Kaibacher Zeitung, ß ^N WI.. Vnttncrstag am 21. Mai R84« Wien. ^e. k. k. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 9. Mai d. I,, die zwei bei dem nieder-österreichischen ?lppellationsgerichte erledigten NatlMelleu den Wie^ 'N'r Magistratsräthen, Johann Nepomuk Kraus; „iid Anton Praudstettcr, allerguädigst zu verleihen geruhet. Das »Ionrnal des Debats« meldet: Das Schiff, welches bestimmt ist, die Reise von Amsterdam auf dem Nhein, Main, dem ^lidwigscanal lind der Donau nach Wien zu machen, ist in Amsterdam eilends für diesen Zweck erbaut worden. Dieses Schiff, welches den Namen »Mariazell« erhalten hat, ist ganz aus Eisen; es hat deu Gehalt von 200 Tonnen, und auch bei voller Ladung übersteigt seine Wassertiefe nicht 50 Zoll. Wenn dieser Schiff. Fahrt.-Versuch, wie nicht zu bezweifeln, gelingt, entspringen für den Handelsverkehr zwischen den Laodern an der Donau und jeuen Norddeutschlands Vortheile, indem sie dann ihren gesammrc,, ^arenauotausch, ohne irgc„d cine Umladung nöthig zn ha-be.,, ,d die uner.chopstiche.. Steinbrüche daselbst ausbeuten. Der U.tter- ist der Italiener Ta'.cchim D.e .tal.en.schen Arbeiter werden sehr gut bezahlt. Siebenbürgen. ^as „Sttbenbürgcr Wochenblatt« vom 7. Mai mel.-'" "'^ Kronstadt von, 6. d. M. : Gestern haben wir oas erste Mal die Wohlthat der neuen Posteinrichtung cm-Mmoen und schon Nachrichten aus Wien vom 28. April an. G M" f,üh Morgens erhalten - also in kaum 7 Tagen. . <.?""^"^"^ Aschen hier und Bukarest ,ccht nch cm Tom^ sondern auch do.. ^ ^'Manunlungskasten aufgestellt werben. Für Bu arest u Kronstadt und die dastgen Handel^verbindungel, ist dieß ei„ lang gefühltes Bedürfnis;. Die Errichtung dieser directei, Postverbiüdung wird aber dann erst ihre Früchte tragen, l.'em, die so sinnreich und zweckmäßig projectirte Fahrstraße über den Prädial vollendet seyn wird, wodnrch natürlich die Personen- und Waren-Frequenz nach bisher noch ungeahnten Verhältnissen und den, zur Folge auch die Blüthe unserer Stadt zunehmen muß, indem dann zwischen Bukarest und Kronstadt sicher eine Eilfahrt errichtet werden wiid. S ch w e i z. Basel, Seit dem 3. Mai ist die schweizerische Kunstausstellung im Stadtcafino eröffnet. Der Catalog weis'c 210 ausgestellte Werke von 66 Künstlern auf (der Zahl nach bedeutend weniger, als in früheren Jahren). Doch erwartet man, daß noch manche Arbeiten nachkommen werde». D on tsch l a n d. Glogau. Am 7. Mai starb Hierselbst die Prinzessin Louise von Hohen . Zollern .-Hechingc», verwitwete Baronii, Heer von der Bnrg, im 72. Lebensjahre. Preuße n. Berlin, den 4. Mai. Dem Vernehmen nach hat sich «m hiesigen Cadetten - Corps vor einiger Zeit ein sehr trauriger Vorfall ereignet, indem ein sonst durchaus braver Cadett durch die unaufhörlichen blichen Neckereien eines Camcraden zuseftt so weit gereizt wordeu ist, das; cr ihn, in seiner Wuth in, Es;saal, wo beide sich gerade befanden zwei starke Messerstiche beigebracht hat. Der Verletzte ist^ wie man hört. bereits wieder hergestellt, und theils mic Rücksicht hierauf, theils in Erwägung des unverantwortlichen Benehmens des Verwundeten selbst, dürfte den jungei, Missethater, welcher noch immer Arrest hat, keine erhebliche Strafe weiter treffen. Unsere Cadcttenanstaltcn befinden sich übrigens im besten Flor, doch soll die Verpflegung der jm,, geu Leute hier und da viel zu wünschen übrig lassen. Berlin. Um dem materiellen Nothstände vieler Ele-mentarlchrer auf durchgreifende Weise möglichst abzuhelfen hat Se. Majestät, der König, cin allerhöchstes Gnadenge' schenk von 45.000 Thlrn. aus Staatsmitteln zu dem Zweck bewilligt, daß für das laufende Jahr sämmtliche Lehrerbesol--düngen, die sich auf weniger als 100 Thlr. belaufen, auf diesen Saß als Minimum erhöht werden, Die allerhöchste Bewilligung ist ein Gnadengeschenk, sie ist nur für ein Jahr bewilligt, sie wird zwar ohne Zweifel auch für das nächste und überhaupt bis dahin erneuert werden, wo nach gesetzlicher Ordnuüg die Gemeinden zu ausreichenden Leistun-gen an die Lehrer einzutreten haben, aber sie enthält keiner-le> Praiudiz oder Verpflichtung des Staats zu künftiger Un- 366 teryaltung der Schulen; diese bleibt nach wie vor Sache der Gemeinden und Patrone. Was nun dieHöhe der Unterstiiz-zung betriffc, so wird sie freilich nicht alle Wünsche zufrieden stellen, sie wird aber viele Herzen froh und dankbar stimmen gegen den hochherzigen Geber; ist noch nicht alles, so ist doch Bedeutendes hiermit geleister. Die definitive Neguli-rung der a/sammten Lehrerbcsoldungsverhältnisse wird hoffentlich bald. folgen; es wird dabei ^aber hauptsächlich auf die Stimmen der Landtage ankommen, denen die Negierung sicher nichts in den Weg legen wird, was sie an Bewilligung möglichst hoher und auskömmlicher Normalsatze verhindern könnte. Frankreich. Nach Berichten aus Algier vom 30. April hatte sich Abd-cl Kader, welchen General Iussuf in Südwestcn verfolgte, plötzlich wieder 'östlich gewendet. Es sind Briefe von ihm an die Häuptlinge aufgefangen worden, worin cr erklärt, das; er nicht daran denle, sich ins Maroccanische zurückzuziehen, vielmehr den heilige»Krieg eifrig zu betrüben. — In dem Bezirke von Setif hat Oberstlieutenant Dumontet über eine Schaar Kabylen »ach blutigem Kampfe einen glänzenden Sieg erfochten. Der in Algier erscheinende «Akhbar« vom 30. April zeigt an, daß von Seite des Generals Iussuf, über dessen Schicksal man seit längerer Zeit in Besorgnissen schwebte, Tags vorher Depeschen dem General-Gouverneur zugekommen, waren. Er befand sich zuletzt mit seiner Colonne zu Mcdeah, wo er anf das Eintreffen eiaer Cavallerie-Verstar-fung wartete, um dann, im Einvernehmen mit den, Obersten Molare, seine Operationen in, Dfchebel - Amur wieder vorzunehmen. An, 24. waren Mekka-Pilger aus Marocco zu Oran angekommen, das sie vor 21 Tagen verlassen hatten. Sie erzählen, den Sohn des Kaisers mit einer beträchtlichen Armee auf dem Marsche nach Mccnunez getroffen zu haben. Ja der Kaiser selbst wäre, ihren Angaben zu Folge, an der Spitze einer starken Armee ausgezogen. Paris, 5. Mai. Auf der Seine wurde gestern ein „eues Tauch Boot versucht. Es ist ganz von Eisen gefertigt, eiwa 33 Fuß lang und 13 Fust in, Durchmesser. Es bedarf « Mann, um regiert zu werden, und kann gegen 4 Stunden unter Wasser bleiben. Es wird nach Brest gehen, um die Hebung des dort vor 50 Jahren versunkenen Cchiffcs ^Republican»« zu versuchen. Ein in den Annalen der Justiz vielleicht unerhörtes Ereignis; hat sich in Tulle am 30. April znqetrage!,. Ein sehr achtbarer Mann dieser Stadt, Hr. Chaussour, verheira-i!)ec und Vater von 5 Kindern, hatte gegen seinen Nachbar, Hrn. ^onrchc, vor dem Zuchrpolizeigericht eine Klage wegen Ehrenbvlcidigung anhängig gemacht. Am 30., dem Tage, wo die Angelegenheit zur Verhandlung lommcn sollte, begibt sich Ehauffour mir seiner juugen Frau in dcn Iustiz-pallast. Als er in deu Gerichtssaal treten will, drängt sich Fourchc an ihn, setzt ihm eine Pistole fest an den Rücken und drückt ab. Thauffour stürzt todt zu Boden; Fourche gehl durch die Menge ruhig bis an den Ausgang des' Iustizpal-lastes, dann kehrt er um, kommt zurück und läßt sich verhaften. Er gesteht Alles und das Gericht constituirt sich auf den Antrag des Gencralprocurators sogleich als Tribunal für den im Gesetze vorgesehenen Fall eines lw<,','In dlilit im Gcrichtssaale und während der Ausübung richterlicher Func-lionen. Paris, den 5. Mai. I„ Paris hat sich eine Gesell-schaft für die Garn^pinner^ mit l'incm Capital von 8 Mill. Franken abbildet. Dieses Etablissement wird zu Nouen zu 50.000 Spindeln angelegt werden. In der Sevres-siraße ist dieser Tage eine öffentliche Wasch-Anstalt eingerichtet worden. Das Etablissement ist von Eisen, elegant und nur allen Bequemlichkeiten versehen. Es enthält zwei Behälter mit fortwährend ab- und zufließendem Gewässer und einen Raun: für '^00 Wäscherinen. Außerdem ist bei demselben eine Anstalt zum Bauchen der Wäsche und eine Lufttrocknen-Anstalt, nach einem neuen System, in wel cher die Wäsche in fünf Minuten vollkommen getrocknet wird errichtet. Paris, 8. Mai. Ans Algier hat man jetzt vom General Iussuf si'lbst Nachricht. Er hatte angingt, daß cr im Begriff sei), nachMadeah zurückzukommen, aber nur, um einige Abtheilungen frischer Reiterei au sich zn ziehen, mit denen cr unverzüglich wieder nach dem Dschebel-Amur aufbivcheu will. Die Hauptoperationen in diesem Frühjahr gelten aber der Unterwerfung des Waransenis, dahin wollte der General-gouvernenr am 4. oder 5. Mai ins Feld rücken. Paris, 9. Mai. Der König ist mit seiner Familie heute nach Neuilly abgegangen, woselbst der Hof die schöne Jahreszeit zubringen w>rd. S p a n i e n. Ueber den Ansgang deS Aufstandes in Gallicien har man nun nähere Nachrichten, Die kö'nigl. Truppen zogen am 26. April in Pontevedra und Vigo und am 27. in Lugo ohue Blutvergießen ein; die aufstäudischm Truppen streckten das Gewehr, nachdem die Anführer geflohen waren. Die hier anwesenden Eorces-Deputirten von Galücien und ein Abgesandter des Handelsstandes von la Eornna haben sich bei der Negierung dafür verwendet, daß keine Gefangenen mehr hingerichtet werden. Die Madrider Blätter vom l. Mai sind angefüllt mic Einzelnheken dl'r jüngsten Vorgänge in, Gallicien. Eoncha ist zum General - Lieutenant ernannt worden. Die Bataillone, welche zu den Insurgenten übergegangen waren, werden auf-gelöst; ihre Fahnen kommen unter schwarzer Verschleierung in die Arochakirche, znm Zeichen, daß sie von den Händen der Insurgenten verunehrt worden find. Das Dampfschiff „Vulcan^ ist am 25. April aus Coruna ausgelaufen, uu> den entflohenen Insurgenten nachzueilen. General Pnig Sam' per soll vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Die »Esperanza« zeigt an, daß in der Nacht vom 30. April der berüchtigte Cardi, ehemaliger Präsident der Il'Nta von Barcelona und nachheriger Ehef der Bewegung vo" Alicanre, zu Madrid verhaftet wurde, wohin cr sich untci' einem fremden Namen begeben hatte. 3«7 Am 30. Abends hatte die Regierung dem General Villalonga den Befehl zugesendet, mit del' ?lussnhrnng aller von den Firiegsgerichten allenfalls anzuordnenden Hinrichtun-Zen inne zu halten. Paris, 8. Mai. Briefe aus Madrid von sicherer Hand melden unterm 2. d. M. das Ministerium habe die Au ft lö.ung der Corccs beschlossen. — Es sind so eben drei jpa-"ische Stabsoffiziere in Paris eingetroffen, welche in Auf. t'.'g ihrer Regierung Deutschland lind Rußland bereisen sol> !^>, um die dortigen Fortschritte des Kriegswesens zu beobachten. Diese drei Offiziere sind: Obrist Brochero, Commandant Garces und Hauptuiann Aroquin. Die vom Kaiser Nicolaus, wie man sagt, unter dem Versprechet, freundlicher Aufnahme ausgesprochene Zulassung dieser Offiziere, verbun-dcn mit der bevorstehenden Reise des Großfürsten Constant!» "ach Cadiz, deuter vielleicht darauf hin, daß der Hof von Ci. Petersburg zu freuntschafclichern Gesinnungen für die Regierung von Madnd zurückgekommen ist. Die «Madrider Gaceta" v. 2. Mai gibt die Namen der Ii'sm'gentenossizlere an, denen das Kne.Mrtheil bereits am 2«. v. M. in Carall vollstreckt worden: ObeistSolis, Com-lnandaiit Velaöco und die Capicäns Ferrer, Naban, Mari-ln-, Lloren^, Sanchez, Infanta, Lallave, Marquez, Martinez mid Valero. Dem »deraldo« zu Folge, ist Solis dem Tod mit Muth unk. Ergebung entgegen gegangen. Die Gaceta veröffentlicht auch ein königliches Amncstiedccret, alle Aufnihrer in GaUicien, mit Ausnahme der HauptchefS, be-t'essend, und lnan hegt das Vertrauen, dc^ß anch rncksicht-lich dieser keine weiter» Todesvollstrecknngcn Statt finden w^den. Einige wegen des Verdachts vcrräthcrischer Absichten in Madrid festgenommene Persoucn sind wieder in Frci-l'>il gesetzt worden. Nach einem Schreiben aus Madrid vom 2 Mai wird die Königin die Scrbädercur wieder gebrauchen. Großbritannien. ^ London, den 5. Mai. »Punch,« unser satyrisches ^latt, meint, wenn erst der submarine Telegraph zwischen ^nkre.ch und England gelegt ware, so stehe eö m der Macht eines Haifische, »icht bloß seine Beute mit seinen sahnen entzwei zu schnöden, sondern auch eine königliche Rede , die eben telegraphirt worden; er branche bloß den Draht cinzw^i zu beißen. — Uebrigens empfahlt „Punch" den Tele-giaphen fur Schulen: von nun an brauche sich ein französischer Sprachlehrer nur an die Küste zn stylen, von ihm a»s^ müssen Drahte nach allen englischen Schulen gelegt norden, dann gelangt die Belehrung aus einem Munde zu ihnen allen; eben so umgekehrt mit den englischen Sprach, lehrern. Vor Sir IT. Peels Wohnung wurde am 2. Mai Nachmittags ein Irlander verhaftet, welcher ganz laut auf den Premierminister schimpfte und ausrief, daß er ihn er-schien werde, weil auf seine Veranlassung Smith O'Brien, d^r Vertreter von Irlands Sache, eingekerkert worden sey. ^chon schickte er sich a», in Sir N. Peelü Woh.nmg cm.' i»netcn, a,s ein vorübergehender Constabler ihn festnahm und nach rer Pol.zeistatio» brachte, wo er angab, das/er James Cuthbert heiße, und ein Anstreicher sey. Er wurde eingesperrt. Der Vorfall mit dem Individuum, welches dem Leben des Sir R. Peel nachgestellt haben sollte, hat sich ganz befriedigend gelöst. James Cuthbert hatte allerdings Drohungen gegen den Premierminister ausgestoßen, auf dem Poli-zeiamte stellte sich jedoch heraus, daß er, statt anderer Waffen, lediglich — als ein armer Schneider, der er ist — mit Nadeln und Fing?rhut versehen war. In einem Bierhause war er mit einigen Irländern wegen Hrn. Smith O'Briens Verhaftung in Streit gerathen; diese zogen auf den Minister heftig los, wahrend Cuthbert selbst sich seiner mit Wärme anmihm, ihn den größten Mann uuserer Zeit nannte »nd seine Gesnndheit so oft trank, bis er toll „betrunken" (li>n<> mlv) war. Unter solchen Verhaltnissen hielt es das Polizciamt fiir angemessen, ihn gegen Erlegung einer Cau.-tion wieder auf freien Fuß zu setzen. Zu Liverpool liegen gegenwärtig 400.000 Fasser ame-rikanischen Mehls unter Verschluß. Portugal Nach Berichten aus Lissabon vom 30. April war die Insurrection in der Provinz Minho vollständig unter drückt. Die Nnhe ist in Portugal wieder hergestellt. 3t « ß la n d. St. Petersburg, 5. Mai. Auf Vorstellung des Ministers des Innern hat Se. Majestät, der Kaiser, befoh. len, daß Pässe zu Pilgerungen nach Jerusalem, um dort die heiligen Orte zu besuchen, unentgeltlich ertheilt werden sollen. Osmauischos Vleich. Der »Oesterr. Beobachter« vom 14. Mai berichtet Folgendes : Nachstehendes ist der vollständige Inhalt des am 27. April bei der Pforte verlesenen Hattischerifs, k»aft dessen der Großwesir für die Zeit der Abwesenheit des Sultans zum Kaimakam oder Stellvertreter Sr. Hoheit ernannt wird: ..Mein erhabener Wesir! Es ist Jedermann bekannt, wie sehr Wir, gegen Unsere sämmtlichen Volks - und Unterthans-classen gnädig gesinnt, dahin streben, das; aus Unsern Reichen alle Gewaltthaten und Ausbrnche der Nohheit verbannt und die wahren Mittel zur Hebnng der Landescultur und Erzielunq einer allgemeinen Ruhe aufgefunden werden. Ob-schon nun in Folge der bisher ergriffenen Maßregeln und Statt gehabten gewissenhaften Bestrebnngen das gewallige Verfahren, Gottlob, merklich abgenommen hat, so kann man doch nicht sagen, es sey ganz und gar beseitigt. Unmöglich können Wir aber damit einre, standen seyn, daß gegen die Uns von Gott anvertrauten so zahlreiche» Uittercha. nen irgend ein, wenn auch noch so geringer, Act der Rohheit verübt werde." „Indem Wir daher einige Unserer Länder besuchen, ihren wahren Zustand persönlich kemiel, lerne», daraus, so weit es angeht, ciu Urtheil über die Zustände in den übrigen Picvinzen schöpfen, und hiernach, mit Gottes Hilfe, sie alle einer vollendeten Wohlfahrt theilhaftig mache» wollen, haben Wir in diesem wohlnmlic'üdel! Vorsätze den Cüt- 368 schluß gefaßt, Uns derzeit mit den, Beistände des Allerhöchsten nach Rumelieu zu begeben." »Mir Dir sind auch Unsere anderen Minister als Männer von erprobter Sittenreinheit, Rechtschaffenheit und Dienstbesiisseicheir unverkennbar bemüht, Unsere, ausgesprochenen Absichten ins Werk zu setzen. Dennoch ist es Unser entschiedener Wunsch, daß Ihr vor Augen habet, wie Wir nur im Gefühle für die Gerechtigkeit Uns zu der gegenwärtigen Reise bewogen finden, und daß Ihr somit, wissend, wie Wir fürdcrhin alle erwiesenen Gewaltthaten jedenfalls nach Gebühr bestraft sehen wollen, aus Euren Kräften darauf hinarbeitet, daß alle derlei Vergehen untersucht und überhaupt Unsere Unterthanen vor jedweder Unbild und Verlez-zung bewahrt werden mögen." „Indem Du übrigens, kraft Deines Amtes, Unser absoluter Stellvertreter bist, und als solcher über sämmtliche Neichsangclcgenheiten die Aufsicht zu führen hast, ist es eine gleichzeitige Pflicht des Armee-Oberbefehlshabers, für die öffentliche Ordnung und Nuhe zu sorgen. Es ist Euch darum für die Dauer Unserer Ncise eine unumschränkte Vollmacht gegeben, damit Ihr Euren Obliegenheiten, wie sich's gehört, nachkommen könnet.« „Wir hoffen, dasi Ihr mit Unsern übrigen Ministern in gegenseitiger fester Eintracht alle Geschäfte des Staats bestens zu führen Euch beeiferu und psiichcmäßig darauf Hal. ten werdet, dasi alle ehrliche» Leute geschützt, Jene aber, die sich ein Vergehen zu Schulden kommen lassen, bestraft werden, da nur so die allgemeine Ordnung erhalten werden kann. Stets möge der Herr Euch Allen seinen göttliche, Beistand verleihen. Amen >'„ des Prophetcnfürstel, Namen!« In demselben Blatte rom 17. d.M. lesen wir Nachstehendes: Con sta n tinopel, 6. Mai. Seine Hoheit, der Sultan, hat am vcrsiossenen Freitag, den I. d. M,, auf einem Linienschiffe und in Begleitung von vier Dampf-booten die Reise nach Varna angetreten. Doch kaum war die Flotille aus dein Bosporus ausgelaufen, als sich ein dermaßen heftiger Nordsturm erhob, daß das Linienschiff ins Schlepptau genommen werden musite, wobei die Dampfboote nur eine Seemeile in der Stund? zurücklegten. Hiedurch zur Rückkehr genöthigt, entschloß sich Se. Hoheit wegen der fortdauernd ungünstigen Witterung, die Reise zu Lande zu unternehmen, nnd ist demnach heute nach San Stefano aufgebrochen, um daselbst zu übernachten und mit Tagesanbruch von da weiter, über Adrianopel und Tirnova, sich nachtust-schuk zu begeben. Da Ncschid Pascha den Großherrn begleitet, so hat der Musteschar, Ali Efeudi, während der Abwesenheit desselben die Interimistische Leitung der auswärtigen Geschäfte übernommen. Serbien. Aus Belgrad vom 21. April meldet die l»Aa,ramcr Zeitung« unterm vom 12. Mai: Serbien genießt seit vielen Monden des tiefsten Friedens; reich an Erzeugnissen führt es jährlich bereits für Millionen aus, wällend seine Bevölkerung schlicht und einfach in ihrer Lebensweise, nur weniger Lurnswarcu aus der Fremde bedarf, die Ausfuhr des Landes also dessen Einfuhr bei weirem, ja man darf jagen, um's Zehnfache übersteigt. Die Re^i'ling scheut keine Kosten und Mühe zur Förderung der Landescultur, und wirklich macht dieselbe außerordentliche, doch außerhalb fast unbeachtete Fortschritte. Straßen, Schulen. Kirchen werden rüstig gebaut, Posten und Eilfahrten nach allen Gegendell errichtet, Bergwerksschürfungen, Brückcnanlagcn :c. angeordnet. O st i n d i e n. Ueber den Krieg gegen die Emirs von Sind bemelkt eine Correspond^!!; aus Paris vom 7. Mai: seit Jahre» war der zweideutige Gholab Singh ein Vcrräther an der Sache seiner Nation. Er geizte uach der Erbschaft des Nnnd-schit Singh, dessen höchst treuloser, aber höchst gewandter Vasall er immer gewesen war. Er fürchtete die englische Politik und sah alle ihre Schlingen voians; die Sache für ihn war, sich ans diesen Schlingen heraus zu ziehen, was nur geschehen konnte, in so fern er die englische Prlirik zu sei-ucn eigenen Zwecken benutzte. Es ware ihm ein Leichtes gewesen, durch die Heermacht der Sikhs, welche sich an ihn drängte, die ganze Erbschaft Rundschit Singhs an sich zi» reißen, weil daS Heer sich wie «on selbst diesem mächtigen Manne in seiner festen Vasallenschast zuwandte. Aber die Bedingung war ein Krieg mit England, welches nicht geso»-' nen war, eine Stellung, »vie die des Rundschit Singh, zuM zweiten Mal sich in seiner Nähe befestigen zu lasse,/. Als" spielte er eine doppelte Rolle dem Heere gegenüber: er ließ demselben die Erwartung, begab sich an den Hof zu Lahors und verstrickte die ränkesüchtige Negentin in die Netze seiner Politik, mißbilligte aber das Toben des Heeres und wusch sich die Hände, wie Pilatus. So war er der natürliche Man», um mir dein siegreiche» England zn .,., ^-handeln __ nud den Engländern den Schatten von Herrschaft der Regenci" und ihres unmündigen Sohnes zu verkaufen. Scatt eines Vasallen des Reiches Lahore, ward er, mit vergrößerter Herrschaft, der Vasall Englands, aber auf Unkosten seine) La»-' des; so verkaufte dieser graue Mörder und Bösewicht Cascl/ mir an England, gab auf, was er nicht erhalten oder behaupten konnte, u„d sicherte sich, als Freund Englands, ei'"' bessere Stellung — fm» si'in Leben lang. Di/ Engländer haben ftir das aufgegebene Afghanistau mehr als eine E'tt' schädigung gefunden: sie besitzen in Caschmir und den Uiü' gebnngen bis zum Indus einen Schlüssel zu Afghanistan m,» Bochara, verstopfen die Pässe, welche nach Indien fül'ren/ oder erschließen sie ihrem Handel und eröffnen sich eine A»^' sicht tief nach Asien, im Westen gegen Bochara und Samarkand zu, im Norden gegen Ferghana und Kokand, i-" Osten durch Klein.-Tibet gegen Paikhand, Khoten, Kasch^» zugleich aber auch der enropäischen Wissenschaft das weiteste Fel^ denn diese Gegenden des Nordens sind der wahre School aus welchem in der Urzeit die Ahnen der Indier, Bakcri»'» Medcr, Perser hervorgebrochen sü,d, so wie — die Un'c" wandtschaft der Sprachen offenbart es — zugleich das ältt' ste Geburtsland europäischer Geschlechter. Das Ganze ist N'^ so gut, als cine I^'i-.i iix'tt^ii,^ in geographischer und eth' nographischer Hinsicht. Man sieht, es rückt der Menscht geist mit 3liescnschritten zur Kunde'sciner selb,'i und zur Ki»^' der Natur, wie er historisch, geographisch, geologisch an ih>''j Quellen emporsteigen kann. Verleger: Ignaz Alois Gdler v. Kleinmayr. Anhang wr FaibaHevSeitnnH. «.»....ch.,d«.!chr.>d, ,u 5 ,c.. ^ «,, .^.^.6 Darl. nut Verl. v.I.lS.^ für ücofi- ('"CM) 77» >j4 Vcrmischte Verlautbarungen. 5.752. (.) . . "r. e.z. E d l l t. äton dem k. f.,Be,irksge.ichte Warlenberg wild teka.ntt gemach!: Es sey üb,r A.isuchcn der Grund« Obrigkeit'Herrschet Ponovitsch. wlder del, Unterthan Thom.iö 3>!deia"l, wegen rückständigen Ulbars-Ga-l'en, i>, die Erhebung dessen Schuldenstandcs g^vil-ligel, u>»d hie^u die Tagsatzung auf den 5. Juni l. I.. Vl.'1'nitt.^v 9 Uhr vor diesem Gitichte de stimm! worden. Es habe» demnach alle, welche gegen den benannten Thomas Vidergar einen Anspruch zu stel-lcn vllmtineil, solchen bei der angeordneten Hagsat-zung.bcl sonstigln Nechlsfolgen, anzulnclden u»d gellend zu machen. K. K. Bezirksgericht zu Wallenberg am ß. Ma, »8^6. Z 7ä3. (,) Nr. on dlin f. k, Bezirksgerichte Wallenberg wild bekannt gemacht - (3s sey auf Ansuchen der 6irund. obrigkctt Herrschaft Ponoritsch, gegen den Unterthan Georg Praschnikn von Potok, wegen rückständigen Urdali^.l - Echuldigkeitln in tic Ergebung dcsscn EchuNelisiandes gcwiUiget, und hiezu die" Anmtl' dungslagsahung auf den 5, Juni l. I., 2, anzumelden haben. K, K Bezilksgcricht zu Wanenberg am 8. Mai 1846. Z. K60 (D Nr. l32k. E d i e l. Von dem k. k. Beziltsgenchle Senosetsch wird hicinit bekannt gemacht i (35 habe Joseph Mezak von Vrl'ine, wlder den unwistend wo befindlichen Georg Mejak, und seine ebenfalls unbekannten Orden, ,ul> l's«»l.'8. 23. April l346, dir Klage auf Zuer. lennling dcs Eigelllhumcä dcr, der t. l. Slaatöherr schaft Ädclbbcrg »ü, Uld. Nr. 9?« dienttb.nen'„ zu ittrzine gelegenen Kaische angebracht, worüber zur Verhandlung nuindlicker Nothdulften die Tagsayuna. auf den »4. August d. I., früh um 9 Uhr angeordnet wuree. rn, die sie zu ih' rer Vertheidigung diensam finden, widrigenfalls sie sich sonst die auü ihrer Verabsäumung entstehende!» Folgen selbst beizumenen haben werden. K. K. Bezirksgericht Lenoselsch den 2^,. April »846. Z. 761. (Y Nr. 973. Verlautbarung. Bei dem k. k. Bezirks - Commissanate Nassen-fuß ist der Gcmeindediencrspostcn für die Hauptgemeinde Tt. Margarcchen, mit einer jährlichen Löhnung von 60 si. auö der Bezirkscasse, erlediget. Die Bewerber haben sich über einen untadcl-haften Lebenswandel und starken Körperbau, und daß sie des Lesens und Schreibens kündig seyen, auszuweisen, und bis IN. Juni persönlich hieramtö vorzustellen. K. K. Bezirks-Commissariat Nassenfuß am 12. Mai 184«. (3. La,b, Z«.t. Nr. 6l v. 21. Mai »84«.) 3.709. (2) — ZSS — Auskundunsr nachbenannter Kv^reasse-Interessenten- ^orderunaru. IIm den minder bemittelten Volks-classen Gelegenheit zur sichern Aufbewahrung , Verzinsung und allmä-ligen Vermehrung kleiner Ersparnisse darzubieten, und um Vermögli-chert', welche ldre Gelder selbst fruchtbringend machen können, von der Benützung der Sparcaffcn zu diesem Zwecke auszuschließen, worln dle Bestimmung der Sparcassen nach §§. 1 ^tt des untcrm 2. November lttV4 bekannt gemachten a, h. Regulativs besteht, und kraft dcs §. 24 d"er Statuten vom ll). Jänner 1U32, wodurch sich die thellweise oder ganze Hin-auszahlung der Erläge vorbehalten worden ist, hat der Sparcassc-Vcr-ein in der allgemeinen Versammlung 5^ vom 9. December 184Z die Aufkün-dung und Rückzahlung jener Einlagen ln Capital und Zinsen beschlossen, welche der oben erwähnten Bestimmung nicht entsprechen. In Gemäßheit dleses Beschlusses werden daher dle Eigenthümer der hier unten bezeichneten Sparcasse-Büchlein mit dem Beisätze hievon in Kenntnis; gesetzt, daß sie ihre Forderungen an Capital und Zinsen längstens bis 1. Juli l. I. zu erheben haben, weil späterhin, nach Verlauf oi^ser Frist, keine weitcren Zinsen berechnet, und nur das bis l. Juli ltM fällige Gutbaden an die Überbringer der Sparcassebüch-lein ausbezahlt werden wird. Vevzeichnitz der Büchel-Nummern, der ln,f>;ekündetcn und dermal noch unerhobenen ^litcreffen- tcn - Forderungen. Nr 74, «84, W5, 1!)«, ^97, 274, 33«, 512, 548, «45, 74«, 833, 953, All, »72 „ 973, 974, 975, 97U, 977, 979, 98l), 989, 993, 995,1092, 1109, 1138, 1173, 1243' ., 1385, 1388, 1ll89, 1«9N, 1«9tt, 1tt97, 1«:>9, 1957, 1998, 1999, 22M>, 22N1, 251^/ „ 2575, 2595, 259U, 2597, 2598, 278», 2789, 2927, 2!>4U, 2947, 3lN3, 3189, 3248' „ 3370, 3377, 3774, 3787, 3893, 3902, 4! 74, 4188, 4337, 45tt1, 45, 91««, 91«7, 91«8, 91«!>, 9170, 9171, 9204, 94««, 9749, 9853, „ 10,035, 1U,25l>, 10,533, 10,534, 10,557, 10,«N», 10«,0, 10,«29, 1N,7«4, 10,809, ^ 10 821, 10,822, 10,853, 10,924, 10,950, 11,035, 11,077, 11,428, 11,«95, 11,795 „ 11,980, 12,094, 12,11«, 12,388, 12,430, 12,588, 12,«4N, 12,«42, 12,«51, 12 ««8 ., 12,««7, 12,«79, 12,700, 12,749, 12,750, 12,781, 12,782, 12,794, 12,811, 13 M5 ,.„ ,3,W0, 13,488, 13,499, 13,500, 13,544, 13,994, 13,995, ,4,179, 14,758, ^5033 ^, 15,034, 15,0«2, 15,«17, 15,733, 1«/133, 1«,«39. N^" Die Ilufkündung der mit i. 'uli 1lM unerbobenen For-dcrungen jcncr Sparcasse-Interesscntcn, dercn Aufenthalt unbekannt ist, wird dem für selbe aufgestellten Curator zugestellt werden. Direction dcr Sparcasse. Laibach am 11. Mal «846. Hemtliche V e r! a u t l, « r u n g e n Z. 759. (I) L »citations - Verlautbarung. Wegen Uebernahme der an den Staatsstraßen des gefertigten Stroßen-CommissariateS für das Verwaltungsjahr 1846 präliminarmaßig zur Ausführung bewilligten Bauobjecte und Lieferung verschiedener Bauzeugstücke, werden in Folge Verordnung der löblichen k. k. Baudirec-tion ddo 28. März »84«, Nr. 1048, die neuer« lichen Licitations- Verhandlungen objectenweise nach den Post-Nrn. des nachstehenden Ausweises, an den darin bezeichneten Tagen bei den betreffende» Bezirksobrigkeiten vorgenommen werden, und zwar: Benennung H- .. Ausrufs- Bestimmung der ^ ^ Z."> Zeit und des OrteS .. Z 2/3 Licitatlons - Gegenstand. P^is der Licitations, T kl Z^G Verhandlung. ^ l^>" ^ l st- !kr-l ^^ 1 ^ Herstellung von 9 Stück ganz n?uen Durchlaßcanä- K. K. Bez. Odrig-Z len zur Ableitung deS Regen - und Schnecwassers in keit Oberlaibach am Z verschiedenen Distanzzeichen....... 8l7 5>5 3.Iuni184', 3" «z Herstellung von 4 neuen Durchlässen, dann Bei- ^ ^ und Aufstellung der hiezu gehörigen Randsteine, m «3 3) ^ Distanz-Nr. Vl^ I —»H........ 442 20 ^ K 3 ^ Conservation von U Stück Durchlasicanalen, in Di- « '« «o stanz-Nr. Vl^ l3 — Vll) 8, dann Reconstruction ^ ^ .,» <» "ncs Durchlasses, in Distanz-Nr. Vll)U—7 . 17U 2^ I ^ "' « ^ Sicherung und Vc.qranzung dcr Fahrbahn durch Bci- ^ ^. " ^. ^ K ^ 3 ^ ^. Nr. VI) 7-Vl,^8 ...../... I32 - -- " 3, «. (Zo.,,ervatlon d^r sogenannten Dielze - Brücke, und 'Z, ."> 3 " ^ Z"'^^?" """ "'"en Brückengeländers, in Distanz- Z " i ^ o Eonserva wn von 5 Stück Durchlaßcanälen, in Di- -^ « stanz-Nr. Vll l 9 - VN!) 8, dann Verlängerung M 3 , emeü Durchlasses, in Distanz-Nr. Vlll l ll — 7 1U9 7>8 <^ « ^^j Reconstrucrion der 40" langen Wandmauer von ^ ! Hrasche, Distanz - Nr. Vll^ »2 — 13 . . . . ,^3 7 ^ L_______ »,2 " ^> . I"'I"^^" "°" I ^^ "^ Verlagerung von ,^^. >üez.Obngkeit W s H V.^uck bestehender Durchlaßcanäle, in Distanz - Nr. . enosetsch am 29. » Z '3 »ll^ si. kr. - ^ " " K.K. Bez. Obrigkeit 13 «D. Bei- und ?lufstellung von 308 Stück Streifstcinen Senos,tsch am 2». ^ " zur Sicherung und Begra'nzung der Fahrbahn, in Di- Mai 184<», Vorm. ^ stanz Nr. Vjl!^i4 — X^2...... 410 40 von 9 biö 12 Uhr. ^^^ 5 Reconstruction einer baufälligen