Lllibllcher Zeitung Nr 3«. Prän limclaeionspr^ is - ^m (iomptolr ganz!, fi. ll, hatt, f<. 0.5N. Für di^> Zustellung >>'.« Hau>7 halbj. 5n l- ','tit b?r P?ft gan^. fi. ,5, l>albj. fl. 7.5><,', Dienstag, 14. Februar Ins«rtions8^blihr vi« »Odilen: lmalsolr.. ÜM. «n lt., 3M. l ft.; sonst pr. Zeilc lm. c> ?v. 11. s. w. In^rt,oi?«st?mpe> jcbesm. .'?^. «871. Alntlicher Tbeil. Aer Finanzministcr bat den Finanzfccrclär der 8>ie Armeen gegenüber gestanden sind, habe ich :mch ^es jeden Schrittes, eines jeden WottcS enthalten, Lichts Zwiespalt hätte hervorrufen tonnen. Heule, bci ^M tiefen Unglücke des Landes, lann ich mich nicht ^"Ner in Schweigen hüllen, ohne gefühllos für scinc "eiden zu erscheine,,. Iü jenem Augeublickc. c,ls icl, nc- ^llNsscu lvur, mich gefangen zu gclicn. tonntc ich in keine Verhandlung über den frieden eintreten. Da ich nicht frei war. so hätte cS den Anschein gewonnen, als seien meine Entschließungen durch persönliche Rücksicht «ahme dictirt. Ich überließ der Regierung der Regent' schaft,' welche ihren Eitz in Paris inmitten der Kau:. lnern hatte, dic Pflicht, darüber zu rntschcidcn, ob das Interesse der Nation die Fortsetzung l,cs Kampfes cr- fische. Trotz unerhörter Unglücksfällc war Frankreich Nlchl besiegt, unsere festcn Plätze siandc» noch aufrecht, varis war im Zustande der Vertheidigung, einer immer weiteren AnSdchnnng unscrir Unglücksfällc lonnle noch Anhalt gethan werden; aber während alle Blicke gegen ^ Feind gelichtet w^rcn, brach in Paris cine Inline ^tion auS: die Voltsrcrtrctung wurdc nergewaltigt. die Mrin bedroht. Ein? Regierung inftallirle sich durch ^lrraschung auf dem stadlhausc, l:'id das Kaiscn'cich, i^^ln die gcsammtc Nation soeben zum dritten male y^„ Zustimmung gegeben hatte, wurde durch Diejenigen Ne^t. welche berufen waren, es zu vertheidigen. Mci- N> ^l'cchlcn Uumnlh unterdrückend, rief ich mir zu: rm ^ ^kgt an dcr Dynastie, wenn das Vaterland ge- ^.^ werden lann!" und anstatt gegcn die Verletzung H^^chtcß zu protesliren. richtete ich meine heißesten Und ^^ ^"^ ^" Erfolg der nationalen Vertheidigung, nlllr « patriotische Hingebung, welche die Bevölkerung Wich ,^^ und aller Parteien bewiesen Hal, rifülltc ^l Bewunderung. hn . ^ jetzl, wo lcr >^,impf unlcrbrochcn nud die jch^^bt nach heldc'nuülhisscm Wi^vftande gefallen ist, schil, ^° l^e verciünslige Aussicht ans den Sieg Ml-G ""be„ jft ^^^ ^s^ ^ Ajt^ van Jenen, welchc die das usm'put hgh^,,^ Rechenschaft ^u verlangen für ^ru """°lhigerweisc vergosscnc Blut. für die ohne sckl x ""'«^häuften Opfer, für dic otmc Controlc ver-^, /"'dcrtcn Hilfsquellen des Bandes. D^s Schicksal iibe l ."^ ^""" "^^ ""^' Regierung ohne Mandat "'asicn werden, mclchc. iudcm sic dic Verwaltung olganisnlc, nicht cinc rinzigc jener Auloritättn be. ^" l.cß. welche ihren Ursprung 5cm allu mcinen lnninrechtc verdanken. Eiuc Nation taun cincr Re « "ung lncht langc Gehorsam schenken, welche kein Recht " l, ;u befehlen. Ordnung. Vertrauen, ein sicherer Friede , Word? "?/ ^""" ^^'^^ '""^"'' '""" t>°s Volk befragt ! ikbia -. ^" jenc Regicrnng. welche am meisten bc-' »l >,l, das Vaterland von seinen beiden zu befreien. Ul'ter den feierlichen Umständen, in welche» wn uns angesichts dcr Invasion uud des aufmcch'c,men Europa's befinden, ist cs nöthig, daß Frankreich Eins sei in seinen Bestrebungen, in seincn Wünschen in feinen Entschließuugen. Dieb ist dns Ziel, welches alle guttn Bürger bestrebt sein müssen, zi, c'rcichcn. Naß mich anbelangt, gebeugt durcb so viele Ungerechtigkeiten und bittere Enttäuschungen, so will icl, hculc nicht jene Rechte in Anspruch nehmen, welche ihc viermal in zwanzig Jahren mir freiwillig übertrugt. Angesichts des Unglückes, welches uns umringt, ist lcin Rann« vorhanden für persönlichen Ehrgeiz; al'cr so lange nicht das Volk in regelmäßiger Wcisc in s^it^n Comiticn versammelt seinen Willen wird tundgegebru haben, wird es meinc Pflicht sein, als wahrhafter Repräsentant der Nation mich au dieselbe zu wende»! und ihr zu sagen: Alles, was ohne eure directc Betheiligung geschieht, ist unge» setzlich (!). Nur eine aus dcr Vollssouvcränctät entsprungene Regierung, welche sich über den Egoismus der Parteien zu erheben vermag, wird im Stande sein, eure Wunden zu heilen, eure Herzen dcr Hoffnung, die ent-weihten Kirchen euren Gebeten wieder zu öffnen und die Arbeit, Einigkeit und den Frieden in den Schoß des Vaterlandes zurückzuführen.' Dem „Bund" zufolge snchte die Schweiz die Ver-Wendung des Grafen Bismarck für die Rücklehr dcr iuternirten französischen Armee nach. Graf Bismarck lehnte durch den Gesandten Röder dic-sclbc ab. weil die französische Regierung cl fahrungsmäßig außer Stande sei, cinc Ga'.anlic zu gevcn. daß die zurückgekehrte Armee nicht sofort gegen die deutsche Armec marschin'. Graf Bismarck ersuchte die Schwciz, in ihrer bisher in loyaler Wcisc aufrecht erhaltenen Neutralität für cinc hoffentlich noch tm^ Zeit fortzufahren und da-duich an dcr Beschleunig»'») dcs Friedens thcilzunchmcn. „Daily Telegraph' versichert, als Friedens»^ bedingnngcn seien von dem Grafen BiS>mnck definitiv aufgestellt worden.- Alitretlma von iölsaß und dn;u liloS 60 (statt 115) dentschc Quadralmeilen von votl)li„ac!,. einschließlich Metz. nebst einer KricaSentschä-digimg, dil^ anf I '/2 Milliarden herabgesetzt wird. wozu noch W Millionen für Schiffahllschädcn und 40 Millionen für die ans Frankreich ausgctricbencn Deutschen gerechnet wcrocn. Die geforderte ttr.ie gs c on t r id ut ion wird! nach cmdercv Meldung 3 Milliarden Francs belrassc!'. Der ncuc Handelsvertrag zwischen Deutschland und Frankreich soll in den Friedensv.'rtraq mit aufgenommen melden. Das „Echo du Parlemeitt" meldet: England wird Preußen einladen, dic Fricdensbedingungen einem Schieds' gcrichtc zu unlcrbrcitcn. Die Neutralen würden dann dic Auslcchtcrhaltung dcr ncncn StipnkUimicn garanti-rcn. Ein europäischer Eongreß, fügt „Echo du Parlc-ment" hinzu, sei wahrscheinlich. ^m englischen Untcrhausc drängte '> Deutschlands. Ryland bkmerttc darauf, c^ sei ungerecht, zu erwarten, daß Preußen ans diese Intervention ein Gewicht lcaen werde, wenn ihr dic materielle Nntcrstüz zuuq fehl?. , Ein: Deputation der Diöcesen Deutschlands«, darunter die Grafen Stolbcrg. Waldbnrg-Zeil und Schön bürg sSchöndorn?) b^cbcü sicli von Rom direct nach Versailles, um den K a < ser' W ilhclm von den Zustiiudm Roms zu inforuiircu und eine Adresse zu übcncichcn, worin sie im Namen der Katholiken Deutschland? die Zurückgabe Roms an den Papsl >>ringcnd erbitten. Andcrc kal^olisch^ Deputationen aus England, Irland uud Holland werden im Vatiwn heulc erwarte!. ?ic italienische Neg'crung übcrwachl stlcngstcns dic Um triebe der Ulttnmontanm, welche im Itt' und Auslande auch mit Werbunqcn zll cincm ^r^,;zngc gcq n Italien aqitircn. Der F i nc, n za n o schu ß dcr italicn,schcn »am mcr bcschäftigtc si,!) am 6. d. mit dcr Eonvc» lion, dic zwischen dun östtlreichischeü Neichsfinanzmim-stcr v. ^onyay einerseits nüd ,nil tcm Florentiner Ea-binettc andererseits vor einigen Wochen in Ausführung des Fricdcnsvertrages von I860 vereinbart wurdc. Die in diesen, Uebcrcintommcn erledigien Fragcl'. beziehen sich auf die Liquidation dcs Monte VombardoVcneto, anf oic Reclamationen der gloßhcrzoglichen Familie von Toscana, sowie dcr herzoglichen von Modena, auf die Bezahlung dcr Dotationen für dic Erzherzoginnen Maria Aünunciata und Maria Immaculata und einigt andere finanzielle Angelegenheiten. Das Resultat ist, daß I»a-licu ai: Ocfic^eiä, 621.0! 1 Francs Rente und letzteres an Itlili n 480.250 Francs Rente zu zahlen hat. Äuo den Verhandlungen der italienischen D cput i rtc n lammcr übcr die dem Papste zu gewähren^,» Garantien ist Folgendes von Inter^ lsse: Clispi deantraglc folgende Fassung des Artikels 1 -„Dcr Pupst ist bei drr Ausübung seiner geistlichen Func tiontli u>'d l^i Handlungen, dic sich auf diese Ausübung beziehen, von jeder Strafe befreit." Ratazzi verlangte, daß dic Unoerletzlichteil in einer Fassung gewährt werde, wclchc erkennen lasse, aus welchem Grunde dieselbe her-ülhrc und zu welchem Zwecke sie gewährt sei; dies ge schche am besten in der von Mancini voraeschlageneu Fassung: „Um dm, Papste, nach dem Aufhören jeder ältlichen und politischen Gewalt, die unabhängige und freie Ausübung t>cr geistlichen Autorität zu sichern, ist die Person desselben heilig und unverletzlich." Artikel ! wurde schließlich mit großer Majorität in der Fassung der Commission angenommen. Parlamentarisches. Dic Tagesordnung für die am 20. Fetnuttl (II Uhr) stattfindende Sitzung des Hauses dcr Abgeordneten lautet, wic folgt: , 1. Mittheilungen nach 8 25 der Oeschäftsordnunst, 8. Angelobung neu eingetretener Mitglieder. '). Erslc Lesung des von dcr t. k. Regierung ein gebrachten Gesetzentwurfes, wodurch das Ministerium der im Rcichsrathc ueltretencn Königreiche nnd Vändcr zum > Abschlüsse cincö UebcrcintommenS mit dem ungarischen Ministcriu-il. betreffend die Bcitragsleistung zu den ge mcinsamcn Angelegenheiteu in Folge dcS UebergangeS ! eines Theiles der Militärarcnze an« der Militär- in die Eivilvcrwaltuüg. ermächtigt wird. 4. Erstc Lesung dcr Rcgierutt^Svorlagc, betreffend den Veltraii mit dcr kaiscrlich russischen Regierung wege» Negnliruüg dcs Weichselstromcs und des Sanftusses. 5. Erstc Vesung dcr Rcgicruugsvorlage, betreffend dcn Oesetzenlmurf über di? Einführung eines allgemeinen Grundbuchsgesetzcs. , tt. Elstc Lesung dcr Reqieruugsvorlage, betreffend dcn Gesetzentwurf über das im Falle dcr Anlegung. Er> ssänzung, Wicdcrherstellung oder Aenderung von Grund' und Bcrgbüchcru zum Zwecke dcr Richtigstellung derselben einzuleitende Verfahren. 7. Erstc ^csnng dcr Regierungsvorlage, betreffend dcu Gesetzeulwurs, womit die Aushebung der zur Erhaltung dcs slchcnden Heeres (Kriegsmarine) und der Ersatzrescrvc erforderlichen Recrntencontingeitte im Jahre 187l bewilligt wird. Vambella's DcmWn. Folgendes ist der Wortlanl dcs telegraphischen Rundschreibens Gambetta's: „Un.^achtct wichtiger Ein-würfe und berechtigten Widerstandes, welche die Aus-führung der Convention von Versailles hervorrief, hatte ich mich resignirt, um, wic ich saglc, ein unbestreitbares Unterpfand von Mäßigung und Ehrlichkeit zu geben, meinen Posten nicht zu verlassen, ohne von demselben enthoben zu sein und die Wahlen vornehmen zn lassen.. Sie kennen aus verschiedenen Ihi^'n zugestellten Docu» mcuten, wie das Wcscn und der Charakter dieser Wahlen scin sollte; ich beharre bci dem Glauben, daß aus ihnen, trotz dcr materiellen Schwicrigkcittn aller Art, mit denen uns der Fciud bedrängt, nur cinc treue und entschlossene Versammlung hcrvorgchcn könne Das Decret genügt, nach meiner Meinung, zugleich den Anforderungen der Gerechtigkeit in Beziehung auf dic verantwortlichen Mit« schuldigen der kaiserlichen Rcgicnmq n»d dcn Gesinnungen dcr Vorsicht gegenüber dcn fnmdm Intriguen. Ein beleidigender Protest Bismarck« >ft seitdem erschienen. Unter dem Datum vom 4. Fclnmn- haben die Mitglie-drr dci- Rcgicrnng oon Paris durch cinc legislative Maßregel unscr Dccret zurückgezogen; sie haben überdies Garnicr Paa>Z, Engöne Pellttcin und Emanuel Arago. Untcl^ichncl t.cs Vertrages und dcr Zurücknahme, nach Bordeaux gespickt mil dem Mandat, mich dieselbe zur Anwendung bringen zu lassen. Die Regierung von Pari« lMlc «nßerdem mehreren Präfectc» in dcn Departements Depeschen direct zugehen lassen :,ur Ausführung des 256 Decrets vom 4. Februar. Es liegt darin zugleich eine Verleugnung und eine Abberufung des Ministers des Innern und des Krieges; das Auseinandergehm bcr Meinungen über das Wesen der Sachen im Hinblick auf das Aeußere und das Innere gibt sich dadurch in solcher Weise kund, daß kein Zweifel bestehen tann. Mein Gewissen macht es mir zur Pflicht, von meinem Amt als Minister der Negierung zurückzutreten, mit der ich nicht mehr in Gemeinschaft der Ideen noch der Hoff> uungen bin. Ich habe die Ehre, Sie zu benachrichtigen, daß ich heute meine Entlassung eingereicht habe, und danle Ihnen für die patriotische und ergebene Mitwirkung, welche ich von Ihrer Seite gefunden, um das von mir unternommene Wert zu gutem Ende zu führen. Ich darf Ihnen sagen, daß es meine gründlich erwogene Meinung ist, daß auf Grund der Kürze dcr Termine und der wichtigen Interessen, welche auf dein Spiele stehen, Sie der Republik einen höchsten Dienst leisten würdrn, indem Sie die Wahlen am 8. vornehmen lassen, vorbehält lich folcher Bestimmungen, welche Ihnen gcncdm sein werden. Ich bitte Sie. den Ausdruck mei-ner brüderlichen Gesinnungen zu aenchmigcn. (Aambella." Die sranMschcn Wnhlcn. Der Prinz o. Ioinville hat folgende Procla-mation an die Wähler von Cherbourg gerichtet: „AIS zu Anfang- dcS vergangenen Jahres da»> Kaiser-»eich einen Schritt zur constitutioncllcn Freiheit thun zu wMu schien, unterzeichnete ich mit andcrn Mitgliedern meiner Familie einen au den gesetzgebenden Körper gerichteten Grief, um die Außerkraftsetzung ocö GcseycS ^ zu erwirken, das uns aus unserem Vaterland verbannte.! Dieses G"such ward nicht ^cwährt. Sobald sich Frank- ^ rcicy auf "ine Laune der kaiserlichen Gewalt hin in den oerhäugüißvollen Krieg slürztc. den eo noch hüule fülnt,! mid als die ersten Ältißerfolge unserer Waffen die Ge-walt, die in den letzten Zügel, lag, zwangen an den Patriotismus aller Franzosen zu appellireu, zögerte ich nicht einen Augenblick, memcii Degen dcr Regierung an-j zubieten. Dieses Aucrbictcu wurde abgelehnt. Einen Moout spater eilt,: ich uach Paris, um dasselbe bei den Männern zu wiederholen, welche der Staatsstreich deS Volkes vom 4 September zur Gewalt gebracht hatte, und erbat nur die Erlaubnis?, für Frankreich ^u kämpfen. Di.se Erlaubniß ward mir abgeschlagen. Ich wandte mich nach der Ncihe nn alle Generale, und ick erhielt endlich vom General Chanzy die Berechtigung, unter einem angenommenen Namen mich dcn französischen Soldaten anzuschließen. Ich ward festn.cnomn-.cn und auf Befehl des Herrn Oambetta nach St. Malo gebracht. In Anbetracht dcS Vergangnen erbitte ich von dcn Wählern von La Manche ein Mandat, das mich ylciäxr-weise in den Stand setzt, dem Landc zu dienen in einer Versammlung, welche beslimmt ist, Beschlüsse von der feierlichsten Nichtigkeit zu fassen. Es liegl in dcn Traditionen meiner Familie und in meinen innersten Wünschen, Frankreich meiner leidenschaftlichen Licbc zu versichern, die Freiheit zu sichern, die gleiche Freiheit für allc. die Freiheit, unter welcher Form sie auch der nationale Wille sordcit, vorausgesetzt, duß sic von dcn Garantie der Ordnung und politischen Moralität umgeben sei. 5ie allein ein Reich dauerhaft macheu können. F. d'Orl^s Prinz v. Ioinnillc." Lille, 8. Februar. Der vou Gamdelta zum Prä-se.leu des Norddcpart^nelils ernannte Bert hat schc>n wieder seine Entlassung genommen. Der neue Präfctt ! Hendls (bisher Geheimsecretär Jules Favre's) hat durch eine Proclamation bekannt gemacht, daß er, mit der Verwaltung des Norddcpartemcnts bis zum Zusammentritt der National-Versammlun^ beauftragt, dieses Amt übernommen hade. Er fügt hinzu: „Seid freie Bürger! Niemand kann euch die freie Bezeugung eures Willens schmälern, Laßt uns unter den Augen des Feindes stim, men und den Beweis liefcin, daß die Nation durch Unglück gebessert ist. Dann wird die Freiheit und Ehre der Republik geachtet werden von ihren Widersachern wie von ihren Vertheidigern. Zum Schluß mahnt er die ! Bevölkerung zu ruhiger Eintracht und zur Beobachtung der Gesetze. Trotz des starken Regens ist ein großer Zudrang zu den Wahlurne:!. Straßburg, 9. Februar. Bei dcn gestern dahicr vorgenommenen Wahlen zur Nationalversammlung erlangte die von dem ausschließlich republiccmischeu Thcil der Bevölkerung aufgestellte Candioalcnlisle die Mehrheit. Folgende vorgeschlagene Mitd.'wcrbcr wurden gewählt: 1) Dr. Küß, Mairc von Slraßlm!^. mit 9937 Stimmen; 2) Albrecht, Maiiv uon Schlcltsladt. mit 9288 Stimmen; 3) Teutsch, Milled d?s Generalralh^, mtt 9218 Stimmen; 4) Gambctta, mit 8623 Stimmcn; 5) Schnccgans, ehemaliaer Redacteur des ,.Nicdcrr!>'ini-schen Curiert«/' mit 8577 Stimmen; 6) Melshcim, Anmalt in Schletlstüdt, mit 8348 Stimmen; 7) JulcS Favrc mit 8180 Stimmen: 8) Boll, Anwalt in Wei-ßenburg. mit 8079 Stimmen; 9) Dr. Bvlirguignon in Bischweiler. mit 7357 Stiimnen; 10 > Ersmaiiü-Chatrian, Schriftsteller, mit 7228; II) Valentin, ehemaliger Votts-refträsentllnl, mit 7l62 Stilnmen; 12) Seinguerlct, ! Redacteur des „Avenir National," mit 6229 Stimmen. ! DaS vou dcn anderen Cantoncu des nicdcrrheinischcn ^Departements erzielte Ergebniß ist noch nicht bekannt. ' Der MM lwn 1870/71. Der unterm 28. Jänner zwischen dem Grafen Bismarck und Jules Favrc abgcschlosscnc Waffenst llstand, j schreibt der „Preuß. St.-l!." . bringt eine gewaltige Kricgs-Epochc von fast siedcnmoiiatlichcr Dauer zu vor-läufigem Abschlüsse und regt zu einem Rückblicke auf die in derselben vollbrachten großartigen Erfolge der deutschen Heere an. Es lafsen sich im Verlause dieses Feldzuges drei Perioden unterscheiden, eine erstt, welche die Einleitung und die Vorbereitungen zui», Kriege umfaßt und vom l6. Juli !)is 2. Augusl währt; eine zweite, die den Kamvf mit dem kaiserlichen Frankreich bis zur Capita mlion von Sedan in sich schiüßt und vom 2. August bis zum 2. September reicht, und endlich die dritte, in weicher die Kampfe dcr deutschen Heere gegen die Armeen dcS republikanischen Frankreichs seit der Einsetzung der Regierung der nationalen Vertheidigung zum Aus-! trage kommen. Die Vorbcreitungci, zum Kricg? von 1870 licgan> nen mit dem 16 Juli, dem Tagc, an welchem die Ordre zur Mobilmachung dcS norddeutschen KricgsheereS von dem königlichen Bundesfcldherrn erlassen wurde. Es fallen in diese etwa dreiwöchentliche Periode, eine Zeit der angestrengtesten Thätiglcit, die Rüstungen dcr Truppen, die Armirung der westlichen Grenzfestunge:!, die Transporte auf dcn Eisenbahnen. dic Conccntrationcn der Corps und Armeen, die Sicherheitsu',aßrea.cln zum Schutze dcr Küsten nebst Bildung eincr freiwilligen See» wehr. und dcr Einsetzung von fünf Gencral'Gouverne-mentS; ferner gehören in diesen Abschnitt die Organi- sation der Feldpost, dcr Felocisenbahn-Abtheilungen und die großartigen Maßnahmen zur Pflege der im Felde verwundeten und ertränkten Krieger. Endlich fallen in die erste Periode die ersten Vorpostcngefechte und Scharmützel zwischen den beiderseitigen Voltruppen, sowie am 2. August der Angriff dcr Franzosen auf Saarbrücken. Im zweiten Abschnitt des Krieges nimmt der Kampf mit dem kaiserlichen Frankreich bis zum Tage dcr Capitulation von Sedan seinen raschen Verlauf: eS kann diese Periode als die der yroßen Operationen im Felde bezeichnet werden. Die deutschen Heere unter der einheitlichen Oberleitung des königlichen Oberfeldhcrru ergreifen die Offensive: die Schlachten und Gefechte von Weißenbuig, Wöilh, Spichercn, von Courcelles, Violi-oillc und Gravclotte, von Beaumont und Sedan sind es, in denen die beiden kaiserlichen Hauptarmccn unter d<:n Malschällen Bazainc und Mac Mahon nach und nach unterliegen und schließlich dem Kampf im offenen Feldc entzogen werden, die eine, indem sie troy mehrfachcr Ausfallog.'fcchte und Durchbruch?vei suche in Metz fcstgl-haltcn, cingcschlosscn und gewissermaßen zur llnlhätigteit gezwungen w-ndc. die andere, indem sic bei Srdan in KriecMvfangcnschaft qcricth. Die driltc Periode dcs ssricqcö umfaßt die An> ürengungen deS republikanischen Frankl'cich-1 scit dcr Ein' setting dcr Regierung dcr nationalen Vertheidigung. Der Hall dc>' F.slilng Metz und dic i>a>.':!l,ilation uon Paris theilen omc Pcri)dc in zwei wesentlich v.'!schiedcne Ab-schnitte; der erstere ist frci u»n Schlachten im frcicn Felde und lcnnzeichnct sich namentlich, dn Frankreich zil' nächst keine Armeen aufzustellen hatte, durch die Einschließung uud Velagcruug zahlreicher fester Platz?, dcn Vormarsch auf Paris und die Einschließung dcr stark befestiqtcl! Hauptstadt. Straschurg. Mctz. Paris und viclc andere Festungen geben verschiedenen Theilen der deutschen Hccre Gelegenheit, dic ssroßeu Blischwerd,» dcö Äclagcrun^- und Fcstuugskricgcs f,edli!d:.i und anshar vcnd zu ertragen; es fallen in dic Zeit bis zum Falle von Äi.tz die Ausfallgcfechte bci Noifscnille. Pcltre. Mercy-lc>Haut, bci St. Remy und Woivpy. — Naä, c>er Eapilulation dieser Festurig nahm die Ccrnirung von Paris das Interesse hauptsächlich in Anspruch. Dcr Plan dcs Fcindcs ging dahin, durch neugebildete Armeen von Süden, Norden und Westen hcr dii Hauptstadt zu entsetzen, während die eingeschlossenen Heere die Cerni-rungslinie durchbrechen sollten. Dem enlsprcchcud zog dic l. Vrmce unter General u. Manteuffel nach dem Nor-den, die 2. Armee des Fcldmarschalls Prinzen Friedrich Karl über Troycs und eine :^üa/bildctc Armee-Abthei lung unter dem Großherzog von Mecklenburg-Schwerin weiter westlich gcgcn die Loirc. während die 3. und dic Maasarmce den Ring um dic französische Hauptstadt gefchlossen hielten. Eg s^ell i:>. dicsc Periode mehrere ! AuSfallsgefechtc bei Paris, dic siegreichen Kämpfe bei Dreux, bei Pasqucö, bei Amiens, dic Schlacht bei Vcaunc la Rolande, dic Tagc von Voigny und Artenay und bei Orleans, die Gefechte Zwischen ^eaugency und dem Walde von Marchcnoir, l',.i Vendomc, Drou6 und Nnits, die Schlachten dei Lc Mans und bei St. Quentin. Die Niederlagen aller zur Entsetzung dcr Haupt-siadt bestimmten Armeen ermöglichten am 27. Decem< bcr den Beginn der Beschießung dcr Forts von Pari?, am 5. Jänner dcn der Stadt selbst. Nach einer artillc ristischen Thätigkeit von kaum vier Wochen, welche selbst durch den Massenausfall am 19. Jänner nicht unter' brocken werden tonnte, wurde am 28. Jänner die Capitulation der Forts von Paris abgeschlossen. .sl'llMloll. Das Pfarrhaus von Nöddebo. Scenen aus dcm Landleben inDiincmnik. (Fortsetzung.) Sie haben heute Morgeu vou meiner Bibliothek gesprochen? fuhr dcr Pastor fort, sich in seincn Arm-stuhl setzend und zwei dicke Rauchwolken gegen den Plafond blasend. Nun wohl, um Ihnen die Wahrheit zu sagen, so habe ich mich niemals eines großen Ueber-maß>s von Lecture schuldig gemacht. Wenig uud gründlich lesen, ein ausgezeichnetes Wcrt eher zehnmal, als ein wcrlhloses Buch einmal lesen, das ist meine Maxime. Sic sind also der Ansicht jenes arabischen Gene rals, der da glaubte, daß es eine verdienstliche That wäre, alle Güchersammlungeu zu verbrennen, sagte der Alte. Man könnte deren eine hübsche AuzM verbrennen, ohne daß dcr Verlust schr groß wäre. Ich verdamme j.dock dic Leclürc an sich selbst nicht, sondern nur das Uebermaß derselben. Icder vou uns muß lernen, zu leben, und die Bücher sind es nicht, die uns dies am besten lehren. Ja, aber eS ist eine schwierige uud mühevolle Aufgabe, sagte dcr Alte, und ohne dic Bücher hätte so mancher niemals entdeckt, waö er zu lernen habe. Das ist wohl möglich, aber andererseits werden Sie viclcn Personen bcgcgncn, die so viel lesen, daß daS Uebermaß von Wissen sie hindert, das wirtliche tteben kennen zu lernen. Ich erinnere mich noch an einen mei- ! ncr Studiengefährtcn, der cm wahrer Bücherwurm war; !w:nn ich ihn zufällig einen Monat nicht sah, so fragte ich ihn bei unserer ersten Begegnung nicht, wie vicle ^ Bände, sondern wie viclc Dutzende von Bänden er verschlungen habe, seitdem ich ihn nicht gesehen hatte. Er wollte Landpfarrer werden, wic ick, und hatte niemals i d?n Fuß außerhalb der Stadtmauern gesetzt. Endlich bestimmte ich ihn eines Tages, mich bei einem Besuche, welchen ich einem meiner Freunde, einem ^andpfarrcr machte, zu begleiten, und was unsere Städter am meisten in Erstaunen setzte, war, daß keiner von dcn Knech« tcn etwas von Cicero wuß!'. und doch bereitete dieser junge Mann sich darauf voi. Landlcuten da« Evangelium zu predigen! Glauben Sie wohl, daß er fähig war, sie zu leiten? Man braucht es nicht so weit zu treiben, sagte der Alte; es gibt einen Mittelweg, wo die Bücher und das Leben uns iu gleicher Wcisc unterrichte« können. Im nämlichen Augenblicke wurdc an die Thüre geklopft und ein armer Bauer trat ein. Der Altc und ich wollten uns zurückziehen; der Pastor hielt uns aber zurück. Bleiben Sie, ich bitte Sic, sagte er. Es ist einer meiner Pfarrinfassen, der, ich versichere Sie, Ihnen nichts Böses anthun wird. Tretet ein, Peer, uud setzt Euch. Nun, wic geht es Allen bci Euch zu Hause? O, ich danle Ihnen, so. so, sagte Peer. auf der Thürfchwelle stehen bleibend; ich komme nur, um Ihnen das Geld zu bringe». Herr! Das ist sehr schön von Euch, Peer; ich wollte, daß Ihr das öfter thun möchtet. Aber ich hoffe, daß Sie nicht ungehalten sind, weil ich so lange im Rückstände bin? Nein, Ihr wißt, daß ich niemals böse bin, wenn Ihr mir Geld dringt. Wie geht es Eurer Frau und Euren Kindern? Nun, so, eS könnte ihnen schlechter gehen, aber viel' leicht auch besser. Was für einen Unsinn Ihr da sprecht, Peer. Solltet Ihr nicht dem Herrn danken für alles Gute, was Ihr acnießt? Erinnert Ihr Euch noch an das vergangene Jahr. wo Ihr Euch den Arm brächet? Das war eine traurige Zeit. cinc Zeit der Prüfung. Aber nun seid Ihr wieder gesund und stark geworden und könnt Euer tägliches Brot verdienen, und dafür solltet Ihr Gott vom ganzen Herzen danken. Ja, sagte Peer etwas verlegen, aber wir sind nicht immer so, wie wir sein sollten. Das ist sehr wahr, Peer, aber wenn wir nicht zu-frieden und glücklich sind, so ist es unscr eigener Fehler; der Herr schickt uns nichts, was nicht gut wäre. Wir sind cS. die das Gutc in Vöscs verwandeln. Dcr Pastor machte zwei oder drei Gänge durch das Zimmer, als ob er hätte Peer Zeit lassen wollen, über seine Worte nachzudenken. Dann ging er auf eiiu" anderen Gegenstand über. und sante plötzlich: Habt Ihr die Zeitungen gelesen, die ich Euch gc' schickt habe? Ja, Sie haben uns großes Vergnügen gemachl; ich danle Ihnen vielmals dafür, Herr! Seid Ihr auch überzeugt, sie gründlich gelesen 5" haben ? Ja, Herr, wir haben die auswärtigen Nackrictil gelesen, die von uuserem Land, die Verstorbenen und a anderen Sachen. Wir lesen sie von einem Ende bis a» andere. 257 , So hat denn in kaum siebenmonatllchem Feldzuge die deutsche Heeresleitung zwei feindliche Armcen in die Kriegsgefangenschaft des eigenen Landes abgeführt, eine dritte vorläufig in d?r feindlichen Hauptstadt ohne Waffen und Kriegsmaterial krie«sgefcn!ge!, eingeschlossen und die vierte gezwungen, auf neutralem Gebiete sich mlerniren zu lasscn. Auher diesen großartigen Erfolgen aber hat das Cernirungsheer durch die Erzwingung der Capilu lation der start befestigten, überreich armirten Landeshauptstadt mit ihren zwei Millionen Einwohnern nnd etwa einer halben Million Truppen eine der größten Aufgaben der Kriegführung aller Zeilen gelöst. Wohl nie sind in cinem so lurzci, Zeiträume so vielc, so bedeutende Feldschlachtcn siegreich geschlagen, cine so lange Neihe von Belagerungen glücklich durchgeführt, so zahl' reiche Festung», und fcstc Plätze des Feindes genommen, vier große Armccn für den weiteren Verlauf des Krieges unfähig gemacht worden. Die Kriegsgeschichte kcnnt leine Beispiele ähnlicher Leistungen in cil'cm sicbenmonatlichen Feldzngc. Subventionen des Mrrliaulninistmllms. Wiederholt ist theils indirect, theils, nnd zwar au« zwei Kronländern, durch unmittelbare Eingaben dem Acktlbauministerium angcsonncn worden, die auf oaö betreffende Land entfallende Dotation zur Hebung einzelner Zweige dcr Landwirlhschaft ohne nähere Bezeichnung der Widmungen entweder dem Landesausschusse oder der LaudwirthschaftSgcsellschast zu übermitteln und die Verwendung anhmnzustcllcn, wogegen nur eine jährliche Schlußrechnung dem Ministerium vorzulegen wäre. Der Standpunkt des Ministeriums gegenüber diesen Ansprühen ist in der Erledigung jener Eingaben, wie folgt, llar dargelegt: „Der Poranschlag für 1871 uud die Vorbereitungen Kur seinerzeiligcn Pertheilung dcr hicrortigen Subventionen sind bereits in einer Weise gestaltet, wodurch be-ltchtigten Wünschen nach freierer Bewegung innerhalb ber Dotationen Rechnung getragen ist. Es geht zwar nicht an, daß das Ackerbauministerium, welches für die zweckentsprechende Verwendung der von Seite dcö Rcichs> lathes zu Subvenlionszwcckcn bewilligten Summen verantwortlich ist, auf die Anordnungen und Gedingungen "treffend die Verwendung in den einzelnen Ländern verachte und einfach Pauschalsummen den betreffenden Cor-^rationen zur Verfügung slmc. . Es ist fcrner nicht zulässig, die Gesammtdotation '."l Subventionen zuerst nach Ländern und dann inner-Ml> jedes Landes nach einzelnen Productionszweigen zu spartiren, da wcdcr die Größe, noch die Steucrsumme ^es Landes, sondern nur die erkennbare Dringlichkeit ^es Bedarfes für die einzelnen Eulturzweige, die Unzu-Endlichkeit der anderweitigen Bedeckungsmittel nud die ^ichcrhcit der entsprechende!» Verwendung den Mahstali für die Bewilligungen abgcben la»n, wenn dic Mission des AckelbauministcrilimS nicht aus den Augen verloren werdcn soll; dagegen erschien es nach den bisher gewonnenen Erfahrungen angezeigt, für die Zukunft einerseits schon das Subvcntionsbudgct im vorhinein nach den früher eingeholten Anträgen der LandniirthschaftS» Gesellschaft zu gestalten, andererseits auch die Pirementi, zu erleichtern. In diesem Sinne nun wurde bercilS der Voranschlag für I87l zusammengestellt, Was dic Gestaltung von Virements anbelangt, so wird es van bcn iu dieser Beziehung dem Ackerbauministtrinm selbst b°n Seile des ReichsralheS einzuräumenden Zugeständ- nissen abhängen, wie weit hiclu« g^?m1ber dcn land-wirthschaftlichen Gesellschaften gegangen werden taun" Jedenfalls glaubl das Ackerbauminisierium sich dar«, auf berufen zu tonnen, daß cS auch schon bisher hin« reichend mntivirten Anträgen w letzterer Richtung stets thuniichst Folge gegeben hat. ,............ .,., Mgesneuiffkeitm. — Se. Majestät der Kaii'cr sind Samstag um halb 5 Uhr Abends im besten Wohlsein in Meran eingetroffen und vom Bezirtshaupluiann und Bürgermeister ehrfurchtsvoll empfangen worden. — (U ebers chwc m mung in Wien.) Wien ist am Sonntag von ciner Ueberschwemmung heimgesucht worden. Iu Folge Festsetzung eines Eisstoßes im Douaucaual stieg das Wasser und trat schließlich aus, so daß Theile der Leopoldstadt, Roßau, Weißgärber und des Praters itder-fchwemmt wurdeu. Das Unheil ist um so größer, da sowohl die Bevölkerung als die Behörden vou demselben völlig überrascht wurdeu uud vou keiner Seite genügende Vorkehrungen getroffen waren, um den Wirkuuacn des momentanen Änprallö dcs Wassers einen Damm cnlgegeuzusetzen. Man war durch den eingetretenen FriH, lx'i dem man eine Wassergefahr nicht befürchten zu müssen glaubte, so vertrauensselig geworden, daß man ganz entsetzt war, als Morgens die erste Meldung von Linz tam, daß ein starker Eis« stoß von Salzach abgegangen. Nachmittags A Uhr trat das Wasser bereits über die Ufer des Donaucauals und blieb in stetem Steigen bis 9 Uhr. Alle betreffenden Behörden uud Organe blieben im Dienst, weil mau das Aergste flir die Nacht befürchtete. Um 11 Uhr endlich fiel das Wasser wieder. Trotzdem war nicht alle Gefahr entschwunden, weil der Eißstoß uoch immer feststand. — (Raffiuirter Betrug.) Die Strafhausuer-walterswitwe Theresia Schäffcr, auf der Scilerstätte Nr. 7 in Wien wohnhaft, erhielt dieser Tage den Besuch einei, elegant gekleideten Mannes, der sich für den Bruder des Dr. Seydler, Eigenthümer deö Hauses Nr. 4 in der Schel« linggasse, ausgab. Da die Witwe in diesem Hause eine Wohnung mietheu wollte, schenkte sie dem Manne Glauben, schloß mit ihm eineu Miethscoiitract ab und gab ihm als Angabe eine Fünfzigguldennole. Der Schwindel wurde von ihr erst anderu Tages entdeckt und der Behörde angezeigt. — (Ein Opfer der Kälte.) Man fchreibl der „N. Fr. Pr." aus Hullein vom 9. Februar: Gestern spielte sich Nachts hier eine traurige Scene ab. Der vonHolleschau Hieher verkehrende Postwagen brachte einen jungen kräftigen Bauernburschen mil, den er augeblich etwa zweihundert Schritte vor dem Dorfe Strebelitz gefuudeu, wo diefer mit steifgefrorencn Kleidern inmitten der Straße gelegen, seiner Sprache jedoch noch mächtig gewesen sei. Neim Abladen des Erstarrten wurdeu vuu Seiten des Bahnpersonals sofort alle möglichen, in diesem Falle erlaubten BelebungSmiltcl angewendet uud auch sofort um deu Hnlleiner Gemeinde-Arzt gesendet; doch ehe die ärztliche Hilfe kam. war der Mann bereits eiue eisige Leiche. Ein Kamerad des Opfers fand Unterkunft in dem Mauthwirlhshause, wo er Folgen» des aussagte: Sie seien auö dem Dorfe Ältenoors nach Ouassitz gefahren, durch Unlenntniß der Straße oder um sich dcn Weg abzukürzen, fuhr der Knecht über einen anscheinend zugefroreneu Arm der Nussawa, uud sie bra-chen mit den Pferden bis zur Bauchhöhe ein, wobei die zwei jungen Leute, den Pferden zu Hilfe kommend, auch in das Wasser stiegen, was ihnen theuer zu stehen lam. Der Jüngere lief bei einer 18gradi-geu Kälte so schnell als möglich nach dem eine halbe Stunde entfernten Hulleiner Mauthwirthshause, wo er mlt ganz erfrorenen Fingern ankam lind Bericht erstattete' die miltlerweise angestellten Recherchen erqaben, daß die Pferde bereits ganz eingefroren waren und nur als iodte Cadaver aus dem Eife gehauen werden tonnten, während der Knecht eben in den letzten Todeszuckungen lag. Sträflich dabei ist, daß ein Holleschauer Fiaker mit dem Mannc sprach, ihn jedoch in seiner Hilflosigkeit verließ, in welcher Lage er erst von dem darauf kommenden Postillon aufgenommen wurde, welcher wieder fo unverständig war,, statt nach dem zweihundert Schritt entfernten Dorfe umzukehren, wo sogleich Hilfe und vielleicht Rettung zu holen war, mit dem halb' erstarrten Manne noch einen Weg von ciner halben Stunde bis zum Hulleiner Stationsgebäude zu machen. — (Eiue mordlustige Ehegattin.) Mau schreibt dem „T, a. M." : Großes Aufsehen macht in Dolloplaß und Umgebung der versuchte Mord einer gewissen Theresia Z. an ihrem Gatten Thomas. Dieser kam nämlich Abends ermattet vom vielen Arbeiten nach Hause, und es wurde ihm von seinem Weibe eiue Suppe, dann Fleisch und Gemüse vorgesetzt. Thomas Z. aß sehr lang' sam, weil cr von der Kälte ganz erstarrt war, und zwar zn seinem Glücke. Aber schon nach dem Genusse zweier llei-neu Ileischstückc fühlte er Ueblichkeiten, worauf heftiges Er, brechen folgte. Während sein Weib iu der Küche beschäftigt war, versteckte ei cinen Theil der Nahrungsmittel, genoß nichts mehr und legte sich zu Bette. Am anderen Tage be-gab er sich zu einem Arzte, erzählte ihm den Vorfall und zeigte ihm das Fleisch und Gemüfe. Dieser fand nach ge-uaucr Untersuchung mehrere Körner Arsenik, welche noch nicht aufgelöst waren. Es wurde hierauf die gerichtliche Anzeige gemacht und Theresia Z. als des versuchten Men chelmoroes verdächtig verhaftet. — (Hermann Ludwig Heinrich Fürst von Pückler-Mus kau) ist am 4. d. M. auf Schloß Branitz verstorben. Er machte mehrere größere Reisen durch Nordafrika und Vordcrasien, welche er in seinen Werten später geschildert hat. Als Schriftsteller machte sich Fürst Pückler' zuerst durch die „Briefe eines Verstorbenen" (1830) bekannt. Sodann erschien lutti lrutti aus den Papieren eines Verstorbenen (1834) und „Iugendwande rnngeu", welche im Vergleiche zu dem ersteren großes Aus-scheu erregenden Werte nur wenig von sich reden machten; 1835 uud 1836 erschienen seine Semilassobände, welche ihm die Heiue'sche Salyre auf den Hals zogen. Obwohl Aristokrat durch Geburt nnd Ueberzeugung, stand Fürst Pückler doch in dem Rufe eines gewissen Liberalismus. — (Schädlichkeit der Papierträgen.) Als einen Beweis für die Schädlichkeit der Papierlrägeu führt Professor P. H. van der Wehde die Mittheilung eines Arztes auf einer Verfammlung zu Tarentum (Alleghanp County in Penfylvania) an, nach welcher bei einem Kinde, das den grüßten Theil eines weggeworfeuen Papierlragenö gegessen hatte, VergiftungSerscheinungen aufgetreten waren, die durch Brechmittel und andere zur Entfernung deS Giflcs dieuende Mittel zwar beseitigt wurden, jedoch erst nach 40 Stunden. Die chemische Untersuchung solcher Krägen ergibt, daß sie entweder mit Zinkweiß (Zintoryd) oder mit Schwerspat h (Barytsulphat) überzogen sind. Beide Substanzen sind mehr oder weniger giftig; das Zintoryd wird vermöge seiner emetischen Eigenschaft von felbst wieder eliminirt, so daß, wenn man sicher weiß, daß daS Zinkoryd die Ursache der Vergiftung ist, zur Behandlung nur die Anwendung von warmem Wasser nöthig ist. um das Erbrechen zu befördern. Die Barytpräparate hingegen erregen nur in großen Gaben Erbrechel, und dann treten auch Konvulsionen und andere schwere Erscheinungen auf. Das Tragen folcher Es ist gut, der Herr sei mit Eucb, Peer; grüßt '" Eure Frau. Ich danke Ihmn; gntcn Morg. Herr! Und Peer ging höflich grüßend sort i°l»t ^ ^bk" nun gcsehen, was wir hier studiicn, ^nsa ^ pastor zu uns; wir lescn die Zeituugen von he! ^ zu Ende; was sagcn Sie dazu, meine f^ ."as war cine sehr schlechte Lecture, welche der Pastor Alt/'^. Vfarrinsasscn wählte, weil nach der Ansicht des 5? " bie Journale ein wahies Vcrderbcn sür das ^^ wären. Aus Respect für den Pastor jedoch bc. H Ute Christoph sich damit, zu saa.cn, daß man sür "uern vielleicht eine bessere Lecture wählen könnte. ^ , ^as ist sehr wahrscheinlich, antwortete dcr Pastor. H Peer würde sicherlich von scincr Lecture vielmehr A'c ^"'' """" 'H ihm die Red:», Schkiermachers y?il ^ Christenthum oder die Moralphilosophk von ^'chard Rothe lcilM würde. . Es gibt eine Menge AndachtSbüchcr. dic man in odn,?"" ^"ssl" verbreiten könnte, sagte d k 1°. !"" Gebetbücher haben, daß für die persönliche > o«Ht kcm Platz mch,- übvia bleiben würde. Man wird ill^s"^"" 6l"?"' '"it Katechismus nnd Predigten so rr aden. daß sie davon so üliersaltigt sein werden, wie ' ilmoer der Väcker vom weißen Brot. Man sollte den ?".lh"l 'hnen wenig auf einmal geben, nm ihnen ^unjch „gH ^ag mehr zu erregen. der Alte ^ """ '^""' "^° ^" lesen'geben? fragte Fic haben es gehört, die Zeitungcn. Ihr Inhalt ist voll Abwechslung, daß man damit auf liusindellei Artcn auf den Ocist ihrer Lcscr wiilcn tauu. Ich wollte, daß Sie die ernsten Gespräche hören würden, zu welchen Sie Pccr nnd mir dm sloff liefern. Der itrieg, der Tod eines großc» Generals, die HungerSnoth in irgend einem Theile Deutschlands sind cbc;isn nklc Lehren, die wir uns ;u Nutzen machen, scl?>?, um darüber im Lichle des Evangeliums zu dispuliren, od?r uns zum Dante a^en 'Voll anzurcgcn, daß wir verschont geblieben. Pccr war heute nicht iu der Laune, zu plaudern, aber srhr oft, ich gestch: cS. beschämt cr mich durch dii Weise, in welcher er dic Zeitungen licst. Worauf eS bci unserer Lcclürc ankommt ist dic Art. in welcher wir sic in uns aufncymcn. ES kann etwas, was fehr gut ist, von sehr übler Wirkung sein. Im vergangenen Iahrc hatte cin Mann aus meiner Pfarre in einer Weise die Äibel gelesen, daß er sich einbildete, oou einem Dämon besessen zu sein. Dic Folge davon „.ar, daß er nicht mehr ar^ beiten wollte, weil dann nlkö, was cr thnn würde, ein Wcrl dcs bösen GeistcS scm würde. Scinc Frau kam zu mir und llagtt mir lhrc gv^e N^h, wissen Sie. nn? ich ihn hcillc? Nun? Mit Hilfe deS Auchcs, duß dcn Titel führt „Ieftpe auf dcm Gerne." Ich buchte chn. nahn, seine Bibel und alle religiösen Güchcr weg nud sagte, nm sciner Lecture cine kleine Abwechslung zu neben, rathc ich ihm „Ieppe auf dcm Verge" zu lesen. Er sah mich mit dem allergrößten Erstaunen an, da er aber den größten Respect uor mir hatte, so gehorchte er. Am darauffolgenden Tage kehrte ich wieder zu ihm zurück. Mein Buch hatte den erwünschten Erfolg gehabt; der Mann hatte den Dämon vcracsseu und dachte nur mehr an „Ieppe auf dem Berge." Ich fragte ihn darauf, wie im Vor-übergchcu, ob er nicht inö PfavrhauS kommen wolle, mir bci einer Arbeit zu helfen? Er versprach es mir unverzüglich, dcnn unsere Landlcute sind sehr dienstwillig. Zpätcr lieh ich ihm noch einige kürze Erzählungen, die ihn aber nicht mehr so inlcresfirtcü, wie die erste; schließ» lich, indem ich täglich mit ihm über daS waS er las, sprach, lenkte ich ihn nach und nich von seiner fixen Ioee ab. Er nahm wieder seine regelmäßige Arbeit aus und der Dämon war vergessen, Dcr Altc war nicht überzeugt und er antwortete, daß in allen Fällen jeder die heilige Schrift lesen und dieselbe auch dic Armen lesen lassen müsse. Das ist sehr gut, aber Sie dürfen nicht glauben, daß Sie ohn^ alle Umstände unferc Bauern nöthigen werdcn, religiöse Bücher zu lcsen. Ge!»en Sie Peer einen Räuberroman von Alexander Magnus, er wird ihn ganz gewiß lesen; wenn Sie ihm aber cin gut geschriebenes Geschichtsbuch leihen, wird er es auf die Seile legen. Nein, mit unserm Volte muß man langsam vorwärts gehen. Ihr gutcn Lcutc von Kopenhagen bildet Euch ein. daß alle Welt das Collegium besucht uud die Classiter studirt hat, wie Ihr. Glaubt mir. vor Allem muß man dic Aufmerksamt.it wecken. daS Intcresfc erregen, und dafür sind di<> Zeitungen sehr nützlich, ^wenn man sich in ciner passenden Weise ihrer bctncnt. Später kann man Anderes darmif bauen. Ich bedauerte cS innerlich fehr, daß Oorpu8 ^uri« bei dieser Discnssion nicht gegenwärtig war. Sie hätte sein Herz erfreut, obfchon cr diese Papiere nicht in dem Sinne liest, wie der Pastor und Peer. (Fortsetzung folgt.) 258 Papierkrägen hat auch bei manchen Individuen Erosionen (Hautfressung) am Halse erzeugt, dadurch, daß die Hautausdunstung die weiße Farbe löst. Locales. - (Handels- Kranken- und Pensions-Ber^ ein in i! aid ach.) General-Versammlung am 12. Februar. Anwesend, Vorsitzender Vereins-Direcwr A. Dreo, Schriftführer Director-Stellvertreter M. Treun, und 40 Mitglieder. Der Vorsitzende begrlißt die Versammlung mit einer kurzen Ansprache und eröffnet die Sitzung; derselbe lrägt sodann den Jahresbericht Über die Geschäftöihäligleit des Vereines im abgelaufenen Jahre vor. Laut desselben ist die zur Zeit der Grlinduug (18^5) in Nussickt gestellte Pensions-Anstalt im vergangenen Jahre factisch eröffnet worden; aus diesen« Grunde wurden neue, den Anforde« rmnM der Gegenwart entsprechende Statuten ausgearbeitet. Zur Kräftigung des Vereines werden statutengemäß auch unterstützende Mitglieder aufgenommen, und die Direction lM zur Erreichung dieses Zweckes Einladungen zum Vei lritte an hiesige und auswärtige Fabrikbesitzer und Kauf» lcute ergehen lassen. Im vergangenen Jahre smd 4 Ge^ ^ neral- uud 14 Direction-Versammlungen abgehalten, und! 44»: Geschäftssti'lcke erlediget worden. Bei Begilin dieses! Jahres zählte der Verein 17 Chreu^ 2 uulelstützende und 240 wirkliche Mitglieder, das ist 43 Mitglieder mchi'. als bei Begiun des Jahres 1«70. Am Schlüsse des Jahres 1870 dcMlg das VerciuS-Vermo'gen 27.023 st. 70 lr. wclches sich im genannten Jahre um 1237 fl. 41 lr. vermehrte. ^ Die wirtlichen Einnahmen pro 1670 beziffern sich auf ' 2614 fl. 13 lr., die 'Autgadcn auf 1323 fl. 22 tr.. dar ^ uttler die Kosten der Kr.n,lenpflea.e, der zeitweisen Unters sliitznngcn uud Vcerdigungcn mit 787 sl, (! tr. Der im laufeu-! deu Jahre verstorbenen 6 Ptilglieder gedachte der Vorsitzende in ! cinigen warmen Worten, welchen die Versammlung dnrch Er ! heben von den Sitzen ihre Zustimmung ertheilte. Dem Mit-! glicdc Ferd. Zezzenbergcr in Kirchdorf (Oberösterreich) wurde loggen seines vorgerückte« Alters und völliger Erwerbs' Unfähigkeit die von der Direction beantragte Verleihung einer lebenslänglichen Iahres-Pension von 150 fl. genehmiget. Gewählt wurden: In die Direction anstatt des angetretenen Herrn ,sv Hall?eusteiuer, Herr V. E. Gerber; in deu Rechnnugs-Neoisions-AuSschuß die Herren: Johann ' Iamschet und Ioh. N. Plautz >lm. und als deren Ersatzmänner Fr. Schantel jun. und Gust. Stcdry. Schluß der ^ Sitzung halb 12 Uhr. l — (Herrenloses Geld.) Gin Netrag ouu mehr ale 25 Gulden wurde bereits am Aschermittwoch des Jahres ' 1849 am hiesigen Südbahnhofe gefunden und erliegt f^il' dem beim Magistrate. Der Eigenthümer wird jetzt aufge. fordert, binnen Jahresfrist seine Ansprüche geltend zil ma ! chcn, widrigen« anderweit über die Summe verfügt würde. — (SchlußverHandlungen beim l. f. Lande s g e r i ch t c Laibach.) Am 15. Februar, ^ucas Cigole: schwere körperliche Beschädigung; Johann Mrlt: schwere körperliche Beschädigung; Mariin Bedenc: Vergehen gcgcn die Sicherheit des Lebens. — Am 16. Februar. Franz Kopaö und Franz Z,ijic: öffentliche Gewaltthätigkeit; Iofef Vonadej: öffentliche Gewalllhäligkelt. — Am 17. Februar. Joses Mozilla uud Unlou Vldic: Betrug; Gregor Ka-slelic: öffemlicbe Gewaltthätigkeit; Josef Reßler i Diebstabl. j Korrespondenz. X Aus Tbcrrrain, 12. Februar. Sollte das schöne Wetter, das mit den Echneemassen aufzuräumen begonnen l>il, wie wir hoffen dürfen, lange andauern, so werden »rohl endlich auch die schlechten Straßen und besonders die unter die Rubrit „Gemeindestraßen" gehörigen Zufahrten zn den einzelnen Bahnhöfen, deren Zustand mehr als jämmerlich genannt werden darf, besser werden, denn trotz der vielfachen Beschwerden in den öffentlichen Blättern wird noch immer nichts gethan, um selbe fahrbarer zu machen. Vorige Woche gelangte an die einzelnen Gemeinden Oberkraius die Weisung, sich darüber auszusprechen, in wie weit auf Grund der vom Bürgermeister der Landcsh nipt- jstadt Laibach an das Landespräsidium gemachten Vorstellung behufs Abänderung der für die Bewohner Laibachs nun fchr ungünstigen Fahrordnung der Züge nach Tarvis, eine solche Abänderung zulässig sei, ohne wieder den Inter« essen Obertrains merklich zu schaden. Wie ich vernehme, sprachen sich sämmtliche Gemein-den dahin aus, daß die jetzige Fahrordnung eine fllr Ober» train überaus günstige sei, und wird daher die Bitte gestellt, das hohe Landespräsidium möge in Berücksichtigung dessen, daß Oberkrain der einzige Theil des Landes sei, in welchem Handel und Industrie betrieben werden (Factoren, welche schon bei der Concession des Bahnbaues maßgebend waren und nun gewiß Berücksichtigung verdienen), den Wünschen sämmtlicher Gemeinden Folge geben und dafür sorgen, daß die jetzige Fahrordnung aufrecht erhalten bleibe, iudcm ja ohnehin auch deu Interessen der Stadtbewohner durch die Sonutagszüge, welche ganz nach der in der oben erwähnten Vorstellung des Herrn Bürgermeisters gewünschten Wahlordnung verkehren, genugsam Rechnung a/N'agen wird. Ferner steht zu hoffen, daß die Bauunl!'>»'.'hmung der itronprinz Nndolfsbah» auch die gewiß ereclneu Wünsche der Nadmannildmfer erfüllen werde, indem 3i.>dmannsdorf ^eine Haltstclle bekommt, auf der zum mindesten Pcrsoucu-! karten ausgegeben werden, wodurch uicht nur den Nadmcmns-! dorfern. foudern auch den Landbewohnern um ^tadmauns-dorf bedeutcudc Vortheile erwachsen. Aber auch die t. t. Postdirvclion ist bemliht, den Wünfchen der Oberlrainer all'eits Rechnung zu tragen, denn uicht uur daß bereits an dcu ciuzelncu L.mdpostämtern ! gedruckte Frachtbriefe, wie wir selbe wUnsaVcu, verlaust 'werden, wurde wieder der Eoncurs fllr ein neu zu errichtendes Postamt in Möfchnach unter Radmannsdmf ausge^ ! schrieben, wodurch auch deu Möschnacheru, die bisher zum !Postbezirke Mdmannsdorf gehörten, eine große Erleichte-! rung zu Theil wird. ! Und da auch die Ballchronil zu den Pflichte» eines i gewissenhaften Correspondenlen gehört, so muß ich berichten, daß Dieuslag dcu 7. d, M. in Krainburg ein sehr bc-suäner Ball stallfand, zu welchem allc Honoratioren Ober^ krainS geladen waren und viele auch erschienen. Da von einem weiter« Tauzfeste bisher noch nichts ^u hören ist und der Earnevalsschluß nahe ist, fo dürfte die Vallchronik Oberlrains mit diesem Feste leider ihren ' Abschluß finden, was vielleicht mancher lanzlustigen Schönen, die nicht Gelegenheit hat, die glänzenden Ballfest^ der Hauptstadt zu besuchen, Leid bereiten wird. ' Neueste Post. (Original-Telegramm drr,,5iaibacher Heilung.") ! Vordeaur, ll H Februar Grste Hitzunss der Nationalversammlung. Ge«^en 3QO Dcpu tirte anwesend. Altcrsprasidrnt Dajy fühlt den Vorsitz, er beantragt so,,l<.iche Constituiluna.. Ilra^o bemertt. d,ift dir Tvahlresultate von tpcrc Mctalliques uiil Mai.-ilild Navcmbcr-Ziusrn 58.80 — 5ftnv, National-Anllhcn 0?.«<» - 18«0er Stllllts'Auleheu 94.50. - Vaulacticu 724 Credit Äctien 251.70. — London 124 15». - Silber 121.75, - K. l Mluz-Ducaten 5.85',,. — Napoleoud'or 9.l»5'/,, Anftekommene Hremde. Am 12. Febniar. «»«s»««. Die Herre»: Ivan,'. Dechant. Gt, Martin, itopriunilar, Pfarrer. Sava. — Giordani Virlendors. Achlin, Gutsbesitzer. Obertrain. - Sorrr, Kaufm, Wippacl!, - Blau, Kausm., Kanischa. - P^ocuig. Fabrikant, Kropp, — Saie, Kraiuburg. - Saic. Kaufm. Krainbnrg. Kouicla, Ingenieur, Tarvis. - Cadori, Kaufm, Trieft Potocuia, Ingeuieur, Gottschee. .««<««>< NVlen. Die Helie»: Melion. l. l. Hauptman«, Älilnusburci. - Krenn, Beamte, Äeisnil) Groß, Kaufm, Gmz. Haschl, Bahnbediensteter. Wi>'n '^otzeli, Kaufm,, Wien. Theater. Heute: Ezar und Iimmermann, Oper in 3 Acten. Metsliloloqischl' zzc^chachir.il^kit ltt Lailmch. 6U Mg. 32^1» -12.» windil'ill"! heiter l3 2 „ N. 326.U4 -- 5.H windNia ! l^itcr O.oo 10. M. 328.8? — 9., wiudslill heiter Sternhelle Nacht. MorgmS nach 6 Uhr Ncbcl, bald vet' schwuuden. Souniger taller Tag. Äbeiidrolh. Das Tagcsmiltcl ocr Tempellllur - 9.2", um A.!>" unter dem Normale. Veranlivortlichcr^tedarteur: Ignaz v. K I e i n m a y r. MjklMichl. 'lUiell, II Frliluar. Dcr GnmdNMS der heutigen Vorse war Matti^lcil. Zwar giligcu die Cmse nicht l,".-lrächtlich zurilck und einige Effecten haltm sogar tlcine Reprisen doch war dcr Umsatz nirgend« von größerer Bedeutung und im Allgemeinen Berlaufelust lllicrwiegcnd. ^. ^lllsse»,eine ?taat?scdll!d. Fllr 100 fl, Ouil^illichr Gtaalöschuld z,'. 5» p2t.: in Nolcn vi'l^insl. Mai-November 58 55> 58 65» .. ., „ Felirnar-Augnft 58 55 56.60 ,. Silber .. Iannrr-Iuli , 67 80 tt7.90 >, .. , .. Aprll-O<-wl'er . ti7,80 67 90 ^,< li I 183l> .... 285.- 286.— .. „ 1851 (4 "/,> zu 25'^.. 88,75 8i> 25 ., I860 ,u 500 fl. . . 95.10 <<5,3<) .. i860 zn 100 ft. . .,07— 107,50 . ,. 1861 zn l00 sl. . 123 25 123 50 HlüatS-Domälll'll.'Pjalldbriefc zu l->.'0 fl, ö W. i'l Hilver . .120,50 120 75 »5. l^rundentlastunnS-Qbligat.onrn. Für 100 fi. ^,,lb Vuarf ^^tM'!! .... ,'l5p . . , ,2105 2119.— if!wfl'rch?N'.Nllr<'!er-Buhll 165 I65,b0 Geld <^2ar, '?ran,'^'ll''vbi'.?..^i.- . . . !90 — 191 — ^mbern-E^l'll.cIafsyfr-Bübz! . 188.- 189.— ^loub. öNm.......345 — 348.— ^estsrr. Nordweslbahü . . 198,— 198 25 Rudolfe-Bahi.......161- 162 — Ziebenbilrger Bchu ... 166 75 167.25 Zlaatslinh:,.......373,— 3'<5.— sildbahn.......181.- 181 25 Litd'üorbd Verbind. Nahn , . 174.— 174.25 theiß Nahü.....230.- 231.— Ungarische Nordoslbahn . . . 15^;.— 156 50 Ungarische Ostbahu . . , . 8l,75 82.— tramway........18370 184.— M>. Pfandbriefe (filr 100 fi.) Allst, oft Voom-Credi<-"lttstall Geld Waare nrrloSbllr ,n 5 p(lt. in Silver 106 50 106.75 >io.iu33I.rllckz.,,u5pEt.inö.W 87.75 88,— «atwllulb. ,u 5 V,stb^,< . 9340 9360 Get Waare Siebend. Bahu in Silber verz. . 89,5,0 90. StaatSb. G. 3°/« ü 500Fr...!, Em. 135.50 136 50 ' Sildl,. G. 3", i, 500 Frc, pr. Ttilck 114 — 114 50 Slldb.-G.» 200fl.,. 5>"„ flir 100si. 88.90. 89.l0 Hiidd.'UllNS 6°„ (187« -74) 2 500 FrcS pr. ?tilck . . 23!' - -.-llnq. Ostbahn für 100 si, . , 83.20 83 40 «R. Privatlose (Per Slück.) ! Kreditanstalt f. Handel il. Gnv. Geld Wauie zu 100 fi ii. W......162 50 163.5)0 Rudolf-Stiftung ;n 10 fi. . . 15 50 16 50 Wechsel (3 Mcu) Geld Waair Auasburll, filr 100 ft silod. W. 103 65 103 8^ ssrauls'.lN a.M. 100 fl. dctlc 104.- 1<>4 10 Hamburg, siir 100 Mart «anco 91 60 9l.7l' Üciildou. flir 10 Pfund Sterling 124.30 124 4»1 Parie, fitr 100 Franco . . . —.— -.'^ <5o»r« der Oe!ds«'rt?n .'c. Miiuz-Dncatc, . 5 fi. 85 l,. 5 fl. 87 s>- 'I.avolconttd'ar . . 9 „ 96.^ . 9 .. 97 » Prcuß. Lasseuscheinc 1 „ 83j „ 1 . 84^ > öild?r , . 122 ,. 25 „ 122 .. 75 . «raiuische Orundentlnftnngs - Obligationen, P^ natn.-'tirung: 86 - Veld. Waare.