^N 43. 5MMW R843^ Vaterländisches. Trieft und seine Umgebung. (Fortsetzung.) >^W-rbeit verlangt Erholung, und so hat hier wie anderwärts die Kunst dieß Amt und deS Amtes Ehre. Zwar geben die Barone der Aesthetik allen kaufmännischen Verkehr häufig für stockprosaisch und edleren Genüssen widerstrebend aus; aber dieß beweist nur, daß sie das Leben nicht lebendig angeschaut , sondern aus willkürlichen Begriffen sich eine lrrthümliche Welt gezimmert haben. Der Mensch hat in allen Zonen und Sphären das Bedürf. niß der Kunst; nur drückende Armuth und stete ermattende Mühsal lahmen und versteinern den Sinn dafür; Wohlfahrt dagegen und mäßige Thätigkeit erschließen und nähren ihn. So sehen wir denn al« lenthalben unter dem Schutz blühenden Handels und Gewerbfleißes in Florenz, in Venedig, in den Niederlanden den Flor der Künste. Auch Trieft strebt nach diesem Nuhm, wenn es ihn auch noch lange Nlcht crre,chen kann. Zur Unterstützung der Malerei und ihrer plastischen Schwestern hat sich ein Verein von Gönnern des Schonen gebildet; Preise werden für daS Erfreulichste gegeben und die siegreichen Werke durch nachahmende Platten vervielfältigt. Die künstlerische Pietät der Bewohner Triests bethätigt daS Denkmal für Winkelmann, der bekannt» lich hier ein Opfer räuberischer Habgier wurde. AuS. drücklichen Dank verdient bei dieser Gelegenheit der gelehrte Doctor Rosetti, , der die Errichtung dieses Monuments mit Nie erschlaffendem Eifer und un» beugsamer Beharrlichkeit eine lange Reihe von Iah-ren hindurch betrieb. Sinnig war der Gedanke, die wenigen Reste römischer Alterthümer, die sich hier befinden, den Manen des großen Forschers zu widmen und gleichsam abzutreten. Was sollte Triest, daS dem Hcute mit Leih und Seele hingegcb.-ne Tri.'st, mit diesen Tiümmern machen? Sie gehorten von Rechtswegen dem an, dessen ganzes Leben bei, nahe m der herrlichen Vorzeit Griechenlands und Roms verstrich und aufging. Die Hauptsache aber ist, wie heute in ganz Italien, die Musik. Triest ist auch hierin ganz ita> lienisch, n,cht etwa aber, wie hie und da geäußert worden, aus g'ötzendienstlichem Nachbeten wälscher Art und Weise, sondern weil durch die Sprache und Sitten, 'die der großen Mehrheit seiner Vevöl« kerung theils angeboren, theils zur andern Natur geworben sind, sein Zusammenleben mit Italien nothwendig gefordert ist. Triest hat während einer Zeit des Jahres seine Oper, die von nur einigermaßen gebildeten Ständen besucht, besprochen und während der Monate «hrer Abwesenheit mit geschwätziger Sehnsucht erwartet wird. Man unterhält sich an allen Orten, wo Liebhaber süßer Arien und schä'ckern» der Arietten zusammen kommen, von den Aussichten auf die künftige Stagione, zählt die Berühmtheiten auf, die der Impresario versprochen, oder, dem Ge^ rücht zufolge, gewonnen hat, und die Ani, Ini, Uggi und Ari rollen geläufig durcheinander. Um die Zwischenzeit auszufüllen, werden allerlei lockende Auskunftmittel in Anspruch genommen. Eme Kin» dertruppe gibt die Aufführung von Ncssini's Barbier zum Besten — ein Unternehmen, so ungereimt, daß eS kaum seltsamer wäre, daS künftige Wasserbecken eines Lustgartens mit einem Ostindienfahrer zu besegeln, oder Eber mit Bologneser Hündchen zu hez-zen. Trotzdem lassen sich die Trilstmer ihre Lieblings« op.'rn auf diese Weise rncht ohne Wohlgefallen her» unterzirpcn, und belohnen die kleinen angehenden Künstler mit dem Zuckerwok verschwenderischen Beifalls und andauernd zahlreichem Besuch, nicht als ob sie an dem Gesang, der da geboten wird, Geschmack zu finden virmöchten, sondern eher aus einer Arr v<)n k>ndlschcr Freude an der komischen Wirkung' — 176 — bie baH Alter der dramatischen Personen, 'welche vorkommen, und der Charakter der Musik, im Ge« gensatz mit der Statur, Stimme und den ungelen' ken Bewegungen der liliputijchen Darsteller hervor» bringen muß. Der Doclor Bartolo insbesondere nnrd von einem Bambino gegeben, der seine Zwer» gengestalt «n eme so geräumige Toga eingehüllt hat und so gravitätisch spazieren führt, daß man ihn eher für eme drahlbcwegte Puppe als für ein freies menschliches Wesen zu halten geneigt ist. Diese Kin» deroper ist übrigens e»ne gefährliche Nebenbuhlerinn des Theaters Mauroner, wo Schauer» und Spcc» takelstücke, größcentheils aus den Fabriken der Pa> rlser Boulevards, zur Aufführuug kommen. S«e wer« den auf dem Programm «mmer uut zwei oder drei Titeln uud pomphafter Empfehlung angekündigt, die gewöhnlich eme überschwengliche Lobrede auf den Verfasser ist. Der „hochderühiute Feoerigo Soulie", der „unübertreffliche Allessandro Dumas" und ihre herrlichen Collegen sind die Clafslter dieser Bühne. Auch der Hernan» des „unsterblichen Vittore Hugo" schrnr neulich über die Bretter der Lonlrada del Mollnogxande, aber weder der Zuspruch, noch die Theilnahme, deren sich das romantische Meisterwerk zu erfreuen halte, waren beteurend. Neben den Theatern bilden während der heißen IahreKzelc d>« Woche zwcnn°l MUllävconcerte vor zivil der ersten <^c»s>,iS von Tr»est, »^'o sich dlc schö-ne Welt der Stadt »n sommerlichem Putz versammelt, eine Unterhaltung ziemlich leichter, doch an» nehmbarer Art. Ehe sie nun hieher kömmt, um bei dem Klänge tändelnder oder empfindsamer Musik, w,e sie Italiens neueste Meister lieben, ein Sor' bct zu nehmen, sieht sie auf dem Molo San Carlo emlge Augenblicke gern sich um, sey es aus tteder Gewohnheit, sey es, um sich an dem vergeistigenden Schein zu erfreuen, den daS ausglühende Abendroch um die Formen der Schiffe legt. DaS Scheiden der Sonne hat überall etwas Göttliches und gießt oft über die ödesten Gegenden einige Momente der Ver» klärung aus; aber die Umgebungen von Trieft sind so gebildet, sein Horizont ist so glücklich bcgränzt, seine Luftverhältnisse sind so völlig dazu geeignet, daß dieses Schauspiel hier ganz besonders prachtvoll und mannichfach sich entfallet. Bei heiterem Wetter sinkt die Sonne in unvergleichlicher Pracht hinab. Ihr Veischwinden ist nicht Tod, sondern Triumph; die ganze Natur hat sich festlich angethan, um noch beim Abschied die geliebte Königinn auf taj Herr, lichste zu feiern. Hügel und Berge lächeln, es fun» kell die See, das Blau Des HmMlelS wird zarter und heiliger, und sein westlicher Taum ist eine Landschaft von Purpur mit goldenen Felsen über» säet. Doch bald verschwindet dieser freudige Glanz; daS erlöschende Roth des Horizonts wirb immer feiner, rosiger anfangs, alsdann düster und düste» rer, zwischen Erde und Geisterwelt eine kaum noch körperliche Scheidewand; die Berge rücken weiter und weiter schattenhaft zurück, daS Meer ist völlig dunkel geworden, nur einzelne Streifen in hellerer Beleuchtung durchziehen w»e Sllberbäche die schwarze Wogen-Arena, und der Ausblick in die unbegränzte Fern« vollendet den Charakter tiefen Ernstes, den alles in kurzem angenommen. Einen eigenthümlichen Anblick gewährt bei etwas getrübtem Wetter das Inemanderspiel der Wolken und der Berge, die an der Küste von Friaul die grüne Adria überragen. So sich ähnlich sind sich oft beider Formen, daß sis zu unterscheiden fast unmöglich wird. Em Berg verschwimmt so ganz in trüben Duft und gibt sich für eine Wolke so lauschend aus, baß jedes Auge demBe» trieger glaubt, b»s em vorübergehender Luftstrom die> Maske wegspült und unS den nackten Felsen zeigt. ^ Dafür foppt uns gleich darauf, als Berg ver, kleidet, eine Wolke, bis dcr nächste Ansatz des abendlichen Borini eas Gebäude wie ein Kartenhäusche^ auseinanderlegt. Was aber den Zauber noch erhöht, ist die vulkanisch glühende Verbrämung dieser Berg« gestalt»'«, d,e häufig über eine ganze Strecke de6 Horizonts als feurige Lava sich ergießt. Oder auch, es ist schwarz auf allen Selten, und daS Gewitter-dunkel wird von dem Grau der Dämmerung noch vermehrt, nur im Nordost ist etwas blaue Helle, die, wie ein Golf, sich in die Wolk,nmasse drängt auf der einige Lichtpuncte, schimmernden Burgen ähnlich, sich erheben. Der Himmel liegt tiefunhtlm» lich auf der Erde, und alles beutet auf nahen Scurm. Allein eS >st eitle Drohung, das wissen die Fischer, d»e Wetterkundigcn, recht gut; denn auf leichten, leicht umgeschlagenen Barken, die spürenden Hun« den gleich auf zahlreicher Jagd über das Meer zerstreut sind, gehen sie trctz der wachsenden Finster, niß, trotz schon fallender Tropfen, sorglos lauernd, unter dem beruhigenden Segen der Abendglocke, die sie verschleiert, doch deutlich von ferne hören, dom gewohnten Waidwerk nach. (Beschluß folgt.) Das Gnde der Schreckenszeit. (Fortsetzung.) Carners Mordlust gmg aber bald daS Erschie» ßen auch noch zu langsam; er ließ durch einen ge« wissen Aff'!« Fahrzeuge mit einer Art von Fallthür — 177 — laj Boden bauen; hundert, zweihundert Gefangene wurden, an Händen und Füßen gebunden, in dlese Fahrzeuge gestoßen, dii bis recht in die Mitte der Loire von andern Schiffen>.in's Schlepptau genom» «en wurden, dann wurde die Fallthüre plötzlich ge-öffnet und die Unglücklichen verschwanden in den Wel» ItN. ES kam auch vor, daß die entlassenen Galee» rensclaven und ähnliches Gesindel, das von Lambcrty zu diesen Mordscenen verwendet wurde, Jünglinge und Mädchen in der schamlosesten Weise zusammen» fesselten, und unter dem Hohngelächter deS ent' arteten Po'b.lS sie so in'S Wasser stürzten. Carrier nannte in semcn Briefen an den Convent diese Gräuel se,ne »Bäder« und »republikanische Hochjei» tenj« seine Briefe pflegte er mit dieser RedenSart zu schließen: »welch ein revolutionärer Fluß, diese Loire!" Und der Convent klatschte Beifall bei der Vorlesung solcher Abscheullchkeiten, und beschloß, Car, rierS Vriefe sollten gedruckt, verbrettet und an die im Felde stehenden Heere geschickt werden. An einem Tage ließ Carrier vierundneunzig Priester ertränken, und den Tag darauf, wie zum Gegenstück, hundert öffentliche Mädchen, die er hatte aufgreifen lassen. In einem großen Gebäude wurden die Gefangenen aufbewahrt, biS die Reihe zu sterben an sie kam; alle Geschlechter, olle Lebensalter waren hierdurch einander gemischt, Tausende dieser Unglücklichen star» ben vor Frost, vor Hunger; eine Epidemie, durch die Verwesung vieler todter Körper, für deren Fort» schaffung Niemand Sorge trug, heroorgelufen, brach aus und verheerte daS unglückliche Nantes. Auch das Wasser der Loire war durch die vielen Todten so ver» pestet worden, daß man den Soldaten verbieten mußte, daraus zu trinken. Nach dem 9 Thermidor wurde Carrier ver. haftet und vor daS R.volutionS-Tribunal geführt das nun erneuert und von den geschworenen Mördern, aus denen eS früher bestanden hatte, ge. reiniget worden war; Carrier wac aller Thatsachen, welche man ihm zur Last legte, geständig, dann rief er mit starker Stimme: „Wenn ich auf den Grund dieser Dmge vor Gericht erscheinen muß, dann muß der gcsammle Tonvent, Statt mich anzuklagen, mit mir vor Gericht gestellt werden, denn alle seine Mitglieder haben meinen Handlungen öffentlich Beifall gezollt, sie haben mich, alS ich zu ihnen zurückkehrte, brüderlich empfangen, sie haben Mir zudem Erfolge Meiner Sendung Glück gewünscht und mir die Hand gedrückt. Während me,ner Sendung nach NanteS haben sie ein Decrct erlassen, durch w.lcheg den re? PUbllkanischen Generalen befohlen ward, alle Vcn- deer, welche in ihre Hände fielen, über die Kling« springen zu lassen, und demzufolge die sogenannten „höllischen Colonnen« alle Wohnungen anzünden sollten; soll ich alS Verbrecher gelten, so müssen es auch meine Collcgcn, die mich zum Verbrechen getrieben haben; wenn mein Kopf fällt, so müssen auch ihre Köpfe fallen, denn wenn ich strafbar bin so ist im ConventeAlleS strafbar, AlleS, biS auf die Klingel deS Präsidenten!" DaS war freilich buchstäblich wahr; Alle hatten, sey es verblendet, sey eS auS Grausamkeit, die bei weitem Meisten aber auS Schwäche, die Mordthaten Carricrs gut geheißen und sich so zu seinen Mitschul' digen gemacht; aber daS rettete doch den Schläch» ter von Nantes nicht vor dem tausendfach verdienten Tode. : < Während Carrier und die übrigen Proconsulit in allen Theilen Frankreichs daS Blut ihrer Mitbürger in Strömen vergossen, reifte im Schlosse des-ConventeS selbst eine Verschwörung wider Rüdespierre. Dieser aber, dessen Macht ohne Schranken war und in dessen Händen namentlich auch die obcr^e Direc» tion der Polizei lag, war bald hiervon unterrichtet,, und gedachte seinen Feinden zu ihrem.V«rderben mit einem Hauptschlage zuvorzukommen.. Er l,eß in' Paris noch viele neue Gefängnisse errichten, und sandte an die B'eyo'rden ilNer Departements Befchl, alle alS verdächtig Verhaftete in die Hauptstadt zu senden. Sein Vorhaben aber war dlcseS: aus An» laß eines Bürge, festes— die Republik war außer» ^ ordentlich freigebig mit Bürgerfestm— sollte det?' Convent eingeladen werden, sich in Corpore in's Pantheon zu begeben; sabald alle ConventSmitglie° der sich dorthm verfügt halten, sollten zwanzig Ge> schütze im Garten dtS Luxembourg aufgestellt, das Signal geben, in allen Gefängnissen die Verhafte« ten zu ermorden, zugleich sollten fünfzig entschiedene Mitglieder des ConvcnteS »m Pantheon erdolcht werden. Dann wollte RobeSpierre, umgeben von den Mitgliedern der neuen Commune von Paris und von der höllischen Kolonne unter Henriot, dem Volke verkünden, den SeptembriseurS s.y Gerechtigkeit widerfahren, Gerechtigkeit jcy so ebcn auch den Aniirevolutionären widerfahren, die sich in den Gefangcnhä'usern befänden. Einige Vertraute sollten dann schreien: Es lebe Robcspierre, der Protektor von Frankreich; und der neue Cromwell bestieg den Thron. Dieser Plan war geschickt genug ersonnen, aber die Feinde Robespicrres im Convcnte erfuhren, welche Gefahr ihnen drohe und manövrirtcn ihrerseits nun klug und entschlossen. — 178 — So ksM der 9- Thermidor heran, die Feinde Robespierres waren im Silo»: von Barras be>sam^ Men; ain entschlossensten unter ihnen zeigten sich Tallien, Freron, Nuamps, Garnier, N^oere, Thu-riot, damals Präsident des Conoences und einige Andere. „Wer von uns will zuerst sich gegen den Tyrannen erheben?« fragte Barras. »Ich," rief Tallien, »und mißlingt mein Angriff, so wandet Euch gegen Mich, dann t'odtet mich, wie man einen Verrächer tödtet... Folgt mir!" Sie alle begeben sich in den Tonuent; Thuriot, als Präsident, eröffnet die S,tzung. Alsbald eilc Saint-Iust, dieser glühende Junger Robespierres, auf die Tribune und beginnt eine Rede über die Ursa' chen der herrschenden Aufregung. „Fort!" ruft plötzlich Tall>en, „es ist nicht Z i't, Reden zu halten, aber Zeit ist's, den Schleier zu zerreißen, der die Verrächer verhüllt... Fort!' und er drängt sich zur Tribune und zieht einen Dolch: «der Verrärher muß in Anklagestand versetzt werden oder ich stoße ihn nieder!" „Präsident!« schreit Nobespierre erblassend, »ich verlange das Wort!« „Du hast das Wort nicht,« antwortet Thuriot. »Präsidenr der Schurken, ich verlange von D>r baS Wort!« „Du wirst nicht reden," antwortet Thuriot «och einmal. Und seine Klingel kräftig fassend, droht er Robespierre, sie ihm auf dem Schall zu zerschlagen, wenn er es wage., die Rednerbühne zu besteigen. »Tugendhafte Männer.« schreit Nobesoi«rr?, «nd Wendet sich bald zur Bergpartei, bald an das Cen» trum, »tugendhafte Männer, werdet I?r es oulocn, daß sie mich morden?« Pber einer vom Berge antwortet ihm höhnend: „Die Pflicht jedes tugendhaften Mannes ist, Dlch «Mf's Schaffot zu schieben. (Beschluß folgt.) ' (Fortsetzung.) In der jetzigen Zeit, wo nicht nur der Gedanke Flügel hat, «m Nutten zu überspringen, sondern wo man auch der schwerere,:, gewichtigern Form, die man Mansch nennt, Niebenmeilenstiefeln anzieht; in der jetzigen Zeit, wo man, wie ein großer Geist sagt, so schnell auf den Eisenbahnen fahrt, daß wenn man in Wien ein« Neigt und seinen Nachbar um sein Befinde,, frägt, man schon in Vränn wieder aussteigt, ehe dieser nur Zeit siadet zu antworten: „Ich danke, gut;" in dieser Zeit, sage ich, die ^ ,-^^ vertilgt, kann man auch aus jeder beliebigen Caprice «och so weic reisen ohne den Vorwurf zu befürchten, daß m,n, Zeit und G-ld um ei-ncr Grille willen uersplittert habe. Mn, reiset nach V'terZbura um dort Schlittschuhe zu laufen, mn, eilt nachHtm^ur, »>« t,ni-t frische Austern zu esse,,, man besucht London, um dort bei G^sd" leuchtnng fischen zu können mn, fliegt nach Paris, um sich daselblt einen modernen Frack machen zu la,sen; wem kann und dar^ es dann noch wundern, daft es endlich auch einem deutsch',, Baron einfällt nach Griechenland zu reuen, bloß um einer Nise willen einer griechischen Nase willen, die der empfindsame Baron an ih-ter Wurzel, an der Wiege kennen lernen und bewundern will. Kaum glaublich und dennoch ist eZ diese gan; neueLeidenschist sili nus Griechenland eine Nase, und versteht sich wohl, als eine ge- l ringfügige Nebensache, au h die Besitzerinn so einer idealischen 5 Nase zu holen, die in L. Feldmans Lustsoiel „die sböne Athenien-serinn" den Baron Falken forttreibt, den classischen B)den des alten Hellas mit seiner werthen Person zu beglücken. ?> -^ Mag auch ber gemüthliche Nath Kallmer und selne theuerste Halste darüber noch so ärgerlich seyn, magHerr von Well au n Bulensreund unseres Barons, diesem die Vorzüge etn^s deutsck n M^chens noch so reitzend malen, und das Glück so einer deuUen echten Liebe, so einer deutschen treuen Hausfrau sö einer deut-Ltt.^'°^"^"""' s° ""'s durch und durch deutschen Haus Haltes und Hausfriedens noch so llar zu Gemüthe führen, cs hilft ?m.- T' ^"/ "'^! ^ ^'^ griechische Nase gilt dem Baron m°hr als und7ei e..L^'> ^."" ^"iset. - Viel Glück auf die Reise ihm deuc/^ ^ Euch aber, ihr lieben als V« ^ ^'"' denen auf der weiten Welt sonst nichts abgeht ruh '"" einen Augenblick 6a,,ung und Ruhe, denn Eme eures Geschlechtes wirb euch rächen, den el,^ ,li?" n7'.5^'"^ hat in ihrem InZrimme ihren Bruder, und 3^,- ^ Selhof, von der unausstehlichen Grille b nackr?i ^ '^u''ft des Barons sammt Anhang in Aihen N23VN?:^ °'«.N»> "^lN ^^ EmiUc. -^ ^ ^ ^ ' d'e schwerfällige deutsche Tracht und heißt rade uIe°r/3is ^" die beiden Mädchen im zweiten Acte: als ge-t n und V >-?"""'" anlangen, um mit eckt deutschen Eomplimen- )?nn dem V^"^^"^'M Herrn Rathe Kollmer seiner Rä-D e M^os""^ ^"hof ein Empfehlungsschreiben zu übergeben. ^>e Madchen werden den Ankömmlingen vorgestellt wobei Selhof u^or"de,^/>""" '^' ^""'" «erwechselt', daß edm Pub ! t^n, 5^".^^^^ die beiden Fremden den Bet- denn s k,> ^ . '"^^' """" diesos dürfen sie nicht: wo blieben b der ., ^ d'e b„d ^^^ ^^ ,^^ ^ während Falken scl'm/s's.^ 7 ^" Zaharulla für griechische Nasen begeistert KaV.s^s7 ^ "^'^^t über deutsche Gemüthlichkeit, deu sche ^affehgeselllchasten und deutsche Titelsucht loszieht/und hoch i nd euer schwort, n,e ein deutsches Mädchen lieben zu önnen? sond rn sein Ideal in Griechenland, in Athen, in Zaharulla aefunden !u >"", macht sich dessen Freund Wellnau an de Seite der "er-" ar ^sk!7^ ganz, P°sftrlich lustig über die griechischen Nasen, se.ne^ 2 ' ^ ^^^""'.'7" ""d den entsetzlich corrupten Geschmack scke- M>^ ^ ^'" '!^^ Dauben könne und wolle, das; ein deut-nels ^.! ^" 7/'^ ""^ "^ (srde rückgebliebener Engel des Himmels s y, der allein zu beseligen im Stande ist. »>!^ -^ i! ? diesem ergetzlichen Austausch gegenseitiger Liebenswür-ft^!>>^,« "''!?'.?'°^"""paar sichtlich Feuer gefangen, und t.^^ ?^""""gung jedes Theaterstückes, tritt nun als mächtiger Bu> desgeno,se zu dem Plane der Räthinn Kollmer. d^tsck^ ^/" l' und liebt so ernst als in solcker Lage ein "lben lcrnn, ..„d auch «°n Wellnau WMWWUU ^«^^ ^"."brig bleibt, als wieder zurück nach Deutschland, ^"-A^"."^ Hu "eis",. - Du guter Himmel! wieviel hun-..,. ? /? "" ^"lches Publikum so mir nichts dir nichts hm und her fahren muß, um es endlich im letzten Acte zu erfahren, K^a^^^^"^'ln Deutschland den so ganz neuen ^^'„ ..^"^""2 wieder abwerfen, ihren nachgeeilten Schäle ... ^"' ^"') eigentlichen Gestalt und Namen entgegen "«/ und weil dlese Ungeachtet der bittern Enttäuschung, mit ^ ^ , Heldenmuihe bel ihrer einmal gefaßten Liebe beharren zu l^nn , V""''^'b"en nach einer salbunqsreichen Strafpredigt binnen Jahr und Tag die Hand zu reichen versprechen, die ^-^"" "^"°' indem dasselbe nur sieben Ta-Z,'f^rattt^/ "^^rung kam, als es zum ersten Male in den. ^"?urgth "e ^^ ^.^ «„d ^,^„ ^ „^ck heute da- s «^ ^ ^""' "^ den Inhalt dieses Lustspiels zu erzä'b-ü>„ oh « die innern Fade,, seines Gewebes, ohne die verborgenen ^a,er„ »eines Lebens durch die, scharfe Loupe der strengen Criiik anschaulich zn machen, so war es nur die,e eine Rücksicht und die der wirettch guce,, Darstellung dieses Stückes schuldige Anerken-Ü'"^. ^'^^ "b'elt. Dir, lieber Leser, den freundlichen Eindruck, d" d" "ltz'ge, geistreiche, mancbmal etwas zu derbe Dialog, u»d die U'^treffliche Luffuhrung auf Dich machte, durch eine unerbittli-!..-Hnan)!e zu verderben, so wie man nicht gerne dem Durstigen durcl» ein M-crolcop vorerst die tausend lebendigen Wesen in jedem Tr°-psen Wa„er ,zeigt, van denen er nichts ahnen darf, wenn er si-l, "' ^"// la^'en wlll Doch genug für heute vom Theaterstücke'; ^ I ? ^^.^ u^'r dessen Auffuyrung und die Leistungen uosercs Tyeater-Pccionals überhaupt. ^ (Wird fortgefeltt,) Verleger.- Ignaz Alviö Edler u. Kleiumayr,