(W llynlch esM lattM
zamftHg den 22. Ayrtl 1837.
G m o na in U t a I i e n.
/^' I^eg^ir«! c^nicl anie«^ ^nniu N2tuz »<«'
^)ur Zeit des, im Illyrischen Blatte Nr. 37V.J.,
angedeuteten, Streites zwischen I^-iens und Laibachs
Bewohnem: über die wahre Lage der römischen Eolonie
Nmona, und zur Zeit, als die Friauler ein (^!2,ucll»
Nllwua, (^1. Umol:» oder dlcinonH im heutigen (?e-
tnona, heftig verfochten, bildete Her odl an s'Andeu«
tnng: daß Nmona in Italien gelegen habe, den wich^
tigftcn Stützpunct sowohl für die Istrer als auch für
disFriauler; seit aberSchön leben in seinemürnona
Vlil^icata die wahre Loiei des
H^rodian:
»Der Ausdruck: italische Stadt, bedeutet nicht, '>5aß sie (Imona) zum geographischen Italien gehört »habe, sondern darunter ist nur das Civil-Italien zu »"erstöhcn, nämlich eine mit römischen,Bürgern bevöl-»kerte Colonie; denn wo immerhin die Italer geführt »worden, sind, nach Norikum, nach Nhätien )c., glaubten '>^zu ihrem Ruhme stets römische Bürger sich benennen zu müssen."
»Im kaiserlichen Museum zu Wien ist e,itt,eischone, »von Maffci (0Z5orv.lLl,l«r.1'.I>p. 189) angeführte, »yo«, römischen, in Rhätien wohnenden Bürgern dem
»Tltus VariusClcmcns zu Ehren errichtete Inschrift »zu sehcn:
»Ein anderes Andenken an den nämlichen Clemens' «befindet sich nach ^pian (Insci-. 5ac. Hnt. .388) z>in Grätz. Die Colonie 15 mo n a mußte d em-z>nach eine italische, oder römischen Bürgern ^angehörige Stadt benannt werden, ohne daß »sie diesiseits der Alpen in der Ebene zu suchen ist."
»Ebenso haben wir im Gruter (p. 385 n. 1,,)
U^RI'I^^, und ferner (I. c. p. 377 n. 5) I^^-
Lici <)VM Hn^i?i3 ^^(^oci^^li'v^.^
Carli's eifrigster Verehrer, der um Istricns Alterthümer hochverdiente Canonicus Stancovich, hat in seinem neuesten Werke: velle frö Trnone p. 18»-
die so eben dargestellte Ansicht auch als die scinige veröffentlicht.
Die gleiche Meinung spricht auch der ticf gelehrte Übersetzer des Polyb, Dr. Kohen, in seiner gründlichen Untersuchung über den Ursprung der Stadt Triest (.4r-ckeogralo i'i'iezti nl, I'. I. p. 49) auf folgende Weife aus:
»Am Flusse dieser zuleßt genannten Höhen lag »Ümon2 (das hcutigeLaibach, vormahls eine pannonische «Stadt oder vielmehr Colonic) deren Nähe an den »karnischen Gränzen, bei geringer Genauigkeit öftel's »ihre Versetzung sogar in das eigentliche Italien ver-^anlasite (denn Karnien war eine italische Provinz), »wie es dem Herodian begegnete, welcher bei Beschreibung (VIII. 1) des Übergangs MaximinD »über die Alpen, Lmona die erste italische Stadt »nennt.«
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Schöttleben, welcher sein Nmona gegen dic Italiener so siegreich vertheidigte, glaubte den vor-z>ügll'chsten Grund derselben, nämlich dieLag'^mona'g i« Italien, untergraben zu müssen, und dieserwegen bemerkt er zur diesifälligen Stelle des Herodian ^amana, vinälcaw §. V. c. III.) :
,Aus dicser Erzählung ersieht man, daß Herodian »tleinona entweder unrichtig für eine italische Stadt »gehalten habe, oder daß er nicht Italiens eoste »Stadt, wohl aber die erste an Italien gran-»zends oder Italien zunächst gelegene Stab i ^schreiben wollte, indem er.später äußert, daß dis »jenseits der Alpen wohnenden Italer dieses Gebirge »»nicht besetzt hielten, obgleich sie es füglich konnten. »Mit dem Ausdrucke: daß die Alpen Italien mauer« »ähnlich umgeben, lehrt er uns logar, daß vor den »Alpen kein Italien sey. Wenn er daher Nmona vo» »die Alpen setzt, so schließt er es hiedurch von Italien »gänzlich aus. Übrigens hat Herodian, ebenso wi« ^Ptolomäus Trieft Istrien zuschreibt, weil es Istr-iens »Gränzen berührte, auch das Hemona Italien zuge« »schrieben, weil es am Fuße der, Italiens Gränzen »bildenden« Alpen lag."
Der gelchrce Li nhart hingegen ist eine? andern Ansicht, denn er setzt (1'. I. p. 383) in Folge del mehrcrwähnten Stelle Hcrodians und des hierosolomi-tanischcnItinerariums,dieGränze Italiens 23 Stadien nordöstlich von I^niona, und bemerkt dabei:,
«Wenn es nicht so war, wenn es ein geographischer Irrthum gewesen, die Gränze Italiens an den „Tldrans zu setzen, und einen Thett des obern Panno-„niens unter Italien zubringen, so war es doch ein »sehr gewöhnllcher Irrthum, darhn Hcrodian und das »Itinerarium haben."
Der um Innercstereichs Urgeschichte so hochverdiente Muchar spricht sich in dieser Rücksicht (das römische Noncum B. I. 5. 6.) mit folgenden Wor? ten schon bestimmter aus:
»Auch Icalicns Nordgränzcn wurden später über „I5mona gegen Noricum näher herauf gerückt. In ^der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts war nach »Herodians Versicherung Nln«li2 die erste Stadt Italiens , und das hicrosolomitanische Reisebuch setzt im „vierten Jahrhunderte ganz bestimmt Italiens Nord-„gränzen über I^mana auf die Nlansio llacirÄNto, »heute bei St. Oswald am Drauberge, hmauf.«
Auch der unserm Vaterlande zu früh" entrückte gründliche Geschichtsforscher Professor Nichter hat sich in diesem Blatte (.Jahrgang 1819 Nro. 3, Seite 20) zur gleichen Überzeugung in folgender Stelle bekannt.
»Italien aber reichte zm Zelt Constantlns 5es »Großen bis an den Trojanerberg.«
Diese beiden entgegengesetzten Meinungen üb«r die Provinz, zu welcher unser Tmana vom dritten bis zum sechsten Jahrhunderte gehört haben mag, sind meines Eracht?ns bisher noch nicht jener umfassende« Kritik unterzogen worden, welche die Wichtigkeit des, unsere vaterländische Geschichte durch beinahe D«i Jahrhunderte betreffenden, Gegenstandes erheischt.
Die nachstehende Erörterung hat die Bestimmung, eimn Beitrag zu dieser Kritik zu liefern.
Die suf unsern Gegenstand bezügliche Stelle des Her»dian, am Schlüsse des siebenten Buches, lautet in deutscher Übersetzung:
»Während diesen Begebenheiten in Rom hat Ma? »rimin auf seinem Wege die italienischen Gebirge »erreicht, und nachdem er bei den Altären, die auf »den italienischenGränzen errichtet sind,gi« »opfr»^ hatte, setzte er seinen Weg fort, indem er sei-»nen Soldaten befahl, die Waffen bereit zu halten, »und in guter Ordnung vorzurücken."
»Nachdem wir Libiens Abfall, Roms Bürger-„krieg, Maximins Thaten und dessen Ankunft itt »Italien beschrieben haben, werden die übrigen B«' »gebenheiten der Reihe nach erzählt werden.« Das achte Buch beginnt wie folgt: »Maximins .Unternehmungen nach Gordiays „Tode, dessen A n k u n f t i n I t a l i e n, Lybiens Abfall, »so wie auch die Soldaten- und Volks «Aufstände in pRoM/ wurden im früheren Buche erzählt.«
„Als Marimin in das Gebirge kam, und die „nvthigcn: Kundschafter ausgesendet hatte, um auszu? ^spähen: ob nicht in den Schlupfwinkeln der Gebirgsthäler und der dichten Waldungen irgend ein Hinter., „halt verborgen sey, befahl er seinem Fußvolke, in vierseitiger Schlachtordnung vorzurücken, damit es hierdurch mehr ausgedehnt werde, und eine größere «Fläche einnehme. Nachdem er alles Last- und Zugvieh „Md das ganze Fuhrwere in die Mitte stellen ließ, folgte er selbst mib seinen Leibwachen als Nachtrab. An die deiden Flügel stellte er die geharnischten Reiter, „die maurischen Lanzenwerfer, die morgenländischen „Bogenschützen und die germanischen Reiter, die er m „großer Menge als Bundgenossen mit sich brachte, um „sie alS muthige nnd kühne Männer dem ersten feindli-„chen Andränge entgegenzustellen und bei einem etwa „bevorstehenden Unfalto sowohl die Schande als auch „die Gefahr auf dieselben wälzen zu können. Als sie „auf solche Weise die ganze Ebene (zwischen Podpetsch „und Laibach) mit gehörig beobachteter Ordnung
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^überschritten hatten, kamen sie bei der ersten »italischen Stadt an, die von den Einwoh-»nern Hcma genannt wird. Sie liegt auf der äußersten Ebene der Alpen. Hier erzählten die «Kundschafter dem Maximin: die verlassene Stadt «sey leer , und alle Einwohner seyen geflohen, «die Hallen der Tempel und Häuser vom Feuer verzehrt, »alles in der Stadt und am Felde Befindliche sey weggetragen oder verbrannt worden. Nichts sey geblieben, «was dem Viche oder den Menschen zur Nahrung die-»ncn konnte. Maximin war über diese allgemeine »Flucht der Italer hoch erfreut, und hoffte, daß »auch die übrigen Volker das Nämliche thun würden. »Das Heer hingegen nahm es unwillig auf, weites »Sch vom Hunger geplagt sah. Als dasselbe hierauf »theils in den offenen Hallen und leeren Häusern der »Stgdt, theils am Felde übernachtete, brach es bei »Sonnenaufgange gegen die Alpen auf. Dieses, in »Gestalt vonItalicns Mauern, die Wolken überragende »Gebirge dehnt sich so sehr in die Länge , daß es vom »thprrhenischen bis zum jonischcn Meere durch ganz »Italien sich durchwindend reicht. Häufig vorkommendes »dichtes Gehölz, ungcmein enge Wege, steile Felsen-»wände und rauhe Klippen machen dasselbe kaum gang» »bar, obgleich einige Fußsteige gleichsam mitungeheu-»rer Mühe von den alten Italern ausgchauen zu seyn »scheinen, weßwegcn auch das Heer bei dcm Übergange »derselben in großer Furcht war, die Höhen vom Feinde «besetzt und die Wege versperrt zu sehen. Diese Furcht »war auch bei Jenen, welche die Natur der Gegend »in Erwägung zogcn, hinlänglich gegründet. Als der »Zug die Alpen ohne irgend ein Hinderniß überschritten »hatte, und in das Lagers hinabkam, waren alle »Gemüther beruhigt und hoch erfreut."
In dieser umständlichen Erzählung deutet Hcro-dian das italische Gebirge auf der Straße zwischen Pannonien und Nmona, an, setzt Italiens GränM Und die auf denselben errichteten Altare ganz bestimmt ^uf jenes Gebirge, sagt zweimal, daß Maximin bei ^ssen Betretung in Italien angekommen sey, und
*) Schön!« b e n findet in den Worten der lateinischen
Übersetzung in c>-»5t.ra , So, wie mich man nennet, zieh'«: Siehst du meine Blüthen beben» Dis als Trank Gesundheit geben.-
Auflösung der 65 harave im Maischen Vlatte Mr. !5.
Spottvogel.
Nrvseleur: F-r. Vav. Heinrich. Verleger: Hgnaz Nl. Svler v. Kleinmayr.