Watzffprvch, Was n*r degehren roa der Zukunft R'ewetti Datz Brot und Arbeit uns gerüstet stehen. Daß unsere Kinder in der Schule lernen Und unsere Greise nicht mehr betteln gehe«. V>. Herwegh % TeleMvN M. 2U8.10.526 N. 10 J42. e 38.415. Zentralorgan des Oesterreichischen Eisenbahn-Personales. RedaMon: Men V/i, Brauhamgafse 84. 0t»ofc«»it«f4lui: Zwei Tage vor de« Erscheine» bt» «tRtks. Sprechstunden sind jeden Tag mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage von 10 Uhr vormittags bis Vs* Uhr nachmittags- Insertionspreis: Die einspaltig« Milliineter>elle oder deren Raum 14 Heller. Bei Jahreraustrag Rabatt. Abonnements-Bedingungern Halbjährlich.................... Kr. 2-88 Ganzjährlich ............... , 5*76 Für das Deutsche Reich ganzjährlich Mk. 6'—. Mr das übrige Ausland ganzjährlich 9 Franken. Erscheint jeden 1„ 10. imd 20. im Monat. _ Nr. 11 Wien, de» 10. Avril 1914. 22. Jahrg. Sic Wirtschaftlichkeit unseres ötaatr-bahabetrieber. Bemerkungen zu einem Vortrag des Generaldirektors Georg Günther im Zentralverband der Industriellen. Die österreichischen Staatsbahnen sind seit vielen fahren der Brennpunkt volkswirtschaftlicher Sorgen Und Diskussionen. Das ist natürlich vor allem auf dem bekannten und beklagenswerten Umstand zurück-öusühren, daß die Finanzgebarung unserer Staatsbahnen Jahr für Jahr einen regelmäßigen Zuschuß aus den Steuergeldern erforderte, um den rechnungsmäßigen Abgang in den Bilanzergebnissen zu decken. <ßertn nun auch in den letzten Jahren das Defizit beträchtlich kleiner geworden und sich demgemäß der dom Staat zu leistende Zuschuß verringert hat, so bleibt dennoch die Tatsache bestehen, daß unsere Staatsbahnen immerhin noch an den Steuereingängen des Staates zehren, während sie anderwärts, wie das zum Beispiel in Preußen der Fall ist, eine beträchtliche Duelle für die Einnahmen des Staates bilden. Von diesen Erwägungen ausgehend, hat nun auch vor ungefähr drei Wochen der bekannte Generaldirektor Günther im Zentralvcrband der österreichischen Industriellen einen Vortrag unter dem Titel „Das Gebaren der Staatsbahnen" gehalten, in welchem er auf eine Reihe von Mängel in der Gebarung und Betriebsführung der österreichischen Staatsbahnen hinwies. Wenn nun auch vieles von dem, was Herr Günther ausführte, als durchaus zutreffend bezeichnet werden muß, so bildeten den Inhalt seines Vortrages dennoch mancherlei irrige Voraussetzungen, die insbesondere geeignet sein mußten, im großen Publikum falsche und unzutreffende Vorstellungen zu erwecken. Herr Günther wählte zu seinem Vergleich die Betriebsergebnisse bei den preußischen Staatsbahnen, wobei er für die Untersuchungen der Ergebnisse unserer österreichischen Staatsbahnen das Vergleichsjahr 1911 in Betracht zog. Schon dieser letztere Umstand läßt wohl das Ziffernmaterial, mit welchem der Vortragende seine Ausführungen in recht ausgiebiger Weife zu stützen versuchte, als durchaus nicht einwandfrei erscheinen. Wie man weiß, handelt es sich bei den Ergebnissen des Jahres 1911 zugleich mit um die der großen verstaatlichten Privatbahnen, deren Leistungen und finanziellen Gebarungsausweise gerade in diesem Zeitraum zum erstenmal voll zum Ausdruck gelangt smd und den Ergebnissen unserer Staatsbahnen zugerechnet werden müssen. Bei seinem, wie man zugeben wird, schon aus diesem Grund nicht einwandfreien Vergleich kam nun Zentraldirektor Günther zu folgenden Vergleichzahlen: In Preußen kosten 1000 Wagenachskilometer bei einer Leistung von 22.822 Millionen Wagenachskilometer Kr. 71‘30, in Oesterreich bei einer Leistung von 6.060,800.000 Wagenachskilometer Kr. 85 50, wovon in Preußen auf die persönlichen Auslagen Kr. 42"20, in Oesterreich Kr. 58'10, und auf die fachlichen Auslagen in Preußen Kr. 2910, in Oesterreich Kr. 27‘40 entfallen. Das heißt, Oesterreich gibt für Materialbeschaffung um mehr als 10 Millionen weniger aus als Preußen, dagegen für persönliche Auslagen um 96 Millionen mehr. Wenn man die österreichischen Gehalt- und Lohnverhältnisse in Betracht zieht, so ermäßigt sich diese Mehrauslage auf rund 80 Millionen. Alle besonderen österreichischen Verhältnisse sind dabei berücksichtigt. Günther stellte fest, daß die österreichischen Staatsbahnen im Verhältnis zu Preußen um 5 0.000 Angestellte zuviel haben. Im Zentral Menst leistet in Preußen jeder Angestellte doppelt soviel als in Oesterreich so daß die Hälfte der Angestellten im Zentral-dienst, das ist 5400 Angestellte, die23Millionen kosten, entbehrlich waren. r _________________________ Noch ärger, sagt Günther, sei es im Werkst ä t t e n d i e n st, wo 7600 Angestellte mit einem Aufwand von 10 Millionen Kronen zuviel seien. Trotzdem sei die Zahl der im Zentraldienst und bei den Staatsbahudirektionen Angestellten — die ständigen Diener ausgenommen — von 1911 aus 1912 um nahezu 700 gestiegen. Die Reise- und Umzugsspesen seien in Oesterreich gleich hoch wie in Preußen (7 bis 8 Millionen), obwohl in Oesterreich die Leistung nur ein Viertel ausmache. Man wird zunächst das, was Herr Günther über die Kostspieligkeit unseres Z e n t r a l d i e n st e s sagt, durchaus nicht bestreiten können, und cs ist gerade von uns schon wiederholt auf den gewaltigen bürokratischen Apparat hingewiesen worden, der, während er auf der einen Seite eine finanzielle Belastung für den Staatsbahnbetrieb bedeutet, zugleich auf der anderen Seite eine Hemmung und Erschwerung der ganzen Betriebsabwicklung vielfach zur Folge hat. Aber man wird zugleich die etwas gewagte Behauptung, daß die österreichischen Stantsbahnen n m 5 0.0 0 0 Angestellte zuviel haben, nicht unwidersprochen hinnehmen dürfen, wenn nicht in der öffentlichen Meinung die ohnehin bestehende Voreingenommenheit, die gegen die Eisenbahner durchwegs vorhanden ist, nicht noch ganz unbegründeterweife vermehrt werden soll. Was Herr Günther über die höhere Leistung der preußischen Staatsbahnen sagt, die die Leistungen der österreichischen Bahnen weit übertreffen, kann natürlich einen richtigen Vergleichsmaßstab schon deshalb nicht abgeben, weil bei den österreichischen Eisenbahnen zunächst die Terrain-ver hält nissewesentlich andereun dungünstigere sind als dies bei den preußischen Staatsbahnen der Fall ist, und weil sich daher auch die Verkehrsabwicklung bei uns unter ungleich schwierigeren Umständen vollzieht als wie das in Preußen der Fall ist. Wiewohl Herr Günther aus diesen Umstand allerdings selbst Hinweisen zu müssen glaubt, so erscheint derselbe dennoch viel zu wenig in Betracht gezogen zu sein, da sich ja unter solchen Umständen gerade dann, wenn man mit Ziffern operiert, die entsprechend richtigen Vergleichsziffern nur sehr schwer finden lassen. Daß also in Oesterreich die persönlichen Auslagen bedeutend größer sein müssen als in Deutschland, wird niemand überraschen, wenn er alle diese anders gearteten Umstände, mit denen unser Verkehr zu rechnen hat, in Betracht zieht. Von einer totalen Unkenntnis der Sachlage zeigt es aber, wenn Herr Günther meint, daß bei uns im Werkstätten-d i e n ft um 7600 Angestellte mit einem Aufwand von 10 Mill. Kr. zuviel seien, was nach seiner Meinung vor allem darauf zurückzuführen ist, daß die Akkordarbeit in den Werkstätten ausgelassen worden ist. Schon diese Behauptung stimmt vor allem nicht, weil die Akkordarbeit noch in einem großen Teil der Werkstätten bei den verstaatlichten Bahnen besteht und weil anderseits die faktische Leistung in den Werkstätten durchaus nicht in der Weise, wie Herr Günther meint, von dem Akkord beeinflußt wird. Wenn etwas die Leistungsfähigkeit in den Werkstätten unserer Staatsbahnen hemmt, so ist es vor allem der schon oft gerügte Umstand, daß man mit einer völlig unzureichenden technischen Ausrüstung arbeitet, die durchaus nicht den neuzeitlichen Anforderungen entsprechen und von den technischen Errungenschaften zumeist längst überholt sind. An dieser Tatsache geht Herr-Günther völlig kritiklos vorbei, wie er es auch unterläßt, einige Betrachtungen darüber anzustellen, wieso die Post „N ei s e- uud Umzugsspesen" in Oesterreich gleich hoch wie in Preußen sein kann, obwohl die Leistung bei uns nur ein Viertel im Verhältnis zu den preußischen Leistungen ausmache. ^ Nun weiß jeder Eingeweihte, daß unter dieser Post das Kapitel der Diäten und Reisespesen in Rechnung gestellt ist, an dein seit jeher mit vollem Recht die stärkste Kritik von der sachkundigen Öffentlichkeit geübt worden ist. Daß gerade aus diesem Gebiet in ganz zweckloser und zum tatsächlichen Erfolg in keinem Einklang stehender Weise Unsummen vergeudet werden, steht ebenso unzweifelhaft fest, wie es eine erfahrungsgemäße Tatsache ist, daß durch die ausgedehnte Freikartenwirtschaft auf unseren Staatsbahnen Großindustrielle und Millionäre ganz umsonst auf Kosten des Staates reisen können. Es wird sicherlich niemand bezweifeln, daß die Oekonomie in der Verwaltung und Betriebsführung unserer Staatsbahnen nicht auf der Höhe der Zeit steht. Allein dieser Nachweis läßt sich durchaus nicht damit führen, daß im allgemeinen der österreichische Staatsbahnbetricb kostspieliger sei wie der preußische. Man hat doch vor allem auch damit zu rechnen, daß wir volkswirtschaftlich genommen ein armes Land sind, daß Industriegebiete von der Art und vor allem von dem Umfang und der Geschlossenheit wie in Deutschland gar nicht kennt. Die Verkehrsausnützung und die Rentabilität der Eisenbahnen hängt aber vor allem untrennbar mit dieser wichtigen Tatsache zusammen. Mit den bloßen Ziffern und Zahlen kann man nun allerdings die Leistungen auf Wagenachskilometer feststellen, und man kann danach den Be-triebskoeffizienten berechnen. Allein Ziffern sind gerade auf diesem Gebiete kein ausreichender und vor allem einwandfreier Beweis, weil man eben auch mit Ziffern an den lebendigen Tatsachen der Wirklichkeit vorbei argumentieren kann. Was uns von wesentlichem Wert erscheint, ist die Feststellung, zu der sich Herr Günther genötigt sieht, daß die Durchschnittsbezüge eines Auge st eilten und Arbeiters in Preußen per Jahr 1909 Kr., in Oesterreich dagegen nur 1566 Kr. ausmachen, wozu noch kommt, daß auf den österreichischen Staats-bahnen aus je 7'5 Kilometer Streckenlänge eine mit Personal besetzte Station entfällt, was hingegen in Preußen schon bei 6*3 Kilometer Streckenlänge der Fall ist, woraus zugleich der naheliegende Schluß zu ziehen ist, daß die Arbeitsintensität und die Ausnützung des Personals in Oesterreich bei geringerem Einkommen größer ist als im Deutschen Reiche. Sieht man also von diesen wenigen, immerhin interessanten und lehrreichen Feststellungen des Herrn Günther ab, so enthält sein Vortrag durchaus nichts, was geeignet wäre, neue Gesichtspunkte für die Betriebsführung unserer Staatsbahnen zu eröffnen. Wir glauben vor allem, daß es gar nicht am Platze ist, die Leistungen unserer Staatsbahnen als durchaus m i n-derwertig hinzustellen, denn gerade die Erfahrung der letzten Jahre lehrt, daß die Erträgnisse, wenn man die Schulden aus der Skandalperiode der österreichischen Eisenbahnwirtschaft nicht in Rechnung stellt, als durchaus günstige bezeichnet werden müssen. Daß diese steigenden Erträgnisse vor allem auf den Fleiß und die intensive Ausnützung des Personals zurückzuführen sind, wird kaum jemand bezweifeln. Sollen freilich unsere Staatsbahnen in ihren Rentabilitätsergebnissen einen Vergleich mit den preußischen aushalten, dann wird auch in die gesamte volkswirtschaftliche und industrielle Entwicklung unseres Staates ein anderer Zug kommen müssen, denn, was die Eisenbahnen brauchen, ist vor allem viel und ausgiebiger Verkehr. Daß ein solcher nicht möglich gewesen ist, daran ist durch unsere bisherige Handels- und Zollpolitik ungeheuer viel gesündigt worden und man wird, wenn man auf diesem Gebiete die Verhältnisse bessern will, sich wohl im Jahre 1917 mit aller Macht dafür einsetzen müssen, daß unsere Wirtschaftspolitik, die von der staatlichen Eisenbahn-Politik nicht zu trennen ist. eine bessere und gesündere werde. Der »Eisenbahner" erfdieiiit itt einer Auflage von 50.000 Exemplaren. Ans dem ZsMvsMrrimgr-ausschuß. Die Krankenversicherung der Eisenbahner. Laug, lang ist's her, daß das Subkomitee des Sozialversicherungsausschusses die §§ 107, 108 und 100 der Regierungsvorlage über die Sozialversicherung, die „Betriebskrankenkassen der Eisenbahnunternehmungc n" betreffend, beraten hat. Ani 6. November 1912 wurde dieses Kapitel im Subkomitee des Sozialversicherungsaus-fchusses verhandelt und Beschlüsse gefaßt. Schon damals hat das Eisenbahnministerium durch seinen Vertreter, Sektionsrat v. Glanz, versucht, die Regierungsvorlage zu verschlechtern. Es gelang aber nicht. Damals schon hat sich Abgeordneter Genosse T o m-s ch i k bemüht, die übrigen Subkomitecmitglieder davon zu überzeugen, daß an der Regierungsvorlage keine Verschlechterungen, sondern Verbesserungen vor-zunehmen sind, was auch gelang. Die Anträge des Abgeordneten Tomschik wurden damals zwar nicht in der Weise angenommen, wie sie eingebracht wurden, doch einige Verbesserungen gingen durch. So zum Beispiel heißt es in der Regierungsvorlage: .Die Aufnahme, Kündigung und Entlassung der Bahn- beziehungsweise Kassenärzte, die Feststellung ihrer Bezüge und die Einteilung der ärztlichen Bezirke erfolgt jedoch seitens der Verwaltung der betreffenden Betriebe." Der Antrag des Abgeordneten Tomschik verlangte, daß der Beschluß des früheren Subkomitees, die Aufnahme, Kündigung k. der Kassenärzte betreffend, wieder hergesiellt werde. Dieser Antrag wurde abgclehnt, dafür aber wurde an den eben angeführten Absatz noch ein Satz hinzugefügt, welcher lautete: .Ueber die hiebei wahrzu nehmenden Grundsätze i st der Kassenvorstand anzu-h ü r e iu" lieber Antrag des Abgeordneten Tomschik gelang es auch, folgenden Absatz beim § 109 cinzu-schalten: .Das Kassen st «tut kann den Pensionisten und Provisionisten die Fortsetzung der Krankenversicherung ermöglichen." Besonders stark war schon damals der Angriff des Eisenbahnministeriums wegen den letzten Absatz des § 109 der Regierungsvorlage, welcher lautet: „Das Kassenstatut kann bestimmen, dass Bediensteten, die im Erkrankungsfall dienstordnungsmässigen Anspruch auf Fortbezahlung des Lohnes oder Gehaltes haben, für die Dauer dieses Anspruches das Krankengeld nicht gewährt wird; Eiscnbahnbedienstete aber, die ausser dem Lohn oder Gehalt als Ersah für die Bei ihren Dienstfahrten vorkommenden Mehraustagen auch variable Bezüge (Kilometer-, Stunden- und Fahrtaggelder) gemessen, muh, sofern die Erkrankung die Einstellung der variablen Bezüge nach sich zieht, im Fall einer mehr als siebentägigen Erwerbsunfähigkeit vom Tage der Erkrankung an für die Dauer ihres Anspruches auf Gehalt oder Lohnbezug, längstens aber für die Dauer eines Jahres, die Hälfte des statutenmäßigen Krankengeldes gewährt werden; diese variablen Bezüge sind in die Beitragsbemessungsgrundlage (§§ 20 und 21) einzubeziehen . . Damals trat das Elsenbahnministerium ganz offen gegen diese Bestimmung der Regierungsvorlage Feuilleton. Fleisch und brnährrmg. Es gibt ein Ernährungsproblem, das immer wieder aufs Tapet kommt, sobald das Fleisch wieder einmal teurer geworden ist: dieses Problem ist der Vegetarismus. Und da spielt gerade ein Argument stets eine große Nolle, dem der Vegetarier nur schwer beikommen kann: dieses schwerwiegende Argument gegen die Vegetarier ist die verhältnismäßig geringe Länge des menschlichen VerdauungsohrS, die darauf hinweist, dass der Mensch sich nicht ausschließlich von Pflanzen ernähren kann. Da wollen wir nun heute sehen, wie es um diese Dinge steht... Wer einmal in der Küche zugeschaut hat, weiß, dass die Gedärme in der Leibeshöhle in vielen Windungen liegen wie ein aufgeknäulter langer Schlauch. Es ist eben die Länge des Darmschlauches viel grösser als die Körperlänge der Tiere und, um Platz in der Leibeshöhle zu finden, mutz der Darmschlauch aufgeknäult werden. Der Darmschlauch des Menschen ist siebenmal so lang als der Körper deS Menschen vom Nacken bis zum After gerechnet. Beim Hund und bei der Katze ist der Darmschlauch fünf, und viermal so lang wie der Körper. Dagegen beträgt die Länge des DarmschlaucheS beim Pferd und beim Schaf das Zwölf- bis Sechsundzwanzigfache der Körperlänge. Nun wissen wir, dass die Ernährungsweise dieser Tiere : ganz verschieden ist. Hund und Katze sind vornehmlich Fleischfresser. Pferd und Schaf sind Pflanzenfresser. Und in der Mitte zwischen den Fleisch- und Pflanzenfressern steht der Mensch, der sich von Pflanzen und Fleisch zugleich ernährt. Da liegt es nahe, zu vermuten, dass die Länge des Darmschlauches mit der Art der Ernährung im Zusammenhang steht: die Pflanzenfresser, wie Pferd und Schaf, brauchen einen längeren Darm, weil die pflanzliche Nahrung fchwerer verdaulich ist als Fleisch, zu dessen Verdauung ein kürzerer Darm genügt, wie ihn Hund und Katze besitzen, und der Mensch, der in Bezug auf die Art seiner Ernährung in der Mitte zwischen Pflanzen. Treffern und Fleischfressern steht, braucht einen Därmschlauch, der etwas länger sein muß als der eines blossen Fleischfressers und kürzer als der eines blossen Pflanzenfressers. I Ist nun dieser naheliegende Schluss richtig? Gibt pflanzliche Nahrung wirklich mehr zu schaffen, wenn sie verdaut werden soll, als Fleisch, so dass es zu ihrer Verdauung eines ! längere» Darmes bedarf? Das ist tatsächlich so. aus. Schon damals wurde es übel vermerkt, daß ein ' Regierungsorgan gegen die Regierungsvorlage auf-tritt, weil sie eine bescheidene Aufbesserung für die Bediensteten des Verkehrs enthält. Damals kam dem Wunsche des Eisenbahnministeriums der Abgeordnete Kratochvil (tschechischer Zünftler) entgegen und beantragte die Streichung dieses Absatzes. Dieser Antrag wurde nach einer heftigen Kontroverse zwischen dem Abgeordneten Tomschik und dem Vertreter des Eisenbahnministeriums sowie dem Abgeordneten Kratochvil von der Majorität des Subkomitees abgelehnt. Am Mittwoch den 1. April I. I. kam nun nach dieser langen Zeit das Plenum des Sozialversiche-rungsausschusses zur Beratung der §§ 107, 108 und 100, welche d i e Krankenversicherung der Eisenbahner behandeln. Das Eisenbahnministerium hatte seine Niederlage im Subkomitee vergessen und setzte seine Hoffnungen auf den Vollausschuß. Diesmal trat das Eisenbahnministerium nicht sofort offen gegen die Regierungsvorlage auf, sondern steckte sich hinter den Agrarier G o l l (Nationalver-bändler). Dieser Mann, der sonst keine fünf Worte zu reden weiß, fand auf einmal bei der Krankenversicherung der Eisenbahner die Sprache und beantragte die Streichung des oben zitierten Absatzes des § 109 und verlangte, daß an Stelle dieses Absatzes ein anderer gesetzt werde, der eine Verschlechterung für die ange-stellten Bediensteten des Verkehrs gegenüber der Regierungsvorlage bedeutete. Das Eisenbahnministerium hatte außer dem Sektionsrat v. Glanz diesmal auch den Herrn Sektionschef Rudel ins Treffen geschickt, der den alten Schlager von der Simulantenzüchterei wieder anführte. Der Abgeordnete Genosse Tomschik erwiderte dem Herrn Sektionschef Rudel und den Abgeordneten Goll, Haller rc. auf ihre Behauptungen bezüglich Züchtung von Simulanten :c. Er Bedanrc tief, daß sich ein sogenannter Volksvertreter finden kann, der dem Eisenbahnministerium zum Schaden der Eisenbahner Handlangerdienste leiste, von den tatsächlichen Verhältnissen nichts verstehe und hier die Ausführungen des Vertreters des Eisenbahnministeriums einfach wiederhole und den Eisenbahnbediensteten schwer unrecht tue. Daß es unter 100 Bediensteten fünf Simulanten geben kann, darf doch nicht als Argument dienen, den anderen 95 Bediensteten dieses Benefiz nicht teilhaftig werden zu lassen. Für das Benefiz müssen ja die Bediensteten die ordentlichen Beiträge und noch Extrabeilage zahlen. Abgeordneter Hudcc (Lemberg) beantragte zum § 109 als vorletzten Absatz folgende Verbesserung: „Sei den provisorischen Bedien st eten sind die eventuellen variablen Bezüge in die Krankenversicherung einzurechnen." Unter den provisorischen Bediensteten sind auch die Arbeiter gemeint. Der Abgeordnete Dr. Licht (Nationalverbänd-ler) sprach sich gegen den Antrag Goll aus. Der Verschlechterungsantrag Goll wird bei der Abstimmung abgelehnt und der Antrag H u d e c angenommen. __________________________________________ DaS hat der russische Physiologe Pawlow gezeigt, der durch seine und seiner Schüler Untersuchungen im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte die ganze Verdauungslehre revolutioniert hat. Pawlow hat cs durch eine fein ausgedachte Methodik erreicht, dass er die Arbeit des Magen? (und ebenso der anderen Darmteile) genau feststellen konnte. Pawlow fand nun, dass bei der Verdauung von Brot, das ein pflanzliches Nahrungsmittel ist, fünfmal so viel verdauende Stoffe („Fermente") vom Magen geliefert werden wie bei der Verdauung von Fleisch. Schon diese Tatsache allein zeigt uns mit größter Sicher, heit, dass die Verdauung von pflanzlichen Nahrungsmitteln die Anlage eines grösseren Verdauungsapparates erfordert, wie wir ihn in dem längeren Darm der Pflanzenfresser haben. Denn es ist doch klar. dass, je mehr verdauende Stoffe der Darmschlauch zu liefern hat, desto grösser die Fläche des Darmes sein mutz: die verdauenden Stoffe oder die Ver-dauungssäfte werden ja von den in den Wandungen des Darmes gelegenen Drüsenzellen ausgeschieden, und je mehr Saft auSgeschieden werden soll, desto grösser mutz die Anzahl der Drüsenzellen und damit die Darmfläche fein._ Diese Vergrößerung der Darmfiäche wird nun durch die grössere Länge des Darmschlauches beim Pflanzenfresser erreicht. Von größtem Interesse in der hier behandelten Frage sind die Untersuchungen, die vor etwa acht Jahren ein böhmischösterreichischer Forscher, Babäk, angestellt hat. BabLk stellte sich die Frage, ob es wohl gelänge, durch verschiedene Ernährung von jungen Kaulquappen Tiere mit verschieden langem Darm aufzuziehen. Er fütterte eine Reihe von Kaulquappen mehrere Monate hindurch mit Fleisch, die andere Reihe^ mit allerlei pflanzlicher Nahrung. Als er dann die Tierchen tötete und die Länge chres Darmes matz, fand er, dass der Darmschlauch der tuii Fleisch aufgezogenen Kaulquappen im Mittel 4'4mal so lang war wie der Körper der Tiere, während der Darmschlauch der mit pflanzlicher Nahrung ausgezogenen Tiere eine Länge hatte, die im Mittel siebenmal so groß war wie die fiöqfcr-länge der Tiere. Wir sehen, wie ganz gewaltig die Längenent-Wicklung des DarmeS von der Art der Nahrung abhängig ist. Beim wachsenden Tier, das in seiner Entwicklung auch den äusseren Einflüssen folgt und von ihnen bestimmt wird, ruft die vermehrte Tätigkeit des Darmschlauches, wie sie bei rein pflanz-licher Nahrung notwendig wird, eine stärkere Entwicklung des Darmschlauches hervor; dieser wird länger, wie ein häufig geübter Muskel dicker wird. Natürlich lassen sich solche Versuche, durch die Art der Nahrung die Darmlänge bei wachsenden Tieren zu beeinflussen, nicht bei allen Tieren durchführen. Für solche Versuche eignen sich eben namentlich Frösche und ihnen Verwandte. 10. April 1914 Nr. U , -----------------------------------------------I Ferner wurde ein Antrag des Abgeordneten Gc-nosien Tomschik nach längerer Debatte angenommen, welcher lautet: „Die Aufnahme, Kündigung und Entlassung der Bahnärzte, die Feststellung ihrer Bezüge und die Einteilung der bahn-ärztlichen Bezirke erfolgt jedoch seiten^ der Bah »Verwaltung nach Anhörung des Kassenansschusse S." Das Eisenbahnministerium war ausgezogew gegen die Regierungsvorlage und die Beschlüsse des Subkomitces Stellung zu nehmen; leider hat sich auch ein sogenannter Volksvertreter gefunden, der dabei Handlangerdienste leistete. Desto erfreulicher ist cs, daß der Anschlag des Eisenbahnministeriums auf die Sozialversicherung abgewehrt und dafür neue Erfolge errungen wurden. Das Eisenbahnministerium und seine Helfershelfer wurden auf der ganzen Linie unter dem Gelächter der Majorität des Ausschusses geschlagen und diese Lektion haben die Herrschaften auch redlich verdient. . * ■- ■ ’ Der Maffenkamvl gegen die Getverk-I-afte«. Vor kurzer Zeit noch ließ man sich ab und zu von der Auffassung leiten, daß das Bürgertum in seiner großen Mehrheit doch nicht gemeinsame Interessen mit den Industriellen und Großagrariern und den Scharfmachern von Beruf haben könne. Eine ganze Reihe namhafter deutscher Gelehrter hat sich stark für die Sozialreform interessiert und ihr gleichsam die Wege gewiesen. Auch sonst glaubte man in mancherlei solchen Erscheinungen die Bürgschaft für den kommenden sozialen Frieden -sehen zu dürfen. Die Tatsachen der letzten Zeit haben nun freilich jene leichtgläubigen Optimisten eines anderen belehrt. Ueberall, wo die Arbeiterschaft um die Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Klassenlage ringt, haben sich die Gegensätze zwischen ihr und der Unternehmerschaft verschärft. Aber auch in der öffentlichen Meinung, soweit sie durch das Bürgertum und seine Presse repräsentiert wird, versvürt man von einer Ausgleichung der Gegensätze nicht viel, und man ist allenfalls zu der Annahme berechtigt, daß auch hier die Ansichten immer schärfer in Gegensatz zueinander geraten. Das mag aus den ersten Blick sondeibar erscheinen, und zwar schon deshalb, weil ja schließlich die Konzentration des Kapitals in immer weniger Händen doch nicht so augenfällig wird, um allgemein bemerkt zu werden. Tatsächlich aber vergrößert sich die Zahl jener, die mit ihren politischen und wirtschaftlichen Interessen sich in Widerspruch zu den großen Kapi; talsmagnaten befinden; die große, vielleicht sogar wachsende Zahl der mittleren Bourgeoisie, des Mittelstandes, Ivird durch die kapitalistische Entwicklung wie zwischen zwei Mühlsteinen zerrieben. Aus der einen Seite bedbckstt die wachsende Uebermacht der Großindustrie und des Finanzkapitals den wirtschaftlich schwächeren Teil des Mittelstandes in seiner Existenz, auf der anderen Seite aber steht die geistig erwachte und intellektuell aufstrebende Arbeiterklasse, die einen größeren Anteil vom Ertrag ihrer Arbeit für sich verlangt und demgemäß mit Forderungen zur Verbesserung ihrer Lebenslage hervortritt. Da kommt mir nun ein Vegetarier mit einem neuen Argument: es gibt Menschen, die allein von pflanzlicher Nahrung leben. Allerdings. Und nicht nur vereinzelte Leute, die als Ausnahme zu gelten haben, sondern ganze Volksgruppen, namentlich ein gut Teil der ländlichen Bevölkerung. Und auch der Arbeiter in der Stadt ist nur zu oft in der Woche Vegetarier. bis er am Sonntag feinen mageren Braten auf den Tisch bekommt. Aber dass die Leute allein von pflanzlicher Nahrung leben, ist noch kein Beweis, dass es so recht geschieht. Da müssen wir uns erst überzeugen, ob sie bei dieser Ernährung auch gut gedeihen und ob sie mit dieser Nahrung so recht zufrieden find-Das ist nun keineswegs der Fall. Dass der Gesundheitszustand und speziell der ärmeren Bevölkerung in der Stadt schlecht ist, das weiß jedermann. Und die roten Backen auf dem Lande hat auch nicht der Knecht oder der um seine Existenz schwer ringende Kleinbauer, sondern der reiche Großbauer, der für guten Schweinebraten Sinn und Geld übrig hat. Vor drei Jahren fassten zwei italienische Gelehrte AI» bertoni und Rossi den Entschluss, diese Verhältnisse wissenschaftlich zu untersuchen. Sie stellten sich die Frage, ob die Ernährung besser würde, wenn Leute, die sonst allein von pflanzlicher Nahrung leben, noch etwas Fleisch hinzubekämen. ES war eine Frage, direkt aus dem Leben herausgegriffen. Albertoni und Rossi wählten für ihre Ernährungsversuche Leute au? einer ländlichen Bevölkerung, die seit alten Zeiten ausschließlich von pflanzlicher Nahrung lebt. Eine solche Bevölkerung, die in erbärmlichen ökonomischen Verhältnissen lebt, findet sich im Süden Italiens, in den Abruzzen. Ihre Nahrung besteht aus Maismehl, Gemüse, Olivenöl. Sie genießen keine Milch, Käse oder Eier. Fleisch kommt bei dieser Bevölkerung nur drei* bis viermal jährlich auf den Tisch. Albertoni und Rossi richteten bei ihren Untersuchungen ihr Augenmerk aus daS Einweiß, daS, wie allgemein bekannt, nicht nur einen wichtigem sondern einen unbedingt notwendigen NahrungSstoff darstellt, da alles Leben unseres Körpers Verbrennung von Eiweiß ist und das verbrannte Eiweiß durch frisches, daS mit der Nahrung zugeführt wird, ersetzt werden muß. Sobald dem Körper nicht genug Eiweiß zugeführt wird, hungert er. Eiweiß kann durch einen anderen Nahrungsstosf, wie Stärke oder Fett, nicht ersetzt werden. DaS Eiweiß ist in allen Nahrungsmitteln enthalten, in den Pflanzen wie im Fleisch; im Fleisch ist aber verhältnismäßig viel mehr Eiweiß als in den Pflanzen enthalten. Albertoni und Rossi bestimmten nun während einer längeren Zeit die Ciweitzmenge, die in der rein pflanzlichen Nahrung der Leute enthalten war. Da zeigte eS sich zrchkchst, ,WF\ Sorget dafür, datz der »Eisenbahner" auch vom reisende« Publikum gelesen werdet ^Cn. e§ also bei den bürgerlichen Mittel-i emcr absterbenden und untergehenden Gesellschaft zu tun, die sich aber überall mit s^n Mttteln gegen die aufstrebende Schichte der Gesell->Mt, die Arbeiterklasse, wehrt. Die Feindschaft und Vor-bilden bürgerlichen Mittelstand gegen fchaf* erfüllen, entsprechen durchaus dem ge* B lt?en Werdeprozeß, den der bürgerliche Mittel-land als untergehende Gesellschaftsklasse durchmacht. Es L °ie Psychologisch erklärliche Feindschaft des Müden, liegen das aufstrebende Jungendliche, Frische und n daraus erklärt sich manche von jenen Er- die gerade in der letzten Zeit deutlich darauf L! t.e^en' dQ& die Forderungen der Arbeiterschaft bei ^Ärgerlichen Klassen auf immer größeren Widerstand , Slls Maßstab für das Urteil, das in den bürger-r 7,en Schichten vorhanden ist, muß gerade der in der etzten Zeit vielbesprochene „Fall Keiling" immer wieder ^"Wesogen werden. Denn die Tatsache, daß in Leitme-bürgerliche Geschworne den Kuppler und Zuchthäuser von der Anklage des Mordes kurzweg freigesprochen Wen, ist in seiner Art mehr als ein einzelner Fall; er :1 lur die Auffassung und Denkweise einer ganzen Klasse < "lach symptomatisch. Wer den Gang der Verhandlung und °es Beweisverfahrens verfolgt hat, der weiß, daß es sich °ei der fluchwürdigen Tat nicht um einen Akt der Notwehr handelte, sondern um einen geradezu Planmäßig Angelegten Mord. Paul Keiling, der also, falls nicht eine wtteftur des Leitmeritzer Klassenurteils erfolgt, schon "Ah _ sieben Monaten seinem ehrsamen Gewerbe als «treikbrecherlieserant wieder zurückgegeben wird, stand, rote nachgewiesen wurde, im Dienste der preußischen .-Polizei und des Arbeitgeberschutzverbandes, und die Ge-Ichwornen, die den ehrenwerten Herrn Mörder so niilde behandelten, ließen sich Wohl von der klassenmäßigen Auflassung leiten, daß man einen solchen Menschen nicht in ven Kerker schicken darf. Was das geschichtlich denkwürdige Urteil von Leit-Neritz aber noch besonders bemerkenswert macht, ist die ganz eigenartige Haltung, die dazu die bürgerliche Presse eingenommen hat. Noch ehe die Leitmeritzer Geschwornen ihr Klassenurteil fällten, hat ein nordböhmisches deutsch, radikales Blatt den an Solinger begangenen Mord so Eingestellt, als ob Keiling nur durch den grenzenlosen Terror der Streikenden zu seiner Tat gedrängt worden fröre und die Meinung von vornherein ausgesprochen, "aß Keiling zweifellos frei gesprochen werden dürfte, nachdem er erwiesenermaßen in Notwehr gehandelt hat. Der Staatsanwalt, der sonst jedes scharfe Wort in der sozialdemokratischen Presse unterdrückt, hat diese offenkundige Aufforderung an die bürgerlichen Geschwornen Unbeanstandet gelassen, obwohl cs untersagt ist, im Zuge einer strafgerichtlichen Verhandlung sich in Erörterungen über die Kraft der Beweismittel und über den mutmaßlichen Ausgang eines Prozesses einzulassen. Als im Preß-ousschuß des österreichischen Abgeordnetenhauses die Aufhebung des objektiven Verfahrens verlangt wurde, stützte Mj.die Regierung darauf, daß sie dies nur unter der Bedingung zugestehen könne, daß das Recht der Beschlag-nähme in jenen Fällen aufrechterhaltcn bleibt, wo durch Druckschriften in den Gang eines im Zuge befindlichen Strafverfahrens eingegriffen wird. Aber in dcni vorliegenden Fall übersah das wachsame Auge des Staatsanwaltes alles, was durch die Presse in dieser Richtung unternommen wurde. Es handelte sich hier um einen Schützling der Unternehmer. Und was tat die bürgerliche Presse, als das Urteil von Leitrneritz erflossen war? Ein Blatt des Auslandes, die gut bürgerlich gesinnte „Frank- furter Zeitung", nahm gegen das Urteil der Leitmeritzer Geschwornen Stellung, indem sie erklärte: „Unmöglich darf die Auffassung entstehen, als ob das Leben des Streikenden, wenn er es mit Arbeitswilligen zu tun hat, schütz- und wehrlos sei; wenn diese Meinung Boden fände, so müßte das auf die organisierten Arbeiter maßlos erbitternd und verbitternd wirken; für die organisierten Streikbrecher aber wäre es eine direkte Aufforderung zu Gewalttätigkeiten." Aber während das Blatt die Aufforderung an die österreichische öffentliche Meinung richtet, ihre Vorstellung von Streikenden und Arbeitswilligen zu revidieren, da auf der einen Seite eine streikende Arbeiterschaft stand, der selbst der Staatsanwalt das Zeugnis musterhafter Besonnenheit und Mäßigung ausstellte, während auf der anderen Seite ein Streikbrecheragent im Vertrauen auf seine dunklen Beziehungen zur Polizei jeden Streikenden mit dem Revolver herausforderte — schwieg die gesamte bürgerliche Presse Oesterreichs und fand kein Wort der Abwehr gegen das Unerhörte, das in Leitrneritz geschehen war, wiewohl die ganze anständige Oeffentlichkeit über das Urteil aufs tiefste empört war. Man stelle sich aber vor, welch nervenerschütternder Lärm sich in der bürgerlichen Presse erhoben hätte, wenn der Fall umgekehrt läge und wenn ein sogenannter „Arbeitswilliger" von einem Streikenden erschossen oder auch nur am Leben bedroht worden wäre. Es ist noch nicht allzu lange her, daß in Salzburg während des dortigen Manrerstreiks einige Streikbrecher bedroht und verhöhnt und schließlich durch einige Steinwürfe verletzt wurden. Die Täter wurden damals unter der Anklage der Erpressung vom Gericht zu neun Monaten schweren Kerkers verurteilt; ihre Handlung wurde also schwerer bestraft als die Tat Keilings, der einen Arbeiter getötet hat. Aber die bürgerliche Presse, die damals, wie immer, wo cs sich nur um Fälle von Verletzungen des Koalitionsrechtes gehandelt hat, einen gewaltigen Lärm über Terrorismus streikender Arbeiter machte, schwieg diesmal. Kein Wort der Abwehr, keines des Tadels fand sich, kein Wort der Entrüstung, daß ein von der Polizeibehörde mit einem Waffenpaß ausgerüsteter, mehrfach abgestrafter Mensch, der einen ehrlichen Arbeiter niederschoß, lediglich wegen Überschreitung der Notwehr zu einer geringfügigen Arreststrafe verurteilt wurde. Man berichtete einfach in wenigen Zeilen über den Prozeß wie über jedes andere minderwertige Tagesereignis. Dieses gleichgültige Verhalten zu einer durchaus entarteten Rechtsauffassung mag für den, der die sozialpsychologischen, in der kapitalistischen Gesellschaft wirkenden Triebkräfte nicht kennt, empörend erscheinen; in Wahrheit zeigte es doch nur, daß das Recht und das Rechtsempfinden, wie es in den verschiedensten Klassen der Gesellschaft lebt, nicht eine über den sozialen Tatsachen schwebende Erkenntnissorni ist, sondern lediglich als Folgeerscheinung der ökonomischen Struktur hingenom-men werden muß. In den Köpfen bürgerlicher Ideologen und Phantasten mag Recht und Rechtsempfinden als eine fest umschriebene Begriffsformel gelten, die von den > sozialen Zuständen der jeweiligen Zeit unabhängig ist, i in Wahrheit aber handelt es sich doch nur um Reslexer- j scheinnngen, die unter dem Gesichtspunkt des Wirtschaft- i lichen und politischen Interessengegensatzes beurteilt und begriffen werden müssen. Wenn also die bürgerliche Presse, die für jede Geringfügigkeit des gesellschaftlichen Lebens ganze Spalten zur Verfügung hat, an solchen tief einschneidenden sozialen Zeiterscheinungen, wie es das Urteil von Leitrneritz ist, mit Gleichgültigkeit vorübergeht, so ist das wahrhaftig ein Zeichen der Zeit, das den Arbeitern reichlich Veran- datz die Eiweißmenge, die die Leute mit ihrer rein pflanzlichen Nahrung zugeführt bekommen, für eine normale Ernährung gar nicht ausreichend ist. So sind für eine normale Ernährung cines erwachsenen Mannes nach der heutigen wissenschaftlichen Erkenntnis täglich etwa 100 bis 120 Gramm Eiweiß nötig. Die armen Bauern bekamen aber täglich bloß zirka 76 Gramm für die Männer und 56 Gramm sür die Frauen. Die beiden Forscher ermittelten weiterhin auch die Eiweißmengen, die mit dem Kot ausgeschieden wurden, um in Erfahrung zu bringen, wieviel von dem genossenen Eiweiß der Nahrung unbenutzt verloren geht. Diese Eiweitzmengen waren bei den Bauern sehr groß: sie betrugen bei den Männern 20 Gramm und bei den «rauen 17 Gramm. Es war damit erwiesen, daß von der rein pflanzlichen Nahrung ein sehr groher Teil unverdaut den Körper wieder verläßt: denn auf diese Weise ging ja von dem Eiweiß der pflanzlichen Nahrung ein Viertel bis gar ein Drittel des aufgenommenen Einweiß vcrlpren. Dagegen wissen wir, daß bei der Verdauung von Fleisch oder Milch nur 5 bis höchstens 10 Prozent des ausgenommenen Eiweiß unverdaut bleiben und dem Körper nicht zunutze kommen. Nun gaben die beiden Forscher den Bauern 15 Tage lang eine tägliche Zulage von 200 Gramm Fleisch zu ihrer pflanzlichen Nahrung. In 200 Gramm Fleisch sind etwa 35 Bis 87 Gramm Eiweiß enthalten. So betrug nun die tägliche Zufuhr von Eiweiß insgesamt in Form von Pflanzen und Fleisch 111 Gramm bei den Männern und 93 Gramm bei den Frauen. Wieder wurde die Eiweißmenge im Kot ermittelt. Und da zeigte sich eine ganz merkwürdige Sache. Die Eiweißmenge, die sich Nun im Kot vorfand, war geringer geworden, obgleich die Leute ja nun mehr Eiweiß genoffen hatten als bei rein pflanzlicher Ernährung. Da uns aber die Eiweißmenge im Kot anzeigt, wieviel vom Eiweiß der Nahrung unbenützt den Körper wieder verläßt, so war damit erwiesen, daß dank der Zulage von Fleisch nunmehr die pflanzliche Nahrung besser ausgenüht wurde als früher. So betrug bei der Zulage von 200 Gramm Fleisch zur pflanzlichen Nahrung die Eiweißmenge im Kot bloß 11 bis 12 Prozent des mit der Nahrung aufgenommenen Eiweiß gegenüber einem Viertel bis ein Drittel Einweiß im Kot bei rein pflanzlicher Nahrung. Es war also durch eine Zulage von Fleisch die Ausnützung der pflanzlichen Nahrung und damit die ganze Ernährung der Bauern besser geworden. Die große Beweiskraft und Bedeutung der Versuche von Albertoni und Rossi, deren Namen in der Ernährungswissenschaft auch sonst einen guten Klang haben, wird kein Vegetarier ignorieren können. Von all diesen Dingen, daß das Fleisch die Ausnützung der pflanzlichen Nahrungsmittel verbessert, davon wissen die meisten Leute nichts. Und nicht nur die Bauern, auch der städtische Arbeiter ist zumeist Wohl kaum über die Grundlagen der Ernährungswissenschaft orientiert. Aber auch ohne diese Kenntnisse hat er das größte Verlangen nach Fleisch. Jede Verteuerung des Fleisches ruft die größte Beunruhigung in den weitesten Kreisen der Arbeiterbevölkerung hervor.. Jeden Pfennig, den der Arbeiter im harten Kamps ums Dasein mehr ergattert hat, verwendet er zu dem Zweck, seinen Konsum von Fleisch zu steigern. Das haben vor zwei Jahren in vollkommen übereinstimmender Weise die Erhebungen gezeigt, die der Mciallarbeiterverband einerseits und das Kaiserlich Statistische Amt anderseits über die Einnahmen und Ausgaben der Arbeiter zuwege gebracht haben. Der Arbeiter, die breite Masse des Volkes handelt hier, ohne zuerst den Forscher befragt zu haben. Wie sollen wir uns diese Tatsache erklären? Die Antwort ist hier einfach. Das Fleisch regt unseren Appetit an. DaS ist es zunächst, was wir an dem Fleisch schätzen, ohne auch nur die leiseste Ahnung von wissenschaftlichen Untersuchungen über die Bedeutung des Fleisches für die Ernährung zu haben. Der Appetit aber ist von gewaltiger Bedeutung für die Verdauung und damit für die Ernährung. Appetit haben heißt nicht nur, daß inan essen will und nach der Nahrung greift, sondern noch viel mehr: „Appetit ist Saft", Verdauungssaft, wie Pawlow, der diese Frage in großzügiger Weise studiert hat, sich ausdrückt. Denke ich an eine schöne Speise, fo läuft mir das Wasser — der Speichel, der Ver-dauungssäfte enthält — im Munde zusammen. Und nicht nur im Munde — auch im Magen läuft uns das „Wasser" zusammen, sobald unser Appetit durch Speisen angeregt wird. Wenn wir somit an die Verdauung der ausgenommenen Nahrung mit Appetit Herangehen, so haben wir von vornherein einen Vorrat an Verdauungssäften, um die Verarbeitung der Speisen in Angriff zu nehmen. Die meisten Leute nun, die in kümmerlichen und sorgenvollen Verhältnissen leben, haben keinen Appetit und verdauen darum schlecht. Das Fleisch, wenn es nicht zu stark versotten ist, regt ihren Appetit an, verschafft ihnen eine gewisse Menge überschüssigen Verdauungssaftes, und die Verdauung geht jetzt besser vonstatten. Der Verdauungssaft, der als Appetitsaft int Magen ..zusammengeflosscn" ist, kommt auch der Verdauung der pflanzlichen Nahrungsmittel zugute. So erklären sich die Ergebnisse der Versuche von Albertoni und Rossi an den italienischen Bauern; bei einer Zulage von Fleisch stand den Bauern mehr Verdfluungsfaft in ihrem Magen zur Verfügung und sie konnten nunmehr die pflanzliche Nahrung besser ausnützen. lassung zum Nachdenken gibt. Wir find' gewöhnt, daß die bürgerliche Presse den sozialen Fragen nur geringes Verständnis entgegenbringt, daß sie über wichtige Arbeiterkongresse gar nicht oder nur kurz berichtet und daß sie alles totschweigt, was für den Kampf der arbeitenden Klassen von Vorteil sein könnte. So zeigt das Bild der Arbeiterschaft neuerdings, wie notwendig es ist, alle ihre Klassengenossen dem Einfluß der bürgerlichen Presse zu entreiße n. Denn jedem Aufstreben der Unterdrückten, jedem Kulturfortschritt stellt sich diese Presse entgegen: Im Interesse unseres Klassenkampfes ist es also gelegen, daß wir aus den Ereignissen der letzten Zeit neuen Ansporn zum Kampf gegen die bürgerliche Presse schöpfend Sem MMinendienst auf der Wiener Stadtbahn. Wenn wir uns mit einigen Zeilen an die Oeffentlichkeit wenden, hegen wir auch die bestimmte Hoffnung,! die berufenen Organe im Eisenbahnministerium und iiV der Generalinspektion auf Zustände im Maschinendienst aufmerksam zu machen, deren Beseitigung dringend notwendig wäre, sowohl im Interesse des Personals, als auch der Bahnverwaltung. I In letzter Zeit wiederholen sich die Fälle, daß die Plafonds der Feuerboxen gesenkt und die Führer! dieser Maschinen fürchterlich dafür gestraft werden. An-i Wärter, nicht mehr junge Leute, werden ielegra-j phisch vom Dienst abgezogen und muffe it,^ w e ii ii sie and) schon jahrelang als Führer' Verwendung fanden, wieder als Heizer fahren. Wir brauchen nicht auseinanderzusetzen, wie schwer eine solche Vorstrafe, die eigentliche Strafe folgt’ später, den Unglücklichen trifft. , J Jahrelang plagt sich der intelligente Maschinenschlosser über seine notwendige Abrichtzeit mit dem elenden Heizerdienst, um endlich doch einmal Führer zu werden. Und nun diese Katastrophe. Diese Aufregung, Schmach, Schande, Verlust an Einkommen, wären Motive genug, den Menschen in das Irrenhaus oder zum Selbstmord zu treiben. Allerdings, wenn man die Schwere des Vorgehens bedenkt, „zu wenig Wasser im Kessel" gehabt zu haben/ das größte Verbrechen, welches einem Kesselwärter nachgesagt werden kann, findet man strenge Strafen begreiflich. Mangel an Wasser kann eine Kesselexplosion mit Verlusten von Menschenleben und ungeheuren Materialschaden nach sich ziehen, und inan findet es daher begreiflich, daß die Betriebsleitung bemüht ist, Personen, welche ihrem gefährlichen, gesetzlich geprüften Beruf nicht gewachsen erscheinen, zu entfernen, respektive durch drakonische Srasen nicht nur auf den Betreffenden, fvndern auch auf die anderen erzieherisch und warnend einzuwirken. ,i Nun hören wir aber jedesmal dem von solch einem Unglück Betroffenen hoch und heilig beteuern, daß seinerseits gar keine Außerachtlassung tiorgefommen wäre, daß’ die Wasserstandsapparate stets funktioniert und genügend Wasser gezeigt hätten. Es ist entsetzlich, sich vorzustellen, daß gewissenhafte Bedienstete bei aller Pflichterfüllung die -Opfer irgendeines unabwendbaren, ihrem Wirkungskreis unerreichbaren Umstandes geworden wären. Diese Möglichkeit allein würde cs rechtfertigen,^ wenn sich die Generalinspektion mit diesen Fällen eingehender befassen würde. Diese Möglichkeit ist aber im Bewußtsein der Bediensteten nicht nur zur Wahrscheinlichkeit, sondern zur Getvißhcit geworden. Die Gründe für diese Ueberzeugung sind mannigfach und wir unterbreiten sie einer allgemeinen Kritik. Vor allem ist eine Frage zu beantworten: „SB i e kommt es, daß die Bleischrauben bei Wassermangel durch Schmelzen nicht d a s Feuer auslöfcheu, und so die Gefahr beseitigen? Die Bleischrau-beii sind doch zu diesem Zweck eingebaut worden." J So heißt es in der Theorie. In Wirklichkeit aber ist fast immer der Plafond gesenkt, wie die Untersuchungsleute behaupten, wenn die Bleischraubc schmilzt, oftmals wenn sie nur rinnt oder vollkommen unversehrt ist. Die Bleischraube verhindert also das Senken der Boxdecke nicht, kommt nicht einmal als Warnungssignal in Betracht, ja unter Umständen führt sic erst diese Gefahr herbei. Nur eine Eigenschaft wird ihr wohl kein Fachmann abstreiten können. Eine unversehrte Bleischraubc Uiuß als u n t r iig liches Beweismittel gelten, daß genug Wasser im Kessel war. Wenn alle Plafondschrauben rinnen und felbst der Plafond an manchen Stellen gesenkt wäre, während geschmolzene Bleischrauben noch lange nicht beweisen, daß zu wenig Wasser im Kessel gewesen sei. Vielleicht gelingt es uns, diese Behauptung einem P. T. Ver-' ständnis näherzubringen. j 1. Die Bleischraube schmilzt wegen Wassermangel,' erfüllt aber ihren Zweck nicht weiter, weshalb der Plafond trotzdem gesenkt wird. Wegen Schmelzen der Schraube „Personal schuldi g". 2. Bleischraube schmilzt, obwohl Wasser in Hülle und Fülle vorhanden. Ursache: Schraube mit Kesselstein verlegt, wird vom Wasser nicht bespült und gefühlt. Komposition erreicht den Schmelzpunkt. Personal vollkommen schuldlo s. 3. Bleischraubc schmilzt bei kräftiger Ausnützung der Maschine bei minimalen, das heißt genügenden Wasserstand. Ursache wie bei Punkt 2; doch tritt jetzt eine weitere üble Folge auf, nämlich der Rest des Wassers entweicht rasch durch die entstandene Oeffnung, legt die Boxdecke bloß, ohne Sie glühende Mauer und das kräftige Feuer genügend fühlen zu können, so daß erst durch das Schmelzen der Bleischraubc der Plafond gesenkt wird: auch in diefem Falle ist dasPerfonal schuldlos. 4. Bleischraube rinnt oder ist gar nicht mehr vollkommen erhalten. Die Boxdecke gesenkt. Ursache: die Bleischraubc ist vom Kesselstein frei, genügend mit Wasser bedeckt, aber einzelne Stellen der Decke sind mit Kesselstein bedeckt, welcher dem Wasser den Zutritt verhindert. WM- Besucht mir Lokale, in welchen der „Eisenbahner" anfliegt! "MA wodurch diese Stellen ausgeglüht werden. Personal schuldlos. Haben wir mit diesen Beispielen die Unzulänglichkeit der Bleischraube nachzuweisen versucht, so haben wir auch die Schuldlosigkeit der Bediensteten in das Bereich der Möglichkeit gebracht. Eines ist den Bediensteten aus vielen Fällen zur heiligen Wahrheit geworden: Boxdecke war bei genügend Wasser gesenkt; nicht strafbarer Wassermangel, sondern strafbare Gewissenlosigkeit der Heizh ausleitun g, aber nicht der Bediensteten ist schuld. Allerdings Versuchen die allein Schuldigen die Schuld auf das Personal überzuwälzen, indem sie darauf Hinweisen, daß meistens nur jüngere Führer mit Kessel-defekten nach Hause kommen; das ist aber nicht wahr. Auch ältere Führer fielen als Opfer. Noch etwas anderes spielt eine große Rolle dabei. Kommt die Maschine eines „Kreuzeiritters" oder eines „Hofzugführers" mit rinnenden Plafondschrauben und defektem Bleischrauben ins Heizhaus, nun, da wird einfach kein Wetter daraus gemacht. Der Kesselschmied macht, was er machen kann, wechselt eventuell die Schraube aus, und damit basta; das Krcuzel ist gerettet. Kommt aber ein Anwärter mit so einer verluderten Stehmaschine daher, die vielleicht schon zehnmal mit rinnenden Plafondschrauben abgestcllt wurde, da wird ein Sensationsfall daraus gemacht. Da stecken die Sachverständigen die Nase in den Kessel und finden: „Daß jetzt, aber gerade erst jetzt der Kessel gesenkt w u r d e." Auch dem aufmerksamsten Führer kann cs passiL-rett, daß er bei genügend Wasser das Opfer der Gewissenlosigkeit anderer wird, die schmunzelnd in ihren im fall-und sträflicheren Kanzleikasematten sitzen, während ihre Opfer auf der Strecke in Wahnsinn und Tod getrieben werden. Bei normalem, anständigem Kesselbetrieb ist in den seltensten Fällen, eben nur durch die Nachlässigkeit der Bediensteten, ein Kesseldefekt zu finden. Ganz anders bei grenzenloser Ausbeutung des Kessels, die jedes fachmännische Bedenken außer Acht lassen muß. Und auf der Wiener Stadtbahn werden die Maschinen ausgcniitzt auf alle Arten. Vom hohen Ministerium geht die Parole aus und der kleinste Beamte befolgt sie, indem er sich beim Magazinsgeleise in den, ach, so kurzen Pausen, „g r a-t i s V e r s ch u b d i e n st" leisten läßt. Als. eine Abordnung der Führer bei einem hohen Beamten der Zngs-förderung im Eisenbahnministerium sich darüber beschwerte, daß die Maschinen zu sehr ausgcniitzt werden, so daß die Menschen auf ihr es nicht mehr mitmachen können, da sagte der hohe Herr: „Wenn euch der Dienst auf der Maschine zu schwer ist, verlangt mehrfache Besetzung, aber die Ausnützung der Maschine geht euch gar n i ch t s an, die Maschinen gehören uns." Dieser gestrenge und zugleich unwahre Standpunkt im Ministerium dient nun der Heizhausleitung als Richtschnur. Obwohl das Schicksal der Maschine das Schicksal des Führers ist, er lebt, leidet und stirbt oft mit ihr, geht sie ihn nichts an, sie gehört ja der Bahnverwaltung! Die tägliche Dienstleistung ist erheblich gestiegen, indem die Pausen immer mehr verkürzt werben. Wir erinnern nur an die llmkehrintervalle in Mh., A. Bz., sowie Hauptzollamt, >vo um zwei Maschinen weniger Dienst machen. Aber auch die Fahrzeiten wurden über die Leistungsfähigkeit der Maschinen gekürzt, und gerade auf. der Bergstrecke nach Rekawinkel. Und erst der Schiebe-dienst bei den Lastzügen. Auch hier die unglaublich kurze Fahrzeit, dazu eine Zugsmaschine, deren Führer in Er-hoffnung einer übrigens erbärmlich kleinen individuellen Kohlenprämie mit seiner Leistung möglichst zurückhält. Diese Hinweise genügen, es erklärlich zu machen, welche enormen Wassermengen durch die Stadtbahnlokomotiven zur Verdampfung gelangen, und welcher Rückstand als Kesselstein im Kessel verbleibt. Die Reinigung der Sessel hat mit der erhöhten Dienstleistung nicht nur nicht zugenommen, sondern allmählich ist sie von jedem sechsten Tag auf jeden neunten Tag gesunken. Tagelang, im Winter bei Frostwetter wochenlang, bleibt die Maschine im Dampf, ehe sie kaltgemacht und ausgewaschen wird. Aber selbst hier noch seht die niedere Sparwut ein. Fällt nämlich solch ein Auswaschtag auf einen Samstag, Sonn- oder Feiertag, an dem nicht voll gearbeitet wird, oder wird, was unglaublich oft vorkommt, die Maschine selbst an ihrem Ruhetag zu anderen Dienstleistungen hergenommen, so erfolgt auch das Auswaschen mit der der Hast entsprechenden Mangelhaftigkeit. Das sind aber Turnusmaschinen, die ihr ständiges Personal haben, welche das Auswaschen überwachen. ; Nim gibt es aber auch „Stehmaschinen", die, ehe sie gänzlich außer Dienst gestellt werden, noch bis zur letzten Möglichkeit ausgenützt werden. Gewöhnlich sind es Kesseldefekte, wegen welchen sie aus dem Turnus gezogen werden. Mindere Dienstleistungen, Nachtreserven, AuS-tvaschen 2C. sind ihnen zugeüacht. 2J6cc kaum ist etwas Gras darüber gewachsen, werden sie zu den voll-wertigsten D i e n st l e i st u n g e u herangezogen. Solche Maschinen wandern von einer Hand in die andere, haben täglich einen anderen Herrn und keiner kennt ihre Vergangenheit, ihren geheimen Defekt, ihre Lebensweise. Am Papier des Maschinenmeisters werden sie allerdings „periodisch ausgewaschen", aber man kann es sich an den Fingern auszählen, wie es ihnen geht, wenn schon Turnusmaschinen so behandelt wbrden. Sowohl im Sommer als im Winter herrscht Maschinenmangel und dient als Rechtfertigung übermäßiger Ausnützung. Auch bei gewissenhaftester Arbeit ist ein Lokomotivkessel mit seinen Plafondschrauben und Stehbolzen sehr schwer zu reinigen. Wie schaut die Reinigung aus, wenn sie in Eile vor sich geht und in zu langen Pausen erfolgt. Maulwurfshügel von Kesselstein bilden sich, die an einer Stelle sich durch Hitze loslösen, mit sich an anderen Stellen anzusetzen. Und bei solch einer Stehmaschine ist das letzte Unglück passiert; nicht lauge wird es dauern und wieder wird ein Führer einer Stehmaschine als Opfer fallen, wenn die Oderbehörden nicht anordnen, daß ein »t a I defekt e 90! a s ch i n e n zu keinem Nor mald i en st herangezogen werden dürfen und alle s e ch st e n Tag ei n Auswaschen zu erfolgen hat. Dies sind die Maßregeln, welche wir zu unserem Schutz und zum Nutzen der Bahn verlangen müssen. Mir, die wir täglich mit der Gefahr zu tun haben und jede Unterlassung mit schweren Strafen oder gar mit dem Leben büßen müssen, unterschätzen sie wahrlich nicht; aber wir wollen das Gewissen jenen schärfen, die fern vom Schuß meinen, ihr Verhalten sei keine Gefahr für den Betrieb, wenn sie ihr fachmännisches Wissen schweigen lassen. Die Heizhausleitung kann viel größeres Unheil entrichten als der Führer. Die furchtbare Kesselexplosion bei Prinzersdorf zum Beispiel war nicht wegen Mangel an Wasser, sondern wegen Mangel a n S t ehbolzen erfolgt. Wirklicher Wassermangel hat bei einem Zug zwischen Melk und Loosdorf fast tragikomisch geendet. „Herr Führer, was das Feuer f ü r s ch L n e b l a u e u n d g r ü n e F a r b e n s p i e l t", sagte der Heizer. Das Schlaglot der Kupferstutzen hatte die Funktion der Bleischraube übernommen: langsam Zischte das warme Leben aus allen Poren, bis Maschine und Zug still auf der Strecke standen. Trotz dieses einen glimpflichen Falles wissen wir alle, daß Wassermangel die höchste Gefahr bedeutet, und niemand wird Nachlässige in Schutz nehmen wollen, die mit ihrent Leben Hazard spielen. Protest müssen wir aber erheben, daß durch übermäßige Anforderungen an die Maschine unser Dienst ein Kampf auf Leben und Tod wird, und wenn wir ihn trotzdem überstehen, als Opfer von Blei sch rauben fallen. staatliche öarialpilitik aus den mährischen Lokalbahnen. Das Personal wird aus „Ersparungsgründcit" reduziert — den Unternehmern werden jährlich Taufende geschenkt! Vor einem Jahr erschien in den Stationen der mährischen Lokalbahnen eine Kommission aus dem Eisen-bahnniinisterium, die den Auftrag hatte, die „Grundlagen" für eine N e u n o r m i e r u n g zu schaffen. Die Herren machten es sich wahrlich nicht schwer. In einigen Minuten, während des Zugsaufenthalts, wurde die Normierung festgesetzt. Ohne sich auf die sachverständigen Einwürfe der Vorstände einzulassen, wurde die Zahl des Personals festgesetzt, das heißt-r e d u z i e r t. Um an einem Beispiel festzunageln, wie klug und fachmännisch diese Kommission vorging, sei erwähnt, daß die Herren, um die Zahl der notwendigen Arbeiter zu ermitteln, einfach nur das Gewicht der von den Bahnorganen bewegten Güter in Betracht zog, ohne sich nur im geringsten um die zahllosen Nebenarbeiten zu kümmern, die diese Arbeiter ebenfalls zu leisten haben. Und so geschah es bei allen Dienstzweigen. Weder wurde Rücksicht genommen auf die Frage, ob die verringerte Zahl der Bediensteten denselben Dienst wie früher versehen können wird, ohne unter der physischen Ueberan-strengung zusammenzubrechen, noch wurde ins Auge gefaßt, ob die Sicherheit d e 3 Verkehrs mit einem so überbürdeten Personal so garantiert bleibt, wie cs notwendig ist. Ersparungen mit jeden Preis, war die Devise. Von diesem Grundsatz ausgehend, verrichtete die Kommission ihre Arbeiten. Das Produkt dieser „Arbeit" zeigt sich in nachsthender Ausstellung: In steinitz waren bisher 2 Stationsmeister und 3 Stationsarbeiter, jetzt sollen 1 Stationsmeister und 2 Stationsarbeiter denselben Dienst machen. In U h r i tz - N a s e d l o w i tz lüsher 1 Stationsmeister, 2 Statiousarbeiter, jetzt nur 1 Stationsmeister, 1 Sta-tionsarbeiter; in Klobouk dasselbe Verhältnis; in G r u m wirs ch anstatt 1 Stationsmeister, 1 Arbeiter nur 1 Stationsdiener. In Czeitsch waren bisher 1 Beamter, 1 Stationsmeister, 1 Kanzleigehilfe, 1 Magazinsaufseher, 2Weichensteller, 5Magazinsarbeiter, jetzt 2 Sst a t i o n s m e i st e r, 1 Stationsdiener, 5 Arbeiter. In Kobyli bisher 1 Sationsmeister, 1 Stationsarbeiter, jetzt nur mehr 1 Stationsmeister. In Borzetitz bisher 1 Stationsmeister und 1 Arbeiter, jetzt nur 1 Stationsdiener; in Grosz* Pawlowitz anstatt 2 Stationsmeister und 3 Arbeiter, nur mehr 1 Stationsmeister und 2 Arbeiter; in Mutenitz anstatt 2 Stationsmeister und 8 Arbeiter 1 Stationsmeister und 3 Arbeiter; in D uv n i a n bisher 2 Stationsmeister, 2 Arbeiter, jetzt 1 Stationsmeister, 1 Stationsdiener, 2 Stationsarbeiter: in Swatoboritz bisher 1 Stationsmeister, 1 Hilfskraft, 2 Stationsarbeiter, 1 Nachtwächter, jetzt 1 Sta-tionsmeister und 2 Arbeiter. In GaYa 1 Beamter, 9 Bedienstete, jetzt nur mehr 5 Bedienstet e. Die Konsequenzen dieser Neunormierung wird das neunormierte Personal in der härtesten Weise zu tragen haben. Tie Arbeitszeit für die Arbeiter wird durchschnittlich nicht weniger als 18 Stunde n betragen, da eingerechnet werden muß, daß diese oft Wege von mehr als einer Stunde zurückzulegen haben, bevor sie nach Hause kommen. Die Stationen Steinitz, Ezeitsch und Gaya sind Domizile von Zugsbeglci-tern, und befinden sieh in diesen Stationen auch Heiz-hausfilialen. Da im Heizhaus kein Arbeiter normiert ist, müssen die Lokomotivausrüstungsarbeiten von den Stationsarbeitern besorgt werden. Diesen obliegt außer-dem die Reinigung der Personenzugsgarnituren, die Instandhaltung der Beleuchtung dieser Züge sowie das Richten der Kurs- und anderer Rückgutwagen. Auch sind in diesen Stationen ebenso wie in G r och - P a w l o-w i tz, D u b u i a n und S w a t o b o r i tz Fabriken und Braunkohlenbergwerke mit Schleppbahnankagen, was natürlich einen bedeutenden Wagen- und Rückgutumsatz zur Folge hat. Und da will man noch das Personal reduzieren! In den Stationen G r u m w i r s ch, K o b y l i und Borzetst tz soll der eine Arbeiter, der jetzt dort in Verwendung steht, abgezogen werden. Die Aus- und Zuladung von Gütern soll von jetzt ab von den Zugs-begleiten! besorgt werden. In G r u m wirs eh befindet sich kein Magazinsgeleise, es müßten daher sämtliche Güter zirka 15 Schritte weit übertragen werden. Dies alles müßte während des kurzen Zugsaufenthalts von einigen Minuten geschehen. In Schweiß gebadet werden die Zugsbegleiter wieder ihre Bremsen besteigen, was ihrer Gesundheit gewiß nicht Zuträglich sein wird. Ihre Uniformen werden durch die Manipulation mit Mehl, Oelfässern und dergleichen beschmutzt werden und das reisende Publikum wird mit unangenehmem Erstaunen sehen, in welcher Gewandung die Zugsbegletter ihre Amtspflicht versehen. „ Um dies alles hat sich die famose Ersparungs-kommission keinen blauen Teufel gekümmert. Auch Nicht darum, daß durch diese Neunormierung Arbeiter, die schon lange im Bahndienst stehen, in Gefahr stehen, einfach entlassen zu werden. Tut nichts: die Ertragnisse der Lokalbahnen müssen gesteigert werden und wenn die Bediensteten dabei draufgehen. Mit Ingrimm haben die Bediensteten diese Neunormierung zur Kennt-i itis genommen. Sie wissen, daß der Staat au^ dem Betrieb der Lokalbahnen ganz anständige Summen schöpfen könnte, wenn er sie dort nehmen wollte, wo er sie mit Fug und Recht nehmen darf. Damit uns aber nicht der Vorwurf gemacht werden könnte, daß wir aus der Luft reden, wollen Wir mit einer Wünschelrute dort auf den Boden klopfen, wo das Geld liegt, das dem Staate gebührt und das er in unverantwortlicher Weise wegschenkt. Jawohl, wegschenkt: denn immense Summen sind es, die der k. k. Staat jährlich dem Herrn Dr. Eduard Seidl, Edler v. Hohenfeldern, direkt schenkt. Dieser Herr ist der Pächter der Fürst Liechtensteinschen (Hüter, und der Zuckerfabrik in Steinitz, protokolliert unter der; Firma Eduard Seidl u. Komp. Er ist einer der größten Verfrachter auf den Linien der mährischen Lokalbahnen, ein Mann, der auch sehr viele Konnexionen hat. Geht doch ein st) o h e r Staatsfunktionär mit ihm öfters auf die Pirsch... Er ist mehrfacher Millionär — was keinen wundernehmen mag, der weiß, wie leicht Herr Seidl Geld verdient. Dies sei nachstehtznd erhärtet. Die Zuckerfabrik Eduard Seidl u. Komp. verfrachtet jährlich 50.000 bis 60.000 Meterzentner Rohzucker. Für dieses Gewicht hätte die Firma für d»n Transport auf der Strecke Steinitz-Göding laut Tarif Klasse A (47 Kilometer) für je 100 Kilogramm 6 4 Heller zu entrichten. Das wären, 50.000 Meterzentner jährlich gerechnet, 3 2.0 0 0 Kr. jährlich. Dem Herrn! v. Seidl wird aber merkwürdigerweise ein Aus-; nahinssatz gerechnet, so daß er für 100 Kilogramm nur 3 4 Heller zu entrichten hat. Er zahlt also nur 17.0 0 0 Kr. und bekommt jährlich 15.0 0 0 Kr. geschenkt. Ein hübsches Sümmchen, nicht wahr? Aber diese Tatsache wird noch krasser, wenn man weiß, daß die Frachtsätze auf der Hauptbahn naturgemäß billiger sind wie auf den Lokalbahnen. Auf der Hauptbahn würde für den Rohzucker per 100 Kilogramm 51 Heller gezahlt werden. Herr Seidl verfrachtet also seine Ware auf der teure n Lokalbahn um 17 H. per Meterzentner billiger, wie auf der Hauptbahn! Wir sind noch nicht, fertig. Für frische Zuckerrübe wäre auf der; Strecke Butschowitz-Steinitz tarifmäßig 5 3 Heller per Meterzentner zu zahlen. Seidl hat natürlich einen Ausnahmssatz! Er zahlt nur 4 6 Heller für 100 Kilogramm. Dürfte jährlich ebenfalls 4 5 0.0. K r o n c it Profit ausmachen. Weitere Nachlässe genießt' Seidl bei allen anderen Massenartikeln, wie Melasse, Getreide, Rübenschmtze re. Noch nicht genug. Wegqt, Mangel an Personal werden die für die Fabrik einlangenden Waggons Zuckerrübe nicht gewogen. Alle Waggons kommen stark überladen an — ohne daß b i c f ü r M chrf rächt geleistet wirb! Kurz, man; kann ruhig sagen, daß der Staat der Firma Eduard Seidl u. Komp. jährlich 50.000 Kr. schenkt. Das heißt man nobel sein! Notabene, ohne daß dieses Geschenk kommerziell irgendwie begründet werden könnte. Von Hebung der Industrie kann nicht geschwefelt werden und auch nicht davon, daß Herr Seidl eine Konkurrenzbahn mit seinen Verfrachtungen betrauen könnte. Beides kommt hier gar nicht in Frage. Es gibt überhaupt nur die eine Motivierung, daß eben in diesem gesegneten , Staate ein Millionär leichter 50.000 Kr. jährlich geschenkt erhält als ein Bettler einen Laib Brot. Nun wird sich zeigen, ob die k. k. No rd bahn-direktst vn der ihm von EisenÜahnministerium d i r e k t i o n der ihm vom Eisenbahnministerium bahnen so ohneweiters durchführen wird. Ob sie es auf ihr Gewissen nimmt, Arbeiter aufs Pflaster zu werfen, die ihr treu gedient haben, ob sie es verantworten kann, daß die durch Reduzierung des Personals überlasteten Bediensteten die Sicherheit des Verkehrs garantieren sollen? Wenn die Herren von der Nordbahn-direktion wirklich pflichttuende Diener der Staates sind, werden sie dem Eisenbahnministerium bedeuten, daß durch solche Normierungen das Personal wohl bis zum Exzeß ausgebeutet wird, die Erträgnisse der Lokalbahnen^ aber schwerlich namhaft zu steigern sind. Wo das Geld auf den Lokalbahnen liegt, wurde hier gezeigt. Der Staat verlange von den M i l l i o-nären das, was ihm gebührt. Und er wird dann mit den finanziellen Erträgnissen dieser Bahnen zufrieden sein. ____________________ öRtittt Aries an den ötaatrbahn-direktor Herrn Hgsrat Jr. Tcheikl in Linz. L i u z, im April 1914. Ihr Vorgänger in stütz — Herr Hofrat Dr. Messer-klinger — hat wiederholt gegenüber einzelnen Bediensteten und Deputationen erklärt, daß Bedienstete, welche irgendein Anliegen haben, ohne aller Formalität jederzeit zu ihm kommen können, und hat es auch so gehalten. Sie, Herr Staatsbahndirektor, halten Ihre Tür den Bediensteten durch einen verklausulierten Dienstweg verschlossen. Wir wenden uns daher auf diesem Weg mit folgendem Anliegen an Sie: Im Jahre 1911 wurden bei den Güterzügen Nr. 88, 293, 172 und 264 die Manipulationskondukteure abgezogen, mit der Begründung, das; infolge der Verminderung der Eintragungen in den Uebergabsdokumenten diese Arbeit nur die Zugsführer leisten können. Tie von den Güterzugsführern in Linz wiederholt mündlich und schriftlich vorgebrachten Gegengründe wurden von der Staatsbahndirektion nie abgelehnt, sondern immer versprochen, neuerliche Erhebungen zu pflegen, ob die ■Kanipulanten bei obgenannten Zügen notwendig sind oder .'*• ~aS Resultat dieser Erhebungen ist noch immer aus-tanitg. Die Güterzugsführer haben nach „Möglichkeit" ^^rgabsverzeichnisse verfatzt. und es wurde stillschweigend . Nim hat der Bahnamtsborstand bon Linz, Herr Ober-Inspektor Thüringer, den Transiteuren in Linz den Auftrag jeden Zugsführer, wlcher kein Uebergangsverzeichnis ^schrieben hat, anzuzeigen. Herr Oberinspektor Thüringer hat lernst schon Güterzüge bei der Ankunft erwartet, und wenn ein Uebergangsverzeichnis da war, mußte der Zugsführer sich nach der Ankunft des Zuges hersetzen und die Verzeichnisse Meilen. Die Güterzugsführer sind jetzt der fortwährenden Mfahx ausgesetzt, wenn es ihnen nicht möglich ist, die Ueber-gangsverzeichnisse zu schreiben, daß sie deswegen entweder bestraft oder nach der Ankunft schikaniert werden. .„ , Herr Hofrat fahren oft mit Güterzügen, um sich per« lonlich zu überzeugen. Wir laden Sie ein, nachfolgende Gründe persönlich zu prüfen, und bitten Sie, um die Beigabe bon -Manipulanten zu den Zügen Nr. 88 Linz-Amstetten, Zug 293 ■ llnd 172 Linz-Attnang-Linz, und Zug 264 Salzburg-Linz. Gründe: Zug Nr. 88 muß in Linz sehr oft vom Brutto des Zuges Nr. 190 komplettiert werden und fährt daher selten recht ab. Seit Zug 90 nur Nordbahnbrutto fahren darf, rollt uei Zug 83 auch der Kurswagen Nr. 412 von Wels, wo oft für alle Stationen bis Amstetten Ausladung drinnen ist. Ferner uer Umladewagen von Urfahr bis St. Valentin, wo auch sehr uft Ausladung für Kleinmünchen, Asten und ErniS drinnen ist. Der Zugsführer fährt in Linz sehr oft ab, ohne einen Strich im Wagenausweis zu haben. Bei der Ausfahrt von ^tuz muß er bis gegen die Abzweigung 1 draußen stehen, um das Ausfahrtssignal in Linz zu beobachten, um zu schauen, ob der Schlußwagen nachlauft — das kann er erst im Bogen beim Friedhof sehen, und bei Zügen mit 120 Achsen auch da "och nicht — und um das Signal bei der Abzweigung 1 zu beobachten, ob dem Zug die Richtung Budweis oder Wien freisteht oder auch nicht. Wenn der Zugsführer diese lieber« Beugung hat, dann kann er zu arbeiten anfangen und bleiben ihm bis Kleinmünchen 9 Minuten Zeit. Er muß die Lokomotive und deren Personal in den Stundenpaß einschreiben, die Nummer der Bremsen, das Gewicht des Zuges, bas erforderte und das tatsächlich gebremste Brutto, die Abfahrt von Linz und die Durchfahrt bei der Abzweigung; mutz heraus-aiehen, wie viel beladene und leere eigene und fremde Wagen beim Zug sind, und diese Daten in die Achskilometerstatistik ein« tragen, muß das in Kleinmünchen abzustellende Brutto abrechnen, und muß die Verrechnungen durchschauen, um die selben für die abzustellenden Wagen und die Ausladung in Kleinmünchen vorzubereiten. Von einem Beobachten des Signals bei Blockpfosten 9 oder des Einfahrtsignals in Kleinmünchen oder gar erst von dem Schreiben eines Uebergangsverzeichnisses ist keine Rede. In Kleinmünchen wird Brutto abgestellt und beigegeben und Stückgut ausgeladen. Der Aufenthalt wird meistens überschritten. Von Kleinmünchen bis Asten ist der Zug bei der Ausfahrt zu beobachten, das beigegebene Brutto zuzurechnen und einzutragen, das Bremsbrutto umzurechnen, die Achs-killtmeterstatistik einzutragen, die Verrechnungen für Asten vorzubereiten und das abzustellende Brutto für Asten abzurechnen. Wenn noch eine Zeit bleibt, kann erst mit dem Schreiben der Wagenausweise begonnen werden. So geht es weiter bis St. Valentin. In St. Valentin ist wieder vroßer Brutto-wechsel. In Haag ist nebst dem Haager Brutto auch das vom Zug 494 in Valentin am Zug 88 überstellte Nordbahnbrutto für Zug 90 abzustellen. Es wird bis Amstetten überall verschoben und ausgeladen. Es hat jeder Zugsführer über Hals und Kopf Arbeit, um bis St. Valentin mit den Wagenausweisen fertig zu werden, und trotzdem keine Uebergabsver-zeichnisse geschrieben werden, ist es dem Zugsführer nicht möglich, die Strecken- und Abfahrtsignale zu beobachten. Die Aufenthalte in den Stationen gehen mit der Manipulation auf; cs muß alles während der Fahrt geschrieben werden. Zug Nr. 293 wird in Linz äußerst selten rechtzeitig fertig. Der Zugsführer fährt von Linz ab mit 800 und mehr Tonnen Belastung ohne einen Strich im Wagenausweis zu haben. In allen Stationen ist Bruttowechsel. In Wels bekommt er einen, im Sommer auch zwei Eilgutwagen mit Ausladung für alle Stationen. In Lambach wird sehr viel Eilgut und Milch zugeladen. Er bekommt in Lambach K. Wg. Nr. 341 zur Komplettierung für Schwanenstadt, wo auch oft für Breitenschützing Ausladung drinnen ist. Derselbe Vorgang wie bei Zug 88. Zug Nr. 264 stellt in Steindorf jeden Tag Brutto ab Und bekommt 20 und mehr Wagen neues Brutto dazu. Er verschiebt dann in allen Stationen bis Linz, wo er Aufenthalt hat. Zug 264 bekommt in Redl Z. 10 und mehr Wagen, in Löklabruck bis zu 25 Wagen mit. Die 10 Minuten Fahrzeit von Vöklabruck bis Attnang muß der Zugsführer die in Vöklabruck mitgegangenen Wagen in die Wagenausweise einschreiben, das Gewicht zusammenrechnen und im Stundenpaß eintragen, das Bremsbrutto umrechnen, die Bremsen umschreiben, die Daten in die Achskilometerstatistik eintragen, 80 bis 40 Wagen für Attnang abrechnen, die in Vöklabruck erhaltenen Verrechnungen schlichten und für Attnang vorbereiten und einen Bruttozettel für Attnang verfassen, mit dem detaillierten Gewicht in Tonnen und Achsen was über Attnang hinaus bleibt für die Strecke bis 'Linz, dann Linz loko, Budweis, Richtung Wien, dem Nordbahnbrutto und den beim Zug sich befindlichen leeren roten Preußischen K und leeren K für Mährisch-Ostrau. Dann soll er noch ein Uebergabsverzeichnis für Attnang schreiben, und ist überdies für die Strecken- und Einfahrtssignale verantwortlich! Es ist ein Jagen und Hasten von Steindorf bis Linz, und hat der Zugsführer über Hals und Kopf Arbeit, um von einer Station zur anderen fertig zu werden. Ab Vöklabruck hat der Zugsführer überhaupt nicht mehr Zeit zu schauen, ob der ganze Zug nachkommt oder nicht, oder ein Strecken- oder Einfahrtsignal in Attnang zu beobachten, weil der Zug schon oft in Attnang in der Station steht und der Zugsführer ist noch nicht fertig. Er muß aber fertig werden, um den Verschiebern sagen zu können, wieviel Wagen in Attnang bleiben, und was über Attnang bleibt, weil sonst der Diensthabende nicht weih, wieviel Brutto wieder beigegeben werden kann. In Attnang gehen oft 80 und mehr Wagen neues Brutto mit, und hat der Zugsführer vollauf zu tun, um im Aufenthalt mit den schriftlichen Arbeiten fertig zu werden. Der Zugsführer hat nicht Zeit, um die neue Reihung der Wagen im Zug zu kontrollieren. Er weiß nicht, wie die Bremsen im Zug verteilt sind, und muß sie nur nach Gutdünken einschreiben. Er braucht ab Attnang oft ein bis zwei Bremser. Die Bremser fragen den Zugsführer, welche Bremsen sie besetzen sollen; er kann es ihnen nicht sagen, weil er nicht weiß, wie der Zug steht. Er muß sich ganz auf die Zugspartie verlassen, daß sie die schwersten Bremsen besetzen und sich halbwegs richtig im Zug verteilen. Ab Attnang wird wieder überall verschoben. Es ist dem Zugsführer bis Linz nicht mehr möglich, zu kontrollieren, ob die Wagen, die er in Attnang aus dem Wagenbüchel in die Wagenauswcise eingeschrieben hat, auch wirklich beim Zug sich befinden. Es ist schon öfters vorgekommen, daß Wagen und andere Verrechnungen oder Verrechnungen und andere Wagen nach Linz gebracht wurden. Dem Herrn Hofrat Dr. Messerklinger wurde die Fahrt der angeführten Züge und die Notwendigkeit der Manipulanten bei diesen Zügen seinerzeit mündlich vorgetragen und Herr Hofrat sagte wörtlich: »So stelle ich mir die Fahrt dieser Züge doch nicht vor." Es ist die neuerliche Studierung dieser Frage in Aussicht gestellt worden, bis heute ist aber aus Ersparungsrück, sichten noch alles beim alten. Herr Hofrat I In der letzten Personalkommiffionssitzung wurde Ihnen gesagt, daß infolge der schlechten Kohle der Heizer während der Fahrt am Tender bleiben muß und Kohlen vorräumen muß, und der Lokomotivführer muß selbst feuern, um nicht liegen zu bleiben, und daß dadurch zur Be-obachtung der Signale keine Zeit bleibt, oder daß der Lokomotivführer infolge des Feuerns momentan nichts sieht. Der Zugsführer ist mit schriftlichen Arbeiten überhäuft. Welcher Gefahr ist ein solcher Zug samt dem Personal aus. gesetzt, und welche Gefahr ist ein solcher Zug auch für andere Züge. Wären Manipulanten bei diesen Zügen, so könnten sie die Beobachtung des Zuges und der Signale übernehmen. Sie könnten, so wie früher, bei Zug 264 in Atntang den Zug aus-passen; der Zugsführer wüßte, ob er die Wagen auch wirklich beim Zug hat, die er aus dem Wagenbüchel in die Wagenausweise eingeschrieben hat, und wüßte, wie die Wagen im Zug stehen, um die Bremsen bestimmen zu können, und müßte nicht mehr auf gut Glück ins Blaue hineinfahren. Es wurde wohl seinerzeit in einem Direktionserlaß erlaubt, daß bei Zug 88 bis St. Valentin als Manipulant ein Bremser mitgenommen werden darf, und daß bei Zug 293 von Linz bis Wels ein Mann der Zugspartie im Dienstwagen fahren darf, wenn das Bremsbrutto gedeckt ist. Dieser Erlaß hat gar keinen praktischen Wert und dient nur zur Deckung für die Direktion gegenüber der Generalinspektion. Wenn die Kondukteure im Manipulationsdienst nicht eingeschult sind, nützt dem Zugsführer ein solcher Mann nichts, sie bringen nur die Verrechnungen durcheinander, und für Verschleppungen bleibt trotzdem der Zugsführer verantwortlich. Es sind in Linz oft zur Deckung des Bremsbrutto keine Bremser vorhanden, viel weniger für den Manipulationsdienst und bei Zug 293 geht die Ausladung erst ab Wels an. Die Güterzugsführer in Linz. Sie Sberbamrbeiter der Südbahn. Man schreibt uns: Es sind elf Monate verstrichen, seit die letzte Arbeiterausschuhsitzung bei der Südbahn stattgefunden hat. Bei der Sitzung im Monat Mai 1913 wurde über die Arbeiterangelegenheiten beinahe zwei Tage gesprochen und wurde schließlich dem Wunsche der Personalvertreter zugestimmt. Seit dieser Zeit kommen immer Deputationen, besonders bei der Baudirektion und bei der Generaldirektion, um die gemachten Zugeständnisse zu urgieren. Diese Deputationen sind den Herren nicht angenehm und haben sich dieselben nun eine neue Erfindung, wie man sich dieselben vom Hals schaffen kann, zurechtgelegt. Das Mittel ist ganz einfach! Der Baudirektor ist einfach nervös, und zwar so stark, daß das Schlimmste bei ihm zu befürchten steht, wenn derselbe einen Artikel über die Baudirektion in irgendeiner Zeitung liest, daher müssen alle Zeitungen, die derlei Sachen schreiben, streng ferngehalten werden. Anders ist cs beim Herrn Generaldirektor. Der ist einfach krank, und man kann denselben nicht sprechen, und zwar erkrankt derselbe im Herbst und verschlimmert sich die Krankheit im Winter so, daß derselbe bei Eintreten des Frühjahrs, sobald die Genesung halbwegs in Aussicht steht, sofort auf Sommerfrische gehen muß, damit er sich über den Sommer so weit erholt, daß er im folgenden Winter die Krankheit wieder glücklich übersteht, um dann wieder in die Sommerfrische gehen zu können. Auf diese Weise frozzelt man das gesamte Taglohnpersonal bei der Baudirektion seit dem 7. Mai 1913, indem man die Zugeständnisse, die dem Taglohnpersonal der Baudirektion dazumal gemacht wurden, nicht zur Durchführung bringt. Nun sind es aber gerade die administrative und die Generaldirektion, welche immer erklären, daß sie als solche sämtliche Bediensteten gleich behandeln und daß sie keinen Unterschied machen, zwischen Bediensteten der Maschinen-, Verkehrs- oder Baudirektion. Als am 6. Mai 1913 von den Arbeiterausschußmitgliedern der Gruppe Bau- und Bahnerhaltung darüber Klage geführt wurde, daß das Taglohnpersonal von der Baudirektion gegenüber den anderen Abteilungen so stiefmütterlich behandelt wird, war gerade Herr Direktor Fall jener Faktor, welcher erklärte, daß die Verwaltung in dieser Beziehung gar keinen Unterschied kenne; daß ihr alle Bediensteten ganz gleich am Herzen liegen und daß dieselbe für alle Bediensteten, soweit es die finanzielle Lage erlauhe, das weiteste Entgegenkommen betätige, ganz gleichgültig, welcher Abteilung diese Bediensteten angehören, und daß das nur Einbildungen und ganz falsche Anschauungen von einzelnen Personen seien. .Ja, das Gegenteil sei richtig. Der Verwaltung würde das gar nicht einfallen, und sie hätte ja auch gar keinen Grund dazu, weil sie die Leistungen des Bahnerhaltungspersonals geradeso cinschätze, wie jene des Personals der übrigen Abteilungen. Seit dem Jahre 1910 ersuchen die Professionisteu der Baudirektion um Gleichstellung ihrer Taglöhue mit den Taglöhnen der Professionisteu der Maschinendirektion, so auch die Aushilfsbahnrichter um Gleichstellung ihrer Taglöhne mit den Partieführern der Profesfionisten der Maschinendirektion. Die echteren sind um 40 H., die letzteren um 60 H. gegenüber ihren Kollegen bei der Maschinendirektion täglich zurück. Bei der Arbeiterausschutzsitzung am 7. Mai 1913 wurde über Ersuchen und nach Be-gründung, von der Baudirektion selbst an- erkannt, daß dieser Antrag gerecht sei und die Zusicherung gegeben, daß dieselbe mit der Generaldirektion Rücksprache treffen und trachten wird, daß genannter Wunsch so bald wie möglich einer Erledigung zugeführt wird. Obwohl dem Antrag nicht vollkommen zugestimmt wurde, wie denselben die Arbeiterausschußmitglieder gestellt haben, so weit wurde ein Entgegenkommen gezeigt, daß sämtlichen Professio-nisten, mit Ausnahme der Maurer und Steinmetzen, eine Lohnerhöhung von 4 0 H. täglich zugesichert wurde, so daß dieselben von der Lohngruppe 4 in die Lohngruppe 2 überstellt wurden, was bei der Maschinendirektion schon lange besteht. Die Maurer und Steinmetzen wurden von der Lohngruppe 1 in die Lohngruppe 3 überstellt, was einer täglichen Lohnerhöhung von 20 H. gleichkommt. Von den Arbeiterausschußmitgliedern wurde betreffend dieser Kategorie bemerkt, daß die Arbeiterausschußmitglieder der Gruppe Maschinendirektion, bezüglich der Maurer und Steinmetzen bei ihrer heutigen (7. Mai 1913) Sitzung den Antrag auf der Tagesordnung haben, daß Genannte von der Lohngruppe 3 in die Lohngruppe 2 überstellt werden sollten, und stellen daher das Ersuchen, wenn dieser Antrag bei der Maschinendirektion genehmigt wird, möge auch die Baudirektion für ihre Maurer und Steinmetzen die Ueberstellung in die Lohngruppe 2 genehmigen. Bezüglich der Aushilfsbahnrichter wurde die Zusicherung gegeben, daß dieselben ebenfalls von der Lohngruppe 4 in die Lohngruppe 2 überstellt werden, was eine Lohnerhöhung von 40 H. täglich bedeutet hätte. Wenn die Genannten dieser Lohnerhöhung teilhaftig geworden wären oder werden, so sind dieselben trotzdem noch immer um 50 bis 80 Prozent gegenüber ihren Kollegen bei der Maschinendirektion am Verdienst zurück, weil bei der Bahnerhaltung kein Akkord und keinerlei Zulagen für das Taglohnpersonal bestehen, wie das in allen übrigen Abteilungen zutrifft. Bei der Verkchrsdirektion haben die Magazinarbeiter 20 bis 50 H. täglichen Akkord zu ihrem Taglohn dazu, der Taglohn ist aber gerade so hoch und in manchen Orten sogar höher, als bei der Bahnerhaltung. Außerdem haben dieselben die fortlaufenden Tagschichten mit Sonn- und Feier-tagen, ob dieselben frei sind oder nicht, was ebenfalls bei der Bahnerhaltung nicht ist. Nun vergleichen wir. wie die Zugeständnisse bei den einzelnen Abteilungen durchgeführt werden, und jeder wird sofort zur Ueberzeugung kommen, daß unsere Behauptung vollkommen zutrifft. Bei der Maschinendirektion wurden die Zugeständnisse, welche den Arbeitcrausschußmit-gliedern dieser Abteilung am 6. und 7. Mai 1913 gemacht wurden. mit den Erlässen Zahl 7282/4, 5434/4, 6213/4, 5435/4, 6147/4, 3434/Z und 8160/4 vollkommen erledigt. Dort sindauch die Maurer und Steinmetzen seit 1. Jänner 1914 in die Lohngruppe 2 eingereiht, so auch Glaser, Anstreicher und mehrere Gattungen Profesfionisten, welche nicht schon früher in der Lohngruppe 2 waren. Bei der Baudirektion sind sämtliche Profesfionisten und Aushilfsbahnrichter, trotz Zusage, noch immer in der Lohngruppe 4. Seit dem Jahre 1910 ersuchen die Genannten immer nur um das, was ihre Kollegen in den anderen Abteilungen schon haben, und nun will Herr Direktor Fall als Vorsitzender des Arbeiterausschusses erklären, daß die Verwaltung das weiteste Entgegenkommen für alle Bediensteten habe, ganz gleichgültig, welcher Abteilung dieselben angehören. So schaut in Wirklichkeit die vielgerühmte Gleichheit des Direktors Fall aus. Das gesamte Taglohnpersonal der Baudirektion und auch das Angestelltenpersonal dieser Direktion glaubt, durch diese Tatsachen den lückenlosen Wahrheitsbeweis dafür erbracht zu haben, daß dasselbe stiefmütterlich behandelt wird und sich mit Recht trotz der scheinheiligen Gegenversicherung der maßgebenden Faktoren so lange als Stiefkinder der Südbahnverwaltung bezeichnen können, bis nicht den Anträgen des ArbeiterauSschusscs wie oben gezeigt vollauf Rechnung getragen wird. Herr Generaldirektor, wir fragen hier nochmals, warum die Anträge des Bahnerhaltungspersonals nicht auch genehmigt werden? Sollte die Baudirektion nicht auch das gleiche Recht haben, wie die Maschinendirektion, die Angelegenheiten für ihr unterstelltes Personal selbst erledigen zu können? Oder steht die Baudirektion unter Vormundschaft? Darf dieselbe für ihr unterstelltes Personal nicht auch dasselbe machen, was die anderen Abteilungen tun? Warum kommt man bei der Sau« direkten mit der nicht stichhältigen Ausrede, der Herr Generaldirektor sei krank, deshalb kann man jetzt nichts machen, sobald derselbe kommt, werden wir ihm die Angelegenheit sofort unterbreiten. Soviel uns bekannt, ist Herr Generaldirektor schon einige Monate krank, was aber nicht hinderlich war, daß die Maschinendirektion die angezogene Angelegenheit einer restlosen Erledigung zuführte. Uebrigens ist auch das eine faule Ausrede der Baudirektion, denn über den Sommer 1911 hindurch war Herr Generaldirektor nicht krank, da wäre Zeit genug gewesen, diese dringliche Forderung durchzuführen. Uebrigens hat der Generaldirektor einen Stellvertreter, der ja doch berechtigt sein muß, Akte zu erledigen, wenn Herr Generaldirektor verhindert ist, sonst braucht man jtt keinen Stellvertreter. Soviel uns bekannt ist, ist Herr Direktor Fall, der Vorsitzende des Arbeiterausschusses, auch gleichzeitig Generaldirektorstellvertreter und hat es als solcher in der Hand, seine am 6. Mai 1913 gesprochenen Worte in die Tat umzusetzen. Nun wird man uns noch mit dem alten Schlager kommen und wird glauben machen wollen, daß alle Arheiter von den anderen Abteilungen qualifizierter seien, als jene der Bahn-erhaltung. lieber dieses Kapitel werden wir in einer der nächsten Nummern unseres FachblatteS belichten und unseren Kollegen zeigen, wie unrecht die Baudirektion, so auch die Gencraldirektion in dieser Beziehung hat, und daß diese Faktoren diesen alten Schlager nur zur Unterdrückung de:> Bahnerhaltungspersonals in Anwendung bringen, in Wirklichkeit aber selbst nicht glauben. Wir rufen heute noch lauter als früher: Generaldirektion! Baudirekten! Administrative Direktion! Gebet dem Taglohnpersonal der Bahnerhaltung daö was ihr dem Personal der anderen Abteilungen gebet, und was dieselben schon jahrelang haben, dann ivird auch das Taglohnpersonal der Bahnerhaltung zufrieden fein. Aber solange dieselben als Stiefkinder behandelt werdet!, wird keine Ruhe einkehrcn. Wir waren lange genug Stiefkinder der S ü d-bahn und haben es satt, noch länger es zu verbleiben. An euch Stiefkinder alle aber ergeht der Ruf: Rüstet zum Kampf, rüstet zur Bekämpfung der stiefmütterlichen Behandlung! Unterstützet alle Mattn für Mann unsere gewählten Vertreter durch den Anschluß au dte Organisation. Gelesene Nummern des „Eisenbahner" wirst man nicht weg, sondern gibt sie an Gegner und Indifferente weiter. Sie winseln um Gnade. Der Bruderzwist in der christlichsozialen Eisenbahner- Organisation. Die Rebellen im' christlichsozialeu Verkehrsbund sind also bereits richtig auf die Knie gezwungen worden. Wir haben es zwar, als die Meuterei unter den christlichen Verkehrsbiindlern anfing, mit der bestimmtesten Sicherheit vorausgesagt, daß die Herren sehr bald wieder den Gang nach Canossa antreten werden. Unsere Prophezeiung hat sich in der Tat schneller erfüllt, als wir selber geglaubt hätten. In einem Leitaufsatz unter bent Titel: .„Dem Frieden entgegen" in der Nummer 7 der „Oesterreichisch-ungarifchen Eisenbahner-Zeitung" stammelt die Verkehrsbundleitung folgende jämmerliche Entschuldigung: In der letzten Sitzung der Zentralleitung, die am 21. März stattfand. muhte sich jedem Teilnehmer das Empfinden auförängen, datz das Bedürfnis nach einer Beilegung der im Schöße der Zentralleitung obwaltenden Gegensätze sich zu regen beginnt. Das Bedürfnis trat nachgerade in greifbare Erscheinung, als der amoesende Abgeoronete Kemelter im Sinne der von den Kollegen Eichler und Haider an ihn ergangenen Zuschriften die Anregung gab, cs seien im Prinzip alle erlaubten Mittel anzuwenden, um sich für die Herstellung des Friedens grundsätzlich auSzusprechen und diese in die Wege zu leiten, da ja hoffentlich auf beiden Seiten der gute Wille, die Voraussetzung eines Ergebnisses, vorhanden fei. Gleichzeitig wird daran die Mitteilung geknüpft, daß an die Wiener Polizeidirektion eine Zuschrift ergangen sei, worin die von der Nereinsleitung verfügte Auflösung der Ortsgruppe Wien-Franz-Josefsbahn rückgängig gemacht wird, die am 2. März 1914 erfolgt war, weil sich die Ortsgruppenleitung den Anordnungen der Hauptleitung in Bezug auf die Stellung zur christ-iichsozialen Partei nicht fügen wollte. Weiters wird noch mitgeteilt, datz die Leitung des Verkehrsbundes mit dem geschäftsführenden Vorstandsmitglied der christlichsozialen Vereinigung des österreichischen Abgeordnetenhauses Abgeordneten Jodok Fink bezüglich einer an-zubahnenden Verständigung in Unterbau bl u n g getreten fei. Diese Mitteilung beschließt das Organ des Verkehrsbundes mit der Hoffnung, daß zur Zeit, wo diese Zeilen zur Kenntnis der Leser gelangt sein werden, auch sicher der Boden bestimmt sei, auf dem die Formel gefunden werde, unter der die Vertrauensmänner beider tjager in die Friedensverhandlungen cintretcn können. Bezeichnend ist es allerdings, datz im christlichsozialen Parteilager diese weh- und demütig gestammelte Erklärung offenbar noch nicht genügt, denn in der „Reichs* post" werden die Friedensfchalmeien, die das christliche Eifenbahnerblatt anftimmt, als leere Spiegelfechtereien bezeichnet, mit denen man die aufgeregten Mitglieder beruhigen will. Nun scheinen auch die Abgeordneten K e m e t t e r und P a n tz in der Tat nicht gewillt zu sein, so ohneweiters wieder in das Joch der offiziellen christlichsozialeu Partei zurückzukehren, denn in der „Deutschen Zeitung" vom 5. April, die bekanntlich das offizielle Organ des deutschen Zentrums ist, wird in einem fulminanten Artikel nochmals der Kampf im Verkehrsbund gegen die christlichsoziale Partei besprochen, der, wie das Blatt sagt, „auf die treulose Haltung der christlichsozialeu Partei gegen-über den Eisenbahnern zurückzuführen i st". Die Auslastungen des Artikels richten sich besonders gegen die Herren Haider, Eichler und P i f ch i tz, hie unter den christlichen Eisenbahnern heute noch der christlichsozialen Parteileitung die Stange halten. An der Hand von Sitzungsprotokollen der Verkehrsbuud-leitung wird da nachgewiesen, tote sich die genannten Herren zur Zeit, als die christlichsoziale Partei die im Parlament für die Eisenbahner gestellten Anträge abgelehnt hatte, in heftigen und abfälligen A e u ß e r u n g e n gegen die Partei ergangen haben. So soll Haider erklärt haben, „die Haltung der christlichsozialen Partei grenze nahezu an Vertat, und es miiffe, da mit solcher leerer Spiegelfechterei nicht gedient fei, ein B e f ch l it tz gefaßt werden, der der Partei imponiert, oder fie pfeife auf den Verkehrsbuu d". Herr P i s ch i tz wieder, der heute in Oberösterreich die christlichsozialen Schäflein zusammenhält, foll sich geäußert haben, „es feien zu-vielBauernundGeistlicheinderchristlich-sozialen Partei, welch letztere die Eisen-bahnernuralsSti mm viehbetrachten und die Diäten retten wollen". „Daß er selbst die Eisenbahner zehn Jahre belogen Habe, daran seien nur die Führer schuld. Sie sind nur im Hause, die Diäten zu erhalten. Das ist eine Schufterei!" Diefe Mitteilungen uefchließt die „Deutsche Zeitung" mit folgender lieblicher Erklärung: Damit haben wir die Herren Pischitz, Eichler, Haider und Konsorten mit ihren eigenen Worten wohl am treffendsten charakterisiert. Jedermann kann sich über d i e Qualitäten solcher Herren das entsprechende Bild machen. Tasche, messeil naturen passen nicht in das „Deutsche Zentrum", wohl aber sehrgutindieheutige christlichsoziale Partei. Zuerst große, scharfe Worte uhiic Maß, dann — einknicken, Schergendienste leisten gegen die, welche sie selbst in feierlicher Stunde Freunde genrnnt haben!! So sehen die Feinde des „Deutschen Zentrums" ans. Daß die Herren K e m c 11 e r und Pantz den jämmerlichen Kniefall vor den christlichsozialen Ober-ponzen nicht so ohneweiters mitmachen wollen, ist begreiflich. Aber in der Leitung des Verkehrsbundes scheint Heulen und Zähneklappern zu herrschen. Mut ist eben nicht jedermanns Sache, und Vorsicht bei einer Aktion, von der mau noch nicht recht weiß, wie sie aus-gehen wird, ist jedenfalls auch hier der bessere Teil der Tapferkeit. Und so bemüht man sich, rechtzeitig nach Leibeskräften zurückzuschieben, ehe der von Herrn K u n-s ch u k so kategorisch a n g e ö r o I) t c Hinauswurf erfolgt. Es bleibt jetzt nur abzuwarten, ob sich die in dem Verkehrsbund organisierten Eisenbahner wie eilte gedankenlose Gammelherde wieder so schön am Nasenring in die christlichsoziale Partei zurückführen lassen. Wenn Unter den Leuten, die bisher den Machern des Berkehrsbundes so willenlos Gefolgschaft leisteten, noch ein Rest von Männlichkeit und Selbstachtung vorhanden ist, dann werden sie sich jedenfalls mit Entschiedenheit gegen die schmähliche Rolle zur Wehre setzen müssen, die ihnen hier in so entwürdigender Weise zugemutet wird! Der Protest der Ausgeschlossenen. lieber eine „Prolestbersaininlung" der von der Leitung des „Verkehrsbundes" ausgeschlossenen Ortsgruppe Alsergrund liegt uns folgender Bericht vor: Die Versammlung der Ausgeschlossenen, beziehungsweise der Opposition gegen die Auflösung (Gruppe Weiskirchner) war von 157 Personen besucht, worunter die Abgeordneten Wo litt) und SchoiSwohl und Herr Funder. Wie es schon bei dieser Sorte Menschen üblich ist, erfolgte zuerst ein Hinauswurf eines ohne Einladung erschienenen „Flügels" des Deutschen Zentrums. Der Referent, dessen Siantcn wir leider nicht erfuhren, sagte eigentlich nichts, als daß die eigentliche christlichsoziale Organisation die ist, die Dr. Karl Lueger als „Programm" hat, während Hanzel sich bemüht, den Verkehrsbund in jüdisch-deutsches Fahrwasser zu bringen. Schau, schau! Jüdisch-deutsches Fahrwasser, etwa gar ein jüdisch-deutsches Dreadnoughts mit Teyfer als Kapitän, und Hanzel als Steuermann? Im übrigen, sagte unser Berichterstatter, herrschte große Ratlosigkeit darüber, was nun zu geschehen habe. Geplant wurde die Gründung einer Zahlstelle; zu einer Beschlußfassung kam es aber nicht. Um ]< 8 Uhr zogen die christlichen Sieger schweigend ab. Die zweite von Hanzel «unberufene Versammlung tagte zur gleichen Zeit im Gasthaus „zur Flucht nach Aegypten" mit 88 entzückten Zuhörern mit Abgeordneten Pantz und Kemetter. Ist das kein feiner W r tz, im G a sitz a u s „zur Flucht nach Aegypten" das Häuflein Fahnenflüchtige zu versammeln? Auch in dieser Versammlung begann nach bekannter Manier der Hausknecht in feine Funktion zu treten und erst nach beendeter Säuberung wurde auf Grund der Bestimmungen des § 2 des Vereins-und Versammlungsgesctzes eröffnet. Culik sprach also folgendes: Hier sollen nur rein wirtschaftliche Fragen besprochen werden, hüpfte aber sofort in das politische Gebiet über, tänzelte dort herum und stolperte schon über den ersten Satz. Er sagte: „Es muß Klarheit in die Situation kommen, bei aller Mühe war es mir unmöglich, in der christlichsozialen Partei ein Programm zu finden. Seit Luegers Tod gibts kein Programm!" Ein merkwüriger Kauz dieser Culik! Er sucht seit Jahren, also wohl auch unter Lueger, ein Programm und findet keines. Und fragen wir ihn, wo zu Leiigers Lebzeiten ein Programm, ja nur ein Programmchen zu finden war, so wird er dann wahrscheinlich sagen: Ja, unser Programm war eben Dr Karl Lueger." Also haben die Herren um Weiskirchner und um Teufer eigentlich kein Programm? Oder doch! Die einen fingen: Unser Programm heißt Dr. Richard Weiskirchner, die um Teufer und Tfchulik sinqen wieder: „Unser Programm heißt! ; doch zum Teufel, wir haben keinen Lueger, Weiskirchner ist verfemt, wen sollen wir dann als Programm nehmen? Doch: Ist die Not am größten, ist Kemetter am nächsten! Also: Unser Programm ist Dr., nein nicht Dr., sondern Kemetter, Pantz. Na, gottlob, nun haben wirst War das eilte Anstrengung, ein anständiges Programm zu fabrizieren. Kemetter, der nun zum Wort gelangt, sagt ungefähr folgendes: Durch die Verderbtheit des christlichsozialen Verbandes waren es die Sozialdemokraten, welche Anträge zugunsten der Eisenbahner stellten. Das habe sich nun geändert, feit Kemetter und Pantz sich von den Christlichsozialen abgewendet hätten. Jetzt seien die beiden die Einpeitscher! Ihre Gesinnung sei deutschchristlich, ihr Programm wie immer Dr. Karl Lueger. Er verwahre sich entschieden gegen den Vorwurf des Freisinns, er will aber auch keine Vorherrschaft irgendeiner Partei im Parlament dulden. Wie sich der kleine Kemetter die Politik und das Parlament vorstellt! Auch er hat Programm, auch er schwört auf Dr. Karl Lueger; aber die anderen sind schlechte Kerle, nur er und Panz sind die berufenen Vertreter der Eisenbahner. Herrgott, wir haben aber jetzt eine illustre Gesellschaft, die uns vertritt! Kann's da noch schief gehen? Kemetter schimpfte auch über das gegnerische Flugblatt und meinte, der Vorwurf, däß Hanzel Geld bekommen habe, sei nicht stichhältig, da Kunschak beispielsweise als Landesausschuß ebenfalls 12.000 Kr. jährlich beziehe. Nun kommt ebenfalls ein guter Witz: Der frühere Obmann Weißt war während der Rede Kemetters erschienen; man trug ihm den Posten an, und er schnappte auch danach. Ja, wie denn? Deucht uns nicht, als ob die Ortsgruppe vom Präsidenten aufgelöst wurde? Zu was dann ein Obmann? Pantz erklärte nunmehr, die Christlichfozmlen werden verfaulen und in Schmutz untergehen. Er legte nun gegen Podiwinsky los und warf ihm vor, feine Gesinnung offenbar wegen mißlicher Verhältnisse geändert zu haben. Dem Abgeordneten Zwetzbacher, der die Teuerung negierte, sagte er: Entweder fei Zwetzbacher ein Lügner oder Trottel. Nach Annahme einer Resolution, die sich gegen die Zentralleitung und die Gewerkschsftsstellen richtete, fand auch diese Versammlung ihr Ende. Im übrigen wurde man auch in dieser Versammlung an das Heinefche Zitat erinnert: Doch es will uns schier Bedünfen.., K. Bon den Bahnerhaltungrarbeitem der f. I. Staatrbahnen. Das Bahnerhaltimgspersonal, soweit cs sich um Arbeiter und Diener handelt, wird von jeher, so schlecht auch die Verhältnisse in den anderen Kategorien sein mögen, noch um einiges schlechter behandelt; über dasselbe hat man wahrscheinlich schon bei der ersten Eisenbahn, die in Oesterreich in Betrieb gesetzt wurde, einen Ausnahmszuftand verhängt, an dem nun seit vielen Jahrzehnten mit unübertrefflicher Ausdauer festgelialtcu wird. Jede, auch die kleinste Reform, die man bisher auf den österreichischen Staatsbahnen durchgeführt hat, enthält die stets wiederkehrende Formel, daß davon die Bahnerhaltungsbediensteten ausgeschlossen sind. Ja, in den ehemaligen Wächtern hat man diesen Unterschied nicht nur in Bezug ans Lobn- und Dienstzeit, sondern auch äußerlich in der Uniform aufrechterhalten: ein grobes Tuch, ein nackter Pelz, die Kappe mit Sederstrcifcn oder Pelzmütze. Man verwehrte ihnen selbst das billige Vergnügen des Tragens einer Rosette, kurz, der Wächter war ein Prachtstück eines .zur Verbannung verurteilten Sträfling«. Als Oesterreich für eine kurze Zeit von modernen Menschen reaiert wurde, hat mau fick wobl entschlossen, diesen Schandfleck zu beseitigen, ist aber doch bei der herkömmlichen Ausnahmsstellung der jetzige" Bahnwärter geblieben, und hat diesen erst vor kurzem M Gewährung der Nachtdienstzulage, von welcher sie als die einzigen ausgeschlossen wurden, an ihre weitere Zugehörigkeit zur Bahnerhaltung und damit als CtsetK bahner zweiten Ranges erinnert. Wir reden aber heute nicht von den Wächtern, sondern von den Arbeitern bei der Bahnerhaltung, und die obige Darstellung war blotz notwendig, um aufzuzeigen, daß man auf den österreichischen Staatsbahnen bei Behandlung des Personals nicht nach dessen Leistungsfähigkeit, Verantwortlichkeit oder der ihnen übertragenen sonstigen Pflichten vorgeht, denn darin kennt man aua) für den Bahnerhaltungsbediensteten keine Ausnahme, cs sei denn, datz sein Dienst noch schwerer, verantwortungsvoller und unangenehmer als der seiner Kollegen in anderen Dienstzweigen ist, und daß vielmehr dessen Behandlung tatsächlich nur eine Folge der überlieferte» Ausnahmsstellung fein kann. Eine ebenso unberechtigte Ausnahmsstellung, nur um ein vielfaches drückender, besteht bei den Bahn-erhaltnngsarbeitern. Am fühlbarsten natürlich Wiedel bei den ärmsten, den Oberbauarbeitern. Sowohl die Arbeits-als auch die Lohnordnungen beinhalten eine Reihe solcher Ausnahmebestimmungen. Für alle anderen Kategorien ist die geständige Arbeitszeit festgesetzt, nur für die Bahnerhaltungsarbeiter gilt die lOstündtge. In der Lohnordnung wird bestimmt, daß die Arbeiter in einer Station, ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit zu verschiedenen Dienstzweigen, den gleichen Grundlohn erhalten. Aber der nächste Absatz bestimmt schon, daß die Bahnerhaltungsarbeiter davon ausgenommen sind und nur in besonders teuren Orten' mit Genehmigung der Direktion ausnahmsweise mit den übrigen Dienstzweigen gleichgestellt werden können. Es ist da Wohl am Platze, daß mau ausdrücklich feststellt, daß diese Arbeits- und Lohnordnung nicht ein Ueberbleibsel des Vormärzes sondern ein Produkt der letzten zwei Jahre ist. Wie demnach die Lohnverhältnisse der Oberbanarbeiter beschaffen find, soll durch einen annähernden Vergleich mit den Bezügen eines der niederst entlohnten definitiven Bediensteten aufgezeigt werden. Der Jahresverdienst eines Oberbauarbeiters foll nur schätzungsweise mit dem Dreihundertfachen des Taglohnes angenommen werden, in Wirklichkeit ist er infolge der verschiedensten Umstände, wie Regentage, Aussetzen oder Erkrankung 2C., viel niedriger. 1. Beispiel: (Sin definitiver Bediensteter hat an Ein Diirr6auar5citst hat an Differenz in S .11 ! Z Cl| {j£ i *3 -ßs e O JiK s5| ege 5 1 * Kronen Pro- zenten ! Kronen Kronen 900 •150 1350 960 _ 969 390 28 2. Beispiel: öm definitiver Bediensteter hat an Ein 06crBauar6citcc i hat an Differenz itt » £ 88 ä* 1|§> _C es 1 ' ,5 s> ||” ä) Krone» . Pro- zenten 1 Kronen Kronen | 900 225 1125 510 510 615 55 Dabei handelt es sich bei den Definitiven unseres Beispiels um Beträge, die weit unter dem in Oesterreich geltenden Existenzminimum stehen, also ebenfalls nur Hungerlöhne find, und der Lohn des Oberbauarbeiters steht im günstigsten Falle noch um 28 bis 55 Prozent darunter! Noch ungünstiger wird dieses Verhältnis bei einem Vergleich der Vorrückungen. Der Definitive rückt nach 2, eventuell nach 2%, längstens nach 3 Jahren um 100 Kr. vor, nach weiteren 2*4 Jahren inklusive Quartiergeld um 200 Kr., also innerhalb 5 Jahren um 300 Kr. vor. Der Oberbauarbeiter nach 3 Jahren um 30 Kr., nach weiteren 3 Jahren ebenfalls um 30 Kr., nach 6 Jahren daher um fage 60 Kr. Der Unterschied ist jetzt bei dem 1. Beispiel: Definitive 1650 Kr., Ober« Bauarbeiter 1020 Kr.; Differenz 630 Kr. oder 38 Prozent. Das sind die Lohnverhältuiffe, wie sie jetzt, nach der Aufwendung von 21 Millionen, wovon angeblich 10,100.000 Kr. und weitere 3 Millionen, die angeblich aus den etappeuweife einzuftellendeu 15 Millionen bereits für die Lohnarbeiter verwendet worden fein sollen, bestehen. Das ist das Ergebnis der großen Reform der letzten Jahre, für die der gegenwärtige Eifenbahuminifter Dr. v. Förster wiederholt int Parlament fo begeisterte Worte gefunden hat. Tatsache ist, daß all das, was der Eisenbahnminister in der viel bemerkten Rede vom 16. Dezember 1911 versprochen hat, wie wir noch im einzelnen Nachweisen werden, mindestens für die Bahnerhaltungsarbeiter nur Worte geblieben sind, ja datz auch bei dieser Reform der bekannte Vers von Heine: „Hat man viel, so wird matt bald Noch viel mehr dazu bekommen. Wer wenig hat, dem wird auch Das Wenige noch genommen" volle Anwendung findet. So setzten die Oberbauarbeiter eine große Hoffnung in die wiederholt versprochene Verbesserung der Lohnautomatik. In den meisten Direktionen der alten k. k. Staatsbahnen hat bisher für die Oberbauarbeiter eine offizielle, in den Amtsblättern oder durch Erlässe verlautbarte Lohnvorrückung von zwei zu zwei Jahren um 10 H. bestanden. Die Forderung der Arbeiter ging nach einer Vorrückung von zwei zu zwei Jahren um 20 H.; die neue Lohnordnuna brachte nun für die Oberbau- arberter die ungeheuerliche Uc6crrafchttng, daß statt einer _ Verbesserung — die bisherigen zwei-* oyr rg e n in dreijährige Wartefristen “lü«. verlängert wurden. Die darüber so erregten Oberbauarbeiter wurden von einzelnen Direktionen aus die zu erwartenden Uebergangsbestimmungen vertröstet. Endlich, im Dezember vorigen Jahres wurde-/ toultch mitgeteilt, das; mit einem Auswand von 800.000 Aronen jährlich in Zukunst die Vorrückungen für Pro--|eilioni|teii mit zwei Jahren, für die Arbeiter ohne Pro» iei|toit mit drei Jahren zu 20 H-. eingeführt werden. Da eine weitere Verbesserung mittlerweile durch die Ablehnung des Antrages Tomschik durch die bürgerlichen Parteien vereitelt wurde, mußte man sich vorläufig da-uiit zufriedengeben. Das Zugeständnis bedeutete freilich ?'CW viel, die Arbeiter in den Werkstätten hatten meist pron kislier bessere, die Arbeiter im Magazin und Verehr vielfach eine gleiche Vorrückung besessen, nur für vie Oberbauarbeiter sollte e§ eine kleine Besserung gegenüber dem früheren Zustand bringen. Aber kaum haben ?te armen Teufel Zeit, sich zu freuen, daß sie wenigstens W Zukunft ein etwas größeres Stück Brot werden kaufen ^nncn, kommt das k. k. Eisenbahnministerium mit der Erklärung, daß die Oberbauarbeiter davon ausgeschlossen >"ld, für sie bleibt cS bei der Verschlechterung, zurück von Zwei aus drei Jahre mit 10 H., erst nach drei Jahren soll ^er Lohn eines Oberbanarbeiiers um 1 H. per Stunde aufgebessert werden. Daß mittlerweile der Hausherr ge-steigert hat, daß Milch und Brot, daß Kleider und Schuhe, kurz alles, was der Arbeiter konsumiert, um ein viel» wches teurer geworden sind nnd der Lohn dadurch relativ stuft, das heißt der Niemen noch enger geschnallt werden Muß.— was kümmert sich -darum der österreichische Staat, er gibt dem Oberbauarbeiter 510 Kr. bis 960 Kr. au verdienen, das genügt. Zur Sicherheit verbietet man noch das Auswandern und berichtet dann der Öffentlichkeit über die großartigen Aufwendungen für sozial-politische Maßnahmen zugunsten des Personals der k. k. Staatsbahnen! Das war aber leider nicht die einzige Reform, die "ie Bahnerhaltungsarbeiter zu bedauern haben. Man erinnere sich nur, wieviel sich das k. k. Eisenbahnministerium über das außerordentliche Zugeständnis der Erholungsurlaube im die Arbeiter rühmte. Auch diese wllten den Bahnerhaltungsarbeitern sehr teuer zu stehen , kommen. Eine längst fällige und von den Bahnerhaltungsarbeitern mit allem Nachdruck vertretene Forderung war die Verkürzung der Arbeitszeit. Die k. k. Staatsbahndirektion Wien hat die Arbeitszeit im Jahre 1894 im Zirkularweg für den Sommer mit zehn Stunden und für den Winter mit neun Stunden festgesetzt, im Jahre 1904 wurden durch einen Erlaß Z. 31.090 „Grundsätzliche Bestimmungen über Arbeitszeit und Verrechnung der' Ueberstunden sowie Sonn- und Feiertagsarbeit" herausgegeben und die Arbeitszeit vom 15. März bis 15. Oktober mit zehn Stunden, vom 16. Oktober bis 14. März mit 81.-, Stunden festgesetzt, außerdem wurde bestimmt, daß jede über diese normale Arbeitszeit geleistete Stunde mit ein Zehntel des Taglohns zu vergüten sei. Aehuliche Bestimmungen haben bei allen Direktionen der alten k. k. Staatsbahnen bestanden. Die Villacher Direktion hatte sechs Monate mit zehnstündiger Und sechs Monate mit neunstündiger Arbeitszeit eingeführt. Die Arbeitsordnung hat mit diesen langjährigen Rechten der Bahnerhaltungsarbeiter gründlich aufgeräumt, sie ist noch weit hinter die Bestimmungen des Jahres 1894 zurückgegangen, die normale Arbeitszeit ist nun Winter und Sommer zehn Stunden, „in den Wintermonaten" kann die Arbeitszeit wohl bis zu 8i/o Stunden herabgesetzt werden, doch findet eine Vergütung von Ueberstunden innerhalb der zehnstündigen Arbeitszeit nicht mehr statt. Ta die Bahnerhaltungsarbeiter bei starkem Schneesall oder Verwehungen oft zu solchen Leistungen herangezogen werden, erspart die k. k. Staatsbahn auch hier eine ganz ansehnliche Summe. Aber nicht, nur darauf haben es die Reformer des k. k. Eisenbahnministeriums abgesehen, die bisherige Arbeitszeit wird nun im Sinne der neuen Arbeitsordnung direktionsweise ganz empfindlich verschlechtert. Die Direktion Villach hat, um eine einheitliche Einhaltung der Arbeitszeit im Winter zu erzielen, angeordnet: Im Monat Oktober 91/2 Stunden, bisher 9 Stunden, daher mehr 12ys Stunden. Im Monat Februar 9% Stunden, bisher 9 Stunden, daher mehr 12V2 Stunden. Im Monat März 10 Stunden, bisher 9 Stunden, daher mehr 25 Stunden. Im Monat November, Dezember und Jänner 9 Stunden, bisher 9 Stunden. Das ist eine Verlängerung der Arbeitszeit um 50 Stunden oder fünf Tagen a) zehn Stunden für alle Arbeiter, nachdem im günstigsten Fall bloß zwei Drittel der Arbeiter einen Erholungsurlaub von drei bis sechs Tagen erhalten, so hat die k. k. Staatsbahnverwaltung nicht nur den Erholungsurlaub, sondern noch eine beträchtliches darüber von den Bahnerhaltungsarbeitern durch diese großartige Reform erfpart, eine gleiche Regelung haben auch bereits die Direktionen Prag und Pilsen eingeführt. In den angeführten „Grundsätzlichen Bestimmungen" war auch enthalten, daß bei Verwendung in einer fremden Bahnineislerstrecke ein Zehrgeld in der Höhe von 25, beziehungsweise 40 Prozent des Taglohnes bezahlt wird. Die neue Arbeitsordnung macht eine Entschädigung dafür 1. von den tatsächlich erwachsenen Mehr-auslagen abhängig, und überläßt 2. die Höhe dieser Entschädigung den besonderen Vereinbarungen des Dienswarstandes mit den Arbeitern. Was praktisch nichts anderes bedeutet, als daß der Dienstvorstand über die erste und auch über die zweite Bedingung nach Gutdünken entscheidet; sollten sich aber doch einmal die Arbeiter gegen eine solche Verfügung auflehnen, dann ist den Herren Dienstvorständen auch kein Mittel zu niedrig, um die Arbeiter um ihre berechtigten Ansprüche zu bringen. Man verjetzt sie einfach in die betreffende Strecke ober stellt die alten Arbeiter vor die Wahl, mit Verlust ihrer bereits erworbenen Rechte entlassen und in der nächsten Bahnmeisterstrecke mit dem niedersten Lohn neu ausgenommen au werden. Eine ebenfalls sehr empfindliche Verschlechterung ist bei der Nachtarbeit eingetreten, in vielen Sektionen war durch Erlässe oder Zirkulare die Bezahlung mit 1-50 oder zweifachen des Stundenlohnes festgesetzt. Die Arbeitsordnung setzt ohne Unterschied für Ueberstunden und Nachtarbeit die Bezahlung mit 125 fest. Das heißt früher wurden für eine achtstündige Nachtarbeit 12 bis 16 Stunden und nach der jetzigen Reform zehn Stunden bezahlt. Da nach jeder Nachtarbeit ein halber Tag gefeiert und nicht bezahlt wird, so bleibt ein Mehrverdienst von fünf Stunden, für aufreibende achtstündige Nachtarbeit und der damit verbundenen, sonst nicht notwendigen Auslagen für eine Mahlzeit bei Nacht. Gewiß eine großartige Bezahlung. Ob wohl ein Beamter für eine nächtliche Kommission mit einer solchen Vergütung zusriedön wäre? Bei dieser Reform ist man aber mit einer Gewissenhaftigkeit vorgegangen, die seinesgleichen sucht. Es wurde auch nicht ein Bahnerhaltungsarbeiter übersehen. Die Vorarbeiter hatteu früher einen höheren Grundlohn und bessere Vorrückungen; desgleichen erhielten alle geprüften Bahnwagenführer und Wächtersubstituten eine Erhöhung ihres Taglohns um 20 H. ohne Rücksicht aus die Dauer ihrer Verwendung. Das alles wurde aufgehoben und dafür eine Verwendungszulage von 40 H. für erstere und 20 H. für letztere eingeführt, welche aber nicht mehr dauernd, sondern nur für die Zeit ihrer tatsächlichen Verwendung bezahlt wird. Damit aber nicht genug, hat man einem Teil dieser Arbeiter den bisherigen Lohn um den Zuschlag gekürzt, wodurch sie auch noch die bereits erworbenen Ansprüche irt der Krankenkasse und Provisionsfonds verloren haben. Nicht besser ergeht es den Professionisten bei der Bahnerhaltuug, vor allem anderen die Ausnahms-stellung gegenüber den anderen Professionisten der k. k. Staatsbahnen: dort eine 5 4 stündige Arbeitszeit, hier 60 Stunden d i e W o ch e; dort Stabilisierung und wöchentliche Auszahlung, hier nichts von beide n, auch dann nicht, wenn sie in Werkstätten der Bahnerhaltung beschäftigt werden, die allen Anforderungen einer Betriebswerkstätte entsprechen. Der Bahnerhaltungs-professionist muß noch oft, io unglaublich es klingen mag, das Werkzeug, das er für seine Profession braucht, gegen eine mäßige oder auch ohne Entschädigung selbst bei* stellen. Dabei gibt fcs für Professionisten überhaupt keinen Grundlohn und wird derselbe angeblich nach dessen Fleiß, der Geschicklichkeit und der Leistungsfähigkeit festgesetzt, was natürlich zur Folge hat, daß das neu-eintretende Protektionskind den alten, erprobten Arbeitern gleichgestellt wird. Wohl hat man bei der neuen Automatik auch die BahnerhaltungSprofessionisten in die zweijährigen Vorrückungen einbezogen; dadurch entstehen aber große Lohnhärten, die mit den alten, schon von früher her bestandenen Lohnhärten einen unerträglichen Zustand bedeuten. Aber man läßt nicht nur diese Lohnhärten weiterbestehen, sondern hat auch bei der jetzigen Aufbesserung und Grundlohnerhöhung die Pro-fessionisten gänzlich übergangen, trotzdem der Eisenbahn-minister ausdrücklich versprochen hat, daß speziell die Arbeiter mit längerer Dienstzeit eine besondere Berücksichtigung finden sollen. So geht es weiter, eine endlose Kette von Verschlechterungen und rücksichtsloser Konfiszierung von erworbenen Rechten, für die es keine andere Ausrede gibt als höchstens die, daß cs bis zur Herausgabe der Arbeits- und Lohnforderung in einzelnen Staatsbahndirektionen irgendwo in Galizien noch schlechtere Verhältnisse gegeben hat. Ob man das aber Reform nennen kann, wenn man die besseren durch amtliche Kundmachungen (und mir solche haben wir angeführt) bestehenden Arbeitsverhältnisse aushebt, um nur die schlechteren nicht ebenfalls reformieren zu müssen, bleibe dem Urteil der Öffentlichkeit überlassen. Freilich, der Herr Eisenbahnminister hatte in seiner bereits zitierten Rede vom 16. Dezember 1911 noch eine andere Begründung. Er meinte, „wenn schon nicht als überzeugender Beweis, so doch als eine Art Beschäm-gung für die Güte und Qualität unserer Jntciitioncn, sei der ziemlich beträchtliche Zulaus von Arbeitern an* zu führen." Wenn der Eisenbahnrninister dabei auch auf die Verhältnisse bei der Bahnerhaltuug gedacht hat, so müssen wir ihn eines besseren belehren und ihn auf Zustände aufmerksam machen, die allerdings seine Sozialpolitik in einem unpatriotischen und vaterlandsfremden Sinn erscheinen lassen. Der Zulauf von Arbeitern zum Bahnerhaltuugsdienst, die auf. die „Güte und Qualität der Intentionen" des k. k. Eisenbahnministeriums ihre Existenz aufbauen wollen, ist, wenigstens soweit es sich um einheimische Arbeiter handelt, nicht dem Bedarf entsprechend. Oder es scheint so zu sein, da die k. k. Staatsbahnen seit einer Reihe von Jahren massenhaft Arbeiter für die verschiedenen Bahnerhaltungssektionen ans dem Ausland importieren. Diese werden zwar nicht mit den für die einheimischen Arbeiter gültigen Löhnen und sonstigen Bedingungen, sondern merkwürdigerweise zu weit besseren, oft um die Hälfte übersteigenden Tag-löhnen ausgenommen. Auf den Linien der Staatseisenbahngesellschaft und bei der Nordbahn werden beinahe ausschließlich ausländische Arbeiter beschäftigt; aber auch auf den alten k. k. Staatsbahnen, ja sogar in den Wiener Sektionen und bei der Stadtbahn werden diese immer mehr und mehr zur ständigen Einrichtung. Diese Arbeiter, Barober genannt, genießen die besondere Fürsorge der sonst so knauserigen Staatsbahngewaltigen. Damit sie nicht unter der Wohnungsnot zu leiden haben, werden sie in Baracken untergebracht und ihnen Licht und Brennstoff, selbst, verständlich unentgeltlich, beigestellt. Man nimmt Jugendliche und Greise selbst dann, wenn sie mit ansteckenden Krankheiten behaftet sind, stellt ihnen Freikarten nach Bedarf, oft auch noch Frauen zum Kochen gratis bei und die Entlohnung ist trotz ihrer minderen Leistungsfähigkeit weit über die der ständigen Arbeiter. Vielfach werden sie im günstigen Akkord beschäftigt und verdienen das Doppelte der ständigen, einheimischen Arbeiter, aber auch im Taglohn stehen sie mindestens um 40 bis 60 H. höher als die übrigen Arbeiter, dazu wird ihnen in Form von Ueberstunden und Sonntags-: arbeit die Möglichkeit zu höherem Verdienst geboten. was dem einheimischen ständigen Arbeiter imter allen Umständen unerreichbar ist. Dabei handelt es sich nicht um außerordentliche Arbeiten, wie Neuanlagen, Umbauten 2C., sondern um ganz gewöhnliche Erhaltungsarbeiten, die insbesondere auf den alten k. k. Staats-bahnen bis vor wenigen Jahren ausschließlich von den einheimischen Arbeitern geleistet wurden. Die Staatsbahnverwaltung meint, daß das Aushilfsarbeiter sind, die die üblichen Benefizien nicht genießen und im Winter entlassen werden. Merkwürdig, das gilt doch auch von den einheimischen Arbeitern, die als Aushilfsarbeiter aufgenommen werden, und trotzdem heißt es dort wieder, das sind Saisonarbeiter, die landwirtschaftlichen Charakter haben, und daher muß man ihren Lohn noch unter den üblichen Grundlohn ansetzen, selbstverständlich auch ohne der den Ausländern gewährten außerordentlichen Benefizien. Am krassesten hat der Unterschied der Vorstand der Bahnerhaltungs sektion Wien III, Staatsbahnrat Malina, in einem Zirkular Ausdruck gegeben, indem er anordnet, daß sofort allen Aushilfsarbeitern mit Ausnahme der Ausländer, der Lohn von Kr. 3-20 (den jetzigen Grund lohn in Wien) auf ä Kr. zu reduzieren sei. Das ist wenigstens Offenheit, diese Ausreden von dem großen Zulauf der Arbeiter zu den Eisenbahnen glaubt man ja doch nicht. Der liebe deutsche Volksgenosse soll nur wissen, daß er nur gnadenweise beschäftigt wird, und daß man an seiner Stelle viel lieber den landfremden und anspruchsloseren Arbeiter nimmt, auch dann, wenn er teurer zu stehen kommt. Uebrigens, warum soll der Bahnerhaltungsarbeiter, der sich an so viele Ausnahmen gewöhnt hat, nicht auch diese noch gefallen lassen? Und zur Durchführung all dieser Reformen, die von der „Güte und Qualität der Jntensionen" des k. k. Eisenbahnministeriums durchdrungen find, wird allen Ernstes behauptet, daß man außer den früheren großartigen Aufwendungen für die Lohnarbeiter noch seit dem Jahre 1911 mehr als 13 Millionen zur dauernden Belastung ins Budget eingestellt hat. Rechnet man dazu die Ersparungen, die man durch die Verschlechterungen, insbesondere der Verschlechterungen in der Lohnvorrückung für die Oberbauarbeiter, machen will, und stellt diesen die wirklichen Erhöhungen der Taglöhne, die langc iiicht allgemein, sondern nach örtlichen Verhältnissen und auch da' wieder mit Uebergehung einer großen Anzahl von Arbeitern, im Betrag von 10, höchstens 20 H. gegenüber, so erscheinen die hohen Ausgaben sehr unglaub-würdig, weshalb eine Aufklärung vom k. k. Eisenbahn-, Ministerium über die tatsächlich aufgewendeten Beträge und deren Verwendung sehr am Platz wäre. , Die BahnerhaltungSarbeiter haben sich dieie unglaublichen Verhältnisse, denen sich noch so manche Schikanen der geschworenen Arbeiterfeinde in den Sektionen würdig anschließt, bisher, wenn auch mit einzelnen Anzeichen steigender Empörung, doch immer wieder in der Hoffnung auf endliche Besserung gefallen lassen; die letzte Aktion hat auch die letzte Hoffnung zunichte gemacht. Bei den Bahncrhaltungsarbeitern handelt es sich nicht mehr um einen Mißmut wegen eines nicht erfüllten Wunsches oder der Abwehr eines erlittenen Unrechts, sondern darum, ob er weiter ein Kulturmensch bleiben kann, oder ob er aus diese Errungenschaft des modernen Proletariats verzichten soll. Soll er weiter die stets der steigenden Preise der Miete, der Lebensmittel und Kleider:c. aufbringen können, dann bleibt ihm eben nur die Wahl, sich bessere Arbeitsverhältnisse zu erkämpfen oder hinabzusinken aus jene Kulturstufe, der von den, k. k. Staatsbahnen aus dem Morgenland importierten Arbeitern, auf die Kulturstufe der Massengnarticre und Baracken, auf die Ernährung mit Brot nnd Zwiebel, kurz, auf jene Anspruchslosigkeit, die das Ideal aller Scharfmacher gegen die Begehrlichkeit der Arbeiter ist. Solche Umwälzungen, wenn sic naturgeschichtlich überhaupt möglich sind, können nur nach großen wirtschaftlichen Kämpfen erfolgen, und auch die Bahnerhaltungsarbeiter wollen sich nicht kampflos um ihren Anspruch auf menschenwürdiges Dasein bringen lassen. Unsere Organisation hat bereits die Vertrauensmänner des ganzen Reiches zur gemeinsamen Abwehr aufgerufen und bis zu dem letzten Oberbauarbeiter wollen wir mit unserer Agitation einsetzen. In den nächsten Tagen werden Überall, wo Oberbauarbeiter sind, Versammlungen stattsinden, um gegen die Behandlung entschiedenen Protest einzulegen. Aber damit werden sich die Bahnerhaltungsarbeiter nicht begnügen. Die Situation wird jeden überzeugen, daß es hoch an der Zeit ist. sich in Zukunft auf schöne Versprechungen und gnabcittoeife Zuwendungen, die wieder doppelt genommen werden, nicht zu perlassen. Die Organisation muß besser als bisher ausgebaut werden. Wenn wir den vielleicht unaiiS« weichlickien Kampf mit der k. f. Staatsbahnverwaltung mit Erfolg bestehen wollen, müssen wir die freie Organisation der Vertrauensmänner in eine Form bringen, die eine einheitliche Aktion ermöglicht. Das wird und muß gelingen! Die Verhältnisse der Lohnarbeiter, die in allen anderen Dienstzweigen nicht viel besser sind als bei der Bahnerhaltung, drängen auch dazu, daß man innerhalb unserer Organisation erwägt, ob eine derartige außerordentliche Behandlung der Lohnarbeiter nicht auch eine außerordentliche Abwehr erfordert, und ob es nicht notwendig ist, sich rechtzeitig darauf einzurichten! H, Inland. Sesterreichifche Vchahscheinanlelhe. Oesterreich will jetzt feinen neuesten großen Geldbedarf in Form langfristiger Schatzanweisungen befriedigen. Es sollen für 396'6 Millionen Kronen Schatzscheine ausgegeben werden, die serienweise ausgelost und spätestens nach 15 Jahren völlig zurück-gezahlt sein sollen. Die Regierung überläßt die Schatzscheine einem Bankenkonsortium zu 94Prozent. Die Anleihe wird zu 95 Prozent zur Subskription aufgelegt werden, wobei der Finanzminifter außerdem gewisse Vergütungen für Spesen u. s. w. an das Konsortium leistet. Die Subskription wird stattfinden in Oesterreich, Deutschland, Holland und in der Schweiz, und zwar in Deutschland bei der Deutschen Dank, dem Bankhaus. Mendelssohn it. Komp., der Direktion der Diskontogesellschaft und dem Bankhaus S. Blcichrödcr. Die Bedingungen sind aber für die Regierung recht u n g ü n st i g. Trotzdem 4% Prozent Zinsen gezahlt werden, bekommt die Regierung von vornherein nur 941/2 statt 100. Die Banken erhalten außer einem Zwischengcwinn von 1/2 Prozent noch Extravergütungen. Trotz der augenblicklichen Geldflüssigkeit muß der österreichische Staat also unverhältnismäßig hohe Zinsen zahlen. Das ist, abgesehen von der allgemeinen schlechten finanziellen Lage Oesterreichs, darauf zurückzuführen, daß diese Anleihe ohne Zustimmung des österreichischen Parlaments (auf Grund des § 14 — Notstandsparagraphen) erfolgt. Vor einigen Tagen hat sich daher selbst die „V 0 s s i s ch e Z e i t u n g" veranlaßt gefühlt, deutsche Kapitalisten vor dem Erwerb der neuen österreichischen Anleihe zu warnen: sie schrieb: In Deutschland wird man den neuen österreichischen Schahscheinen wohl mit einer gewissen Zurückhaltung gcgenüberstchen, ohne darum päpstlicher sein zu wollen als der Papst. Diese Schatzscheine ohne parlamentarische Genehmigung in einem Lande mit parlamentarischer Verfassung sind ein so rein österreichisches Spezifikum, daß man sie am liebsten auf Oesterreich als Emis-s ionsland beschränkt sähe. Nicht daß zu befürchten wäre, der österreichische Staat könnte sich etwa einer übernommenen Schuldverpflichtung entziehen, das werden auch die rabiatesten _ Obstruktionspolitiker ihm nicht zumutcn wollen; aber wir glauben, daß in diesem besonderen Falle die Oesterreicher besser daran tun, auch die finanzielle Seite der Frage unter sich abzumachen, anstatt das Ausland zur Mitwirkung einzuladen. Noch schärfer ist das Urteil des „O e st e r r e i ch i-s ch e n V 0^ k s w i r t s", der geradezu von dem „verderblichen Eharakter der Anleihe als eines Spielpapiers" spricht, der die Differenz zwischen Ausgabe und Rückzahlungskurs für die zuerst ausgelosten und zurückgezahlten Scheine große Gewinne verspricht. Die Zeitschrift bemängelt ferner: Der eigentliche Sinn des § 14 ist ja nur, der Regierung zu ermöglichen, ohne Zustimmung des Parlaments einen plötzlich ei „tretenden Bedarf als Vorwegnahme bekannter, in Kürze fälliger Staatseinnahmen decken zu können. Hier aber handelt es sich erstens um eine langfristige Schatzscheinemission, und dann noch dazu in einer Höhe, die aus den normalen Bugdeteinnahmen n i ch t mehr bestritten werden kann, also um ein direkt verfassungswidriges Vorgehen, wenn sie ohne parlamentarische Zustimmung erfolgen soll. Außerdem verfügt die Regierung über keinerlei budgetäre Mittel zur Tilgung der Schatz-scheinc, die also zweifellos durch Aufnahme neuer Anleihen konsolidiert werden müssen. , Wer steckt hinter der christlichsozinlctl Partei? Kürzlich hielt in Wien der Piusverein feine Generalversammlung ab: seine Hauptaufgabe ist bekanntlich, die „Reichspost" zu erhalten und auszuhalten. Abends fand im Musikvereinssaal eine „Festversammlung" statt, die Teilnahme air ihr ist nun ein Bekenntnis zu der christ-lichsoztalen Publizistik und insbesondere ein Ausdruck de>-Wertschätzung für die „Reichspost" und ihren Herrn Funder. Unter denen, die sich zusammenfanden, uni der „Reichspost" ihre Wertschätzung auszusprechen, waren folgende Persönlichkeiten: Erzherzogin Maria Annun-zmta, die nt Begleitung der Hofdame Gräfin Buquoy-Eappy gekommen war, Graf Esterhazy, Fürst Ernst Windischgratz, Fürstin Lobkowitz mit Prinzessin Rad-ziwill, Fürst und Fürstin Paar, Prinzessin A. Windisch- drmzessin Taxis-Thun, Graf und Gräfin ^aro-"üt Komtessen, Gräfinnen Elisabeth und Marie Kinsky, Gräfin Marie Coudenhove, Landgräfin Furstenberg, Gräfin Zichy-Gatterburg, Graf und Gräfin Marschall, Gräfin Czernin-Paar, Gräfin Buguoy-Czernin, Graf und Gräfin Rudolf Bellegarde mit Kom-ieffen, Graf Alexander Paar, Gräfin Seilern-Pejacsevich, Gräfin Jda Hunyady, Gräfin Willy Nostiz, Graf Ludwig Crenneville, Graf Karl Seilern, Graf und Gräfin Wid-mann, Gräfin Marie Kuenburg, Graf und Gräfin Günther-Stolberg, Gräfin Thun-Lobkowitz mit Koni-tesse, Gräfin Degenfeld. Gräfin Rechberg, Gräfin Wik-helmine Nostiz, Gräfin Stephanie Wenckheim, Graf Ludwig Huyn, Gräfin Harrach-Oettingen. Graf und Gräfin Mensdorff-Pouilly, Gräfin Kalnoky rind Komtesse, Gräfin Seilern-Wenckheim, Gräfin Clam-Mar-tmitz, Graf Resseguier, Graf und Gräfin Julius Seilern, Gräfin Natalie Huyn, Gräfin Kinsky-Wilczek, Gräfin Segur, Komtesse A. Walterskirchen. Gräfin Clam-Stockau, Graf Heinrich Degenfeld, Graf Lato Seilern, Graf und Gräfin Koziebrodzki, Baron Morset), Baronin Pereira, Baron und Baronin Fuchs, Baronin Gamerra, Baron rmd Baronin Zeßer, Baronin Lederer, Baronin Wulff, Baronin Lazarini, Baron Alois Fuchs. Baronin Bruck, Baronin Rosa Wense, Baronin Weber. Eine sonderbare „Demokratie", die in der christlichsozialen Bewegung sich ausbreitet. Maßregelung von Eisenbahnbeamtcn. Eine deutsch-nationale Korrespondenz meldet: In einer Massenver-sammlung der Eisenbahnunterbeamten am 15. März ergriffen auch einige Unterbeamte das Wort. Sie kritisierten das Verhalten der Eisenbahnvcrwaltung bei der Beamtenernennung und den vor kurzem verordnten „Härtenausgleich" für Unterbeamte. Zwei von diesen Rednern, der Stationsmeister Schämig und der Kanzleierpedient Mauller — Mauller ist Haupt-leitungsmitglied des Reichsbundes deutscher Eisenbahner — wurden nun von der Staatsbahndirektion gemaß-regelt. Das hat nun der Nationalverband von seiner Regierungstreue! Er dient der Regierung in unerschütterlicher Kncchtseligkeit, beschützt die Eisenbahnverwaltung gegen alle Angriffe unserer Abgeordneten, stimmt auf Geheiß des Eisenbahnministers gegen alle sozialdemokratischen Anträge für die Eisenbahner. Und die Regierung dankt ihm, indem sie seine treueste Gefolgschaft verfolgt und ächtet! Wird sich der Nationalverband auch das gefallen lassen? Eine Protestkundgebung bet Eiscnbahnbcamten. Im Gasthaus „zum wilden Mann" in Wien tagte am Sonntag den 5. d. M. eine stark besuchte Versammlung der E i s e n b a h n b e a m t e n, die sich mit den fortgesetzten Verschlechterungsmaßnahmen des Eisenbahnministeriums beschäftigte. Die Versammlung soll einen sehr erregten Verlauf genommen haben, tvas jedenfalls als Beweis gelten kann, daß die Taktik, die das Eisenbahnministerium in der letzten Zeit eingeschla-geu hat, selbst unter der Beamtenschaft die Aufreizung recht gründlich besorgt. Ausland. Italien. Lohnbewegung der Eisenbahner. Die italienischen Eisenbahner haben in einem Memorandum der Regierung ihre Forderungen überreicht und beabsichtigen für den 15. April den allgemeinen Streik zu proklamieren, falls bis dahin ihre Wünsche nicht erfüllt sind. Um den falschen Berechnungen entgegenzutreten, mit denen die bürgerliche Presse der Eisen-bahneragitation die Sympathien der öffentlichen Meinung entfremden will, gibt das Agitationskomitee de? Eisenbahnersyndikats die Hauptforderungen bekannt, mit denen da? Personal an die Regierung herantritt. Die Jahresausgabe beträgt keineswegs 90 oder 100 Millionen, wie die bürgerlichen Blätter melden, sondern nur wenig mehr als 35 Millionen. Gefordert wird zunächst ein einheitlicher Taglohn von 3 Lire für das Personal der untersten Kategorien. Man rechnet, indem man die Zahlen stark nach oben abrundet, daß diese Erhöhung 100.000 Angestellten zugute komme und veranschlagt die Kosten aus etwa 20 Millionen. Weiter wird gefordert Einführung des Monatsgehalts für alle Kategorien, von denen noch heute einige im Taglohn stehen. Die hieraus erwachsenen Kosten sind unwesentlich. Die dritte Forderung bezieht sich auf die Abschaffung der Konduitenlisten und der außerordentlichen Vergütungen und Gehaltsaufschläge, die auf Grund dieser Listen gewährt werden. Diese Forderung schließt eine E r-s p a r n i S von 7 Millionen ein. Für den Nachtdienst wird eine einheitliche Entschädigung von 1 Lire per Nacht gefordert: eine Mehrausgabe von etwa 6 Millionen. Was die Arbeitszeit betrifft, so wird ihre Verkürzung gefordert und eine zweckmäßigere Verteilung der Arbeitsstunden vorgeschlagen, die eine bessere Verwertung des Personals ermöglicht. Die Mehrausgabe wird hier auf 20 Millionen veranschlagt. Schließlich fordern die Eisenbahner eine geringe Verbesserung der Altersversorgung, die 5 Millionen kosten würde, und die Ausdehnung der Dienstordnung auf die Seeleute, die im Dienst der Staatsbahnen stehen, welche Forderung keine Mehrkosten einschließen soll. Im ganzen würden also aus den Forderungen 51 Millionen Mehrausgaben und 7 Millionen Ersparissc folgen, so daß 44 Millionen Mehrausgaben blieben. Da sich die 5 Millionen für die Verbesserung der Altersversorgung gar nicht auf das Budget der Staatsbahnen, sondern aus das der Pen-sionSkasse beziehen, bleiben 30 Millionen zu Lasten des staatlichen Bahnbetriebes, und auch diese Summe dürfte sich in der Praxis als etwas zu hoch veranschlagt erweisen. Am 4. April fand in Rom eine große Eisenbahnerversammlung statt, die die öffentliche Meinung über die Bewegung aufklären sollte. Auch die Organisation der Post- und T e l e-g r a p h e n b e a m t e n beabsichtigt, ihre Agitation mit der der Eisenbahner zusammenfallen zu lassen. Zunächst hat diese Organisation ein Referendum angesagt, in dem sich das Personal darüber äußern soll, ob es die Stellung eines Ultimatums lU» die Regierung wünscht. Auch das unorganisierte Personal kann sich an der Urabstimmung beteiligen, doch sind die beiden Abstimmungen getrennt. Auch von seiten des Personals der Sekundärbahnen macht sich das Bestreben geltend, sich der Bewegung anzuschlietzen. Man kann wirklich das neue Kabinett nicht zu der Erbschaft beglückwünschen, die da§ alte ihm hinterlassen hat. Aus dem Gerichlssaal. Beleidigung eines Kondukteurs im Dienst. Am 9. März l. I. fand beim Bezirksgericht HainSpach die Verhandlung gegen Herrn Klement Petters aus Niedcreinsiedel statt, welcher wegen Beleidigung eines Kondukteurs im Dienst, angeklagt war. Der Kläger, Kondukteur Bundesmann, traf den Genannten bei der Revision im Dameneoupö. mit brennender Zigarre an. Auf die Aufforderung des Kondukteurs, das Coupö zu verlassen, reagierte Herr Petters mit groben und ordinären Schimpfworten. Der Kondukteur erstattete die Anzeige und Petters wurde zu zwei Tagen Arrest und Zahlung der Gerichtskosten verurteilt. Die zwei Tage Arrest wurden in 30 Kr. Geldstrafe umgewandelt. Streiflichter. „Auf einen- groben Klotz ein grober Keil, auf einen Schelmen anderthalben." An das Sprüchlein müssen wir heute den „Deutschen Eisenbahner" erinnern. Dem „Deutschen Eisenbahner" gefallt nämlich der „rüde Ton" nicht, den wir in unserer Polemik angeschlagen haben, und Herr Ertl hat, wie er vernehmen läßt, keine Lust, die an die Herren nach Götz ergangene Aufforderung auszuführen. Er braucht es auch nicht. Er kann, wenn er will, mit unS auch sachlich polemisieren. Nur darf er dann nicht wieder so anfangen, als wie das in der Aeußerung geschieht, wir hätten bei der Behauptung, das Landesgericht habe Herrn Ertl die Fähigkeit abgesprochen, eine Sachlage zu beurteilen, wieder einmal entstellt. Es ist ja richtig, daß das Landesgericht auch noch andere Möglichkeiten für den „Irrtum" des Herrn Ertl offen gelassen hat, darunter ja auch die, daß er gelogen haben könnte, wenn man ihm nach, weisen könnte, daß er die Unwahrheit in bewußter Absicht schrieb. Also braucht sich Herr Ertl durchaus nicht darüber aufzuhalten, wenn wir gerade nur die Möglichkeit herausgreifen, „daß ihm die Fähigkeit mangelt, eine Sachlage zu beurteilen". Oder will er lieber, daß er gelogen hat? Ganz wie er wünscht. Im übrigen aber, wenn Herr Ertl entrüstet ist, dann braucht er es nicht über uns zu sein, sondern dann soll er seine Entrüstung gegen das Landesgericht entladen; denn schließlich haben nicht wir ihn so zugerichtet, sondern eben das Wiener Landesgericht, und bas allerdings auf seine eigene Veranlassung hin, weil er eS so gewollt hatte, und früher absolut keine Ruhe gegeben hat. Was will also Herr Ertl von uns? Aber auch darüber braucht sich der Herr nicht zu ereifern, daß wir schrieben, bei der Frau Müller in Neunkirchen seien für ihn noch Wahlschulden zu bezahlen. ES liegt darin durchaus kein Widerspruch zu unserer früheren Behauptung, daß die Wahlkosten für Herrn Ertl die Unternehmer zahlen. Die Kosten waren eben gar zu hoch, und so kostspielig, daß sie auch die nationalen Unternehmer nicht alle bezahlen wollten. Denn schließlich was haben sie auch davon? WaS im Uebrigen der „Deutsche Eisenbahner" an versteckten und verleumderischen Drohungen gegen uns losläßt, zeig?'freilich nur, wie eS die Herren, die im selben Atemzug für sich einen feineren Umgangston beanspruchen, mit dem Umgangston halten, den sie dem Gegner gegenüber anschlagen. Es sind eben nette Tierchen. Man wird nicht fehlgehen, wenn man sie zu der Gattung der von Eisenbach entdeckten Spezies der „Rotzpuma" zählt. Von Prosmiß nach Körnitz! Dem Wunsch des Herrn Betriebsleiter aus Proßnitz (Mährische Westbahn) hat die k. k. Direktion Olmütz stattgegeben und Genosse M e t e 11 a wurde nach Körnitz versetzt. Genosse Metelka war Turnusvertrauensmann des Zugbegleitungspersonals und hat als solcher, seine Funktion gewissenhaft vertreten, was dem Herrn Betriebsleiter nicht in den Kram gepaßt hat und Genosse Metelka mutzte deshalb von Proßnitz fort. Durch diese Versetzung verliert das Personal aus Protznitz einen tüchtigen Vertreter. Wir wünschen dem Genossen Metelka in seinem neuen Domizil viel Glück und gratulieren zugleich den dortigen Genossen, zu dem neuen Kämpfer. Korrespondenzen. — Rosenbach. Wir haben in der Nähe unserer Station den deutschnationalen Gastwirt P e t e r g n a n 0, der sich als Geschäftsmann redlich bemüht, die Bediensteten und Arbeiter als Gäste in sein Lokal zu bekommen. Doch bis jetzt haben alle Lockmittel wie „Deutscher Schulverein", völkischer Gesangverein und dergleichen nicht viel genützt, denn die Eisenbahner von Rosenbach und Umgebung haben den Geschäftssinn des Herrn Peter-gnan 0 von einer anderen Seite kennen gelernt. Herr Peter-gnan 0 ist nämlich neben seinen Gewerbe auch noch Stationsausseher in der Station Rosenbach. In dieser Eigenschaft verlangt er von den Bediensteten die strengste Einhaltung der dienstlichen Disziplin. Gegen seine Person und seine eigenen dienstlichen Leistungen ist er bedeutend nachsichtiger und erlaubt sich so manches, was einem ändern gewiß nicht ungestraft durchgehen, würde. Oder sollte der Stationsausseher Petergnano nur deshalb den Bediensteten grollen, weil sie nicht das Gasthaus des Wirtes Petergnano nach Wunsch und Auftrag des Vorgesetzten besuchen. Um jeden Zweifel auszuschließen, erklären wir schon heute, daß wir aus keinem Fall gewillt sind, uns die Gunst des Wirtes und Stationsaufsehers erkaufen zu wollen. Wir werden unseren Dienst jederzeit nach bestem Willen und Können versehen, doch zu selbstsüchtigen Geschäfts- und Parteizwecken wird sich kein ehrlicher Eisenbahner, weder durch Drohungen noch durch Schmeicheleien zwingen lasten. — Oderberg. (Todesfall.) Am 26. März wurde Genosse Skutta zu Grabe getragen. Voriges Jahr erlitt Skutta einen Unfall, an dessen Folgen er am 24. März starb. An seinem Leichenbegängnis nahmen eine große Anzahl von Kollegen und Leidtragenden teil. Wir danken auf diesem Wege im Namen der Organisation als auch der Hinterbliebenen für die zahlreiche Teilnahme. Wir werden dem Verstorbenen jederzeit ein teures Andenken bewahren. Fiume. (Heizhaus). Von dort wird uns berichtet: Auch im Heizhaus Fiume ist nicht alles in bester Ordnung. Es gibt hier so manche Umstände, die den Dienst des Personals bedeutend erschweren und verschlechtern. Doch das Lokomotiv-personal der Südbahn ist durchaus nicht verwöhnt und hat sich, so gut e§ eben geht, mit so manchen Nebelständen, wenn auch mit Widerwillen, abgesunden. Doch mitunter gibt es Angelegenheiten, die man absolut nicht so leicht ertragen und über sich ergehen lassen kann. Da haben wir zum Beispiel den Lokomotivanwärter Johann Perschoh, der seine jüngeren Kollegen in nicht wiederzugebender Weise beschimpft. Nun ist es nicht jedermanns Sache, sich von einem Menschen vom Schlage Perschoh beschimpfen zu lassen. Wenn hier nicht die Vorgesetzte Dienstesstelle bald Remedur mit diesem Grobian schaffen wird, dann allerdings werden sich die Beleidigten ganz energisch wehren müssen. Pöltschach. In letzter Zeit hatte es den Anschein, daß sowohl der Bahnrichter S ch u st e r als auch der Bahnmeister Rottmann sich die Ermahnungen, die wir vor längerer Zeit im „Eisenbahner" an tfjre Adresse gerichtet haben, zu Herzen genommen. Jedoch der Lebenslauf des Menschen ist eine Kette von Enttäuschungen. Auch wir müssen mit Bedauern gestehen, daß auch wir un§ in dem Verhalten dieser beiden Leute schwer getäuscht haben. In neuester Zeit schwillt den beiden Herren gewaltig der Kamm an. Und wo es vielleicht dem Bahnrichter Schuster an Roheit und Brutalität mangeln sollte, da findet er sofort einen treuen Mithelfer an dem Bahnmeister R 0 t t m a n n. Ausdrücke wie „faule Kerle", „Schwindler" und dergleichen sind keine Seltenheiten. Doch nicht gegen alle sind diese beiden Helden so brutal. Der Bahnmeister Rottmann kann mitunter gegen gewisse Frauen sehr hilfreich und freigebig sein. Wir verweisen heute nur auf die diversen Holzlieserungen an Frau G. Sollte da nicht eine baldige Besserung in der Behandlung der untergebenen Arbeiter eintreten, dann könnten höchst unangenehme Vorkommnisse aufgedeckt werden, welche wir im Interesse der Vorsicht noch einstweilen zurückhalten. Klagenfurt. (Das Strafst)stem ist die einzige Einrichtung), die bei der k. k. Staatsbahn am glänzendsten funktioniert. Sofort weiß der Vorgesetzte Rat, wenn der Bedienstete seine Pflicht nicht erfüllt hat und wie man diese Pflichtverletzung am besten einprägt. Die Sache ist höchst einfach. Im Dienstregulativ ist für alle diese Fälle vorgesehen. Wer einen Zug verschläft, die Schranke beim Passieren eines Zuges offen läßt, wird einfach bestraft. Und dieses Strafen wird eben so lange angewendet, bis es der Bestrafte im Magen, in seiner Hauswirtschaft und an seinem Leibriemen merkt, dem er ein neues Loch zu dem alten zufügen muß, damit er seine Hose nicht verliert. Ob es nützt das Strafen oder genützt hat? Würden die Räte, die das Amt der Inquisitoren versehen, ehrlich antworten, dann drückte sich ihre Erkenntnis in einem „Nein" aus. Ist doch das Schlafen nur eine Erscheinung, die durch keine Geldstrafe beseitigt wird, so lange nicht die Ursache abgestellt ist ES ist der lange Dienst der Wächter. Der Körper verlangt seine Rechte und sind die Kräfte des Tages aufgebraucht, die Nerven abgespannt, dann schläft der Wächter einfach ein, wo er geht oder steht. Kein Dienstregulativ, keine Drohung und keine Strafe kann diese Tatsache verhindern. Ja, selbst den k. k. Räten bis zum Minister auswärts, die so viel aus den Schein pochen, über die Pflichtvergeffenheit der niederen Angestellten schimpfen, würde es nicht anders gehen. Sie würden eigentlich noch mehr schlafen und auch über die Dummköpfe und Menschenschinder mehr schimpfen, die solche Diensteinteilungen veranlassen, als dies die Arbeiter tun. Selbst dem Rat Markhl wird eS so gehen, der sonst kein untadeliges Wort über ferne Lippen bringt, um so bester aber das Regulativ und die vorgeschriebenen Strafen kennt und jede Rechtfertigung der simplen Wächter ganz nach Instruktion beiseite schiebt. Er ist eigentlich mehr Instruktion als Mensch. Absolut gar nichts macht e8 ihm, wenn er Wächter strafst deren Kinder bereits betteln gehen, weil der Staat die von ihnen verlangten Pflichten so glänzend honoriert. Selbst für jenen hat er eine Rüge übrig, den er statt mit Schuhen in Pantoffeln antrifft, obwohl darüber das Regulativ nichts vorschreibt. Nur über den DiensttuntuS schweigt er, findet nichts zum Ausstellen, weil eben derselbe das Produkt allerhöchster Bestimmung ist, wenngleich er unmenschlich von jedem Denkenden genannt werden muß. Und damit das menschliche Bedürfnis, das Recht des ermüdeten Körpers über diese obrigkeitliche Ausbeutung nicht siegt, werden die Wächter mit Argusaugen Tag und Nacht überwacht. Aufs beste besorgt diesen Oberwüchterdienst der Reservebahnmeister W e i d e n t h a l e r, der in einer Anzeige Nr. 11 Wien, Freitag die größte Genugtuung seiner Genialität erblickt. Solcher Dienst-klfer ist eben nicht ohne Nachteil. Aber schließlich wird mit alledem nichts erreicht, was man dort erreichen will: das Verhüten des Verschlafens der Züge. Das ist auch nur erreichbar durch eine Verfügung des Dienstes. Und verlangen die Wächter auch uicht den sechsstündigen Dienst, wie ihn die Federritter auf der Mintenburg haben, so fordern sie die 16stündige Ruhezeit nach Mündigem Dienst. Eine unverschämte und unerfüllbare Forderung ist das sicher nicht. Dagegen bringe sie die Dienst-Müdigkeit für die Wächter und außerdem noch die Sicherheit des Verkehres mit sich. Oberberg. (Aus den Kreisen des Lokomotiv-hdrsonals) wird uns geschrieben: So oft eine Forderung der Eisenbahner laut wird, bemächtigten sich ihrer die bürgerlichen Zeitungen, und können nicht genug schreien von der Begehrlichkeit der Eisenbahner. Da wird von den Eisenbahnern immer nur als von den Unzufriedenen gesprochen und das Eürgertum, das keine anderen Zeitungen liest, speziell Zeitungen, die es ehrlich mit den Eisenbahnern meinen, glaubt wirklich, daß es nur Uebermut ist, der uns veranlaßt, Forde-^fiigen zu stellen und zu verlangen. — Wer den Dienst der Eisenbahner im allgemeinen, der Lokomotivführer aber im besonderen kennt, wird zugeben müssen, daß unsere Forderungen nur zu berechtigt sind, ja besser gesagt, daß es das minimalste ist, was wir im Interesse der Allgemeinheit, im Interesse der Sicherheit des Verkehrs und unserer und unserer Familien pekuniären Sicherstellung verlangen. Wenn sich das Eisenbahnministerium einer, nur zu berechtigten Forderung nicht mehr verschließen kann und in stark reduzierter Form bewilligt, dann kommt wieder die -bürgerliche Vreßineute mit ihren, von der Verwaltung bereitwilligst zur Verfügung gestellten Statistiken und das Gekläffe fängt von born an. Wie es aber in Wirklichkeit mit den Aufbesserungen aussieht, speziell seit der Zeit, da Herr Dr. Förster am Ruder jfc können die Eisenbahner besonders in der sogenannten Prämienaufbesserung bezeugen. Jeder Lokomotivführer weiß, bah das geltende Prämiensystem und die Aufbesserung der-lelben Augenanswischerei ist. Die Prämie ist nie sicher, sie wird willkürlich ausbezahlt, je nachdem der Kredit dafür vorgesehen ist. Während früher (bei den Lastzügen) vor der Aufbesserung immer noch eine Prämie von, im Durchschnitt der Monate, 40 bis 50 Prozent ausbezahlt wurde, ist dieselbe seit der letzten „Aufbesserung" tief unter die garantierte Minimalprämie von 40 Prozent gesunken-. Nun heißt es in der Norm § 1, Punkt 4, daß der gesamte Verdienst einer Turnusgruppe an Materialersparnis-Prämien nicht weniger als 40 Prozent des ins Verdienen gebrachten Fahrgeldes ausmachen soll. Dann heißt es weiter, daß eine Erhöhung des Ausmaßes dann einzutreten hat, wenn der Prämienverdienst durch drei aufeinanderfolgende -Monate die 40 Prozent nicht erreicht. Es ist für die Staatsbahnverwaltung bezeichnend, daß Man ängstlich darüber wacht, daß die 40prozentigc Minimal» Prämie nicht zuviel überschritten wird, jedoch man nichts Hort und sieht, wenn die Prämie bereits den vierten Monat tief unter bas Mindestmaß gesunken ist. ES ist empörend, daß man sich öffentlich als Wohltäter herausspielt, im Geheimen jedoch das wenige, das man bitter ins Verdienen bringt, noch kürzt. Wir sehen darin alles andere als Wohlwollen, wenn man öffentlich von Ausbesserungen spricht, im Geheimen jedoch schon die Rechnung fertig ist, wieviel die Aufbesserung der Staatsbahnverwaltung einbringt. Aber nur so weiter. Wir ersparen uns eine jede Agitation, und von einer Versammlung zur anderen sehen wir, daß sich, durch die bereits sprichwörtliche Personalfreund-Hchfcit, auch die Lokomotivführer, diese sich bisher immer als »hoher stehend" fühlende Kategorie der Eisenbahner, zu denkenden Menschen heranbilden. Niedcreinsiebel. Ein hübsches Beispiel, wie es manche Kontrollorgane Bei der Böhmischen Nordbahn verstehen, sich den Bediensteten gegenüber Achtung und Zutrauen zu erwerben, gibt uns wieder einmal Herr S ch a l e k. Dieser Herr, welcher allen Eisenbahnern noch von Rumburg aus bekannt ist, hat einen Kondukteur in Niedereinsiedel, weil derselbe 10 "Minuten nach der festgesetzten Borbereitungsfrist beim Zug erschien, sofort mit 3 Kr. bestraft. Zu bemerken ist, daß der Betroffene Kondukteur bis jetzt straflos war und es ja dem diensteifrigsten Eisenbahner bei dieser langen Dienstzeit passieren kann, daß er einige Minuten länger schlaft, als es die so karg bemessene Ruhezeit zuläßt. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn sich Herr Schale! um andere Ucbelstünde kümmern möchte, welche mehr einreißen wie dieser Fall, lvo es sich doch um leinen Schaden für die Bahnverwaltung handelt. Mutmaßlich weiß Herr Schale! nicht, was 8 Kr. für einen Bediensteten bei den heutigen Lebensbedingungen zu bedeuten haben. Liebe zum Dienst und Vertrauen zu den Vorgesetzten wird er aber durch ein derartiges Vorgehen bei den Bediensteten höchstwahrscheinlich nicht erzielen. Bozen. Der Eisenbahnerschreck zeigt sich wieder seit längerer Zeit, und da er es — wir wollen es gleich verraten — nur mit seinem Mundwerk so bunt treibt, so wollen wir ein wenig Jagd auf ihn machen. Dieser Eisenbahnerschrcck ist zwar allen Eisenbahnern sehr gut bekannt und sein Name allen geläufig. Se r, Stationsmeister und durch unerforschlichen Willen gewordenes Personalkommissionsmitglied, benimmt sich aber auch danach, und es gibt eine Anzahl Leute, bedauerlicherweise sogar Vorgesetzte, die, wie es scheint, sich vor ihm fürchten, statt seinem Treiben, zwar nicht mit Pulver und Blei, aber mit etwas mehr Mut ein Ende zu bereiten. Die Hauptgefahr, die an diesem Schreck besteht, ist sein Mundwerk; wenn man ihn so hört, würde man wirklich glauben, alles, was für die Eisenbahner ohne Unterschied der Kategorie und des Ranges erreicht wurde, sei seine persönliche Eroberung. Nach seinem Rühmen verkehrt er mit dem Generaldirektor und den anderen Direktoren und Inspektoren so selbstverständlich und jederzeit wie mit irgendeinem MagazinSarbciter. Wir wollen heute von seiner Tätigkeit und seinen Erfolgen als Eisenbahner nichts schreiben, trotzdem wir Mnteriat_ mehr als genug haben, jn der Hoffnung, daß schon der erste Schuß den Schrecken verjagt; sollte er sich jedoch wieder Bemerkbar machen, barm, das können wir versichern, wird schonungslos geschossen. Für diesmal wollen wir nur seine stramm deutsche Intelligenz beleuchten. Da er nicht immer geduldige Zuhörer findet, so nützt er die ihm schon im großen Maßstab gewährte freie Zeit dazu aus, öfters, als ihm zuträglich, ins Glas zu sehen, waS zur Folge hat, daß sein Geist unbedingt leuchten will. So war es auch vor einigen Tagen gegen Mitternacht. S r kam in die Bahnhofrestauration, und da er nicht willens war, dem Restraurateur zu kündigen — versucht hat er es schon öfters — so wurde Nachschau gehalten, ob nichts zu finden wäre. Obwohl die Aeuglein klein und trüb, entdeckte er sein Opfer. Die Kassierin in der dritten Klasse wurde beanstandet, und zwar auf folgende Art: „Sic, M., tvas tragen Sie denn für ein Kleid?" Auf die erstaunte Frage, was dem Kleid fehle, da cs vis jetzt von niemand kritisiert worden ist, sing der stramm deutsche Schreck zu schreien an: „So, dem Kleid fehlt nichts? Sie als deutsches Mädchen schämen sich nicht, ein Kleid wie die Italienerinnen zu tragen! Pfui Teufel!" und spuckte aus. Die Gäste, welche in der Restauration waren, wurden durch das Geschrei aufmerksam und erkundigten sich, warum der betreffende Gast so aufgebracht sei; als sie die Ursache erfuhren, waren dieselben erbost über das Benehmen des rohen Gastes und bemitleideten das wehrlose Mädchen, weil cs sich die Roheit des Hypcrnationaleu gefallen lassen mußte. „Dev Wsenbahnev.- Graz, Siibbahn. (SinBeitragzudenSparmaß-nähme n.) Unter der Devise „Sparsamkeit auf allen Gebieten" versucht nun die Südbahngesellschaft _ durch allerlei j Sparmaßnahmen ihre zerrütteten Finanzen in Ordnung zu bringen. Der Umstand, daß gerade in Graz Maßnahmen von schwerwiegendster Bedeutung für das Personal _ in Vorschlag gebracht wurden, veranlaßt uns, jene Organe, die jetzt so angestrengt diesem Studium oblagen, auf ein anderes Gebiet zu verweisen, wo bei richtiger Beurteilung der nachteiligen Folgen für das Interesse der Südbahnverwaltung Maßnahmen notwendig erscheinen würden. Wir verweisen da aus das Sammelwagensystem, das von allen großen Speditionsunternehmungen ausgeübt wird und stets an Ausdehnung zunimmt. Die nachteiligen Folgen für die Bahnverwaltungen äußern sich dadurch, daß Stückgüter» für die sonst der jeweilige, für Stückgut 1 in Betracht kommende Tarif in Anwendung kommen würde, gesammelt, um bei Vorhandensein einer genügenden Menge als Waggonladung zu einem bedeutend ermäßigten Tarif zur Aufgabe gelangen. Abgesehen von der Tarifdifferenz, entsteht für die Bahnverwaltungen ein bedeutender Entgang an Nebengebühren. Ob nun die finanziellen Vorteile, die diese Beförderungsart den Speditionsunternehmungen bietet, faktisch dem verfrachtenden Publikum zugute _ kommen, glauben wir ruhig bezweifeln zu können; es wird vielmehr einer kleinen Gruppe von Unternehmern zur Bereicherung dienen. Man sollte nun meinen, daß die Bahnverwaltungen schon längst die nachteiligen Folgen dieses Systems in finanzieller Beziehung erkannt und aus egoistischen Gründen entsprechende Abwehrmaßnahmen gegen die Ausbreitung dieser Konkurrenz treffen würden. Besonders die Südbahngesellschaft hätte mit Rücksicht auf ihre angebliche finanzielle Notlage Ursache, der Konkurrenz gewisse Grenzen zu setzen. Entgegen dieser Voraussetzung zeigen gerade jene Organe, die bei jeder Gelegenheit vorgeben, bas wirtschaftliche Interesse der Gesellschaft wahren zu müssen, den Speditionsunternehmungen ein Entgegenkommen, das einfach unbegreiflich ist. So wurde auf Betreiben einer Speditionsfirma in Graz aus Bahngrund und auf Kosten der Bahnverwaltung ein Magazin errichtet, um dort ungestört das Sammeln der Frachtstückgüter betreiben zu können. Einer zweiten ' Speditionsfirma wurde ein Teil der ohnehin beschränkten Magazinsräume zu dem Zweck überlassen, um die dort entladenen Sammelgüter cinlagern zu können. Die Beistellung der ankommenden Sammelladungen ist für die Bahnverwaltung insofern mit erhöhten Kosten verbunden, als diese ' Waggons oft mitten aus der Gruppe der übrigen Magazms-fracht ausgewechselt werden müssen, um an die pachtweise abgetretene Stelle gebracht werden zu können. Ein weiterer Nachteil ergibt sich daraus, daß bei eventueller Ueberfüllung des Sammelladeplahes ein bereits zur Entladung bereitgestellter Waggon nicht entladen werden kann und daher eine zweite, oft auch eine dritte Stellung eines Waggons nötig ist. Das oftmalige Ausraugiercn und Bereitstellen erfordert eine erhöhte Verschubleistung und wir glauben kaum, daß die erwähnte Speditionsfirma jemals zum Kojtcnersatz verhalten worden ist. Sehr häufig kommt eö vor, daß die Entladung eines derartigen Waggons seitens des Personals der Speditionsfirma noch nicht vollendet ist, wo bereits die Verschubmanipulationen beginnen sollen, um die Beistellung neuer Fracht zu bewirken. Die durch Verschulden der Speditionsfirma hervorgerufcne Verzögerung ist oft die Ursache, daß acht bis zehn Arbeitspartien unfreiwillig durch längere Pausen zum Feiern gezwungen werden, was zumindest eine Schädigung der Akkordgesellschaft bedeutet. Aus dem Geschilderten geht unzweifelhaft hervor, daß die Südbahnverwaltung durch Ausübung des Sammelladesystems einen finanziellen Verlust erleidet. Wir wollen diese Tatsache aus dem Grunde feststellen, iveil gewisse Herren jede Gelegenheit 'zum Anlaß nehmen, um oft sehr Minimale Forderungen des Personals mit dem Hinweis auf die finanzielle Notlage der Äahnverwaltung zu Hintertreiben und wirklich schwere wirtschaftliche Schäden dulden und fördern. Mödling, Siidlmh». (Danksagun g.) Anläßlich meines 40jährigen Dienstjubiläums sind mir soviele Beweise treuer Kameradschaft zuteil geworden, daß ich nicht imstande bin, mich bei jedem einzelnen zu bedanken. Hiemit erlaube ich mir auf diesem Wege, allen jenen, insbesondere aber dem 'Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschafts-Verein für Oesterreich, ineinen herzlichsten Dank auszusprecheu. Anton Prasser. Grussbach, St. (?. G. (Todesfall.) Vorigen Monat verschied nach kurzem Leiden Genosse Anton Thencr. Sein Leichenbegängnis fand unter zahlreicher Beteiligung des Per» sonals und der Bevölkerung statt. Die Hinterbliebenen sprechen auf diesem Wege allen Teilnehmern den herzlichsten Dank aus. Wir werden dem Verstorbenen jederzeit ein treues Angedenken bewahren. Znaim. (K a mp f e s t a k t i k d e r R e ichsb ü n d le r.) Ter „Deutsche Eisenbahner" brachte in seiner Nummer vom 10. April d. I. eine Mitteilung aus Znaim, wo unser Genosse Kondukteur Höchtl als „Krowot mit rundem Hütel und zerfransten Hosen" hlugestellt werben sollte. Unser Gewährsmann in Znaim schreibt dazu folgendes: Es ist einfach unglaublich, lvas sich die sogenannte Schriftleitung des Reichsbundes in ihrem Blatte erlaubt, ihren Lesern vorzusetzeu. Alle jene, die Genossen Höchtl kennen, wissen genau, daß H ö ch t I aus einer kerndeutschen Familie abstammt und sich seiner Abstammung auch durchaus nicht zu schämen braucht. Die Schriftleituug des Reichsbundes wurde in diesem Falle entweder wieder einmal gründlich belogen oder wollte mit der betreffenden Korrespondenz den treudeutschen Berichterstatter aus Znaim beschreibe». Wir vermuten, daß das letztere der Fall ist. Es sind Mitglieder des Reichsbundes in Znann, die mit dem Zwiebelbündel am Rücken, kleinen Hütchen und zerfransten Hosen nach Znaim eingerückt sind, doch deswegen machen wir diesen Leuten keinen Vorwurf. Doch eines müssen wir dem Einsender öffentlich erklären. 'Angenommen, es wäre richtig, daß H ö ch t l als „Krowot mit dem Zwiebelbinkerl" nach Znaim gekommen wäre, so hat er wohl daS kleine, runde Hütchen und die zerfransten Hosen ganz b e st i m m t ehrlich gekauft und bezahlt und brauchte sich dieser ehemaligen angedichteteu Uniform auch nicht zu schämen. Doch dürfte es sich bei dieser gehässigen Einsendung nur um einer absichtlichen NameuS-verwechslung handeln und soll nach allgemeiner Ansicht ein deutschradikaler Maulheld aus Leitmeritz damit öffentlich gekennzeichnet werden. Ob sich die Znaimer Rcichsbündler über den Blödsinn ihres Schriftleiters besonders freuen werden, das haben sie mit ihrem „Berichterstatter" auszumachcn. Wien. (StaatSbahnhof. — Die Treibereien ch rist l i ch foz i a l e r Querulanten.) Am Wiener StaatSbahnhof fand kürzlich die Neuwahl der TurnuSver-traueusmänner deS Zugbegleitungspersonals statt. Der Kon-dukteurklub, mit dem Pollak an der Spitze, erließ einen Aufruf, in dem er alle Kandidaten unserer Organisation mit Ausnahme des Genossen R c i ß zur Wahl empfahl. Das zu tun ist natürlich das Recht des Pollak und seiner Anhänger. Aber damit begnügten sich diese sonderbaren Kollegen nicht. Sie unterschrieben den Aufruf mit der Firma der koalierten Vereine, so daß jedermann annehmen mußte, es sei eine offizielle Kandidatenliste unserer Organisation und des mit u»S koalierten KondukteurvereineS. Dazu hat aber der Herr Pollak und sein Anhang kein Recht, und es ist daher eine Irreführung der Kollcgenschaft, der Mißbrauch der Unterschrift anderer Vereine. Dieses Vorgehen kennzeichnet den Klub und seine Blacher. Allerdings enthielt das Wahlergebnis die diesen Leuten gebührende Antwort. Der Oberkondukteur Zier, der an Stelle 10. April 1914 Seite 9 —----------------------- ----------------i. .1. I...I » des Genossen Reiß zur Wahl mit der gestohlenen Unterschrift empfohlen wurde, erhielt wohlgezählte 32 Stimmen, während Genosse Reiß und die übrigen Kandidaten unserer Organisation 252 bis 281 Stimmen erhielten. Pollak und sein Anhang hat also das Ziel, die Uneinigkeit der Zugsbegleiter durch das Wahlergebnis herbeizuführen, nicht erreicht, sondern das Gegenteil. Und das war recht so. Böhmisch-Leipa. (Ein angenehmer Dienst-Posten.) Das Sparsystem der k. k. österreichischen Staatsbahnen treibt manchesmal absonderliche Blüten, denn was auf der einen Seite mit Mühe und Not bei dem Geringsten abgespart wird, wird auf andere Weise zu Haufen direkt vergeudet. So könnte auf der Strecke Röhrsdorf—Deutsch-Gabel der k. k. B. N. B. ganz gut der dortige Bahnmeister Herr-Pilz crsprat werden und dessen wirklich sehr angenehmer Posten mit einem verläßlichen Bahnrichter besetzt werden, und die k. k. Direktion wird gewiß besser damit fahren. Mag sich nur ein einzigesmal ein berufenes Organ der betreffenden Direktionsabteilung die Gesamttätigkeit des Herrn Bahnmeisters genauer ansehen und ihn auch kontrollieren, da dort jedwede Kontrolle für dieses „Herrgöttle" mangelt. Früh mit dem Zuge 1155 nach Deutsch-Gabel in der zweiten Klasse fahren, um sich dort die „Reichenberger" zu holen und in einem dolce far mente in gleicher Klasse wieder nach Kummersdorf zurückzufahren, ohne je einen Blick auL der Zeitung zu tun, das ist wirklich genug Dienst für diese Strecke. Mit Zug 1154 geht es nun herrlich und in Freuden wegen notpeinlicher Besprechung diverser „minder wichtiger" Pereinsangelegenheiten wieder in der „Herrgöttleklasse" gar bis Tannenberg, einer Strecke, die ganz außerhalb seiner Machtsphäre liegt, um mit Zug 1151 in gehobener Stimmung in der zweiten Klasse zurückzukehren. Dieser ausgestellte, von ihm selbst genehmigte Turnus ist so todsicher wie das Amen am Gebetschluß. Und vertraut man sich einmal auf dieser Strecke todesmutig der dritten Klasse an, o, welch ein wonniges Gefühl! welches Biegen und Wiegen, welches Rollen und Schaukeln in der dritten Klaffe auf den harten Bänken. Ei» Eldorado für einen ärztlichen Spezialisten für Schiffskrankheiten oder Darmverschlingung! Einen Blick auf die ihm anvertraute Strecke zu werfen, fällt ihm ja gar nicht ein, denn wozu ist ein Bahnrichter da? Und fällt es gar jemand ein, das wohlhonorige Benehmen dieses Herrn zu beleuchten, gleich ist der Zank und Streit da, und eine wirklich „unverdiente" Versetzung des Herrn Bahnmeisters ist die Folge, wie ja die diversen un-freüvilligen Versetzungen des genannten Herrn beweisen. Und trotzdem wird der Herr Bahnmeister merkwürdigerweise stete-„außer der Rangtour" qualifiziert, obwobl der genannte Herr Bahnmeister lauter Wagentouren, nur keine Fußtouren auf seiner Strecke unternimmt. Möge eine k. k. Direktion sich nur ein bischen für die Tätigkeit des Herrn Bahnmeisters interessieren, der den ganzen Winter nicht ein einzigesmal seine anvertraute Strecke mit nur einem Schritt begangen hat (unzählige Zeugen), so wird gewiß das Gerechtigkeitsgefühl mitsprechen müssen, und diesen wirklich angenehmen Posten wenigstens mit einem Visieret oder Bahnrichter besetzen —• um zu sparen. Amstetten. (Aus der Werkst ätte.) Schon lange tväre es am Platze gewesen, die unhaltbaren Zustände in unserer Werkstätte 'einet eingehenden Kritik zu unterziehe». Wenn wir bisher ein Auge zudrückten, so taten wir es nur, weil wir glaubten, daß unsere Herren Vorgesetzten früher oder-später selbst zu der Erkenntnis kommen würden, daß es so nicht weitergehen könne. Leider ist dies nicht der Fall und wir sind gezwungen, einen Mann in seiner ganzen Erbärmlichkeit und Niedertracht zu beleuchten,, der bei unseren Vorgesetzten ganz und gar falsch cingeschätzt wird, sonst würden sie ihm schon längst die Tür gewiesen haben. Dieser Mann ist der als Denunziant schlimmster Sorte allgemein bekannte Partieführer Rußkäfer. ES vergeht fast kein Tag, an dem nicht dieser Naderer entweder beim Werkmeister Isidor KöttI oder beim Herrn Oberkommiffär S e r o g den einen oder den anderen von seinen Leuten ver-nadert und anschwärzt. Man sollte glauben, daß durch die täglichen Veruaderungen Herr Oberkommissär Serog schon längst hätte aufmerksam werden sollen, daß gerade immer nur Rußkäfer Ursache zu Beschwerden hat, während die anderen Partieführer keine Klage führen. Aber weit gefehlt! Statt zu trachten, der Sache auf den Grund zu kommen, und sich den Denunzianten vom Leib zu halten, schenkt mau dem Verleumder immer geneigter Gehör, wirft die Arbeiter von einer Partie in die andere und erreicht damit sonst nichts, als daß „Ehren- , rußkäfer" heute den A und morgen den B vernadcrt. Dieselben Leute, die von Rußkäfer ununterbrochen als „faule Kerle" hingestellt wurden, geben einem anderen Partiesührer keinen Anlaß zu Klagen und atmen erleichtert auf, wenn sie von diesem Subjekt wegkommen. Warum verschaffen sich die Herren Vorgesetzten nicht die richtigen Jnsor-,Nationen durch eine strenge Untersuchung? Warum läßt man den Werkmeister K ö t t l stets schalten und walten nach seinem Belieben? Dieser Herr Köttl, der selbst nur durch Protektion auf jenen Posten kam, auf dem er heute steht, hat cs wahrscheinlich darauf abgesehen, auch seinen Schützling Rußkäfer emporzuheben. Wahrscheinlich glaubt er, daß jeder, der au Fähigkeiten für einen Schlosser zu arm ist, zum Werkmeister sich am besten eignet. Denn an praktischen Wissen und Können leiden diese beiden edlen Seelen gleich großen Mangel; dies zu beweisen haben wir Material in Hülle und Fülle. Herrn Köttl wollen wir nur noch fragen, wo der abhanden gekommene Briefkasten hingekoiumen sein mag? Oder weiß cS vielleicht Rußkäfer? Wir ersuchen Sie nur, trachten Sie denselben wieder herzubringen, denn wir haben c3 satt, daß unsere Briefe zuerst drei bis vier Tage in der Kanzlei herumliegen, bevor sie uns endlich auSgefolgt werden. Herrn Rußkäfer rufen wir noch zum Schluß zu: „Bessern Sie sich sofort und gründlich oder wir sehen uns an dieser Stelle sehr bald wieder." Ihr aber, Arbeitskollegen, könnt nur durch festen Zusammenschluß in der Organisation solchen Leuten das unsaubere Handwerk legen. ErdweiS bei Gmünd. Jn der Nummer 0 vom 20. März 1914 der separatistischen Zeitung „Zäjmy zelcznivnibo zrizencc" findet sich unter der Aufschrift „Erdweis bei G m ü n d" eine Korrespondenz, lvo der Bahnrichter Franz Zwettler beschuldigt wird, die tschechischen Arbeiter grob behandelt und „böhmische Hunde" beschimpft zu haben. Wir sind dieser Sache nachgegaugen und haben herausgefunden, daß diese Beschuldigung gegen den Bahnrichter Zwettler eine Lüge ist. Bei der Umfrage unter den in Betracht kommenden Arbeitern haben tvir mit Genugtuung konstatieren können, daß sich Zwettler unter sämtlichen Arbeitern sehr viele Freunde erworben hat, und daß die Arbeiter in G»iü»d-Erd weis, ob deutsch oder tschechisch, in bestem Einvernehmen leben. Der nationale Hader hat hier noch keine Wurzel gefaßt. Doch wurde uns von allen, die wir frugen, mitgeteilt, daß sich unter den dortigen Arbeitern ein unverträglicher Mensch, der Oberbauarbeiter Wenzl M a t e j k a, herumtreibt, welcher am 4. März in einer in Mezimosti abgehaltencn Versammlung der Separatisten die Beschuldigung gegen den Bahnrichter, Zwettler dort vorbrachte und um Hilfe gegen den „deutschen Bahnrichter" gebeten hat. Die separatistischen Kollegen .sind nun dem Mntejta auf den Leint gegangen und haben den Bahnrichter in ihrem Fachblättchen verrisseil und überdies bei seinen Vorgesetzten nach separatistischer Methode auch denunziert. Daß sich die Separatisten, die sich doch so gerne als „Sozialdemokraten" aufspielen wollen, dieser Handlung schämen, wollen wir einstweilen abwarten. Daß derMatejka, ausgerechnet der Wenzel M a t e j k a, sich an die Separatisten um Hilfe gewendet hat, ist für die nationale Organisation keine Schmeichelei. Versammlungsberichte. Versammlungen der Bahnerhaltungsarbeiter der k. I. Staatsbahn. Die verschlechterten Verhältnisse der Bahnerhaltungsarbeiter bei den k. k. Staatsbahnen, die in unserem heutigen Artikel nur einigermaßen anschaulich geschildert werden. Haben die Bahnerhaltungsarbeiter in eine sehr erregte Stimmung versetzt, weshalb im ganzen Reich sektionsweise Versammlungen stattfindcn. Vorderhand sind uns aus folgenden Ortsgruppen Berichte zugekommen: Samt. (K. k. Staatsbah n.) Am 4. April l. I. fand eine stark besuchte Versammlung statt. Die Resolution wurde einstimmig angenommen und wird im Dienstweg weiterge-leitet werden. Ferner: iHumburg. (Böhmische Nordbahn.) Die Versammlung tagte am 5. d. M. in der Turnhalle in Teich statt um %9 Uhr vormittags und war glänzend besucht. Als Referent fungierte Genosse Grünzner. Die Resolution wurde einstimmig zum Beschluß erhoben. Wien. IO e st e r r e i ch i s ch c N o rd w estb ah n.) Die am 6. d. M. stattgefundene außerordentlich gut besuchte Versammlung nahm nach einem ausführlichen, sehr wirkungsvollen Referat des Genossen Schwab die Resolution em-Ifintmtg an. Genosse Barteis übersetzte das ausgezeichnete Referat des Genossen Schwab sehr vorzüglich und erntete lebhaften Beifall. Die Stellungnahme des Verschubpersonals der Nordbahn zur Verschubprämie. Das Verschnbpersonal der Stationen Krakau, Trzebinia, Szczakowa und Oswieeim wurde kürzlich befragt, ob es die Einführung der Verschubprämie wünscht oder nicht. Darauf antwortete das Personal mit der Überreichung folgenden Beschlusses: Das Verschubpersonal beschließt als Antwort auf die Anfrage der Nordbahndirektion, ob cs die Einführung der Verschubprämie wünscht oder nicht, derselben bekanntzugeben, daß es auf den bei der R e i ch s k o n f e r e n z des V er-schubpersonals vom 11. Dezember 1012 g e-faßten Beschlüssen der Vertrauensmänner-retchskonserenz vom 15. und 16. November 1913, welche dem Eisenbahnministerium zur Kenntnis gebracht wurden, nach wie vor f e st h ä l t. Bei Nichtberücksichtigung dieser Beschlüsse lehnt das erwähnte Personal die Einführung der Verschubprämie ab. Von der Tätigkeit der Vertrauensmänner der Zugs-begleitcr. Zweite Plenarversammlung der Bertrauensmännerorgani-sntieii. Freitag den 6. März fand im Eisenbahnerheim die zweite Plenarversammlung der Vertrauensmännerorganisation statt. Vertreten waren alle in Wien einmividenden Bahnen, und zwar 28 Stationen durch 50 Delegierte. Den Vorsitz führten die Genossen Knottek (St. B.), Hon dl (S. 93.), Babowskh (St. E. G.); als Schriftführer die Genossen T e s a r (N. B.), R u t h n e r (St. 33.), John (Oe. N. W. 93.). Aus dem Bericht über die Tätigkeit der Vertrauensmänner ist zu entnehmen, daß im abgelaufenen Jahre abgehalten wurden: 1 Reichskonferenz, 8 Bahnlinienvertrauens- männerbesprechungen, 2 Bremserkonfercnzen, mehrere Zugsführerbesprechungen und 11 Versammlungen in Wien (an der alle Bahnen beteiligt waren), 2 Versammlungen auswärts. Audf) ein umfangreicher Korrespondenzverkehr war zu verzeichnen. Der Kassenbericht verzeichnet eine Einnahme von Kr. 192'72, denen Ausgaben in der Hohe von Kr. 188‘28 gegenüberstehen. Aus allem ergibt sich, daß die Vertrauensmänner-Organisation ganz tüchtige Arbeit geleistet hat und wurde der Bericht ohne Debatte zur Kenntnis genommen. Zur Tagesordnung spricht als erster Genosse Adolf Müller, der einen ausführlichen Situationsbericht über die allgemeine Lage des Personals Brachte. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit den vielen geplanten und bereits schon durchgeführten Verschlechterungen, insbesondere mit dem gegenwärtigen Kurs des Eisenbahnministeriums, wonach Ersparnisse auf Kosten der Bediensteten gemacht werden, während anderseits den Forderungen der Bediensteten nicht Rechnung getragen wird. Die. gegenwärtige Situation sei die, daß das Personal auf heftige Abwehrkämpfe gefaßt sein muß, und er nur dringend raten könne, die Organisation auszubauen, zu festigen, um allen Anstürmen gewachsen zu sein. Es entwickelte sich nun eine ausführliche und eingehende Debatte über die einzelnen Punkte, au der sich alle anwesenden Delegierten beteiligten und wo zum Ausdruck kam, daß das Personal nicht mehr länger gewillt ist, sich'fortwährend Verschlechterungen bieten zu lassen, und dem Eisenbahnministerium ein lautes „Halt" zuzurufen. Es gelangte folgende Resolution zur Annahme: Resolution. Die am 6. März 1914 im Eisenbahnerheim in Wien versammelten Vertrauensmänner der Zugsbegleiter verlangen in erster Linie die vollständige und restlose Durchführung der zweijährigen Vorrückung für alle Diener. Sie können sich mit der vom Eisenbahnministerium derzeit eingeführten 2>5 jährigen Vorrückung nicht zufriedengeben. Die versammelten Vertrauensmänner verlangen von der Organisation sowie von der sozialdemokratischen Fraktion int Parlament neuerliche Anträge auf restlose Durchführung der zweijährigen Vorrückung. Des weiteren verlängert die Vertrauensmänner der Zugsbegleiter energisch Aufhebung der Verfügung, daß für die Arbeiter im Fahrdienst (Bremser) ein sechsjähruiges Provisorium festgesetzt werde. Sie fordern vielmehr, daß für die betreffenden Bediensteten nicht ein länger als einjähriges Provisorium eingesührt werde. Sie protestieren ferner gegen die beabsichtigten und schon bereits durchgefuhrten Verschlechterungen der Turnusse der Zugsbegletter auf das entschiedenste und erklären, unter gar keinen Umständen irgendwelche Verschlechterungen der derzeitigen Verhältnisse ruhig hinnehmen zu können. Sie setzen alles-damit, um ein solches Attentat auf das Zugspersonal zu verhindern. Die versammelten Vertrauensmänner verlangen und fordern des weiteren, daß die Normierung der Zngsführer-posten ins Verhältnis zum tatsächlichen Bedarf gebracht wird. Das gegenwärtige Verhältnis beinhaltet eine schwere Schädigung der Bediensteten, das nur durch entsprechende Erhöhung der Normierung geändert werden kann. Schließlich protestieren die Vertrauensmänner der Zugsbegleiter gegen den vom Eisenbahnministerium durch, geführten Härtenausgleich für Unterbeamte und Diener, der * in gar keiner Weise den vom Parlament beschlossenen Nor- men (Einrechnung der provisorischen Dienstzeit) entspricht und daher eine große Anzahl von Unterbeamten und Dienern unberücksichtigt läßt. In Bezug der Kasernen verlangen die Vertrauensmänner der Zugsbegleiter vom k. k. Eisenbahnministerium , die endliche Durchführung der versprochenen Reform der Kasernen, damit das beteiligte Personal endlich menschenwürdige Unterkunftsräume erhält. Bezüglich Ausbau der Vertrauensmännerorganisation wurde beschlossen, sofort an die Ausarbeitung eines Regulativs zu schreiten, in welchen der Wirkungskreis der einzelnen Bahnlinienvertrauensmänner genau umschrieben ist. Die Ver-trauensmännerorganisation soll sich über das ganze Reich erstrecken. Die nächste Bahnlinienvertranensmännerbesprechung wird sich mit dieser Frage eingehend beschäftigen und ein Elaborat ausarbeiten. Ins Präsidium der Vertrauensmänner werden die Genossen Straßer, Jorde und Gelech gewählt. Der Verlauf der Konferenz soll dem Eisenbahnmini-steriunt zeigen, daß die Zugsbegleiter gerüstet dastehen und daß es an der Zeit wäre, endlich einmal die dringendsten Forderungen dieser Kategorie zu erfüllen. Die fortwährenden Verschlechterungen können nur bewirken, daß das Personal energisch zur Abwehr greifen müßte. Konferenz der TurnusvertraucnSntänner. Samstag den 21. März d. I. fand im Eisenbahnerheim eine Konferenz der Turnusvertrauensmänner aller in in Wien einmündenden Bahnen statt. Anwesend waren 25 Delegierte von 10 Stationen. Die Tagesordnung dieser Konferenz war Stellungnahme gegen die beabsichtigten Verschlechterungen im Sommerturnus. Man plant nämlich Heuer wieder in einzelnen Turnusdomizilstationen in den Bereich von in anderen Domizilstationen liegenden Strecken Züge fahren zu lassen, um dabei Ersparnisse der Partien zu erwirken. Außerdem verlautet, daß in einzelnen Zugsbegleiterdomizilstationen der bisherige freie Tag aus dem Turnus entnommen und derselbe dem Personal nur fallweise gewährt werden soll. Gegen diese einschneidenden Verschlechterungen, die nicht nur eine Verminderung der Partienanzahl sind, außerdem eine gewaltige Verschlechterung der Durchschnittsdienstleistung gegenüber den bestehenden Verhältnissen bewirken würde, nehmen nun die Turnusvertrauensmänner aller in Wien einmündenden Bahnen Stellung. In der Debatte zeigte sich, welche Wirkung das Durcheinanderfahren haben würde. Es wttrta der einmütige Beschluß gefaßt, dagegen auf das energischeste Stellung zu nehmen und zu erklären, daß die Turnusvertrauensmänner von Wien nicht gewillt sind, derartige Bestrebungen des k. k. Eisenbahnministeriums zu unterstützen. In Bezug der in den einzelnen Domizilstationen geplanten Wegnahme der bereits bestehenden freien Tage erklärt die Konferenz, daß ein solches Attentat auf die Zugsbegleiter den allerschärssterk Protest hervorrufen müßte. Die Konferenz verlangt vielmehr, daß in allen Turnussen, wo noch kein freier Tag eingesetzt ist, ein solcher eingesetzt wedren muß, weil cs einfach ein Gebot der Menschlichkeit ist, innerhalb einer gewissen Zeitdauer auch wirklich frei zu sein. Es wurde auch über das Vorgehen der Gegner bei den Wahlen gesprochen und beschlossen, einen einheitlichen Wahlmodus überall anzustreben. Die Vertrauensmänner werden einen solchen gleichlautenden Wahlmodus ausarbeiten und einer nächsten Konferenz vorlegm. Bozen. (P r o t e st v e r s a m in 1 u n g der ZugSbe-gleiter der Südbah it.] Am 26. März fand int hiesigen Gewerkschaftshaus eine Massenversammlung der Zugsbegleiter statt, um zu den geplanten Turnusverschlechterungen durch Wegnahme des Beständigen freien Tages im Monat energisch Protest zu erheben. Der Saal war dicht gefüllt von Zugsbegleitern, so daß ein großer Teil keine Sitze mehr fanden und dicht gedrängt aneinander stehen mußte. Referent Genosse Wilhelm S ch e i b c t it erstattete einen ausführlichen Bericht von der in Wien -stattgefundenen Zugs-begleitervertrauensmännerkonferenz, die sich ausschließlich mit den geplanten Turnusverschlechteriingen für das Südbahn-zngbegleitungsperfonal befaßte und erörterte in seinen ausgezeichneten sachlichen Ausführungen auch die übrigen Verschlechterungen, welche den übrigen Kategorien bevorstehen. Daraus wurde eine Resolution, welche die energische Zurückweisung dieser Gewaltmaßregeln der Bahnverwaltungen beinhaltet und den festen Willen sämtlicher Zugsbegleiter zum Ausdruck bringt, diese Maßnahme mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen einstimmig angenommen. Daran knüpfte sich eine sehr erregte Debatte, an der viele Kollegen teilnahmen und ihrer Entrüstung über diese geplante Maßregel Ausdruck verliehen und sämtliche Reden dahin endeten, daß nur durch eine gute, geschlossene und einheitliche Organisation solchen Gefahren begegnet werden kann. Außer dem Zugspersonal war auch das dienstfreie Magazin- und Verschub-personal vertreten, welches sich mit den Zugbegleitern solidarisch erklärte und seiner steten Unterstützung im Kampf versicherte. Nach Erledigung verschiedener lokaler Angelegenheiten wurde die imposante Versammlung um V-12 Uhr nachts geschlossen. Jägerndorf. (W e r k st ä t t ej Am 25. März fand hier eine gut besuchte Versammlung der Werkstättenarbeiter statt, wo Genosse Winter ein lehrreiches Referat Über „Organisation und Vertrauensmännersystem" erstattete. Bozen. (Versammlungsbericht.) Am 23. März fand im hiesigen Gewerkschaftshaus eine gut besuchte Versammlung des Wächterpersonals statt, in welcher das Personal-kommissiünsmitglied Genosse Franz Herzig einen ausführlichen Bericht über die stattgefundenen Verhandlungen in der Personalkommission sowie auch über den Pensionsfonds erstattete. Sodann zergliederte der Referent das Vertrauensmännersystem, verbunden mit einem Dispositionsfonds, und empfahl den Versammelten dessen Einführung. Man erklärte sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und wurden auch sogleich, insoweit als Kollegen von der Strecke anwesend waren, die Vertrauensmänner gewählt. Graz. (Ein Protest des Verschubpersonals der Südbahn.) Mit welcher Kraft sich das Verschubpersonal der Südbahn gegen die geplanten Dienstverschlechterungsmaß-nahmen auf der Südbahn wehrt, zeigte die am 19. März d. I. in den Juliensälen in Graz nach § 2 des Versammlungsgesetzes stattgehabte Verschieberversammlung. Nicht nur das Grazer Verschubpersonal hat sich bei dieser Versammlung korporativ eingefunden, sondern auch sämtliche dienstfreien Verschieber aus den Stationen Pragerhof, Marburg. Bruck a. d. Mur, Leoben, Donawitz, Vordernberg und Mürzzuschlag waren erschienen, um gegen das geplante Attentat auf das Personal Stellung zu nehmen. Auch die Ortsgruppe Graz I des Reichsbundes deutscher Eisenbahner hatte einen Vertreter in der Person des Platzmeisters Herrn Mörtl entsendet, um ihre Solidarität zu bekunden. Nun, man wird ja sehen, inwieweit sich die Solidarität nötigenfalls äußert. Ebenso haben auch die zahlreich anwesenden Weichensteller durch einen ihrer Vertrauensmänner die Erklärung abgeben lassen, vereint mit dem gesamten Übrigen Personal Vorgehen zu wollen. Ans der erregten Stimmung, die sich unter den etwa 200 anwesenden Verschiebern bemerkbar machte, läßt sich schließen, daß es die Verwaltung der Südbahn kaum wird wagen dürfen, eine Ver- schlechteruntz der Dienstverhältnisse bei irgendeiner Kategorie cintreten zu lassen. Am 11. März haben die Zugsbegletter m einer glänzenden Versammlung ihre Haltung zum druck gebracht und am 16. Marz die Weichensteller und das Streckenpersonal in einer gemeinsamen Versammlung tn Das Lokomotivpersonal hat bereits in seiner Konferenz Alle Zuschriften in Vereinsangelegenheiten sind an den 1 Obmann Franz Rose, Gänserndorf Nr. 390, alle Geldangelegenheiten an den Kassier Franz Ernegger, Straßhof, Post Deutsch-Wagram, zu richten. Bruck an der Mur I. Am 29. März fand die gut besuchte Generalversammlung statt, wobei folgende Genossen m die Orts- §ruppenleitung gewählt wurden; Franz Koller, Obmann, oses Grub er und Franz Bach, Stellvertreter; Johann W a l l n e r. Kassier, Johann M a i tz n e r und Leonhard M ö r t h, Stellvertreter; Flor. Lenhardt, Schriftführer, Johann HiebIer und Franz Wohlmnth, Stellvertreter; August Hermann, Alexander I e l I i n e k und Franz P u k e l st e i n, Kontrollore; Karl H o s k e n a k, Alexander U i tz, Andreas I a u k, Josef 6 i nt o n ö i e, Josef Lettner, Engelb. Kuntner, Josef "vtzkogler und Michael Schagowitz, Ausschüsse. Kufstein. (Versammlungsbericht.) Am 17. März fand die ordentliche Generalversammlung statt, aus welcher folgendes zu entnehmen ist: Die Mitgliederzahl nahm einen erfreulichen Aufschwung, indem dieselbe im abgelansen Dereinsjahr von 103 au 1148 stieg. In den Ausschuß wurden folgende Genossen gewählt: Johann Berger, Obmann, Christian Mandler und Jo>es A n g c r e r, Stellvertreter; R. Kreidl, Schriftführer, G. B en etti und G. Unt erwalitz er, Stellvertreter; L. Stotter, Kassier, Franz Neumayr, Stellvertreter; Alois D e d e k, Bibliothekar; A. C o l a r e t t i und Johann Freuden- > ch u ß, Kontrollore» K i e b l i n g e r, T r a u n e r, R. H n b e r, Johann Unterthiner, Anewanter, M. Grießer, HnttaL,Fleuschmann, Ignaz Fr eudenschnß, Maurer und Jakob Maier, Ausschußmitglieder. Alle Zuschriften sind zu richten an Johann Berger, Kr ankenh au8 ga s se 14, in Geldangelegenheiten an Leonhard Stotter, Krankenhausaasse 14. NB. Da die Bibliotheken zentralisiert sind, müssen zur Entlehnung von Büchern die Legitimationen vorgewiesen werden, und findet die Ausgabe Samstag von 8 bis 9 Uhr abends und Sonntag von 10 bis 12 Uhr vormittags statt. Bozen II. (Bersammlungsbericht.) Bei der am L8,,HHrz im Gewerkschaftshause abgehalteuen Generalversammlung'der Ortsgruppe II wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Heinrich Schlechtleitner, Obmann, Josef KnAus, Stellvertreter; Karl Frei, Schriftführer, Johann Pe'tntner, Stellvertreter; Franz Heckelmofer, Kassier; Baumgartner, Colli, Josef Novak II, Posch und Moser, Subkassiere; Blasius Mayer und Franz M e l a ch e r, Kontrollore; Michl Choholk a, Johann M i t t e r l i n g, Ignaz Platzer und Franz P o st r a k, Ausschüsse. Sämtliche Zuschriften sind an Heinrich Schlecht-leitner, Boznerboden Nr. 418 in Bozen, zu richten. Tnrnau-Liebenan. (Bersammlungsbericht.) Am 29. März l. I. fand die Generalversammlung statt. Als Referent «schielt Genosse Brodecky aus Prag. In den Ausschuß wurden nachstehende Genössen gewählt: Matthias Kviz, Obmann, Eduard Schier, Stellvertreter; Josef Janda, Schriftführer, Franz H a v l i e e k, Kassier; Anton M o d r y und Anton Drob-nik, Kontrollore; Joses Pivonka, Pommerhons sen.-Rudolf Netufchil, Josef Ianata, Wenzel Ci mb al, Josef WaleS, Ausschüsse. Mit der Einhebung der Beiträge der Station Liebenau ist Genosse R o u l i n und für die Strecke Liebenau-Langenbruck der Genosse Ludwig K o v a * betraut. Sämtliche Anschriften sind zu richten an Genossen Matthias Kviz. Krems au der Dona«. (Versammlungsbericht.) Bei der mit 25. März 1914 abgehaltenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Hans W e n d t, Obmann, Karl S ch u p a n z und Jakob Mülle r, Stellvertreter; Anton 9t ansch'er, Schriftführer, Paul Ornets-Müller, Stellvertreter; Karl Schmidinger. Kassier, Adalbert Pfaufer und Julius Doruinger, Stellvertreter; Johann Führer und Josef Ringswirth, Bibliothekare; Joses Jser und Ignaz Fritz, Kontrollore; Heinrich Pfaff en-cd e r, Julius Inhalt, Josef Hies, Andreas Theinert und Michael Karnholz, Ausschussmitglieder; Subkassier: Strecke Krems-Absdors: Rudolf Weber, Kirchberg; Josef Mauer-Hose r, Fels; Josef Fuchs, Elsdorf; Leopold Schieb, Habersdorf und Kamptalstrecke; Strecke Krems-Mauthaufen: Josef Schroll, Lehen-Ebendorf; Engelbert Schmidt, Persenbeug; Karl Haberleitner, Htrfchenau; Ferdinand Kaffes, Grein; Joses Hintereiter, Schwertberg; Strecke Krems-Paudorf: PeterHeß; fürHcizhausKrcms:JgnazFritz; für Bahnerhaltung Krems: Josef Hieß. Alle Zuschriften sind an den Obmann Hans Wen dt, Kondukteur in Krems an der Donau, Austraße Nr. 4, in Geldangelegenheiten an den Kassier Karl Schmiding e r, Verschieber inKrems a.n der Donau, A u-st r aßeN r. 4, zu adressieren. Himberg. (Bersammlungsbericht.) Bei der am 5. April 1914 in Himberg abgehaltenen Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Franz Klein, Obmann, Leopold B ehmnnd und Michael Kain er, Stellvertreter; Johann Heger, Schriftführer; Johann P e t e r l e. Kassier; Joses Hotowetz und Emmerich Wagner, Kontrollore; Rudolf Müller, Karl Hotowetz, Joses Pfeil, Ludwig Bräunt ü l l e r, Leo Schmidt und Karl M ü l l n e r, Ausschüsse. Wien. (N o r d w e st b a h n.) Am 2. April l. I. fand die Generalversammlung unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder statt. Die Berichte der Funktionäre sowie der Kontrolle wurden mit Befriedigung eutgegengenoinrnen. In die Ortsgruppenleittmg wurden nachstehende Genossen einstimmig gewählt: Schwab, Obmann, Bartejs und Sowa, Stellvertreter; Hauke, Schriftführer, R o s e n s e l d, Stellvertreter; Sou Sek, Kassier, H u b a l e k, Stellvertreter; F e i g I, Bibliothekar, ©ladet, Stellvertreter; Anders und Lust, Revisoren; FuchS, Schmidt. John, Bitzl, Madera, Stifter, Glock, Weniger, yu-stiak. Dan gl. Zatloukal, Bie, Roth, B a r s ch, Fa ust, Puchci r s k y. St e nt e tz, Vertrauensmänner und Ausfchüste. Landeck. (V e r e i n s n o t i z.) Der Ausschuß der Ortsgruppe Saniert hat am 4. April 1914 »instimmig beschlossen, am 15. reden Monats, um 7 Ubr abends im Gasthaus .zum Strandt (Vereinslokal), eine Monatsversammlung mit Kassenbericht und Diskussion abzuhalten. In Anbetracht der großen Wichtigkeit solcher Versammlungen werden die Genossen ersucht, zu diesen Monatsversammlungen recht zahlreich zu erscheinen und der Bibliothek eine größere Aufmerksamkeit als wie bisher entgegenzubringen. Weißkirchlitz. (Bersammlungsbericht.) Am 23. März fand die Generalversammlung statt, welche sehr gut besucht war. Die Berichte wurden mit Befriedigung entgegengenommen. Gewählt wurden: Karl H e n n l i ch, Obmann, Karl H ü t t l, Stellvertreter ; Heinrich I o k e I, Kassier, Georg M a s a n z, Stellvertreter; Heinrich Kutzer, Schriftführer; Hermann Krumbhol z, Stellvertreter; Anton Nesv ed a und Anton Me ixner, Kontrollore; Josef Wirbik, Bibliothekar; Wilhelm Renner, Johann I a n d a, Franz Saroun, Karl Hoch m a n n, Josef S t e p a it, Kar! Haberzettl, Ausschußmitglieder. Vertrauensmann sür Rosenthal-Graupen: Anton Kühnel; für das Ver-fchubpersoual in Teplitz-Waldtor: Wilhelm Renner. Alle Zuschriften find zu richten an K a r l H e n n l i ch, Weißkirchlitz, Nordstraße Nr. 2 3 5, in Geldangelegenheiten an Heinrich Jokel, Weißkirchlitz Nr. 15 0. Eisenerz. (V e r e i n s n o t i z) Die Monatsversammlungen werden jeden 1. im Monat um 8 Uhr abends im Vereinslokal abgehalten. Gleichzeitig wird bckanntgcgeben, daß an Sonntagnachmittagen Versammlungen mit ausklärenden Vorträgen, je nach Zeit und Bedürfnis abgehalten werden. Die Kollegen werden ersucht, die geplanten Versammlungen stets zahlreich zu besuchen. Aßling. (Bersammlungsbericht.) Die Ortsgruppe bielt am 15. Mära die gutbesuchte Generalversammlung ab. Der Mitgliederstand ist von 78 vom vorigen Jahre ans 141 Mitglieder angewachsen. In die QrtSgruptienleitiing wurden folgende Genossen gewählt: Franz Cernologar, Obmann, Jakob Zum er. Stellvertreter; Lesjak, Schriftführer, Babuder, Stellvertreter; Johann Oman, Kassier, Slesic und Ptl-w a ch S, Stellvertreter; M a l.i, Bibliothekar, G o r j a n z. Stell-Vertreter; Grabner und Ramus, Kontrollore; Ple5nif, Rayner, Erzen und Schonsleben, Ausschußmitglieder. Mödling. (Bersammlungsberich t.) Am I. April 1914 fand ljt-r im Arbeiterheim die Konstituierung der Ortsgruppe statt. Bisher bestand hier eine Zahlstelle. Durch Agitation gelang es diese auf 140 Mitglieder zu bringen, welches günstige Resul-tat Anlaß bot, eine Ortsgruppe zu gründen. In die Ortsgruppenleitung wurden folgende Genossen gewählt: Joses Hreß, Obmann, Lambert M a r e s ch, Stellvertreter; Johann T u s ch e r, Kassier, Wilhelm Ludwig, Schriftführer; Georg Chorherr und Karl K r o h m a n n, Kontrollore. t Genosse Swoboba von der Zentrale entsendet, sprach sehr treffend über „Zweck und Nutzen der Organisation', mit welchem Referat die Bersammluug würdig abschloß. Zuschriften sind an Josef Hieß, Wiener-Nendorf Nr. 221, zurichten. Komata». (B e re i n 8 n o t i z.) Den geehrten Mitgliedern diene zur Kenntnis, daß die Beiträge in Hinkunst nicht mehr vom Kassier, sondern von den Revisoren Joses Tutzky und Iwan Tipolt in den Versammlungen und Sitzungen in das Mitgliedsbuch eingestempelt werden. Die erhaltenen Coupons sind aufzubewahren und mit dem Mitgliedsbuch in die Versammlungen mitzubringen. Leoben. (Versammlungsbericht.) Am 17. März 1914 fand tut Hotel „zum Mohren" in Leoben unter dem Vorsitz der Genossen Vinzenz Pirker und Lierfchaft eine gutbesuchte öffentliche Eiscubahncroersammlung statt. Genosse Ho n bl aus Wien als Referent der Zentrale sprach in einer zweistündigen Rede über „Die geplanten Verschlechterungen auf der k. k. Staatsbahn sowie auf der Südbahn", was bei den Versammelten einen großen Entrüstungssturin hervorrief. Auch wurde die Einführung des Bertraueusmännersystems eingehend besprochen. Zum Schluß wurde die bekannte Resolution einstimmig angenommen. Brünn I. (Versammlungsbericht.) Am 15. März 1914 fand die diesjährige fehr gut besuchte Generalversammlung , der Ortsgruppe statt, welche die Ausführungen der Funktionäre über die Tätigkeit im verflossenen Jahr zur Kenntnis nahm und dem scheidenden Ausschuß einstimmig das Abso-lutorium erteilte. In den neuen Ausschuß wurden mit großer Majorität nachstehende Genossen gewählt: Josef Janousek, Obmann; Josef Mlöak und Alois Dobias, Revisoren; Leopold Z a p l e t a l, Kassier; ferner Karl Karasek, Friedrich Tagwerker, Franz Tomi§ka, Johann Pella, Anton Z ap letal, Ferdinand Zablondil, Äamert Taus, Vinzenz Pobokil, Leopold Pesa, Ferdinand Cyprys, Josef iß rat, Karl Weigner, Karl Strihavka und Julius H ii bel. Als Vertreter der Zentrale war Genosse D n s e r, von der Gewerkschaftskommission Genosse Jura und Landes-sekretär Genosse Koranda erschienen. Allen Rednern zollten die Anwesenden besondere Aufmerksamkeit und war der einzige Wunsch aller, im gleichen Sinne wie bisher zum Nutz und Frommen des ganzen Eisenbahnerproletariats zu arbeiten. Mit aneifernden Worten des Vorsitzenden und nach Absingnng des Arbeiterliedes schloß die Generalversammlung. Weiters diene allen Genossen zur Kenntnis, daß die Monatsversammlungen stets am 3. eines jeden Monats in unserem Verienslokal, Gasthaus „zum Rehbock" abgehalten werden und alle dienstfreien Mitglieder die Pflicht haben, an diesen teilzunehmen. Die Biblioihekstage sind stets an jedem 3. und 20. jeden Monats, und zwar von 7 bis 8 Uhr abends, und werden die Genossen ersucht, im Interesse der Schulung und Ausbildung diese recht rege in Anspruch nehmen zu wollen, um so mehr, als demnächst Neuanschaffungen stattfinden. Die Ausschutzsitzungen finden stets — falls sich nicht die Notwendigkeit einer separaten Einberufung ergibt — am 8. und 20. eines jeden Monats um 7Yi Uhr abends statt und ist eS auch Pflicht nachstehend nominierter Vertrauensmänner, welche auch mit der Einkassierung der Beiträge betraut sind, an diesen teilzunehmen. Nominiert wurden: Karl Hlsner, Florian Karnitz, Alexander Schlesinger, Johann Kobylka, Rudolf K a tz o r, Franz S e d l a c e f, Franz Nedoina, Leopold R o h a 5 e k, Wilhelm Hrebiöek, Karl König, Johann H i e b l i n g e r, Hubert Mlejnek, Johann K o n st e i n, Franz Slavik, Karl Ernst, Franz Kriz, Adolf Sykora, Josef Mast era, Josef Pfeffer, Josef Hruby, Karl O n t l, Vinzenz S ch e r t l e r, Raimund Axrnann, Franz Pa Ii §cI, Adolf Krska (S.-Gott e§), Franz 11IImann (Öcrnoiottz) und Martin Sa nt et (Rapo titz). Sämtliche Zuschriften in allen Vereins- und Kassen-angelegenhciten sind von nun an an Genossen Leopold ZapletaI, Brünn, Dörnrösfel 39, zu senden. Knittklfelb. (V c r f a m in l n n g s b e r i ch i.) Am 19. März fand im Volksheim die_ Generalversammlung statt, welche einen sehr guten Besuch aufwies. Die Berichte des Obmannes sowie der übrigen Funktionäre wurden zur Kenntnis genommen. Im abgelaufenen Jahr fanden 12 ordentliche und 3 außerordentliche Ausschuhsitzungen, 12 Monats- und 3 große Eisenbahnerversammliingen statt. Die Knutrolle überprüfte die Kassengebarung, welche in bester Ordnung vorgefunden wurde und stellte schließlich den Antrag, dem scheidenden Ausschuß das Absolutorium zu erteilen, welcher mit Beifall einstimmig zur Annahme gelangte. Laut Bericht der Bibliothek wurden 1172 Bücher ausgeliehen, 1549 zurückgestellt, somit 23 ausständig. Hierauf hielt Genosse Regner einen Vortrag über „Gewerkschaftliche und politische Organisation". Dann wurde die Wahl vorgenommen und wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Franz Koma re k, Obmann, August Freiberg imb Anton Regne r, Stellvertreter; Alois Oberdamm er. Kassier, Wilhelm Weiß, Stellvertreter; Simon Pleschko, Schriftführer, Josef Kohl. Stellvertreter; Leopold Thum- Pfort, Christian Frohnwieser und Franz Groß. egg er, Kontrolle; Maxl, Koch. Geiger und Musch ka, Bibliothekare; Sch ich o, Am b rofch, Zripin, W ab e l, Rosenblattl, Schobermeier, Hirsch egger und Sinkowitsch, Ausschüsse. Sämtliche Zuschriften sind zu richten an Franz Koma r e k, K u i 11 el feld, Dr. P o elzgasse 1; in Geldangelegenheiten an AloisOberdamm er, Knittelfeld, Lobmingerstraße 4 9. Die Mitglieder werden ersucht, mit Leu Beiträgen nicht im Rückstand zu bleiben, denn künftighin wird niemand ohne vorheriges Ansuchen ein Beitrag gestundet. Cger. (Bersammlungsbericht.) Am 18. März fand die Generalversammlung statt. Gewählt wurden folgende Genossen: Albert A a p p e r t, Obmann, A. Pförtner und A. Schwab. Stellvertreter; Josef Greull, Schriftführer, W. Glas, Stellvertreter; Georg Weigl, Kassier, H. Leicht, Stellvertreter; I. Böhm, G. Rudolf, I. Blohmaun, W. R ö d i g, F. R n d e k, G. Adler, G. P f o r t tt c r. W. Sperber und I. Krainhöfer, Ausschußmitglieder; Josef K u n z und Johann Steiner, Revisoren. Zuschriften sind zu richten an Albert ,Nappert Pograterstraße 88; in Geldangelegenheiten an Georg Weigl, Adler st raße 31. Die Monatsversammlungen finden auch weiterhin jeden Mantag im Monat nach dem 3. statt und fällt die nächste auf den 6. April, zu welcher, wegen der wichtigen Tagesordnung, zahlreiches Erscheinen notwendig ist. Vakow. (V e r s a in in l u u g s b e r ich t.) In der am 14. März d. I. abgehalteneu Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Rudolf Bi gl, Obmann, Franz Müller, Stellvertreter; Franz Profeld, Schriftführern; Robert NedvSd, Kassier; Karl KrLek und Franz BareS, Kontrollore; Karl Nedoma, Franz Vanicek, Josef K a st n c r, Franz N a V r a 111, Anton KoL und Josef L & t, in den Ausschuß; Anton Vavra und Karl Gruut mich, Ersatzmänner. Vertrauensmann für Weißwasser: Josef Lat; derselbe ist berechtigt, die Beiträge einzukassieren. Wessel! an der March. (V er s am m luugsbe rich t.) Bei der am 2. März l. I. stattgefuiideuen Generalversammlung wurden nachstehende Genossen in den Ausschuß gewählt: Franz Vefelh, Obmann, Johnn Kolek, Stellvertreter; Eduard K i r s ch b a U nt, Schriftführer, Richard Farda, Stellvertreter; Methud Hanak, Kassier; Ignaz Kozelka und Friedrich Schwaller, Kontrolle; Anton P o st L l e k und Franz IauLa, Bibliothekare. Mit der Eiuhebung der Beiträge auf der Strecke ist Genosse Methud H a n d I und für die Station und das Heizhaus Geuosse Kirschbaum betraut worden. DaL Vereinslokal befindet sich bei Herrn Prikryl in Wessely an der March. Wolkersdorf. (V e rs a m m l ungs b erich t.) Am 15. März hielt die Zahlstelle ihre diesjährige Getteralber« j sammlung ab. Nach Erstattung des Rechenschaftsberichts seitens ’ der Funktionäre, woraus hcrvorging, daß auch bei uns eine rege Tätigkeit zu verzeichnen ist, wurde zur Neuwahl geschritten. Es wurden folgende Funktionäre gewählt: Franz Welzel, Obmann, Leopold Schiller und Josef ©aller, Stellvertreter; Georg Gärtner, Kassier, Franz Hajek, Stellvertreter; Josef Pu kl, Schriftführer, Josef Schobt, Stellvertreter; Anton Weber, Peter Schleifer rntb Josef Christ, Kontrollore; Franz Hajek, Bibliothekar, Johann Schnabl, Stellvertreter; Leopold Schmid, Peter Häusel, Johaun Gotthart, Johann W i n d s p e r g e r, Georg Eder, Anton B ö h m, Michael Weiß, Franz H e i s i tt g c r, Karl Schobl, Christian W a tz e k, Ignaz Koller, Josef M i 11 r i n g e r und Leopold Brunner, Ausschüsse. Als Subkctssiere wurden bestellt: für Neubau: Josef Pult; für Landendorf: Johann Koller; für Mistelbach: Josef Leser; für Staatz: Leopold Ladner; für Laa: Josef Mittringer. Sämtliche Zuschriften sinb zu richten an Franz Welzel, Bahnwärter Nr. 23 in Hantzendorf; in Geldangelegenheiten an Georg Gärtner, Weichensteller, Wolkersdorf. Weiters diene den Genossen zur Kenntnis, daß jeden Monat den zweiten Sonntag um 5 Uhr abends der Bereinsabend statt-findet, wo ausnahmslos jeder Genosse erscheinen kann, um seine Wünsche und Beschwerden vorzubriugen. j Wilfleinsdorf. (B e r f a m m l u u gs b e r ich t.) Bei der am 15. März abgehalteuen Generalversammlung wurden sämtliche Funktionäre vom Vorjahr einstimmig wiedergewählt. Zuschriften sind an Johann Kafeder, Bahnwärter Nr. 22 in Sarasdorf zu adressieren. Bregenz. (Versammlungsbericht.) Am 18. März fand die Generalversammlung statt. Die Berichte der Funktionäre wurden mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Die Neuwahl in den Ausschuß ergab folgendes Resultat: Johann Mayer, Obmann, Albert Netzer, Stellvertreter; Georg Riedrich. Kassier, Christian Mater, Stellvertreter; Johann Kirfchner, Schriftführer, Josef Re sch, Stellvertreter; Jaworek, Wagner und Zambonin, Bibliothekare; j Josef Sitte und Johann Knidl, Revisoren; Karl Radi und Josef Gapp, Ausschußmitglieder. Subkassiere: Balthasar Steinberger für Lindau-Reutin; Schrattler für die Brcgenzerwaldbahn; Josef Di ef ch für das Heizhaus. Arbeiter« sekretär Genosse Linder hielt einen ausgezeichneten Vortrag über „Die Klassenkämpfe der Gegenwart", welcher mit großem Beifall ausgenommen wurde. Es trat auch eine Anzahl Kollegen der Organisation bei. Nach einem kräftigen Schlußwort der Genossen Linder ttttfc M a yc r wurde die schön verlaufene Versammlung geschlossen. ES diene den geehrten Mitgliedern zur Kenntnisnahme, daß die Bibliotheksbücher bis 15. April behufs Neuordnung der Bibliothek zurückgebracht werden müffen. Alle Zuschriften sind an den Obmann Johann Mayer, B l o ck s i g tt a l d i e tt e r, Glaser st raße 19 4, Vorkloster, zu richten; in Geldangelegenheiten an den Kassier Georg Riedrich, Vor-{tostet 38. Bruck an der Mur II. (Bersammlungsbericht.) Bei der am 28. März in Friesers Gasthaus in Diemlach statt-gefundenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Matthias Prade, Obmann, Franz M i tz in a n n, Stellvertreter; Emil Fescher, Kassier, Ferdinand Holzer, Wilhelm H a w l i e c f, Stellvertreter; Johann H a ck I, Schriftführer, Robert Müller, Stellvertreter; Johann Anger er, Kaspar Köberl, Bibliothekare; Wenzel Piro, Josef Graf, Franz Sattler, Kontrolle; Heinrich Z w e n k, Leonhartd Tiefenthaler. Karl B u r g-stallet, Anton Werdonig, Kart K r a m a r, Ernst H u firn a it n, Johann P r e g a r t tt e r, Ausschussmitglieder. Zuschriften sind zu richten an Genossen Prad e, in Geldangelegenheiten an Genossen Fischer, beide in Diemlach Nr. 40. Unzmarkt. (V e r s arn m l un gsb e ri ch t.) Bei der am 22. März stattgefundeneu Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Jakob Wohl-gemuth Obmann, Oswald Berger, Stellvertreter; Isidor G r a d i s ch n i g, Kassier; Lttbwig Huber, Schriftführer; Stephan Stadler imb Kourab Wnrzer, Kontrolle; Paul Gries nt o. n n und Panzer, Bibliothekare. Subkassier für Unzmarkt: JosefPuchet; für Scheifling:Anbreas Grufccr; für Thalheim: Franz Oberborfer. Alle Zuschriften find zu richten an Ja! ob Wohlgemut h, Bahnwärter in 11 n ’ in a rk t. In Geldangelegenheiten an Isidor @ rn-b i f ch :t i g, Weichensteller i it S t. Georgen an der M n r. Weiters diene dcit _ Mitgliedern zur Kenntnis, daß Bücher an3 der Bibliothek jeden Tag bei Genossen GrieSmaim und aus Gefällichkekt bei dessen Frau entliehen werden oder 1 zurückgestellt werden öknnen. Es ist dies ein Entgegenkommen, das fleißig ausgenützt werden sollte. ! . Olmütz. (VersammlunaSberich t.) Am 22. März i hielt die Ortsgruppe die gut besuchte Generalversammlung ab. jEs wurden folgende Genoffen gewählt: Wilhelm Pallasch, lObmann, Julius Leib, Franz Stupa und Josef Lang. ! Stellvertreter; Franz Posp isi l, Schriftführer, Theophil jDvorük, Stellvertreter; Georg Bettler jun., Kassier. I Ed. Kundschofskh, Stellvertreter; Ferdinand Wlascha-| n c t, Bibliothekar, Alois Vapenik und Hubert Rosen-!berg, Stellvertreter; Franz Rybnicek, Josef Pro-i ch ä z k a, Franz Klevar, Franz D o h n a l und Ludwig Kainz, Ausschußmitglieder; Fr. Lorenz, Fr. Kirchner, Rudolf Polzer und Fr. Klaudinger, Ersatz; Hermann Hornig, Ignaz Horkh, Matthias Schundelka und Johann U l l m a n n, Revisoren. Als Subrassiere wurden bestimmt für die Nordbahn: Kallmann und W lasch an ek; ,St. E. G.: Kundschofskh und Kainz; für die k. k. Staatsbahn: Kupka und Jedliöka. Tiskussionsabende, bei welchen auch Mitgliedsbciträge ; entgegengenommen und Bücher aus der Bibliothek ausgegeben i werden, finden jeden Dienstag um 7 Uhr abends statt. Zuschriften sind zu richten an Wilhelm Pallasch, Olmütz II, Neuhodolein Nr. 167; in Geldangelegenheiten an Georg Bettler jun., Hodolein Nr. 6 5. Wien. (XV, Fünfhaus.) Am 6. März l. I. fand im Eisenbahnerheim unsere diesjährige Generalversammlung statt. Obmann Genosse Wabitsch erstattete eingehend Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr. Nach der Berichterstattung wurde dem scheidenden Ausschuß das Absolutorium erteilt und zur Neuwahl geschritten, wobei nachfolgende Genossen in den Ausschuß gewählt wurden: Wabitsch, Obmann, Strasscr nnd^ Iorde, Stellvertreter; Degen und S a n d m a n n, Kassiere, Fritsch, Wallner, Zwaceck und Adler, Subkassiere; Berger, Pelle ch. Klein! und Ka ras eck, Schriftführer; Ferd. M a i e r. I e s e r o f s k y. I a h n, S ch a f. ranek und Stary, Kontrolle; Kienast und Breit, Bibliothekare; Schmidt, Kogler, Warga, Lechner, Engelsdorfer, Tomaschek. Frank, Schmoll, Nova k. Änderte und Spendier, Ausschußmitglieder. Zuschriften sind an Genossen Josef Wabitsch, XV, selber st ratze 14/16, 5. Stiege, 3. Stock, Tür 10; in An-!gelegenheiten finanzieller Natur an Genossen Degen, XV, Fe Iber st ratze 14/16, 3. Stock, Tür 9, zu richten. Bludenz. (V e r s a m m I u n g s b e r i ch t.) Am 18. März 1814 hielt die Ortsgruppe unter zufriedenstellender Beteiligung seitens der Mitglieder ihre Generalversammlung ab. Nach der Berichterstattung der Funktionäre über das äbgelaufene Vereinsjahr wurde denselben die Anerkennung ausgesprochen. Gewählt wurden: Karl März, Obmann, Otto Sie gl, Stellvertreter; Karl Sietz, Kassier, Karl Rosenblatt, Stellvertreter; Andreas T sch oll, Schriftführer, Emil Stuhlick, Stellvertreter; Ludwig Schübl, Josef Barg ehr jun., Josef Zangellini, 'Anton Kaltenegger, Franz Ham mer-schmidt und Wilhelm Sietz, Ausschußmitglieder; Anton Reitzen st ein und Johann Müller, Revisoren. Zum Schluß brachte Genosse Wilhelm Sieh ein kurzes Referat, welches von den Anwesenden mit Beifall ausgenommen wurde. Alle Zuschriften sind zu richten an Karl März, Werkmann, Bludenz, Au 413; in Geldangelegenheiten an Karl S i e ß, Kondukteur, Bludenz, G a s u n d e r-w e g 4 0 5. Mezimosti. Die am 15. März in der Restauration Kolar in Mezimosti stattgefundene Generalversammlung ist sehr gut ausgefallen. Anwesend waren 45 Mitglieder und die Ortsgruppe Neuhaus war durch 8 Mitglieder, die Ortsgruppe Bud-weis durch 3 Mitglieder vertreten. Gewählt wurden folgende Genossen: Wenzel Kirsch n er. Obmann, Jakob Si u st, Stellvertreter; Eduard Müller, Schriftführer, Emanuel Tome k. Stellvertreter; Arthur Stühr, Kassier; Julius Sarder und Antonin Wondrh, Revisoren; Josef Lesky, Bibliothekar; Stephan Braöta, Jakob Mi kl und Wenzel B o u ch a l, Ausschußmitglieder.. ^ Reichender«. (Vereinsnotiz.) Ab 15. April dieses wahres befindet sich unser Bereinslokal im Gasthaus „zum roten Adler", Hanicherstraße, wo jeden 4. eines jeden Monats die Veremsvcrsammlungen abgehalten werden. Münchendorf. (Generalversammlung.) In der ont 15. März abgehaltenen Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Franz Winkel mayer, Obmann, Karl T s ch r e d I, Stellvertreter; Jakob ©reiner, Kassier, Rudolf Challa, Stellvertreter; Franz Hehl, Schriftführer, Urban Bruckhubcr, Stellvertreter; Martin Pfeffer. Josef Nußmayer und Franz Müksch, Revisoren; Leopold Staufer und Raimund Schmid, Bibliothekare; Johann Sainz, Franz Heinschink, Franz Trcppel, Johann Roth und Leopold Pohl, Ausschüsse; Johann Reifing er, Emanuel P o k o r n h und Florian Peiler. Subkassierc. Alle Zuschriften sind an den Obmann Franz Winkelm ah er, Münchendorf Nr. 8 4, zu richten; in n t* ■ m m nfll Voranzeige und Einladung zu der am Samstag den 2. Mai 1914 im isenbahnerhei m" stattfindenden Eisenbahner - Maiseier verbunden mit der Feier niedrerer SienftiiibiiSen der Mitglieder der Sttsgruvve Rudolssdeirn. Programm: 1. Konzert der Hauskapelle K o v a c S. 2. Chorgesang der GesangSsektion der Ortsgruppe XIV unter Leitung des Chormeisters Herrn Stopper: a) Bet' und arbeit' von Scheu, b) Trotzlied von Seifried. 3. Festrede vom ReichsratSabgeordneren Gen. R. M ü l I e r. 4. Variete erstklassiger Bortragskünstler: a) Karl ZeiIinger in seinen lustigen Originalvorträgcn; b) M. R. Fach int, moderne Zauberei; c) Franz Set gl, Gesangshumorist; ä) Revelly, Jongleur; e) Frieda Tippold, Hilda Kutschers, jugendliche Soubretten eines Wiener Theaters; f) Rudi Artmann, genannt der ,Stopperl". 6- GesanffSchöre wie oben: n) Heute ist heut' von Weinzierl; b) Lied der Arbeit von Scheu. Nach Schluß der Borträge Tanzkränzcheu. Beginn der Unterhaltung um 7 Uhr. Karten im Vorverkauf 40 H., au der Kasse 60 H.. Karten sind bei sämtlichen Vertrauensmännern der Ortsgruppe Rudolfsheim, sowie im Casö und Restaurant „Eisenbahnerheim" zu haben. Fahrgelegenheiten: Stadtbahnstation Margarctengürtcl, Straßenbahnlinien 18; 61, 63, sowie Stellwagenverkehr die ganze Nacht hindurch. Alle Eisenbahner von Wien werden höflichst eingeladen. Das Komitee. Geldangelegenheiten an den Kassier Jakob Gr ein er, Strcckenbegeher in Ebenfurth Wien. (Ortsgruppe X.) In der am 24. März 1914 im Arbeiterheim Favoriten stattgefundenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Karl Schmidt, Obmann, Wilhelm Straffer, Josef O t t und Johann Luczensky, Stellvertreter; Franz Razbor-ö e k. Kassier, Emil 8 e b e l a und Engelbert Peter, Stellvertreter; Franz Kduöiö, Schriftführer, Thomas S w o b o d a und Karl Pikal, Stellvertreter; Karl Sichler, Bibliothekar; Wenzel Riha, Georg Bethie und Adalbert Lang, Ausschüsse; Josef G r ü l l, Michael C z i s i, Thomas L o u p a l, Karl Heinz I. Josef Pichlmayer und Johann Sirsch, in die Kontrolle. Alle Zuschriften sind zu richten an Obmann Karl Schmidt, V, Nikolsdorfergasse 29, 4. Stock, Tür 41; in Geldangelegenheiten an Franz Razborsek, X, D a m p f g a s f e 21, 3. Stock, Tür 32. Genosse Grüll führte auch ein sehr ausführliches Referat über die Institution des Versicherunsvereines „Flugrad", und Genosse Weigl aus der Zentrale brachte das für uns so günstige Ergebnis der Wahl in die Berufsgenossenschaft-liche llnfallversicherungsanstalt zur Kenntnis, welch beide Referate mit Beifall zur Kenntnis genommen wurden. St. Beit an der Glan. (Versammlungsbericht.) Am 25. März l. I. fand die ganzjährige Generalversammlung des allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsvereines der Eisenbahner statt. Der Rechenschaftsbericht und Situationsbericht zeigten wieder ein erfreuliches Anwachsen der Mitglieder; trotzdem durch die Errichtung der Zahlstelle Friesach dorthin viele Mitglieder abgegeben wurden, war der Mitgliederstand ein größerer als im Vorjahr. Die Neuwahl ergab folgendes Resultat: Hubmann, Obmann; Ha t t e n b e r g e r, Kassier; Mach ne, Kontrollor; P rigl, Schriftführer; Kremser, Pollanz, W res er, Pissenegger, Hilepold, Kö-nigSberger, Liebetegger, Rolzinger, Wetzlin-ger, Wurz er, Nnterainer, Stückelberger, Schwellberger, Pink, Pfau dl st einer, Lebitfch-nig, Pribas und Karl, Ausschüsse. Anschließend an die Generalversammlung fand eine öffentliche Eisenbahnerversammlung statt, in der Genosse Müller aus Wien über „Die geplanten Verschlechterungen auf den Staatsbahnen" in leicht verständlicher Weise sprach und reichlichen Beifall erntete. Alle Zuschriften sind zu richten an Genossen Hubmann, Klagen furtervorstadt Nr. 116. Alle Geldsendungen sind an Genossen Hattenberger, Brggasse Nr. 3 6, zu richten. Nculengbach. lB er sammlungsbericht.) Am 15. März sprach hier in einer gut besuchten Eisenbahnerversammlung Genosse Adolf Müller in einer anderthalbstün-digen Rede über „Die geplanten Verschlechterungen der Dienstturnusse und die Aufteilung der 15 Millionen". Zum Schluß wurde eine diesbezügliche Resolution einstimmig angenommen. Dzicditz. (V c r s a m m l u n g s b e r i ch t.) In der diesjährigen Generalversammlung, welche am 3. März 1914 im Hotel Schneebaum bei sehr gutem Besuch stattfand, wurden folgende Genossen in die Ortsgruppenleitung gewählt: Karl Thomas, Obmann, Rudolf Spazier und Ferdinand Wozniak, Stellvertreter; Anton Rädvansky, Schriftführer, Josef Schubert, Stellvertreter; Franz Blanko, Bibliothekar, Ferdinand L a d e n b e r g e r,'Stellvertreter; Bo-leslaus Urbanöik und Johann Pokornh, Revisoren; Severin Egger, Anton G o l a und Ernst R o s n e r, Ausschußmitglieder. Sämtliche Zuschriften in Vereinsangelegenheiten find an K a r l T h o m a 8, in Geldangelegenheiten anFranzMacha-l i k, W a g e n a ii f fe h e r, zu richten. Nach der Neuwahl hielten die Genossen Müller aus Wien und Th. Herlinger aus Oswiecim ein deutsches und ein polnisches Referat über „Die Forderungen der Eisenbahner und das Parlament" und wurden ihre Ausführungen mit lebhaftem Beifall belohnt. Weiters diene den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die Monatsversammlungen so wie bisher jeden ersten Montag im Monat, 8 Uhr abends, stattfinden, wo die Monatsbeiträge von nun an nur gegen Vorweisung des Mitgliedsbuches übernommen werden, und cs werden die Mitglieder im eigenen Interesse ersucht, die Monatsbeiträge pünktlich zu leisten; ferner wird auch bckanntgegeben, daß die Ausgabe von Bibliotheksbüchern nur bei den Monatsversammlun-gen erfolgt. ■ ! H ' ■ H ■ ■ ■ ■ m m B m m m Verschiedenes. Der Neger und die Marionetten. Neger härmten sich und starben Auf dem Schiffe dutzendweise. Starben, starben, und verdarben Dem Patron die ganze Reise: „Blitz! die Ware muß man retten! Ei, vergeht doch eure Ketten, Seht auf meine Marionetten, Gute Sklaven, seid vergnügt!" Also läßt er auf der Stelle Den Theaterkassen bauen, Quäkend zeigt sich Pulcinclle, Frau und Nachbar sind zu schauen; Liegern sind das fremde Sachen Sie verwundern sich, sie machen Große Augen, ja, sie lachen! Gute Sklaven, seid vergnügt! Pulcinell, ein arger Zänker: Mord und Totschlag! — kommt der Richter — Kommt der Galgen —kommt der Henker — Gar befremdliche Gesichter! Jener Ketten sind indessen, Harm und Leiden schon vergessen, Seht, sie lachen wie besessen, Gute Sklaven, seid vergnügt! Und der Teufel holt am Ende Pulcinell, er unterlieget. Jene klatschen in die Hände; Schwarz! Triumpf! Er! wir! er siegt! Lassen von dem Stück sich irren, Jubeln, schreien, jauchzen, schwirren, — Helden, deren Ketten klirren, Gute Sklaven, seid vergnügt! Beranger. Daß Land der meisten Morde. Unter den Ländern Europas weist in der Kriminalstatistik wohl Italien die meisten Morde auf; in dem Jahrzehnt 1901 bis 1910 erreichte die Ziffer der Mordtaten auf 100.000 Einwohner 39. Aber die Vereinigten Staaten haben nach den Ergebnissen der jüngsten Statistik noch viel ungünstigere Ziffern aufzuweisen; hier entfielen während der gleichen Zeit auf 100.000 Einwohner 5'9 Mordtaten. Nach einer interessanten statistischen Untersuchung, die Hoffmann im Neuhorker „Spectator" veröffentlicht, zählte man 1912 in Neuyork auf 100.000 Einwohner 6 8 Mordtaten, und wenn man den Vergleich auf 30 amerikanische Städte ausdehnt, erhält mau die Durchschnittszahl 8'1 gegenüber 1'31 in London. Die amerikanische Stadt, in der die meisten Mordtaten geschehen, ist Memphis, wo 1912 auf 100.000 Einwohner 643 Morde kamen. Nach den Landesteilcn betrachtet, weist der Süden mit der Durchschnittsziffer von 20'2 Mordtaten auf 100.000 Einwohner das ungünstigste Bild auf, in den Städten des Westens kam man auf 10'8, in den Mittelstaaten auf 8'9 und in den Städten der östlichen Staaten auf 4°6. Gegenüber dem Vorjahr ist eine Zunahme der Verbrechen um 0'9 für 100.000 Einwohner festzustellen. Für die hohen Mordziffern der südlichen Städte ist das Vorwiegen der Negcrbebölkerung verantwortlich; hier bildeten auch Neger die weitaus überwiegende Mehrzahl der Opfer. Die längste Drahtseilbahn Europas geht soeben ihrer Vollendung entgegen. Sie führt von der kleinen Stadt Eiders im Rhonetal zwischen Leuk und Sitten auf die Hochfläche von Montana, die schon bisher von Sommergästen viel besucht worden ist. Die Bahn besitzt, nach Angabe der „Technischen Monatshefte" (Stuttgart), eine Länge von 4150 Meter, die auf zwei Abschnitte verteilt sind. Der erste Abschnitt von 2350 Meter Länge hat eine Höchststeigung von 49 Prozent, der zweite von 1800 Meter Länge eine solche von 40 Prozent zu überwinden. Man hat dem Drahtseilbctricb vor einer Zahnradbahn den Vorzug gegeben, weil sich die Anlage im Bau und im Betrieb billiger stellt. Die ganze Fahrt wird dreiviertel Stunden dauern und im ganzen einen Höhenunterschied von 1143 Meter bezwingen. Sidcrs liegt 537, der Ort Montana 1510 und die Endstation Vcrmala 1680 Dieter über dem Meer. Die ganze Strecke mit einem einzigen Kabel zu überwinden, erschien zu gewagt, auch forderte schon die Bodengcstaltung eine Teilung in zwei Strecken. Die Leistungsfähigkeit der Anlage ist auf 100 Fahrgäste in der Stunde bemessen. Die Winden, die das Drahtseil betätigen, werden durch Elektromotoren^getriebcn, die ihre Energie aus einem Elektrizitätswerk bei Sidcrs erhalten. In den letzten Jahren hat sich auf der Hochfläche zudem ein starker Wintersportbctrieb entwickelt, so daß die Bahn vermutlich Jahresbctrieb wird ein-führen müssen. In schncereichen Wintern wird das allerdings vermutlich großen Schwierigkeiten begegnen. Literatur 25 Jahre Maifeier. D i e f ü n f u n d z w a n z i g st e Maifeier wird Heuer gefeiert. Die diesjährige Maifestschrift ist darum ganz der Erläuterung der großen Bedeutung der Maifeier gewidmet. Die Wiener Arbeiterdichtcr Karl Kaniak und Mah Barthel fordern in feurigen Worten zum Kampf auf. Engelbert Pernerstorfer und Ernst Necker erörtern den Sinn der proletarischen Maifeier. Therese Schlesinger führt den proletarischen Frauen vor Augen, was der erste Mai für sie bedeutet. Julius Deutsch bespricht den wachsenden Widerstand der Arbeiterfeinde, die den Arbeiterschutz erschweren, für den wir am 1. Mai demonstrieren. Otto Koenig schildert Bilder vom Maifesttag, während uns Robert Groetzsch zeigt, wie der Arbeiter den Maitag nicht verbringen soll. Gustav Slekow führt uns in der Menschheit erste Maientage zurück. Eugen Höflich gibt uns ein Gespräch der Maschinen eines Fabriksaalcs in der Nacht vor dem Weltfeiertag wieder. Wilhelm Hausenstein erzählt uns von einem berühmten Maler aus dem XVI. Jahrhundert, aus der ersten Blütezeit des Kapitalismus. Der Krieg zwischen den Kassenschrünken und den Sparbüchsen heißt der interessante .Kupferstich dieses Malers, der die Maifestschrift schmückt. Da§ prächtige Titelbild hat der Wiener Maler Charles Galle gezeichnet. Die Kunstbeilage bringt ein Bild: „Moderne Zyklopen" nach dem gewaltigen Gemälde Richard FuhryS, eines modernen deutschen Künstlers! Möge die reichhaltige schön illustrierte Festschrift die weiteste Verbreitung finden! Mögen alle Arbeiter und Arbeiterinnen neue Begeisterung'JIlO den proletarischen Befreiungskampf daraus schöpfen! Die Festschrift Festet 20 H. und ist durch jeden „Qsiichr licht"-Kolportcur, sowie durch die Wiener Volksbuchhandlung Ignaz Brand u. Komp., Wien, VI, Gumpendorferstraße 18, gegen Einsendung von 25 H. in Marken zu beziehen. Mehr-abnchmer erhalten hohen Rabatt. Versammlungsanzeigen. Im nachstehenden Orten finden Versammlungen statt: Teschcn. Am 13. April um 10 Uhr vormittag? im Arbeiterheim Generalversammlung. Wien-Landstraße, Eisenbahn Wicn-Aspang. Am 16. April um Vil Uhr abends im Restaurant Fuchs, III, Rennweg 71, Generalversammlung. • Enns. Am 18. April um 8 Uhr abends im Gasthaus des Herrn Mayr in Enns 8-2-Versammlung. Bodenbach. Am 18. April um 8 Uhr abends in der Volkshallc in Bodenbach. Enlau. Am 10. April um 3 Uhr nachmittags in der Volkshalle in Eulau. Zartlcsdorf. Am 19. April um 4 Uhr nachmittags im Gasthaus Saßmann in Angern. Niemand kann Kathreiners Kneipp-Malzkafsee nachmachen! Dennoch wird vielfach die überall bekannte Packung mit dem Bilde des Pfarrers Kneipp täuschend ähnlich nachgeahmt. Daher lassen Sie sich beim Ein. jjfSJ hou| nlchl täuschen und wollen Sie alle Nachahmungen zurüch! Alles andere als Kathreiner, belpnOera offen ausgewogene Ware, ist lütt öC 1)1 billigsten Gelüe meist viel zu teuer bezahlt. Weiskirchlitz. 2m 19. April um 3 Uhr nachmittag» im Restaurant .Morgerisonne" Versammlung der Bahnerhaltungs» orbeiter. Schwarzenau. Am 19. April um 2 Uhr nachmittag» in «allmeyers Gasthaus Generalversammlung. Komotau. 21 m 19. April um 2 Uhr nachmittag» in DickS Gasthaus in Oberdorf. „ Herzogenburg. Am 19. April um 10 Uhr vormittags in Sotzas Gasthaus Oberbauarbeiterversammlung. Mczimosti. Am 19. April um Uhr nachmittags im Gasthaus Repa in Steinhofen. Krems an der Donau. Am 19. April um 8 Uhr vormittags in Hubers Gasthaus Oüerbauarbeitervcrsammlung. Böhmisch-Kamnitz. Ilm 26. April um 3 Uhr nachmittags im Vereinslokal. Rudig. Am 26. April im Gasthaus „zum grünen Baum" n> Mohr. Winterberg-Schattawa. Am 12. April um 1 Uhr nachmittags Versammlung der Bahnerhaltungsarbeiter mit Vortrag. Eingesendet. Sprechsaat. An sämtliche Ortsgrnppenleitunge». Die diesjährige Delcgiertenverscemm-lung der Zentrale findet am 20., 21., 22., 23. und 24. Mai in Wien im großen Saale beS Eisenbahner-Heims, Wien V, Bräuhausgasse 84, statt. Die Lagesor'dnung sowie die näheren Bestimmungen bezüglich Entsendung der Delegierten u. s. w. werden allen Ortsgruppe n-t e i t u n g e n mittels Zirkulars bekanntgegeben. Die offizielle ordentliche Generalversammlung des Allgemeinen Rechtsschutz, und Gewerkschaftsvereines für Oesterreich findet am Sonntag den 24. Mai 1914 ebenfalls im Eisenbahnerheim mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht des Obmannes. 2. Kassenbericht. 3. Bericht der Kontrollkommission. 4. Neuwahlen. F>. Statutenänderung. 6. Anträge und Anfragen. Die Zentralleitung. (tzfütblese Rnltil üderuUmni '« Redaktion keine Stmntoothiitg.) Passagierflüge mit Zeppelin. SU unternehmen, ist leider nur ein bevorzugter Teil der Menschheit in der Lage. Der gewöhnliche Sterbliche kann sich -derartige Ausgaben nicht leisten und muß daher, so glaubt Man auf den ersten Blick, auf eine Vergnügungsfahrt lm Fluge uberdieWelt verzichten. Eine Vergnügungsfahrt im Fluge durch ” i e Welt kann sich jedoch jeder verschaffen. Auf dem Nucken eines Stahlrosses kann man, fern von den Sorgen des Alltags, die Schönheiten unseres Vaterlandes auf genuß- und lehrreichen Fahrten kennen lernen. Da der Anfang der schönen Jahreszeit vor der Tür steht, so wird man gut tun, schon jetzt der Anschaffung eines Fahrrades näher zu treten. Der soeben erschienene Katalog der Firma Hermann Bl a a ff e n G. m. b. H., PrenzIa u, über Lyra-Fahr-eäbcE bringt eine große Anzahl mit allen Neuerungen versehener preiswerter Fahrradmodelle und empfiehlt es sich, kostenlose Zusendung dieses Katalogs sofort zu verlangen. Unserer Ausgabe vom 1. April lag ein Prospekt der obigen Firma bei, aus dem Sic Näheres über die Reichhaltigkeit des vorgenannten Katalogs ersehen können. In unserer heutigen Nummer ist ein Inserat der bekannten Firma Carl A. Tancrö» Wiesbaden» erschienen, deren Hauptbestrebungen auf dem Gebiete der speziellen Katarrh-Kampfmittel liegen. Dieselbe brachte vor Jahren als erste den ärztlich bestens empfohlenen Tancrv-Jnhalator für Kaltinhalation zu jedermanns Benutzung. Durch Vergasung der JnHalationsstoffe in feinster Verteilung ist cS ohne Beschwerden möglich, die wirksamsten Stoffe gegen Katarrhe und Verschleimungen aller Art bis zu den tiefsten Atmungsorganen einzuatmen, wodurch eine überraschend schnelle Lösung der Schleimpsropfen herbeigeführt wird. Mitteilungen der Zentrale. . n.JL, Zentralausschusisitzung am 1. April 1914. — Entgegennahme der Berichte über die gegenwärtige Situation und über die verschiedenen schwebenden Aktionen füfrubie Eisenbahner sowie über die letzten Sitzungen des Sozialversicherungsausschusses. Achtung, Bahnrichter in Tirol. Bahnrichter und AuShilfSbahnrichter aus dem Staatsbahndirektion SbezirkJnnSbruck und der Tiroler Linie K n f st e i n - A l a versammeln sich am 19. April l. I. um halb 3 Uhr nachmittags in Innsbruck, Gasthaus „zur Eisenbahn". Mn s o n m st r a h e 31. Offene Anfragen. Au die k. k. Direktion für die Linien der Staatseisen-bahngesellschast in Wien. Seit vielen Jahren bestand in der Station Gruhbach eine Badekabine, wo jeder Bedienstete da« Recht hatte, wenig-sten» monatlich ein Bad zu nehmen. Seit neuester Zeit ist diese? Bad für die Unterbeamten und Bediensteten unzugänglich und wird nur von der Familie de» Herrn Vorstandes benützt. Da in Grußbach weder ein Fluß noch ein Wannenbad zu haben ist. so bitten die Bediensteten, eine k. k. Direktion möge anordnen, daß die Benützung des Bades für sämtliche Bediensteten wieder sreigegeben wird. An die k. k. Direktion der Oesterreichifchen Nordwestbahn in Wien. Die im Taglohn stehenden Bediensteten des Heizhauses in Znaim erhalten ihren Lohn immer erst am 3. oder 4-, des Monats auLbezahlt. Da nun diese Leute durch die verspätete Auszahlung ihres Lohnes allmonatlich bei der Mietzinszahlung mit den Hausbesitzern in Konflikte, kommen, so bitten die Betroffenen, eine L k. Direktion möge gütigst anordnne. daß die Bediensteten allmonatlich so ausbezahlt werden, daß sie bestimmt am 1. ihren Lohn in Händen haben. An die Nordwestbahndircktion. In einer Reihe von Bahnmcisterstreckcn werden dem Bahnerhaltungspersonal noch immer die Amtsblätter nicht ausgefolgt. Ist die k. f. Nordwestbahndirektion geneigt, neuerlich energisch zu verfügen, daß die Bediensteten endlich zu den ihnen gebührenden Amtsblättern gelangen'? Die betroffenen Bediensteten. An die k. k. Staatsbahndirektion -in Innsbruck. Mehrere Oberbauarbeiter aus dem Bahnmeisterbezirk des Bahnmeisters L e p h a r haben im Monat Mai 1913 und Monat September 1913 gestempelte Ansuchen um Aufnahme in den Provisionsfonds im Dienstwege cingcbradsL 2>a_ bis jetzt keinerlei Antwort auf diese Ansuchen erfolgte, so bitten die Betreffenden, eine f. k. Staatsbahndirektion möge gütigst über den Verbleib dieser Gesuche nachforfchen und eine baldige Erledigung anordnen. An die k. k. Nordwestbahndircktion in Wien. Das Verschubpersonal der Station Jglau erlaubt sich auf diesem Wege, bei einer hohen Direktion anzufragen, ob dieselbe auch von den Uebelständen des Vcrschubpersonals genannter Station informiert ist. 1. Aus dem Papier zur Deckung des Herrn StationL-vorstandeS sind in jeder Partie ein Oberverschieber und vier Verschieber verzeichnet, in Wirklichkeit sind auf der Südseite nur ein Oberverschieber und drei Mann, well ein Verschieber die Funktion als Oberverschieber bei Tag die dritte Reserve und zwei Verschieber zu überwachen hat. _ * 2. Trifft einen Verschieber, Oberverschieber oder Platzmeister das Unglück, daß derselbe erkrankt, so leiden die übrigen dadurch, da gewöhnlich kein Mann gestellt wird oder erst durch Intervention beim Herrn Vorstand, welche gewöhnlich mit großem Lärm endet. 3. Während der Dienstzeit ist von der Südseite wie von der Nordseite ein Mann bestimmt, welcher zwei Stunden als Weichensteller Einschulung machen muß, über _ Auftrag des Herrn Vorstandes, da kein Substitut für einen Erkrankten gestellt wird, ein Mann Einschulung machen soll, ein Mann Maschinen zu begleiten hat, ein Mann das Aushängen hat, so fragen wir nun an, wie die Verschiebung vollzogen werden soll, da kein Mann zum Schubauffangen am Platz ist. Nun wurde zu alldem noch ein Auftrag vom Herrn Vorstand herausgegeben, daß ihm ein Plahwächter reduziert wurde, und das Auslöschen und Aufbewahrern der Signallaternen die nachtdiensthabenden Verschieber, nämlich einer von der Südseite, einer von der Nordseite zu besorgen haben; das Auslöschen betrifft auf der Südseite sowie auf der Nordseite sämtliche Wechselkörper sowie Vor-, Einfahrt- und AuSfahrt-signalc. Die Oberverschieber beziehungsweise Platzmeister ersuchen um dringende Abhilfe, da sie sonst in ihrem Dienst keine Verantwortung Übernehmen können, weil ihnen zur Ausübung des Verschubdienstes zu wenig Personal zur Seite steht. Die Betroffenen. Briefkasten der Redaktion. 8« mehrere Einsender. Wegen Raummangel mußten mehrere Berichte zurückgestellt werden. C. B. in Görz. Da Ihr Name nicht genannt wird und Sie der Bahnverwaltung gegenüber keine Zivilperson sind, so ist es doch einleuchtend, daß Sie mit der Korrespondenz nichts zu tun haben. — Wiener-Neustadt. Wir versprechen uns von dieser Veröffentlichung keinen Erfolg. Könnte höchstens als Uebertretung der Sicherheitsvorschriften behandelt werden. — Neukirchen bei Lambach. Zur Veröffentlichung in dieser Form ungeeignet. — Innsbruck IV. Schreiben über Fahrdienstarbeiter wird gelegentlich verarbeitet. — Feldkirch. Sie haben keinen Anspruch auf HärtcnauSgleich. — Mürzzuschlag. Eignet sich nicht zur Veröffentlichung. — 76. BischosShosen. Wenn eine Frau, die langer als fünf Jahre in die Alters. und Jnvalidenkasfe in Deutschland eingezahlt hat, heiratet, so wird ihr auf Verlangen die Hälfte sämtlicher geleisteten Zahlungen zurückerstattet.. Ihre Frau hat somit Anspruch auf die Hälfte der durch zwölf Jahre geleisteten Beiträge. — I. H. in Trieben. Die Verhältnisse der Bahnerhaltungsarbeiter sind in der Nr. 11 in zwei Artikeln beschrieben. — P. C. in Moldau. Wir würden Ihnen durch die Veröffentlichung nicht viel nützen. Warten öic noch eine Zeit ruhig zu. — Trient. Sind Sie froh, daß Sie diesen Herrn endlich) los haben. Jetzt kann er niemand mehr schaden. Erstes amerik. Schuhoersandhaus Marke „L E S“ Reg. Schutzmarke Alleinverkauf fii Oesterreich-Ungarn Gonen Teilzahlung ohne Prelsaufnohisg. | Zahlbar in Monatsraten a 3 Kronen per paar Zusendung von Illustriertem Katalog 69 f nebst. Bedingungen u. Massanleitung j gratis and franko. Leo Edel, UJien I, Fleischmarkt 15. 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Der Verfasser sagt darin bescheiden, daß er seine Methode einfach der Natur abgelauscht hat, die bekanntlich fast immer Tuberkelherde iit der Lunge durch Verkalkung zur Ausheilung bringt. Es sind einige Heilungen in weniger als acht Wochen bewirkt worden, die meisten aber bedürfen längerer Behandlung. Ader durch diese Methode scheint der Patient eine gewisse Immunität zu erwerben. Niemals noch ist nach einer Heilung oder mährend der Anwendung der neuen Methode ein Rücksall oder eine Verschlechterung eingetreten. Dabei sind viele der Geheilten Arbeiter, die sich schwer ihren Unterhalt verdienen müssen und wenig Rücksicht auf ihre Geundheit nehmen können. Sehnliche gute, dauernde Erfolge sind noch niemals mit Sicherheit bei allen früher angewandten Mitteln, wie sie auch heißen mögen, festgestellt worden. Die neue Kur bringt überraschende Erfolge in Fällen, wo ererbte Veranlagung zur Schwindsucht vorliegk, ebenso im ersten und zweiten Stadium der Erirankung, während im dritten Stadium stets noch eine Abnahme de» Leiden« »n erzielen tft Im allgemeinen kann mit Recht behauptet m rden, daß, wenn die neue Kur rechtzeitig und regelmäßig angewendet wird, damit 6t|0lge erzielt werden, wie bisher noch mit keiner anderen Behandlungsmethode. Dabei kann die neue Kur neben jeder anderen Behandlung ohne Störung gebraucht w rden. Es ist nicht erforderlich, daß der Patient feine Beschäftigung unterbricht, er kann d t Kur leicht zu Hause machen. Die neue Behandlung hat gleich gute Erfolge erzielt, wenn sie in der Wohnung oder im Krankenhaus oder im Luftkurort angewendet wurde. Diese Tatsache ist wichtig, denn nicht jeder kann einen Kurort aufsuchcii. Lange Erfahrungen haben gelehrt, daß alle bisher verwendeten Heilmethoden, Einspritzungen, Medizinen, Inhalationen, sowie auch die Behandlung in Lungenheilstätten und Luftkurorten höchstens das Wohlbefinden des Patienten bessern konnten, niemals aber eine wirkliche Heilung hervorzurufen imstande waren. Aber danach allein sollte jeder Leidende streben und jetzt kann er es auch erreichen. Die Beweise liegen vor. Die Tatsache vor allem ist wichtig: Keiner nach Thommens Methode Geheilter hat einen Rückfall gehabt. Prü'ungen de» Sputums zeigten schon nach kurzer Behandlungszeit einen Rückzug der Bakterien, später verschwinden diese ganz aus dem Auswurs und dieser selbst geht zurück und bleibt ganz aus. Im Interesse der leidenden Menschheit will der Erfinder 10.000 Exemplare seiner Schrift gratis an Leidende verteilen. Wer die Zusendung wünscht, schreibe an Theo Thommeu, Neu-Allschwil Nr. 6, Post St. Ludwig im Elsaß. Df 34 Gnbesfiefetttgtet Johann Pit ra. CDetroettmann bet L k. Btaotsbahnen, bebaute lebhaft, bah 14 mich am l, üiätü bei bet in Bauers Gasthaus in Lin, Battaelunbrnen ‘Setlammlung ,u einet (thronen Beleidigung beb Vereines der Ptofeffionüien bet öfter -reichlichen Eisenbahnen habe Hinreisen lallen, unb leiste diesem Verein dafür «bbnte. Lin,, am 10. mit, 191t. Johann Pike». tl ein Maaazinsmeifter in Peerall roünfcht mit einem Kollegen ,u touichen. Gefällige Zuschriften unter ,B. P. postlagernd in Loroiefchitz bei Prerau, von Herrschafte« abgelegte Herrenkleider spottbillig nur bei Heinrich Weinberger L. Bez., Singer strafft dir. 6. Kleider auch leihweise. Ans Iten Violinen und sämtliche 'Musikinstrumente unter Garantie für vollen Preiswert bei Anton Schrilltet in Gosscngr»« bei GraSlitz. Böhmen. Mchipatzenbe» zurück. Preisliste grolle. E398ö$W. zahle Ihnen, wenn Ihre Hühneraugen. Warzen, Harnhanl Ria-Ba»am in 3 Zagen nicht schmerzlos (amt Wurzel entfernt. Preis eines Ziegel» mit Gatantiebrie tir. I--. b Ziegel »r. 2 St». Itc-ni*tt», Kascha» (»oha) 1, Postfach uz» 16 (Ungarn). Bronchialhatarr Wer an einer dieser Krankheiten leibet, versäume nicht, sich sofort über den bewährten Tancr«'s Inhalator zu informieren. ■= Inr AimSlslraer-BEmfi 2 " Da. wie zahlreiche Zuschriften beweisen, ein in den Zeitungen geführter Konkurrenzkampf verwirrend auf das große Publikum gewirkt hat, so sei hier wahrheitsgemäß festgestellt, daß bei Inhalatoren die Anwendung eines Doppelzcrstiinbcrs keine größere Heilwirkung hervorbringt, als diejenige eines einfachen. Denkende Leute taufen, was sich bewährt hat. Und in dieser Hinsicht gibt es keinen zweiten Apparat, der sich gleich dem Original-Tancre-äftfiaBafor auf mehr als 12.000 Zeugnisse von Aerzten und Patienten berufen kann. Steine Nachahmung hat auch nur annähernd solche Erfolge anfznweise«. , Broncbiaikatarrh nach u Lagen behoben. Ich freue mich. Ihnen Mitteilen zu können, daß ich mit Ihrem Apparat sehr zufrieden bin, denn schon nach 14 tägiger Inhalation ist mein Bronchialkatarrh völlig behoben. Die schleimlösende Wirkung Ihres Inhalators ist geradezu hervorragend und ist mir derselbe jetzt ein unentbehrliches Mittel geworden. Bei der jetzigen nassen Witterung tut mit derselbe außerordentlich gute Dienste. Suhl, Gothaerstr. 111. Robert Kempt, Kanfm. Bei fialsleiden verblüffende Wirkung. Ihren Inhalator habe ich heute gerade 3 Tage. Ich will nicht viele Worte machen, nur das will ich Ihnen sagen, daß die Wirkung bei meinem Halsleiden geradezu verblüffend ist. Ich verspüre keine Schmerzen mehr, der L>als und die Nase sind rein. Ich habe ein solch angenehmes Empfinden im Hals, wie seit langen Jahren nicht. Wenn ich Ihnen nun sage, daß ich meinen Halskatarrh jetzt etwa 18 Jahre habe, dann werden Sie es kaum glauben, aber cS ist so. Der kleine Apparat ist ein wahrer Segen für die Menschheit. Colmar, i. E. JHde, Garn.-Verwalt.-Jnspekwr. Bei Rathen- und UalenKalarrh gute Erfolge. Seit länger als 25 Jahren leide ich an starkem Rachen-und Nasenkatarrh, in den langen Jahren habe ich außer verord-neter Medizin, alles mögliche an Tee und Tropfen gebraucht, aber ohne Erfolg, habe mehrere Kurbäder gebraucht, ohne geheilt zu werden, auch die verschiedensten Hausinhalatoren habe ich benützt, alles umsonst. Was nun alle vorgenannten teuren Kuren in den langen Jahren nicht vermocht haben, haben Sie, hochverehrter Herr, mit ihrem kleinen Jnhalier-Apparat in einigen Monaten fast vollständig geheilt; trotz meiner 79 Jahre säble ich mich sehr wohl. Der Husten und das Röcheln im Halse hat aufgehört, Auswurf nur fe ten, schlafe die ganze Nacht durch und fühle mich neu belebt. Ich habe jetzt feit 14 Tagen nicht mehr inhaliert, merke aber bisher keinen Rückgang. Mögen Sie mit Ihrem unvergleichlichen Apparat noch viel Leidenden helfen, ich werde, wo ich kann, Sie bestens empfehlen. Berlin N. Neue Hochstraße 43, I. Wilh. Schmidt. Verschleimung d. Luftwege. Verstopfung d.Nafengänge. Endlich, nachdem ich den aus Bestellung an mich übersandten Jnhalationsapparat gründlich ausprobierte, empfinde ich es als meine Pflicht, Ihnen, geehrter Herr, Dank zu sagen für den Erfolg, den ich mit Ihrem Apparat erzielte. Schon fett vielen Jahren litt ich unter konstanter Verstopfung der Luftwege, sowie vollständiger Verstopfung der Nafengänge. Das Atmen konnte nur mit aLungenkatarrh, Kehlkopf-, Rachen-» Ftiaseitkatarrh, Folgen von Influenza, $ Handel- und Halsentzündungen.. offenem Munde geschehen, was besonders bei Nacht überaus lästig war, und ich dadurch mir öfters Halsleiden zuzog. Seit Benutzung Ihres Apparates find allmählich alle diese Leiden beseitigt uno den ganzen Winter her war ich von jedem Katarrh frei, trotzvem ich nicht jeden Tag — eine Gleichgültigkeit meinerseits — inhaliere. Riedlingen a. D. F> Müller, emterif. Zahnarzt. Tie Firma Carl A. Tancre, Wiesbaden N. 34 verschickt vollständig kostenlos außer einer belehren!en Broschüre aita) ein Heftchen mit vielen weiteren Anerkennungsschreiben, --tue Briese sind mit vollen Adressen veröffentlicht, sodaß Zweiner sich noch einmal selbst über die gute Wirkung von Taiicros jit' halator informieren können. Die Schreiber der betreffenden Briese werden im Interesse der guten Sache gerne Auskunft erteilen. Die aufklärenden Drucksachen werden an jeden Interessenten kostenfrei versandt nur durch die ?irma €arl ji tattere, Mezdaüen 11.'2« Firma Carl A. Tancr6, Wiesbaden N. 24. Ich wünsche genaue Aufklärung über Ihr neues Jnhalcitions-system. Es dürfen mir jedoch keine Kosten hiedurch entstehen. Name u. Stand:................................................ Wohnort:...................................................... Genaue Adresse:.....................-..............-.......... Im offenen Briefumschlag mit 3 Heller frankieren. Beste und reellste Bezugsquelle! 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Misten Siewoher das lammt? Nicht durch harte Arbeit, drill, dir Armen arbeiten schwerer als die Reichen, nicht durch hohe Geburi, denn viele m,seiet erfolgreichen Männer find von nie’ derer Herlunst, nicht durch Glück, denn mancher einst vom Glück Begünstigte — starb in Armut und Verlassenheit. Wir wollen Ihne» sagen woher das kommt. Das Geheimnis des ttrfol' ge« im Leben ist Geistes Einflus, — die Fähigleit, andere so denken zu machen, wie man selbst denlt, ihr Vertrauen und ihre Freundfchast zu gfr eine ne guikezahlie SieNim^, erlange, möchten, eine Gehaltserhöhung Bim. scheu, oder zu Ihrem gegenwärtiger Einkommen aus irgend eine Weis, znverdienen wollen, dann wird sich die Kenntnis WAS ERFOLG BRINGT Wiens beste u. billigste Ein-Knufsquelle Ist die in Eisen-tiahnerkreisen allbekannte und langjährig bestehende Fänfhauser Möbelniederlage Wien XU/l, Marlahllferstrnsse 142 (neben der Löwendrogerie). 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