Vr*«*emtit»n6 - Preise Für Laibach: V»«z)ihrig . . 8 fl 40 fl. SEHrig. . . 4 „ 20 „ Wctdläbrig . 2 * 10 „ Keweflto . . . — „ 70 „ Laibacher Mir der Post: .............12 fl. »albjährig................. 6 „ DiertrkjLhrig 3 „ URr $u£tQmtg in» Hau» Henri*. 36 kr., «onatl. 9 kr. •tiqtfot Hummern 6 fr. 1 Liigblntt. Anonyme Mittkeilungen werden nicht berücksichtigt; Mannscripte nicht znrückgesendet. Nedacti«« Bahnhosgaffe Rr. 132. Expedition- & Inseraten-Bureau: Tongreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jgn. c. Kleinmayr & Fed. Bamberg.) Jnscrtionspreise Für die einspaltige Pet> h 4 kr., bei zweimalige schaltung ä 7 ft., dreim L 10 kr. Kleine Anzeigen bis 5 Zeile 20 fr. Bei größeren Juseralen und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 151. DinÄag, 7. Juli 1874. — Morgen: Kilian B. 7. Jahrgang. Die irischen Homerulers. DaS Verhältnis zu Irland bildet feine rühmliche Seite in der englischen Geschichte. Noch zu Anfang des 16. Jahrhunderts war der größte Theil von Irland den Engländern nicht unterworfen, ob-schvn man sich gewöhnt hatte, das ganze Land als englische Eroberung zu betrachten. Die Iren lebten nach alter Verfassung unter ihren Stammhäuptlingen und glichen nach Sitten und Lebensweise den Wilden. Die Reformation hatte dort nur schwache Wurzeln gefaßt und wurde unter der „blutigen" Königin Maria mit Leichtigkeit ausgerottet. Als Elisabeth 1558 den englischen Thron bestieg, gedachte sie anfangs den Glauben der Iren zu schonen, bis sie die Anfeindungen des Papstes und der kvtholfchen Partei bewogen, auch in Irland die Reformation durchzusühren und das ganze katholische Kirchenvermögen zu gunsten des neuen protestantischen Klerus kinznziehen. Dieser Gewaltstreich war die Quelle fortgesetzter Empörungen, deren Urheber und Schürer die englischen Flüchtlinge, der Papst und der spanische Hof waren. Dazu die Willkür, Herrschsucht und die Kämpfe der Barone unter einander, die argwöhnischen Besorgnisse und verkehrten Maßregeln, was alles zusammen Irland zu einem Schauplatze der Zwietracht, der Unordnung und Verwilderung machte. Auch »ach Vertreibung der Stuarts wurden durch Beschluß des englischen Parlaments 1 Million Morgen Landes eonsisciert und an Protestanten vertheilt. Um jede Regung des katholischen und nationalen Elementes niederzuhalten, wurden überdies barbarische Strafgesetze gegen den KatholicismuS, die sogenannten Penal laws, ein- geführt. Nach diesen Gesetzen mußten die höheren kirchlichen Würdeträger die Insel verlassen; niedere Priester dursten nicht aus ihren Grafschaften weichen; kein Katholik durfte ein öffentliches Amt bekleiden, Grundeigenthum erwerben, eine Ehe mit Protestanten eingehen, frei testieren u. s. w. Eine besondere Verfügung gebot sogar den Katholiken, nur Pferde im Werthe von 5 Pfund Sterling zu reiten; im Uebertretungöfalle hatte jeder Protestant das Recht, dem Eigenthümer das Pferd für 5 Pfd. St. abzunehmen. Obfchon diese Gesetze nach der gänzlichen Unterwerfung von Irland (Schlacht von Drogheda 169l) von den protestantischen Beamten nicht immer streng gehandhabt wurden, so nährten sie doch bittern Haß und riefen jene revolutionären Verbindungen hervor, welche die neue-e Geschichte der Insel bezeichnen. Ums Jahr 1760 traten die White-boys, d. i. weiße Burschen (von den Hemden, die sie über den Kleidern trugen) auf. ES waren brotlose Taglöhner, Arbeiter, abgesetzte Pächter, die sich des NachtS versammelten, um harte Grundherren, Pfarrer und Beamten zu strafen oder zu morden, worauf sie wieder geheimnisvoll verschwanden. Kein Ire durfte, wollte er nicht ihre Rache empfinden, vor Gericht gegen sie zeugen, was sie besonders unerreichbar machte. Neben ihnen erschienen die Hearts of oak, die Eichenherzen, die sich gegen die drückenden Straßensronen auslehnten. Im ganzen änderte diese rohe Selbsthilfe die Lage des Landes nicht. Erst mit dem Freiheitskampfe der nordamerikanischen Eolonicn nahm auch das Volk in Irland einen allgemeinen Aufschwung und nöthigte der bedrängten Regierung einige Zu- geständnisse ab. Da Frankreich mit Angriffen auf die irische Küste drohte und das Land von Truppen fast entblößt war, so stifteten die Irländer (1779), angeblich zum Schutze des Landes, ein Corps irischer Freiwilliger, daS bald 50.000 Mann zählte. Um einen allgemeinen Aufstand zu verhindern, sah sich das englische Parlament (1782) genöthigt, die barbarischen Strafgesetze abzuschaffen und den Irländern die legislative Unabhängigkeit zu gestatten. Als man aber den Ausbruch der französischen Revolution in Irland mit Begeisterung begrüßte, Hoffnungen und Entwürfe nährte, welche die Insel in eine unabhängige Republik verwandeln sollten, als wiederholt französische Truppen gelandet und die Empörung nur durch neue blutige Greuel erstickt werden konnte, faßten die britischen Machthaber den Entschluß, den Iren ihre legislative Selbständigkeit wieder zu nehmen und das irische Parlament mit dem britischen zu vereinigen; denn die Selbständig, feit der Gesetzgebung mußte nothwendig den Unabhängigkeitssinn der Irländer nähren und konnte leicht dahin führen, daß neue Revolutionsversuche eine rechtliche Autorität erhielten. Der erste Antrag, den man dem irländischen Parlamente 1799 machte, wurde mit Unwillen verworfen. Die britische Regierung nahm hierauf ihre Zuflucht zur Bestechung und es wurde alsbald das großartigste Bestechungssystem eingeleitet, welches die Geschichte kennt. Die verrotteten Flecken (rotten borrows), von denen die Mehrzahl der irischen Parlamentssitze abhing, wurden ihren Eigenthümern mit Gold ausgewogen, wozu das britische Parlament unter dem Titel einer Entschädigung 1-6 Millionen Pfd. St. (16 Millionen Gulden) bewilligte. Ieuilletou. Der lluge Richter. (9iatf) dem Französischen.) (Schluß.) Am nächsten Morgen fanden sich die Parteien rin, um das Urtheil des Richters entgegenzunehmen. Der Taleb oder Gelehrte und der Bauer wurden zurrst aufgerufen. „Nimm deine Frau," sagte er zu dem ersten», „mit dir und habe, ich raihe dir, rin wachsames Auge auf sie." Dann sich zu einem Gerichtsdiener wendend, fügte er, auf den Bauern Reifend, hinzu: „Gib diesem Mannt fünfzig Stock-schläge." Der Taleb entfernte sich hocherfreut mit stinkm Weibe und der Delinquent erhielt seine Hiebe. — Dann traten der Oelhändler und der Metzger vor. „Hier," sagte der Kadi zum Metz» 8er, „ist dein Geld, es gehört ganz gewiß dir." Dann auf den Oeldändler weilend, sagte er zu dem Gerichtsdirner: „Gib diesem Manne fünfzig Hiebe." Dies geschah und der Metzger entsernte sich, die Weisheit des Richters lobend, mit seinem Gelbe. Der dritte Fall wurde ausgerufeir und Bou-Akas und der Krüppel traten vor. — „Würdest du dein Pferd aus zwanzig anderen erkennen?" fragte der Richter Bou-Akas. — „Ja, erhabener Richter!" — „Und du?" — „Gewiß, weijer und gerechter Kadi," antwortete der Krüppel. — „Folge mir," sagte der Richter zu Bou-AkaS. — Sie traten in einen großen Stall, in welchem zwanzig Pferde neben einander standen, und Bou-Akas zeigte dem Kadi auf der Stelle fein Pferd. — „Es ist gut," sagte der Richter, „gehe jetzt zurück und schicke mir deinen Gegner her." — Der verkleidete Scheit gehorchte, richtete den Befehl aus und der Krüppel eilte, so schnell er es nur vermochte, in den Stall. Er hatte ein scharfes Auge und ein gutes Gedächtnis, so daß er, ohne sich lange zu besinnen, seine Hand auf daS richtige Thier legte. — „Das genügt," sagte der Kadi. „Kehre zurück, ich soltze bald nach." Nachdem der Kadi wieder seinen Sitz eingenommen hatte und der Krüppel angelangt war, fällte der Richter folgendes Urtheil: „Das Pferd gehört dir," sagte er zu Bou.Akas, „geh' und hole es dir aus dem Stalle." — Dann sich zu dem Gerichtsdiener wendend, sprach er: „Gib diesem Krüppel fünfzig Hiebe." Ties geschah und Bou - Akas entfernte sich mit seinem Pferde. Als der Kadi nach aufgehobener Gerichtssitzung in seinem Hause eintraf, fand er Bou-AkaS dort auf ihn wartend. „Bist du mit meinem Urtheil unzufrieden?" fragte ihn der Richter. »Nein, gerade im Gegentheil," antwortete der Scheik. „Ich wollte nur wissen, durch welche Eingebung du Recht gesprochen hast, denn ich zweifle nicht, daß die ändern zwei Fälle ebenso richtig entschieden wurden, wie der meinige.' Ich bin kein Kaufmann; ich biir Bou-Akas, ein Scheik der zwölf Stämme, und wollte mich von deiner vielgerühmten Weisheit überzeugen." — Der Kadi verbeugte sich zur Erde und küßte feinem Herrn die Hand. „Ich bin begierig, die Gründe zu kennen, welche deine drei Urtheile bestimmten." „Die sind sehr einfach," antwortete der Kadi. „Du sähest, erhabener Gebieter, daß ich die drei So kam am 26. Mai 1800 die legislative oder die sogenannte Finalunion zwischen Irland und Gr oßbritannien mit großer Stimmenmehrheit zustande. Irland sandte fortan 32 gewählte Peers, darunter 4 Bischöfe ins britische Oberhaus und hundert Deputierte der Grafschaften, Städte und Flecken ins Unterhaus. Ferner sollten die Irländer mit den Briten gleiche Rechte und Freiheiten genießen und zwischen beiden ein völlig freier Verkehr stattfinden. Der reli giöse und politische Zwiespalt, der die Schwe-sterinseln so lange getrennt hatte, war jedoch noch lange nicht zu Ende. Der bigotte König Georg III. war nicht einmal zu vermögen, der völligen politischen Emancipation der Katholiken seine Zustimmung zu geben, und die von Pitt ausgearbeitete Acte kam gar nicht zur parlamentarischen Verhandlung. Ueber diesen Wortbruch erbittert, begannen die irländischen Katholiken schon 1802 zu einem Verein zusammenzutreten, per sich die Durchführung der Emancivation zum Zwecke setzte und der fortan ben Mittelpunkt aller irischen Angelegenheiten bildete. Erst durch die unerhörte Agitation O'Connell's, der einmal zwölsmalhunderttausend Iren zu Drog-heda zur „großen Klage um Irland" vereinigte, wurde die Regierung bewogen, eine Emancipations-bill vor das Parlament zu bringen, die unter heftigen Parteibewegungen angenommen und (1829) von Georg IV. bestätigt wurde. Dieser Sieg wurde von den irländischen Katholiken mit großer Freude begrüßt, aber statt sie zusriedenzustellen, statt die gewährleisteten Freiheiten der englischen Verfassung zum Wohle des Landes auszunützen, ermunterte er sie nur zu neuen Forderungen. Die Bestrebungen der Katholikenpartei waren nunmehr aus die Aufhebung und den Widerruf der Vereinigung mit England gerichtet, zu welchem Zwecke O'Counell die sogenannte Repeal-association stiftete, was wiederum die englische Regierung zu Gegenmaßregeln aufstachelte. So trat das Ministerium Grey schon im Jahre 1833 mit der irischen Zwangsbill hervor, wornach der Lordlieutenant (Statthalter) von Irland die Vollmacht erhielt, Volksversammlungen ohne weiters zu verbieten und das Kriegsrecht zu verkünden, und um dem Acte Nachdruck zu geben, wurden ein pect- von 36,000 Mann und 6000 bewaffnete Polizeidiener nach Irland entsendet. Die Zwangsbill ward zwar bald wieder aufgehoben, allein nach einigt« Jahren der Ruhe begann O'Connell von neuem die Repealagitation, und mit solcher Kühnheit, daß ihn die. Behörden 1843 verhaften und zu einjähriger Gefängnisstrafe vernrtheilen ließen. Bald darauf wurde die fürch terliche Hungerönoth, welche die Insel im Herbst 1845 und besonders seit dem Sommer 1846 heim-luchte, von den Agitatoren neuen Verhetzungen Streitgegenstände über Nacht behielt." — „Das sah ich wohl." — „Nun gut. Des Morgens in aller Frühe ließ ich die Frau rufen und sagte ihr plötzlich: Gieß' frische Tinte in mein Tintenfaß. Wie etwas ganz Gewohntes nahm sie die Flasche, entfernte den Pfropfen, füllte das Faß mit Tinte, ohne auch nur einen Tropfen zu vergießen. Nun wußte ich, daß sie die Frau des Gelehrten sei, denn eine Bauersfrau weiß nicht mit Tintenfässern um» zugehen." — „Gut," sagte Bou-Akas und schüttelte zufrieden sein Haupt, „wie war's aber mit dem Gelde?" — .Bemerktest du, edler Scheit, daß die Kleider und Hände des Kaufmannes ganz mit Oel beschmiert waren?" — „Gewiß bemerkte ich das — „Nun, ich nahm das Geld und legte es in ein Gefäß mit Wasser. Als ich heute Morgen nach-sah, fand ich auch nicht ein einziges Fettauge auf dem Wasser schwimmen. Jetzt wußte ich, daß das Geld dem Metzger gehörte, denn hätte der Oel-Händler es besessen, so hätte es von der Berührung seiner Hindt fettig sein müssen." Bou-Ala« nickte zustimmend mit seinem Haupte. „Und wie war e» nun mit meinem Pferde?" — ausgebeutet. Der bethörten, arbeitsscheuen Masse wurde geradezu gesagt, die Union trage an allem Elend die Schuld, trotzdem das britische Parlament ungeheuere Summen zur Linderung der Noch bewilligte. Mitten in dieser Krise starb O'Connell, den bereits eine neue, weiter vorgerückte Partei, das junge Irland, Fenier, heutzutage Homerulers (irische Autonomisten) genannt, überflügelt hatte. Anarchische Ausbrüche, Gewaltthätigkeiten, agrarische Mord-thaten zerrütteten das Land; die materielle Noch hatte alle gesetzlichen Bande gelockert. Unter solchen Umständen, politisch aufgeregt und durch die Wühlereien des ultramontanen Klerus erhitzt, mußte das Land die Ereignisse des Jahres 1848 mächtig empfinden. Die Zettelungen mit der provisorischen Regierung in Frankreich, die unver-Holmen Rüstungen und Waffenübungen riefen wieder energische Maßregeln der Regierung hervor; die Habeas-Eorpusacte wurde suspendiert, die aufrührerischen Zeitungen unterdrückt, die Führer Jung-irlands, darunter Smith O'Brien, vom Volke als König von Munster begrüßt, gefangen genommen und deportiert. Wohl trat nach einer Massenauswanderung über den Ocean im allgemeinen einige Besserung ein. Der Ackerbau hob sich wieder und auch die Industrie fing an, durch das Beispiel der londoner Weltausstellung ermuntert, ihren Wetteifer durch eine öffentliche Ausstellung zu bekunden. Den intellektuellen Bedürfnissen wurde durch die Errichtung von Gymnasien unter dem Namen der „Eollegien der Königin" Rechnung getragen, die. von konfessionellen Verschiedenheiten unabhängig, • Katholiken und Protestanten dieselben Bortheile gewährten. Allein von katholischer Seite regte sich alsbald eine heftige Opposition gegen diese „gottlosen Schulen" und der religiöse Hader führte mehr als einmal zu blutigen Auftritten, die immer wieder Ausnahmsgesetze nöthig machten. (Schluß folgt.) Politische Rundschau. Laibach, 7. Juli. Inland. Die Wahlen in den böhmischen Landgemeinde» sind schlimmer ausgefallen als die AUczechen erwartet halten. Sie hatten sich zugetraut oder wenigstens die Zuversicht zur Schau getragen, die auf die Beschickung de« Landtages hinzieleiide Bewegung in Keime zu ersticken; der dritte Juli hat ihre Hoffnung zunichte gemacht. Bon den 49 alt-czechischen Eandidaten sind sieben unterlegen und zwei müssen sich der engern Wahl mit sehr prekären Aussichten unterziehen. Die Jungczechen andererseits haben mit den sechs Wahlsiegen, welche sie erfochten, einen sehr geringen und mit den auf. gebotenen Agitationsmitteln in keinem Verhältnisse stehenden Erfolg errungen. Zwei hervorragende Mit- „Ah! das war eine andere Geschichte und bis heute Morgen wußte ich mir keinen Rath." — „Der Krüppel hat wahrscheinlich das Pferd nicht wiedererkannt?" fragte der Scheik. — „Im Gegentheil," erwiderte der Kadi, „er zeigte mir es auf der Stelle." — „Wie hast du nun den wahren Besitzer ermittelt?" — „Ich brachte euch," erwiderte der Kadi, „nicht in den Stall, um zu sehen, ob ihr das Pferd kennt, sondern ob das Pferd euch kenne. Als du dich nun dem Pferde nähertest, wandte es den Kopf nach dir, legte die Ohren zu-rück und wieherte freudig. Als aber der Krüppel sich ihm näherte, fing es an zu stoßen. Da wußte ich, daß das Thier dir gehöre." vou-AkaS dachte einen Augenblick nach und dann sagte er: „Allah hat dir große Weiheit verliehen. Du solltest an meiner und ich an deiner Stelle sein, und dann wäre es noch nicht recht; denn ich weiß wohl, daß du ein würdiger Scheik sein könntest, bezweifle aber, daß ich ein guter Kadi sein würde." gtieber ihrer Partei, Sladkowsky und Ezicek, haben noch gar kein Mandat, und es kann sich ereignen, daß unter den jungezechischen Abgeordneten selbst noch ein Streit entsteht über die Frage, ob sie ohne die Altczechen in den Landtag treten sollen oder nicht. Mit Befriedigung kann die Verfassungspartei auf die Wahl blicken. Sie hat zwei Wahlbezirke, Tau» und Brrgreichenstein, gewonnen, ein dritter, rein czechischrr, entging ihr nur durch eine Majorität von drei Stimmen. An die Stelle der trostlosen Langweile, welche die bisherige Debatte über die Wahlreform im ungar ifchenAbgeordneten Haufe verbreitete, ist endlich erfrischendes Leben getreten. K. Tisza gebührt das Verdienst, die Versammlung aut 3. d. mit großen Gedanken und zündenden Worten für das ermüdende Einerlei nichtssagender Phrasen entschädigt zu haben, das sich durch dritthalb Tage in der unbescheidensten uud belästigendsten Weise im Hause breit gemacht hatte, aber auch von L. Tisza» Rede läßt sich keineswegs behaupten, daß sie zur Sache gehörte. Gerade ihr Glanzpunkt ist nichts als eine wenngleich sehr effectvolle Polemik gegen die Rede des Serbenführers Pol it, die sich weit außerhalb des Rahmens der Tagesordnung bewegt hatte. Polit hatte kategorisch gefordert, daß sich der heutige ungarische Staat in einen Nationalitätenstaat, in eine „östliche Schweiz" umwandle und er hat den Magyaren, so sie sich nicht willig dieser Forderung fügen, eine Rendezvous bei Philippi zugeben. Gegen diese drohend gestellte Forderung wendete sich nun Tisza in einer sehr wirkungsvollen, auch formell gelungenen Rede, in welcher er die Drohung mit Philippi in würdevoller Weise zurückwies, gleichzeitig aber den Nationalen vom Schlag Polits zu bedenken gab, daß die Grube, welche sie den Magyaren zu graben suchen, wenn diese, so aber auch sie selbst verschlingen werde. Das monströse Gesetz über die Jncompatibiliät zeitigt seine Früchte rasch. Der Führer der Opposition, Koloman Tisza, und der Führer der Co»-servativen, Freiherr v. Seunyey, legen nach ein« ander ihre Verwaltungsrathsstellen nieder. Nicht alle Deputierte von Bedeutung verfügen jedoch über so kolossale Grundcomplexe und andere Vermögen»* objecle, wie die genannten, und jene werden sich daher entschließen müssen, das Abgeordnetenmandat niederzulegen, um ihre materielle Existenz nicht preis« zugeben. Schon nennt man aus Pest einzelne hervorragende Abgeordnete, welche bislang Zierden des Parlaments waren, fortan jedoch demselben ferne bleiben werden. Noch ist es Zeit, diese Decimierung des Reichstages in seinen besten Theilen hintanzuhallen und die Regierung sollte die Möglichkeit nicht unbenützt lassen, das Gesetz durch die Magnaten» tasel mindestens von seinen Absurditäten zu befreien. Ausland. Aus Berlin wird osficiös gemeldet, daß der deutsche Episcopat sich nach Rom gewendet habe, um dort eine Vermittlung behufs Beilegung des EonflicteS zu erzielen, daß er aber von der Curie hartnäckig zurückgewiesen worden sei. Mittlerweile steht nun auch der einzige preußische Kirchenfürst, der noch mit der Regierung im Frieden war, Bischof Beckmann von Osnabrück» vor einem Conflicle mit den Strafgesetzen. Es handelt sich um die Besetzung einer Pfarrersstelle, die der Bischof ohne Rücksichtnahme auf die neuen Gesetze vornehmen will. Die „Osnabrücker Bolkszeitung'' spricht ihre Zweifel darüber aus, daß sich unter deit> gegenwärtigen Berhältniffen Bewerber um diese' Pfarrers stelle finden werden. Die ultrakleriealen Blätter in B a i e r it überhäufen die „umgefallenen Patrioten", die dem Sie« gierungspastulate für die polytechnische Schule zugestimmt haben, mit den bittersten Schmähungen. Da« gegen hat der gleichfalls „umgefallene" Abgeordnete Landrichter Eder wegen feiner Aeußerung, „daß der Eid, den er geleistet, für das Wohl des ganzen Lande» nach seiner Ueberzeugung zu wirken, ihm höher stehe als terrorisierende Clubbefchlüffe", ein ihn sehr eh«»-M Vertrauensvotum au» feinem Wahlkreise erhalten. lieber die Stellung der Parteien zu den Anträgen des dreißiger Ausschusses verlautet, die äußerste Rechte hätte beschlossen, den Artikel I, welcher die Beibehaltung des Titels Präsident der Republik bestimmt, zu verwerfen, dagegen wären die Legitimisten nicht abgeneigt, die übrigen Bestimmungen des Entwurfes anzunehmen. Die Bonapartisten, sowie die gemäßigte Rechte sollen für die Annahme sämmt-licher Artikel sein, während eine Gruppe des rechten Centrums sich theilweise gegen die Fassung derselben ausgesprochen hätte. Wie aus London gemeldet wird, haben zwischen der dortigen und der französischen Regierung Verhandlungen betreffs der Beschickung des drossele r Congresses stattgefunden. Beide Theile sollen sich darüber geeinigt haben, von Hause aus gegen jede Heranziehung von maritimen Fragen Verwahrung einzulegen. Auch gegen andere Punkte des internationalen Rechts wird Einwand erhoben. Dies entspricht dem Horoskop, welches vor kurzem diesem russischen Unternehmen gestellt wurde. Aus Madrid kommen sehr beruhigende Nachrichten über den Zustand des republikanischen Heeres. General Echague ist in der Hauptstadt angekommen und hat genauere Einzelnheiten über den guten Stand des Heeres, besonders auch über den Tag vom 27. v. M. mitgetheilt, dessen Miserfolg, den beklagenswerthen Tod C o n ch a' s abgerechnet, lediglich darin bestand, daß die carlistischen Stellungen wegen der vorgerückten Nachtstunde nicht mehr genommen werden konnten. Der Geist des Heeres ist der beste und dasselbe wird, auch ohne die Verstärkungen, die bereits abgegangen sind und noch abgehen werden, die Offensive wieder aufnehmen. Zabala hat in Tafolla eine Musterung über das Heer abgehalten, von der er sehr befriedigt war. Die Fortschritte Rußlands im Südosten des kafpischen Meeres machen die „Morning Post" nicht wenig besorglich und ein ebenso bitterer wie energischer Artikel ist die Frucht dieser Besorglichkeit. Die „Post" kann nun nicht mehr zweifeln, daß Rußland sich nunmehr auch an einer dritten Grenze Persiens und bis zum Atrekflusse hinab festgesetzt habe. „Das ganze Verfahren," schreibt sie, „ist charakteristisch für den politischen modus operandi Rußlands. Als der geheime Vertrag oder das Arrangement, durch welches Rußland den Atrek als Grenze zwischen feinem Gebiete und demjenigen Persiens erhalten hatte, ruchbar wurde, da schrie man laut, es sei nichts wahres an der Behauptung. Dann folgte eine Periode heißen Streits über diesen Gegenstand. England war empfindlich und beunruhigt. Aber Rußland sah zu, ließ die Aufregung sich abkühlm und fuhr dann in aller Ruhe fort, seine Pläne auszuführen und uns wieder einmal mit einem fait accompli zu präsentieren, das wie gewöhnlich hingenommen werden soll." Rußland glaubt eben, daß John Bull wohl bellt, aber nicht beißt. Vor längerer Zeit wurde das peruanische Kulischiff „Maria Luz" von den japanesischen Behörden confisciert, da es überführt war, Sklavenhandel getrieben zu haben. An Bord des Schiffes hatte man nicht nur Fesseln, Handschellen rc., sondern auch Japanesen gefunden, welche gewaltsam zur Auswanderung verlockt worden waren. Die peruanische Regierung protestierte gegen die Beschlagnahme des Schiffes und fast schien es einige Zeit, als ob die beiden Staaten in kriegerische Verwickelungen gerathen würden. Schließlicherweise einigte man sich jedoch, die Angelegenheit dem Kaiser von Rußland zum Schiedsrichterspruche zu unterbreiten. Als außerordentliche Gesandte begaben sich vonseite Japans der Director im auswärtigen Amte Hanabouffa und vonseite Perus der Senator de Lavalle nach Petersburg. Sie wurden vom Kaiser empfangen, dem sie den Sachverhalt schriftlich auseinandersetzten. Nach kurzer Durchsicht der beiden Denkschriften hat Kaiser Alexander, wie die „Weser Zeitung" von zuversichtlicher Seite erfährt, <« überhaupt abgelehnt, einen Schiedsspruch in der Affaire zu fällen, da die Thatfachen durchaus klar und entschieden gegen den von der peruanischen Regierung eingenommenen Standpunkt sprechen. Für den Kulihandel ist dieses Vorfahren des russischen Kaisers von Bedeutung, da dasselbe involviert, daß man russischerseits den Kulihandel als eine Abart des Sklavenhandels betrachtet und somit gegen ihn die seit dem wiener Congresse betreffs des Sklavenhandels vereinbarten Bestimmungen anzuwenden sind. Zur Tagesgeschichte. — O beröste rreichischer VolkSbil-dungSverein. Der in der Hauptversammlung des oberösterreichische» Volksbildungsvereins am 26. Äpril l. I. neugewühlte Ausschuß setzt die vom früheren Ausschüsse im Vorjahre mit der Betheilung von 30 Volksschulen OberösterreichS mit VolkSschulbiblio-theken und von 17 Volksschulen mit Lern- und Lehrmitteln inaugurierte Thätigkeit dieses Vereines mit regem Eifer und dem Äufwaude aller seiner Kräfte fort. In den 2 Monaten seiner bisherigen Wirksamkeit betheilte derselbe: 1. Folgende 10 Volkschulen mit Schulbibliotheken: R-indlmühle, Mehrnbach, Guttau, Leopoldschlaz, lltzenaich, Taßdorf. Niederkappel, St. Peter am Wimberg und Janerbreitenau; 2. folgende 6 Volksschulen mit Lern- und Lehrmitteln: Klaus (Tafeln der landwirtschaftlich nützlichen und schädlichen Thiere), Leopoldschlag .(Wandkarte Oberösterreichs), Utz-naich (Wandkarte Europas von Kozenn), Schwertberg (anatomische Wandtafeln von Kundrat), Trautenbach (Modelle der metrischen Maße und Gewichte) und Kirchberg im Bezirk- Linz (Modelle der metrischen Maße und Gewichte). — Der agramer „Odzor" theilt seit kurzem in der Liste der Verstorbenen auch den Namen des Arztes mit, der den Abgeschiedenen bei Lebzeiten behandelt hat. Infolge dessen ist eine förmliche Revolution unter den agramer Aerzlen auSgebrochen. So gerne sie auch sonst ihre Namen lesen, ist er ihnen in Gesellschaft der Tobten doch recht unangenehm. — CalifornischeGetreide-Ernte. Ueber den Ausfall der Ernte in Californien wird folgendes gemeldet: Californien, das seit einigen Jahren als ein wichtiger Ackerbaustaat betrachtet wird, kann mit seiner diesjährigen Ernte den ersten Platz unter allen Getreide producierenden Ländern einnehmen. Die letzten Regen haben sür den günstigen Ausfall der Ernte entschieden, und da gegenwärtig zwei Millionen Acres mit Getreide bebaut sind und das Durchschnittsergebnis eines Acre in Californien zwanzig Bushel ist, so wird die Fechsung dieses Jahres sicher vierzig Millionen Bushel oder fünfundzwanzig Millionen Zentner Getreide liefern. Wenn wir von diesem Ergebnisse fünf Millionen Zentner für den gewöhnlichen Consum, sür den Anbau u. s. w. in Abzug bringen, so bleiben noch zwanzig Millionen Zentner zu exportieren, d. H. ein Quantum, fast so groß, wie die gestimmten exportierten Getreide-Quantitäten aus den Vereinigten Staaten England und zweimal wehr als das von Rußland Europa versendete Getreide. Er wird eine Flotte von 6500 Fahrzeugen bedürfen, um biese Mafien zu bewegen und die Frachten dafür werden sich auf neunzehn Millionen Dollars belaufen. Diele Thatfachen eröffnen sehr erfreuliche Aussichten sür den Wohlstand aller Klaffen der dortigen Bevölkerung. — Verkehr. Das der Adler-Linie in Hamburg gehörende Post-Dowpffchiff „Schiller", Capitän Thomas, trat am 1. Juli seine zweite diesjährige Reise mit den für Dampfer „Göthe" angenommenen 25 CajütS« und 227 Zwischendecks-Passagieren, sowie Post und Ladung von Hamburg direct ohne Zwischenhäfen anzulaufen nach Newyork an. Local- und Provinzial-Angekgeuyett». — (Ernennung.) Der Leiter der k. k. Landesregierung für Krain hat den k. k. Regierung« * concipisten Heinrich Weigl ein-zum k. !. Bezirks-commiffär extra statum und den provisorische» t. k. RegierungSconcipisten Paul Freiherr» v. «»sfich zum definitiven k. f. RegierungSconcipisten ernannt. — (Spende für die Armen und den Schulpfeunig.) Der bisherige Leiter der kram. Landesregierung, Hofrath Fürst Metternich hat dem Stadtmagistrat von Laibach anläßlich feines Scheidens aus Kcaiu den Betrag von 100 fl. mit der Widmung der einen Hälfte für die Armen der Landeshauptstadt und der anderen für den krainifchen SchnlpfennigSfond übergeben. — (Neuer directer Personenverkehr.) Mit 1. Juli d. I. trat zwischen Stationen der Kai» serin-Elisabeth- und der Kronprinz-Rudolfs -bahn einerseits (und zwar Salzburg, Gmunden, ünz, Wels rc. Laibach, Villach, Klagenfurt, Leoben rc.), daun zahlreichen böhmischen Stationen der Kaiser« Franz-JosefSbahn, Turnau-Kraluper Bahn, Böhmische» Nordbahn, Pilsen-Priesener, Buschtiehrader und Aussig« Teplitzer Bahn, anderseits (z. B. Prag, Marienbad, Eger, Silin, Karlsbad, Teplitz, Pilsen, Rumburg, Saaz rc. via BudweiS ein directer Personen- und Gepäcksverkehr mit den Post« und Personenzügen ins Leben. Die bezüglichen Billete sind fast durchgehend« mit einer drei«, respective fünftägigen Giltigkeitsdauer auSgestattet und berechtigen zur Fahrunterbrechung in den darauf namhaft gemachten CouponSstationen. Ueber« dies können hiebet auf der Streck- BudweiS-Eger der ?aifer-Franz-JosefSbaha auf Grund der an den Per« 'onenkafim in Badweis, Pilsen, Marienbad und Eger zum Verkaufe aufliegenden Zufchlagbillete auch die daselbst an die Post- und Personenzüge der verschiedenen Bahnen anschließenden Courierzüge benützt werde». — (O ssicieller Saatenstandsbericht.) Die im letzten Berichte geschilderten Ernteaussichten mit Ausnahme einiger Landstriche mit extremen Mit« terungsverhältnifien, wo sie sich etwas verschlimmerten) sind größlentheilS ziemlich unverändert geblieben, zum Theil auch besser geworden. In Ungarn bezeichnen im allgemeine« genügende Regen bei angemessener Temperatur ben Gang der Witterung. Ausnahmen dürfte eS allerdings in größerer Zahl geben, doch werden solche nur aus dem neutraer und borfoder Comi« tote gemeldet, wo über allzu lang anhaltende Dürre geklagt wird. Demnach haben sich alle guten Einte« Aussichten erhalten und minder gute gebessert. Der Kornschnitt hatte am 1. d. bereits begonnen im Banat und steht in ben meisten Gegenden Ungarns für die nächste Woche bevor. Man verspricht sich trotz der erlittenen Frostschäden von den stehen gebliebenen Wintersaaten größlentheilS eine ziemlich gute Ernte vom Korn und eine ganz gute vom Wetzen; mit Rücksicht aus die geschehenen ziemlich zahlreiche» AuS-ackerungeu dürfte jedoch nur eine Mittelernte beim Korn und eine gute Mittelernte beim Weizen als DurchschnittSertrag atvtunehmen sein. Am besten lau» tc» die betreffenden Nachrichten auS dem Banat und der Baranya, am ungünstigsten auS dem neutraer Comitate, wo aber auch keine schlechte, sonder» eine schwache Mittelernte erwartet wird. — (Schlafwaggons aufderSüdbahn.) Auf der Südbahn erregte dieser Tage ein kolossaler, überreich auSzestatier Schlafwagen von Pullmann aus Newyork großes Aussehen. Der Wagen wurde über London und Triest nach Wien befördert und passierte den Karst, bann bie Semmeriogstrecke mit dem Postzug ohne Storung. Dieser Schlafwaggon ruht auf zwei Rädergestcllen mit vier Räderpaaren und hat Bremsen, welche durch komprimierte Lust in Wirksamkeit gesetzt werden. Vorne und rückwärts sind Cou« pör für Toilette rc. Der Mittelraum ist in zwei Coup6s geschieden. In dem Salon ist ein Mittelgang frei, an beiden Seiten befinden sich Bänke, zwischen je zwei derselbe» ei» Tisch. Die Bettvorrichtung ist an den Wände» angebracht; durch einen Druck an einer Feder wird die halbgewölbte Deckwand geöffnet und ein hängende» Bett bloßgelegt. — („Reae illustrierte Zeitung ") Die von Johanne« Nordman» redigierte »Neue illustr. Zeitung* rechtfertigt durch ihre Illustrationen und die Reichhaltigkeit des Texte« vollkommen die in das junge literarische Unternehme» gesetzte» Hoffnungen. Die eben erschienene Nummer 27, mit welcher der zweite Baud beginnt, bringt bie Illustrationen: Her. zog Georg voa Sachsen»Mtinmgeo. — Ungarische Maler. — Der Marktplatz in Polo. (Nach der Natur gezeichnet von F. Aollarz.) — 3. Makart'- Fresken im Palais Duwba. — Das Liebling-lied der Mutter. (Orig.-Zeichnung von Grögler.) — Henri Rochefort. — Autogramm der Therese KroneS. — Texte: Wiener Wochenchronik. — Ungarische Maler. — DaS Liebling-lied der Mutter. — Auf Irrwegen. Orig.-Romau von Ernst von Waldo«. (Fortsetzung.) — Die verhängnisvolle Wiege. Humoreske von Wilkie CollinS, deutsch von Xaver Riedl. — Marktplatz in Pola. — Herzog Georg von Sachsen-Meinungen. — Henri Rochefort. — DaS Muttermal. Roman aus dem Englische», deutsch von Xaver Riedl. (Schluß.) — Ein Abenteuer in Italien. Aus dem Tagebuche eine-Invaliden, mitgetheilt von B. M. Kapri. — Das Bettelmandel. Eine Geschichte aus dem Hochgebirge, von P. K. Rosegger. (Fortsetzung.) — Ein Autogramm der Therese KroneS. — Makart'S Fresken im PalaiS Dumba. — Kleine Chronik. — Schach. Eine Stimme aus dem Publicum. Jeden Morgen, wenn die Hausfrau den Fleischbedarf für ihr Haus besorgt, stellt sie sich die Frage, wie es denn komme, daß die städtische Behörde sich den Fleischhauern gegenüber keine Autorität verschaffen könne. Als vor beiläufig zwei Jahren der Preis des Schlachtviehes so überraschend schnell in die Höbe ging, beeilte sich jeder Schlächter die ominiöse schwarze Tafel mit dem hohen vom Magistrate bestimmten Fleischtanf außer- oder innerhalb der Verkaufsbude vor die Augen des Publicums zu bringen und jede jchüchterne Beschwerde über schlechtes Fleisch, hohen Preis :c. je. mit einem Wink auf die Tafel abzuweisen. Als vor einigen Monaten die Zeitungen uns den ermäßigten Fleischtarif nachwiesen, verschwanden aus einmal die Tafeln von denjenigen Buden, in welchen das sogenannte Mastvieh verkauft wird, und das Fleisch behielt immer den gleichen Preis. Run es aber offenkundig ist, daß der Preis des Schlachtviehes seit ^wei Monaten beinahe um ein Drittheil gesunken ist, der Fleischtaris abermals ermäßigt wurde, das Publicum das Rindfleisch noch immer mit dem alten hohen Preis be-zalilen und bei einer Berufung auf den neuen Tarif wohl noch eine Grobheit mit in den Sauf nehmen muß, so stellt eine Hausfrau im Namen vieler an den löbl. Magistrat die Anfrage, wie es denn komme, daß er seine Verordnungen den Fleischhauern gegenüber nicht geltend machen kann, und stellt zugleich die Litte, diesem liebe stand sowie so mancher anderen im Marktwesen sich eingeschlichenen Unordnung ehe-thnnlichst abhelfen zu wollen. S. verstorbene. Den 4. Juli. Richard Binceu, Maria Mlineric, k. k. Hauptmannskind, 31/, Monate, Polauovorstadt Nr. 32, Lebensschwäche. Den 5. Juli. Helena Suhadobnik, Taglöhnerskind, 14 Monate, Elisabeth-Kinderspital, Scharlachfriesel. — Anton Avanzo, Friseur, 60 I, Karlstädlervorstadt Nr. 14, Schlagfluß. — Johanna Luk, Magd, 36 I., Civilfpital, chronische Lungentuberculose. Den 6. Juli. Joses Jans«, Faßbinder, 56 I., Ci-vilspital, Magenkrebs. — Maria Himnovc, Arbeiterin, 17 Jahre, Civilfpital, Baiichtyphus. - Barbara Fischer, Drechs-lerögattiu, 41 I., Civilfpital, Lungentuberculose. — Cristine Edle v. Wölsel, geborne Smole, SchiffS-Capitäiisgattin, 35 I., Kapuzinervorstadt Nr. 66, organischer Herzfehler. Geventtaset über dir am lO.Juli 1874 stattfindenden gfcilationeii. 3. Feilb., Jenic'sche Real., Weindorf, BG. Rudolfs-werlh. — 2. Feilb., Lberstar'sche Real., Jurjovic, BG. Reis-niz. — 2. Feilb., Olonikar'sche Real., Unterschleiniz, BG. Planina. — 2. Feilb, Prevc'fche Real., Unterschleiniz, BG. Planina. — 2. Feilb., Gregorüic'fche Real., Gesindeldorf, BG. Rudolfswerth. ___________ Telegramme. Wien, 6. Juli. Der Kaiser geht morgen nachmittags nach Ischl. — Die Generaladjutanten Mondcl und Beck legten heute den Geheimralhseid ab.— Drei Arbeitervereine: „Zukunft", „Arbeiter-brudeibund" und „Fachverein der Manufacturar-beiter" wurden behördlich aufgelöst. Pest, 6. Juli. Tresort's gestern beabsichtigtes DemissionSgesuch unterblieb infolge Zuredens seiner Parteigenossen und der Minister. Posen, 6. Juli. Die beim Weihbischof Jani-zewski und dem Domdechant Grandke vorgenommenen Hausdurchsuchungen nach der päpstlichen Vollmacht zur Bisthumsverwaltung blieben erfolglos. Oeffentlicher Dank. Ce. Durchlaucht der Herr Hosrath Lothar Fürst Metternich hat vor seinem Scheiden au- Laibach dem „kroinischen Schulpsennig* den Betrag von fünf, zig Gulden übergeben, für welche bedeutende Spende Hinnit Hochdemselben der wärmste Dank ausgesprochen wird. Laibach, 7. Juli 1874. Vom Cu mite des krainischen Zchulpfennigs. Witterung. Laibach, 7. Juli. Morgens Nebel, vormittags heiter, schwacher Südostwind. Wärme: morgen- 8 Uhr -t- 19-1 , nachmittag- 2 Ubr 87 2° 6. (1873 + 263 , 1872 f 22-6*C.) Barometer 738 99 Millimeter. Da- gestrige Tage-mittel der Wärme -f- 23 4", um 4'6° über dem Normale; der gestrige Nieder-schlag 2 50 Millimeter Regen. Eiugesendet. Ter Unterzeichnete erinnert sich nicht, die Worte: „Alle jene, welche die Petition unterschrieben haben, sind Esel" — je gesprochen zu haben. Wie er jedoch in Erfahrung gebracht hat, wollen einige diesen Ausdruck gehört habe», und er muß deshalb die Möglichkeit xugebe», sich jener Worte vielleicht in der Aufregung bedient zu haben. Sollte dies wirklich der Fall sein, so widerruft dieselben der Unterzeichnete. Adelsberg, am 1. Juli 1874. (398) Patloi’. Hr. Baudirector Bartl wird ersucht seine Adresse Lberbaurath Tchanmburg bekannt z» geben.__________(399) m lt Hausknecht findet Aufnahme in Wakonigü Gemifchtwarenhandlung in Littai.___________________ Ein Prakticant wird in der Apotheke ui Wivvach aufqenonimeu. Als Förster offeriert sich Nikolaus Br»S, Laibach, Gradischa Nr. 8. fjßtin Kammermädchen, im Mas*innäfjen gut bewan-'2/lcrt, wird placiert bei Gräfin Tlinrn in Windifch-Feistriz. Äagelommene Fremde. Am 7. Juli. Botel *twd< Wien. Carioli, Handelsm., Utoine. — Bellon, Architekt; «ammerer, Fabrikant, Schütz; Wolitschek und Ehrcnseld, Reisende, Wien. — Minach, Privatier, Fiume. — Gariup, k. k. Regierungsrath und Polizei, director, Triest. Hotel Elefant. Kvester, Kfm., Bradsort. — Crobath. Profeflor, Görz. — Wazonig, Prevali. — Hauser und Lichtenegger, Graz. — Iallitsch, Pest. — Temmler, v. Lonzerke, Widermann, Handelsm., Bemman, und Rister, Beamte, Wien. — Jaklitsch, Gotischer. — Hesche, Prag. Strobl, Littai. — Bottjany, Ungarn. — Znideräii mit Sobn, Jdria. — Jellonscheg, Oberlaibach. — Brandt, Billach. — HerodeZ, Lichtenwald. — Theresia Ruß, St. Martin. — Schiruhoser, Leoben. Botel Europa. Ritter v. Panzera und Sternischa, Triest. — Ludwig, k. f. Artilleriehauptmann. — Aldoser, Bayern. — Buchar, Pferdehändler, Klagenfurt. 5.®l!,er vom **e«»errelch Tomaziö, Nafsensuß. Mohren. Weitzer. Tuchsabrikant. «gvü. nw i*n A fit. («ah Ein kräftiger Lehrjnnge kann in der Gemischtwarenhandlung Lmersa in Krainbitrg sogleich eintreten. Ein kleines Gasthaus in der Stadt Laibach wünscht zu pachten Dorothea Svetek in Laibach. Gradischa Nr. 30._____________ Eine gute Wäscherin nimmt ans Rosa Glaser in Sissek. Als Killdsfmu Mfi-hltsichLtnaT-mr in Laibach, Polana Nr. 13. Gasthaus „zur Ehrenpforte“, Laibach, Wienerstraße, wird verpachtet oder auf Rechnung gegeben. Als Bonne oVer Wirthfchasterin sucht Platz Maria H o m o t k a, Laibach, Gradischa Nr. 38. 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Ort., speciell Mark Crt. 200,00(1, 100,000, 75,000, 50.000, 40,000, 2 mal 30,000, 25,000, 3 mal 20.000, 3 mal 15,000, 5 mal 12,000, 12 mal 10,000, 11 mal 8000, 11 mal 6000, 29 mal 5000, 4000, 55 mal 3000, 152 mal 2000, 365 mal 1500, 1200 und 1000, 906 mal 500, 300 und 200. 17706 mal 110 und 100, 16535 mal 50, 40, 20, 15, 10 und eJ Mark, und kommen solche in wenigen Monaten in 6 Abtheilungen zur sichern Entscheidung. Die zweite Gejvinn-Ziehung ist amtlich auf den 15. und 16. Juli d. J. festgestellt und kostet hierzu die Erneuerung für das ganze Original-Los nur 6 fl. — kr. das halbe dto. nur 3 fl/— kr. das viertel dto. nur 1 fl. 50 kr. und werden diese vom Staate garantierten Original-Lose (keine verbotene Promessen) ge« gen frankierte Einsendung des Betrages am bequemsten in recommandiertem ■trief selbst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt. 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Handelsbank 870.- 881».— 19. 69 25 71.50 72- -ttattvualbank .... 975 — 976.- Oesterr. allg. Bank . 53.50 54.- Oest. Bantgesells. . . 182.- 184 — Union - Bank . * . . 112.50 113 — BereinSbank 8 50 8.7Ö verkehrSbank 89 50 f 0 50 fllf8lb»®abn . . • • • 143- 143.— Sarl-Ludwtg-Baja. . »aif. «lisabeth.Bahu. »ais. Frauz-SosefSd.. 251.50 253.- 207.— 204 — 198.- 199- VtaatSbahu .... 810.60 311.50 8üdbahn....»«. 133.75 134.25 l’fandbriefo. »»g. Oob.-ütcMtanfl 95— 85.— 91 90 85.60 95.50 86.— 92.— 85.76 Prloritäts-Obl. >kran,.g<>sef»-Bahn . Oest.-Norbweftvahn. Biebenbütflct etuaMbatm 102 60 97.-80.-138.56 103*0 97. S5 hO.S>