Brikmmeratious - Preise: FSr Laibach: *an,jLhrig . . « fl. 4!) kr. Halbjährig . . 4 „ 2» „ »ierteljährig . 2 10 „ Monatlich ... — 70 „ Mitder Poft: Ganzjährig ,2 fl. H°-bjShrig...............ü , «-»leljährig 3 8>tr Zustellung in- HauS 'melj. 25 kr., monail. 9 kr. ^wzrlne Nummern 6 kr. Laibacher Tagblaii Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuscripte nicht zurückgesendet. Nr. 247. Freitag, 27. Oktober 1876. — Morgen: Simon und Zuda. «eractto» Bahnhofgaffe Nr. 15. Vr»«»itt*«s- L Juseraleu-, Bureau: Tongreßplatz Nr. S (vu Handlung von Jg. v. ' mayr L Fed. Zusertiouspretser , h Kür die einspaltig« P^' ü 4 kr. dei wiederholter^ schaltung L 8 kr. Anzeigen biS b geilen SO kr. Bei gröberen Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. 9. Jahrgang. Zur Lage. Wichtige Ereignisse sind es, die sich in den zuletzt abgelaufenen Tagen vollzogen haben: König Georg von Griechenland hat sich infolge erhaltener dringender Depeschen eiligst von Wien nach Athen be-geben, Rußland hat der Türkei sein Ultimatum mit-getheilt, und der „Pester Lloyd", das bekanme Or-der Grasen Andrassy, signalisiert ein vollständiges E „Verständnis Rußlands mit Oesterreich in der orientalischen Frage. Aus den neuesten Meldungen über den Verlauf E diplomatischen Action entnehmen wir, daß eine m /upation Bosniens, der Herzegowina und Bulgariens, wenn auch die hohe Pforte die ihr von Rußland oktroyierten Friedensbedingüngen annimmt, jedenfalls statlsinden wird. Die Türkei befindet sich in einer verzweiflungS vollen Lage; fügt sie sich den Bedingungen Rußlands, so übt sie an sich einen Selbstmord, wird dreier Provinzen verlustig und offeriert ihren übrigen Provinzen ein Formulare, nach welchem auch diese vom vsmanischen Reiche sich loSzureißen versuchen können; lehnt die Pforte die Vorschläge Rußlands ab, so hat sie einen blutigen Krieg mit Rußland, eventuell auch mit Rumänien und Griechenland, zu erwarten. Eine militärische Intervention ist unausweichlich geworden. Der Diplomatie ist es leider ">cht gelungen, die orientalische Frage zu lösen. Es Aussen nun die Waffen aus Eisen und Stahl entleiben, nachdem die Waffen des Geistes eine totale ^«ederlage erlitten. Europa hätte die orientalischen «i'rren als eine interne Angelegenheit der Türkei vetrachten und es der Türkei überlassen sollen, den Streit mit Serbien, Montenegro und den übrigen aufständischen Provinzen zu schlichten. Nach völkerrechtlichen Grundsätzen steht keiner fremden Macht das Recht zu, sich in interne Angelegenheiten eines Staates einzumischen. Die Eardinalsrage: wer soll die Occupation Bosniens, der Herzegowina und Bulgariens vornehmen? — steht nun auf der Tagesordnung. Es lassen sich Stimmen vernehmen, welche behaupten, Rußland werde Bulgarien, Oesterreich BoS-nien und die Herzegowina occupieien; andererseits werden Stimmen laut, welche aus wohl informierter Quelle erfahren haben wollen, daß Italien von Bosnien und der Herzegowina und Rumänien von Bulgarien Besitz ergreifen und durch diese Occupation den Commissären der europäischen Mächte bei Durchführung des Reformwerkes Assistenz leisten werden. Letztere Ansicht findet eine nur kleine Schar von Vertheidigern, denn es ist nicht anzunehmen, daß der Sultan seinen ihm untergebenen Vasallen als Curator anerkennen werde. Die Türkei wird sich, so lange sie das Schwert zu ergreifen imstande ist, zu solcher Demüthigung wol nicht herbeilassen. ES tauchen weitere Zweifel auf» nemlich ob denn Italien sich bereit finden dürfte, europäische Polizei und Executionsmannschaft zu spielen, und um welchen Preis? Allem Anscheine nach wird Rußland im Einverständnisse mit den übrigen Großmächten in dem bevorstehenden großen orientalischen Drama die Hauptrolle spielen, die Occupation der genannten Länder allein vornehmen und die orientalische Frage mit dem Schwerte in der Hand zu lösen versuchen. Bestätigt sich diese Annahme, so werden die übrigen Mächte sich die ernste Aufgabe stellen müssen, Gewehr beim.ssuß zu stehen und die Schritte Rußland-genau zu controlieren. Sollte Rußland bei der angeoeuteten Action, beziehungsweise Occupatio», sich Uebergriffe oder bedenkliche, auf eine Annectierung abzielende Handlungen zuschulden kommen lassen, so wäre es die Pflicht der controliercnden und überwachenden Mächte, dem nordischen Kolosse: „ Bis hieher und nicht weiter!" zuzurufen. Wachsamkeit thut noth, denn der Bär zählt zu den Raubthieren! Die politische Lage ist derzeit eine so bedrohte, eine so unsichere, daß heute nicht mit Bestimmtheit vorhergesagt werden kann, was morgen sich ereignen wird. Diplomaten und Jouruale, die gestern für die Türkei» für die Integrität de-vsmanischen Reiches schwärmten und die geistige Waffe für die Unantastbarkeit der Herrschaft de-Divans führten, stimmen heule zu Ehren Rußlands in begeisterter Stimmung Loblieder an, preisen die Action Rußlands hoch und erheben die Projekte Gortschakoffs bis in den siebenten Himmel. Bevor wir schließen, wollen wir «och eine-anderen Projectes erwähnen. Die Provinzen der Balkan-Halbinsel sollen in eine orientalische Eonsöderation umgewandelt werden ; derselben sollen angehören: Rumänien, vergrößert durch die Dobrudscha; Griechenland, vergrößert durch Epirus, Thessalien und Eandien; Serbien, vergrößert durch Bosnien; Montenegro, vergrößert durch die Herzegowina; Albanien, Bul garien und noch eine Provinz, welche die Länder südlich vom Balkan umfaßt. An der Spitze dieser Eonsöde-ration soll Konstantin opel als freier Staat stehen. Wo findet sich eine Macht, welche Willen Feuilleton. Verschiedene Wege. Novelle von Rudolf Mül den er. (Fortsetzung.) ik„ junge grau stützte sich auf die Brüstung s»»n.ik ^ und ließ den Blick durch den Saal sj, "'en. Sie bemerkte den Assessor, der sie grüßte, li» ^ ' ^at aber in demselben Augenblicke, plötz- si,?«., eine ^iche, einen Schritt zurück und . krampfhaft auf die Lehne ihres Stuhle-, eni, neben dem Afsefsor zeigte sich Fernau's ernstes, ou,irres Gesicht. ist gut!» murmelte dieser, indem er sei- wieder einnahm und die Lorgnette ander Tasche zog. Zvischenact« beeilte sich Herr von »»kl«?. erst«" und Frau von Warendvrf seine Aufwartung »u mache». 8««. ° Warendorf saß im Hintergründe her ^°gr, ihr gegenüber der Oberst, zwischen beiden, ein Militär, den man dem Assessor als den Hauptmann von Seckendorf vorstellte. Herr von Sohr wechselte mit dem Obersten und Frau von Warendorf einige Worte, als fein Auge zufällig auf Fernau's Loge fiel. Sei es Täuschung, Wirkung de- Halbdunkels, in dem er sich befand, aber Fernau schien ihm in diesem Momente noch bleicher zu sei» als gewöhn-lich, während seine Gesichtszüge sich in der Gasbeleuchtung noch schärfer auf dem unerleuchteten Hintergründe der Loge abzeichneten. Sein Auge leuchtete in einem düsteren, verzehrenden Glanze, und der Blick, mit welchem er Frau von Warendvrf fixierte, besaß etwas so Durchbohrendes, gleichsam Sengende«, daß der Assessor den Eindruck desselben sogar körperlich zu empfinden glaubte. , i , Da erinnerte er sich plötzlich seine- Aufenthalte- in Rolavd-eck, wo ihm bereit- die Aufmerl, samkeit ausgefallen war, mit welcher Fern,au damals alle Schritte der jungen Fra« überwachte, und diese Erinnerung «varf einen Achtstrahl in seinen Geist, --i- „Zum Teufel!" murmelte er nachdenklich, „in welcher Verbindung kann Fernau mit Frau von Warendvrf stehen?" In diesem Augenblicke begann der zweite Act. Herr von Sohr empfahl fich, und als er in einem Anfluge ritterlicher Galanterie die Hand verjüngen Frau an seine Lippen drückte, flüsterte sie ihm leise zu: «Ich erwarre Sie übermorgen um zehn Uhr vormittags in meinem Zimmer im Hotel Diefchl" „Ich werde kommen," antwortete der junge Mann ebenso leise, indem er mit einer Verbeugung die Loge verließ. „Mein Gott, was soll da- Rendezvous bedeuten?" fragte der Assessor fich erstaunt. „Ich will verdammt sein," murmelte er, „wenn ich begreife, wa- sie von mir will! Aber sollte dir Sache vielleicht Fttnau betreffen?" Dieser Gedanke drüngte fich mit Blitzesschnelle ihm auf, er beschloß, fich Licht zu verschaffen. „Du wirst verzeiht», daß ich dich auf einen Lugeublick verließ," sagte er, als er wiederum Feruau'« Loge betrat, „e- galt nur, eine Dame und -rast hätte» d i e s e m Projekte Lebenskraft ein. zuflößen? Parlamentarisches. Der Steuerreform.« usschuß beschloß, in, erster Linie über das Gesetz, betreffend die Per. sonal-Einkommensteuer, zu verhandeln. Der Budgetausschuß hat sich mit dem Rechnungsabschluß für das Jahr 1874 beschäftigt. Der Straf ge setz «Aus schuß behandelte da« Referat des Abgeordneten Dr. Sturm über Hochverrath und StaatSverrath. Politische Rundschau. Laibach, 27. Oktober. Inland. Am 25. d. M. fand in Wien ein Ministerrath statt, in welchem die Antwort auf die Interpellation der verfaffungStreuen Clubs über die auswärtige Lage, die Eröffnungen über den Verlauf der AuSgleichSverhandlungen und rin Programm über die künftige Behandlung des Eisenbahnwesens, in welchem nach allem, was bisher bekannt ist, das System des Staatsbahnbetriebes acceptiert werden soll, besprochen wurden. Der „P. Lloyd" konstatiert, daß die Leitung unseres auSwärtigen AmteS sich auf das fpe-cielle Interesse der Monarchie zurückziehe und unbeschadet der diplomatischen Mitwirkung im Inter-esse des Friedens sich auf alle Eventualitäten einrichtet. Die Stellung des Grafen Andrafsy war, wie die „Deutsche Ztg.' berichtet, tatsächlich er-schüttert und ist nachträglich durch seine plötzliche Umkehr wieder befestigt worden. Ueber die fernere Dauer seiner Ministerschaft gibt sich aber wol Graf Andrafsy selbst keinerlei Illusionen hin. Er selbst glaubt kaum, daß er noch im Amte sein wird, wenn die im Zuge befindlichen Waffenstillstands. Verhandlungen zu Ende geführt sein werden. Fallen die Würfel am Pruth, dann kann Graf Andrafsy nicht länger Minister bleiben, und wenn er sich aus welchen Gründen immer noch so sehr an sein Portefeuille klammerte. Wenn er nicht geht, wird er gegangen. Aber er wird gehen, belastet mit der Selbstanklage, die unhaltbare Lage selbst geschaffen zu haben. Die natürlichen Folgen seines Schaukelsystems werden ihm das Portefeuille aus der Hand spielen, ähnlich wie dies seinem ausgleichssüchtigen Vorgänger im Amte geschehen. Graf Beust scheiterte an der Unvereinbarkeit des Verfafsungsrechtes mit dem czechischen und slovenischen Staatsrecht. Graf Andrafsy hat einen noch beiweitem schwierigern Ver-such gewagt. Er glaubte die russische Allianz engagieren zu können, ohne auf dir Hegemonie Ungarns zu verzichten. Da aber das eine das andere aus- meiner Bekanntschaft zu begrüßen: Frau von Warendorf." Der Assessor, der diesen Namen besonders auffallend betont hatte, fixierte Fernau bet diesen Worten mit schärfster Aufmerksamkeit. Dieser indessen antwortete mit der Ruhe und Gleichgiltigkeit eines Mannes» vor welchem man einen ganz unbekannten Namen ausspricht: „Du hast recht; man darf seine Bekannten nicht vernachlässigen!" „Sollte ich mich dennoch getäuscht haben?" murmelte der Asseflor, den diese Unbefangenheit plötzlich wieder aus das weite Gebiet vager Ver« muthungen zurückschleuderte. » * * Sein unerwartetes Zusammentreffen mit Fernau gab dem Assessor reichen Stoff zu mannigfachen Betrachtungen. Welches Ist die geheime Ursache, welche Fernau vor zehn Jahren aus dem Vaterland« trieb? fragte «r sich selbst. Welche Gründe veranlassen ihn jetzt z»r Rückkehr? Welcher Natur ist das Geheimnis, welche» auf seinem Seben ruht? Woher kommt schließt, sind die Tage der Andrassy'schen Herrlichkeit gezählt, trotz officiöser Dementis und trotz der Sanftmuth des gezähmten Löwen von Debreczin. Honvedminister Szende gab nach Meldung des „Hon" im ungarischen Finanzausschüsse die Erklärung ab, daß die gesammte Honvedschaft derartig ausgerüstet und kriegsbereit ist, daß sie im Falle einer Mobilisierung in der Stärke von 217,000 Mann, bis auf den letzten Knopf vollständig ausgerüstet, binnen acht Tagen ausgestellt werden kann, und daß sie sogar mit dem Vorschrift-» mäßigen Kriegsbedarf an Waffen und Munition versehen ist. Der Finanzausschuß des ungarischen Ab-geordnetenhauses erledigte das Präliminare des Staatsrechnungshofes ohne Abzug. Bezüglich der endgiltigen Organisation wird ein neuer, den Ber-waltungsnormen emsprechender Gesetzentwurf unterbreitet werden. Der kroatische Landtag votierte die Dring, lichkeit für die Bcschlußanträge PuftS betreffs der Eisenbahnlinie WaraSdin-Agram. Ausland. Die „Provinzial - Correspondenz" meldet, Kaiser Wilhelm gedenke den Reichstag persönlich zu eröffnen und habe eine Conseilsitzung abgehalten, um sich vor Beginn der ReichStagSsession über die wichtigern schwebenden Fragen mit dem Staatsministerium zu verständigen. Journalstimmen sprechen die Hoffnung aus, daß es weder einem äußern noch einem innern Drängen gelingen werde, Deutschland aus seiner durch seine Interessen klar vorgezeichneten reservierten Stellung zu drängen. Der Bundesrath in Bern beschloß in einer außerordentlichen Sitzung, anläßlich der zunehmenden Aufregung im Lanton Tessin ein Regi-ment Infanterie zum Abgehen dahin in Bereitschaft zu halten. Die .Agence Havas" meldet: „Die Pforte scheint geneigt zu sein, einen sechswöchentlichen Waffenstillstand unter der Bedingung zu acceptieren, daß derselbe, wenn es nothwendig wäre, auf weitere sechs Wochen und sodann auf zwei Monate verlängert werde. Man hofft eine Verständigung auf dieser Grundlage." Dem „N. Wr. Tagbl." wird mitgetheilt, daß der russische Botschafter in Konstantinopel die Forderungen officiell an die türkische Regierung ge stellt hat. Der Minister des Aeußern, Safvet Pascha, hat die Antwort des otlomanischen Cabi« nets für die nächsten Tage in Aussicht gestellt. In vertraulicher Weise hat jedoch derselbe gleich die Gelegenheit ergriffen, um General Jgnatieff zu erklären, daß in der Waffenstillstandsfrage keine wesentlichen Schwierigkeiten auftauchen würden, dagegen dürfte die Pforte eine administrative Autonomie den drei infurgierten Provinzen in keinem Falle zugestehe«. ihm das Vermögen, aus welcher Quelle stammen die Reichthümer, die er besitzen muß, um die Mit-tel zur Bestreitung seines luxuriösen Lebens zu ge-winnen? Wie abenteuerlich, wie wechselvoll mußte das Leben sein, das er geführt, um Fernau zudem zu machen, was er war? Wie schmerzlich die Erfahrungen, die er gemacht, um sein einst für das Schöne und Grobe so empfängliches Herz mit jener aus einer tiefen Verachtung der Menschen entspringenden Bitterkeit zu füllen, feiner ganzen Erschei-nung jenen düstern Stempel aufzudrücken, der ihn charakterisierte? Fernau erwartete den Assessor zum Frühstück, nach dessen Beendigung beide Freunde in Fernau'S Equipage einen Ausflug in die Umgegend unter, nahmen, um den Abend im Kreise eine- Clubs zuzubringen, in welche« Fernau durch seinen Ban. kier ringeführt worden war. Am folgenden Morgen beeilte sich Herr von Sohr, zur festgesetzten Stunde Frau von Warendorf seine Aufwartung zu machen. Die Wahrheit zu sage« , so besaß der Assessor doch ein gewisse« Porurtheil gegen die junge Frau, Der „Nord", das russische osficiöse Organ in Brüssel, erklärt kurz und trocken, Europa müsse in den europäischen Provinzen der Türkei actio intervenieren, wie es dies im Jahre 1860 in Syrien gethan. Rußland hat die in Bulgarien begangenen Greuelthalen vorausgesehen und hat ein Recht, daran zu erinnern. Europa muß in den europäischen Provinzen der Türkei actio intervenieren, wie es dies im Jahre 1860 in den Provinzen Klein-Asiens gethan. Die Situation in Serbien ist äußerst gespannt. Wenn Rußland bis Ende der Woche nicht activ eingreift, droht die serbische Regierung mit ^ der Pforte in directe Verhandlungen zu treten. Der Minister des Innern, Radivoj MilojkoviL, ist in wichtiger Mission nach Deligrad abgereist. Die Stellung Tschernajesss ist als erschüttert zu betrachten. Berichten aus Madrid zufolge beträgt die Zahl der anläßlich der entdeckten Verschwörung Zorilla-Salmeron in ganz Spanien vorgenom« menen Verhaftungen 126, worunter 18 Generale. Vom Kriegsschauplätze. Djunis wurde am 24. d. nach zehnstündigem . hartnäckigem Kampfe von den siegreichen türkischen Truppen genommen. Die meisten Verschanzungen längs dem Djuniä-Bache kamen in den Besitz der Türken. In der Moravafront fand nur ein Ge-fchützkampf statt. Mehmed Ali Pascha versuchte seine alten Positionen am Javor wieder zu erobern, wurde aber von Novoselofs zurückgeworfen. Die Serben halten noch den Vasilij Vrch besetzt. Am 24. d. rückte die gefangene türkische Besatzung von Medun in Cetinje ein. Dieselbe defilierte vor dem Fürsten, worauf ein Hochamt celebriert wurde. Die Kirche war aus diesem Anlasse mit 43 eroberten türkischen Fahnen decoriert. 120 Gefangene wurden krankheitshalber entlassen. Zur Tagesgeschichte. — Resignation. Der Landeshauptmann vo« Kärnten, Graf Goöß, hat, wie die „Klagenfurter Ztg." meldet, auf seine Stelle resigniert und am vorigen Samstag davon die Mitglieder deS Landesansschusfes verständigt. — Studentendemonstration in Pest. Am schwarzen Brett der Universität wurde folgende Kundmachung angeschlagen: „Gegenüber den politischen Demonstrationen, ^ welche die akademische Jugend begonnen, hält es der Senat für seine Pflicht, aufmerksam zu machen, daß solche sow°l dem Zweck der Universität als der Disciplinar-Ordnung widersprechen und von letzterer untersagt werden. Indem der Senat die Jugend auffordert, sich von den Demonstrationen fernznhalten, thut er dies im Interesse der akademischen Ordnung und der Wahrung des wissenschaftlichen welches selbst deren so edle als würdevolle Erscheinung nicht gänzlich zu zerstören vermochte. Trotzdem, daß die Ehe des Obersten allgemein für eine sehr glückliche galt, so schien ihm doch der Oberst eher geeignet zu sein, Ächtung und unbedingtes Vertrauen zu erwecken, als fähig, ein weib' s liches Herz mit jener Liebe zu erfülle», weiche er als das einzige Motiv, als die alleinige Grundlage einer jeden Ehe betrachtete. Nun galt es dem Assessor für ausgemacht, daß Frau von Warendorf ihren Gatten nicht liebe; und daß sie ihn trotzdem geheiratet, das war es eben, wa» er ihr zum Vorwurf machte. Das Leben hatte dem jungen Manne bisher so heiter gelächelt, es war ihm nie schwer geworden, feinen Gefühlen zu folgen, so daß er die drängen» Macht der Verhältnisse, die den Menschen oft »« Schritten treiben, die seiner ganzen Natur wider« streben, entweder nicht begriff oder zu niedrig anschlug, und ohne seine natürliche Gutmüthigkeik würde er in der Beurtheilung der Menschen häufig Gefahr gelaufen fein, hart und ungerecht zu werden-(Fortsetzung folgt.) Ruses der Hochschule, unv wird er eventuell die volle Strenge der akademischen Normen zur Anwendung bringen. Namens des akademischen Senats: Laubhaimer, Rector." — Aus eine Eingabe wegen Gestattung eines Fackelzuges erhielten die Studenten den polizeilichen Bescheid, daß die beabsichtigte Demonstration nicht gestattet wird. Getäuschte Lotterieschwestern. „Wenn man sich schgx, njcht einmal mehr auf einen Raubmörder verlassen dars, dann hört alles aus I" So klagen die Lotterieschwestern in Wien, die aus jedem auffälligen Ereignisse Nummern herausklügeln und damit auf Ternogewinnst« spekulieren. Der Raubmörder Francesconi hat nun eine ganze Collection von Lernoreihen geliefert, die so stark besetzt Kurden, daß nach einer von der Lottodirection zusammengestellten Tabelle die Einsätze die Höhe von 95,000 fl. erreichten. Von de» Mordnummern wurde aber keine einzige gezogen. — Schwindel. Wie die „Saarbr. Ztg." berichtet, wird auch in Marpingen, dem durch die neuesten himmlischen Erscheinungen begnadeten Orte, Wunder-nasser in Flaschen abgezogen und zum Verkaufe an Gläubige bereit gehalten. Die Gnadenwasserflascheii aber, sowie die diesfällige Handelskorrespondenz, welche den in der katholischen Welt bereits weit verbreiteten Ruf des marpin-ger Wassers konstatiert, wurden mit Beschlag belegt. Das Wasser selbst ist in gewöhnliche weiße Medizinflaschen verkorkt ; j„ dem Pfropsen steckt oben ein Zweiglein Buchsbaum, das an der Gnädenquelle gewachsen und jedenfalls geweiht ist. — Gewaltakt. Der ottomanische Lorisul und seine ^euialin wurden am 23. d. in Tiflis ermordet. Lolal- und Provmzial-Augelegenhettek. — (Kaiserliche Spende.) Ihre Majestät die Kaiserin Elisabeth hat dem allgemeinen krainischen Militär-Veteranenvereine in Laibach ein prachtvolles Fahnen-ö°»d in den Farben weiß-blau gespendet. Das weiße Band, "'6» mit Bold gestickt, trägt den Namen der Kaiserin «ahneuinutter; den untern Theil desselben ziert in Hoch fiickerei das österreichische und baierische Wappen. DaS blau^ Band trägt die Widmung: „Dem allgemeinen krainischen Militär.Beteranenvereine in Laibach" ; den untern Theil dieses Bandes schmückt das Reichswappen. Aus der Revers-feite steht der Gedächtnistag der Fahnenweihe. Beide vän-der sind als ein Meisterwerk der Stickereikuust zu bezeichnen. — (Ernennungen.) Domherr Friedrich Edler v. PreinerNe > u , der Ehrendomherr Dr. Leonhard Klv -suiar, der Direktor der StaalSoberrealschule in Laibach, Schulrath Dr. Johann Mrha >, und der Oberlehrer an ökr ersten städtischen Volksschule hier, Andreas Pr»Prothil, wurde» zu Mitglieder« des krainischen Lande-schul-raihx- sür die nächste sechsjährige Fuuctionsperiode ernannt. — (Wahllisten.) Mehrere beitragende Mitglieder öer philharmonischen Gesellschaft stellten gestern entgegen der von uns am 23. d. bekanntgegebenen Liste folgende 2'ste für die am 29. d. in der Generalversammlung zu wählenden Directiousmitglieder aus: zum Director: Landesschulinspector Pirker; zu Directionsmitglie-dern: Dr. Keesbacher, Landesgerichtsadjunct Dr. Kraus, Dtto Ritter von Besteneck, Matthäus Treun, jiarl Karinger, «tichard Mayer, Rechnuugsofsicial Twrdy, Sparkasse-Kassier Jeßnitz und pens. Schuünspector Pitchler. Den berechtigten Zahlern liegen mithin zwei Landidatenlisten vor. - ^(Personalnachrichten.) Der neuernannte -.^pendivisionär GM. Freiherr v. Jovanovic hat ^ "us mehrwöchentlichen Urlaub nach Zara begeben, GM. Schild« führt bis zu seinem Uebertritt in den Ruhe- " das Divisionscommando, und bis zum hierortigen Jovanovic' ist «M. Müller in Klagensurt ° ^ Dwiswnsxommandant designiert. ""(Die hiesige Hebammenanstalt) wurde Jahre 1865-1876 von 273 Landidatinnen besucht. *atn stellte ein Eontingent von 152 Schülerinnen. ""(Hvchverrätherische Adresse.) Das in utz and erscheinende Journal „Neue Zeit" berichtet, die Österreich, namentlich in Kärnten, « r a i n und ^ ^tt«n eine Adresse an daS russische Volk N» i d ^ t'-!en Sympathie für Rußland, welche ... " " ausspreche, werden in derselben besonder« r efürchtungen, Erwartungen und Hoffnungen hervorgehoben, welche gegenwärtig sämmtliche Slaven nicht nur in Rußland und der Türkei, sondern auch in Oester-reich bewegen. „Die heilige Ausgabe, welche Rußland sich gestellt hat — die Befreiung der Slaven — kann aus dem bisherigen Wege nicht erreicht werden," heißt es angeblich in der Adresse. „Jetzt ober niemals I 1Ü0,00i> Russen, mit oder ohne Oesterreich, und wenn es sein muß, selbst gegen Oesterreich, genügen, und Rußland erwirbt sich, wenn daS große Werk vollbracht, dankbare und mächtige Freunde, auf welche eS stets rechnen dars." Die „Neue Zeit" spricht deu Unterzeichnern der Adresse ihre Anerkennung mit den Wor-ten aus: „Wir erkennen vollkommen die Wichtigkeit und Bedeutung der Vereinigung aller Slaven sowie der An-näherung der slavischen Stämme an Rußland, als das älteste Glied der großen slavischen Nation." — Wie ist es möglich, daß derlei hochverrätherische Schriftstücke in den Marken Oesterreichs unbeanstandet fabriciert und exportiert werden können? — (Das Predilbahnproject) wird demnächst der kowxes äes kuntzbres zur Bestattung übergeben werden. Der Eifenbahnausschuß des Abgeordnetenhauses sprach sich dahin aus, daß der «au einer Bahn von Tarvis nach Görz über den Predil in politischer Beziehung von gar keiner Bedeutung, in strategischer eher schädlich sei; daß mit Rücksicht auf die volkswinhschaftlichen Verhältnisse, die dabei i» Frage kommen, ein Lokalverkehr kaum in Betracht gezo-gen zu werden verdiene, den wichngen Handelsinteressen Triests aber durch diese Bahn durchaus nicht Rechnung ge-tragen werde, und endlich baß die Hebung der Rentabilität der Rudolsbahu durch die Herstellung ber Linie TarviS-Görz eine kaum nennenswerthe wäre. Die Predilbahn sei überdies zur sesteren politischen Verbindung einer Provinz mit dem Reiche nicht erforderlich; ihre Herstellung für Italien als Bundesgenossen überflüssig, im Falle aber eines Krieges mit diesem Nachbar zu exponiert unv gegen sofortige Zerstörung nicht zu schützen. Der AuSschußbericht legt jedoch der Regierung dringend ans Herz, den Rückkauf des öster-reichischen Netzes der Südbahn vom Staate ernstlich ins Auge zu fassen, sür jetzt wird der Abschluß von Mitbenützungsverträgen zwischen derSüdbahn und derRudolfbahn bezüglich der Strecke Laibach-Triest empfohlen und zugleich die Regierung ausgesorden, durch Regelung der Tarife, eventuell auch durch vom Staate zu gewährende Frachtrefactien an diese beiden Bahnen sür den der projec-tierten Predilbahn zugeschriebenen Güterverkehr die Handels interessen zu fördern und die Wünsche dieses Emporiums entsprechend zu würdigen. — (Die „La ibacher Schulzeituug") bespricht in ihrer gestrigen Nummer an leitender Stelle den laud -wirthschaftlichenUnterricht an den Volks schulen Krains. Der Artikel hebt hervor, daß das Bel streben, mit den Volksschulen in Krain einen ordentlichen Unterricht aus landwirthschastlichen Gegenständen in Ver bindung zu bringen, bisher an dem Umstande scheiterte, daß den Lehrern für diese UnterrichtSertheilnng von keiner Seite eine Remuneration in Aussicht gestellt wurde. Der krainischs Landtag hat sür diesen Zweck einen Betrag von 1500 fl. präliminiert, und die Bezirks-, beziehungsweise Ortsschulräthe des Landes wurden vom Landesschnlrathe ausgesordert, nach dieser Richtung hin thätig zu sein. Dieser Unterricht soll an den Volksschulen in Verbindung mit der Wiederholungs-schule in außerordentlichen Lehrstunden ertheilt werden. Auf gäbe des Ortsschulrathes und des VolkSschullehrerS ist es, den Besuch des landwirthschastlichen Unterrichtes, an dem sich auch Erwachsene betheiligen können, namentlich den Wieder holuugSschülern dringendst anzuempsehlen. Den diesen Unterricht ertheilenden Lehrern werden über Antrag des Bezirks-schulrathes vom Landesschulrathe Remunerationen passiert werden; überdies sei den Gemeinden die Beistellüng eines Schulgartens ans Herz zu legen. Der Entwurf des Lehr planes sür landwirthfchaftliche Fortbildungsschulen enthält Bestimmungen über Beginn, Dauer und Unt^,ichtS»eit (zwei Lurse je durch 5 Wintermonate, wöchentlich zwei Stunden); über Unterrichtsgegenstände (LandwirthschastSlehre, Naturwiffeuschast, Rechnen, Geometrie, Aufsätze, Gesetzkunde), über Stundenmaß sür jeden Gegenstand; über Lehrstoffe speciell. — Die heurige 20. Nummer der genannten Zeitung bringt unter dem Stichworte „Geographische Bilder aus Krain" die Beschreibung über den „MittagSkogel von Dr. Friedrich KeeSbacher. — An weiterer Stelle finden wir Verfügungen betreffend Lehrbücher und Lehr mittel; diesem reiht sich an e> ine Rundschau auf die Schulgebiete in Kärnten, Tirol, Niederösterreich, Italien, Holland, Spanien und Egypten. — Bou den Lokal-nachrichten verdienen folge»,de nähere Beachtung: I. Am 2.;November findet in Laibach die Generalversammlung des krainischen Landes Lehrervereins statt. 2. Der neu zu-fammengesetzte Bezirksschulrath der Stadt Laibach hat feine Wirksamkeit bereits begonnen. 3. Die Hen.ni Franz Kotnik auS Verb und Joses Friedrich Seimig aus Strobelhof wurden vom krainischen Laudesausfchufse zu Beisitzern de»' k. k. Bezirksfchulrathes Land Laibach ernannt. 4. In Rudolfswerth fand eine Bezirks-Lehrerconferenz statt, welcher 23 Lehrkräfte «nwohnten. 5. In Tschernembl wird die Bezirks' Lehrerconferenz am 16. November l. I. abgehalten werde Den Lokalnachrichten folgen eine Bücherschau, mannigfaltige Nachrichten, eine Revue erledigter Lehrstellen in Krain, Kärnten und Steiermark. — (AuS der Bühnenwelt.) Die linzer Bühne macht in Primadonnen ungünstige Experimente. Die neu engagierte Loloratursäugerin Fräulein v. Hof (Henry) wurde auch abgelehnt, die Tenorpartien sind gut, daS Ba-ritonfach schlecht besetzt. DaS Orchester leitet derzeit der aus voriger Saison unS bekannte Kapellmeister Kutscher» mit Umsicht und Energie. — (Landschaftliches Theater.) Gestern — wieder ein leeres HauS! Drei Motive mögen sich gegen einen frequenten Besuch verschworen haben: der Ultimo in Sicht, die hier herrschende mindergradige Vorliebe sür französische SensationSstücke und die vermißte Mitwirkung des vortrefflichen Schauspielers Herrn Director Fritzsche. Der Name Oct. Fenillet und sein Werk, „Die verzauberte Prinzessin", hätten mehr Beachtung verdient! Dieser dra-malische Dichter verschaffte dem Publikum bereits viele angenehme Abende. In dem unS gestern vorgeführten Schauspiele, uns auS früherer Zeit bekannt, tritt der grelle Ton-trast zwischen den Borurtheilen des Adels gegen demokratische Ideen in günstige- Licht, jedoch die Macht der Liebe gleicht schließlich die Gegensätze aus. Olivier von Guy-Thatel und dessen Schwester einerseits, Eisenhüttenmeister Morel und dessen Schwester andererseits repräsentieren diese Gegensätze; seindliche Verfolgung, Herausforderung und Bolksauflauf reihen sich Schlag aus Schlag auseinander, machen später friedlichen Elementen Platz und bringen ein befriedigendes Finale. Dieses Bühnenwerk kann sich rühmen, an Unwahrscheinlichleiten, an auf die Spitze getriebenen Situationen, an abwechselnder Handlung reich zu sein, ist in blühende Diction gekleidet und trägt unbestreitbar das moderne Kleid der Neuzeit. Obgleich nahezu tagtäglich dieselben Mime» in Scene treten müssen, ihr Rüstzeug höchst selten ablegen dürfen; obgleich leere Bänke durchaus nicht zur Begeisterung entflammen, spielten namentlich die Träger der Hauptrollen, die Herren Leut hold (Olivier) und Rieger (Morel), die Fräulein Arensdorf (Blanche) und Pifchek (Luise) mit Fleiß. Dieses Quartett beleuchtete den angedeuteten Lontrast recht gut, und wetteiferten die Darsteller, sich ein-ander den Rang abzugewinnen. Fräulein Pifchek läßt bei harter Sprechweise den weichen, bindenden, feinen Anschlag vermissen; Fräulein Arensdorf steht bei der leicht geschürzten Muse deS Lustspiels höher in Gunst, als bei der im Kothurn austretenden. Die Theaterunternehmung erfuhr auch gestern eine Schädigung ihreS zum Haushalte nothwendigen Einkommens; sie verfällt, um einen zahlreicheren Besuch zu erzielen, bereits aus Abwege, ste kündigt ein SenfationSstück mit koloriertem Hängbilde an, welcher Vorgang bisher nur bei Marionettentheatern und Panorama-Ausstellungen üblich war. Zur Landeskultur. (Fortsetzung.) Nachdem im Vorstehenden kur, die wenig günstigen hydraulischen Verhältnisse deS Thaies besprochen wurden, wäre nun die Art und Weise zu beleuchten, wie den Uebel-ständen abzuhelfen wäre. Bevor wir die Mittel zur Hebung dieser Uebelstände angeben, ist e» nöthig, dir Wassermenge zu kennen, welche daS Thal beim höchsten Wafferstande in fich ausnimmt; ferner muß «an die Zeit de» gustuffeS und die Zeitdauer deS Abflüsse» bemeffen. Ich nehme an, daß die überschwemmte Fläche während eines Maximal-HochwafserS durchschnittlich 6.906,000 Qua-dratmrter betragen könne und. daß daS Waffer eine mittlere HSHe von 38 Meter erreiche, »nd somit würde dir »efammt-Wafsermenge, welche da« Lhal in einem solchen Falle enthält, sich aus 26.242,000 Kubikmeter belausen. Angenommen, daß diese bedeutende Wassermrngr sich im Thale von Schneeberg in 72 Stunden anhSusen könne, so würde per Secunde 10124 oder rund 102 Kubikmeter Wasser zufließen. Hierzu wäre noch dasjenige Wafserquantum zu rechnen, welche» in 72 Stunden vermittelst der bisher bestehenden Ablässe atfließt, welches nach einer ungesLhren Berechnung 17 Kubikmeter per Sekunde beträgt. Demnach ist die Gelammt Wafsermenge, welche per Sekunde zufließt, aus 119 Kubikmeter anzuuehmen, das heiß«, dieses Quantum würde sich nur auf den ungünstigsten Fall, respecl. aus die größte Ueberschwemmung de- ThaleS beziehen. Zum Beweise dieser Behauptung kann man auch diese Berechnung mit der ganzen Oberfläche des ThaleS machen. Dieselbe beträgt cirra 390.000,00 Quadratmeter, und ergab der größte Niederschlag in Trieft im Jahre 1873 an einem Tage 65.10 Millimeter, welches Quantum auch sür den vorliegenden Fall maßgebend sein kann ohne dabei «ine erhebliche Differenz befürchten zu müssen. Daraus ersolgt, daß daS Wafserquantum, welches, den äußersten Fall angenommen, per Tag auf obiges Territorium fällt, 25.389,000 Kubikmeter oder pro Sekunde 293 85, das ist rund 294 Kubikmeter beträgt. Wenn man nun dasjenige Quantum in Betracht ziHt, welches für einige Zeit in den vielen mehr oder weniger großen Vertiefungen der Hochebenen verbleibt, ferner dasjenige, welch, s lin die unterirdifchen Becken abfließt, und endlich das Quantum, welches verdunstet, und Liefe abgehen-den Quantitäten, welche erfahrungsgemäß ungefähr '/, der Gefammtmenge betragen, in Anrechnung bringt, so ergibt sich, daß obengenauntes Quantum um 119 Hubikoeter das höchste ist, welches per Sekunde im Thale von Schneeberg zufließt. Die vorangegebenen Daten beweisen, daß, um unseren Zweck zu erreichen, die Aufgabe zu lösen wäre, eine Art und Weife zu finden, durch welche 119 Kubikmeter Waffer per Sekunde schnell zum Abfluß gebracht weiden können. Wie mir versickert wurde, dauert der Abfluß durch die bestehenden «blässe 18 Tage, mithin lönnen si» blos durch schnittlich 16'87 oder rund 17 Kubikmeter per Sekunde end seinen, eine Quantität, die in der That sehr gering ist und welche beweist, daß von diesem Umstande die beklagens-werthen Ueberfchwemmungen herrühren. Um diefelben unmöglich zu machen, isi eS also nöthig, ein Mittel zu finden, Lurch welches in einer S'cunde das obgenaiinte Quantum von 119 Kubikmeter abgeführt werden kann. Ich habe früher bemerkt, daß es zwei Ursachen für den zu langsamen Abfluß gibt, daß entweder die unterirdischen Kanäle irgendwo verengt sind, oder daß die Saugtöcher und die Grotte Globina Lurch angeschwemmte Materialien gefüllt sind und so Len Abfluß erschweren. AnLere fügen diesen eine dritte Urfache bei, nemlich daß bei Hochwasser die Oberfläche deS Zirkniz-Sees höher sei alS das Thal von i'aas. DaS letztere kann jedoch nicht der Fall sein, was durch die Höhenmesfungen bewiesen wird. In der That ist der Wasserspiegel des Zirkniz-Sees 18 Meter niedriger als die Abflüsse von LaaS. Da Lie Unrichtigkeit dieser Bermuthung bewiesen ist, so müssen wir nnS daraus beschränken, nur die beiden ersten Fälle in Betracht zu ziehen. In erster««, wenn nemlich eine Verengung deS Querschnittes der unterirdischen Kanäle oder eine ähnliche Ber-Hinderung vorhanden ist, müßte man einen Tunnel durch den Berg zwischen der «rotte Elobina und dem Ursprünge des Seebaches oder Sterfchan bohren, einen zweiten zwischen dem Kanal« und außrrdem dir Sauglöchrr nach den vorgelegten Normalien. Im zwriten Fall«, wenn nemlich der Querschnitt der Sauger und der «rotte Globina durch die in drnfelben an-. gehäuften Materialien verengt wäre, so müßte man den Fluß Oberch durch einen Tunnel mit den Saugern und der «rotte ftl direct« Verbindung bringen und einen Ab-flußkanal Herstellen. Außerdem wären die natürlichen Sauger zu verbkssern, indem man dieselben in Schächte »ach g«> machtrn Vorlagen verwandelt. (Fortsetzung sv-gt.) Witterung. Laibach, 27 Oktober. Trübe, schwacher SO. Wärme: morgens 7 Ubr -i- 6 4«, nachmittags 2 Ukr 9 6» 6. (1875 -j- 8 0-, 1874 -i- 8 0° v.) Barometer 738 SO mm. DaS gestrige TageSmittel der Wärme -s- 7 9», um 12» unter dem Normale. N»gekommeue Fremde am 27. Oktober. Hotel Stadt Wien. Schasranek, Lieutenant, Stein. — Schmiedt, Beamter, Triest. — ykrdmann, Lyon. — Schram, Graz. — Sponigo, k. k Auscultant, Siüggen. — Pfeffel, Gutsbesitzer, Gallenfels. — Bondi, Engel, u. Bertha, Kflte., Krueg, WirthschaftSrath, Wien. — Stern, Kfm., Agram. H«tel Elefant. Turfeld, Kfm., und C-pefini, Wien. — Ladstätter, Domjale — Krältner, Reif., Graz. — Trinta. Görz. — Lolli v. Maier, Lock. — Saveli, Zirkniz. — Murnik, Unterkrain. Mobre«. Franceschi, Seffana. — Dekleva, Jnnerkrain. — Klenka, Buchhändler. Graz, vaierischer Hos. vurgersdorf, Wien. — Milik, Fiume. Dominik, Eisnern. — Franeschi, Divazza. — Valfatini, Monga. Hotel Vnro-a. Moll. Moräutsch. Stadt Laibach. Pecker. «gent, Triest. Verstorbene. Den 26. Oktober. Michael Kriznar, Inwohner, 68 I., Civilspital, AüerSsckwäcke. — Matthäus Skubic, Eifenbahnarbeit-rs-Kink, weiblichen Geschlecht«, nothgetauft, St. Petersstraße Nr. 77, todt geboren. — Franziska Stefan, Arbeiterswitwen-Toltter. 8 T., St. Peterstraße Nr. 38, Rackenbräune. Gedenktafel über die am 30. Oktober 1876 statrfindenden Mitationen. 1. Feib., StraziSür'sche weal, Strazise. BG. Laas. — 3. Feilb.. Kuntaric'sche Real., VerhovSkavas, BG. Lant- straß. - 3. Feilb, Fereviit'sche Real., Laase, «G. Lanr- straß. — 3. Feilb., Bueic'fite Real., Sutna, BG. LanL- straß. — 3. Feilb., Kubar'fche Real., Stojanskiverch, i^G. Landstraß. — 3. Feilb., «orbie'fche Neat, Hrastek, BG. L-ndstraß. — 2. Feilb., Teran'sche Real., »taßvwic, BG. Stein. — 3. Feilb., Sajovic'fche Real, OtsGeuk, Krainburg. Landstraß. 2. Feilb, Aimovk'sche Real., Bregana, BG. Theater. Heute: Blaubart. Komische Oper in 4 Abteilungen von Meilhar und Haleoy, dlwjch vv» Julius Hopp. Musik vou Iacquei> OffeiibaL. Telegramme. Koustautiuopel, am 26. Oktober, abends. „Phare Bosphore" vei öffentlich! die Ansprache Jgna« ticffs bei Ueberreichung jeiiitr Creditive und die Antwort des Sultans. Jgnalieff sagte, dcr Czar begreife die Schwierigkeit der Lage, und ohne seine Sympathien für die Slaven in der Türkei zu verhehlen, wünsche er, die gegenwärtigen Schwierigkeiten mögen geebnet werden, damit der Sultan zur Verbesserung des Loses s-iner Unlerthanen jchreite. Der Sultan erwiderte, cr beklage die Ereignisse, welche die Ausführung der rescrmatorischen Projekte verhindern; cr zähle aus die Unterstützung der Vorsehung zur Herbeiführung einer neuen FriedcnSära, die ihm gestattet, sein Volk glücklich zu machen. Er hoffe, der Czar werr.e beitragen, ihm seine Aufgabe zu erleichtern. Einladung zur Generalversammlung der .iigkieäer äe« kaibaeker Äu^verein8> die am 12. November 187« um 1« Uhr vormittags im Rathhaussaale ftaufindel. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Kassebericht. 3. Antrag der Direktion auf Statutenänderung. 4. Neuwahl de» Au»-schufseS und der Direktion. 6. Nllfällige Anträge. (59l) - Der Ausschuß. Zu staunend billigen Preisen offeriert welche eben angekommen, im „ST««!» AVI««" Zimmer Nr. 3 L 4, I. Stock: Hüte für Damen, Mädchen Sc Kinder, darunter Filz- und Sammt-, geschloffen und rund, von fl 4 bis fl. 2V fl.; dann inuilliuAer 8e1ckvnl»»l8tilvller für Damen und Herren, sowie den berühmten vumenpnuäre. __________Aufenthalt n»r bis 5. November. (592) ans Graz (58i) 2 s ordiniert bis einschließlich 3l. Oktober täglich von 8 Uhr früh bis 5 Uhr abends in Laibach „Hotel Elefant" Zimmer Nr. 35 L 36, II. Stock ober dem Hauptthor. Freiwillige Lieitatwn. Die ebemals Gromatzky'sche Mahlmühle nächst Stein, bestehend aus sieben Gängen, Stampfe und einem Holländer fiir gerollte Gerste, nebst emem großen Garten, wird am Sonntag re» 29. 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Ware 10« L5 106 50 89 5,» 89 75 85 60 Sä 80 S5 50 85 7S 90 25 90 50 8« LO —— 57 50 58'-I5>3 50 154 -92 75 9S'— V^evt»». (3Mou. LugSdurg Ivo Mark Arankt. I«» Mark . . ^°ndo"lo"Psd. Ster, Pari» roo Franc« . . KI»»»«». Kais. Mün>«Ducateii >«>.Kr-i,c«mtS . . . . Deutsche -ketchrbank Giiber . 15« -H 40 I5SS0 1»«0 >8» 80'1» »i4 40 t»«eo «s 45 4»'5S S'94 5'»« S »«>/, » »IV« «l «S «t'»5 IV8I0I0?' > keiegrapyisäier Lursbrricht am 27. Oktober. Papier-Reute SI-95 — Tilber.«ente «ö 80 -Staats-Lnlehe» 107 7d. — Baakactien 820. — Lredit 14610 — London >24 Sb. - Silber lvk-lü. — «. k. SM»»-dukaten 5 S4'/, - LO-Kranc« Stücke 9 94'/,. - 100 «eich»-mark 6110 Dru« v»» tzg. v. Kleinm«y, L Fed. Bamberg. Verleger Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Fran^ Müller.