staatenverband Oesterreich-Ungarns, wobei sich die Muhamedaner gleichzeitig zum Militärdienst und allen ändern Staatsleistungen verpflichten ; die Muhamedaner erklären, gegen jeden Feind Oesterreich-Ungarns kämpfen zu wollen, selbst wenn derselbe das ottomanische Reich wäre; 3.) die Muhamedaner erklären sich bereit, sich von der religiösen Jurisdiction des Scheikh-ul-Jslam loszusagen und verknüpfen damit die Bitte um kirchliche Autonomie Bosniens und der Herzegowina, unbeschadet der Anerkennung des Kalifen als geistliches Oberhaupt des Islams." Vom Occupationsschauplatze. Nach Bericht des Spezialberichterstatters der „N. fr. Pr." wurde FZM. Freiherr v. Philipps w i ch. von der Stadtvertretung in Serajewo zum Ehrenbürger ernannt. Die sensationelle, von vierzig angesehenen Muhamedanern unterfertigte Adresse, welche am 8. d. M. Philippovich überreicht wurde, gipfelt in dem Wunsche nach unbedingter Annexion und kirchlicher Lostrennung der bosnischen Muhamedaner vom Scheik-ul-Jslam. Auch wird erklärt, daß die Bevölkerung sofort bereit sei, der Militärpflicht nachzukommen und gegen jeden Feind Oesterreichs, wer es auch immer sei, zu kämpfen. Die bereits eingeleitete und in der Durchführung begriffene Heinikehr der bosnischen Flüchtlinge soll anstandslos vor sich gehen; da jedoch die Wohnsitze der Flüchtlinge meist zerstört sind und es denselben an Lebensmitteln und Er- werb sehlt, so wird unsere Regierung uoch,längere Zeit für deren Unterhalt sorgen müssen. Ueber den Zustand der Straße Brod-Serajewo und die VerkehrSverhältnisse treffen immer schlimmere Nachrichten ein. Gestern langten zwei Offiziere mit eigener Fahrgelegenheit nach dreizchntägiger Fahrt hier an. An mehreren Stellen stockt der Verkehr vollkommen, und können sich Tausende von Fuhrwerken nicht von der Stelle rühren. Nach einer aus Sissek vorliegenden Korrespondenz sehen Infanterie und Jäger, was ihre Bekleidung und Beschuhung anbelangt, geradezu schauderhaft aus. Sogar Offiziere sieht man vielfach mit zerrissenen Schuhen, Hosen und Mänteln. Die Truppen erzählen geradezn furchtbare Dinge von ihrem Marsche von Serajewo nach Brod, besonders über die Strecke von Maglaj nach Dervent. Die Strecke Doboj bis Kotorsko ist in des Wortes vollster Bedeutung ein Kothmeer. Man sieht an den Wagen keine Radspeichen mehr, sondern nur Kothscheiben. Hunderte von Pferden liegen oder stecken (wörtlich genommen) im Koth. Sie müssen aus demselben ausgeschaufelt werden; häufig verenden sie darin, und so sieht man auf der erwähnten Strecke Hunderte von ihm Koth versunkenen und elend zugrunde gegangenen Pferden, ebenso Hunderte von Fuhrwerken, die sich deshalb nicht vom Fleck rühren können. Trotzdem sich die Straßenbau-Unternehmung Bücher die größte Mühe gibt, die Straße, wenn auch nur halbwegs, praktikabel zu machen, ist dies ungeachtet der massenhaft zur Verwendung gelangenden Arbeitskräfte (Zivil und Militär) nicht möglich, da es weit und breit keinen Schotter gibt. Man will sich dadurch helfen, daß man unglaublich große Quantitäten von Holzstämineu und Ruthen auf den Straßenkörper wirft; aber der Koth verschlingt alles. Von der neuen Schleppkahn ist der Unterbau an sechs Stellen durchbrochen, und die ganze fertige Strecke Brod-Dervent befand sich wenigstens noch vor 4 bis 5 Tagen total unter Wasser Die Urlaubertrausporte der in Bosnien verblei- Jeuisseton. Eine Erzählung ohne Titel. Von Jean Baptist r. (Fortsetzung.) Die meisten Tafelgenossen gaben dem Sprecher vollkommen recht, und einige Norddeutsche — die in der Regel das lebhafteste Interesse an der böhmischen Königsstadt äußern — ergossen sich in enthusiastischen Lobeserhebungen, nur Klar sprach kein Wort, er begnügte sich, manchmal mit Leopoldine, die seine Tischnachbarin war, ein paar Minuten ein leises Gespräch zu führen, und be-mühte sich dabei, die gefühlvollsten Worte mit einer ganz indifferenten Miene zu begleiten, dann schien er fammt der schönen Nachbarinn in süße Träume zu versinken, die sie auf die Umgebung vergessen ließen. „Aber", rief ein pommerscher Landjunker über den Tisch Wallner zu, „haben Sie denn den Czernin'schen Palast auf dem Hradschin gesehen?" und auf Wallners kurzes „Nein!" fuhr er eifrig fort: „Da haben Sie gar nichts gesehen, — das Haus ist sehr merkwürdig, es ist unter der Regierung des Königs Borsiwoj erbaut, hat so viel Fenster als Tage im Jahre, und Säulen so dick wie ich." „Da heißt es also wol", lispelte eine kleine schmachtende Dame aus Sachsen, mit einem unbeschnittenen Florentinerhute, von dessen Riesendache ungeheuere weiße Bänderflaggen herabwehten, „mit vollem Rechte: Kennst du das Haus, auf Säulen ruht sein Dach!" „Aber, was ich bemerkt habe", mischte sich Gundlbauer in das allgemeine Gespräch, Amaliens Hand unter dem Tischtuche heftig drückend, „daß man sehr viele lichte Filzhüte in allen Schattierungen trägt, da sind weiße, gelbgraue, röthlich-graue, eisengraue, bläulichgraue, grünlichgraue, lichtgrüne und grasgrüne, der Donner soll mich erschlage», wenn die Kopfbedeckungen der Prager nicht in allen Farben des Chamäleon spielen." Niemand schien besondere Notiz von dieser scharfsinnigen Beobachtung zu nehmen, und nach aufgehobener Tafel wurde der Vorschlag gemacht, vor der Abfahrt des Eilwageus noch die Färberinsel zu besuchen. „Da kann ich nicht mit", rief Gundlbauer, der durch einen stummen Händedruck Amaliens dazu eingeladen worden war, seine Hand losreißend, .es soll hier in der Jesuitenstraße, glaube ich, eine berühmte Pfeifenniederlaae fein, da muß ich mir ein paar Meerschäume kaufen, denn ich habe wol 120 Pfeifen, aber der Donner soll mich erschlagen, wenn ich einen gescheidten Kopf habe." „Strecken tst unhöflich!" flüsterte Leopoldine dem Doktor zu, während Gundlbauer fortstürmte und bei dem Klirren seiner Sporen Amaliens Bemerkung gar nicht mehr hörte: cs sei ja Sonntag, folglich alle Gewölbe verschlossen, wie er aber die Thüre zugeschlagen, bildete ein allgemeines Gelächter einen griechischen Chor zu seinem Abgange. (Fortsetzung folgt.) Lenden Truppen müssen in Dervent und Kotorsko warten, bis die Straße durch Sonnenschein oder Frost besser wird, denn dermalen ist dort ein Fortkommen absolut nicht möglich. Die „Kroatische Post" empfängt aus Cajnica unterm 3. d. folgenden Bericht: „Wir haben uns in unserer Wintergarnison schon ganz behaglich eingerichtet. Der Ort ist zwar klein, aber liegt wundervoll; am Horizont sehen wir die Bergriesen Montenegros, und was das Beste ist, die Verpflegung läßt nichts zu wünschen übrig. Sowol die hiesigen Türken als auch die von über der Grenze bringen Geflügel, Gemüse, Obst, Milch, Eier, Butter und zu ganz zivilen Preisen, so daß wir dem Schicksal nicht grollen, welches uns in diese Gegend warf. Wir 54er müssen nun einmal in Bosnien verbleiben, und darum richten wir es uns so gemüthlich ein, als möglich. Außer unserem halben Bataillon Nr. 54 haben wir ein halbes Bataillon von Vierer-Jägern hier. Früher aarnisonierten „Heß" hier, welche vier der Ihrigen im Spital verloren und dieselben hier begruben. Der Friedhof ist ein wunderliebliches romantisches Plätzchen, und die vier hölzernen Kreuze, unter denen die Kameraden fern von der blauen Donau, ihrer Heimat, ruhen, bilden einen unserer beliebtesten Spaziergänge, weil man weit nach dem Albanesenland sieht. Die hiesigen serbischen Geistlichen sind sehr freundliche Leute, die sich auch an dem Begräbnis der „Heß" in vollstem Ornat be-theiligten und die Leichen einsegneten. Unsere Nachbarn über der Grenze verhalten sich ganz ruhig, und zwei unserer Doktoren, die ohne jede Bedeckung einen zweistündigen Spazierritt hinüber machten, können sich nicht genug lobend äußern über die Dorfsbevölkerung. Wir fanden hier einen türkischen Verwundete» vom Spitalüberfalle in Banjalnka her. Ein Kartätschenschuß hatte ihm das Fleisch vom rechten Bein gänzlich lösgetrennt, und so lag der Mann seit zwei Monaten bei seinem Bruder ohne jede Pflege mit dem Brand im Bein. Einer unserer Aerzte amputierte ihn, und jetzt ist er beinahe vollkommen hergestellt." Tagesneuigkeiteii. — Ein abgesagtes Bankett. Vom Be-grüßnngs- und Bewirthnngscomite der heimkehren-den Truppen in Graz ward beabsichtigt, dem vom Occupationsschanplatze znrückgekehrteu heimischen Offizierscorps am Sonntag den 17. d. M. ein Bankett zu geben. Diese Absicht wurde aber vereitelt, da das Kommando der sechsten Trnppen-Division diese Bewirthung znrückwies. Es heißt, daß der Kommandant, Feldmarschall-Lientenant Te-getthoff, erklärt habe, das Bankett, an welchem jeder Bürger gegen Erlag von 3 fl. theilnehmen konnte, sei nur von einzelnen Bürgern und nicht von der Gemeinde ausgegangen. In Graz hat dieser Vorfall unliebsames Aussehen hervorgernfen. Das Co-mite trug einen offiziellen Charakter, und cs saßen darin anch Delegierte des Gemeinderathes. — Zur AffaireAnersperg-„Tages-Post." Dr. Rechbauer setzte nachstehendes Schreiben in Umlauf: „Infolge des in der Grazer „Tagespost" vom 13. d. M. unter der Aufschrift: „Schlußwort zur Affaire Auersperg-„Tagespost" enthaltenen und von dort in mehrere Wiener Blätter über-gegangenen Artikels sehe ich mich veranlaßt, zu erklären, daß ich mit Herrn Syz nur ein einziges mal über die in diesem Artikel berührte Angelegenheit, und zwar auf dessen Ersuchen Rücksprache gepflogen, daß Herr Syz hiebei mir im Beisein des Herrn B. 9>itter v. Carneri wol Mitteilungen über den Anlaß, welcher ihn und Herrn Dr. Svoboda bestimmte, sich an den Fürsten Adolf Auersperg zu wenden, machte, derselbe jedoch mir hiebei keine wie immer gearteten Aufklärungen in Bezug auf Stim-mengewinuung im Abgeordueteuhaufe beim Ausgleiche gegeben hat." — Die Bahn st recke Dalja-Vinkovce-Brod. Die technisch-polizeiliche Begehung dieser Bahnstrecke findet am 21. d. M. statt. Das Com-mnnicationsministerium wird dabei vertreten sein durch den Sectionsrath Ladislaus Nagy Das Communicationsministerinm hat die Strecke Dalja-Vinkovee der Alföldbahn zuin Kaufe angeboten. Die Alföldbahn hat sich hiezu unter gewissen Bedingungen bereit erklärt uud ein Comite zur Führung der Verhandlung entsendet. — Oberkommando in Bosnien. Der Personenwechsel in dem Oberkommando der Occn-pationsarmee ist, wie verlautet, nun saetisch vollzogen, FZM. Freiherr v. Philippovich ist der Oberkommandos definitiv enthoben »nd dasselbe dein Herzog von Württemberg Übetragen worden. — Aus dem Vatican. Papst Leo XIII. duldet keine Müssiggänger um sich. Mehr als dreißig Prälaten, welche bisher enorme Gehalte bezogen und nichts zu leisten hatten, erhielten vom Papste den kategorischen Befehl zur Theilnahme an den Arbeiten eines Spezialcollegiums für kirchliche Angelegenheiten und für Vorbereitungsarbeiten zur nächsten Congregation. — Prozeß Lambertini-Antonelli. Der Appellgerichtshos in Rom hat sein Urtheil in der Angelegenheit'Lambertini-Antonelli gefällt. Dasselbe verwirft daS erstrichterliche Urtheil, läßt die von der Gräfin Lambertini verlangten Zeugeu-beweise nicht zu und vernrtheilt die Gräfin Lam-bertini in die Kosten. — Ueberschwemmuug in Rom. Die Tiber steigt unaufhaltsam, der Pegel an der Ripetta weist einen Wasserstand von 15 60 Metern nach. Der Corso ist von der Piazza del Popolo bis nahe an die Piazza Colonua (also fast in seiner ganzen Länge) überschwemmt. Die Geschäfte sind geschlossen, im Ghetto und bei der Sistobrücke mehrere Häuser dem Einsturze nahe. Die Mauer an der berühmten Farnesina ist weggerissen, sämmtliche Arbeiten für die neue Tiberregntiernng vernichtet, die Bevölkerung des Ghettos blockiert. Die Stadtpolizei besorgt die Uebersühruug vou Lebcusmittelu in Kähnen. Die Verbindung mit dem Vatican ist unterbrochen, der Platz vor der Engelsburg ganz überschwemmt. Der höchste Punkt der Petersknppel dient nachts als Leuchtthurm für die überschwemmte Campagna. Der Schaden ist unberechenbar. Lokal- und provillM-Allgetetzenheiten. Constitutionekker Verein in Acnbucü. Der Ausschuß beehrt sich hiemit, die P. T. Herren Vereinsmitglieder zur 70. Monatsversammlnng einzuladen, die Mittwoch den 20. d. M., um 7 Uhr, im Casinogebäude (1. Stock, blauer Saal) statlfindet. Tagesordnung: Die abgelaufcne Landtagssessiou. Original-Korrespondenz. Oberlaibach, 17. November. „Es kann nicht immer so bleiben unter dem wechselnden Mond!" Unsere kommunale Lage ist eine peinliche, eine unerträgliche geworden, wir wissen wahrlich nicht, wer bei uus Koch oder Kellner ist! Wir entbehren durch lauge achtzehn Monate einer gesetzlich constitnierten Gemcinderepräseutanz, und noch ist eine Aussicht uicht vorhanden, zum Ziele zu gelangen. Zwei Parteien, zwei Männer in erster Linie, sind es, die sich um deu Präsideutenstuhl im gemeinderäthlichen Sitzungssaale streiten, vuodus litigrrutibus tört,iu8 gauäet,! Wenn zwei sich streiten, freut sich eiu dritter! Möge das alte lateinische Sprichwort sich bewahrheiten, denn jene zwei Männer, welche für deu Bürgermeisterstuhl derzeit in Aussicht genommen werden, erfreuen sich der Sympathien der hiesigen Bevölkerung nicht. Die ultramoutaue Partei setzt mit allen möglichen Pressiousmittelu Himmel und Erde in Bewegung, um ihre „Lieben" ans Ruder zu bringen. Es ist hohe Zeit, daß ein Mann an die Spitze unserer Gemeinde gestellt werde, der Friede in der Gemeinde herstellt, der Ordnung bringt in den gesammten Gcmeindehaushalt, bei dein die Devise „Gemeindewohl" höher im Kurse steht, als ein nutzloses, schädliches, friedenstörendes Parteiwesen. Oberlaibach verlangt einen charaktervollen, einen ganzen Mann an der Spitze der Gemeinde! Wüu-fchenswerth ist eS, daß die Hände der Klerisei sich von dem Wahlacte ferne halten und ihre verwerfliche Agitation beiseite setzen würden, es müssen nicht überall die „Schwarzen" mit im Spiele seiu, die geistlichen Köche versalzen gewöhnlich die Suppe! Zn bedauern ist. daß sogar einige hiesige Beamte eifrigst in die Arena treten, um eine ultramoutauen Zwecken dienende Wahl zu erzielen! Bei den Ans-schnßwahlen mußte sogar Gendarmerie-Assistenz zu-hilse gerufen werden, um Ocdnnng herzustelleu. Welche Schande! — Weiters ist zu beklagen, daß die liberale Partei auch diesmal die Schlafmütze über die Ohreu herabzog uud den rührigen ultra-montanen Gesellen daS Feld offen ließ. Der neu gewählte Gemeinde-Anschuß wird demnächst zur Wahl des Bürgermeisters znsammentreten. Möge ein guter Geist über dem Wahlact walten! Innerer Friede und Ordnung thnu uns noth! — (Der Landesausschuß sürKrain) hielt am l5. d. eine Sitzung ab. ES wurden folgende Agenden erledigt: Anweisung der dritten Rate von Unterstützungsbeiträgen für arme Reser-vistcufamilieu in Krain; Wahl des Laudtagsabgeord-neten Herrn Anton R. v. Gariboldi in die Real-schnl - Berwaltuugskommissiou als Vertreter des Landesausschusses; Bestellung deS Winzers in der Weinbauschule iu Slap; Beschluß, betreffend die Kostenauftheilung für die Sanitätspflege; Regelung der Weinmeßgebüren im Wippacher Thale und an der Poik; Einhebung der Stenerznschläge dnrch die Stenerämter; Einholung der kaiserlichen Sauction mehrerer Landtagsbeschlüsse; Vollzug von Landtagsbeschlüssen, betreffend die Stenerznschläge für Straßen-herstellungen ; Flüssigmachung von bewilligten Unterstützungsbeträgen und Subventionen; Antrag auf Erfolglassung von Remunerationen, Pensionen für Volksschullehrer; Aufnahme eines Banamtsassi-stenten; Verkauf von Jrrenhaus-Baufondsobliga-tiouen u. a. minder wichtige Gegenstände. — ( Bleiweis' G e bnr tS sestfe i e r.) Gestern ehrten die nationalen Vereine Laibachs und Deputationen vom Lande Dr. Bleiweis' 70. Geburtstag durch eiueu Fackelzug; heute saud im Hotel „Europa" ein großes Bankett statt. — (P atr i o ti s ch e S Pen d e.) Die krainische Escomptegesellschast spendete für verwundete Krieger und arme Reservistenfamilien ans Krain den Betrag von 50 fl. — (Programm des hiesigeu Schwur -ge richts Hofes): Mittwoch den 20. d.: Stefan Fojkar, Diebstahl; — Donnerstag den 21. d.: Franz Maeek, Raubmord; — Freitag den 22. d.: Jakob Vrejc, Meuchelmord; — Samstag de» 23. d.: Valentin Rozman, Meuchelmord; — Montag den 25. und Dienstag den 26. d.: Josef Glanz und Genosseu, Diebstahl; — Mittwoch deu 27. d.: Ema-nnel Graf Lichtenberg, Nothzncht; — Donnerstag den 28. d.: Pietro Meneghini und Genossen, Hoch-verrath; — Samstag deu 30. d.: Blasius Bogataj uud Apollonia Locnikar, Brandlegung. — (Ueberschwemmnngen.) Infolge starker Regengüsse fiud nahezu fämmtliche Gewässer in Krain ans ihren Betten getreten nnd haben bedeutenden Schaden angerichtet, arg betroffen wurden auch die an der Save gelegenen Ortschaften. — Am l4. d. M. trat in Triest Springflut ein, Schiffe wurden durch Aneinanderstoß beschädigt, Plätze standen im Wasser, auf den Motis uud Quais aufgeschichtete Wareucolli und Hunderte zur Einschiffung nach Alexandrien bestimmte Bierfässer wurden fortgeschwemmt, der Hafen von S. Bartolo ist ganz zerstört; auch iu Venedig wüthete die Springflut zerstörend. — Nicht minder bedeutend Schäden richtete das Hochwasser in der Steiermark, namentlich in Bezirke Cilli, Deutschlandsberg, St. Florian und in Kärnten, namentlich in Wölfnitz-und Glanthale an, die Landschaften gleichen Seen, Klagenfurt stand in Gefahr, die dortige Feuerwehr leistete zur Beseitigung derselben rettende Hilfe; Luch das Treffnerthal ist überschwemmt, Gebäude stürzten ein, Viehstücke kamen um; auch St. Salvator bei Friesach wurde arg heimgesucht. — (Die große Savebrücke bei Agrani) ist, wie die heutige „Kroat. Post" meldet, soeben infolge Hochwassers zerstört worden. — (Kaufmännischer Stil.) Die Form der Korrespondenz, deren sich in neuester Zeit mehrere reisende Agenten von Handlungs- und FabrikS-häuseru bedienen, grenzt nahezu an Lächerlichkeit, beispielsweise berichten wir, daß ein Agent seiner Kundschaft mittelst Korrespondenzkarte anzeigte: er Werde demnächst die Ehre haben, seine Aufwartung „in gesottener Butter" zu machen; ein zweiter avi» sierte: „er reise in Essig und Oel", ein dritter signalisierte : „er komme in Hemden und Gattien" u. s. w. — (Krauke und verwundete Soldaten.) Es befinden sich im Feldspitale Nr. 16 in Jajce: vom Jns.-Reg. Freih. v. Kuhn Nr. 17: Gefreiter Jakob Dolinöek, Schußfractur des rechten Oberschenkels, schwer ; die Infanteristen Mathias Trawen, Schußfractur des linken Oberschenkels, schwer; Johann Zibert, Schuß in die rechte Brustseite, schwer. Jnf.-Reg. Erzherzog Leopold Nr. 53: Gefreiter Kaspar Gorican, Schuß im rechten Oberschenkel, leicht verwundet. — Im Garnisonsspitale Nr. 8 in Laibach: vom Jnf.-Reg. Freih. v. Kuhn Nr. 17: die Infanteristen Blasius Zabec, Schuß-fractnr der rechten Mittelfußknochen, schwer; Luigi Tiresin, Haarseilschuß am rechten Unterschenkel, schwer; Johann Peressin, geheilte Schußfractur des linken Oberschenkels, schwer verwundet. Vom Jnf.-Reg. Erzherzog Leopold Rr. 53: die Infanteristen Josip Zivicnjak, Schußfractur des rechten Unterschenkels, schwer; Juro Sebeti?, Schußfractur im Sprunggelenke, schwer verwundet. — (Actien- und Couponsauflage.) Der Actiengesellschaft Leykain-Josefsthal wnrde die Herstellung der Obligationen nnd dazu gehörige» Coupons des von der Landeshauptstadt Salzburg zu emittierenden 5perz. Stadtaulehens im Betrage von 700,000 fl. übertragen. Dasselbe wird in 625 Stück Obligationen L 1000 fl. und in 750 Stück L 100 fl. auSgegcben werden. Nach dem Tilguugsplaue wird vom Jahre l883 ab alljährlich am i. Juli die Ziehung der einznlösenden Obligationen vorgenommen werden und innerhalb 37 Jahren das ganze Anlehen getilgt sein. — (Landschaftliche» Theater.) Ein spärliches, aber distinguiertes Publikum fand sich gestern m Salontoilette ein, um dem prächtigen Moser'schen Schwanke „das Stiftungsfest" anznwoh- Sämmtlichen dabei beschäftigt gewesenen Bühnen-krästen gebürtdas Verdienst, ungeachtet des sehr schwach besuchten Hauses mit lobenSwerthem Eifer in die Schranken getreten zu sein. Die Herren Direktor Ludwig (Hartwig), Waldburger (Scheffler), Ehrlich (Gölzau), Areuberg (Steinkirch), Fried mann (Schnacke) nnd Becher (Brimbarius), die Fräulein ^ilhelmi (Berta), Binder (Ludmillv) und Lang Hof (Wilhelmine) bereiteten den wenigen, auch gestern trengebliebenen P. T. Theaterfreunden eiuen recht vergnügten Abend. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Infolge Regenwetters in den letzten Tagen hat wieder eine Überschwemmung der Sann und sämmtlicher Zuflüsse stattgefunden. Da bis jetzt noch nicht säimnt-liche Feldfrüchte eingebracht worden sind, so ist der dadurch entstandene Schade kein unbedeutender. — Der Verein zur Schadloshaltung der Geschworuen im Kreisgerichtssprengel Leoben macht rasche und entschiedene Fortschritte. Deniselben sind seit seiner Constituirnng (25. Oktober d. I.) bis 11. d. M. 95 neue Mitglieder beigetreten, so, daß er am U.d.M. bereits 1229 Mitglieder zählte. — Heute, den 19. November, wird in Ferlach die Eröffnung der ersten und einzigen Fachschule für Gewehrerzeugung in Oesterreich in feierlicher Weife ststtfinden, wozu sich mehrere hervorragende Persönlichkeiten aus Klagen-surt einfinden werden. — Am 14. d. M. um 10 Uhr vormittags wurde iu Graz nach Bericht der Grazer „Tagespost" der Jahrestag der Vervollständigung der dortigen Universität in der üblichen Weise durch eine Festversammlung begangen, in welcher der abtretende Rektor Dr. Kling er den geschäftlichen Bericht über das abgelaufene Studienjahr vortrug, worauf der antretende Rector Magnificus, Dr. Karl Groß, einen interessanten Vortrag über die kulturelle Bedeutung der Ehe und die historische und rechtliche Ausbildung dieses Institutes hielt. Der Feier wohnten Statthalter Baron Kübeck, Hofrath v. Mhrbach und der Bürgermeister Dr. Kienzl bei. Der akademische Gesangverein trug unter Leitung des Dr. Schlechte zwei Chöre vor. — (Druckfehlerberichtigungen.) In unserer heurigen 26 l. Nummer soll es im lokalen Artikel „Fachliches Gutachten über das Bier" in der siebenten Zeile von oben herab, anstatt „wenige" richtig „weinige" und auf der Rückseite, in der neunten Zeile von oben herab anstatt „Gerstensurrogate" richtig „Hopfensurrogate" lauten. Zur Landtagssessiou 1878. Wir sind nun in der Lage, die im Verlaufe der heurigen Landtagssession von den Mitgliedern der liberalen Landtagsmajorität gelegenheitlich der verschiedenen auf der Tagesordnung gestandenen Berathungsgegenstände in deutscher Sprache gehaltenen längeren Reden auf Grund stenographischer Berichte mitzntheilen, wie folgt: Aus der zweiten Sitzung: Abg. Defchmann (in der Generaldebatte über den Antrag, betreffend die Prüfung der einzelnen Wahlacte): „Ich kann nicht umhin, meiner Verwunderung darüber Ausdruck zu geben, daß die meisten der Herren Redner von der nationalen Seite sich nach allen möglichen Paragraphen der Geschäftsordnung umsehen und auf Vorgänge in anderen Landtagen diesfalls berufen, um eine klare Bestimmung unserer Landtags-Wahlordnuug zu um-gehen. Ich mache die Herren darauf aufmerksam, daß der § 53 der Landtags-Wahlordnung diesfalls maßgebend ist, und mag man daran deuteln, wie man will, so kann man demselben keinen anderen Sinn unterlegen, als er von der jetzigen Majorität des hohen Hanses demselben unterlegt werden will. Z 53 der Landtags-Wahlordnung bestimmt nämlich: „Sämmtliche Wahlacten hat der Landesches an den Landesausschuß zu leiten, welcher dieselben zu prüfen und darüber an den Landtag zu berichten hat, dem die Entscheidung über die Zulassung der Gewählten zusteht." ß 31 der Landtags-Wahlordnung enthält im wesentlichen dasselbe. Es ist demnach ganz falsch und unrichtig, was der Herr Abgeordnete Svetec behauptet hat, daß die Majorität den nationalen Vertretern zumuthet, sie solle sich über Wahlvorgänge aussprechen, welche gar nicht geprüft worden sind. Sie sind im Landesansschnsse geprüft worden, und es ist gewiß nur zur Abkürzung der Geschäfte wünschenswert!), daß dort, wo vorauszusehen ist, das Votum werde allseits zustimmend aussallen, der Gegenstand mit einem male abgethan werde und nicht zweimal auf die Tagesordnung komme. Es ist mir sehr angenehm, daß Herr Dr. Zarnik den Vorgang im Landesausschusse, wie bei der diesbezüglichen Beschlußfassung über diese Landtagsvorlage vorgegangen wurde, selbst hier zur Sprache gebracht und auch ganz richtig dargestellt hat. Es hat doch Herr Baron Apfaltrern in einer Beziehung Recht gehabt mit seiner Behauptung, daß eine nicht unbedeutende Auzahl von Wahlen im Landesausschusse einstimmig als nach der Wahlordnung und unter Beobachtung der Gesetze vorgenommen anerkannt worden ist, daher ich nur mein Staunen darüber ausdrücken muß, wie Herr Bleiweis sagen konnte: „alles sei illegal". Demnach betrachtet sich auch Herr Dr. Bleiweis als einen illegalen Vertreter. Diese Selbstüberwindung kann ich nur bewundern! Ich glaube, daß sie Herr Dr. BleiweiS gewiß nicht im Interesse seiner Wähler geübt hat, letztere dürften gegen diesen Ausdruck Protestieren." (Fortsetzung folgt.) Witterung. Laibach, 19. November. Rcgcn, trübe, schwacher Ost. Wärme: morqenS 7 Uhr -j- 3'4°, nachmittags 2 Uhr -i- 5'4° 6. (1877 6-6»; 1876 -j- 6'4»6.) Barometer im Steigen, 740 31 mm. Da« gestrige Tagesmittel der Temperatur -j- 2 7», um 06* unter dem Normale. Angekommene Fremde am 18. November. Hotel Stadt Wien. Postelt, Gutsbesitzer, Demrajc. — Kazofsky, Berta, Kohn und Berck, Kauslte., Wien. — Jersan, Hdlsm., Maumz, — Tschinkl, Fabriksbesitzer, Lichtenbach. — Müller, Kfm., Reichenberg. — Kralj, Kaplan, Lack. — Pipan, Kaplan, Billichgraz. Hotel Elefant. Ditrich, Hdlsm., Wippach. — Schweiger, Jurist, und Leniek, Pfarrer, Altenmarkt. — Novak, Hdlsm., Triest. — Menzinger, Advokat, Krainburg. — RaiS, Pfarrer, St. Barbara. — Weiß, Reis., Budapest. — Kresannig, Gutsbesitzer, und Pungarscheg, Graz. — Lipold, k. k. Oberbergrath, Jdria. — Schilber und Do-lenz, Oberkrain. Sternwarte. Matasiö, Oberlientenant, Laibach. — Pod-boj Franz und Podboj Johann, Reifniz. — Zustertt Joh. und SusteriS Aloisia, Semitsch. — Vardjan, Tscher-nembl, Laurenktt, Oberfeld. — Stritar, Pfarrer. St. Veit. Kaiser von Oesterreich. Urbaub. Karlstadt. — Mozkar, Marburg. Mohren. Wallner Maria, Cilli. — Stanitsch, Magd, Gottschee. — Weiß, Condnctenr, Ferkol Agnes und Fer> kol Johann, Oberkrain. — Kosovel, Privat, Wien. — Adamie, Kammerdiener, Haasberg. — Koschmel, Eignern. — Podlogar, Salloch. Verstorbene. Den 18. November. Rosalia Trampusch, pens. Kanzleidieners-Witwe, 50 I., Aemonastraße Nr. 2, Herzfehler. Den 19. November. Johann Milharkii, Stadt-Wachmanns-Sohn, 5-/, I, Brunngasse Nr. 3, Lunaen-tuberkulöse. Gedenktafel über die am 22. November 1878 stattfindenden Licitationen. 3. Feilb., Lukan'schc Real., Schmarza, BG. Stein. — 3. Feilb., Raker'sche Real , Hercindorf, BG. Rudolsswerth 3. Feilb., Möglitsch'sche Real., Grüble, BG. Rudolsswerth. — 3. Feilb., SimoiM'sche Real. Pechdorf, BG. Rudolfswerth. — 3. Feilb., Ajdisek'sche Real., Winkel, BG. Ru-dolfswerth. — 3. Feilb., Saraber'sche Real., Novagora, BG. Rudolsswerth. — 2. Feilb., Basa'sche Real., Jaseu LG. Feistriz. — 2. Feilb., Znidersie'sche Real., Zambije, BG. Feistriz. — Reass. 3. Feilb., Frank'sche Real., Zele BG. Feistriz. — 2. Feilb., Kodela'sche Real., Bndanje' BG. Wippach. — 2. Feilb., Hren sche Real., Leiten, BG! Teisenberg. — 2. Feilb., Novak'sche Real., Grasenbrunn BG. Feistriz. — 2. Feilb., Valenkie'sche Real., Mereke' BG. Feistriz. — Reass. 3. Feilb., Zantel'sche Real., Belsko' BG. Adelsberg. — 2. Feilb Broztt'sche Real., Obersemon' BG. Feistriz. - 2. Feilb., Zircel'sche Real., Dorneaa, BG.' Feistriz. — 2. Feilb., Kovakiffche Real., Smerje, BG Feistriz. — 2. Feilb., Sterle'sche Real., Koritence, BG Feistriz. — 2. Feilb., Gemeindereal. Pulje, BG. Wipvach — 2. Feilb, Pseiser'sche Real., Breg, BG. Krainbura — 1. Feilb., Logar'sche Real., Michclstctten, BG. Krainbnrq — 1. Feilb., KraLovie'sche Real., Oberlaibach, BG Ober-laibach. — 1. Feilb., Leben'sche Real., Billichgra; BG Oberlaibach. — 1. Feilb., Wols'sche Real., KrEna BG' Tschernembl. — Reass. 3. Feilb., Novak'sche Real ' Gra-senbrunn, BG. Feistriz. — 1. Feilb., Lute', che''Real Tschöplach, BG Tschernembl. — 1. Feilb., Vidrich'sche Real. Dorn BG. Adelsberg. - Reass. 3. Feilb., Sen-kme sche Real., Schamb,,e, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Le-naröli'sche Real., Nadajneselo, BG. Adelsberg. Theater. Heute (gerader Tag): Größenwahn. Schwank in vier Auszügen von Julius Rosen. Telegramme. Neapel, 17. November. Der König und die Königin sind hier eingetioffen und wurden enthusiastisch empfangen. Auf der Fahrt ins Palais stürzte sich ein Individuum auf den König, brachte ihm eine Schramme ans dem linken Arme bei und verwundete Cairoli am linken Schenkel. Der König zog kaltblütig den Säbel, hieb gegen den Kopf des Mörders, Cairoli faßte denselben bei den Haaren. Der Mörder wurde verwundet und der Wache überliefert; derselbe heißt Pafsa-mente, ist Koch, 29 Jahre alt, gibt an, keiner Gesellschaft anzngehören, er wolle jedoch keine Könige, da er als Armer von seinem Herrn immer mißhandelt wurde. Rom, 17. November. (Mitternacht.) Die Nachricht vorn Attentate hat hier einen peinlichen Eindruck hervorgebracht. Eben erfolgen große Demonstrationen mit Fackelzug. Rom, 18. November. Aus mehreren Städten werden Demonstrationen gemeldet. Die Erbitterung ist eine allgemeine. In Neapel zogen 60,000 Personen vor den Palast und reclamierte» den König, der mehrere male auf dem Balcon erschien. Die Stadt ist beleuchtet. In Rom fanden erhebende Demonstrationen statt. Ein großer Zug bewegte sich unter enthusiastischen Hochrufen auf den König zum Capitol. Der Syndicus hielt eine begeistert aufgenommene Ansprache, in allen Theatern wurde die Königshymne abgesungen und sodann die Vorstellung geschlossen. Die Stadt ist beflaggt und beleuchtet, besonders glänzend ist das österreichisch-ungarische Botschaftspalais beleuchtet. Die Volksmenge applaudierte lebhaft, bis der österreichische Botschafter Baron Haymerle mit seiner Gemalin auf dem Balcon erschien und die Volksmenge grüßte. Rom, 18. November. Die Blätter melden, der Attentäter sei ein fanatischer Internationalist. Wiener Börse vom 18. November. Allgemeine siüulä. Paprerrenle .... Silberrenle .... Goldrenle............ StaatSlose, 183S. . 1854. . . , 1860. 1860(btel) „ 1864. . > Arimtleatkaftuagr- Obligationen. Galizien............. Siebenbürgen ... Temeser Banal . . Ungarn............... Anäere östentki«üe Anteken. Donan-Regnl.-Lose . Ung. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . Hetien ». Hanken. Kreditanstalt s.H.u.G EScompte-Ges.,n.ö. Nationalbank. . . . Hetien v.Tranrport Unternekmunßen. »lföld-Bahn......... Donau - Dampfschiff. Elisabeth-Weftbahn . Ferdi«andS-Nordb. . Kranz Joseph-Bahn . GaUz. «arl-Ludwigb. Lemverg.Czernowitz-Aovd.<«eselUchLft . . «Selb Ware 61-50 6^60 72-10 335'— 106 50 11250 121 50 142 25 6160 62 70 72 20 S36 — 107 — 112 75 122— 142 75 8S-— 73 »5 74 75 79 25 835«» 74 — 75-50 80— 105— 82 30 vo — 1l>5'25 82 70 90 2^ 230 50 ^30 75 793 — 795'- 11650 494 — 16150 >032 129 ÜO 235 — 124 50 580 — 117 — 495 — 162 — 2040 130 — 235 50 125 -582 - Nordweftbahn . . Nudolss-Bahn . . Staat-bahn . . . Südbahn........... Ung. Nordoftbahn . . Pfandbriefe. Bodenkreditanstalt in Gold............. in österr. Währ. . . Nationalbank.......... Ungar. Bodenkredit- . Prioritätr-Obkig. Elisabethbahn, l.Em. Ferd.-Nordb. i. Silber Franz-Ioseph-Bahn. (Aaliz.K-Ludwigb.i.E. Oest. Nordwest-Badn Siebenbürger Bahn StaalSbahn, 1. >Lm. Südbahn * 3 Perz. Hrivatkofe. Kreditlose .... NudolsSstiftung. . . . De»isen. Gelilssrte». Dukaten............ 20 Franc- .... 100 d. IieichSmark Silber............. Geld 111 — 117 50 254 50 6S — 113 — 110 50 93 60 99 — 93 50 92 25 103— 85— 100 — 85 — 64 50 156 l09 50 94 75 162 25 14 - 116 15 Ware 111 50 118— 256 — 69 25 113 50 111 — 93 80 S9 20 93 75 92 75 103 50 85-25 100 50 85 25 61 75 156 50 110 — 95 — 162 75 14 50 !16 25 5 57 923 57 70 5-58 9 23»/, 57 75 100 — 100 10 . Der telegrafische Kurs ist uns bis zum Schlüsse des Blattes nicht zugekommen. Herren-Wäsche, eigenes Erzeugnis, solideste Arbeit, bester Stoff und^u möglichst billigem Preise .1. ÜNIIINNN, Hauptplah Nr. 17. Auch wird Wäsche genau nach Matz und Wunsch an-gefertigt und nur bestpassende Hemden verabfolgt. (23) S5 Gvtrs Vikhfüttkr! Mttlztrnlier unä MuIAeime werde» täglich verkauft in der Brauerei der Gebrüder Ko-sler in Laibach. (542) 3-1 SMwrrkc, 4 bis 200 Stücke spielend; mit oder ohne Expression, Mandoline, Trommel, Glocke», Castnguelten, Him-melstimmen, Harseuspiel rc. 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LLI. LA. ü LI. LLI. LLI, 6 6sw. a LI. 1 6ew. L LI. 24 6on-. L LI. 31 6ew. L LI. 61 6ow. L LI. 300 Oew. L LI. 500 6ew. L LI. 621 von-, LLI. 675 6sw. L LI. 22,850 Osw. L LI. stc. 15.000 12.000 10,000 50M 4000 2000 1000 500 250 138 stc. Die erst« Lewinnrivlmng ist amtlicli und nn-widerrutlioli auf don (527) 5—3 11. luiä 12. Vs2siudsr ä. I. festgestellt, und kostet bierru das ganre Originallos nur 6 R.-LIark oder ü. 3 50 das balbs Originallos nur 3 R.-Llark oder ü. 1'75 das viertel Ori§in!LUos nur 1'/, N.-LIsrL oder ü. — 90 uuä n orävn äiesv vom StLLts ZLrantiertSL vrigius,!-livss (keine verbotooon kromesson) Ae^en Dinson-ännF cles LetrLMS, ^e§en kostvorseliuss oder?ost-ein^LlllunA uavl» clon ontkerutosten (UvAsnäen von mir trauen versanät. 1)38 Ilnus 8teii>Ü6vker iiat binnen kurzer 2eit xro88«r (xvniuno von Llarlr 125,000, 80,000, !!0,v. SN 8sino Intsrs88snten LusberLblt und dsduroli viel 2>im ülüeire rsldreielisr Familien deiAstraAsn. Die üinla^on 8ind im Verlmltnis8 der ^ro88«n 6IiLneen sslir unbedeutend und kann ein Oliiolrs-vvrsueli nur empkoblen werden; Iclsino LetriiAo kann man Luobl in ?o8tnmrkon oinsenden. ^sdor Hieilnslimsr srdält bei LesteUun^ den Lmtlielwn klan und naelr der 2iekuoA die oküsiellen 6eninnli8ten. vio Lu82g.IiIuvA oder Versendung der 6eviune erkolxt xlLnmäs8ix; und »Leb unsed der glücklichen öen-inusi. ^ukträgo beliebe man umgebend vertrauensvoll /u ricbten an dis bmvLbrte »tt« I'I»'»,,» N. 8lv!nä6vkvr) osmmikoi-8ii-s88s, LLnIr- uvä VevkselLSsokLkt, Kl>enmatis»lils-Aetlitr zur Behebung vo» Lchmerzeu aller Art, ob acnt oder chronisch. Dieser Aether ist das beste, reellste und sicherste bis nun bekannte Mittel gegen Rheumatismus (Gliederreißen, Hexenschuß), Gicht, jede Art Lähmung in den Händen und Füßen, Seitenstechen rc. 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