lb eft 7 JtafOofiscrie-Tnissions- TcifsrQrifC 0er\Sö£jne Des hlgst. j^enenš ijesu. Orrjan öesTTlarien -Herein fürBfriän Erscheint monatlfcb einmal und Rottet jährlich mit VottzusenSung 2 K = 2 dfcfc. = 3 ffranRcn. fUMssionshaus fTlMIlanb bet Briten. Tirol. 3ur MecrchLung! 1. Solange keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, gilt die Abnahme der Zeitschrift als Abonnementsverpflichtung. 2. Unter dem Titel Ab o nnem ent ser-neu er ung werden wir jeden Monat auf den: Umschlag die Schleifennummern jener Abonnenten veröffentlichen, welche wahrend der Zeit, die dort verzeichnet ist, ihr Abonnement erneuert haben. Wir Bitten deshalb unsere Abonnenten, stets ihre Schleifennummern zu beachten und sich zu vergewissern, indem sie dort nachsehen, ob der Abonnementsbetrag zu uns gelangt ist. 3. Um nicht jährlich den Abonnementsbetrag einsenden zu müssen, möchten einige Abonnenten wissen, wie viel ein lebenslängliches Abonnement des „Stern der Sieger" kostet. Zu diesem Zwecke wurde die Summe von 50 Kronen oder 50 Mark bestimmt. 4. Wer mindestens 20 Kronen einsendet, kann als Taufpate eines Negerkindes fungieren und ihm den Namen, den er will, beilegen. 5. Wer unser Missionswerk in vorzüglicher Weise unterstützen will, der suche zehn Abnehmer des „Stern der Sieger" zu gewinnen; er erhält sodann, wenn er alle unter einer Adresse bezieht, das elfte Exemplar umsonst. 6. In hervorragender Weise kann unserem Missionswerk auch gedient werden durch Zusendung von SNeßstipendien, besonders wenn sie nicht zu knapp bemessen sind. 7. Laufender Jahrgang kaun noch immer nachbestellt werden; die bereits erschienenen Nummern werden nachgeschickt. Habsn-WertzeicHnis vom 20. War öis 25. Iurrr 1906. In Kronen. Opferstock: Altstätten von mehreren95.25; Altmünster Fr. W. 1.—; Br anzoll C. I. U. 3.—; Brixen s. b. Ord. 500.—, 31. 31. 1.—, Dr.E. 1.—;H.H.Propst331. 20.—; Dampfach d. J. F. 11.70; Ehrenburg 31.31. 2.—. 31.1.—; St. Georgen K. Z. 1.—; Jngenbohl Ehrw. Schw. 47.65; Innsbruck J. Kr. 2.—, L. S. 10.—; Kältern Freifrau B. d. Pauli 100.—; Latzsons von mehreren 5.30; Leifers B. G. 1.—; Lochau mehrere 83.55; Luzern mehrere 55.28; Sankt Martin -b. L. J. M. 5.— ; Milland J. L. 5.— ; Mühlbach A. M. 3.— ; München k. k. Gesandter L. v. Velics 10.—; Oberau J. G. 2.—; Uttendorf K. W. 2.—; Villanders H. Pfr. A. P. 20.—; Vornholz Fr. B. v. 31. 5.85; Waidhofen A. Br. 1,—; Waldstetten J. Sch. 117.54; Wien d. d. Kind J. V. 1000.—; Wiesen H. 31. 9.— ; Recklinghausen B. W. 1.17; Zug von mehreren 15.24. In Effekten. M. Hohenleitner, ein Altartuch. — Ther. Manaigo, eine Kiste Kurzwaren, Briefmarken re. — H. H. Prof. Kaltegger, Briefm., Ansichtskarten, Staniol. — Filom. Obertimpfler, Briefmarken. — Kapl. W. Briefmarken. Zur Persolviernng von heiligen Messen: 31. 31. Milland 1.40; B. D. Hallein 3.—; aus Ehrenburg 2.40; Lehr. Scheuring 4.68; P. C. St. Leonhard 3.—; Jak. K. Dein 1.17; B. Freun v. 31. Oelde 56.65; P. Sch. Saälfelden 5.— ; Lehr. H. Schrör 80.40; Jos. Wilfling 7.60; I. Weber 3.80; Lehrerin Fröhlich Ahrweiler 23.50; K. G. Brixen 2.—; Ebner 1.—;. Ehrw. Sch. St. Joh. i. Ahrnt. 10.—•; A. M. Freund 20.—. Zur Taufe von Heidenkindern: 31. 31. Tschötsch40.—(Maria, Josef); M. Ploner Volders 20.— (Benedikt); A. M. Freund 20.— (31. 31.); Ehrw. Karm.-Kl. Jnnsbr. 40.— (Josef, Maria). Für die Missionen: Kindheit Jesu-V. Wien 2000.—, davon 75.— für Taufe von Heidenkindern (Josef, Elisabeth, Anton). Für Monsignore Geher: P. M. Hansal 20.—. Für Hochw. P. Banholzer („Lul-Pumpe"): durch H. H. Koop. V. Bozen 100; Bischof Doktor Schoebel Leitmeritz 10.—; H. Niedermayer Bregenz 20.—; R. Grandi 25.—; I. Wilfling 5.—. * * * „O Herr, verleihe allen unseren Wohltätern um deines Namens willen das ewige Leben!" ITnferatenpretfe: 1/2 Seite 20 K — 1/4 Sette 12 K — 1/8 Sette 7 K — 1/16 Sette 4 K — bet Wtteöerbolungen bober IRabatt. JififOo!!scf;e-Tfiission5-Tosses) rife Ofj Sč&ni? Des sjIgsL Qmens lesu. OjßQst vkZ^Msrlen-Dmin fürRfrifto. Der „Stern der Neger" /llMsfionstätigbeit der „Söbne des beiligsten Derzens Jesu" und sucht Verständnis und werbtätige Liebe des /llMssionswerbes in Mort und Schritt zu fördern. — Bas Arbeitsfeld dieser /Missionare ist der Sudan (Zentralafriba), „Wie schon sind die Füve derer, die den Frieden, die trobe JSotscbaft des Deckes verkünden"! (IRöm. 10,15.) Der „Stern der Neger" SSIÄÄ Brixen (Südtirol) herausgegeben. Abonnement ganzjährig mit Postversendung 2 K = 2 /Mb. — 3zfr. 1beft 7. Zuli 1906. ix. Zabrg. Brief des bocbwst. Derm Wistboks Franz xaver Ge^er an Se. Eminenz den bocbwst. Derrn Kardinal Dr. Gruscba. Jahre. Meine fast dreimonatliche Abwesenheit von Khartoum ist die Ursache der Verzögerung dieses Berichtes........ 1. In der Hauptstation Khartoum wurde sowohl das Haus der Missionäre als auch das der Schwestern weiter ausgebaut. Die Knabenschule mit Pensionat unter Leitung der Missionäre und die Mädchenschule mit Internat unter Leitung der Schwestern erfreuten sich eines lebhaften Besuches seitens der europäischen und bessergestellten orientalischen Jugend. Ein Priester versieht die Seelsorge der englischen katholischen Garnison, ein anderer die der italienischen Bevölkerung und ein dritter die der katholischen Orientalen und Neger. An den Hanptfesten des Kirchenjahres war Pontifikalamt: dem Pontifikalamt am Geburtsfeste Sr. apostolischen Majestät wohnten auch die Spitzen der Sudanregierung bei. Es ist von größter Wichtigkeit für die ganze Mission, daß die Hauptstation Khartoum gut ausgebaut werde, da alle übrigen Stationen von hier ihren Bedarf erhalten. Auch ist es |ir geben den folgenden Brief wieder, da er eine willkommene Ergänzung des Berichtes in der Aprilnummer ist. Einzelne Stellen, die schon in jenem Berichte enthalten sind, haben wir weggelassen. Khartoum, 2. Juni 1906. E w. Eminenz! Von einer apostolischen Reise aus dem fernen Inneren zurückgekehrt, beeile ich mich, Eminenz meinen ergebensten und tiefstgefühlten Dank für die aus den Mitteln des Marienvereins für Afrika für diese Mission gewidmete Unterstützung ergebenst auszusprechen. Der Herr lohne es tausendfach Ew. Eminenz und allen Wohltätern des altehrwürdigen Vereines, der, wie seit Dezennien, so auch heute die Hauptstütze dieses Vikariats bildet. Im folgenden gebe ich Ew. Eminenz einen kurzen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand des apostolischen Vikariats von Zentralafrika und über unsere Tätigkeit im verflossenen für die mächtig emporstrebende Stadt notwendig, eine neue Kirche zn bauen, die den Bedürfnissen entspricht und unsere heilige Religion würdig vertritt. 2. In Halsaya oder Khartoum - Nord unterhalten die Schwestern eine kleine Mädchenschule. In der kleinen Kapelle zur Mutter vom guten Rate wird nun auch das Allerheiligste aufbewahrt, so daß der Herr in dieser Stadt bereits in drei Tabernakeln seine Wohnstätte aufgeschlagen hat. 3. In Assuan in Oberägypten wurden etwa dreißig Knaben aufgenommen, um sie in Schulmaterien und Handwerken zu unterrichten und sie später als Katechisten zu verwenden. Die ganz unentgeltliche Mädchenschule der Schwestern wurde gut besucht, auch begannen die Schwestern ein Pensionat. Sowohl die Missionäre als auch die Schwestern unterhalten eine Armenapotheke. Durch dieses Mittel konnten viele sterbende Kinder getauft werden. 4. In Omdurman, dessen Bevölkerung fast nur ans fanatischen Mohammedanern besteht, sind Bekehrungen sehr schwierig. Die Katholiken, meistens orientalischen Riten angehörig, wohnen um die Mission herum und sind durchgängig eifrig in Erfüllung ihrer Christenpflichten. Die Mädchenschule der Stadt war sehr gut besucht. Die Knabenschule der Missionäre hingegen hatte die Konkurrenz der Regierungsschule. Die Schwestern eröffneten eine Armenapotheke, die großen Zulauf hatte. Täglich kommen 100 bis 200 arme Kranke um Medizin. Bisher wurden die Katholiken mit Schismatikern und Juden zusammen begraben. Im letzten Jahre taten sich die Missionäre und die Katholiken zusammen und erwarben ein eigenes Grundstück für einen katholischen Friedhof. 5. Lul. Das Volk der Schilluk ist von Natur allem Fremden sehr abhold, nichtsdestoweniger zeigt es sich den Missionären sehr gewogen. Die Hilfe, welche die Kranken in der Mission finden, zieht sie von weitem an und die Missionäre und Schwestern suchen diejenigen Kranken, die nicht selbst kommen können, in ihren Hütten auf. Jedesmal, wenn ich nach Lul komme, bemerke ich, daß das Zutrauen der Eingebornen zur Mission wächst, daß die Nacktheit verschwindet und daß der wohltätige Einfluß der Mission sich immer mehr ausbreitet. Einige Knaben, unter ihnen einer aus der Königsfamilie, wohnen im Hause und erhalten Religionsunterricht. In Lul starb am 21. Oktober 1905 der Bruder Heinrich Blank aus Mainz, nachdem er fünfzehn Jahrein der Mission gearbeitet hatte. 6. In Attigo wurden im verflossenen Jahre ein Haus aus Ziegelsteinen und Hütten für Kranke und Knaben gebaut; ferner wurde ein Damm errichtet, der es ermöglicht, die Station auch in der Regenzeit vom Flusse aus trockenen Fußes zu erreichen. Die Missionäre nähren die besten Hoffnungen auf erfolgreiche Missionsarbeit im dortigen Distrikte, der ungemein dicht bevölkert ist. 7. In Kajango wurde ein Haus aus Stein gebaut und eine Kapelle begonnen. In der Mission wohnen 18 Knaben, die im Katechismus und im Schreinerhandwerk unterrichtet werden. Dieselben berechtigen zu den schönsten Hoffnungen, wie ich mich bei einem dortigen Besuch überzeugen konnte. Die Krankenpflege erwirbt unseren Missionären das Vertrauen des Volkes. Am Fronleichnamsfeste hielten sie die Prozession, um den Eingebornen die Schönheit unseres Kultus zu zeigen. Der Sultan Kajangos hielt bei dieser Gelegenheit eine Ansprache zugunsten des Christentums an seine Untertanen. Ein Bruder des Sultans erkrankte schwer, bekehrte sich und starb als Katholik, indem er die Sorge für seine Familie den Missionären anvertraute. 8. In Mbili bei dem urwüchsigen Djur-volke wurde mit dem Katechismusunterrichte begonnen, dem auch der Sohn des Häuptlings regelmäßig beiwohnt. Da das Land sehr eisenreich und das Volk sehr geschickt in Verarbeitung des Eisens ist, wurde hier eine Schmiede unter Leitung eines kundigen Bruders eingerichtet, um mit diesem Mittel die guten Djur noch mehr zu gewinnen. Im verflossenen Jahre herrschte im ganzen Süden und namentlich in der Bahr-el-Ghazal-Provinz Hungersnot infolge vorhergegangener Mißernte. Durch gute und sehr gute Ernten im verflossenen Herbste sind die armen Leute imstande, sich von den überstandenen Leiden zu erholen. Die Djur von Mbili leiden jetzt unter einer anderen Plage. In der Nähe des Dorfes Hansen nämlich vier Löwen, die die ganze Gegend unsicher machen und denen bereits ein Djurjüngling zum Opfer fiel. 9. In Wau, der Hauptstadt der Bar-el-Ghazal-Provinz, errichteten wir im verflossenen Jahr eine neue Station. Einer unserer Brüder leitet dort die Schreinerei der Regierung, in der eingeborne Knaben zu Schreinern herangebildet werden, während ein Pater die Regierungsschule leitet. Diese beiden Schulen sind von großer Wichtigkeit für das Missionswerk in der ganzen Provinz, da Wau deren Mittelpunkt ist. In Wau starb nach nur viermonatlichem Aufenthalt am 28. November 1905 P. Peter Paul Kostner aus Tirol am Schwarzwasserfieber. 10. Port Sudan mit Suakin. In Snakin am Roten Meere besaßen wir früher schon eine Station. In den letzten Jahren ging von Zeit zu Zeit ein Missionär dorthin zur Seelsorge der wenigen Katholiken. Kürzlich wurde die neue Eisenbahn vom Roten Meere zum Nil eröffnet, deren nordöstlicher Endpunkt Port Sudan ist, eine neuerstehende Hafenstadt, die den schwierigen Hafen von Suakin ersetzen soll. Im November des abgelaufenen Jahres ging einer unserer Missionäre nach Suakin, wo wir Kirche und Haus besitzen, zur Seelsorge der Katholiken von Port Sudan und Suakin, zusammen etwa zweihundert. Außer in diesen Stationen wohnen Katholiken in verschiedenen Orten der Mission zerstreut als Angestellte, Kaufleute und Arbeiter. Ein eifriger Missionär besuchte mehrere Male die wichtigsten Orte, als Haifa, Berber, Atbara, Damer und Schendi, und gab den Katholiken Gelegenheit zum Empfange der heiligen Sakramente. Derselbe Missionär besuchte auf einer zweimonatlichen Reise die zerstreut lebenden Katholiken Kordofans in den Orten El-Obeid, Nahud-Tajara und Dnem: diese beschwerlichen Reisen waren mit reichlichen Früchten gesegnet. Soviel über unsere Missionsarbeiten im verflossenen Jahre. In diesem Jahre müssen wir einige neue Stationen gründen. Auf der beschwerlichen Reise, von der ich eben zurückkehrte, drang ich in das Land der Njam-Njam, an der Südgrenze des Sudan, vor. Das Klima der dortigen Distrikte Tombora und Ndoruma ist zwar nicht gesünder als der übrige Teil des Bahr-el-Ghazal, reich an Wasser und tropischer Vegetation, aber doch arm an Lebensmitteln, besonders Fleisch. Aber das Volk der Njam-Njam, das bis in die letzte Zeit zu den Menschenfressern zählte, macht mir den besten Eindruck. Die Njam-Njam sind intelligent und dem Europäer leicht zugänglich und zählen zu den vielversprechendsten Negervölkern, die ich bisher gesehen habe. Ich vertraue, daß die Missionäre dort ein lohnendes Arbeitsfeld finden. Die Entfernung und Armut des Landes und die Schwierigkeit des Transportes werden die Einführung einer dortigen Mission, die wir im Herbst in Angriff nehmen werden, kostspielig gestalten. Aber die Ausgaben werden sich reichlich lohnen. Außerdem beabsichtige ich, eine Station am oberen Nil zu eröffnen. Nebenbei wünschen wir, den Ausbau der bestehenden Stationen fortzusetzen. Der Sudan und dessen Hauptstadt Khartoum machen unter der geschickten englischen Verwaltung unausgesetzte und ungeahnte Fortschritte und dieses günstige Resultat stellt auch an unsere Missionsarbeit gesteigerte Anforderungen, denen wir nach Kräften gerecht zu werden suchen müssen. Nebenbei bemerkt, kommen die Behörden unserem Missionswerk wohlwollend entgegen. Ich erlaube mir, Ew. Eminenz ehrfurchtsvollst zu bitten, dieser Mission das bisherige gnädige Wohlwollen auch für die Zukunft bewahren zu wollen, und beehre mich mit dem Ausdrucke tiefster Ehrfurcht und Hochverehrnng zu zeichnen Ew. Eminenz untertänigster Diener Franz datier Geyer, Bischof und apostolischer Vikar. 'IX 'IX 'IX 'IX 'IX 'IX 'IX 'IX 'IX 'IX 'IX 'IX 'IX 'IX 'IX 148 Stern der Neger. Heft 7. Don IRatro nack IRaMngo. IReiseertebnisse des Fr. IRarl IRloöt F. 8. C. (Schluß.) 4 ir kehrten nun zum Schiffe zurück ~ 1 und gönnten uns Ruhe bis Tagesanbruch. Am Morgen wurde der Wald aufs neue besichtigt. Man traf dürre Bäume genug. Unsere Schiffsleute machten sich denn auch alsogleich ans Holzfällen und bis Fetzen Tuch am ganzen Leibe, dabei aber Hals und Arm mit solchen Ringen beladen!" Lange konnten wir wegen des Schafes und der Kürbisse nicht handelseins werden, denn sie wollten Messingdraht von der gleichen Dicke, wie sie am Arme trugen; der nnsrige aber Ikorosko und Mittag war das Schiff zur Genüge mit Brennholz versorgt. Unterdessen waren zwei Dinka-neger herbeigekommen; der eine führte ein Schaf mit sich, der andere trug zwei große Kürbisse, um beides an uns zu verkaufen. Diese Leute gingen in Adamstracht einher, wie es in ihrem Stamm allgemein Sitte ist; nur der rechte Arm war vom Handgelenk bis zum Ellenbogen mit schweren Messingringen versehen. Man sah es ihnen an, daß die schweren Ringe sehr peinlich sein mußten, denn die Leute hielten den Arm meist steif hinunter oder stützten den Ellenbogen mit der andern Hand. „Welche Eitelkeit," dachte ich mir, „keinen IRütat daselbst. war etwas dünner. Die Dinkaneger verstanden auch etwas arabisch und so konnten wir uns halbwegs verständigen. Unterdessen betrachteten sie uns vom Kopf bis zu den Füßen und da ich die Hände in die Tasche steckte, riefen sie verwundert: „Oh, Oh!" Nun wollten sie doch wissen, was in dem „Loch" da drinnen sei. Ich zog die leeren Hände hervor und zeigte sie ihnen. Das war noch nicht genug; ihre Wißbegierde ging so weit, daß sie meine Taschen befühlten. Beide waren leer und ich zog eine nach der andern heraus. Wie sie nun sahen, daß nichts darinnen ivar, fingen sie hellauf zu lachen an. Zu meiner Seite stand ein Mit- bruder. Auch an diesen traten sie heran, um zn sehen, was er denn da drinnen in dem Loch habe. Dieser ließ ihnen den Inhalt seiner Taschen, der ans einem Taschentuch und einigen Patronenhülsen bestand, sehen. Diese nahmen nun ihre volle Aufmerksamkeit in Anspruch. Bruder Divina, ein geborener Südtiroler, der erst vor einigen Monaten nach Afrika gekommen war und nur einige Worte arabisch sprach, suchte nun den beiden Negern die Bedeutung Bemerkung gemacht zu haben, daß meine Zähne doch etwas aushalten können, und holte meine Pfeife wieder. Nun kam in ihrer Musterung mein langer Bart an die Reihe. Unser hochwst. Bischof trat gerade ans seiner Kajüte und da sein Bart kürzer ist als der meine, so wurde ein Vergleich zwischen uns beiden angestellt. Nach einigem Wortwechsel in ihrer Sprache kamen sie zu einem Urteil, das so recht den kindlichen IRtlfeataraM. dieser Messingröhrchen zu erklären. Natürlich reichten seine arabischen Brocken nicht aus und so 6 eg mm er denn mit Zeichen. Endlich sprach er italienisch, was natürlich niemand verstand, und um im Eifer ferner Gestikulationen die Wirkungen der Flinte anzudeuten, sagte er „puff" und schlug mit der rechten Hand in der Lust herum, wobei er in allzu unsanfte Berührung mit meiner soeben angezündeten Pfeife kam. Diese folgte dem Beispiele seines Armes und ging zum größten Gaudium der beiden Schwarzköpfe in die Luft. Ich war froh, die Charakter dieser Wilden zeigt. Ich hattenichts verstanden. Unserhochwst.HerrBischofaber verstand sie wohl und sagte daher zu mir: „Bruder, wissen ■ @ie, was die beiden sagen?" Ich sagte: „Nein." „Nun, sie sagen: Sie mit dem langen Bart seien ein Mann und ich mit dem kurzen ein Knabe." Wir mußten uns beeilen, mit dem Handel um das Schaf und die Kürbisse fertig zn werden, da das Schiff schon zur Abfahrt bereit stand. Sie nahmen endlich doch den dünnen Draht als Kaufpreis an und der Handel war abgemacht. Wie gewöhnlich alle Schwarzen, so fingen auch sie noch allerlei zu betteln an. Wir gaben ihnen auf ihr Verlangen etwas Zucker und weißes Salz von unserem Tische. Das Salz, das hier zu Lande in den Handel gebracht wird, ist grau und grobkörniger als das weiße Tischsalz. Darum fürchteten unsere zwei, daß unser Geschenk von Salz ganz etwas anderes sei, und gaben es uns wieder zurück. Sie getrauten sich nicht einmal, seinen Geschmack zu prüfen. Als aber ein Bruder etwas davon in den Mund nahm, verlangten sie es zurück und verkosteten es auch ihrerseits. Da war ihres Staunens kein Ende mehr; es war Salz und sie sagten: „Das ist Salz der Türken, viel weißer und besser, als das man hier bekommt." — Das Schiff setzte sich in Bewegung, die beiden Neger grüßten uns noch immer mit Händeklatschen, zuin Zeichen ihrer Zufriedenheit. Am nächsten Tag, den 3. Dezember, war das Namensfest unseres hochwürdigsten Herrn Bischofs, das Fest des großen Heiligen Franziskus Xaverius. Am Morgen wurde wie gewöhnlich der kleine Raum des Speisesaales, der kaum für sechs Personen genug Raum bietet, in eine Kirche umgewandelt. Der hochwst. Herr Bischof feierte die heilige Messe und reichte uns Brüdern die heilige Kommunion. Nach der heiligen Messe wurde einem von den Knaben namens Josef Franziskus Xaverius die heilige Firmung erteilt. Nach dem Frühstück gratulierten wir unserem hochwst. Herrn Bischof und wünschten ihm noch viele Jahre segensreichen Wirkens unter diesen armen Schwarzen. Sonst konnten wir wohl an diesem Tage unserem geliebten Hirten nichts Festliches bieten. Gegen Abend sahen wir zahlreiches Wild, das an den Fluß zur Tränke kam. Unter anderem sahen wir ganze Rudel Gazellen. Schnell nahmen wir unsere Gewehre zur Hand. Drei Schüsse krachten auf einmal. Wegen der Bewegung des Schiffes verfehlte jede Kugel ihr Ziel. Schon war die Hoffnung, einen guten Bissen zu erhalten, am Sinken, da lud ich nochmals, hockte auf das Knie und, da die Tiere in der Richtung auf uns zu einherzogen, so zielte ich auf die Brust. Der Schuß krachte und im selben Momente stürzte eine Gazelle nieder. Sie erhob sich nochmals auf die Vorderfüße, allein die Hinterfüße versagten den Dienst: das Rückgrat war durchbohrt. Das Schiff hielt an. Vier unserer Schiffer sprangen ins Wasser, eilten ans Ufer und gaben dem Tier mit dem Messer den Rest. Es war ein Prachtexemplar von der Größe eines einjährigen Kalbes. Es wurde auf dem Schiffe photographiert. Des Nachts vernahmen wir häufiges Gebrüll von Löwen und Bellen von Hyänen. Am 4. Dezember, nachmittags 2% Uhr, waren wir in der Nähe von Wau angekommen, der letzten Station, die ich noch auf dem Flusse zu machen hatte. Wir blickten alle nach der Missionsstation und glaubten bald den einen, bald den andern unserer Mitbrüder erkennen zu können. Als wir näher kamen, sahen wir, daß niemand der Unsrigen ans Ufer kommen wollte. Als wir jedoch landeten, erfuhren wir den Sachverhalt. Einer unserer Patres, P. Paul Kostner, war vor drei Tagen am Schwarzwasserfieber gestorben und der Obere der Station war mit dem Bruder nach dem Tode des P. Kostner nach Mbili gereist, um mit den dortigen Mitbrüdern die heiligen Exerzitien zu machen. Die Station Wau wurde unterdessen von einem schwarzen Polizisten und einem Knaben von Kajango bewacht. Der Proviant für Wau und Kajango wurde noch am Nachmittag zur Station gebracht. Am andern Tage wurde wieder Holz gefaßt. Am 5. Dezember, abends 4 Uhr, sollte die Weiterfahrt nach Mbili angetreten werden. Die Barke, die unsere Esel mitgebracht, segelte zurück. Ich erhielt den Auftrag, noch am gleichen Abende nach Kajango abzureisen. Unser hochwürdigster Herr Bischof besorgte mir noch drei Eingeborene als Eseltreiber. Mit mir reiste noch ein Knabe, ein Zögling von Gefirah mit Namen Plazidus, und ein in Wau anwesender Knabe von Kajango. Unsere Karawane bestand somit aus sechs Personen. Wir hatten ferners neun Esel für das Gepäck, einen zum Reiten für Plazidus — und ein Maulesel, den wir von der Station Luk erhalten hatten, diente mir zum Reiten. Meine Leute packten auf, während ich noch zum Schiffe zurückkehrte, um Abschied zu nehmen und den Segen unsers hochwürdigsten Herrn Bischofs zu erhalten. Kaum hatte ich darauf das Schiff verlassen, als es sich auch schon in Bewegung setzte. Lange sah ich noch dem Schiffe nach. Wer weiß, ob wir uns wiedersehen, dachte ich; dann lenkte ich meine Schritte der Station zu. Es war 5 Uhr abends. Gegen 6 Uhr waren die Esel beladen. Plazidus bestieg nun seinen Esel, hatte aber das Malheur, alle drei Schritte heruntergeworfen zu werden, weshalb er es vorzog, zu Fuß zu reisen. Nun bestieg ich mein Maultier und die kleine Karawane setzte sich in Bewegung. Die Esel waren nach der eineinhalbmonatlichen Reise zu Schiffe kaum mehr zu bemeistern. Wir hatten Wau hinter uns, da mußten wir über einen kleinen Bach. Die Brücke war sehr schmal und keines der Tiere wollte sie betreten. Die meisten aber scheuten sogar vor dem wenigen Wasser, das sich noch im Graben befand. Der eine Esel rannte den andern an und so fiel bald von dem einen, bald von dem andern das Gepäck. Nach einer halben Stunde hatten wir den Bach passiert. Ich hoffte, jetzt werde es ohne weiters vorangehen. Das Gepäck jedoch wollte nicht halten. Wir waren an einen großen, freien Platz gekommen, etwa eine Stunde hinter Wau. Da mußten wir halten und alles Gepäck umbinden. Wieder eine Stunde Aufenthalt. Unterdessen war es bereits dunkel geworden und der Mond stieg eben auf, als wir weitermarschierten. Nun betraten wir den eigentlichen Urwald. Wir gingen noch weiter bis 2 Uhr. Dann verschwand der Mond allmählich und ich ließ Halt machen. Es wurden drei Feuer angezündet, um wilde Tiere fern zu halten. Die Esel wurden angebunden und gefüttert, dann nahmen auch wir etwas Stärkung zu uns und darauf lagen die Eingeborenen bald in süßem Schlummer. Mir aber war es, obgleich ich sehr müde war, doch nicht recht geheuer zu Mute, um schlafen zu können; denn immer wieder hörte, ich hier und dort das Geheul der wilden Tiere. Ich glaubte schon, diese Nacht schlaflos hinbringen zu müssen. Zur größeren Sicherheit stellte ich das Gepäck in zwei Reihen, nahm das geladene Gewehr und legte mich zwischen dem Gepäck auf die Lauer und — schlief ein, bis ich gegen Morgen durch den Ruf „Min?“ (Wer da?) geweckt wurde. „Amin“ (Freund) lautete die Antwort. Es waren zwei Eingeborene gewesen, die nach Wan gingen. Ich schaute auf die Uhr: es war 5 Uhr. Daher befahl ich, aufzustehen und die Tiere zu beladen: um 6 Uhr marschierten wir weiter. Der Tag war sehr heiß und ich hatte brennenden Durst. Ich fragte nach Wasser, erhielt aber zur Antwort, daß wir solches erst wieder am Chor, einem Regenbache, träfen. So ging's denn weiter bis 11 Uhr mittags; da hatten wir den Regenbach glücklich erreicht. Dortselbst mußten wir wieder eine Brücke überschreiten und wiederum gab es Stockungen. Die Brücke war nämlich kaum einen Meter breit; wie daher die Tiere die Mitte der Brücke erreicht hatten, wollten sie nicht mehr weiter. Durch Stoßen und Schieben erreichten wir endlich das andere Ufer. Dort war ein Gehöft von Eingebornen. Hier wurde Mittagsrast gemacht; die Tiere wurden abgepackt, getränkt und gefüttert und nachdem auch wir unsere Magenfrage in etwa gelöst hatten, pflegten wir der Ruhe bis gegen 3 Uhr. Da machten wir uns auf die letzte Tour bis Kajango. Es war eine brennende Hitze. Gegen 7 Uhr abends erreichten wir wieder einen Regenbach. O wehe! Die Brücke war vor einigen Tagen eingestürzt. Unsere Missionsstation war nur noch 10 Minuten von hier entfernt. Ich schickte einen Boten nach derselben. Bald kamen einige Mitbrüder und riefen vom jenseitigen Ufer, wer da sei; denn der Bote, den ich gesandt hatte, hatte nicht zu sagen gewußt, wer gekommen sei. Auch wurde niemand von ihnen erwartet. Bald hatten wir uns verständigt; es wurden Eingeborene gerufen, die das Gepäck aus ihren Köpfen bis zur Station trugen. Die Esel wurden von- den Knaben unserer Mission durch den Bach getrieben. So war ich endlich am 6. Dezember an meinem Ziel angelangt. Noch lange plauderten wir des Abends; denn jeder der in dieser Wildnis weilenden Mitbrüder wollte gerne Nachricht von diesem und jenem von Aegypten bis nach Wau. Und somit schließe ich meinen Reisebericht und, indem ich alle Leser des „Stern der Neger" um das Almosen des Gebetes bitte, verspreche ich dafür, soferne ich gesund bleibe, auch etwas Näheres über Kajango zu berichten. &&&&&&&&&&&&&&& Ilm Lande der 1Rjam=1Rjam. Von tötfcbof Fr. $a\x ffieger. in 1. März verließ ich Khartoum und kam am 16. desselben Monats in Wau an. Die Regenzeit war nahe und ich mußte mich mit der Reise zu den Njam-Njam beeilen. Da die anderen Patres in ihren Stationen beschäftigt waren, so nahm Am ersten Abend legten wir nur eine kurze Strecke zurück, da die Esel, wie immer am Beginn einer Reise, bald links und bald rechts vom Weg abwichen: so machten wir denn im Freien Halt. Am zweiten Tage durchschritten wir den Fluß Wau und machten wegen eines ScbUluböort ich den P. Henkel und den Br. Cagol mit mir. Am Abend^ des 19. März, dem Feste des hl. Josef, unter dessen Schutz wir uns stellten, verließen wir Wau mit zwölf Trägern und elf Eseln. Ich hatte die Karawane absichtlich auf diese Weise zusanunengestellt, um zu sehen, welches Transportmittel das bessere sei. Bon Wau führen zwei Wege zu den Njam-Njam: der eine folgt dem linken Ufer des Flusses Djur — des Such der Njam-Njam — der andere, kürzere, geht durch den Wald und heißt Durstweg wegen des Mangels an Wasser. Ich wollte beide Wege kennen lernen und wählte zur Hinreise den ersteren und zur Rückreise den letztern. Gewitters beim Djurdorfe Abang Hält. Am anderen Morgen erfuhren wir, daß vier Träger, Leute Geddis, der in Feindschaft mit seinem Bruder, dem Sultan Tombora, lebt, verschwunden seien, nachdem sie einem der übrigen Träger erklärt hatten, sie fürchteten, mit uns zu Tombora zu gehen. Wir luden ihre Lasten den Eseln auf und kamen bis zum Djurdorf Kwal. Der Sohn des abwesenden Häuptlings machte mir eine solche Beschreibung des Njam-Njam-Landes, daß mein Verlangen, dieses vermeintliche Paradies näher kennen zu lernen, nur noch wuchs. Er sagte, daß dort so viele Leute seien als Sand im Fluß und Gras im Walde, daß Ueberfluß an Essen sei, daß viele Berge dort seien und daß der Sultan Toinbora das Wasser einer hochgelegenen Quelle trinke, welches seine Frauen mit großen Gefäßen auffingen, während die übrigen Sterblichen das abfließende Wasser tränken. Am 22. März verließen wir das Gebiet der guten Djur und traten in das südlich gelegene der Bellanda ein, wo wir an das bewaldete linke Ufer des Djur kamen. Am Nachmittag überraschte uns ein schweres Gewitter. Der Regen fiel mit solcher Gewalt, während Blitz und Donner unaufhörlich wechselten, daß die Esel nicht mehr zum Weiterbringen waren. Nachdem der Regen nachgelassen hatte, machten wir uns aus, die Hütten des Bellanda-Ogbeda zu erreichen, um dort die Nacht zuzubringen, wo wir ganz durchnäßt und vor Kälte zitternd ankamen. Am folgenden Morgen gelangten wir durch hohes, nasses Gras zum Regenbache Biara. Die Träger passierten denselben ohüe große Schwierigkeit mit der Last auf dem Kopfe; die Esel aber mußten abgeladen und einer nach dem andern durchs Wasser gezogen werden: dann mußten ihre Lasten hinübergetragen und drüben wieder neu aufgeladen werden. Es dauerte eineinhalb Stunden, bis alles bewerkstelligt war. Hier gewahrten wir, welcher Unterschied zwischen Trägern und Eseln ist und wieviel erstere letzteren vorzuziehen sind in Rücksicht auf schnelles Reisen. Hier sah ich die ersten Tsetsefliegen, die den Eseln und Maultieren so gefährlich sind; zum Glücke war das gefürchtete Insekt zu dieser Jahreszeit nicht sehr zahlreich vertreten. Die vielen Regenbäche, die sich in den Fluß ergießen, zwangen uns häufig, an ihnen entlang zu gehen und in ihrem Oberlauf eine gute Uebergangsstelle zu suchen. Das Land, einst vom großen Stamme der Bongo bewohnt, ist jetzt ganz verlassen. An manchen Orten sieht man noch Ueberreste einstiger Dörfer mit Grabmälern. Diese Grabmäler der Bongo sind sehr interessant. Sie sind mit einem dichten Zaune von dicken Pfählen umgeben, zwischen denen sich zwei in Holz geschnitzte Figuren hervortun, die den Verstorbenen darstellen sollen. Diese Gräber legen Zeugnis ab sowohl von der Pietät der Heiden für ihre Toten als auch von ihrem Kunstsinn. Gegen Abend wurde ein Hügel sichtbar, der sich am rechten Ufer des Djur hinstreckt: ich grüßte ihn als Vorläufer der afrikanischen Alpen, die ich int Lande der Njam-Njam zu finden hoffte. Wir näherten uns dem Fluß und gelangten zu einer mit Graben und Zaun umgebenen Befestigung mit mehreren großen Hütten. Der Ort heißt Ukanda. Das von den Franzosen errichtete Fort ist in nächster Nähe der Stromschnellen, die sich hier im Flusse befinden. Die Sudanregierung errichtete hier ein Magazin für die Vorräte, die ein kleiner Dampfer bis zu den Stromschnellen brachte. Jetzt waren die Vorräte bereits auf dem Landwege weiterbefördert worden und das Fort war daher verlassen. Die Stromschnellen, die offen vor uns dalagen, bestehen aus Felsen und Jnselchen, die aus dem Fluß auftauchen, der seine Wasser mit weithin hörbarem Rauschen durch die verschiedenen Kanäle treibt. Man sieht, wie hoch das Wasser zur Zeit der Schwellhöhe steigt; alsdann müssen alle diese Felsen bedeckt sein und wenigstens zwei Kanäle müssen schiffbar seinfürkleineDampfer. Fürunseren „Redemptor" würden diese Stromschnellen kein unüberwindliches Hindernis bilden. Am Morgen bei unserer Abreise sah ich einen Mann den Fluß überschreiten und direkt auf mich zugehen. Er war ein Bellanda und erzählte mir, daß sein Häuptling ihm seine Frau und seine zwei Kinder abgenommen habe. Er bot mir einen prächtigen Hahn, den er bei sich trug, an und bat mich, ihm seine Familie wieder zu verschaffen. Da sein Dorf entfernt war und wir aufbrechen mußten, so riet ich ihm, nach Wau zu gehen, wohin er sich mit seinem Hahn ruhig auf den Weg machte. Arme Leute! Neun Zehntel der Fälle, die die Obrigkeit hier zu verhandeln hat, betreffen entlaufene oder geraubte Frauen! Beim Weitermarsch nach Süden zeigte der Hügel am rechten Ufer eine Schicht hellen Quarzes, weshalb er mtd) weißer Berg genannt wird; mir schien er aber weder das eine, noch das andere Prädikat zu verdienen. Der Weg führte uns bald über unfruchtbare und trockene Strecken, bald durch Wäldchen anmutiger Gesträuche, bald durch dichte Dornbüsche und bald wieder durch trockene Regenbäche, deren Ufer Spuren von Elefanten und wilden Büffeln zeigten; dabei zog er fast immer am Ufer des Flusses hin, in dem sich die Stromschnellen, die sich schon von weitem durch ihr Brausen ankündigten, in kurzen Unterbrechungen folgten. Am Abend hielten wir nahe am Flusse und errichteten in Eile eine Hütte aus Laubzweigen, in der ich am folgenden Morgen, dem Feste Mariä Verkündigung, die hl. Messe las und meine Gefährten kommunizierten. Wir folgten dann dem Flußufer bis 8 Uhr vormittags; als der Fluß einen großen Bogen nach Osten machte, gingen wir in gerader, südlicher Richtung weiter. Durch Wälder und Felsen, Dornen und Gebüsche und vorbei an der Ansiedelung des Bongo-Mbilli kamen wir nach Naffili. Hier hatten die Franzosen ein Fort mit Magazin errichtet, dessen Ueberreste noch sichtbar sind. In der Nähe befindet sich die gegenwärtige Station der Sudanregierung. In diesem befestigten Magazin befinden sich die Vorräte, die von Ukanda hiehergebracht wurden und die dann nach Tombora weiter befördert werden. Der Ort ist schön, doch eintönig; ein ägyptischer Sergeant und ein Negersoldat mit seiner Frau waren die einzigen Bewohner. Der Aegypter leistete uns gute Dienste, da er es verstand, unsere teilweisen wunden Esel zu behandeln. Der Fluß bietet hier gewaltige Stromschnellen. Felsige Inseln und einzelne Steinblöcke füllen das ganze Flußbett aus und setzen dem Wasser großen Widerstand entgegen, das sich durch Felsen durchzwängt und in engen Kanälen mit furchtbarer Strömung und lautem Rauschen dahinschießt. Aus den Zeichen, die das Wasser hinterließ, kann man sehen, daß fast alle Inseln und Felsen zur Zeit des hohen Wasserstandes bedeckt sind. Mir scheint es mehr als wahrscheinlich, daß ein kleiner Danrpfer zur Zeit der Schwellhöhe den einen oder andern der hauptsächlichstenKanälepassieren kann. Die Hauptfrage ist, ob die Maschine eines so kleinen Dampfers wie der „Redemptor" stark genug ist zur Ueberwindung der starken Strömung. Wenn der „Redemptor" nur bis Naffili kommen kann, so wird dies schon ein großer Vorteil für die Missionäre bei den Njam-Njam sein. Doch hoffe ich, daß der „Redenrptor" im kommenden Herbste weiter nach Süden vordringen wird. Mit Ausnahme der beiden Häuptlinge Nguli und Bombalo mit wenigen Bongo, die am rechten Flußufer in Entfernung von einer Stunde wohnen, gibt es hier keine Eingeborene. Diese wenigen Bongo sind auch die letzten, die man gegen Süden antrifft. Die beiden Soldaten bedachten unsere Leute mit Fleisch von einem Flußpferd, das von einem Löwen erlegt worden war. Der Löwe hatte das Ungetüm am Ufer angegriffen, indem er ihm mit den Zähnen die Schnauze zuhielt und es so erstickte. Er hatte sich ein Bein genommen und den Rest liegen gelassen, den sich die Leute holten und an der Sonne trockneten. Daß hier Löwen sind, konnten wir bald mit eigenen Ohren hören. Wir brachen am folgenden Nachmittag ans und kamen in einer Stunde zum kleinen Fluß Bo, der sich weiter unten in den Djur oder Such ergießt. Nachdem wir Esel und Gepäck über den Fluß geschafft hatten, richteten wir am anderen Ufer unser Nachtlager her. In der Nacht ertönte ein eigenes Konzert. In das häßliche, markdurchdringende GeschreiderHyänen mischte sich das rauhe Gebrüll hungriger Leoparden und das donnernde Rollen der mächtigen Löwenstimmen, während vom Flusse her das Schnaufen und Platschen der Flußpferde ertönte. In den folgenden Tagen führte uns der Pfad fast immer am Such entlang. Täglich hatten wir drei bis fünf Regenbäche zu passieren: oft mußten die Esel abgeladen und das Gepäck von den Leuten mit großer Mühe hinübergetragen werden und wir selbst mußten mit entblößten Beinen durchwaten. Diese Arbeit dauerte stets eine gute Stunde. Oft mußten lange Umwege gemacht ro erb eit, um die Bäche an geeigneten Stellen passieren zu können. Während es nachts empfindlich kalt wurde, durchnäßten am Morgen die hohen Gräser und Sträucher, die mit dichtem Tau behängen waren, unsere Kleider und herrschte von 9 Uhr-vormittags bis 3 Uhr nachmittags eine solche Hitze, daß ich sie nur ertragen konnte, wenn ich mir Wasser auf Kopf und Kleider goß. Dieser starke Wechsel zwischen Kälte und äußerster Hitze übt einen nachteiligen Einfluß auf die Gesundheit aus. Wenn wir dann während der heißen Tageszeit im Schatten ausruhten, so überfielen uns unzählig viele schwarze und rote Ameisen und eine unglaubliche Menge kleiner Fliegen. Der einzige Trost war das vorzügliche Wasser des Sueh. Je weiter wir nach Süden vordrangen, desto häufiger wurden die Wasserbäche und desto hügeliger wurde die Gegend. Am 29. März erstiegen wir gegen Abend eine Höhe, von der aus wir einen Blick in eine neue Welt tun konnten. Im Südwesten erhoben sich lange Bergreihen von grotesken Formen, die mich an unsere Alpen erinnerten. Am folgenden Morgen setzten wir unseren Weg gegen jene Berge hin fort, die, je mehr wir uns ihnen näherten, desto mehr an Anziehungskraft für mich verloren. Diese Berge, die von weitem an die Alpen erinnern, sind nichts anderes als nackte Felsen, ohne jeden Pflanzenwuchs, ungeheuere, von der Sonnenglut geschwärzte Steinmassen. Am 30. März um halb 9 Uhr vormittags kamen wir bei der ersten Wohnung der Njam-Njam an, derjenigen des Häuptlings Kodschali, der unter dem Sultan Tombora steht. Eine Umzäunung von Stohmatten umschloß einen weiten Hof mit 14 Hütten und vielen Bananenstauden. Die Hüttenmauern von Lehm und die Strohdächer zeigten in ihrer Bauart eine gewisse Kunstfertigkeit. Wir setzten unsere Reise gegen Süden fort und passierten außer mehreren Regenbächen auch einen Sumpf, in dem unsere Esel mit dem Gepäck und unseren Schlafdecken zusammenbrachen. Als wir abends mit Such Halt machten, war wenig von den Decken für die Nacht brauchbar. An diesem Orte waren mehrere verlassene Hütten und in der Nähe große Stromschnellen. Am folgenden Morgen verließen wir den Sueh für immer, der sich hier ostwärts wendet und sich mit dein Jubbo vereinigt, der aus dem Südwesten kommt. Der Jubbo war nun unser Ziel. Um dorthin zu gelangen, mußten wir ein Amphitheater von Hügeln und Steinbergen übersteigen, Attombo genannt. Bald über nackte Felsen und bald durch dichtes, übermannshohes Gras erklommen wir die Höhe der Felsenkette und suchten am beschatteten Ufer eines Büchleins, das mit lautem Murmeln von der Höhe herabfloß, Schutz gegen die brennenden Sonnenstrahlen. Die von den Bergen herabstürzenden und sich in laut murmelnden Bächen sammelnden Wasser erinnerten mich wieder lebhaft an Tirol. Doch halten diese Wasser, die von den sonnverbrannten, durchglühten Felsen herabkommen, sich häufig in großen Steinlöchern sammeln und am Fuße des Berges eine dichte Gräservegetation hervorbringen, keinen Vergleich mit unseren ftischen Gebirgsquellen aus; sie sind vielmehr lau und nicht ohne den Beigeschmack sich zersetzender Pflanzenstoffe. Durch enge, felsenumschlossene, mit dem üppigsten Grase bewachsene Täler, in denen kein kühlender Lufthauch wehte, gelangten wir endlich an den Ausgang dieses Felsenlabyrinths. Nachdem wir noch einen Sumpf passiert hatten, kamen wir in später Nacht an den Bach Ngurung. Beim Scheine des Mondes bot sich uns ein wild-schönes Schauspiel dar. Der wasserreiche Bach warf seine schäumenden Fluten mit donnerndem Getöse über die Felsen hinab. Am anderen Ufer befand sich in geringer Entfernung ein Njam-Njam-Dorf, das wir hatten erreichen wollen, um am folgenden Morgen — Passionssonntag — in einer der Hütten die heilige Messe zu lesen. Doch es war nicht möglich, den reißenden Bach in der Nacht mit Gepäck und Eseln zu passieren. So mußten wir uns denn in das Unvermeidliche fügen und hier den Morgen erwarten. Nach mehreren Proben fanden wir die geeignetste Uebergangsstelle und mit Hilfe einiger herbeigeeilter Eingeborener schafften wir Gepäck und Esel hinüber. Die Esel, die sich vor dem schäumenden und rauschenden Wasser fürchteten, mußten einzeln geführt und gehalten werden, damit sie nicht von der reißenden Strömung fortgerissen wurden. Der Ueber-gang nahm fast drei Stunden anstrengender Arbeit in Anspruch. Bei den Hütten des Häuptlings Manandze stand und erwartete uns unter anderen ein Unterhäuptliug Geddis, der weit her gekommen war, um uns zu sehen und ein Geschenk zu erhalten. Ich gab ihm zu verstehen, daß ich unzufrieden sei mit Geddi, weil seine Träger uns im Stiche gelassen hatten. Die Büche wurden in der Folge immer zahlreicher und tiefer; der bedeutendste war der Dumo, den wir am folgenden Tage passierten. Die Esel mußten den tiefen, stark fließenden Bach, von den Leuten unterstützt, schwimmend passieren. Wir überschritten den Bach auf einer der halsbrecherischen „Brücken" der Eingeborenen: das sind zwei sich gegenüberstehende, weit ins Wasser vorhängende und durch einige Pfähle und Ranken verbundene Bäume. (Fortsetzung folgt.) Besuch bet Christen in Ikorbofan, Don P. Umber F. 8. C. 1. von ©möurman zum Gbor /Ißonöera. Nach der Niederlage des Kalifen Ab-dullahi - el - Taischi durch die englischägyptischen Truppen bei Omdurman am 2. September 1898 bemächtigte sich die Regierung nach und nach von neuem der verschiedenen Provinzen des Sudan. Am allerletzten konnte Kordofan erobert werden. In den südlichen Gegenden dieser Provinz fristete nämlich der zu Omdurman dem Tod entronnene Abdullahi ein flüchtiges, unstetes Dasein, sich von Plündern und Raub ernährend, bis er endlich am 24. November 1899 zu Omdebrige das Leben ließ. Einige Monate nachher, d. h. anfangs 1900, wurden Truppen abgeschickt, um die wichtigsten Orte Kordofans zu besetzen, und so kam auch diese Provinz wiederum an die englisch-ägyptische Regierung. Den Spuren der Truppen und der Regierungsbeamten folgten die Kaufleute, in der Hoffnung auf guten Gewinn. Die meisten derselben sind Morgenländer. Fast alle sind Katholiken und gehören den verschiedenen Riten an: in großer Mehrzahl sind sie melchitische Griechen, gebürtig aus Aleppo in Syrien. Diese katholischen Syrer sind sozusagen Kaufleute von Geburt aus. Sie haben eine ganz besondere Fähigkeit im Handeln und Schachern nebst einer riesigen Geduld und schrecken vor keiner Gefahr zurück, wenn es sich um Gewinn handelt. Zum Glücke herrschen in ihnen stets das religiöse Gefühl und ein starker Glauben. Sie sehen den Priester gerne unter sich und heißen denselben herzlich willkommen, wenn er bei ihnen auf Besuch erscheint. Seit Jahren schon waren die Katholiken in Kordofan ohne Priester; die mißlichen Umstände gestatteten es leider dem apostolischen Vikar nicht, einen Missionär dorthin zu senden. Im verflossenen Jahre nun beschloß der hochwst. Herr Bischof infolge einer an ihn gerichteten Bittschrift von seiten der Katholiken Kordofans, denselben nach Verlauf der Regenzeit einen Priester auf Besuch zu schicken, da sich indessen auch die Umstände gebessert hatten. Es verging indessen die Regenperiode, eine Zeit, in welcher das Reisen sehr unangenehm und schwierig ist: dann kamen einige unerwartete Hemmnisse dazwischen, so daß erst in der zweiten Hälfte des Oktober meine Reise nach Kordofan beschlossen wurde. Nun hieß es möglichst rasch machen, da ein weiter Weg vor mir lag. Eine große Schwierigkeit bildete gleich zu Anfang das Austreiben von guten Reisekamelen. Kamele gibt es hier zwar viele, jedoch zwei oder drei Tiere einzeln zu mieten ist nicht leicht: denn die Kamelbesitzer wollen entweder alle ihre Tiere vermieten oder keines davon. Endlich nach langem Hin- und Hersuchen erschien ein junger Beduine mit zwei Kamelen; er gehörte dem Slamme der Kababisch-Araber an. Sein Name war Mustafa: er kannte die Karawanenstraße und erklärte sich bereit, mich nach El-Obeid zu bringen. Dem Anscheine nach war es ein guter Mensch; aber der Schein täuscht nur zu oft. Bald kamen wir über den Preis überein. Nun blieb mir noch übrig, mich zur Zaptieh zu begeben, um eine Reiseerlaubnis zu holen. Es ist zu bemerken, daß die Karawanenstraße nach Kordofan sich eine gute Strecke lang am westlichen Saume des Landes hinzieht, da Omdurman der Länge nach sehr ausgedehnt ist. An verschiedenen Stellen befinden sich Wachposten, denen die Verpflichtung obliegt, achtzugeben über alles, was geht und was kommt, und die jeden anhalten müssen, der keine Regierungserlaubnis vorzeigen kann. Diese Vorsicht wird angewendet, besonders um die Einführung von Waffen und Munition von hier zum Sultan von Dar-Fur und Ali-Dinor zu verhindern. Der Mamur der Zaptieh empfing mich mit der dem Morgenländer eigenen Höflichkeit, ließ mir sofort den Reiseschein ausstellen und fügte noch bei, er würde sämtliche Wachen benachrichtigen, daß keiner mich anhalte, noch nach den Papieren frage. Ich reiste noch am gleichen Abend, 19. Oktober, ab. Kaum hatten wir einige Schritte gemacht, da hielten die Kamele bei einer stinkenden Pfütze an und tranken gierig das faule Wasser. Mustafa hatte sich also nicht einmal gekümmert, seine Tiere vor der Abreise zu tränken. Wir durchritten hierauf die alten Baggara-wohnungen, die nun in Trümmern liegen, durch- querten das Bett des gewaltigen Chor Abu-Angia und näherten uns dem vierten Wachposten. Der Wächter lag ausgestreckt auf der Erde; er hatte sich an einer reichlichen Merissa*) gelabt. Als er mich erblickte, kam er heulend heran und behauptete, der Mamur habe mir den Vorübergang verboten. Mit wütenden Leuten ist nichts auszurichten, besonders wenn es Söhne des schmutzigen Propheten sind. Es blieb mir nichts übrig, alß umzukehren und den Mamur aufzusuchen: dazu nahm ich einen Nachtwächter mit, den ich zufällig dort fand. Es wurde indessen dunkel. Unser Weg führte durch verlassene Ruinen zur Unzufriedenheit des Nachtwächters, der behauptete, an diesen Plätzen sei es bei Nacht nicht geheuer wegen der Diebe. Solche Hasenfüße sind also hier zu Lande die Nachtwächter! Mit dergleichen feigen Wachen können die Bürger vonOmdurman nachts ruhig im Schlafe schlummern! Wir hatten eine kleine Strecke zurückgelegt, als ein anderer Wächter in vollem Lauf auf uns zukam. „Warum kehrt ihr denn zurück'? Was ist denn vorgefallen'?" fragte er. Er war höchst erstaunt beim Vernehmen, daß der Wachposten Nr. 4 unsere Weiterreise verhindern wollte. „Jener Mensch ist ein Esel, ein Trunkenbold, der im Rausche immer das Gegenteil versteht," rief er aus. „Kehret um; ich aber will ihm beibringen, wie er sich zu benehmen hat," sagte er und stürmte im§ voran. Als wir wieder am vierten Posten ankamen, fanden wir den Wächter voll der Scham, demütig um Verzeihung bittend. Ohne anderen Zwischenfall gelangten wir zum südlichsten Ende von Omdurman, Fetehab genannt. Der Scheich heißt 11 nb Agib. Ich begab mich nach dessen Hanse, wie mir geraten wurde, um vor Dieben sicher zu sein. Der Beduine trat ein, um mich beim Scheich anzumelden; Uad Agib war wenig erfreut über meine Ankunft. „Warum bringst du mir diesen Christen ins Haus?" sagte er zu Mustafa. „Weißt du nicht, daß ich verantwortlich bin, wenn ihm bei Nacht etwas gestohlen wird?" Dennoch machte er gute Miene zum schlechten Spiel; er ließ mir sofort ein Angareb nebst Teppich und Kopfkissen bringen und stellte ein Zimmer für mein Gepäck zur Verfügung. Mustafa, mein Beduine, schickte sich nun an, die Kamele abzuladen; *) Mcrissa ist das Bier der Eingebornen, aus Durrah gebraut. Had Agib beobachtete ihn und raunte mir ins Ohr: „Dein Beduine ist gut für nichts; nimm dir längs der Straße noch einen anderen." Hierauf ließ er ein Gefäß mit gekochtem Grünzeug und Fische bringen und stellte es vor Mustafa auf die Erde nieder. „Entschuldige mich, daß ich dir nichts zu essen anbiete," wandte er sich hierauf zu mir. „Du bist ein Europäer und ich weiß nicht, was den Europäern schmeckt." Mustafa machte sich ohne weiteres ans Werk; nach kurzem hatte er schon alles verschlungen und ließ das Gefäß ganz rein zurück, wie wenn die Katze es ausgeschleckt hätte. Nächsten Morgen brachen wir schon in aller Früh auf; der Weg führte am Weißen Nil entlang. Weit und breit war kein Strauch oder Baum zu sehen; erst allmählich gelangten wir in ein Gebiet, das etwas mehr Vegetation aufwies, besonders an den Ufern der kleinen Chors. Ganz in der Nähe des Nil waren nun auch einige üppig grünende Saatfelder zu sehen, da sich das Wasser erst vor kurzem zurückgezogen hatte, die einen schönen Gegensatz zur trockenen und kahlen Wüste bildeten. Hie und da waren auch einige Hütten der Eingebornen zu sehen. Nach ungefähr vierstündiger Reise gelangten wir zum Grabmal eines Scheichs, das den Namen „bunaia“ (Gebäude) führte; daneben befinden sich noch verschiedene kleinere Grabhügel. Damit die Verstorbenen ja keinen Durst zu leiden brauchen, haben die Eingebornen neben jedes Grab ein Gefäß mit Wasser gestellt; einige Leute, die ein besonderes Wohlwollen für ihre Verstorbenen bekunden wollen, stellen auch ein Gefäß mit Merissa (Negerbier) an das Grab, damit sich die Toten des Nachts an einem besseren Tropfen laben können. In der Nähe des Flusses zeigen sich jetzt auch einige Dörfer; sie führen den gemeinsamen Namen: el-Heneg. Die Bewohner gehören zum Stamme der Djamuia-Araber. Ihre Haupterwerbsgnelle sind Ackerbau und Viehzucht; nebenbei verschmähen sie das Stehlen auch nicht; haben sie sich doch schon den Ruf, vortreffliche Diebe zu sein, erworben! Sie erproben diese Kunst nicht nur an den Kaufleuten, welche ihr Land durchziehen, sondern bestehlen sich auch gegenseitig. Eben begegnete uns einer, dem bei Nacht der Esel gestohlen wurde. Mein Begleiter Mustafa war inzwischen auch schon sehr redselig geworden und wurde nicht müde, seine angeborne Neugierde durch tausend Fragen zu befriedigen. „Woher kommt es, daß ihr Europäer weiß seid, während wir Araber braun sind? Ist es wahr," fragt er weiter, „daß euch Christen nach dem Tod ein Gewehr ins Grab mitgegeben wird, woinit ihr Minker und Njaker verjagt, wenn sie kommen, euch zu fragen?" Zum Verständnis dieser Frage ist zu bemerken, daß nach mohammedanischem Aberglauben nach dem Tod und Begräbnis des Menschen ihm die Todesengel Minker und Njaker erscheinen; sie sind glutäugig und tragen schwere Keulen. Dieselben richten viele Fragen an den Toten: „Von wo bist du her? Bist du ein Gläubiger? (b. h. Muselmann). Ist Mohammed dein Prophet?" usw. Kann der Verstorbene dies alles bejahen, so ziehen sie ab und lassen ihn im Frieden ruhen. Im Gegenteil aber hauen sie ihn jämmerlich mit ihren Keulen und werfen ihn ins höllische Feuer. Die Christen können den beiden Würgengeln keine befriedigende Antwort geben. Um nun ihre Verstorbenen gegen die wuchtigen Schläge Minkers und Njakers zu schützen, geben sie ihnen ein Gewehr ins Grab mit. Beim Erscheinen der Todesengel ergreift der verstorbene Christ sein Gewehr, worauf die rotäugigen Unholde erschreckt stiehen. — Solchen Fabeln schenken hier zu Lande die Muselmänner einen festen Glauben. Nach weiteren drei Stunden gelangten wir zu einem Brunnen. Zur Linken der Straße befinden sich einige Dörfer; zur Rechten sieht man den Berg jpeneg, ungefähr eine halbe Stunde entfernt. Weiter gegen Süden sieht man den Gipfel des Berges Mondera. Indessen war es Abend geworden. Mustafa hatte keine Lust, im Lande der Diebe die Nacht zuzubringen. Während des Abendessens machte er mir den Vorschlag, die Nacht hindurch zu reisen, um den Gießbach zu erreichen. Gerne gab ich dazu meine Einwilligung; wir standen auf und gingen wacker voran. Nach geraumer Zeit gelangten wir an ein Dorf, wo trotz der Mitternachtsstunde noch die Feuer brannten und die Leute auf den Beinen waren. Mustafa erkundigte sich nach der Ursache und bekommt die Antwort, daß man ein Schaf geschlachtet habe und soeben am Fleischverteilen sei. Als er das vernahm, erwachte auch in ihm die Lust nach Fleisch. Er näherte sich den Leuten und bearbeitete sie mit süßen Worten, in der Hoffnung, auch ein Stück von ihnen zu bekommen. Jedoch jagten sie ihn mit leeren Händen davon und, von einer Meute bellender Hunde begleitet, kam er zu mir. Wir zogen noch an verschiedenen anderen Dörfern vorüber, wo alles schlief; nur ein einziger Mann begegnete uns, der, mit einem kleinen Beile bewaffnet, zum Flusse ging, nach einem seiner Verwandten suchend, der seit einigen Tagen verschwunden war. Gegen Morgen näherten wir uns endlich dem ersehnten Gießbach Mondera. „Siehst du jene dichten Bäume in der Ferne?" sagte mir Mustafa. „Dort in der Nähe besindet sich der Gießbach." 2. von Mondera nach Scbeicb-essaddig. Der Morgenstern stand schon ziemlich hoch am Horizont, als wir zum Ufer des Gießbaches Mondera gelangten. Wir fanden dortselbst eine Karawane, die sich soeben zur Abreise vorbereitete. Sie wollten anfangs, daß wir uns ihnen anschließen; als sie jedoch vernahmen, daß wir die ganze Nacht gegangen waren, bestanden sie nicht weiter darauf. Müde von der nächtlichen, sehr anstrengenden Reise ließ ich mich auf meinem Teppich nieder, um eilt wenig auszuruhen. Der Boden unter mir war gerade nicht weich ; jedoch wer Schlaf hat, der fragt nicht, ob er auf hartem oder auf weichem Boden liegt. Als ich aufstand, war die Sonne schon ziemlich hoch gestiegen. Ich besichtigte nun die Landschaft ein wenig. In einer Entfernung von 3/4 Stunden erhob sich der Berg Mondera, an dessen Abhängen der gleichnamige Gießbach seinen Ursprung hat. Das Bett des Baches ist breit und führt zur Regenzeit große Wassermengen dem Nile zu. Der letzte Regen war nicht lange vorher gefallen und hatte noch deutliche Spuren von sich zurückgelassen; grub man ein wenig im Sande, so fand man noch Wasser. Die Vegetation der Umgegend war prächtig. Dicke Bäume mit grünem Blätterschmuck und wohlriechenden Blüten wucherten üppig, besonders am Rande des Gießbaches, unter deren Schatten wir uns der Ruhe überließen. Gegen Mittag erschien auch ein mohammedanischer Kaufmann von El-Obeid. Er kam, um sich mit uns zu unterhalten, und bat um ein wenig Medizin für seinen fieberkranken Diener. Er brachte uns auch gute Nachrichten. „Milch und Wasser," sagte er, „findet ihr von jetzt ab, soviel ihr nur wollt. Auch das Fleisch ist reichlich und zu billigen Preisen zu haben. Nach ungefähr 5 Stunden gelangt ihr nach Scheich-essaddig, einem Land, wo man das Lamm fast umsonst bekommt und die Milch in Bächen fließt. „Da wurde meinem Beduinen der Mund wässerig. Als er aber im Verlaufe der Erzählung vernahm, daß es auch Diebe gebe und zwar bis nach Homra, überfiel ihn ein gewaltiger Schrecken und er bekam Angst für seine Kamele. Erwähnter Kaufmann hatte Eile, Omdurman zu erreichen, und reiste nach kurzem Aufenthalt ab. „Sieh," sagte ich zu Mustafa, „dieser Mann ist schon abgegangen, obwohl er nach uns ankam, und wir sind seit diesem Morgen hier; hole deine Kamele, damit auch wir abreisen." Er tat es, aber mit einer Langsamkeit und Faulheit, die nur diesen Beduinen eigen ist. Bald blieb er hier stehen, bald dort; hier verletzte ein spitziger Dorn seine nackten Beine, dann wieder blieben seine schmutzigen Fetzen „Melissema!“ (Jßs tut web!) von P. W. L. (Schlich.) Der Jüngling nahm seine Schwester bei der Hand und zog sie sanft etwas tiefer in den Wald hinein. „Wie, bist du denn wirklich eine Sandeh geworden?" flüsterte er ihr ins Ohr; „verstehst btt denn noch nicht, daß ich einzig und allein hieher gekommen bin, um dich zu befreien, trat dich zu unseren, dich so sehnlichst erwartenden Eltern zurückzuführen?" Si-Ria erwachte wie aus einem tiefen Traume. Sie hatte sich schon so an dies Sklavenleben gewöhnt, daß sie gar nicht mehr an etwas anderes glauben konnte. Nun aber erfaßte sie wie elektrisiert die Rechte ihres Befreiers fester und ließ sich nicht mehr ziehen, sondern zog ihn. Noch raste das Tam-Tam, noch scherzten und lachten jene da drüben ahnitngslos. Unsere Ria war schon längst fort und ehe man sie verinißte, hatte sie einen solchen Vorsprung gewonnen, daß es unmöglich war, sie wieder einzuholen. Am Mittage rasteten sie genau an der- an den Hecken hängen und es ärgerte mich, ihm zuzusehen. Endlich brachte er seine Kamele herbei und nun begann er die Sattel auszubessern. Ich atmete auf, als sich Mustafa endlich in Bewegung setzte, und nahm mir vor, ihn möglichst lange gehen zu lassen, um die verlorene Zeit zurückzugewinnen. Nach mehr als zweistündigem Ritt gelangten wir zum großen Gießbach Maschisch; er ist mindestens 40 Meter breit und in dem Sande erhält sich das Wasser eine geraume Zeit lang. Gräbt man eine kleine Grube in dessen Bett, so findet man auch nach zwei oder drei Monaten nach dem Regen noch Wasser. Spärlicher Pflanzenwuchs bedeckt seine Ufer. Dann zogen wir. am Berge Bremo, der zur Rechten der Straße liegt, vorüber; zur Linken sahen wir ttoch immer in weiter Entfernung die Wasser des Nil herüberleuchten, gleich einem breiten Silberbande. (Fortsetzung folgt.) selben Stelle, an der sie auch damals Halt gemacht; aber mit welch verschiedenen Gefühlen! Wohl war es damals eilig gegangen; diesmal ging es jedoch noch schneller. Fast erkannte sie noch jede Stelle, an der sie einen Peitschenhieb bekommen, weil sie unwillig gewesen oder geweint hatte. Ihr Bruder tröstete sie und suchte durch neue Erwägungen und Erinnerungen an die Heimat ihren Reden eine andere Wendung zu geben. Es gelang ihm nicht; noch immer schwebten ihr die alten Bilder vor Augen. Erst als sie ganz nahe zu Hause waren und ihre allenfallsigen Verfolger sie nicht mehr einholen konnten, lebte sie völlig ans: ihre Augen leuchteten heller, ihre Zunge wurde beredter, ihre ganze Erscheinung schlanker uitb anmutiger. Noch wenige Stunden und sie konnte ihre lieben Eltern wieder umarmen. Ein Jahr floß dahin in Frieden und Freuden. Noch war sie jung und kräftig. Nie wollte sie mehr ihr Elternhaus verlassen. „Brauchst du auch nicht," beteuerten jene; „möchtest du denn auch nicht wieder heiraten? Könntest auch IC Bud dem Missionsleben. =2!) baun noch bei uns bleiben oder wenigstens könntet ihr euch eure Hütte ganz in der Nähe bauen!" Si-Ria wollte nichts davon wissen; als sich jedoch eine passende Gelegenheit gefunden, widerstrebte sie nicht mehr. Im Gegenteil, der Rat ihrer Mutter gefiel ihr. Schon wurden die Vorkehrungen getroffen, als unerwartet das Haus überfallen, im Nu alle gebunden, alles geplündert und in Brand gesteckt und sie als Gefangene weggetrieben wurden. So schnell war es gegangen, daß niemand an Gegenwehr, niemand an Flucht gedacht. Sicher wußte man nur, daß diesmal nicht die Sandeh, sondern die Derwische gekommen und ihr Transport über Wau nach Khartoum gehen würde. Ein wenn auch sehr schwacher Trost blieb ihnen: diesmal waren sie alle beisammen. Es wäre zu weitläufig, ihre Ueberführung zur Hauptstadt der Derwische zu beschreiben. Noch sei kurz erwähnt, daß Si-Ria als Sklavin nach Omdurman, ihr Bruder nach Berber und die anderen sonst wohin verkauft wurden. Ihr Schicksal änderte sich bald wieder. Ihr neuer Herr fiel in der Schlacht am Atbara und als die Engländer siegreich in Omdurman einzogen, erhielt Si-Ria die Freiheit und kehrte kurz darauf mit ihrem Bruder, der ebenfalls befreit worden war und sie bald aufgesucht hatte (Vater und Mutter waren den Strapazen der Reise schon erlegen), zu ihren Stammesgenossen nach Kajango zurück. Httigo. Einem Brief aus Attigo entnehmen wir folgende Einzelheiten über die Anfangsarbeiten unserer dortigen Missionäre: „Trotz unserer Bemühungen ist es uns nicht gelungen im ersten Jahre unserer hiesigen Wirksamkeit, die Station vollständig auszubauen. Allerlei Hindernisse stellten sich uns in den Weg und verzögerten die Ausführung unseres Planes; wir hoffen jedoch, in Bälde mit dieser Arbeit fertig zu werden, um uns dann ganz dem Heile der Neger widmen zu können. Aber auch so haben wir unsern Hauptzweck nicht ans dem Auge gelassen, sondern auf alle mögliche Weise vorgearbeitet: neben der Erlernung der Sprache galt es besonders, das volle Zutrauen der Eingebornen zu gewinnen, das uns auch durch Ausübung der Werke der Nächstenliebe vollkommen gelang. Nachdem wir uns die ganze Woche hindurch durch körperliche Arbeiten abgemüht haben, machen wir des Sonntags gewöhnlich einen größeren Ausflug in die benachbarten Dörfer, um uns durch allerhand Liebesdienste den Weg zu den Herzen zu bahnen. Bei diesen apostolischen Ausflügen geht gewöhnlich einer von uns Brüdern mit und ich kann Sie versichern, daß diese Ausflüge eher alles andere als leicht und angenehm sind, wenigstens für den durch die sechstägige Arbeit und die tropische Hitze ermatteten Körper, der sich schon lange auf den Sonntag gefreut hat, um sich etwas der Ruhe hingeben zu können. Auf der andern Seite ist aber der Sonntag der einzige Tag der Woche, an dem man frei ist und sich etwas mehr mit dem Seelenheile der armen Neger befassen kann. Was sollen wir also tun? Uns der Ruhe hingeben und sehen, wie so und so viele Seelen zugrunde gehen! Oder aber trotz der Ermüdung und Mattigkeit zum Wanderstabe zu greifen! Der Entschluß ist bald gefaßt. Für einen Missionär gibt es keine Müdigkeit, wenn es gilt, Seelen zu retten, und wenn auch der eine oder andere den Anstrengungen erliegt, so sind viele andere bereit, den verlassenen Posten zu übernehmen. Worin bestehen aber diese unsere Ausflüge und was bezwecken wir mit denselben? Eine kurze Beschreibung derselben wird die beiden Fragen beantworten. Nachdem am Samstag abends die Tour festgesetzt, bereiten wir gleich die notwendigsten G eg enständ e zum Mitnehmen vor. Meine Aufgab e als Begleiter ist es, auf den Rucksack acht zu geben und ihn mit den nötigen Datteln, mit Zucker und verschiedenen Näschereien zu füllen. Der Pater bringt inzwischen seine Wanderapotheke in Ordnung. Um 3 Uhr des andern Morgens wird aufgestanden. Nach Vollendung der geistlichen Verrichtungen begeben wir uns auf den Weg. Gegen 5 Uhr befinden wir uns gewöhnlich schon auf dem Marsche, während uns der Mond mit seinem fahlen Lichte begleitet. Nach einer Viertelstunde gelangen wir zum Lollofluß, einem kleinen Arme des Nil, der jedoch stellenweise 4 bis 5 Meter tief ist. Zum Hinübersetzen bedienen wir uns eines sogenannten Abobo, eines kleinen, leichten Kahns. Das Fahrzeug ist aus Ambasch, einer Art Schilfrohr, zusammengefügt und kann trotz seiner Leichtigkeit und geringen Größe bis zu drei Personen tragen. In diesem Fall ist aber ein tüchtiges Fußbad unvermeidlich, da es säst ganz im Wasser versinkt. Besonders muß man aber darauf bedacht sein, ja das Gleichgewicht nicht zu verlieren, denn die geringste Bewegung kann noch andere Folgen nach sich ziehen, zum mindestens, wenn .es gut geht, ein tüchtiges Vollbad. Am jenseitigen Ufer beginnen bald die Schillukdörfer, deren Besuch für heute beschlossen wurde. Da Sie schon vieles von den Schilluk, ihren Sitten und Gebräuchen vernommen, kann ich Ihnen darüber nichts Neues mehr mitteilen. Nur einen Punkt glaube ich nicht übergehen zu dürfen, da er Sie gewiß interessieren wird: es sind die verschiedenen Gesinnungen, die uns die Neger entgegenbringen. Eingedenk der von den Arabern und Türken in ftüheren Zeiten bei den Sklavenjagden erlittenen Verfolgungen, hat sich eines Teiles der Eingebornen ein unüberwindlicher Widerwillen, um nicht zu sagen Haß, gegen alle Weißen bemächtigt und indem sie die Europäer mit den Arabern und Türken verwechseln, können sie auch diese nicht ausstehen. Andere hingegen, die etwas weiter denken, nehmen bald den Unterschied, der zwischen uns und den Arabern obwaltet, wahr. Während die - Araber nur auf Raub und Sklavenjagden ausgingen und alles niedermachten, was für ihre Zwecke unbrauchbar. war oder sich zur Wehr setzte, haben wir noch nie auch nur ein Kind entführt oder irgendeinem einen Schaden zugefügt: sie sehen vielmehr, daß wir immer auf ihr Wohl bedacht find. Das ist ihnen jedoch unverständlich und bei ihrem Mißtrauen können sie sich nicht überzeugen, daß wir nur ihr Wohl im Auge haben; so stehen sie uns denn gleichgültig gegenüber und warten zu, bis die Zeit die große Frage löst: ob sie uns voll vertrauen können oder ob wir irgend einen Nebenzweck im Auge haben. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß sie über kurz oder lang auch den letzten Rest ihres Mißtrauens ablegen werden. Endlich gibt es noch eine dritte Klasse, bestehend aus guten und einfältigen Seelen. Da sie Gelegenheit haben, uns ganz aus der Nähe zu betrachten, so fangen sie bereits an, sich uns zu nahen und unseren Ermahnungen und Belehrungen ein bereitwilliges Ohr zu leihen. Es ist leider wahr, daß sie trotz dem mit ihren alten Ueberlieferungen nicht brechen wollen: es ist ferner sicher, daß wir noch viel Schweiß vergießen werden, bis wir endlich einen greifbaren Erfolg unserer Mühen sehen können: doch das entmutigt uns keineswegs und sollten wir auch die Erfolge unserer Arbeit nicht mehr erleben, so werden unsere Nachfolger mit Gottes Gnade eine um so reichlichere Ernte einheimsen. Für die letztgenannten ist unser Besuch stets ein freudiges Ereignis: sie nehmen uns mit Freuden auf und finden sich gleich bei uns ein. Inzwischen sind wir in das erste Dorf gelangt. Unsere Freunde erfahren bald unsere Ankilnft. Nachdem ich meinen Rucksack abgelegt, beginne ich rechts und links Zucker und Süßigkeiten auszuteilen, während der Pater sich mit den Kranken beschäftigt: der eine bekommt eine Arznei, der andere einen guten Rat, je nach Bedarf. Sobald er die zahlreichen Kranken zufriedengestellt, lenkt er das Gespräch allmählich auf Gott und die Religion und erklärt ihnen den Grund unseres Kommens. Unterdessen beschäftige ich mich mit den Kindern: durch allerhand kleine Geschenke halte ich sie im Zaume, damit sie die andern nicht stören. Bald habe ich die ganze Dorfjugend um mich versammelt: die älteren spielen, während die jüngeren- nicht müde werden, meinen langen Bart zu bewundern: den meisten scheint es unglaublich, daß er echt sei; um sich zu vergewissern, faßt einer Mut und schleicht sich heran, um den nach ihrer Meinung bloß angeklebten Bart abzureißen; doch es gelingt ihm nicht: mit ein paar ausgerissenen Haaren verschwindet er; ich verziehe etroa- das Gesicht ohne eine weitere Bemerkung. Nach dieser Probe kennt ihr Staunen erst recht kein Ende. Inzwischen hat auch der hochw. Pater seine Auseinandersetzungen beendet und das Volk beginnt sich zu zerstreuen. Wir packen unsere Sachen zusammen und begeben uns unter fortwährendem Grüßen in das nächste Dorf, wo die gleiche Arbeit von neuem beginnt, da wir fast überall die nämliche Methode einhalten. Haben wir schon vorher in Erfahrung gebracht, daß in einem der Dörfer eine Kinderkrankheit herrscht, so benachrichtigen wir vorher den Häuptling von unserem Kommen und lassen ihn bitten, er möge im Dorfe verbreiten, daß wir nächstens kommen werden, um den kranken Kindern zu helfen und sie womöglich zu heilen. In diesem Falle sehen wir uns schon am Eingänge des Dorfes von Müttern mit ihren Kleinen auf den Armen umgeben. Natürlich gibt es unter diesen Kleinen immer einige, für die jede Arznei nutzlos wäre, deren Krankheit schon zu sehr vorangeschritten ist und die dem Tode nahe sind. Während ich nun die Mütter unterhalte, spendet der Pater diesen armen Wesen das Sakrament der Wiedergeburt, um wenigstens das zu retten, was noch zu retten ist. Jene, welche noch nicht sicher dem Tode verfallen sind, an deren Aufkommen jedoch zu zweifeln ist, merken wir uns für den nächsten Besuch, um sich gleich nach ihnen erkundigen zu können. So haben also unsere Aussiüge auch einen direkten Erfolg, indem sie so mancher Kinderseele durch die heiligeTaufe das Paradies erschließen. Aber auch der indirekte Erfolg ist nicht gering; wenigstens ist der Samen ausgestreut; und sind unter den Zuhörern auch viele, deren Erdreich steinig und felsig ist, so haben wir durch unser Entgegenkommen doch wenigstens ihr Mißtrauen etwas behoben. Doch ist auch die eine oder andere Seele darunter, deren Herz schon mehr vorbereitet ist und die dann in Balde Früchte zu bringen verspricht. Und diese Seelen sind für den Missionär ein überaus reicher Lohn. Gehobenen Herzens begeben wir uns dann bei Anbruch der Nacht nach Hause, nachdem wir ungefähr 20 oder noch mehr Dörfer besucht. Es ist wohl kaum nötig, darauf hinzuweisen, daß wir am Abend mehr tot als lebendig nach Hause kommen, nach einem so anstrengenden Tagwerk und das in einer tropischen Sommerhitze! Ich schließe, indem ich uns und unser Werk Ihrem frommen Gebete empfehle." Fr. ®. e. f. s. c. im VS m Verschiedenes. m m ^ Die katholische Ikirche in japanischer Beleuchtung.*) Es konnte nicht ausbleiben, daß die päpstliche Gesandtschaft an den Mikado die Aufmerksamkeit der japanischen Presse mehr wie sonst auf die katholische Mission im Lande und in Verbindung damit auf die katholische Kirche überhaupt lenkte. Eine nachträgliche Zusammenstellung der wichtigsten Auslassungen dürfte deshalb ein ziemlich genaues Spiegelbild der Anschauungen ergeben, wie sie wenigstens in den höheren Kreisen über die katholische Kirche herrschen. Es ist ebenso nützlich wie interessant, dieselben näher kennen zu lernen. Der für Japan so ruhmvolle Verlauf und Ausgang des letzten Krieges, so führt „Fiji Shimpo" (31. Oktober 1905) aus, habe Europa erst recht gezeigt, was Japan sei und was es vermöge, und einen großen Umschwung zu seinen Gunsten bewirkt. Auch die päpstliche Gesandtschaft sei als eine ehrenvolle Anerkennung der erleuchteten Politik Japans anzu- sehen, die allen Kulten und Religionen volle Freiheit gewähre. Die ersten Beziehungen Japans zu Rom seien übrigens schon älteren Datums. Bereits im Zeitalter des Tenscho (1573—1591) sandten die christlichen Daimios von Kiuschu: die Jto, Cmitra und Arima, eine Gesandtschaft nach Rom, die von Gregor VIII. in Audienz empfangen wurde. Im Zeitalter des Keicho (1596 bis 1614) sandte der Daimio von Sendai, Date Masamune, den Kasekura Tsunenaga nach Rom. Paul V. nahm ihn gleichfalls ehrenvoll auf und verlieh ihm sogar den Titel eines römischen Bürgers. Auch die katholische Mission in Japan gehe in ihren Anfängen weit zurück; sie habe damals im Lande zahlreiche Anhänger gehabt und habe es heute noch. „Die Ankunft des päpstlichen Gesandten bedeutet seit der Wiedereröffnung Japans den ersten Schritt einer Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Rom und Japan. Wir wünschen, daß diese Beziehungen noch enger werden, und möchten daher gerne sehen, daß dem Gesandten des Papstes ein warmer Empfang bereitet werde. Seit Monaten haben unsere Gelehrten, Pro- *) „Katholische Missionen", Juni 1906. f eff oren, Industriellen, Militärs und Politiker sich eine Ehre daraus gemacht, den erlauchten Fremden, die uns mit ihrem Besuche beehrten, insgesamt ihre Sympathie auszudrücken. Es geziemt sich, daß auch unsere religiösen, christlichen, buddhistischen und shintoistischen Gemeinschaften sich zusammentun, um dem erlauchten Prälaten für sein Erscheinen zu danken und in ihm dem großen König der geistlichen Welt, dem römischen Papste, den Tribut ihrer Ehrfurcht darzubringen."*) Immer mehr, so läßt sich der „Taiyo" (Dezember 1905), die erste Zeitschrift Japans, vernehmen, sinde die Nation in der großen Welt die ihr gebührende Anerkennung. „Daß aber auch der römische Papst, der in der Welt eine so angesehene, hoch über allen politischen Streitigkeiten und internationalen Spannungen erhabene Stellung einnimmt, uns einen eigenen Legaten schickt und ihn mit einer solchen Mission betraut, das ist für den guten Ruf unseres Landes ein Akt von immenser Tragweite." Das Blatt schildert dann eingehend die Empfangsfeierlichkeiten. Bei der Audienz am Hofe habe der Mikado dem Delegaten die Zusicherung gegeben: „Was die Christen betrifft, so werden wir sie, soweit Unsere Macht reicht, in- und außerhalb des Landes in Unsern Schutz nehmen; Ihr Herz kann sich auf diese Zusage völlig verlassen." Wie bereits früher mitgeteilt wurde, hatte ein reicher Buddhist, namens Honjo Iasutaro, bei dieser Gelegenheit dem Papst ein in der Landschaft Nayamo gelegenes Grundstück von 30.000 tsubo (10 Hektar) geschenkt mit der Bestimmung, dort ein katholisches Missionszentrum zu gründen und gegenüber dem buddhistischen Tempel des Zenkoji ein großes katholisches Gotteshaus zu errichten. Dazu bemerkt der „Taiyo" : „Indem der Papst die ihm gemachte Schenkung annimmt, wird er unserem Land einen neuen geistigen Brennpunkt geben; es wird dies wie ein Leuchtturm sein, der, sein Licht mit dem des Buddhismus vereinigend (!), unser Land zum Paradies des Ostens macht." (!) Der „Maiuichi" (18. November 1905) glaubt zunächst seine Leser darüber beruhigen zu müssen, als ob der päpstlichen Gesandtschaft irgendwelche politische Bedeutung zukomme. Das könnte vielleicht in Europa der *) Tatsächlich hatten z. B. die Buddhisten eigene Veranstaltungen zu Ehren des Delegaten geplant; sie mußten bei der Kürze des Aufenthaltes unterbleiben. Fall sein, wo der Heilige Stuhl ja in diplomatischer Beziehung zu den verschiedenen Höfen stehe: in Japan sei dergleichen ausgeschlossen. Im übrigen sieht auch der „Mainichi" in der päpstlichen Abordnung eine von hoher Stelle kommende und daher sehr ehrenvolle Anerkennung, daß Japan ohne Unterschied der Rasse und Religion den Gläubigen aller Bekenntnisse denselben wirksamen Schutz zukommen lasse. „Unser Kaiser hat die Botschaft, die ihm der Legat überbrachte, mit Freuden entgegengenommen; es geziemt sich demnach, daß auch die Nation ihre Dankbarkeit und Teilnahme kundgebe." Die Gesandtschaft werde mit dazu beizutragen, die Wolke von Vorurteilen, die zwischen Japan und den fremden Nationen sich aufgehäuft, zu zerstreuen. „Man hatte sich darin gefallen, den russisch-japanischen Krieg als den Krieg eines nicht christlichen gegen ein christliches Volk oder gar des Buddhismus gegen das Christentum hinzustellen. Das Erscheinen des päpstlichen Gesandten wird der Welt die Augen öffnen und das soll uns freuen." Es konnte nicht ausbleiben, daß die Presse über die Absichten und Zwecke der päpstlichen Sendung allerlei Mutmaßungen anstellte. Nach manchen handelte es sich um die Einrichtung einer beiderseitigen diplomatischen Vertretung in Rom und Tokio oder doch einer päpstlichen Nuntiatur in der japanischen Hauptstadt. Der „Iushin" von Kobe meint sogar: „Der Papst hat sich entschlossen, das Protektorat der katholischen Christen im fernen Osten an Japan zu übertragen, und um die Verbreitung des Katholizismus in diesen Ländern zu fördern, wird der Papst nach Tokio einen Nuntius senden." Der „Iamato" (23. November) weiß Genaueres: „Der Delegat ist mit einer doppelten Sendung betraut: die eine betrifft die Errichtung einer Nuntiatur in Japan. Von den beiden Kardinälen (dai sojo, wörtlich: große Bonzen), die der Papst an seiner Seite hat, wird er einen für diesen neuen Posten bestimmen. Die andere Aufgabe besteht darin, in Japan ein englisches Kolleg zu gründen, um die katholische Religion mit Hilfe der englischen Sprache zu verbreiten. Es wurde beschlossen, künftighindie katholische Propaganda in englischer Sprache zu betreiben." Nicht übel! Im Anschluß an einen Bericht über das Festmahl, welches die deutsche Gesandtschaft in Tokio dem päpstlichen Legaten gab, erinnert der „Mainichi" vom 27. November an den Wettstreit, der zwischen Frankreich und Deutschland in betreff des Protektorats der Katholiken in fremden Ländern geführt werde, und meint, daß diese Schutzherrschaft jetzt, da sich Frankreich vom Papste losgesagt habe, zweifellos in die Hände einer andern Großmacht übergehen werde. Bis jetzt habe sich die katholische Kirche in Japan als Propaganda der französischen Sprache bedient; der Legat habe jetzt, ' so sage man, den Plan gefaßt, sich für die Evangelisierung Japans des Englischen zu bedienen. Das sei klärlich ein Anzeichen, daß Rom mit Frankreich zu brechen gedenke. Einen etwas andern Ton schlägt der auch von Protestanten, wie Mat-sumura Kaiseki, bediente „Dempo" (17. November) an. Ihm will die ganze Gesandtschaft wenig behagen und er fürchtet, die Sache könnte einen sehr gefährlichen politischen Charakter annehmen. „Wennder Papst an den japanisch en Hof einen Gesandten schickt, so tut er dies sicherlich weniger, um die politische Souveränität unseres Reiches anzuerkennen, als um wo möglich seiner eigenen auch hier Geltung zu verschaffen. Wir sind ja zweifellos ganz bereit, den Papst als das geistliche Oberhaupt der katholischen Kirche anzuerkennen, und die katholischen Untertanen in Japan sind innerhalb des religiösen Gebietes vollkommen frei, mit dem Oberpriester ihre Religionsbeziehungen zu unterhalten. Darüber hinaus kann unser Land dem Papst keine andere Machtvollkommenheit zugestehen und in seinen politischen und internationalen Beziehungen hat die Rücksicht auf den Vatikan in keiner Weise mitzureden. Es ist ja ganz natürlich, daß jene Nationen, bei welchen der Katholizismus seit Jahrhunderten festen Bestand hat, mit dem Papsttum Konkordate abschließen und mit demselben auf Grund alter Ueberlieferungen diplomatische Verbindungen unterhalten. Allein unser Land ist in keiner Weise durch dergleichen Prüzedentien gebunden und darf deshalb, juridisch gesprochen, eine derartige Politik nicht in die Wege leiten." Ganz nervös hat die päpstliche Gesandtschaft auch den „Niroku" gemacht, der (26. November) einen lauten Warnungsruf erschallen läßt: „Wenn die katholische Religion in unserem Lande wirklichmehrausländische Missionäre stehen hat als alle anderen christlichen Bekenntnisse, so ist leicht zu erraten, wasHerrO'Con-nell (sic) von seiner Sendung erwartete. Der Einfluß der katholischen Missionäre in den Ländern Asiens ist ein Unglück gewesen schon wegen der einen Tatsache, daß man unter dem Deckmantel des Protektorats Politik und Religion vermischt hat. Das ist in der Türkei so gut wie in China geschehen. Man kann sagen, daß für China die verhängnisvollsten Uebel das Opium und die Missionäre gewesen sind. Wie oft hat der chinesische Hof die ausländischen Gesandten gebeten, sie möchten das Land davon befreien! Wenn es mehreren ausländischen Mächten gelungen ist, sich allerlei Rechte und Be- JBorgus/Möcben. sitzungen anzumaßen, so danken sie dies den Missionären; diese haben ihnen die Wege gebahnt. All die ewigen Wirren und Streitigkeiten zwischen Missionären und Regierung haben in diesen Anmaßungen, in dieser Einmischungspolitik ihren Grund. Wer die Zeitungen liest, weiß hierüber hinlänglich Bescheid. Hier in Japan haben wir freilich unsere Vorsichtsmaßregeln getroffen, um den fremden Mächten keine Handhabe zu geben, sich zwischen Volk und Regierung zu drängen. Wir haben den Missionären nicht bloß keine Privilegien eingeräumt, sondern auch allen klar gemacht, daß jede fremde Religion, die sich in diesem Lande verbreiten will, dies nur in dem Grade kann, als sie sich japanisiert. Unsere Verfassung erkennt im Prinzip die Religionsfreih eit an und unsere Regierung stellt alle religiösen Bekenntnisse auf gleichen Fuß. Es ist daher völlig überflüssig, daß eine Religion sich um besondere Privilegien und einen besonderen Schutz bewirbt; dem steht "der Geist unserer Verfassung geradezu entgegen. Man hört wohl sagen, die katholische Religion habe, da sie ihren Einfluß in Europa immer mehr sinken sehe, ihren Blick nach Asien gewendet und suche im Osten wiederzugewinnen, was sie im Westen verliere. Zu diesem Zwecke möchte sie gerne sich des Einflusses bedienen, den Japan durch seinen Waffenruhm sich erworben. Ist diese Behauptung wahr über falsch? Wir wollen uns darüber nicht aussprechen, glauben aber, daß sie nicht ganz der Unterlage entbehrt. Darum mahnen wir das japanische Volk, auf der Hut zu sein." Andere Blätter sehen, frei von solch kindischer Schwarzseherei, den Zweck der päpstlichen Gesandtschaft hauptsächlich in dem Wunsche des Papstes, die katholische Mission in Japan kräftiger zur Geltung und Entwicklung zu bringen. Es ist recht interessant, zu sehen, wie sie sich das, jedes in seiner Weise, zurechtlegen. Im „Jidai Shiho" (Dezembernummer) tritt Dr. Anezaki, Professor der religionsvergleichenden Wissenschaft an der Universität von Tokio, in einem sehr lesenswerten Aufsatz über „Freiheit und Unterwerfung unter die Autorität" zunächst einigen w eitverbreiteten Vorurteilen seiner Landsleute gegen die katholische Kirche entgegen. Es sei ein Irrtum, in der geistlichen Autorität des Papstes eine Gefahr für die Freiheit der einzelnen und der Nation zu erblicken. Die wahre Freiheit bedeute nicht die Willkür, wonach jeder denken und tun dürfe, was ihm beliebe. Eine solche Freiheit müßte notwendig zum Nachteil der sittlichen Ordnung ausschlagen, die doch die Grundlage bilde für die Wohlfahrt des einzelnen wie des Gemeinwesens, gleichviel, ob dasselbe klein oder groß, der bürgerlichen oder religiösen Ordnung angehöre, Familie, Nation oder Kirche heiße. Bloß die Unterordnung unter eine Autorität sichere Ordnung und Einigkeit und so sei die Autorität ein wesentliches Komplement der menschlichen Freiheit. Dieses Prinzip sei in bezug auf die Form am vollkommensten ausgeprägt in der römischen Kirche, in bezug auf den Geist im Buddhismus (!). Weit entfernt, eine Gefahr für eine Nation zu bedeuten, schütze das Dinka-iMädcbcn. Grundprinzip des Katholizismus vielmehr ihren Bestand. Danach würde Anezaki die weitere Verbreitung der katholischen Religion in Japan nicht ungern sehen. Recht bezeichnend spricht sich der buddhistische „Shukyokai" (Nr. 4) aus. „Obschon der römische Papst heute nur mehr das Oberhaupt einer großen Religion ist, so schenken doch die Länder Europas seinen Worten und seinen Maßnahmen die größte Beachtung. Daher wird auch die Entsendung eines päpstlichen Gesandten nach Japan nicht verfehlen, ans die öffentliche Meinung einen bedeutsamen Eindruck zu machen." Der Schreiber empfindet daher eine lebhafte und aufrichtige Genugtuung über diese so ehrenvolle Huldigung, welche der „höchste Vertreter der religiösen Welt" dem Friedensgeiste der japanischen Nation bringe. Und wenn die Gesandtschaft gleichzeitig den Zweck verfolge, die katholische Mission in Japan zu größerer Entwicklung zu bringen, so sei das nur zu begrüßen. „Trotz ihrer vier Bistümer und ihrer 60.000 Christen, die übrigens zumeist den niederen Volksklassen angehören, scheint der katholischen Mission hierzulande die nötige Tatkraft zu einer ernstlichen Entwicklung abzugehen. Käme einmal einer ihrer großen Bonzen (Koso) nach Japan und würde er hier seinen apostolischen Eifer recht entfalten, dann könnten die Christen, durch sein Auftreten ermutigt, im Lande sicher eine bedeutungsvolle Bewegung in Fluß bringen. Wie die Sache steht, haben die katholischen Missionäre es bisher dank ihrer Sprödigkeit und Abgeschlossenheit nicht vermocht, das Vertrauen jener Japaner zu gewinnen, deren Bildung über das Mittelmaß hinausgeht. Zudem gewinnt eine Religion weit weniger Einfluß durch die Theorien, die sie vorträgt, als durch die praktische Arbeit, die sie leistet. Käme einmal ein großer katholischer Bonze nach Japan und unternähme er es, die sittliche Erneuerung des Landes vorab durch das lebenskräftige Apostolat der Tat zu wirken, sicherlich würde ein bedeutungsvoller Umschlag zugunsten des Katholizismus in Japan erfolgen. Was uns betrifft, so wünschen wir lebhaft, daß ein solcher Umschwung sich vollziehe. Wir wünschen es besonders von dem Gesichtspunkt ans, daß eine solche Be- wegung eine kräftige Rückwirkung auch auf den Buddhismus ausüben dürfte. Heutzutage sind die Buddhisten entweder noch von kindischem Aberglauben befangen oder sie werfen sich Hals über Kopf in abstruse Spekulationen hinein: aber weder die einen noch die andern denken daran, ihre Kraft auf praktischem Gebiete zu betätigen." Eingehender noch beschäftigt sich der „Nihon" (12. November) mit der katholischen Mission in Japan. Was die (bevorstehende) päpstliche Gesandtschaft angehe, „so werden unsere Landsleute, die ja in bezug auf religiöse Dinge ziemlich gleichgültig sind, dem Ereignis keine große Bedeutung beilegen. Indessen wird dasselbe doch die eine Folge haben, daß es die öffentliche Aufmerksamkeit mehr wie sonst auf die Lage der katholischen Religion in Japan hinlenkt. Diese Religion, die man hierzulande unter dem Namen ,Kirishitanh ,Iaso" und ,Tenshukyw kennt, ist in Wirklichkeit keine andere als die alte römische Religion (Roma Kyukyo). Ihre Anhäng erfind denn auch zum größten Teil Nachkommen der alten Christen, die zur Zeit Tukugawas trotz der gegen das Christentum erlassenen Gesetze in Familiengruppen kleine Gemeinden bildeten und so 300 Jahre lang ihrer alten Religion treu blieben. Man ersieht daraus, wie fest der Glaube dieser Christen war, und zugleich, daß selbst in jenen Zeiten militärischer Alleinherr'chaft eine gewisse Religionsfreiheit bestand und eine gewisseToleranz geübt wurde".*) Nach einem kurzen Hinweis auf den heutigen Stand der katholischen Mission faßt der Artikelschreiber sein Ergebnis zusammen. „Aus dem Gesagten ergibt sich folgendes: 1. Der Umstand, daß die Katholiken sich fast ausschließlich (d. h. 2/3) in einem Teile des Landes befinden, bewirkt, daß sie trotz ihrer bedeutenden Anzahl in der weiten Oeffentlichkeit wenig bekannt sind; 2. der Umstand, daß der Katholizismus seine Anhänger hauptsächlich in den niedern Volksklassen wirbt, erklärt es, daß sein Einfluß im Lande praktisch gleich Null ist. In der Tat, obschon die Katholiken, was die Zahl ihrer Anhänger angeht, unter den christlichen Gemeinschaften den ersten Rang einnehmen, *) Eine sonderbare Religionsfreiheit und Toleranz, die Tausende auf bloßen Verdacht hin gefänglich einzog und den Henkern und qualvollsten Martern überlieferte. was tun sie? Man weiß es nicht. Welches sind ihre Missionäre, wo arbeiten sie? Man hört nichts darüber. Das ist sonderbar. Freilich lautet das Sprichwort: Tiefe Wasser machen kein Geräusch (mizu uo fukaki wa otonashi). Aber eine Religion, die nicht von sich reden macht trotz der zahlreichen Anhänger, trotz ihres Charakters, der gewiß nicht zu verachten ist, kann nicht daran denken, ihre Stellungen zu halten. Vielleicht träumt die Mission von einem großen Aufschwung in der Zukunft. Ja, aber ans welchen Einfluß kann sie mit ihren Tausenden von armen Schluckern von Kinschn rechnen?" Der Schreiber kritisiert dann in ziemlich verächtlichem Tone die Bekehrnngsmethode der katholischen Missionäre. Sie schienen die geistige Begabung der Japaner doch sehr zu unterschätzen, wenn sie glaubten, mit ihren Künsten sz. B. die Existenz Gottes ans einer Uhr zu beweisen) mehr als ein spöttisches Lächeln zu erzielen. Der Japaner sei gescheiter, als er aussehe, und Leute, die eine Lyzenmsbildnng genossen, gäben sich nicht mit dem ersten besten Beweise zufrieden. Viel lieber würden sie solchen lauschen, welche vor ihnen zeitgemäße Fragen behandelten und deren geistiges Niveau das der Missionäre um vieles übersteige. (Schluß folgt.) DieScdlakkrankdett überwunden. Anläßlich eines Vortrages in dem internationalen Verein Reunion frangaise d’Etudes machte Msgr. Le Roy, Generalsnperior der Kongregation vom Heiligen Geist, wichtige Mitteilungen über das vor einigen Tagen im Pariser Institut Pasteur gefundene Mittel gegen die Schlafkrankheit, für dessen Erfindung der König von Belgien einen hohen Preis ausgesetzt hatte. Die Schlafkrankheit herrscht, wie bekannt ist, im Zentrum Afrikas und besonders am Kongo. Wie es sich herausgestellt hat, wird der tödliche Schlaf durch einen Mikroben, den man Trypanosone genannt har, verursacht, der sich zuerst in das Blut verteilt und vorr da in das Rückenmark und die Gehirnzentren übertragen wird. Solange die Mikroben im Blut verweilen, ist der Kranke nur wenig belästigt; der Schlaf tritt ein, wenn das Gehirn angegriffen ist. Die Entwickelung der Krankheit kann dann mehr oder weniger lang sein: sie kann mehrere Monate dauern, aber ihr Ausgang ist immer tödlich. Die Uebertragnng der Krankheit geschieht durch eine Gattung der Fliege Tsetse (glossina palpalis), die sich besonders an den Ufern der Bäche und Ströme des intertropischen Afrika findet. Daher die große Menge der Schlafkranken am Ufer der Wasserlinse und ihre Seltenheit, sobald man ein oder zwei Kilometer in das Innere des Landes eingedrungen ist. Bis in die letzten Jahre glaubte man, daß nur die Neger der Schlafkrankheit anheimfallen konnten; aber vor zwei Jahren kam ein Pater der Kongregation vom Heiligen Geist, P. Gonry, von der schrecklichen Krankheit befallen, nach Paris. Ans den Wunsch von Msgr. Le Roy wurde er im Institut Pasteur behandelt, konnte aber nicht gerettet werden. Die Aerzte des genannten Instituts, Laorand, Menil, Martin, übertrugen dessen Krankheit weißen Mäusen und mit Hilfe einer Substanz, Trypanrot, gelang es ihnen, die Mikroben zu neutralisieren. Es fehlte nur noch die Probe am menschlichen Körper. Diese wurde an einem Mitgliede derselben Kongregation vollzogen, an Pater Beanchene, der die Krankheit im Bangui (Französisch-Kongo) bekommen hatte. Sein Blut enthielt eine ungeheure Zahl von Try-panosonen und, sich „zum Tode verurteilt" fühlend, unterzog er sich den Versuchen der Aerzte, um „noch vor seinem Hinscheiden der Wissenschaft nützlich zu sein", wie er zu seinem Obern sagte. Die Behandlung dauerte drei Monate; nach zweimonatlichen Einspritzungen der Trypanrot-Snbstanz besserte sich kaum sein Befinden; man stellte Versuche mit Arsen-Verbindungen an, die glänzend gelungen sind. Die Mikroben sind ganz verschwunden. Es wäre also die erste Heilung der ganze Völker zerstörenden Krankheit und bedeutet, falls sie sich bestätigt, einen weiteren Sieg der Wissenschaft. Gebetserkörungen und -Lmpkeklungen. Gebetserhörungen und -Empfehlungen, bei welchen Name und Wohnort der Redaktion nicht angegeben werden, werden nicht veröffentlicht. — Die Abkürzung wird durch die Redaktion besorgt. I. M. B. Dank der Fürbitte unserer lieben Frau von Lourdes, des hl. Josef und hl. Antonius bin ich von einem sehr schweren körperlichen Leiden, das mir drohte, verschont geblieben. Bitte um weiteren Einschluß im Gebete. U. I. Bin in einem wichtigen Anliegen überraschend schnell erhört worden; tausend Dank dem heiligsten Herzen Jesu und der allerseligsten Jungfrau. N. N. K. Eine Person bittet um Unterstützung im Gebete zum heiligsten Herzen Jesu, zum hl. Josef und zum hl. Antonius, um in der Berufswahl Gottes Willen zu erkennen. M. P. St. M. Bitte, meiner in verschiedenen sehr wichtigern Angelegenheiten im Gebete zum heiligsten Herzen Jesu gedenken zu wollen. K. empfiehlt sich in einem wichtigen Anliegen dem Gebete zum heiligsten Herzen Jesu und zum hl. Antonius; im Falle der Erhörung Veröffentlichung versprochen. I. Q. Ob. Dank dem heiligsten Herzen Jesu für auffällig schnelle Hilfe in einem schweren Leiden. St. M. L. Ein Vater bittet um das Gebet für zwei Söhne um eine glückliche Berufswahl; ferner empfiehlt er sich auch in anderen Familienangelegenheiten dem frommen Gebete. I. A. O. Empfehle mich auch fernerhin in einer sehr wichtigen Angelegenheit dem frommen Gebete und verspreche für den Fall der Erhörung Veröffentlichung. I. Pl. St. M. bittet um llnterstützung im Gebete zum heiligsten Herzen Jesu. (Bebet, um die Bekehrung der Cbamiten von Lentral-Mrtka 311 erlangen. Beten wir für die unglücklichen Negervölker Zentral-Afrikas, damit Gott, der alles vermag, von ihren Herzen einmal den Fluch Chams hinwegnehme und ihnen jenen Segen verleihe, den man nur im Namen Jesu Christi, unseres Herrn und Gottes, erlangen kann. Gebet. O Herr Jesus Christus, alleiniger Erlöser des ganzen Menschengeschlechtes, der du bereits herrschest von einem Meere zum andern und von: Flusse bis zu den Grenzen des Erdkreises: öffne erbarmungsvoll dein heiligstes Herz auch den unglücklichsten Seelen von Zentral-Aftika, welche noch in der Finsternis und im Todesschatten sitzen, auf daß durch die Fürbitte der gütigen Jungfrau Maria, deiner unbefleckten Mutter, und ihres glorreichen Gemahls, des heiligen Josef, die Negervölker ihre Götzen verlassen, vor dir sich niederwerfen und deiner Kirche zugesellt werden. Der du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Etne Bitte. Wir machen unsere geehrten Leser und Wohltäter an dieser Stelle noch einmal auf die von Hochw. P. Banholzer auf Seite 128 ausgesprochene Bitte aufmerksam und bitten zugleich, allenfallsige Spenden zu diesem Zweck unter dem Schlagworte „Lul-Pumpe" an unser Missionshaus zu senden. Wenn recht viele Wohltäter ihr Scherflein zusammensteuern, so wird die Summe bald erreichtftein. WedaktionsscHluß am 9. gitst 1906. ödantwortlfcber Sdbriftteitec: «ektor P. ». IRafldnet: F. S.C. — ipreBvecdn0=3ßucb6nid!crd Sitten, SüStirol. MKnaben, welche Ordens- mdMissionrprrester werden wollen. In unserem werden brave und talentierte Knaben aufgenommen und zu Missionspriestern herangebildet. ===== Bedingungen der Aufnahme sind: = 1. Selbständige Neigung und sonstige Zeichen des Berufes zum Ordensund Missionspriesterstand. 2. Gelehriger, lebhafter, offener Charakter, energischer, standhafter, opferfreudiger Wille; sittliche Unverdorbenheit. 3. Gesundes Urteil und gutes Talent, das befähigt, leicht und ohne Anstand die ganzen Gymnasialstudien durchzumachen. 4. Gute Gesundheit und kräftiger Bau, frei von körperlichen Fehlern. 5. Alter von ungefähr zwölf Jahren. Für die erste Klasse wird ein Alter nicht unter zehn und nicht über zwölf Jahre erfordert. 6. Pensionsbeitrag nach Uebereinkommen mit den Eltern oder deren Stellvertretern. Weitere Aufschlüsse werden bereitwilligst vom Obern des Missionshauses erteilt. Man wende sich vertrauensvoll an die Adresse: P. Obere des Missionshauses in Milland bei Vrixen, Tirol. H : Volkslieder mit Noten und Begleitakkorden. — Sittlich rein. — Bisher drei Lieferungen. — Gebunden ä 50 h. Im Selbstverlag HZ. hölzl, Altenmarkt bei Radstadt. Bei etwas größeren Bestellungen hoher Rabatt. Ebenso und ebendort „LiebeIkrinder, betet an!" Neun gemeinsame Anbetungsstnnden, Meß-, Beicht-, Komninnionandacht re., mit Strichlein zum 'Absetzen. Gebunden 25 oder 40 h. Abonnements-Gintaöung. Seit 1904 erscheint eine Armen-Seelen-Monatsschrift unter dem Titel: „Der Armrn Seelen-Dolk". Monatsschrift zum Troste der leidenden Seelen im Fegfeuer, abwechselnd mit einem Anhange von der Verehrung des heiligen Antlitzes und des allerheiligsten Altarssakraments. Jährlich 12 Hefte, je 18 Seiten Text mit Bildern in Umschlag, enthaltend Belehrungen, Erbauungen, Erzählungen, Gedichte k. Inseraten-anhang. Der Preis ist (frei ins Haus) Mk. 1.90. Brave, zuverlässige Personen, welche diese Monatsschrift verbreiten, erhalten Prospekte und Verkaufsbedingungen. Im Buchhandel Mk. 2. — . Inserate: die zweispaltige Petitzeile 60 Pfg. und werden nur von reell katholischen Firmen aufgenommen. Agenten erhalten hohen Rabatt. Das fünfte Heft des dritten Jahrganges ist erschienen. Zahlreichen Bestellungen entgegensehend, zeichnet Hochachtungsvoll Rkr>aktionu.8erlagd°-,Kmen'ZeeleN'Kolmsi Steinbruck, Post Raubling, Oberbayern. Der erste und zweite Jahrgang des „llvmeivScelctv Boten" kann gegen Sinsendung von je MI. 1.75 noch nachbezogen werden.; _________ ? 3m gleichen Verlage erscheint seit 1905 eine Zeitschrift:; „Der ftatbolffcbe VolKskreund" ? zur Unterhaltung und Belehrung. Monatlich zwei Nummern ^ je 16—20 Seiten stark mit Illustrationen. Enthaltend: Belehrungen, ? kirchliche und politische Rundschau, Interessantes, Erzählungen, { darunter heitere usw., Vexierbilder, Bilderrätsel. Der Preis ist ? (frei ins Haus) per Jahr nur Mk. 2.70. Die achte Nummer ist J erschienen. Wir suchen an allen Orten Personen zum Vertrieb ? desselben gegen hohen Rabatt. Abonnements können auch bei > jedem Postamts und Postboten gemacht werden. !| wer mindestens 6 Abonnenten aus jede der Monatrschristen gewinnt und vorauszahlt, erhält ein schSnes Gebetbuch oder je ein zrei-Sxemplar. St Oetrus Claver==Sobalität für die afrikanischen Missionen- Wer aus Liebe zu den verlassensten Seelen in Afrika sein Leben in den Dienst der afrikanischen Missionen stellen möchte, wird auf die St- Petrus Clavcr-Sodalität aufmerksam gemacht, eine vom Heiligen Stuhle genehmigte weibliche Hilfsmissionsgesellschaft zur Unterstützung der afrikanischen Missionen. Genannte Sodalität hat ihr Zentrum in Horn und eine andere Niederlassung in Maria -Sorg bei Salzburg (Oesterreich). Fräulein mit sorgfältiger Erziehung, in erster Linie solche, welche die Kenntnis mehrerer Umgangssprachen besitzen, sind für dieses apostolische Werk besonders geeignet. Erläuternde Druckschriften stehen zur Verfügung. Man wende sich an die Generalleiterin Gräfin Maria Theresia Ledochowska, Rom, via 6ell' Glmata |6, oder an die Leiterin von Maria-Sorg, post Kasern bei Salzburg (Oesterreich). AböMßlMNtS-EMlüdWZ. ©eit Neujahr erscheint eine Monatsschrift unter dem Titel: ,9Sf® lesefs®Si©efeleii9Mg Monatsschrift für alle Vrrrhrrr des HI. Josef, für alle Mitglieder der Sank! Josefs-Vruderschaft und des Vereines der heiligen Familie von Nazareth. ' Jährlich 12 Hefte zn 16—20 Seiten stark mit Illustrationen, enthaltend Belehrungen, Erbauungen, Erzählungen, Gedichte usw. Der Jahrespreis ist frei ins Haus nur Mk. 1.30. — Heft 3 ist erschienen. An allen größeren Huten werden Agenturen errichtet. -Wzz Hochachtend BeMfiiott und Verlag des „$t. Josess-Glöcklein", Steinbruck, post Raubling, Gberbaqern. Dom. B. flBorober, Later und Vergolder in Sl. Mlricb, Groden (©berboB), Tirol, empfiehlt sich dem hochw. Klerus für alle kirchlichen Architekturarbeiten: vorn Tank stein bis zum Do cd altar, wie auch Statuen der 1beiligen, Christus Corpnsse, Drippendarstel-lungen, Stationen und IReliefs, Deilige Gräber u. Xourbesgrotten in feinster Dolzsebnitzerei; feine Bemalung mit Vergoldungen. Für gediegene Arbeiten wird garantiert. 1=-:= -----Illustrierte Preislisten gratis und franko. Inhalt: Brief des Hochwst. Herrn Bischofs Franz Xaver Geyer an Se. Eminenz den hochwst. Herrn Kardinal Dr. Gruscha.........................115 Bon Kairo nach Kayango.......................148 Im Lande der Njam-Njam.......................152 Besuch der Christen in Kordofan..............156 Aus dem Missionsleben: „Meiissema“ (Es tut weh!)........................................159 Attigo .......................................160 Verschiedenes: Die katholische Kirche in japanischer Beleuchtung...................................162 Die überwunden ... . 167 Gebetserhörnngen und -Empfehlungen. —Gebet. Eine Bitte ...................................168 Abbildungen: Koroško und Niltal daselbst. — Nilkatarakt. — Schillukdorf. — Borgu-Mädchen. — Dinka-Mädchen.