Nr. 81. Pl8numtlation«prl<«: Im Comptoir ganzj. sl. il, halbj. si. 5-5U. sslll dic Zustellung in« H«u« halbj. 50 tr. Mit der Poft ga»zj, st. 15, halbj, st. 750. Samstag, 8. April. Insertion»geb«l: Für Neine 3ns«ate b!« ,u 4 Z«n5 ,?""" ^ ^"l Rcgierungssecrelär Raimund ^".,^,ar zum Bezirkshauptmann und den Bezirks' in K^ " """ ^^^"' P " " zum Regierungsjecrelär Erkenntnisse. l882 ^i^'„M"istcr!ttm drs Innern hat unterm 30. März Druclcr?/ ?' ^' bcr Druckschrift „Der Rebell, Erste freie be>« Postk^'^V^'^" .""f ^""'d deS 8 2« des Prefsgefetzes und Lä,^. ^" ^ie im Ncichsrathe vertretene» Künigrelche D'» , "ltzogen. 1882 )? /^'^'"'slcrinm des Innern hat unter,» 2U, März „T>cr'l5un,!« /. l' der in Budapest erfchcincndcn Zeitschrift ^ostdedit ,"'?t" .""l Grund des 8 2ti des Prcssgeschcs den ^Nlidrr entiu "" Ncichsrathe vertretenen Königreiche nnd Antrag d«. / / ^a'ldesgcricht Wicn als Prcfsgcricht hat aus in Nr. 748 5 SlmManwnltschaft "lannt, dass der Inhalt des UlN.Abendb!n5^^l,risl „Wiener allarmcine Zcitunn" (Sechs. °cr Äussch^,.'"/ tidto, 2l). März 1882 enthaltenen Artilels mit Polru)" Lem,', ^"'^c! Vurcaulratic in Galizicn. «Von einem b" schöne« I-^'/^- ^'ärz. in den Stellen vuu „Gelucscu sind "Wie nlu„ ^7"Ne big „ssrösltcn Besorgnisse wachrnst", von "^tvh ist hi? s^""^" bis „schon begonnen hat" und von Thatbestand !. ^>ahr" bis „abhänssig aemacht lucrden" den hat liack, !i ^> Vcraehrnü nach 8 A02 St. l"ng von Feuerlösch-Requisiten eine Unter. v""g von je 50 fl., ferner den freiwilligen Feuer. ________ wehren in Hörnstein nnd Teesdorf im politischen Ve-zirke Baden in Niederösterreich zu demselben Zwecke eine Unterstiltznnli von 100, beziehungsweise 30 st., endlich der Gemeinde Kauhrn im politischen Bezirke Waidhofen an der Thaya in Niederösterreich zur An« schaffung einer neuen Feuerspritze eine Unterstützung von 50 fl. aus Allerhöchsten Plivatmitteln allergna. digst zu bewilligen geruht. Se. Majestät der Kaiser haben, wie das ungarische Amtsblatt meldet, für die evangelische Ge» meinde in Tälya 100 fl. zu spenden geruht. Wien, 6. April. (Orig.'Corr,) Seit einiger Zeit macht sich in Wien eine Agita. tion bemerkbar, welche chren Ausgangspunkt von Deutschland nahm und nun hier unter der Negide der deutsch'nationulen Ultras, namentlich des genugsam bekannten Abgeordneten Schönerer, lebhaft betrieben wird. Es ist dies die „antisemitische Bewegung", welche allerdings bisher nur wenig Anhänger fand, durch die Scandale jedoch, welche ih>e Urheber her-vorrufen, viel von sich reden macht. Dem energischen Einschreiten der Beholden ist es zu danken, dass Excesse verhindert wurden, und die Regierung ist fest entschlossen, die Hetzereien der Agitatoren nicht zu dulden, welche, w»e die „N. fr. Pr." selbst sagt, nur sich der Massen bemächtigen wollen, um sie zu organi» sieren und den Zwecken einer extremen Politik dienst, bar zu machen, über deren Tendenz die Thatsache ge. nügend Aufschluss gibt, dass Ritter v. Schönerer in jenen Verhandlungen die Hauptrolle svirlt. Da die Arbeiter von den Agitatoren nichts wissen wollen, so suchen diese den Gewerbestand zu gewinnen. Gerade diejer hat aber in der gegenwärtigen Zeit am wenig» sten Ursache, sich von gewissenlosen Hetzern auf Ab. wege führen zu lassen, da, wie man weih, die Regie, rung bemiiht ist. die Interessen des Gewerbestandes in umfassender Weise zu schützen und zu söioern, den berechtigten Wünschen desselben, die so lange nur aus taube Ohren stießen, Rechnung zu tragen. Dass diese Tendenz in den gewerbetreibenden Kreisen den besten Eindruck machte, ist zweifellos, nnd vielleicht will man eben diesen Eindruck paralysiere» und die Köpfe ver» wirren, indem man den Gewerbestand in jene Anita» tion verwickelt. Denn die Erklärung, welche der Vor- stand der vereinigten Linken über die Haltung der Partei in den das Kleingewerbe betreffenden Fragen veröffentlichte, war nicht geeignet, die Sympathien des Gewerbestandes der Partei zuzuwenden. Wohl hieß es, die vereinigte Linke sei auch geneigt, die Interessen der Gewerbetreibenden wahrzunehmen und stimme im Pnncipe den geplanten Maßregeln zu, — aber unter gewissen Einschränkungen. Uud nun wurde jedes Zugeständnis so verclausuliert, dass es schließ, lich illusorisch gemacht war. Das Princip der Gewerbefreiheit wollte die Llule ebrn nicht fallen lassen, und so sah sie sich gezwungen, zu — Phrasen zu greifen, unter welchen natürlich jene nicht fehlte, dafs man dem Ministerium nicht das Recht der letzten Enlschkidnng überlassen könne. Wir glauben, dass auf dem Gebiete der concessionierten Gewerbe bisher es sich als vollkommen entsprechend bewährt hat, dass das Ministerium die endgiltige Entscheidung besaß, und jeder, der in dieser Beziehung Erfahrung hat, wird zugeben, dafs stets die Entscheidung mit vollster Liberalität und in einer den Umständen vollkommen entsprechender Weise getroffen wurde, was man vielleicht von irgend einer autonomen Körperschaft nicht hätte sagen können. Wien, 5. April. Die „Pol. Eorr." schreibt: „Die Offectausschrei-bung des Finanzministers, betreffend die Begebung der zur Emission gelangenden Summe sünfprocentigrr Rente, hat in einem hiesigen Blatte eine abfällige Kritik erfahren. Das erwähnte Organ findet, dass der gestellte Optionslermin von drei Monaten ein zu kurz be-Mkssenrr ist. Darüber wird eine Verschiedenheit der Meinung gestattet sein, und wir wollen nur kurz ent-gegnen. dass der Termin von drei Monaten für ein actionskläftigcs Institut, welches sich einer vertrauensvollen Elientel erfreut, vollkommen genügt, um eine Rentensumme von der Höhe, wie sie jetzt zur Emission gelangt, nicht nur zu begeben, sondern auch in feste Hand zu bringen. Wir constatieren übrigens, dass genau derselbe Vorgang eingehalten wurde, welcher u,!ter der Leitung des Herrn v. Ehertel von den publi-cistlschen Organen der Linken vorbehaltlos gebilligt wurde. Dass diesmal die Eaution nicht von jedem Offerenten, sondern nur von dem siegreich gebliebenen und deshalb nicht vor der Eröffnung der Offerte, son- Feuilleton. Gräfin Hcrmine Folliot de Creuneville f. genieß"! ^' ^^ abends verschied, wie wir bereits den V c'" Wi>." nach kurzen aber schmerzlichen Lei-die N Mku mit den Tröstungen der heil. Religion, Pc>l.s"Wi Hermine Folliot de Erenncuille, zchn >5 , k Ihrer Majestät der Kaiserin und seit vier-Orden« ^" ""eh zweite Assistentin des Sternkreuz. ""Uehö/t ^ l"t dem Jahre 1846 als Mitglied cllK ?"6 dem alle» Geschlechte der Grafen Chotek und i^l ^^ geborne Tochter des k. k. Kämmerers HeiiliV^W' Grafen Hermann Ehotek und der Gräfin e»tsn, «' Kebornen Gräfin Brnnswick von Korompa, blelu^ - "' l""b sie ob lhrer Schönheit nnd Bildung Kaiiei-5 ^"' ""b der damalige Dienstkämmerer des es ^ Ferdinand Major Franz Graf Erenneville war ' ^ "ach langem Werben 1844 ihre Hand erlangte. Olfici^as nikfMvolle Schicksal dieses hervorragenden den S.' ^"e die junge, glückliche Gattin kurz nach ^efild? >""" b" Revolution in die ewig lachenden durch >..des herrlichen Toscana, dessen Großherzog °uf sein "uppen seines Neffen Kaiser Franz Josef ^en angestammten Thron wieder eingesetzt wurde. Graf c^ "ütllerweile ", die Generalscharge beförderte Niai,da,?/"'ä Emmevl'Ue wurde zuerst Trnppencom. 9lM^! "' Lwornu und später in Florenz. An dem dez f^gllchen Hofe. dem gastlichen Sammelpunkte allen ^?'schen Adels und gebildeter Fremder aus der »ie^' ^ Welt, war Gräfi» Crenneville eine ^endend^V^ ^'" Kranze edler, in Anmuth und oft ln dieser ss3^""^lt strahlender Damen und verblieb aus Toscan - ^ ^"'" Abmarfche der Oesterreicher Nach kurzem Aufenthalte des Grafen Erenneville als Militär-Bevollnlächtigter in Paris erhielt er seine Bestimmung als Truppencommandant nach Parma, und an dem dortigen bourbonischen Hofe nahm Gräfin Hermine eine ähnliche bevorzugte Stellung ein wie früher in Florenz. In der bisherigen Ehe hatte sie ihren Gatten mit drei Söhnen beschenkt, welche deren Glück noch erhöhten und nun seit Jahren dem Kaiser und Reiche ihre Dienste weihen. Als treue Gattin und Officiers-frau, die das wandelbare und mannigfache Schicksal, den oftmaligen Wechsel des Aufenthaltes willig trägt und die Sorgen des Mannes zu erleichtern sucht, theilte sie de» Aufenthalt des Grafen Erenneville als Truppendivisionär in Klausenburg, verfolgte sie ängstlichen Gemüthes, aber ohne Klage seine Theilnahme an dem Feldzuge 1859, der ihm bei Solferino eine ehrenvolle Wunde und allfeitige Anerkennung seines tapferen Verhaltens brachte, und fchickte sich in opferwilliger und patriotischer Ergebenheit in die vielen und andauernden Entbehrungen, welche die mehrjährige ehrenvollste Stellung ihres Gatten als Erster Gencraladjutant Sr. Majestät des Kaisers durch dessen angestrengteste Berufsthätigkeit und die oftmaligen län-geren Abwefenheiten vom häuslichen Herde ihr auf« erlegten. Durch feine Ernennung zum Oberstkämmerer Sr. Majestät ergab sich wieder die Möglichkeit zu engerem Familienleben, das durch den Ankauf des seither bedeutend verschönerten ..Bergschlössels" bei Gmun-den, in welchem das glückliche Ehepaar in schönster Eintracht und stillem Genügen die Sommermonate zubrachte, noch verherrlicht ward. Wer die seit Jahren in Zurückgezogrnheit nur der Familie angehörende Verstorbene sah, wie sie in ihrem Heim die Pflichten der Hausfrau in größter Bescheidenheit erfüllte, wie sie auch in ihrem Aeußern eine edle Einfachheit walten ließ, der mochte wohl kaum glauben, dafs er sich einer Dame gegenüber befand, die durch Geburt und Rang am kaiserlichen Hofe eine der erste» Stellen einnahm, die an den Höfen in Florenz und Parma geglänzt hatte, wie einst ihre Schwiegermutter, die noch lebende 93jährige Gräfin Victoria Crenneville auf den weltberühmten Festlichkeiten während des Wiener Congresses, wer aber der nun selig Entschlafenen in das große klare Auge blickte, ihr angebornes vornehmes Benehmen näher beobach-tete, erkannte gar bald die Dame aus der ersten Gesellschaft. Neben den Vorzügen der Geburt und der Stellung schmückten die Verstorbene aber auch alle Tugen-den einer echt deutschen Hausfrau, einer treuen Gattin, einer ihre Söhne unbegrenzt liebenden Mutter und einer wahrhaft frommen Katholikin. Den Armen war sie eine Mutter, iibte aber das Wohlthun im Verbor-genen. und so werden viele derselben, dene» sie eine verschwiegene Helferin i» der Noth war, ihre heißen Danlesgebele für die edle Todte mit jenen vereinen, die an ihrem Sarge den unersetzlichen Verlust der Lebensgefährtin, Mutter. Verwandten oder Freundin beweinen, welche soeben ein Leben ohne Makel und eine 42jährige glückliche Ehe durch Gottes Nathschluss beendete. Die vielseitige Trauer um die Verstorbene, wie sie sich in der großen Theilnahme der kaiserlichen Familie und aller Klassen der Gesellschaft kundgibt, möge aber auch dem trostlosen, schwergeprüften Gatten und seinen Söhne» Linderung in ihrem nur zu begreiflichen große» Schmerze sein und ihnen die Ueberzeugung geben, dass dieselbe weit über die Grenzen der Verwandtschaft und der befreundeten Kreise hmauK-reicht und dass das Andenken an die Todle em ge. segnetes bleiben wird bei allen, die sie gekannt und ihren Wert schätzen gelernt haben. Friede ihrer Asche! Mr. Zig.) «Machet Zeitung Nr. 81 684 8. April 1888. dern eist nach erfolgtem Zuschlage erlegt werden soll, hätte nicht der entwickelten Interpretationskunst be« durft; es lag dieser Schluss für jedermann auf der stachen Hand. Die Ausschreibung sagt, dass der Ersteher das Vorrecht zum Bezüge haben solle, wenn innerhalb dreier Monate ein Bedarf weiterer Ausgabe von fü'nfprocentiger Noteurente eintrete. Nun, dieser Bedarf wird in dem Momente eingetreten sein, in welchem die Vertretungskörper die Ausgabe von Noten« rente bewilligt haben werden, denn die Bewilligung der Ausgabe beruht nur auf diesem Bedarf«'. Der Ersteher wird also sicherlich zur Ausübung der Option auch dann zugelassen werden, wenn die factisch e Ausgabe sich über den Termin von drei Monaten ver-zögern sollte, und wir müssen der Unterstellung entgegentreten, als ob es in der Absicht läge, durch eine Verschiebung der Ausgabe das Optionsrecht illusorisch zu machen. Dass aber der Finanzminister nicht berufen ist, dem Ersteher den Erstehungscours zu garantieren, dass es ihm unbenommen bleiben muss, die etwa noch ferner zu emittierende Summe an wen immer zu begeben, falls der Ersteher es nicht in seiner Convenienz fände, von der ihm eingeräumten Option Gebrauch zu machen, das gehört unseres Erachtens zu den Elementen der Finanzkunst." Zur Lage. Die Ernennung des bisherigen Statthaltereileiters in Böhmen FML. Baron Kraus zum definitiven Stalthalter findet auch in der Provinzpresse und in auswärtigen Blättern eine günstige Beurtheilung. So schreibt die „Salzburg er Zeitung": „FML. Baron Kraus hat sich durch seine Unparteilichkeit, seine Gerechtigkeit und tactvolle Energie die Sympa-thien beider Volksstämme in Böhmen im vollsten Maße erworben; seit er in Prag amtiert, wurde weder von der einen noch von der anderen Seite irgend welche Klage laut, und wenn man bedenkt, unter welch schwierigen Verhältnissen Baron Kraus die Leitung der Statthaltern übernahm, so wird man es als ein um so höheres Verdienst anschlagen müssen, dass er alle zufriedenstellte und seine Thätigkeit bei Deutschen und Czechen unbedingte Anerkennung findet. Baron Kraus hat den thatsächlichen Beweis geliefert, dass die Versöhnuugspolitik die einzig richtige ist, und dass es nur des ernstlichen Willens bedarf, um durch versöhnliches Entgegenkommen die Gegensätze auszugleichen." — In einem Wiener Briefe der „Schle» fischen Zeitung" heißt es: „Die definitive Ernennung des Freiherrn v. Kraus zum Statthalter von Böhmen wird hier lediglich als eine Anerkennung aufgefasst, die der bisherigen Wirksamkeit des Baron Kraus gezollt wird, besonders mit Rücksicht darauf, dass es ihm gelungen ist, sich über den Parteien zu halten." Fast sämmtliche Wiener Blätter vom 6. d. M. nehmen in entschiedener Weise Stellung gegen die seit einiger Zeit sich in Wien bemerkbar machenden antisemitischen Agitationen. Das „Fremdenblatt" bemerkt bei dieser Gelegenheit: „Mit den Hetzern und den Schreiern selbst werden die Behörden schon fertig werden. Die Regierung wird die Ruhe unter dcn Bürgern, wird den confefsionellen Frieden nicht stören laffen und sie wird damit auch die Ehre der Residenz wahren. Das bisherige Einschreiten der Polizeibehörden, welche die Agitatoren überall auseinandertrieben, beweist, dass die Negierung zu diesem Unwesen bereits Stellung genommen, und sie wird hoffentlich noch zu anderen Repressiv« maßnahmen greifen, wenn das tolle Treiben noch weiter ausarten sollte. Aber die eigentliche, die nachhaltige Abwehr gegen das Schönererlhum darf von der Bildung, dem gesunden Sinne der Bevölkerung erwartet werden, und an diesem werden die Attentate auf die moderne Gesittung zweifellos scheitern..... Jene große Anzahl fleißiger Bürger, welche eine Besserung ihrer ökonomischen Verhältnisse anstrebt, welche an die Gesetzgebung mit ernsten Problemen herantritt, hat es nicht verdient, dass ihre Bestrebungen durch Agitatoren verunglimpft werden und der Ruf des Kleingewerbes bloßgestellt wird. Den Rechten der Bürger jüdischen Glaubens wird der Wahnwitz keinen Abbruch thun, aber er wird die Welt an den eigentlichen Tendenzen des wahren Kleingewerbes irre machen, wird dieses schädigen und dessen Bemühungen in ein futsches Licht stellen. Die Gewerbetreibenden sind daher vor allem berufen, diese falschen Bundesgenossen abzuschütteln und jede Gemeinsamkeit mit Leuten zurückzuweisen, welche die ehrenvolle Bezeichnung ihres Standes in dreister Weise usurpieren." Aehnlich äußert sich die „ Morgen - Po st ". Sie schreibt: „Die Wiener Gewerbetreibenden haben es unter ihrer Würde gehalten, sich auf den Standpunkt des confessionellen Zelotismus zu stellen, sie haben sich ferngehalten von Demonstrationen, welche eine Schande für unser Jahrhundert sind und welche auf unsere Stadt ein trauriges Licht werfen müssten, wenn sie sich verallgemeinern sollten. Aber Letzteres ist glücklicher Weise nicht zu befürchten. Wien ist ein undankbarer Boden für confessionelle Hetzen." — Das „Neue Wiener Tagblatl" sagt: »Die Ar-veiter und die Bürger werden einer Agitation den Kopf zertreten, welche die wildesten und niedrigsten Instincte entfesseln will, um die Grundlagen der modernen Gesellschaft, die Humanität und die Freiheit, in die Luft zu fprengen." — Die „Vorstadt-Zeitung" schreibt: „Um ehrlich zu sein, müssen wir gestehen, dass es hier nicht gehe, dass Wien nicht der richtige Kampfplatz der Antisemiten sei. Der Wiener stellt Sympathien oder Antipathien gegen die Juden jedem frei, kann aber nicht recht einsehen, wo man mit der Iuden«Hetze hinaus wolle. . .. Man weiß nicht, ob man sich über solchen Unsinn ärgern oder ob man darüber lachen soll." — Die „Deutsche Zeitung" bemerkt: „Wir halten es für eine publi-clstifche Pflicht, ditsem widerlichen Treiben in seinen Anfängen entgegenzutreten, weil jeder Appell an den Raffen- und Klassenhass, jede Aussaat socialer Zwie« tracht, jede Berufung an die bösen Instincte. die in der Menschenbrust schlummern, ihre ernsten Gefahren in sich fchließen." — Der „Neuen freienPresse" entnehmen wir: „Nichts empört uns mehr, als wenn plötzlich die Confession mit hereingezerrt wird in die Tageskämpfe der Parteien." Die „Politik" bespricht die bevorstehende Ersatzwahl imböhmischenGroßgrund-besitze an Stelle des Freiherrn von Pretis, nimmt Act von dem seitens der conservativen Partei den verfassungstreuen Großgrundbesitzern neuerdings angebo» tenen Compromisse und bemerkt, dieses Entgegenkommen der conservativen Partei beweise, dass ihr die Versöhnlichkeit keine leere Phrase, sondern feststehende Ueberzeugung ist. In einem längeren Artikel über die Rentabilität der österreichisch.un'garischen Anlagepapiere bemerkt der „Tresor": „Die Kapitalsbilonng hat unzweifelhaft auch bei uns in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, und so gering auch die jährlichen ElspaNM in Oesterreich in Vergleich mit denen anderer Lände''.' sein mögen, so verhältnismäßig bedeutend müssen l^ im Vergleich zu denen der früheren VergangcntM sein. Die Annahme, dass in den letzten Jahren g^ here Posten Renten und Prioritäten aus dem Auslande ihren Weg zurück nach Oesterreich genommen haben, dütfte wohl eine richtige se>n; leider fehlen >n dieser Beziehung alle Anhaltepunkte, um über die Summe dieser rückgekehlten Obligationen auch "^ eine Vermuthung aufstellen zu können." ^^^_^^ Vom Ausland. Das preußifche Herrenhaus wird ass 20. d. M. die kirchenpolitische Vorlag«', wie sie au» den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses hervorgegangn ist, berathen. Man erwartet allgemein die Annähn" der Vorlage. Wie in Spanien, so hat auch in der Schlve'i der neue Handelsvertrag mit Frankreich, welcher die Genehmigung der Bundesversammlung noch zu t^ halten hat, zu entgegengesetzten Kundgebungen Anla!« gegeben. Eine große Volksversammlung in Olle", dem Solothurn'schen Eisenbahn-Knotenpunkte, ver-langte die Verwerfung des Handelsvertrages und d>e Einleitung neuer Verhandlungen. Das Gleiche ist bel Wunsch 'des Industrieverein's in Zürich, wählet andere Versammlungen in Neuenburg, in welche" hauptsächlich die Uhrenindustrie vertreten war, und >n dem bernischen Langnau sich für die Annahme de» Vertrages aussprachen. Ein Madrider Telegramm meldet, dass in den kleineren Städten Cataloniens der Belagerungszustand bereits wieder aufgehoben wurde, nicht aber in de>n volkreichen Barcelona, wo die Lage unverändert se'' Ueber diese Zustände wird dem „Temps" aus Mat>l>° vom 3. d. M. telegraphiert: „Die versöhnlichere SUM' mung, welche sich in Barcelona kundgab, hat wied" anderen Gesinnungen Platz gemacht, seitdem die 2)^ völkerung gestern abends von der Erklärung des Hell" Sagasta im Congresse Kenntnis erhielt, das Cabnw werde bei den Cortes auf die unveränderte Annähn" des spanisch-französischen Handelsvertrages antrage"/ Der Genrralcapitän hat die Präsidenten der Syndicate der Arbeiter und Industriellen zu sich beschieden-diese erklärten aber, es sei ihnen jetzt unmöglich li^ worden, ihrem Versprechen gemäß ihren Einfluss dafl» geltend zu machen, dass die friedlichen Kundgebungen und der passive Widerstand unterblieben. Heule Montag schien die Stadt des Morgens ruhig; aber die Junten gaben die Losung aus, dass die Läden und Werkstätten geschlossen bleiben und dass die Arbeiterscharen sich ""> den Boulevards und den Centralstraßen zusamme^ finden sollten. Die wenigen Fabriken, welche noV offen geblieben waren, mussten angesichts der fein^ lichen Haltung der Gruppen, welche sich vor ihn«" zusammenrotteten, fchließen." In Mexico fand am 1. d. M. die Eröffn""» des Congresses statt. Der Präsident Gonzalez M in seiner Botschaft einen Krieg mit Guatemala ' Aussicht, wenn diese Nachbarrepnblik den GedanM' nicht aufgebe, den mexicauische» Vundesstaat Ehiap^ an sich zu bringen. Der Stellvertreter. Ongmalerzählung aus dem Nachlasse von K. A. Kaltenbrunner. (4. Fortsetzung.) Nachdem alles geordnet war, rief Vincenz: „In Gottes Namen ans Werk!" und er wurde über den Rand der Kluft hinabgelassen. Den Bergstock, welchem für Anselm ein zweiter beigebunden war, hielt er wagrecht gegen die Riffe und Kanten der Felsen, und gebrauchte denselben gleichsam wie ein Steuer in der Luft. Dem Muthigsten der mithelfenden Männer zitterte das Herz. Unter dem Todesgrausen der Augenzeugen schwebte Vincenz am Seile langsam hinab in die Tiefe, mit dem Gesichte herwärts gegen die Kesselseite gekehrt, auf welcher er hinabgelassen wurde, damit er imstande war, die vorragenden Klippen zu sehen und ihnen auszuweichen. Auf diese Weise war sein Sehkleis anfangs nur auf das Nächste beschränkt, aber in der Tiefe von einigen Klaftern nahm er zu feinem T>oste wahr, dass nun ein Geröll begann, welches sich weiter nach unten zu einer schiefen Fläche vorschob und das sich zu seiner Rechten, gegen die Stelle hin, wo Anselm gestürzt war, noch höher nach oben hinaufzog. Diese Entdeckung beseelte ihn mit neuem Muth. Das vorspringende Geröll erlaubte ihm nach einer Schenkung von ungefähr gleicher Klaftertiefe, festen Fuh zu fassen und. vom festen Seil getragen, auf dem Geroüe adwärtz z« steigen. Er kletterte fort und fpahle mit scharfen Blicken rings umher Zu seinem Schrecken gewahrte er jetzt, dass dieses Gerölle, welches ihn abwärts führte, weiter unten neuerdings steil abstürzte oder mit dem Rande einer zweiten Kluft endigte, und dafs es von dem Gerölle zu seiner Rechten, welche Seite er im Auge behalten musste, durch einen zwar nicht breiten, aber tiefen und unübersteiglichen Felseinschnitt getrennt war. Schon wollte er, verzweifelnd, auf diefer Stelle etwas zu erreichen, mit der Glocke das Zeichen geben, ihn emporzuziehen, um den Rettungsversuch weiter drüben von neuem zu beginnen, als ihn die Wahrnehmung tröstete, dass tiefer unten, in der Fortsetzung jenes Gerolles zur Rechten, dichtes Buschwert -wahrscheinlich von dunklen Zwergföhren — sich erhob, das ihm wie ein Damm und Schutz erschien, den Gottes Hand gegen den unten liegenden zweiten Abgrund hingepflanzt habe. Vincenz stieg jetzt noch so weit als möglich hinab, und als er jener Stelle auf Vüchsenschussnähe gekom-men war, trat er auf die äußerste Erhöhung des Felseinschnittes, um von dort aus gesehen zu werden. Er streckte sich hoch empor und rief hinüber: „Anselm! — Anselm!" Und sieh I am Saume des kleinen Föhrengehölzes drüben richtete sich eine menschliche Gestalt mit dem Oberleib in die Höhe, hielt mit der einen Hand ein Gewehr empor und winkte mit der andern Hand herüber. Vincenz bebte vor Freude an allen Gliedern. „Gott fei gelobt! Er ist's! Er lebt!" rief er laut und schwenkte den Hut in den Lüften. Ja, es war Anselm, — und wahrlich ein Wunder Gottes, dass er lebte! Wer vermöchte zu schildern, was jetzt im He^ seines treuen Kameraden stürmte! Welch ein Wied^ sehen — in so fürchterlicher Tiefe! ^> Wie aber jetzt die weitere Rettung vollbring^ An der Stelle, wo Vincenz stand, konnte er über dl trennende Zwischenkluft nicht hinüber. Und doch tv" es vorerst das Nothwendigste, sich mit Nnselm zu ^ sprechen und von ihm selbst die Mittheilungen "ve seinen Zustand zu hören. Während aber Vincenz sich anschickte, ihm w>e^ zu winken, er möge näher herkommen, hatte sich ^' selm aufgerafft. Hinkend und mühsam, mit bleich^ zerschundenem Gesichte und mit gestocktem Blut v rauf, ohne Hut und mit zerrissenem Gewände sch^ h er sich herbei. Er stand jenseits der Felsspalte "^ sprach, schwer vernehmbar, herüber: „Grüß'dich^,^ tausendmal, guter Vincenz! Ich hab' geglaubt, es > aus mit mir! Unser Herrgott soll dir deine Freun schaft reich vergelten!" .^ Vincenz bemerkte die Erschöpfung seiner ni"l und war fast zu Thränen gerührt. Trotzdem wollte ^ mannhafte Jäger leine Zeit mit Worten ue»l>el^ Zuerst band er den zweiten Bergstock los »nid lv" denselben hinüber, damit er Anselm als Stütze " später als Schutz vor den Felsvorsprüngen d'" dann rief er ihm den folgenden Plan zu: «^. !",,»> ihm das zweite Seil zuwerfen; dieses solle er >^ s, den Leib schlingen; Vincenz lasse sich vorher emp ziehen, wolle dann oben am Rande der Klnst ^ Seile des Anselm die rechte Richtung geben u»0 Leitung seines Aufziehens selbst übernehmen." (Fortsetzung folgt.) Laibach« Zcttnna Nr. 81 «85 8. April 1882. Ans London schreibt man der „Pol. Corr." unterm 1. April: Die Moritat, welche in der vorgestrigen Discussion ilber auf Seite der Regierung stand, be-"st noch lanz;e nicht, dass die diesbezüglichen Vor. Maae der letzteren in dem Untei hause zur Annahme Mmiaeu werden. Viele Conservative und üibnale sind wM berett, gemäß dem Ainendement des Sir John "Wock, die Cloture durch ei»e Zwcidrittel-Majorität zllzulasjcil, opponieren dagegen heftig gegen die von " m Cabinet beantragte Cloture durch die einfache "caiomllt. da es in diesem Falle in die Hände der "Weruiig gelegt würde, eine Debatte nach ihrem Gut« ""Mm abzuschneiden. Das am 30. t'iscutierte Amende « hat die Cloime selbst mit der von Sir John u >'!? angeregten Modification schlechthin verworfen ,,"?, ble Llberalcn. die das Project der Regierung 'M billigen, konnten ohne 8aeMcium iuwüocwm ««en das Amendement stimmen. Erst bei Gelegenheit "" Discussion des Amendement Lubdock wird es sich N' ob das Cabinet noch den Einfluss und die ml! - ?bl' die Liberalen in einer Frag?, in der sie l prunglich lebhaften Widerstand leisteten, dennoch «Nr Heeresfolge zu vermögen. U, ^'^ von den Conservaliven in letzter Zeit in "eiren der irifchen Frage adoptierte Politik erregt bei «? "egleruilg starke Besorgnisse. In dem Agrar« m'.v ""den bekanntlich den Pächtern, wenn sie ihre 2. l käustich erwerben. Aegünstiguugen zuge, end n m!"'/ ^'"? "ber die zu diesem Behufe zu tref-m^. Maßregeln so verwickelter Natur und die den anderfeils so ungenü- S ' °ufs dieser Theil des Agrargesetzcs bis zur 5 "' °^"och gar nicht in Anwendung gebracht wurde, erster n^H' ^l'ulh, der im Cabmete Beaconsfield arnü. ^? b" Admiralität war. schlägt nun eine m A ?taatsoperation behufs Ankaufs aller iirarifchen Wä^ 1 ^ ^"' ^^ dann an die Pächter zu verkaufen ratio '^^ Proposition könnte, da eine solche Ope-wm<>n ^ ^lgrargesetz des Herrn Gladstone ganz ent« ralen ,i-!^ überflüssig machen wilrdc. von den Live. Nedack c> "^erstüht werden. Andererfeils würde die Stimme.?"^'"" bie grohe Majorität der irischen zu der l kl ^^uservaliven zusühreu und den Grund Enlschn^" vergeblich von der Negierung begehrten also wi. U der Gulseigenthümcr legen. Es stehen Ech'wlerial? ^' H""' Gladstone neue. erhebliche Betreff der ^ ^^^^ Schon gegenwärtig treten in den Hn»«„ « /'""rung des im September erlöschen« Ai'löw'lii , .U^bcs »n Illand im Lager der Liberalen bums snn '" ^'^"^ und selbst im Schoße des Ea-Schis», ,' ^ es heißt, in dieser Angelegenheit ein heun ^lM- Die Ag'armorde in Irland treten und k""^ Dhlreicher als im vergangenen Jahre auf, auf !k ^ ^Ulster erklärt es für unmöglich, Irland Di? m "^ ^^ normalen Gesetzgebung zu regieren, lvid s.^'^len aber, welche das Zwangsgesetz nur sehr sie >/ bklld augenommen hatten, proclamieren, dass si»d? /'"^ Erneuerung nichts wissen wollen; ebenso weil ^'^Oliven aus dem entgegengesetzten Gruude/ schllltt ^ ^^ '^'^" ^ ^^''ll strenge erscheint, eut-Nid s!'' ^^'^ Erneuerung zu opponieren. Vereintem der , "?"^ ber Nadicalen, Conservatiuen und Irlän-„^ uiusste das Cabinet unterliegen. Die Frage ist übers, ^'^ Coalition solch' heterogener Elemente loil,w"^' wenn auch nur vorübergehend, zustande "uien wird. Aus Belgrad Drr ^" "Pol. Corr." unterm 3. April geschrieben: Wi^s"''"twn3process, über den der „Pol. Corr." "ehr/r " ^araphisch ^^^^^ ^^^^ h^^ ^.^ der s^c^aen den ansschließlichen Gesprächsstoff ^ lert>l,che„ Hauptstadt. Der Grund dieser Erschei-als in ^ "'^^ lo sehr in dem Wesen des Processes Pers«' der Politischen uud socialen Bedeutung der 'N Ne.s? "' "^^ darin eine Nolle spielen. Die serbil^ ^ Uiohuendeu ehemaligen Aclionäre der „Ersten Mals?" ^°"k" si"d »niederholt uud erst kürzlich aber-^liill z> nition auf 11.000 Mark, Bisher sind 50 dieser Ne-volvergeschütze beschafft worden, und soll die Beschaffung der noch ausstehenden 228 Stück in den nächsten beioen Jahren erfolgen. — (Ein Wagen aus der Eisenzeit) Ein interessanter Fund wurde, wie dänische Blätter melden, in einem Moor bei Ningtjcibing in Jutland gemacht. Man fand einen in seinen Hauptbestandtheilen wohl« erhaltenen Wagen von prächtiger Ausstattung und mit kunstvollem Bronzebeschlage in nicht römischem Stile. Sachkundige vermulhen, da man weiß, dass in Däne« mark bis in das 1(i. Jahrhundert Wagen nicht zur Beförderung von Personen gebraucht worden sind, es sei ein heidnifches Fahrzeug aus der Eisenzeit, das ein Götterbild getragen. Die hölzernen Felgen sind aus einem Stücke gebogen, und der eisernr Nadreife» ist glühend umgelegt worden, ohne mit Nägeln befestigt zu werden. — (Im Löwenkäfige.) Der unter dem Namen „Eapitän Cardono" bekannte Thierbändiger probuciert sich feit kurzem im Circus Fernando in Paris. Letzten Samstag hatte er eben seine Vorstellung begonnen, als sich die jüngste Löwin auf ihn stürzte und ihm mit einem Hiebe ihrer Tatze den rechten Schenkel zerfleischte. Ein Schrei des Entsetzens gieng dnrch den ganzen Sual. Zum Glücke verlor der Thierbändiger nicht die Geistes« gegenwart. Mit übermenschlicher Kraft warf er die widerspenstige Löwin zu Boden und zwang die übrigen Bestien, die beim Anblicke des Blutes ein betäubendes Gebrüll ausstießen, zum Gehorsam. Dann verlirh er, da er durch den Blutverlust zu sehr geschwächt war. um die Production fortzusetzen, rasch den Käfig und zog sich unter dem Beifallsjauchzen des Publicums zurück. Die Wiederherstellung des muthigen Thierbiindigers dürste, da feine Wunden nicht unbedeutend sind, einige Zeit in Anspruch nehmen. Locales. — (Dei Herr N eichs rat h sa bgeo rdn etc Ritter von Schneid) ist, wie „Slov'nski Narod" meldet, bereits wieber vollkommen hergestellt und begibt sich demnächst nach Wien, um wieber an den NeichS« rathsverhandlnügen theilzunehmrn. Diese Nachricht wird gewiss von allen Vaterlandsfreunden mit vieler Freude begrüsst werden. — (Militärisches,) In das Verhältnis „außer Dienst" wird verscht mit 1. Mai d. I, der Lieutenant in der Reserve Nedwed Emerich des Peterwardeiner Infanterieregimentes Freiherr v. Philippovi«! Nr, 70. nlS zum Truppendieste untauglich, zu Local« dien st en geeignet, unter Vormerkung für die Verwen» bung bei Militär-Vilbungsanstalten im Mobilisierungs' falle (Aufenthaltsort Laibach). — (Das Porträt) des weiland Dr. Johann Bleiweis Ritter von Trstenißki. nach dem Originale des Herrn Professors Franke in Oelfnrden-druck ausgeführt, ist im Verlage deb hiesigen hoch, geschätzten Handelämcmnts Herrn P. Kajzel soeben erschienen und im Schaufenster de3 Geschäsleb des Herrn Kajzel am Alten Markt zur Ansicht abgestellt Pas Laibach« Zeitung Nr. 81 «86 8. April 1882. Bildnis stellt den gefeierten Patrioten in der Zeitperiode seines 70jährigen Geburtsfestes dar. ist zum Sprechen ähnlich und fehr fein ausgeführt. i — (Turnerabend.) Kommenden Samstag, den 15. April, veranstaltet der Laibacher Turnverein unter Mitwirkung der Musikkapelle des l. l. 26. Infanterie. Regimentes Michael Großfürst von Russland imCasino> Gla3 salon einen Vereinsabend (mit Tanz), dessen reichhaltiges Programm wir nächstens mittheilen werden. — (Concert-Voranzeige.) Demnächst gibt die bewährte Sopranistin der heurigen Ofterngesellschaft, Frl. Caroline Fischer, im landschaftlichen Redoutensaale ein Concert, bei welchem aus besonderer Freundlichkeit für die Concertgeberin der Männerchor der philharmonischen Gesellschaft fowie die Herren Professoren Gerstner und Zührer mitzuwirken die Güte haben. — (Trie st er Ausstellung.) Der Handels« und Gewerbekammer in Laibach als Filialcomite der Triester Ausstellung sind weiters nachstehende Anmeldungen zugekommen: 45.) Nußbaum August in Fuzine bei Haidenschaft — Tavoletti, Gerbstoffe, Num>rier-Waldhammer mit Zählapparat; 46,) Ohr und Dem-derger in Ncumarttl — Schuhwaren; 47.) Omersa Franz in Krainburg — Ringelschmiedwaren, Nägel, Zeugschmiedwaren; 48.) Ozbic Mathias in Stein — Madonnas, Tabernakel und Platten aus imitiertem Marmor; 49.) Pibrouz Franz aus Kropp — Wagen; 50.) Pirc Franz H Sühne aus Kropp — Draht, Stiften, Nägel. Ketten. Schiffsklammern; 51.) Pirc M. aus Krainburg — verschiedenfarbige Leinwand. Bänder und Weberzeuge, Weißgarnleinwand; 52.) Praschniker Alois aus Stein — Cement, Cementwaren, Putzpulver; 53) Samassa Albert aus Laibach — dreistimmiges Glockengeläute sammt Glockenstuhl in Holzconstruction nebst einer Garnitur Altar« und Signalglocken, Altar-und Wandleuchter. Luster, Lampen, Candelaber. Weih-rauchgefähe, Hausleuchter in Bronze, Canontafeln, Harmonieglocken, Hähne, Ventile. Holländer für Röhren und Schläuche. Pippen, Wasserstandanzeiger. Bade»Einrich-lungen, Ansiaufständer. Pumpen, Heber, Spritzen ic. ; 54) Schisfrer Wilhelm aus Lustthal — Farben. Quarz» fand; 55) Schrey Alois aus Aßüng — Bienenzucht-geräthe, Honig; 56) Schwingshall Heinrich in Laibach — gelöthet gezogene Kupferrot)«» ; 57.) Seemann Paul und Richard ans Laibach — Wachs und Wachsfabrikate; 58.) Smuk Simon aus Stein — Holzstiften; 59) Supan Mathias aus Kropp — doppelwirkender Cylinderblasbalg sammt Gestell und Montiermlg; 60.) Starö Julius aus Stein — Liqueure, Essig, Brantwein; 61.) Terftinz Fidelis Nachfolger in Laibach — geschnittene, geraspelte, pulverisierte und gemahlene Farbhölzer und gemahlene Farbwurzeln; 62,) Tönnies Gustav in Laibach — Gusswaren. Wärmöfen, Pumpen :c.; 63.) Vodnil Josef in «Hiöka — Liqneure, Brantwein; 64.) Wertheimer Josef in Podgrad bei Salloch — Speise-, Lein- nnd Rüböl, doppelt raffiniertes Nnbül, Industrie-Leinöl, entsäuertes Rübül, Reps« und Leinkuchen; 65.) fürstlich Hugo Windischgrätz'sche Güterdirection in Haasberg — Mastbaum, Bau« und Werlholz, Schnittmateriale. — (Feuer) Gestern Freitag (7. April) brach um '/4 7 Uhr morgens im Hause der Frau Katharina Gcstrin, Polanastraße Nr. 17, ein Nauchfangfeuer aus, welches durch Ueberheizung entstanden ist. Der Feuerwächter telephonierte den Ausbruch des Brandes ins Feuerlöschdcpositorium, worauf sich sofort ein Löschtrain der Feuerwehr unter der Führung des Zugscomman-danten Herrn A. A ch t s ch i n an den signalisierten Brandort begab, ohne jedoch intervenieren zu müssen, da das Feuer bereits gedämpft war. x- — (Tod durch Hinabstürzen.) Aus Rad-mannsdoif schreibt man uns: Am 15. v. M. gegen 10 Uhr vormittags ist der beim Eindecken des Daches auf dem Auritzer Hofe beschäftigte Zimmermann Johann Pecar aus Asp infolge eigener Unvorsichtigkeit auf die Straße gefallen und sofort todt geblieben. Der Verun« glückte War Vater von vier unversorgten Kindern. — (Fünf Personen ertrunken.) Aus Pölland schreibt man uns: Am 30. v. M. wollten neun Personen aus der Ortschaft Podklanc in Kroatien mit einem kleinen Kahn den stark angeschwollenen Kulpa-fluss übersetzen, um das diesseitige Ufer zwischen den Orten Winkel und Dämel (bei Weiniz) erreichen; der Kahn schlug jedoch plötzlich um und sämmtliche darin befindliche Personen stürzten ins Wasser; Vieren gelang es, sich zu retten, die übrigen fanden in den Wellen den Tod. Die Verunglückten, ein Bursche und vier Mädchen, alle in dem jugendlichen Alter um 20 Jahre, wurden sofort nach ihrer Rettung in ihre Heimat Podklanc transportiert. Zur Zeit des Unglücksfalles war zufällig kein Mensch an Ort und Stelle anwesend, und daher konnte auch kein Rettungsversuch unternommen werden. — (Landschaftliches Theater.) Director Gustav Löcs trifft am 14, April mit seiner jugend" lichen Eleven-Gesellschaft aus Graz hier ein und gibt die bereits annoncierten drei außerordentlichen Gast-Vorstellungen. Samstag, den 15. April, abends 7 Uhr geht dn2 brillante Zaubermärchen „ Klein-Däumling ' oder Goldelse und der verzauberte Prinz m,t ganz neuer Au»stattung in Scene, und machen wir die Freunde solcher Vorstellungen mit dem Beifügen darauf aufmerksam, dass am zweiten Gastspiel-Abend. Sonntag, den 16. April, „R obinson Crusoii" und am 17. April als unwiderruflich letzte Gastvorstellung „Vater Ruprecht der Gei st erfürst " oder „Die feindlichen Brüder" gegeben werden, eine Wiederholung also nicht stattfindet. — (Literatur.)* Schmidt ck Günthers „Leipziger Illustrierte Iagdzeitung 1882" Nr. 13. herausgegeben vom königl, Oberförster Nitzsche enthält folgende Artikel: „Zur Naturgeschichte der Waldschnepfe" von Ernst Har-tert (Schluss). „Ein Beitrag zur Lebensweise unseres Fischreihers" von L. Schröder in Steinbeck. „Die Jagd auf Lummen an der Nordküste Frankreichs" von Oberförster Quensell. „Die heilige Mistel" von C. A. von Schulenburg. „Jagdliches aus dem Spreewalde". Mancherlei ic. — Illustrationen: „Nachtreiher". „Gemeiner Reiher" von N Kretschmer. „Durstige Seelen" von H. Kotschenreiter. — Die „Illustrierte Iagdzeitung" von Schmidt H Günther in Leipzig erscheint am 1. und 15. des Monates und kostet bei den Buchhandlungen halbjährlich M. 3 —. Bei den Postanstalten vierteljährlich M. 115. * Alles in dieser Rubril Angezeigte ist zu beziehen durch die hiesige Buchhandlung Jg. v. Kleinmayr «° Fed. Namberg. ^ergeichnis der bei der Landeskasse eingegangenen freiwilligen Beiträge für den Neubau des Üandesmuseums: st- 1.) Herr Karl Luclmann, Landlagsabgcordneter ... 100 2.) „ Gustav Graf Thurn, Landeshauptmann ... 200 3.) „ Josef Ritter v. Pagliaruzzi, landschastl. Kanzlei« Official............... 10 4.) Herr Karl Deschmann, Muscalcustos...... 100 5.) „ Ottomar Vambcrg, Buchhändler..... 50 6.) „ Dr. Robert Schrey von Redelwerth, Advocat und Landcsausschuss-Vcisitzcr......... 50 7.) Herr Ignaz Graf AttcmS, steiermiirlischer Großgrundbesitzer in Rann............ 50 8.) Herr Nr. Victor Ruß, Reichsrathsabgeordneter in Wien 20 9.) Frau Iosesine Terpinz, Großgrundbesitzen,!. . . . 200 zusammen ... 780 Ferner hat die Stadtgcmeindc Laibach einen in zwei gleichen Raten, und zwar bci der Grundsteinlegung und bei der er« folgten Uebcrdachung des aufzuführenden Gebäudes auszuzahlen« den Betrag von 5000 fl, und Herr Alois Praschnitcr. Groß-industrieller in Stein, die unentgeltliche Lieferung von 100 Centner Roman-Cement zugesagt. Indem der gefertigte Landcsausschuss diese hochherzigen Spenden und Zusagen mit dem Ausdrucke des verbindlichsten Dantes an die Gönner und Freunde des Museums hiemit zur Kenntnis bringt, empfiehlt er mit Bezug auf seinen Ausruf vom 10. Jänner 1832, I. 6372, die Unterstützung des gemein« nützigen Unternehmens dem Wohlwollen aller Vaterlands-freundc. Vom trainischen Landesausschusse. Laibach am 7. April 1882. Neueste Post. Origillal Wien Valatschano kehrt heute auf seinen Posten Ml«' Washington, 6. April. Präsident Arthur ernannte den Senator Teller zum Secretär des Innern, William Chandler zum Secretär der Marine »B Hunt zum Gesandten in Petersburg. Der Senat Hal die Ernennung Tellers bestätigt. Handel und volkswirtschaftliches. Schwebende Schuld. Iu Ende März 1882 besauden sich laut Kundmachung der Commission zur Controlc der Staats' schuld im Umlaufe: an Partialhupothctaranweisungen 99.923/^ Gulden 50 kr,; an aus der Mitspcrrc der beiden üontrol' commissionen erfolgten Staatsnotcn 312.075,087 fl., im ganz^ 411.998,329 fl, 50 lr._______________________^. Verstorbene. Den 5. April. Franz Modic. Schucidcrssohn, 13 M"" Seilcrgang Nr. 5, Lungenlähmung. Lottoziehung vom 5. April: Prag: 19 25 4 90 74. Meteorologische Beobachtungen in Laibach 7U?Mg. 744-34 4. 0 6 O. schwach heiter .„ 7. 2 . N. 74146 -^12 I O. mähig heiter O'O" 9 . Ab. 739 75 -j- 4 6 O. schwach sternenhell Morgens starker Neif. Anhaltend wollenloser HinM^ Das Tagesmittel der Temperatur 4> 5 8°, um 30° unter oe»' Normale._______________________________________^ Verantwortlicher Redacteur: Ottomar Vamberg- Für die herzinnige Theilnahme an dem herben Verluste meines lieben Söhnlcins Milan, welcher am 2. April I. I. der Diphtheritis erlegen ist, spreche ich in eigenem und im Namen meiner Familie allen Verwandten, Freunden und Bekannten tief gefühlten Dank aus. Nudulfswert am 6, April 1882. Johann Polanel, l. l. Gymnasial - Professor. Eingesendet. Wichtig für Magenleidende! Herrn Julius Schaumann, Apotheker in Stockcrau. Von den mir gesendeten drei Schachteln „Magcnsalz" ^. ich bereits zwei Schachteln verbraucht, und lann nicht umy' ^ mich über Ihr so vorzügliches Medicament sehr befriedigen auszusprechcn, da ich nach so kurzem Gebrauche bedeutend w^ Appetit zum Essen bekam und auch die Schmerzen, die ^ täglich zu jeder Stunde heimsuchten, gänzlich nachgelassen ha^ ' und gebe mich der frcudiaen Hoffnung hin, dass nach Verbrau der dritten Schachtel dieses Leiden em Ende haben wird, "' zeichne mit besonderer Hochachtung . Hemrich Pfenninger jun. in Felizdors. (Zu haben beim Erzeuger, landschaftlicher Apolhclcr Stockcrau, und in allen renommierten Apotheken ^csl" „«„ Ungarns. — Preis einer Schachtel 75 lr. — Versandt " mindestens zwei Schachteln gegen Nachnahme,) (b^^> Das Möbel-Album. »Her 8t,ii,n