Driirveianonr Preise: Kür Laibach: *«!i°hriz . . . s fl. lg kr. Holdjährig Laibacher »»-«Ui» Nit der Post: *^-»iährig . . . 11 fl. - kr. ^2',-ig . . . ; . so. «>e«!ljährig. . . r , ?s, ^ 8»SeIIung in« Haus vi-rlcl- i»hrig 25 kr., ».onallich 9 k>. kleine Nummer» 6 kr. Tagblatt. Anvnypre Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuscripte nickt zurückgesendet. 8 e L a k I i o n: vahnhos.iasie Nr. li. trxeriliou und Zuscra^ ölircaii: Lonzreßplatz !>!r. »I lBuchban^^^ Von I. «.Klemmavr L A. BamberM^ Ziilcr!ioll»»rcise: Für die einlpaltiqe Petilzeile 5 kl bei zweimaliger EiuschaUiinff L 5tr dreimal » 7 kr. 3»>er«i°nsftev,v-l jedeSiqal W kr. Bei größerrn Inleraieu und öftere, EiuISallung «nllxrechcadcr «ab«!'. Nr. 149. Mittwoch, 3. Juli 1872. — Morgen: Udalrich. 5. Jahrgang. Der neue Landespräsident. (Schluß.) Wen» in unserer Zeit und beim verfassungsmäßigen Regime schon überhaupt mit jedem Amte, ^ zur gewissenhaften Ausführung der Gesetze und Zur Wahrung des Regierungöansehens bestimmt ist, knie hohe Verantwortlichkeit verknüpft ist, so ist dies ganz besonders der Fall bei der höchsten Autorität des Landes, dem LandespräsideMc». Er ist gleich» sam das Herz, von dem die PulSschläge der unter-Sevrdnete» Organe ausgehen, das-Centralorgan, in schein sich das Wirken aller concentrirt, er ist es °aruni vorzüglich, der für dieses Wirke» von seinen Auftraggebern, sowie von dem Urtheile der öffentliche» Meinung zur Rechenschaft gezogen wird. Ueber-I^ht er die bedenklichen Symptome, welche hierzulande eine beispiellose Wühlerei, eine unverantwortliche Schwäche und Indolenz der Regierungsorgane oder gar deren Einverständnis mit den staatsfeindlichen Elementen iin Volksleben zutage gefördert, unterlaßt er es, der systematisch betriebenen Lüge und Verhetzung mit allen gesetzlichen Mitteln zu steuern, den traurigen Verirrungen und der in ungesunde Bahnen gerathenen VolkSentwicklung kräftigst entgegen zu wirken, so wird ihm niemand das Zeugnis aus. stellen, er habe seine Aufgabe erfaßt und sei seinem Berufe gewachsen. Unternimmt er aber mit sicherer Hand den schwierigen Heiluiigsproceß je»er moralischen und politischen Gebreste, bietet er allen seinen Scharfsinn, allen seinen Einfluß auf, das Volksleben wieder in jene geraden, sittlichen Entwicklungsbahnen zurückzusühren, aus denen es eine Bande Verschwörer, Ewe handvoll selbstsüchtiger und gewissenloser Verführer immer weiter abgedräugt hat, so ist ihm die Unterstützung aller redlich Gesinnten gesichert und der Erfgsg verbürgt, aber freilich nur mit gänzlicher Verzichtleistung auf jedwed: augenblickliche Popularität, nur mit der weitgehendsten Selbstaufopferung. Wir alle wissen, daß die Waffen, womit die natio-nal-klericale Gegnerschaft hierzulande gegen jeden ankämpft, der ihren vermessenen Bestrebungen eutge-gentritt, durchaus nicht harmloser Natur sind, daß ihr gar kein Mittel zu niederträchtig und gemein ist, um augenblicklich ihrer Scandal- und Krakehl-sucht zu genügen. Uns allen sind die pöbelhaften Auftritte bei der Eröffnung der letzten Landtagssession noch in Erinnerung, welche direct wider den gegenwärtigen Landespräsidenten gerichtet waren, dem man es in gewissen Kreisen nie verzeihen wird, daß er bei Gelegenheit der nationalen Heldelithaten am Iantschberge als Bezirkshauptmann von Littai seine Schuldigkeit that und die Strenge des Gesetzes walten ließ. Wir leben der Ueberzeugung, Graf Auersperg werde seine Aufgabe in feiner gegenwärtigen Stellung als. Landespräsident von Krain ebenso ernst und gewissenhaft nehmen wie damals. Er kennt die heimtückische uud böswillige Taktik der uational klerikalen Parteiführer im Lande, denen Heilighaltung gefchworner Eide und treue Pflichterfüllung als Vergehen, Pflichtvergessenheil als Verdienst gilt. Ihm kann es zumal nicht verborgen geblieben sein, daß der fortgesetzte unselige Systemwechfel, der in den letzten Jahren über Oesterreich hereingebrochen, in Verbindung mit dem schamlosen Denuucianten-thum der klerikalen Hetzblätter, insbesondere in der Beamtenwelt die Begriffe über Amtspflicht, Charakterfestigkeit und Ueberzeugungstreue arg erschüttert und in Verwirrung gebracht hat, daß es noch gar manchen im Volke einflußreichen Beamten gibt, der an der Festigkeit der Regierung und an dem uner-bittlichen Ernst ihrer Maßregeln zweifelt. Der Herr Graf wird in seiner praktischen Amtsführung selbst die Erfahrung gemacht haben, daß Doppelzüngigkeit in den Jahren des „Ausgleichs" leider nur zu oft für kluge politische Haltung angesehen wurde. Die Gesetze der Form nach aufrecht halten, aber die Unterwühlung des gesetzlichen BodenS im geheimen begünstigen und mit den Verächtern der gesetzlichen Ordnung gute Freundschaft Hallen, das galt allgemein als Beamtentugend. Solche Zustände, wir erwarten es, müssen einem Grasen Auersperg, der einem Geschlechts angehört, dem man schlichte Ehrlichkeit unv gerade Offenheit nachrühmt, ein Greuel sein. ES wird ihn nicht beirren, wenn er sich auch den fanatischen Haß aller derjenigen zuzieht, die sich in ihrer schönen Rolle, als Nationalgötzen zu prunken, bedroht sehen, demnach kein Mittel unversucht lassen werden, um ihm das Leben sauer und die verantwortliche Stellung unerträglich zu machen. Aber die thalkräftige Unterstützung aller Fortschrittsfreunde im Lande ist ihm verbürgt, wenn er mit Festigkeit die Zügel führt, mit entschiedenem Freisinn die Gesetze handhabt, namentlich rüstig an die Abstellung der argen Versäumnisse auf dem Gefammtgebiete des Unterrichts geht und vor allem Vorsorge trifft, daß die Anhänger der Verfassung, die stets und unter allen Verhältnissen treu zum Reiche gehalten, nicht ferner als gottlos, vervehmt und geächtet im Lande angesehen werden. Bewundernswert!) fürwahr in der Ausdauer, im Erdulden, in der Selbstbeherrschung, im Patriotismus war dies Häuflein. Verfassungstreuer, als es den Schmerz erleben mußte, den allen Ruhm Oesterreichs in den Koth getreten zu sehen, die alte Gesetzestreue verhöhnt, verfolgt, als Hochverrath gebrandmarkt zu wissen, als selbe auf sich selbst gestellt, von der Regierung im Stiche gelassen, nach allen Seiten hin Front machen mußte gegen die andringenden Feinde. ES war keine leichte Aufgabe, Jeuillelon. Tagebücher meiner Nilreise. Von Franz Wallner. II. Serie. 8. S t r o m a b w ü r t s. - Bm» 20. bis 25. Jänner 1872. s Man weiß nicht, was man mehr bewundern die gewaltige Idee oder die mächtige Ausführung krselben. Ich hatte meinem gelehrten Freunde, v«rn Prgf, Brugsch iu Cairo versprochen, ihm Jnschriftcntafeln, welche am Eingang deS i>, ">"ls stehen, uud die er bei seiner Anwesenheit §ba-Simbel. vom Sand verschüttet fand, im der Wissenschaft auf Eopirbogen abzu- °"Ichen. Leider konnte ich mein Wort nicht lösen, enn obgleich der ganze Tempel zur Zeit der Reise ^ europäischen Häuptlinge auf Befehl des Viee-°mgs vollständig ausgegraben worden war, sind d,e mächtigen Sandstürze wieder an der rechten Seite herein gebrochen und haben die Tafeln "ud den letzten, der Wüste am nächsten liegenden Koloß abermals bis über die Knie unter den starren gelben Wellen vergraben. Nachdem wir de» vier auf dem Thron sitzenden Königsgestalten unsere Verehrung bezeugt, treten wir in den großen Sal, welcher die Thaten seines Schöpfers verherrlicht. Die Decke ist mit fliegenden Adlern bemalt, die in de» Krallen die Zeichen königlicher Herrschaft tragen uud fast ausfehen wie das neue deutsche Wappenthier aus der Flagge unsere« Schiffes. An den Säulen halten acht, ungefähr zwanzig Fuß hohe Statuen des Osiris, die KönigSmütze auf dem Haupt, die Hände gekreuzt über die Brust, seit Jahrtausenden treue Temßelwacht am Nil. An der eine» Wand sehen-wir RamseS auf dem Siegeswagen, de» Pfeil in die fliehenden Feinde schlendernd, gefolgt von seinen ebenfalls im Wagen nachfliegende» Söhnen. Wie ein gezähmter Hund läuft ein Löwe in gewaltigen Sprüngen neben feine»! königlichen Herrn. Hinter dem Sieger fliegt der stolze Adler »ach, ein Kunststück, welches Louis Napoleon mit Glück parodirt hat. Die Figur des Königs finden wir auf allen egyptifchen Denkmalen in Riesengröße abgebildet, während die Feinde bei' nahe stets in Zwergengestalt vorgeführt werden. Wir sehen ih», wie er die Gefangenen dutzendweise beim Schopf faßt, und diese ihm vier und zwanzig flehende Hände, wie aus einem Körper herauSge-wachsen, um Erbarmen bittend, ciitgcgeiistrccken. Die rechte Wand nimmt die steinerne Schilderung des aus unzähligen Figuren gebildeten Sicg-Z;nges ein, welchem der König auf dem Throne sitzend beiwohnt. Anf einer anderen Stelle werden ihm die Gefangenen in langen Reihen, Tribut darbringend, vorgeführt, während er selber in einem Ne-benbilde drei Göttern mit Löwen-, Sperber- un'd Menschenköpfen sein DankeSopfer darbringt. L.er zweite Sal ist fast ganz bedeckt liegcmcitlgen Opferscenen vor Königen uud Gö"ern. Der Opfernde ist immer in knicendcr Stellung oder stehend abgebildet, während derMtge, welcher die fromme Spende bringt, stets auf dem ^,hrou sitzt Unter den Gaben, welche dargebracht werden, befinden sich auch wilde Thiere, ja sogar zwei große Schiffe werden getragen. Auch der dritte Raum ist mit diesen Scenen bedeckt, und in dem Allerheilig-sten sind.in der Wsndnische vier Göltcrgcstaltcn, deren Statuen leider theilweise zerstört sind, mit Menschen und Thierköpfen zu finden. In den vielen Seitenkammern ist alles noch, bis auf die Malerei der Figuren, recht gut und frisch erhalten. nicht eine» Augeiüilick zu erlahmen in diesem Kampfe gegen die verbündete nationale Uncultur und klerikale Heimtücke. Fürwahr, es' ist auch hohe Zeit, daß hierzulande endlich mit dem Wust ererbter Uebel-stände aufgeräumt, dab der Genuß der freiheitlichen Gesetze nicht aus Schritt und Tritt verkümmert und zur Aige gemacht werde, daß das Bewußtsein gefestigter Rechtsordnung uns wieder frischen, fröhlichen Muth zu der obliegenden materiellen und (Kulturarbeit verleihe. _________________________________ Politische Rundschau. Laibach, 3. Inl>. Inland. Das Tagesereignis bilden die neuen Statthalterernennungen, leider meist nur Verschiebungen alter Bureaukraten von einem Kronlande ins andere. Sympathisch begrüßt wird von den Blättern nur die Ernennung des Grafen Alex. Auersperg zum Landespräsidenten von Krain. „Endlich — sagt die „N, Fr. Pr." — ist dem Landesprüsiden-ten im Herzogthum Krain, dem Dr. Karl Wnrz-bach v. Tannenberg, der Abschied ertheilt worden! Damit ist eine Maßnahme vollzogen worden, mit welcher die Amtsthätigkeit des Ministeriums Auersperg hätte beginnen sollen. Es war doch eine gar zu, arge Anomalie, daß zur Handhabung der Verfassung in einem föderalistisch und klerical unterwühlten Lande ein Manu berufen war, der, gelinde gesagt, wider die Verfassungsgegner die äußerste Nachsicht übte. So lauge Herr von Wurzbach in Krain regierte, war die Zurückgewinnung der einst verfassungstreuen Provinz, deren Bewohner immer noch in ihrer größten Mehrzahl an Oesterreich hängen, aber von Klericalcn und Rationalen unter Dul-onng der Statthalterei terrorisirt wurden, für die Verfassung unmöglich. Die Bevölkerung von dem Drucke der Agitatoren zu befreien, wird Aufgabe des neuen Laudespräsidenten sein. Zu solchem ist der seit langen Monaten von der öffentlichen Stimme zum Nachfolger Wurzbachs designirte Landeshauptmann Alexander Graf Auersperg, ein streng ver-fassungsteuer, energischer, in Krain beliebter Mann, ernannt worden. Die baldige Auflösung des Kramer Landtages und die Wiedergewinnung einer verfassungstreuen Mehrheit ist wahrscheinlich." Die Nachrichten von dem zum Herbste beabsichtigte» Besuche des Kaisers Franz Josef in Berlin nnd dem wahrscheinlich während der Weltausstellung erfolgenden Besuche Wilhel m's I. und Victor Emanuel's in Wieu versetzen die föderalistischen und ultramontanen Blätter in wahre Raserei. Nichts bezeichnet prägnanter den für das Wohl der Völker aus dein Freundschaftsverhältnisse der drei Nachbarstaaten hervorgehenden Segen, als die wilde Wuth, in welcher, das „Vaterland" voran, jene Blätter sich gegen den österreichischen Hof, wie die unserem Hose befreundeten Herrscher, gegen das auswärtige Ministerium, die Versassungspartei und namentlich die Weltausstellung ergehen. Schreiten wir weiter auf dem betretenen Wege. Der Zorn unserer und Oesterreichs Feinde lehrt uns, daß es zum Heile des Reiches geschieht. Das M emorandu m der Bischöfe wirft noch immer neue Wellen auf. Einige belehren uns, daß die Schale weniger bitter sei als der Kern, und das ganze Elaborat infolge einer milden Beimischung leichter zu verdauen sei. Dagegen verschließen sich selbst officiöse Blätter nicht dem sehr bedenklichen Inhalte. So macht namentlich ein mit dem Ministerium sehr ä'aeoorä stehendes Blatt darauf aufmerksam, daß das Gesammt-Ministerium vou dem Memorandum so wenig unterrichtet gewesen sei, daß es nicht das günstige Urtheil des Cul-tusministers über dasselbe gekannt habe. Nachdem jetzt aber die Analyse des Aktenstückes die Sorglosigkeit des Herr» v. Stremayer ans Tageslicht gebracht habe, mußte mau ihm auch allein die Verantwortlichkeit für diese Handlungsweise ausbürdeu, und es sei deshalb wohl geboten, diesen Posten einem Manne anzuvertrauen, der gegen bischöfliche Präten-sionen in anderer Weise gewappnet sei, wie Herr von Sttemayr. Aus der jenseitigen Hälfte der Monarchie haben uns die Feiertage einige Nachrichten von Wichtigkeit gebracht. Die Wahlen für den Reichstag beginnen schon in diesem Augenblicke ihre bedeutsamen Folgen aus die Gestaltung der Verhältnisse in Ungarn her-vortreten zu lassen. In erster Linie muß der vollständige Bruch der Klerisei mit der Regierung cou-statirt werden. Die Agitationen der Fürst-PrimaS zu guusteu der Opposition und die Wahl des Grafen Apponyi dürfen als die äußeren Anlässe dazu angesehen werden. Der bekannte Pester Correspondent der „Köln. Ztg.", der seine Informationen in der Regel aus hochofficiösen Quellen schöpft, findet es denn anch an der Zeit, darauf hinzuweisen, daß das Tischtuch zwischen der Regierung und den Klericalen zerschnitten, und daß Erzbischof Simor nun ernstlich gesonnen sei, die Publication des Unfehlbarkeits-Dogmas in Angriff zu nehmen. Auch die Antwort auf diese Herausforderung finden wir in dem der Pester Regierung sehr nahe stehenden „Pester Naplo", welcher mit aller Bestimmtheit von der Abschnttlung der ultramontanen deakistischen Fraktion und von einer Coalition aller freisinnigen Elemente des künftigen Reichstages spricht. Eine nächste Consequenz dürfte sich in einigen ministeriellen Personal-Veränderungen äußern. Cul-tusmiuister Dr. Pauler dürfte seine Graner Freundschaft mit seinem Portefeuille bezahlen; positiver noch und in einer, aber nur Eine Wand vollendet, und selbst aus dieser die letzten Figuren nur in kräftigen schwarzen Eonturen auf den Stein gezeichnet, nicht ausgehaueu. Der mächtige Verhinderer „Tod" hat die Beendigung des Werkes unterbrochen. An den Wänden laufen gemauerte Ruhebetten entlang, wie man sie noch heutzutage iu und vor den Häusern der Araber findet. Mehrere der kleineren Räume sind durch die zahllosen Fledermäuse, die hier nisten und in Klumpen an den Wänden hängen oder in Löchern, wie junge Vögel q-^schend, herumflattern, fast ganz mit dem schleim n Unrath dieser Nachtvögel bedeckt und mit peneicantem Geruch erfüllt. Unser Fackellicht scheucht die kleinen Bestien auf, sie fliegen wie blind und toll uns entgegen. Wollte man jede der einzelnen Gruppen, die sich an den egyptischen Bauwerken, Graben und Tempeln und Palästen vorfinden, zu schildern suchen, müßte man über jedes ein eigenes Buch schreiben. Als die Nacht hereinbrach, wandelten wir noch einmal hinauf, um im'Doppellicht des Vollmondes und künstlichen der mitgebrachten bengalischen Flammen den Effect der Außenseite der beiden Tempel zu bewundern' Es war ein merkwürdiges Bild! Neben unserer Dahabieh hat die „Zingara," das reich ausgestattete und schönste Boot, welches den Nil befährt, angelegt. Die Gebieterin desselben ist ein schönes junges Mädchen, eine reiche Erbin aus England, welche ganz allein, nur begleitet von einem wahren Hofstaat „ü, la Uns", Egypten durchreist. Aus ihrer glänzend beleuchteten Cabine erschollen die Töne der Tann-häuserouvertüre, die das junge fremde Mädchen auf dem Piano in ihrem Salon executirte; der Mond goß sein halbes, bleiches Licht über die vier Koloße aus, die von unten roth bestrahlt, wie im Feuer zu stehen schienen. Die gelben Sandflächen der Wüste sahen, vom bleichen Schein des Mondes überstrahlt, genau aus wie endlose Schneefelder. Der alte Ramse- schien die, sonst unter den Lidern halb verborgenen, großen, mandelförmigen Augen verwundert aufzuschlagen, und die vollen Lippen des ernsten Gesichtes meinten wir sich zu einem stillen Lächeln verziehen zu seheu. Einer unserer Araber kletterte als „Fantasia" an dem Steinriesen empor und qnickte auf der Hirtenpfeife eine Melodie, die wohl schon den Pharaonen bekannt wqr, zwischen diese aber quollen mächtig und Heimweh erregend die lieblichen deutschen Weisen. (Fortsetzung folgt.) verlautet der Rücktritt des Justizmimsters Bitto, welcher zum Präsidenten des Abgeordnetenhauses ansersehen sein soll. In einem Agramer Briefe des „Pesti Naplo" wird die Situation in Kroatien eingehend besprochen. Das Bestreben der Regierung war darauf gerichtet, den südslavischen Umtrieben das Handwerk zu legen, wozu die Bereitwilligkeit der Unio-nisten, trotzdem sie über eine beträchtliche Majorität verfügt und daher auf Verhandlungen hätten verzichten können, wesentlich beigetragen hat. Die Situation war diesem Streben günstig, und die Nationalen haben sich unter Stroßmayer und Mrazovic von den Extremen der Makanec'sche» Frac ion getrennt; dadurch ist die staatsrechtliche Grundlage in der östlichen Hälfte der Monarchie allerseits anerkannt und die Unterstützung der Politik Deak's seitens der kroatischen Delegation gesichert. Ausland. Die Bischöfe in Deutschland sind etwas kleinlaut geworden und lange nicht mehr so angriffslustig, wie sie in die Campagne eingetreten waren. Nach officiösen Versicherungen hat der Bischof von Ermeland an die preußische Regierung (nach einer anderen Version direct an den Kaiser) ein zweites, einlei cmdes Schreiben gerichtet, wodurch auch das langsamere Vorgehen des Ministeriums wider ihn seine Erklärung fände. Bor etwa vier Tagen war man schon entschlossen gewesen, ihm seinen Staatsgehalt von 35.000 Thalern (welcher ihm in vierteljährigen Raten ausbezahlt wird) zu entziehen, und es war demgemäß aus Berlin die Ordre eingetrossen, die am 1. Juli fällige Rate dem Bischöfe nicht mehr auszufolgeu; es ist aber die Ordre widerrufen und die Staatskasse angewiesen worden, die jetzt fällig werdende Zahlung vorläufig noch zu leisten. Die Angriffe des Papstes gegen den Fürsten Bismarck beschäftigen natürlich die deutsche Presse. Die „Natioüal-Zeitung" bemerkt: „Nach den letzten Auslassungen des Papstes ist es eigentlich zur Unmöglichkeit geworden, zugleich ein Anhänger des Papstes und ein gnter Deutscher zu sein. Der Papst hat. cs unumwunden ausgesprochen, daß er auf eine Zertrümmerung Deutschlands rechnet. Wodurch diese herbeigeführt wird, gilt ihm ganz gleich, und er gebietet seinen Anhängern unumwunden, auf die Feinde Deutschlands ihre Hoffuungeu zu setzen und demgemäß auch die Feinde Deutschlands zu unterstützen. Eine Lossagung vom PapstthuM wäre jetzt eigentlich für die deutschen Katholiken eine patriotische Pflicht." Die „Times" veröffentlicht den deutsch' französischen Bertrag, der in acht Tagen ratificirt sein wird. Eine halbe Milliarde ist zahlbar zwei Monate nach der Ratification des Bertrages, eine halbe Milliarde ist zahlbar am 1. März 1873, worauf die Räumung der Departements Marne und Haute-Marne folgt. Eine Milliarde ist zahlbar am 1. März 1874, worauf die Räumung der Vogefen-und Ardennen stattfindet. Die letzte Mi^ liarde wird am 1. Mürz 1875 gezahlt, woraus die Ränmnng der Festung Belsort und der letzte" zwei Departements folgen wird. Nach der Zahlung von zwei Milliarden kann Frankreich zur Beschs »igung der Räumung anderweitige, vertragsmäßig festzusetzende finanzielle Bürgschaften anbieten._______ Zur Tagesgeschichte. — Zum fünften österreichischen Leh' rertage. Der Lehrerver.ein „Volksschule" in Wien hat beschlossen, auf dem nächsten österreichischen Lehrer-tag die Berathung über folgende- Fragen in Anregung zu bringen: 1. Der ualurgeschichiliche Unterricht muß erweitert werden, allenfalls aus Kosten e Dogmenlehre, welche ohnedies im Gegensätze Z Wissenschaft steht. 2. Erscheinen dem Lehrerstand-PensionSbeträge, welche man »»t Ablauf 1871, respective mit dem Eintreten der kein obligater Gegenstand der Volksschule sein. 4. Wie wird der Zeichen-Unterricht rationell betrieben? o. Erscheinen die gegenwärtigen Lehrergehalte, namentlich mit Rücksicht auf die stets wachsende Theuernng aller Lebensmittel in den Großstädten, angemessen? 6. Was hat die Regierung zu thun, um die Schul-Mtz- und die diesbezüglichen Vorlagen den Bedürften der Schule entsprechend abzufassen? 7. Was soll der Volksschule gelehrt werden, und wie soll es Jelehrt werden? — Schneidermeister Bernhardt Straschitz in ^rag hat Generaldirectiou der Wiener Weltausstellung den Plan vorgelcgt, eine Ausstellung sämutt-«cher österreichisch-ungarischen Volkstrachten zu veran-Italtcn, und zwar in einem Zubau, welchen Straschitz "us eigene Kosten bauen läßt. Dreihundert künstlerisch ^geführte Wachsfiguren sollen als Träger der .°stuuie dienen, und würde dieses Bild vervollständigt ^4 nationale Geräthe, Waffen, Werkzeuge und Er-^Ugnisfx dxx Volksindustrie. Local- und Provinzial-Angelegenheites, Local-Chronik. Konstitutioneller Herein in Laibach. Der Aur'chnß beehrt sich hiemit, die VereinS-^UgUeder zur 41. Versammlung einzuladen, welche Fonuerstag den 4. Juli l. I., abends um ^ Uhr, im Clnbzimmer der Casinorestauration ^ - Lüiuner gassenjeiis) staiisindet. Tagesordnung: 1. Neuwahl des Vereinsausschusses. 2. Die unlerkrainer Bahn. 3. Die Jnseralensteuer im Abgeordnetenhause. 4. Der Herbst'sche Entwurf einer Wahlreforni. — (Schadenfeuer durch Blitzschlag.) Gestern abends um 6 Uhr entlud sich abermals ein schweres Gewitter über Laibach und Umgebung. Der Blitzstrahl fuhr in das Kleinhaus des Kembl in Udmat nächst Laibach; das Haus wurde ein Raub der Flam-Vien. Die Laibacher freiwillige Feuerwehr war wieder schnellstens auf dem Brandplatz und bändigte das grau same Element. Leider ist der Tod des vom Blitze ge ^offenen siebenjährigen Kindes Ursula Kembl und die Beschädigung eines Mannes zu beklagen. — (Ernennung.) Das k. k. Oberlandes-Aericht in Graz hat die bei dem k. k. Bezirksgerichte Fronau in Krain erledigte Kanzlisten-Stclle dem pen-swnirten Bezirksgerichts-Kanzlisten Josef Verderber fliehen. ^ — (Die Triester Baubank) hat beim 'Handelsministerium um die Bewilligung zur Vor-6h>ne technischer Vorarbeiten für eine schmalspurige v ondmische Locomitiv-Eisenbahn von Görz über Haiden« ichasi, Wippach und Präwald nach der Südbahnstation «Lt. Peier, eventuell Prestranek angesucht. — (Aus dem Amtsblatt- der Laib. Ztg.") Kundmachung über die Errichtung neuer Post^ iimier in Kosana und Stockendorf. — ConcurSaus-!chreibung zur Besetzung einer Assistentenstelle mit 600 fl. behalt bei der hiesigen Landeshauptkasse. Gesuche binnen ^ Wochen an die hiesige Finanzdirection. — (FürdieNothleidenden in Böh Wie man uns aus Gottschee berichtet, ver» ^Mtet der dortige Gesangverein zum besten der j^^idenden Böhmen eine musikalische Abendun» dgg ^'3- Das Programm enthält unter anderem dj^,„ ^mann'sche Prachtstück: „Die beiden Grena-iibri ' ^°rgetragen von Herrn O. Böhm. Auch die dem n" Piecen sind meist gut gewählt. Wir wünschen ^ "^"nehmen den besten Erfolg und werden feiner-darüber berichten. ! weite steierische Feuer- Grn, 30. Juni in abgehalten wurde, hatte den rein provinziellen unk Vorgängers vollkommen eingebüßt gestaltete sich zu einem allgemeinen österreichischen veuerwehrtag, da bei demselben über 1800 Feuer- wehrmänner aus 98 Vereinen fast sämmtlicher Provinzen Oesterreichs erschienen waren. Nur Galizien und Dalmatien waren nicht vertreten, und aus Böhmen war kaum Ein Vertreter des Feuerwehr-Vereines in Böhmisch-Leipa gekommen. Dafür waren die Feuerwehrvereine Niederösterreichs (sogar vom Stadtbauamte waren die Herren Vice-Baudirector Arenberger, die Ingenieure Schüller und Zieher beordnet) und Ungarns sehr zahlreich vertreten. Das Fest begann SamStag vormittags 11 Uhr mit einem Festzuge vom Bahnhof auf den Hauptplatz, woselbst der Bürgermeister, Herr Dr. Schreiner vom Balkon des Stadthauses aus die Gäste in einer längeren Rede bewill-kommte. Nachmittags producirte sich die Grazer Feuerwehr im Hofraume der Dominikanerkaserne vor einem überaus zahlreichen Publicum mit ausgezeichnetem Erfolge. Abends war in der Puntigam'fchen Bierhalle großer Festcommers, bei welchem Pastor Schultz als Festredner den ersten Toast auf das Institut der Feuerwehr ausbrachte. Redner erzählte, wie die Grazer Feuerwehr von kleinen Anfängen zu ihrer jetzigen geachteten Stellung gelangt ist, und nannte als Vater derselben den Grazer Turnerverein, als Mutter den deutschen Geist, was allgemein Anklang fand. Mehrere Toaste, ausgebracht von Feuerwehrmännern, bezogen sich auf die Stadt Graz, die Grazer Bürger, die Grazer Schönen u. s. w. Bürgermeister Dr. Schreiner gedachte in seinem Toaste der deutschen Turnvereine, jener Vorkämpfer der deutschen Einheit, und des alten Vater Jahn und brachte diesem ein Hoch. 42 Zustim-mungs-Telegramme von Feuerwehren waren angelangt. Sonntag vormittags wurde ein Ausflug auf den Schloßberg gemacht und von da zum Hilmerteich gegangen. Den ganzen übrigen Tag benützten die Gäste zu Ausflügen in der Umgegend. Abends fand ein sehr zahlreich besuchter und überaus animirter Damenabend statt. Am Montag fand in der Landstube der eigentliche Feuerwehrtag statt, bei welchem die Angelegenheiten der Feuerwehren zur Sprache kamen. Während der ganzen Zeit des Festes war auch eine Ausstellung von Feuerlösch-Requisiten im Garten der Dominikaner-kaserne. Sehr zahlreiche und von dem bedeutenden Fortschritte der Industrie in diesem Fache zeigende Gegenstände waren daselbst zu sehen. Gemeiilderathssitzmig am 2. Juli 1872. Vorsitzender: Bürgermeister Deschmann, anwesend 19 Gemeinderäihe. Der Bürgermeister beantwortet die Interpellation wegen Pflasterung der untern Gradischa dahin, daß selbe noch diesen Monat in Angriff genommen werden soll. Derselbe theilt weiter mit, daß er sich wegen der Patronensüllfabrik im Sinne des letzten GemeinderathS-befchlusses an die Militärbehörde gewendet, jedoch noch keine Antwort erhalten habe, wogegen ihm aber mündlich mitgetheilt worden sei, daß die ganze Fabrication wegen der bevorstehende» größer» Uebnngen aushören werde und tatsächlich in sehr bescheidener Weise und mit größter Vorsicht belieben weite. GR. Pirk er erklärt sich mit dieser Auskunft durchaus nicht befriedigt; der Beschluß des Gemeinde-ratheö sei nicht respectirt word'en, und die Militärbehörde verschleppe die Sache nach Belieben. GR. Terpin interpellirt wegen unterlassener Beleuchtung der Kothgasse zur Zeit der Ankunft der Eisenbahnzüge, wo meist eine sehr große Frequenz an Menschen und Wagen herrscht, welche die Straße in völliger Dunkelheit pasfiren-müssen. Vorträge der Polizeisection. Ueber die Reorganisirung de« städt. Sanität SwesenS referirt GR. Dr. KeeSbacher. Derselbe entwickelt in einem nahezü anderthalbstündigen Vorträge das diesbezügliche Operat, in welchem mit Zuhilfenahme eines reichen statistischen und historischen Material-alle einschlägigen Fragen erörtert werde« und für die verschiedenen Zweige de- SanitätSwefenS die neue Organisirung entworfen und begründet wird. Wir kommen auf diesen erschöpfenden, nach jeder Richtung vortrefflichen Vortrag noch ausführlich zu sprechen. Derselbe schloß mit folgenden Anträgen: In Erwägung, daß der städtische Sanitätsdienst einer durchgreifenden Reform bedarf; in Erwägung, daß eine solche schon durch das Gesetz vom 30. April 1870 unumgänglich nothwendig geworden ist; in Erwägung, daß die Gehalte des Sanitälsrathes einer Aufbesserung bedürfen, und in thsilweifer Erledigung der diessalls vorliegenden Gesuche des SanitätSperso-nales wolle der löbl. Gemeinderath beschließen: 1. Die Nothwendigkeit und Dringlichkeit der Organisirung des städtischen Sanitätsdienstes wird anerkannt ; 2. der Gemeinderath stimmt im Principe den im vorliegenden Entwürfe entwickelten Grundzügen bei; 3. derselbe ermächtigt den Bürgermeister, eine Enquete zusammenzurufen, bestehend aus den Mitgliedern der Rechts- und Polizeisection, den drei Ma-gistratsräthen, dem Stadtphysiker und drei Privatärzten ; * 4. die Enquete ist zu ersuchen, über den vorliegenden Entwurf des städtischen Sanitätsdienstes ehestens ihr Gutachten abzugeben. Bei der Abstimmung werden diese Anträge einstimmig angenommen und Dr. Keesbacher für sein mit außerordentlichem Fleiße gearbeitetes, klares und erschöpfendes Referat der Dank des Gemeinde-rathes votirt. GR. Laschan rrferirt über die Zulassung einiger Gemeinden des Bezirkes Oberlaibach zur Benützung des städtischen Eimentirungsamtes. Dieselbe wird gegen Zahlung eines jährlichen Betrages von 30 fl. bewilligte. Derselbe referirt über die Frage der Rindfleischsatzung und beantragt, darauf nicht einzugehen. — Angenommen. Derselbe referirt über den Rechenschaftsbericht pro 1871/72 der freiwilligen Feuerwehr und beantragt, denselben zur Kenntnis zu nehmen, an die Feuerwehr für ihre bisherige vortreffliche Haltung ein Dankschreiben zu richten und den Magistrat zu beauftragen, wegen ehester Aufstellung des Telegrafen das nothwendige zu veranlassen. Sämmtliche Anträge werden genehmigt. Derselbe referirt schließlich über das Gesuch mehrerer Krakauer und Tirnauer um Schutz gegen die Davastation ihrer Stadtwaldantheile. Nach einer längeren Debatte, an der sich die GRR. Mallitsch, Dr. Suppan, Dr. Schöppl, Dr. Pfeffe-rer, der Bürgermeister und der Referent betheiligen, werden die Sectionsanträge, dahin gehend, daß eine detaillirte Warnung gegen die Devastationen im Stadtwalde publicirt, dieser in angemessenen Zeiträumen von der städtischen Sicherheitswache durchstreift, dagegen die angesuchte Bestellung eigener Aufsichtsorgane nicht bewilligt werde, mit einem eine lediglich allgemeine Fassung der oberwähnten Warnung verlangenden Amendement Dr. Pfefferers angenommen. GR. Dr. v. Schrey referirt über den vom Militärstationscommando geäußerten Wunsch nach Einbeziehung einiger Objecte aus der Umgebung Laibachs in den äußern Stadtrayon bei Signalifirung der FeuerS-brünste mit Allarmschüssen und beantragt, diese- An» suchen motivirt und unter Anerkennung dc« demselben zu Grunde liegenden guten Intentionen c-' ilehnen. Angenommen. Vorträge der Schulfection. GR Dr Schaffer referirt wegen Remunc-rirunq der Realfchulprofessoren für den Unterricht an der sonntäglichen Gewerbeschule und beantragt, das die Gemeinde betreffend- Honorar für die Professoren per 200 fl. sofort flüssig zu machen, wegen Honorirung des DirecwrS aber nochmals mit der Handelskammer sich ins Einvernehmen zu setzen. — Angenommen. Derselbe referirt über die Kosten für dm Modellirunterricht und beantragt, die die Gemeinde treffende Tagente per 66 fl. 67 kr. flüssig zu mache». — Angenommen. Derselbe referirt wegen Remunerirung der Lehrer an der zweiten städtischen BolkSschule für den Unterricht im Turnen und an der sonntäglichen Wiederholungsschule und beantragt, in ersterer Richtung 120 fl-, in letzterer 300 fl. zu bewilligen. Beide Anträge werden angenommen. Derselbe referirt über das Ansuchen der Commission der Bezirkslehrerbibliothek um einen jährlichen Beitrag von Seite der Gemeinde und beantragt, darauf nicht einzugehen, aber in Anbetracht des löblichen Zweckes einen Gründungsbeitrag per 50 fl. zur Anschaffung von Büchern und Lehrmitteln zu bewilligen. — Wird bewilligt. Vortrag der Bausectio n. GR. Ziegler referirt wegen Bezahlung des auf die St. Martiner Straße gelieferten Deckmateriales und beantragt, den bezüglichen Betrag per 196 fl. zu liquidiren. — Wird bewilligt. In der hierauf folgenden geheimen Sitzung wurde unter anderem Herr Dr. Wilhelm Kowatfch über sein Ansuchen provisorisch als Substitut für den verstorbenen Stadlphysiker Dr. v. Coloretto bestellt und die Debelak'sche Studentenstiftung dem Schüler der fünften Gymnasialklosse Johann ^ubic verliehen. Schluß der Sitzung um 8'/^ Uhr. Literarisches. Politischer Volkskalender fiir das Jahr 187Z. Dieser vom liberalen politischen Vereine für Oberösterreich in Linz herausgegebene Kalender wird sich dem Inhalte naL würdig an seine beiden Vorgänger anreihen und dieselben in Bezug aus seine praktische Brauchbarkeit überflügeln. Der Kalender wird in 3 Ausgaben, fiir Oberösterreich, für Niederösterreich und für Schlesien, und in einer Auflage von 12.000 Exemplaren erscheinen. Inserate, denen der größte Erfolg gesichert ist, werden in dem Bnchdruckerei-Derlage des Herrn I. Wimmer mir noch bis zu dem 15. Jnli angenommen. — Eine weitere Publication (Nr. 40) des ungemein rührigen liberal-politischen Vereines für Ober-österreich behandelt die Frage der Kindergärten unter dem Titel: „Errichtet Kindergärten!" ein Mahnruf der Zeit, allen Freunden der Volkserziehung gewidmet von Wilhelm E. Taschek, Lehrer in Vöslan. Der Ertrag der nur 10 kr. kostenden Flugschrift ist für die Errichtung des Kindergartens in Linz bestimmt. Allen Müttern, allen Freunden einer naturgemäßen Erziehung der Kleinen können wir dqs mit Sachkenntnis und Wärme für die gute Sache geschriebene Werkchen nur angelegentlichst empfehlen. Zu beziehen ist selbes, wie sämmtliche Publicationen des lib.-pol. Vereines für Oberösterreich, durch Herrn Hoch enegg, Gemeiude-rath in Linz. Hin ge sendet. Zu deu Kirchen, welche ein nichts weniger als angenehmes Geläute besitzen »nd davon den ausgiebigsten Gebrauch machen, gehört die Barmherzigen Kirche im Spital. Bereits des Morgens um 5 Uhr werden die Glocken mit aller Macht in Bewegung gesetzt und bei jedem Anlasse tagsüber mit unermüdlicher Ausdauer geschwungen. Tie beste Gelegenheit zu solchen akustischen Attentaten bilden natürlich die Leichen; ein Trauerzug uähert sich kaum der Wienerstraße, so wird mit dein Geläute begonnen uud damit sortgefahreu, bis derselbe schon längst bei St. Christof ist. Dieses übermäßige Länten ist aber gerade bei der Barm-Herzigen-Kirche »naemein lästig, weil der Thurm niedrig und darum die Wirkung aus die Gelwrorgaue der Betroffenen sehr intensiv ist. Bedenkt man dazu, daß sich die Kirche unmittelbar beim Spitale befindet, so muß dieses frühe und so oft während des Tages wiederholte übermäßige Geläute geradezu als eiue Rücksichtslosigkeit'gegen die armen Kranken bezeichnet werden. Mnß überhaupt schon geläutet werden, so wäre es gewiß schon wegen der letzteren höchst angezeigt, von den Glocken Len thnnlichst seltenen und discreten Gebrauch zu machen; das zu frühe, zu lauge und heftige Läuten aber sollte aus Humanitären Gründen entschieden beseitigt werden. Mehrere Bewohner der Wienerstratze. Die ?L1iLle äsr Ltsierm.LLeomxt6d3.uk ii, übernimmt Gelder zur Verzinsung in Banknoten ans kassnscheine ohue Kündigung mit..........40/,, „ ,. mit lOtagiger Kündigung mit . . 5°/,, „ Giro-Einlagen, L vista behebbar, mit . . . 5"/,. Ferner escomptirt sie Platzwechsel, Tomieile und Rimessen aus inländische und ausläiidische Plätze, gewühlt Kredite gegen Depot uud ertheilt Vorschüsse aus Staats und Industrie-Papiere gegen zu vereinbarende billige Bedingungen. — Ueberläßt Anweisungen auf Wie», Graz, Triest, Äl„o«nf»rt, Marburg »nd übcrbaupl ans alle inländischen und ausländischen Plätze, wo sich Credit-Jnstitute befinden. — Effectnirt Aufträge und besorgt Jncassi, übernimmt den commissionsweisen An- und Verkauf von allen Gattungen Effecten gegen billigste Bedingungen. — Ucbernimmt die Aufbewahrung vou Effecten gegen billigste Gebühren. — Löst alle Gattungen verfallener Coupons gratis ein, nimmt selbe an Zahlnngsstatt an und escomptirt noch nicht fällige. — Auswärtige Committeuteu werden eingeladeu, ihre Correspondenzen unmittelbar an die Filiale selbst zu richten, wo gegen '/,»"/» Vergütung alle ins Bankwesen einschlagende Geschäfte directe besorgt werden. Der selbständige Credit-Vcrein für Krain (ini Verbände der Filiale der Tteiermärk. Escompte-Bank) gewährt Cscompte-Kredite im Sinne des 8 42 *> der Statuten. Nähere Auskünfte, sowie Programme und Gesuchs-Formnlare find im Bureau der Filiale erhältlich. ») S IS. Die Credit-Theilnahme bei der Steiermärkischen ESeompte-Banl kann nur infolge eines Ansuchens um dieselbe gewährt werden, und wird überhaupt nur solchen Personen zugestanden, welche in Steiermark, beziehungsweise in Kärnten nnd Krain ansässig sind oder daselbst protokollirte Firmen haben, bezüglich der Ehrenhaftigkeit ihres Charakters keinem begründeten Bedenken unterliegen, und welche bezüglich ihrer Erwerbsähigkeit und Solvenz von der Gesellschast als zulässig erachtet worden sind. Durch die Gewährung eines CrediteS wird man Theilnehmer der Bankgesellschaft. (356 — 5) Witterung. Laibach, 3. Juli. Gestern nachmittags 5 Uhr lebhaftes Gewitter mit Hagelschlag in der südöstlichen Umgebung. Heute trübe, abwechselnd Regen. Wärme: Morgens 6 Uvr -s- 15.3°, nachmittags 2 Utr -s- 16.0° 6. (1^71 -s- 28.5'; 1870 -s- 20.8'.) Barometer im Steigen, 737.22 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -i- 17.7', nm 1.4' unter dem Normale. Niederschlag 25.65 Millimeter. Verstorbene. D e n 2. Juli. Lnigi Liau, Steinmetz, alt 28 Jahre, in der Stadt Nr 95 an der Ablagerung des Krank-heitsstoffes aufs Gehirn. — Maria Marn, TaglöhuerS-wilwe, alt 79 Jahre, im Civilspital an der Piämie. — Dem Franz Pust, Zimmerman» und Hausbesitzer, fein Kind Franz, alt 1i> Monate, in der Hrad'tzkqvorstadt Nr. 28 am Durchfalle. — Maria Pogacar, FabrilSarbei-teriu, alt 40 Jahre, im Civiispital an Erschöpfung der Kräfte. Angekommene Fremde. Am 2. Jnli. kUvr«»». Perhau.,. Privat, Präwald. — Lhengyl, Ge-treidehäudler, Groß-Kanischa. — Bobii, Linienschiffs-sähnrich. — Brenner, Kaufm , Wien. — Schottola, Kanfm., Wien. — Daser, Slalio»s-Ches, Wien. — Graat, Kanfm., Wien. — Engelhoser, Kausm., Graz. — Scholz, Kanfm., Graz. — Stare, Kaufm., Görz. — Zabret, Verkehrsbeamie, «I. Peter. - Hoirvar, Besitzer, Unterkrain. — Valeuiic, Privat, Jll.-Feistriz — Ofen-heimer, Kfm., Triest. — Dr. Pipitz, Triest. — Radofch, Kfm., Sidfal. I«n. v. Engel mit Gemali», k. k. Oberst-lieutenaiit, Radkersburg. — Perzulti, Maler, RadkerS-burg. — Boualsch, Marburg. — Graf Amadei, Stein. — Madame Kaschier, k. k. Borst'hers-Gattin, Treffen. Illor«! Graf Nostitz, k. k. Lieutenant, Graz. — Wunnb, k. k. Hauptmann, Kanischa. — Fa»i Pa-chMiegg, Wien. — Herinine Pachernegg, Nom. Hoi'. Nepetti, Kausm., Wien, — Rom, NotariatS-Schreiber, Cilli. Slriuer, Lilli. — Ritter v. Maffei. — Theresia und Hermiue Plotii Libasek, Pfarrer — Kolm, Reifniz. Gedenktafel über die am 6. Juli 1872 statlfindenden Lici-latio.ren. 3. Feilb., Zaversan'sche Real-, Brise, BG. Oberlaibach. — 2. Feilb, Jamnik'sche Real., Polit, BG. Sittich. — 1. Feilb., Primc'sche Real., Dobravce, BG. Laibach. — 1. Feilb., Belic'sche Real., Miitsch, BG. Laibach. - -3. Feilb, KraKovic'sche Real., Oberlaibach, BG. Oberlaibach. — 3. Feilb., Germ'sche Real., Kompole, BG. Großlaschitz. — I. Feilb., Kovacii'sche Real, Forle, BG. Senosetsch. Telegrafischer Kursbericht der Filiale -er Striennärk. Lscomptebank in Laibach, von der k. k. öffentlichen Börse in Wien am 2. Jnli. Vorbörse. » 5perz. Metalliques mit Mai- und November-Ziusen 64.75. — 5perz. Natioual-Anleheu 7t 75. — 1860er Staats-Anleheu 104.70. — Bankaktien 850. — Credit 331.20. -Anglobank —. — Frankobank —. Lombarden 206.20. Unionbank 285.—. — Wechslerbank 308.75. — London III II». — Silber 108.75. — K. k. Münz-Dncaten 5.34. — 20.Franc-Stücke 8.88. Assortiment seiner Atlas-Tricvt-Handschuhe in allen Größen von 30 kr. bis fl. 1.20 bei (324 6) .I«8vt KiNiNM. L>-, ÄM- »iS SWMm» Xai-Ibbaljei' ?a8li»en unlj 8a>re. vurcli seine aussergewölrulicb HtTt lieilsame V^irleun^ in einer Nenge von Bällen stellt äas natürlieke UII,,«»«>» von I<>»> oben an äer Reibe »Iler »»»«ilini-i Lesouäers I>ei Lraulctioiten ävs des 6er 6er äer !Nl«»^«»»,äei rI^r«8t«ta, bei äer Liivlt«» bei «>,, o,,i- 8kl»ei» IL»^«»»IiI»« lte» äer Oebärmutter unä bei t.iklit ist äer6ebraueü äer ^V«88e»> vor allem ru empkelllen. Liau nimmt äas > HH«88e>' üu Haus aut äieselbe ^Veise als am Brunnen, vis xevöduliede Dosis ist jeäen Llorxen eiue k'laselie, äie man varw oäer kalt mit ^viselienräumen von 20 Almuten trinlrt, venn möglielr unter einem 8xa 2ierZ»nß in äer freien I^atur, oäsr aueli üu Raus, oäer im Lstt. I m äie xurgirenäe Virkuug äes M verstärken, nirä äemselben ein Itioslötkel LuZeküZt. Lalt xedrauelit ist äas von IL«i»>8>»»»«I welir anklösenä, als warm. LM»> MUMMlr M ru IImsolilLZeil unä Läätziii aus äsm Ninsral-woorverletz von Llattcmi L Lomp. in I'ranriöiisba.cl, als Lrsatiiwittel kür Lisen-Noordääer unä ^rr Vor-unä Melilcuren kür äiess im Hause Iioedgsseliätrt, Uberliaupt angereixt bei allen vkroniseben Xrank-beitsrusiänllen, in velelien klutsrmutü, mangel-kafie klutbilllung, krsoklatfung äer Organe unä 6e-webe, llarnleäerliegenäe Innervation, Irägbeit in äen funlilionen als Ilrsaeüe säer kolxen aultroteu. 0i688liül)l6r 8riu6i'I)i'uilu „König Otto's Quöllv" dsi Xsrlsbsll (äer österreidiisebe Leiters). 1'ä^Iicli srised gefüllt xu derielien äuroü äie Viv88kab>vr irruniionvor^nltunx AL»tt«ni L Liioll in Lroseliüren, kreislrourante etc. gratis. Ligene Kieäerlaxe iu /r'«n,v<»'a.v.v6 6. (221—12) Wiener Börse vom 2. Juli. tpcrc.Reute, öft.Pai>. »t«. dt». öft.iaSUd. Seid Ware «140 81.co 7i.1L 71.SS VS.-' SV.S0 »L.- 79.50 «LS.- e »ou 18L1 . . . !» - vou r»«0, ganze Kx.zo 1V1.S» e v°» t»«0, Alinft. i»x.5o »r7.-«rämieusch. ». ISS1 - I1S.- I1L.7L kleiermarl h» r k>tl. „ ^ »Lraren, »rain L. »kfteulaod S , K5.75 Lllgaru. . , 82.- M.so >roat. ll. Gla». b , 81.— ktebcllburg. , d » 7^,.— «»tiooalban! . . . ^1.- llmon - »«mk . . - ,«r.b0 »8i.7b trediiauftail . . . „».10 3,>,.so ». i. r»eo«Vte-»eI. 10,g Lll-to-iftcer. vauk . ,01.50 »üb.-Oeki. Bodeocred.-I. . zs».- »os.— O-st. HVPoth.»Ba»k -I 88.- lvi.--»teier. «eeompt.-Bl. ützz. - «raako - »uftria . . i,s.50 I»«.-- «otl. Seed.-Xtordd. . ins rili «üdbahu-lSejelll». . »vs.so »o«.-«ats. «Iilad-ld'«-h°. »SLÜ5 ,5r.7L »arl-Ludwi-.Bahu »11HL »41.50 Siedenb. Lil-nbahn .18».- I»1.-Llaat-da-n. - - . S1K.50 »17 .5U 1ml. Kran,.3°1e1«d- . üiv.75 »l7.»5 «üast.-«°reier «.-L. IW.- isc bo «aha . i«i.5v l«».- 95.80 101.60 io: «' tSi.50 U" ^ i«.5o^ l s.w.oertl-»».! 9».50 9,.70 —-..........., La,. «°d.-Äredtia»st.' »9.75 »o.i.'lw-Sraiic-uu->02.75 »u-51 Ä-r-,?.« »8 75^ 89. >»>»>>., Geld ! L>cK. Hdp°lh.-«a»k .1 91.75 95.>i Eüdd..«el.,i,5uvtz,. lik.50 dt°. «»»«spür.^ — '.'ioedd. <>ao fl. SM.) l03.»s ^ Si-b.-B.(»00fl.ö.W.)j SZ.H5 SS'» Eta°,«bahn Pr. EiüS ISl.- ^ EiaaiSb. Pr. 6t. 1867 1Ü6.25 ii7 „ SIud°ls»b.cs00II.ö.W.) jfrauz-S-I.(!!00fl.e.) r-o»». Sredit ioo fl. S. lii!. . Doo.-Dampssch.-Pes. zu 100 fl. LM. . . Triefte» lvo fl. SM. . dt». 50fl. ö.W. . Ose»e, . 10 fl. ö.W. kalm . . 10 . Palff? . . 10 . Ll-rv . , io . Et. iSenoi». 10 , Wiadischgrii, . Waldflei» . no , Keglevich . Iv -Siud°Is«IUIl. i»!.W (» Moo.) Augrd.l00fl.ltidd.IU!. Kranll. loo fl. - » London 10 Pl. Stert. Pari» 10« jfrauc« »La»»». »a,I.«i«n,.Duraten 58-,1.5« 10 — W.5» ,9.-- »1-7- ,»»0 is.-> 11.5» dS.-^ 5S- 1»-^ ,9.- ss.-- so.- iS- I5.i« dz lo 9- " d, zo 8.9« i«5 7»! e°„ »08 Kruck 'ros Jg» v. Lleiamahr 4 get. Bamberg in Laibach. Verleger »,d ftr dir «edartion v«r-mtw»rtlich: Ottomar vawberg