LaibllchelMMtlMg. Nr. 173. Pr^numrrati^uvPruiO: I»> Vomploi'r ««nzj. fl. >i, d,ill'j. N. s>.5><>. ssilr die ^ust,,'!'»»« >,><< H.ni« haldj. 5><> lr, Mil dcr Post ^.nizj. fl. I5>, bnldj. sl. ?.s,u. Molitn»i, 3l. Juli Insertionsgebühr bi« I« Zeilen.- imol null.. ^m.««Il.. «m. i st.i lrnft vi. ^ei!c N». . Sc. l. und l. Apostolische Majestät haben nut Aller-höchster Entschließung von, 25. Juli d. I. den Mini-stcrialralh oxwi «lülnm im Minislcrinm des Inncrn Oswald Bar tu, an ski zum Slalthallcrci-Viccpräsi. dentcn bei dcr S!ntthü. i>. Dcr Minister dcs Innern hat den Polizeigefangeu-hausvelwullcr, Hauptmann a. D. Theodor Paßlcr, dann die Acluaic dcr Wicncr Pulizcidirccuou Karl I u sl, Joscfth Haschla und «arl V a ss i n g l cu t h n er zu Äcziit^inspccloicn dcr Wicner Sichc,hcit?wachc crna»nt. Am 28, Juli l«7l univd^ in dtt' l. l. Hof- mid Sinais-druckn^ daö XXX. Stück dc« Ätlichsgclrhdlailes ausgrgcbm und ^)l>-. uiss dcS Fiiiaüzüniiisisiiiün? ^oi» <;. Juli 1871, bctrrffl'Ud dic Anflassiiiiq dr<< Wnnisücuüllol^anüsi! Eaalstidcil im Hcvzosslhumc Salzlilirss; Nr. 70 daß Grsch lwm 14 Juli 1^71. ln-Irrfftud dic Vrdiiigmi-ssm u»d Züsslstäüduissr silr die Hsvsirllmil; riiicr i'oromoliu-Eisliü'nl,,, von Slrvübn,^ iibrv Mährisch - Schönbcrg au riüri, Pin,!! dcr Eisc»dal,!ili»!r Wildrnschwrrl-Millclwaldc nächst drr i,'slcrr>'ichisch'p^»snschr!! ^rcnzc: ^.>lr. 7l dai« Vrsl^, vom 1K, Juli 1,^71, delrissrüd dic Vcwilli-s,!!üli cinci« »lN'nziüölichs,! Dcnlshms n>i« Slaaismitlrln für dic in Tachlm durch lli^rschu'cmmuul; Äcschädinicü; ^'r. 7'^ da<< Gcs.<; ^om Ili. ^u>i I^?>. l'.lrcffcüd'dir Hrrstlillinci rlucr ^omcumnwchali» uc,ü Hicssai, nach Eisrnrrz; y.r. ?!l du> Vcroldü,»,ss dcl< Miniws fliv Enliuö lind Ulilrrrichl rwm IV.Iiill 1^71, wc>d,i,ch dir §5 !><; „nd ^? drrMi»!-strr!a>,^nmd!iu',>a v°m >2. Juli 18<;!» (N. G. Vl, ^)tr. l^li) Wn'ssri,d dir Blldniigüaüstliltcn sur Lchrcr nud ^'chrcrmnm. adgrnudrrt wrrdru l2vr. Z<.» fl. 5>.; lr. eingesendet. Von dcn Schillern dcs l. l. aladeuuschcn'Gymnasiums in Wien 184 si.-10 lr. mit den, Mollo: Von dem unvergleichlichen Helden Tcgctlhosf gilt dce röinischen Dichters Wort: llc»-. (I l!I. 3. „8i sri>«l.!!^ iüul'üwr 0rl)i8, impli,vidnm le-ri(,'nt i-niullo." Gcsammlsumme 22<) fl. 03 lr. Weitere Bciträgc werden in dcr Präsidialscction dcS k. l. Minislcriumö dcö Acu^'N, Hcrrcngassc Nr. 7, im 2. Stock. Dcpllvtcmcnt 1, vom Director, taiscrl. Nalh Anlon Ludwig Scidl übernommen, quillirt und in dcr „Wiener Zcilung" lundgcuiachl. Politische Uebersicht. Laiback, .A). Juli. Als Tag dcr Zusammenkunft dcr Kaiscr von Oesterreich und Deutschland wird der 8. August bezeichnet. Wie manche Wiener B,ällcr anzngclien wissen, dmslc die bcuorslchendc Kaisn -.^nsammcnlunst auch ;u einer Begegnung dcs Grafen Bcust mil dem Fürsten Bismarck Anlaß üictcn. Auf dcn 13. August soll in 3 emberg cine Versammlung polnischer Politilcr einbcrufcu werden, zu welcher Einladungen in alle ehemals polnischen Bänder, ins-l'csondcre auch nach Preußen crgangcu sind. Dcr Zwcck ldcr Versammlung ist, wie aus den ocroffcullichtcn^Auf- rufcn und Einladungsschreiben hervorgeht, vorzugsweise demonstrativer Natur. Die polnischen Paltcisührer halten cs für nothwendig, das Bewußtsein der nationalen Zusammengehörigkeit und Einheit aller ehemals polnischen Vandcslhcilc in allen Gliedern der polnischen Gesellschaft zu wecken und zu slärlcn und die polnisch-nationale Ein« hcit zugleich vor aller Welt zu maniscslircn. Ein anderer Zwcck dieser Versammlung ist die Feststellung eines gemeinsamen politischen Programms, um durch dasselbe iu ollen die polnische Sache betreffenden wichtigeren Fragen einträchtiges Handeln zu ermöglichen. Zur Vorbereitung dcr Vorlagen sür die ssemeiusamen Berathungen ist noch ein besonderer Ausschuß nieder» gesetzt. Wie dcr „Tagcsprcsse" auS Prag gemeldet wird, »rare die Ernennung dcs Grafen EHotel zum Stall-Halter von Böhmen nahe bevorstehend. DaS neue ungarische Wahlgesetz soll zur Vorlage un dcn Ncichstag bereit sein und gegen das IK4^cr Wahlgesetz die Aenderung, daß die dreijährige Scssionspcriodc in eine fünfjährige umgewandelt wird, enthalten. Das „Präger Abendblatt" tritt dcr neuerlich besonders lemerlbaren Sucht, unserm Kaiserslaatc die politischen nnd ökonomischen Einrichlungen anderer Slaalcn als Muster anzncmpfehlen, entschieden entgegen. „Oesterreich — sagt cS — ist eben ein ganz eigenartig construirtcr Staat, dcr ganz besondere Institutionen und SlaatscinrichUmssen verlangt. Weder England, noch die Schweiz, noch Bclgicn, noch Deutschland lünnen unS als Vorbilder dienen und wenn man sich seit dem Auftauchen dcr Fischhof'schcn Broschüre namentlich darin gefällt. Oesterreich als monarchische Schweiz hinzustellen, so fiele es nicht schwer, dcn Beweis zu liefern, daß dieser Vergleich in mancher Beziehung nicht zutrifft. Gründliche Kenner schweizerischer Zustände sind übrigens nicht sonderlich erbaut von manchen Verhältnissen und Einrichtungen dcr hclvclischcn Republik und namentlich ist cs die „^antönliwirthschast", d. h. die zu weit gc-lrilbcnc Souv-rainclüt und Selbständigkeit dcr cinzcl-ncn Eanlonc, wllckc zahlreiche Gegner findet und in dcr That auch schon zu vielen Mißbrauchen und Uebel-ständen geführt hat. Die dort geltende Staateform sei „noch nicht jene Panac»^, die. wie man von mancher Seile glauben machen will, über alle Verlegenheiten und Ocbrcchen hinweghilft; Oesterreich lönnc sich ganz wohl rcorgani-sircn und kräftigen, ohne die Zustände dcr ihm als Muster hingestellten Schweiz in Allem und Iidcm co-pircn zu müssen." In München ist Döllinger's Wahl zum Univclsiläts-Ncclor vollständig gesichelt, cbcnso die Wahl dcs Professors Friedrich zum Uniucisiläls-Sccrelär. Fl'llllM'll. Die Ambulanz Tricochc. EriiniMlUgc» cmö dcr preußischen VclaZMma, uou Pariö. II. (FortsrlMig.) Es halle sieben Uhr geschlagen. Dcr Eonccrtsaal, in welchem die Söhne dcs Bruins ihre Schungcu abhielten, war wic gewöhnlich gefüllt: daS vorherrschende Element bestand auö Blonscumümnril, einige Fraueu und Schwarzröckc ausgenommen, welch' ^ctzlcrc dcr Gegenstand argwöhnischer und mißtrauischer Blicke waren. Nach dcm bestehenden Gebrauche rcconstituirlc sich das Bureau jcdcu Abcnd, uud dcr Präsident dcs vorigen Abends nahm während dieser Formalität dcu Vorsitz cin. Dieses Bnreau bestand auS einem Ehrenpräsidenten (osl ein schon Geslorbeticr, aber eine Berühmtheit), cincui wirklichen Präsidenten, zwei Beisitzern und einem Sc-crctär. Am Abende vorher war dcr Bürger Josua, ..der Mörder von 35> Königen," unter stürmischem Beifall gewählt worden. An diesem Abende stand von einer der hintern Bänke ein nmqcrcr Bürger auf, und machte mit durchdringender Stimme dcn Vorschlag, dcn Griechen Arislogiton zu wählen. (Ein Bürger mit rothem Bart wülhcnd von scmcm Sitze aufspriugcnd.) Bürger, ich vrolcslirc. Wic kann dieser Mann cs wagcn, in cincr Versammlung vun Rc-Publicanern zu verlangen, daß man cincn griechischen Aristokraten, NamcnS G>ton wähle. Nieder mit allcn Ari,wlralcn! Ich habe gesprochen. (Wülhcndcr Beifall, mdlgmrle Blicke au dic Adresse des mageren Bürgers; Nufe: wcrst ihn hi„ans!) (Bürger Maclou, Präsident.) Bürger, ich fordere Slc auf zu erllärcu. was Ihre Absicht war, indem Sie diese republikanische Versammlung insullirtcn? (Der magere Bürger.) Bürger-Präsident, es waltet hier ciu Mißoerständinß ob. Dcr Mann, dcr mich unterbrochen hat, ist ein Dnminlopf. Aristogiton «It dcr Name eines griechischen Sansculotten, dcr dcn ^ctzlcn dcr Pisislratcs. cincr Race von Despoten und -dcimpyrcn wic dic Bonaparle. gctödtct hat, Aristogilon hat die »nM'l.l wicdcr hcrgcstcllt. (Gemurmcl dcg Unglaubens, schwacher Beifall) (Ein Bürger mit cinciu Korb. ciu Anderer mit cincr Flasche.) Dieser Spitzbube weiß zu vicl; cs solltc mich nicht wundern, wenn er cin Moucharo wäre. (Ocr Bürger mit dcr Flasche.) Seine Miene glfällt mir nicht. UebeidicS, weshalb spricht er da von einem griechischen Präsidenten? Als ob dic Franzosen nicht gut genug für dcu Platz wären! (Dcr Bürger mit dem rothen Bart.) Dicscr Mann nennt mich cincn Dummkopf. Ich alanbe, daß er cin Dieb, wo nicht Schlimmcres ist! Auf jcdcn Fall ist cr cin Vügncr. Er sagt, daß dcr Aristo Gilon dic Ntpnblil wicdcr hcracstellt Hal; ich glaube cs nicht. Ich sage, daß niemals, n!cll!als cin Äristo irgend rlwas odcr irgend cinc Sachc wilder hergestellt hlit. (Großer Bci-sall.) Bürger, ich fürchlc d!csen Mann nicht; wenn er herkommen will, fo werde ich ihn in zwei Minulcu am Boden haben. Haben Sie mit einem solchen Ean- didalcn nichts zu schaffen; ich habe cincn anderen der besser taugt. Es ist cin römischer Bürger, desscn Namen ich in dcr Zeitung gclcscn habe; dcr Bürger Ger« manicus dcr die Deutschen durchgeprügelt hat. (Accla-malioncn; großer Beifall. Dcr Bürger GcrmanicuS wird zum Ehrenpräsidenten gewählt. Der magere Bürger schrcit und wird an d:n Armen und Beinen ergriffen und schmälich vor die Thüre gesetzt.) Man schreitet nun zur Wahl des Bureau. Der Bürger Maclou. der errathen läßt, daß er nicht die Absicht hab.', dcn Vorsitz aufzugeben, wird in seiner Stelle bestätigt, seine Beisitzer mit ihm. (Der Präsident Maclou.) Burner, wir werden diesen Abcnd unsere Vcrrälhcrlistc fortsetzen, aber vorher mögen Alle, die ctwaS zu bemerken haben, ausstchcn und sich mcldcn. (Ein schielender Vüraer) steht auf und erklärt, daß er dcm Bürger Iulcs Favrc. Minister dcS AuSwärli-gln, scinc Achtung entziehe. (Hört. hört!) Nicht, daß er je vicl von eincm Büraer erwartet habe. dcr Zusam-mcnlünfle mit Bismarck habe (Stöhnen) und sich den gehorsamen Dicncr dicscs Vandilcn unterzeichne. (NcucS Stöhnen.) Abcr an dicscm Morgen crst habe er das ganze Maß der Unwürdiglcit Favrc'ö kennen gelernt Da er der 9^,crung eine wichtige M.llhcilung zu ma^ chcn gchabt so habc cr sich in die Wohnung dcs Bür-acrs Favrc begeben und da. nachdcm er eine Stunde im Vorz.mmcr gewartet, hätte ein Bcdicnte mit weißer Cra-vale, dcm Zeichen der Sclavcrci. ihn benachrichtigt, daß. wcnn cr dcn Minister zu sehen wüufchc, cr u» denselben zu schreiben oder um eine Audienz anzusuchen habe. Es war klar, daß der Bürger Favre in cincm sreiln 1264 Ein italienisches Geschwader, bestehend auS den Schiffen: „Roma." „Castelftdardo." „San Mar« two" und „Principe Humbert" erhielt Befehl, sich bei Cagliari zu concentriren. Der Zweck dieser Concentri-rung ist vorläufig unbekannt, wahrscheinlich gilt es einer Demonstration gegen Tunis. Wie der „Fanfulla" aus Rom gemeldet wird. hat die Ernennung des Monsignor Guibert ;um Erzbi« schof von Paris erst zu langen und schwierige!, Unterhandlungen zwischen dem Heiligen Stuhle und dem französischen Gesandten, Grafen d'Harcourl, geführt, wobei sich Cardinal Antonelli nicht sonderlich fieund-schaftlich für die französische Regierung zeigte. Der Name des Monsignor Dupanloup wurde in Rom mit Unwillen zurückgewiesen, während die französische Re> gierung von ihrem Standpunkte aus die vom Vatican vorgeschlagenen Candidaten nicht annehmen wollte. Die Wahl des Monsignor Guibert war die Folge einer Transaction; aber er ist nicht der von Rom gewünschte Candi« dat und wurde erst acceptirt. als er von der Persaillcr Regierung ic römische Frage. Aus der Sitzung der Nationalversammlung vom 22. d. M., in der bekanntlich die Petitionen der Bischöfe, die weltliche Macht dcS Papstes betreffend, zur Sprache kamen, tragen wir die von Thiers gehaltene Rede nach. Ich bin — so begann Thiers seine Rede — zu aufrichtig, um nicht mein Bedauern auszudrücken, daß ich heute jene ernste Frage behandeln soll, welche Ihnen von Neuem vorgelegt wird. Nicht als ob ich meine früheren Meinungen zu verleugnen hätte; Sie werden lehen, daß, sowie ich früher gedacht, ich auch heute noch denke und immer denken werde. (Sehr gut! Sehr gul!) Ich habe keine meiner Handlungen, keine meiner Nbsich» ten zu verbergen. Ich handle angesichts meines Landes und ehrenhafter Leute und ich kann Alles sagen. Indeß wissen Sie wohl, daß eS große Interessen gibt, denen man besser durch Stillschweigen als durch Worte dient. (Beifall.) Da man uns aber trotz allcdcm zwingt zu sprechen, so werden Sie die Nothwendigkeit, in der wir sind, NUeS zu sagen, zu würdigen wissen. Ich bin aufrichtig gewesen, als ich dem Lande früher Meinungen kundgab, deren Richtigkeit durch schreckliche Refultate be» stäligt worden ist. Ich habe meinem Lande, das ich genug liebe, um eS zuweilen tadeln zu dürfen, oft den Borwurf gemacht, daß es sich unter dem Joche der Mei» nung des Augenblicks zu befinden pflege. (Bewegung.) Wenn in Frankreich eine Meinung auskommt, so hat fast Niemand die Kraft, ihr zu widerstehen. (Das ist wahr!) Ich muß Ihnen heute diese Wahrheit vorhalten, denn c'lle Tage haben wir das traurige Beispiel der un« widerstehlichcn Herrschaft der Ideen des Augenblicks. Es ist diese blinde Herrfchaft, welche am Aufgeben der traditionellen französischen Politik schuld ist, waS heule mit so grausamen Unglücksfällen bestraft worden ist. (Bewegung.) Ja, ich habe den Augenblick gesehen, wo jene alte Politik oe« europäischen Gleichgewichts, welche das Ergebniß unserer Geschichte, daS Werk unserer größten Männer war, der absurdesten Lächerlichkeit preisgegeben wurde. (Erreguna.) Man sagte, daß diese Politik das Werk Heinrichs IV., des bravsten. d«S einnehmendsten aller Männer; das Werl Richelieu's, eines großen Staatsmannes; daS Werk Mazarins. dcS geduldigen Staatsmannes; das Werl jener Männer, welche uns den bewunderungswürdigen westphälischen Frieden gaben; man sagte, daß durch das Gleichgewicht, welches 1815 von der Vorsehung wieder hergestellt wurde, sie uns ent< schädigen zu wollen schien; daß sie uns die Territorial, macht nahm, indem sie uns diesen Einfluß gab... man sagte, daß diese Politik aufgegeben werden müsse! Wir waren nicht mehr im Stande, die Welt zu beherrschen. Aber Frankreich war für Europa zwischen Preußen und Oesterreich gestellt, um die Herrschaft des Einen übcr den Andern zu verhindern. Frankreich stand auf dem Continent auch zwischen England und Nußland, um zu verhindern, daß diese beiden Mächte nicht im Interesse ihrer besonderen Herrschaft die Welt auf den Kopf stellten. Gut! Zur Vernichtung dieses Gleichgewichts haben wir in einem Augenblick lächerlicher Thorheit Alle bei, Igelragen. (Bewegung.) Dieses alte System, welches unsere Sicherheit war. ward geändert, um das der Nationalitäten zu proclamiren, und dieses System ist empor» gekommen, um Frankreich Tage zu bereiten, die ewig zu bedauern sind. Ich mache Italien leinen Vorwurf darüber, daß es eine eigene Macht werden will. ich habe ihm das Recht nicht abgestritten, es durch seine eigene Kraft zu werden, aber ich finde, daß Frankreich einen großen Fehler begangen hat. als es dazu beitrug, daß alle jene getrennten Staaten eine einheitliche Macht wurden. (Beifall.) Daß die Italiener die Einheit schassen wollten, war ihr Recht und wir halten ihnen leinen Vorwurf darüber zu machen; aber das Blut unserer Soldaten und unsere Schätze dazu zu verwenden, um in Europa dieses Gleichgewicht, das eigens für unS gemacht zu sein schien, zu vernichten. daS war wahnsinnig und blind zugleich! (Lebhafter Beifall und Jubel auf vielen Bänken.) Ich habe eS nie über mich gewinnen können, meine Anficht vor der herrschenden öffentlichen Meinung meiner Freunde zu verbergen. Ich habe lein Bedenken getragen, mich von den Männern, welche auf diesen Bänken sitzen und mit mir den kaiserlichen Despotismus bekämpften, zu trennen, und ihnen zuzurufen: „Die Nationalitätenpolitik wird dereinst das Verderben für die Größe Frankreich« sein'." (Beifall auf der Rechlen und im Centrum.) Ich war niemals mit der italienischen Einheit einverstanden — ich habe dies Italien neuerdings selbst gesagt — nicht blos, weil man nicht au« freien Stücken sich zur Seile eine Großmacht schaffen soll, sondern auch, weil ich überzeugt war. daß die italienische Einheit durch ihr Beispiel und durch materielle Hilfe die deulsche Einheit nach sich ziehen werde. Es gab noch einen anderen Grund, nämlich daß, meiner Meinung nach, es der grüßte Fehler ist, den eine Regierung überhaupt begehen kann, wenn sie eine religiöse Frage anrührt. Es war unmöglich, die italienische Einheit zu schaffen, ohne die wellliche Herrschaft des Papstes umzuwerfen. Nun wohlan, eine Anzahl religiöser Gewissen, einerlei, wie viel es sind. zu betrüben, ist meiner Meinung nach ein Fehler, den eine Regierung zu begehen gar nicht daS Recht hat. (Sehr gut!) Die höchste Stufe der Philosophie ist nicht, daß man nach dieser oder jener Schablone denkt. DeS Men- schen Geist ist glücklicher Weise frei und die höchste Stufe der Philosophie ist, daß man das religiöse Bewußtsein des Nebenmenschen achte, unter welcher Form dasselbe sich auch darstelle, welche Form dasselbe auch immer annehme. (Beifall auf mehreren Bänken.) Nach meiner Ansicht ist es eine gleiche Schuld, ob man Katholiken oder ob mau die Protestanten beunruhige. Die Protestanten wollen nicht, daß eine einzige christliche Gemeinschaft die übrigen beherrsche. DaS ist ihr Glaube und ihr Recht. Es ist der Glaube der Ka< tholilen. daß eine einzige Gemeinschaft in der Christen« heit die übrigen beherrschen müsse, um jene große nud edle religiöse Erscheinung, die Einheit des GlaubcuS aus-recht zu halten. Sie glauben es uud es ist ihr Recht, und jede Regierung, welche daS Gewissen irgendeines Theiles der Nation beunruhigen will, ist eine gottlose Regierung, selbst in den Augen der Philosophie. (Sehr gut! Beifall.) Ich rief der kaiserlichen Regierung, und zwar ohne Oppositionsgeist zu und ich wiederhole cs denen, die »och hören, und dem Lande: „Sie verachten das europäische Gleichgewicht; indem Sie die italienische Einheit machen, bewirken Sie, daß die deutsche Einheit geboren wird. Sie rühren eine große und furchtliaie religiöse Fraqe an, Sie werden die Gewissen l'ctlülicn, vielleicht dcn Katholicismus erschüttern und obcncin der alten Politik Frankreichs, welche darin bestand, folglich dic la!hol,schc Clientel zu conserviren, Schaden bereiten." Hieinc Herren ! Wir sehen täglich eine Großmacht, nämlich Nnß-laud, als ein Hauplmittel ihrer Polilil dcn Echntz der Griechen geltend machen; Sie wissen, was dc ^nMn- . der für den Schutz des Protestantismus Ihm,; scit Oestcr- i reich nicht mehr das Reich Karl V. war. war u»S, ^ mcine Herren, die Rolle als Aeschützcr dcS Kalhoüris- ^ mus zugefallen. (Sehr gut! schr gut!) Die lmscrlichc Regierung hat eines der größten Mittel und cincs der wirksamsten des Einflusses der französischen Pulilit ans' gegeben. Nun, meine Herren, was ich damals absagt hake, hat der Idee dcS Augenblickes erliefe» müssen. Oic Idcc des Augenblickes war der Staatsgewalt wie cin m'Mcl?-schwangerer Rausch zn Kopfe gestiegen; als sic ülicr die Alpen zog, um jenen für unsere Armee ruhmreiche», für unsere Polilil betla^euswerthen Fcldzug zu unternehmen, wurde gesagt, Frankreich habe stets Blul ac,n,g. uiu eS für eine Idee zu vergießen. Nun wohl, die Frucht dcs für diese Idee vergossenen Blutes ist die: Italien ist eins geworden. Seien wir gerecht lind unparteiisch, dies war Italiens Bestimmung und es that wohl daran, nach Einheit zu streben, wir haben ihm leinen Vorwurf daraus zu machen: ich wiederhole es: dcr Vorwurf trifft uns! (Das ist die Sache! Sehr gut!) Italien hat die Einheit erobert und nicht allein Deutschland durch die Macht des Vcispicls angeregt, sondern noch mehr gethan. Es hat Preußen den Beistand seines Armes geliehen und in dem Augenblicke, wo Preußen schmanklc jenen so verwegenen Act des Angriffes acgen Oesterreich zu unternehmen, ihm angeboten, die Kräfte Oesterreichs zu theilen, indem es mit Preußen zusammenging. So hat Italien die Einheit Deutschlands zuerst gezeugt und dann durch seinen Arm großgezogen. Preußen vcrdanltc dcn 3,'cg von Sadowa dem Genie seiner Generale, derT^Pfer« tcit feiner Soldaten und auch der Diversion, welche Italien machte. (DaS ist wahr!) Wahr ist cS also, d»ß die italienische Einheit die deutsche gemacht hat. Aber mehr: die italienische Einheit hat diese große und furchtbare religiöse Frage aufgeworfen, deren Emporsteigen Italien so leicht voraussehen konnte. Ja, diese Fraac ist über Europa emporgestiegen und Sie können sehen, welche Lank die erniedrigenden Formalitäten wiederherstellen »olle. welche in den von Tyrannen regierten Ländern bestanden. Er beantrage, daß der Bürger Favre auf den Pranger der öffentlichen Meinung gestellt, zum Ver-rüther und vogelfrei erklärt werde und daß alle wahren Patrioten ihm den Gehorsam versagen. (Zeichen von Zustimmung. Beifall.) (Ein etwas betrunkener Bürger) tzat eine traurige Meinung von dem Bürger Ecnst Picard, Finanzminister. Er hatte der Regierung ebenfalls eine wichtige Mittheilung zu machen gehabt. Er hatte eine neue Art Granate er-funden, eine der mörderischesten, die jemals verfertigt worden und die uns rafch von den Preußen befreit hätte. Hier ist sie; er hatte ein Modell davon in seiner Tasche. Wenn er sie auf den Boden fallen ließe, würde sie die anwesenden Personen in einem Grade pulvcrisiren (Bewegung), daß es schwer sein würde, ein Atom ihrer Identität wieder zu finden. (Neue Bewegung.) Nun wohl, er hatte sich an den Bürger Picard gewendet, um eine Unterstützung zu erhalten, die ihm behilflich wäre, seine Erfindung zu poussiren, und Picard hatte sich ge« welgert. ihm einen Centime zu leihen. WaS dachte der Burger Picard. indem er sich eine so majestätische Miene «ab l> Glaubte cr zufällig, daß die Börse der Nation sem Eigenthum sei? Wer füllte denn diese Geldsäcke, d,e er bewachte, w.e der Hund seinen Trog. der Bürger P.card gew.ß n.ch '. (ho«, Hort!) Nein, das Volt im Schwelße semes Angesichtes, und dieses Benehmen deS Finanzministers sei nur ein integrirender Theil des al-ten, von allen Regierungen befolgten Systems, dem Ar« beiter vorzuenthalten, waS ihm gerechter Weise gebührte ^ Er beantrage, daß der Bürger Picard aujM^ werde', unverzüglich seine Demission einzureichen. (Hört, hört! Beifall.) Der Bürger setzt sich mit seiner Granate auf eine der vorderen Bänke, die schleunigst von den dieselbe Einnehmenden, die sich in respcctvollc Entfernung zurückziehen, geräumt wird. (Drei Bürger) stehen gleichzeitig auf. Der erste ereifert sich gegen einen Gewürzträmer der Rue S. Denis, der sich geweigert hat, ihm 60 Pfund Speck auf Credit zu geben, als ob jcin Wort nicht so gut, als das jener Aristokraten wäre. welchen besagter Gewürz-lrümer so viel Waaren anvertraue, als sie wollten (Hört. hört!) Der zweite Bürger insultirt seinen Hausherrn, der ihn benachrichtigt hatte, daß er seine Wohnung nur bis zu Ende der Gelagerung behalten dürfe, we.l er, der M.ethcr. obfchon er 4 Francs pe Tag verdiene, sich geweigert hatte, feine Miethe seit Be-ginn des Krieges zu bezahlen und diesen Rückstand auch nach dem Friedensschlüsse nicht bezahlen wolle. (Großer Beifall!) Endlich declamirte der dritte Bürgergegen Arago. dcn Maire von Paris, weil er sich entschieden geweigert hatte, die Namen der Straßen, welche an den rohen Aberglauben der Vergangenheit an Priester und Heilige erinnern, zu verändern. Er z. B. wohne in der Straße Saint Onge und er schäme sich. seinen Freun-den eine solche Adresse zu geben. Er sehe nicht ein. weshalb man, dem Bürger Arago zu Gefallen, feine Selbstachtung aufgeben solle. (Beifall und Kundgebungen der Sympathie.) (Ein Bürger im schwarzen Kleide.) Vielleicht werde ich die Scrupel des Bürgers beschwichtigen können. Der Name dieser Straße ist nicht Saint Onge sondern Sainlonge, mit einem einzigen Worte. Sainlonge ist der Name einer einstigen französischen Provinz. (Unter-brechuna. Murren — Rufe zur Ordnuna!) (Dritter Bürger.) Wenn der Bürger im schwanen Rock ,r.,t der Absicht hergekommen ist. das Voll zu de-Ms^,,'.^m" Ä 'b'" l°g"'' d°ß semc Manöver nur Werft ih7hin^u7.)"^"^''' großer Vcifall. Nufe: mit ^"^?' ^ dem Korbe zu seinen. Nachbar Jesuit ^ ^ aus wie ein verkleideter «. ^" !^.^""t '"' diese Jesuiten, antwortet der «ndere. Meine Frau ging zu einem von ihnen zur Beichte und ... , ° Der Präsident Maclou: Diese Angelegenheit ist lA geschlichtet. Diese Unterbrechungen sind unangenehm, ^ch mache dem Bürger im schwarzen Rock und «llcn. ssl^x ^!^"' bcmcrllich, daß wir uns in einem Anm.bnn. !"?"" ^"^"' und daß Jene, welche die A^""6 Wen. mehr zu wissen, als ihre Nachbarn. m^s,^i?""' draußen zu bleiben. (Einstimmigcr R °ist/r 'Ntt c>""" °" unser Geschäft. Wir werden unsere N l .?""" beginnen, die wegen ihrer öffcnt-,7/" l°w°hl. als Privathandlunliswcisc verdienen, ^ d'e ^l te es Volks, die Me der Verräthcr und X« gesetzt, der öffentlichen Verachtung bezeichnet und M^ 7 ^"sch"N zu werden bis um Tage der m-n.^ ,°°'. demokratische, sociale und communistische ^ pub!" lhnen Allen wird Gerechtigkeit widerfahren °?"'. «/'"b mehrere Redner eingeschrieben; ich er< suche den Bürger Faggeaux, sich hören zu lassen. «ufe von allen Seiten des Saales: ..Der Aür^r Faggeaux auf die Tribüne!" H265 Wirlungen dieselbe bereits hervorgebracht hat. Ich sage es dcn Italicnern alle Tage, dcnn das ist daS beste Mittel, welches die Diplomatie bei ihnen gebrauchen lai,n __ ich sage: Seht ench vor! Das religiöse Bewußtsein ist eine der furchtbarsten Mächte diescc Well und es ist die Ehre der Menschheit, daß cö mcht allein die materiellen Intcresscn sind, welche sie bewegen, sondern daß auch religiöse Fragen und durchaus selbstlose I5ccn diese Möcht hubcn. (Bravo! und Äcisall.) Nun wohl. diese uncimcßlichc Frage hat sich erhoben, der König von Italien ist in Nom, er ist in der Hauptstadt der Halbinsel und Pins IX., das Haupt d,c,er yroßcn katholischen Kirche, ist im Vatican. Er >st zmi-fchcn dem Vatican und St. Peter, ohne Zweifel ein erhabener Aufenthalt. aber der Pontifcx M dort umgeben von dem Schm^c der itl'.lhulikcn und der Ächtung der gangen Welt. Äli: einem Worte, er ist eingeschlossen in dieses Asyl und alle Kalhulikm frag.n sich. wozu sie alle Ansprüche und ein nnuvcifclhaftcs Recht haben: ob cr dort frei ist? (Auf'.es,uug,) Nun wohl, meine Hcrrcn, seien wir offen! Lcgcn Sie uns nicht untir versttcktcn Äusdrückcn ein Unlcr-nehmen anf. w«.lch'>? n^scrc Aufrichtigkeit nnS anzu? nehmen verbietet und welches Sie selbst nicht annehmen würden, ein Unternehmen, welches etwa sehr günstig für die Interessen der Religion, abcr schr im Widerspruch mit dcn Forderung!' der Vaterlandsliebe sein lönutc. (Schr gut!) Alickeu Sie auf unsere Lage! Schr lieb wäre cs mir, nicht gar zu offcu zu sein. obwohl, was mich angeht, cinc vollständige Aufrichtigkeit cin großer Trost ist. Aber dlickcn Sie einmal schai's anf unsere Lage. Dieses Italien — ich habe cs nicht gemacht. Ich kann cs mit Wahrheit dcr Wclt sagcu, von allcn Zeitgenossen bin ich dcrjcmgc. der am wenigsten da'^u beigetragen hat, jene Einheit herzustellen. (Sch^ walir!) Aber sie ist einmal da, sie cMitt, eö gibt ein Italien, es gibt cin Königreich Italien, wclchcs eine Stelle unter dcn bcachtcns-wcrthcn Nlächtcn Enropa's ciugcnommcn hat. Was sollen wir machen! Wir müssen gcradc heraus sprechcn, wir dürfen uns t.ine Dipluinatic aufbürden, deren Er° gcb:nß das sein würde, was Sie üffcullich von sich weisen winden: das heißt dcr Kri:g. (Bcwcguug,) Sehen Sie auf das Schauspiel, wclchcs Europa in Hinsicht auf Italien darbietet. Rußland, diese Macht, die auf dieser Welt wenig zu fürchten hat. Rußland macht Italien den Hof, scildcm die Enrie, vo„ einer cdclmülhigcu, abcr Vielleicht unüberlegten Anfwallung hingerissen, an die polnischc Frage gerührt hat. Rußland, dieses wesentlich conservative Land, hat Rom «erlassen und befindet sich in den besten Beziehungen zu Italien. England hat Ita^ lien stets begünstigt. England war cs nicht uuangenehm, im Milteliucere eine Marine entstehen zu scheu, wrlche, wenn anch nicht die Nebenbuhler iu. wohl abcr die Feindin der unsern sein lönnte. Oesterreich gewiß ist cinc eminent katholische Macht, abcr cs hat scine Lage bedacht und dcr wcisc nnd geschickte Staatsmann, der seine Geschicke leitet, hat sich gcsagt. daß. obgleich dic Oiößc Italiens ans dcm gemacht wur den ist. was Oesterreich verlor, die Annähcrnng an Ila lim cin Gebot der Klugheit war. Das Wiener Eabinct hat eingesehen, daß die italienischen Provinzen für Oesterreich immer nichts Anderes waren, nls eine Bürde, die ihm mchr kostete als cinlirachlc, und hat sich mit nncr Weisheit, die ich für meine Person anerkenne uud osfcu billige, gesagt: „Da cS unser Ehrgeiz nicht sein kann, nach Italien zurückz^nkchrcu und dort wieder zu nehmen. (Eine Bürgerin mit kräftiger Lunge): Faggcaux hat mich hergeschickt, um zu mcldcu, daß er nicht lom» mcu könne. Die Hunde von Polizei-Agenten siud ihm auf dcu Fersen, weil er heule Morgens cincu Infantclic-Obcrstcu, dcr ihn insultirlc, zu Buden geworfen hat. Ich bin die Magd oon Faggcaux. deshalb hat lr mich hergeschickt. (Bioals und Kundgebungen dcr Sympathie sür dcn Bürger FaMnux.) (Dc>/ Präsident Htaclou.) Diese Versammlung drückt durch dcn Mund ihres Präsidenten ihr Bcdaucru aus. uud schickt dem Bürger Faggcauj,' ihre Condolcuz-complimcnte, da er muthig eiucn Pratoriancr gcohifcigt hat. Dcr Name, der jetzt auf dcr Liste folgt, ist dcr des Bürgers Erappollc. (Eiu Vürgcr mit ciücm vcrbundcucn Auge.) Ich bin dcr Bruder vou Crappollc. Er dient in der Mo» bilgardc und weil er gcstcru, da cr Voipostendirust hatte, nach Paris zurücklief, um scin Taschentuch. daS cr vc» «essen hatte, zu holen, hat dcr Eapitän ihm aus II Tage Arrest gcgebcn und ihm sogar mit dcm Kriegsgerichte gedroht. (Murren des Unwillens.) Ach ich nxiß. wo das hinaus will. Diese Aristokraten möchten Erap-polle lödtcn. weil cr cin Rcpnblicancr ist. Es ist da? zweite mal. daß sie ihu zu dcn Vorposten schicken. Abcr cr tenut ihr Spiel ebenso gut, als ich. und er wird sich nicht zu ihrem Vcrgnügcu lüdtcu lassen (Großer Beifall. Nufc: Ausgezeichnet, gut!). (Dcr Präsident Maclou.) Da sich die Sache so verhält, so ersuche ich dcu Bürger Bilia. dcn dritten auf dcr Liste, das Wort zu ergreifen. (Beifall. Aufmerksamkeit.) (Fortsetzung folgt.) was wir verloren haben, so müssen wir frelmdnuchbar-lich mit Italien le'.'cn." Und Prcußcn, wclchcs nicht nach citlcm Ruhm vcr-laugt, abcr Siege zu erringen versteht, sucht sich Durch» gange durch die Alpen zu eröffnen, um auch für sich Italien nahc zu kommen. Spanien hat eiucn Köni^ aus der Hand Italiens genommen. So sind dcnn alle protestantischen, schiSmatischcn uud salbst lathoUschcn Machte m dcn bcslcn Beziehungen zu Italien und die Grüüdc dies.r guten Beziehungen ahnen Sie alle: Sie ahnen dic Oesterreichs, Sie ahnen die Preußens, Das ist uuu cinmal 'nicht zu ändern. Nun wohl, was würocn Sie von uns verlangen? Setzen Sie sich an die Stelle cincs Mannes, dcr denkt, dcr gesinnt ist. wic ich war und wic ich noch gesinnt !)in, dcr cs alö einen Feiler dcr verflossenen Regierung betrachtet, das Antlitz Europa's verändert und umgekehrt zu haben, cincs Mannes, dcr als cin Unglück betrachtet, die Katholiken Frankreichs zu beängstigen, welche .'»6 Millionen ausmachen und dcn < großen nationalen Eultuö verlöten. Uud dann fragen Sie sich: Wenn alle Mächte mit Italien gute Beziehungen unterhalten, was sott ich thun? Ich richte mich an Sic allc und stclle nnr dic Frage: Ihr feurigen Katholiken, wclchc ich hoch. achte, da ich glücklich bin. bei dcm moralischen Zustande dcr Welt Männer zu finden, dcrcn Glaube aufrichtig uud tief ist — (Schr gut! Beifall) ich richte mich an Sie. und indcm ich Sie an meine Stell: scl^, wo ich oon Bekümmernissen lebe, frage ich Sie meinerseits: Was würden Sie thuu? Sie sagen mir. daß Sie jene erniedrigende Lehre dcr vollendeten Thatsache nicht annehmen. Mein Gewissen empört sich gleich dein Ihrigen gegen diese Lehre dcr vollendeten Thatsache. Abcr wenn gan; Europa, dcu Blick auf dic Zukunft gerichtet, mit ciüer dicfer großm Mächte rechnet' welche die gefallene Regierung geschaffen hat. wenu die ganze Welt mit ihr rechnet, wollen Sie dann, daß ich gegen dieselbe Beziehungen vorbereite, wclchc die Zulunsl gefährden können? Nnn wohl. meine Hcrrcn, "das geht nicht, ich kann dicfc Verpflichtung nicht übernehmen. (Schluß folgt.) ! Hagesneuisskeiten. — (Orientalische Atadcmie.) Wic die „Ocst. Eorr." vernimmt, ist dcr Ecctionsralh im Ministerium des Aeußern, Herr Heinrich Barb, mit dcr provisorischen Leitung der k. t. orientalischen Akademie, an welcher er schon seil einer Neihc von Jahren dic persische Sprache und Litters tur tradirt, beauftragt nnd hat diese Leitung bereit« über-nommen. — (Strike in Graz.) Der Strike der Wcitzer-schen Fabrilsarbcilcr in Graz ist beendet. Gestern meldete sich dic Mehrzahl der Arbeiter wieder in der Fabrik. Ueber 400 derselben wurden ausgenommen, so daß dic Fabrik wieder vollständig in Betrieb gesetzt werden konnte. Jene Arbeiter, welche zurückgewiesen wurden, verlassen Graz — (Großer Vra n d.) Wic das „Prag. Abcndbl." meldet, ist am 27. d. in Noz,nital (Piseker Kreis) ciu großcö Feuer aufgebrochen, welches sich bci sturmartigcm Wind rasch ausbreitete. Bei 15,0 Häuser sind abgebrannt. (5i»c Frauensperson kam in dcn Flammen ums Lcbcn. — (Ernteber ich l.) Nach authentischen Ncrichlcn meldet dic „Agramer Ztg.." daß in Croaticn, Slavonien und der Militärgrcnzc cine besonders gegen das vorige Jahr schr gutc Ernte ausgefallen ist. Sehr reichlich ist dic heurige Ernte in Gerste und Hafer, und zwar in einer Quantität und Qualität, wie noch selten in Croaticn und dcr Militärgrenze gesehen wurde. Auch dcr Mais, die Bohnen und die Wcinlraudcn haben sich überraschend cnt-wickclt uud man sieht, wenn kcinc ungünstigen Elcmentar-crcigmssc cuilrctcn, «rotz dcö nassen und kalten Frühjahres einer mittelguten Fcchsung entgegen. — (Eisenbahnen,) Wie die „Mg. Ztg." erfährt, rückt die Überaus wichtige, mit dem österreichischen Schiencnuctz in Verbindung stehende Bahnstrecke Valla-Kiew-Odcssa ihrer Vollendung culgcgcn. Am 1. September wird dcr Anschluß dcr iPerreichisch-galizischen Strecke an die russische erreicht scin. — (Mete or fall.) Am 111. M. Abends um 8 Uhr bci noch volllommcncr Tagcshelliglcit ist bci Leipzig und bei Hallc, an beiden Orlcu zu fast nwmcnlcm gleicher Zeit, cin großartiges, farbig erglänzendes Mctcor' licht' strahlend niedergefallen. Einc auf dic freilich nur nach dcm Augeuschem abgeschälten Vahnclcmentc sich gründende cou-struclwe Verfolgung dcr Flugbahnen hat zu dcr schr wahrscheinlichen Vermuthung geführt: dciß vou Nmdostcn hcr eine große Mctcormasse in Mitteldeutschland einfiel, alsdann in eincr Höhc von wenig mchr als z>rci geographischen Mcilcn senkrecht libcr der Gcgcud zwischen Äillcr'fcld und Delitzsch gewaltsam in zwci Theile sich auscinandcrlrieb, von denen dcr einc, der größere, nach Süden bis Leipzig, dcr andere, nach Westen bis in die Gegend von Hallc selbständig sich fortbewegte. Die Substanz dcr Meteore war eine dunst-cntige im Zustande glühenden Vcrbrcnncns. Das Leipziger Mclcor war schwcisstcrnarlig gestaltet und von brillant glänzender grüner Färbung; das Haitische war lopfsm'mig < »lit einem langgcdchnten, konischen, aber clwaö eckigen, roll) nnd grün schimmernden Lchivcisc. Beide Meteore haben den Erdboden nicht berührt, sondern zerstoben noch in freier Lust. Die Endgeschwindigkeit war eine relardireude, wie dies wegen der stets wachsenden Widerstandsfähigkeit der untern Luftschichten bei dunstarligcn Mooren nicht anders fein kann, und sie mochte in dcn lctzlcn Etadien kaum noch zwci Delamcicr in dcr Secunde betraun. Cpuren von >Rudimenten oder irgendwelche Wirkungen sind unweit dcr l^liederfallstclle auf dem Erdboden nicht entdeckt worden; auch ward zu leiner Zeit ein Geräusch wahrgenommen. — (Fürchterlicher U n g lü cks f cil l.) Aus dem Staate Zacalccas (Mexico) kommt die Kunde von ciner fürchterlichen Katastrophe. In dem Eilberbcrgl^l zu Onc-bradM, einer dcr drei großen Tilbcradcrri in dieser be-rühmten Region, brach cin Feuer aus, wclchcs dcn Erstickungstod von mehr als 100 Bergleuten zur Folge hatte. Locales. Auszug aus dcm Protokolle übcr die ordentliche Sitzung deö k. t. LandeSschulrat hes fiir Krain in Laibach am 13. Juli 1871 unter dcm Vorsitze dcS l. k. Landespräsidenten Karl v. Wurzbach in Anwesenheit ron 5 Mitgliedern. Die Sitzung beginnt mit dcr Bekanntgabe der seit dcr letzten Sitzung erledigten Gcschäflsstnckc, deren Erledigung von der Versammlung ohne Vemcrlcn zur Kenntniß genommen wird. Dcr Landcöschulralh beschließt, bcim Herrn Minister sür Cultus und Unterricht die Genehmigung dcs von der Direction dcö k. l. Realgymnasiums in Krainburg in Vorlage gebrachten Leclionsplans sür das Schuljahr 1871/72 mit Rcducirung dcr Slundcnanzahl in dcr I. und N. Klasse um Einc Stunde wöchentlich zu befürworten, fcrncr um die Zulassung folgender Lchrhchclfe in slovcnischer Sprache anzusuchen: 1. /ivn^tvo von Erjavcc, 2. liu'Mi^lvs» von Tuöcl, .'5. It,m1im>u,^0v^ von Erjavcc, 4. /cmlso-pi^im /ürotnion, von Icscnko, 5. sechö Landkarten mit slove-nischcr Terminologie, herausgegeben vom Verein ..Malica" (als Hilfsmittel), und 6. I^i/ikii von Tuöck. Weilers wird die Vermehrung dcr Tlundcnanzahl für den deutsche» Sprachunterricht vorläufig in dcr I. und ^l. blasse von drei auf vier, mit Rcstringirung dcs Zeichenunterrichtes von vier cmf drei wöchentliche Clundcn dem hohen Ministerium zur Wlirdigung empfohlen. Der Bericht dcs t. l. Bczirlbschulralhcs in krainburg übcr die Hintangabe des Schulhausbaucö in Olöcul wird zur Kenntniß genommen und mit Rücksicht auf die Vcr-mögensträfle der Echulgemeinde zur lcichlercu Bestreitung der mit dem Schulhausbaue verbundenen dosten der im Finanz-gcsctze pro 1870 berücksichtigte Palronalkpanschalbeilrag von 800 fl. bewilligt und zu Handen deS l. l. Bczirttzschulralhes flüssig gemacht. Dcr t. l. Bezirlsschulralh in Nudolsswcrth wird aufgefordert, iu Absicht auf die Herstellung detz Mcßncrhauscs in Haidovic zu einem Schulgebäube, dcn Situalionsplan und dcn Plan über den Adaptirungsbau mit dem Koslcn-übcrschlage sogleich anfertigen zu lassen, und mit dcm cr« ncncrlcn Antrage bezüglich dcs von dcr Gemeinde angesprochenen Patronalöbeilrages aus dcm Rcligionssonde in Aorlagc zu bringen, und cs wird zur SicherslcUung der Dotation dcs Lehrers in Haidovic ein Huschußdcitag jährlicher 100 fl. ö. W. aus dem Normalschulfonde bewilligt. Indem zur Sichcistcllnug der Lehrcrdotalion in Am-briis als Ergänzung cin jährlicher Bcilrag von 100 st. aus dem Normalschulfoxd bewilligt wird, wird die Umstal-lung der daselbst bestehenden Nolhschulc zu cinrr ösfeut-lichen Volksschule und die provisorische Besetzung deS Lch-rerpostcns angeordnet. Der Gemeinde Hof wird die angcsuchlc Frist bis Ende Juli 1871 zur Einrcichung dcr Documentc über dcn Echul-hausbau in Hof mit dcr Bedingung gewährt, daß eine weitere Frislerstreckung nicht mehr zugestanden wird. Ueber die vom yohcn Ministerium zur Brantachtung mitgetheilte Reliefkarte von Kä'rntcn, äirain und Mstcnland von Hugo Fischer von Scc wird die Aeußerung dahin erstattet, daß, obgleich dieselbe speciell rücksichllich dcö Landcö Krain manche Unrichligl>,'ilcn enthält, sie doch von einigem Nutzen für dic Förderung dcs geographischen Unterrichts sein könne. Der Laudesschulralh beschließt ferner, dic Verminderung dcr Lehrstundcn für Ncligionöunterrichl in der achten Klasse am k. l. Obcrgymnasium in Rudolfswclth von drei auf zwci Stunden in dcr Woche, und die Verwendung der hicdurch entfallenden dritten Stunde sür Machcmalik zu genehmigen, dagegen dic beantragte Vermehrung dcr Lehr-swnden für Mathematik in der' sechsten Atlasse von drel auf vier Stunden in dcr Woche abzulehnen. Außerdem wcrdcn mehrere Gesuche um Dchmtw-Erklärung, Rcinnncraliolicn und Aushilfen crlcdigt. -^ (Tagesordnung) der morgen am 1. August, Nachmittags 5 Uhr, staufmdcndcn G e m eiud cr a thö-Sitznng: 1. Vortrage der Finanzscction: Rechnung Ubcr die Kanzlcieifolderliissc für das zweite Quartal 1871. 2. Vorträge dcr Äausccliou: Ucbcr die beantragte Pflasterung dcr Gradischavorsladt. !l. Vortrage der E chulscclion: ü) Üebcr die angesprochene Remuncriruna, dcs provisorischen Organisten an der Et. PetcrMrche;. 1.) über daö Gcsuch dcr Lchrcr der zweiten Volleschule weacn Erhöhung dcr Rcmuncranon für Ercheiluug dcs fonuläqllchcn Unterrichtes an die Lehriuugcn; o) wcgcn Erweiterung der beiden ftädli-sch^n Volküfchulcn dnrch Errichtung dcr Parallelklassen, Nuf-nayme von Echullocalitätcn, Creirung dreier Lchrersletlen, dann wegen Errichtung einer Mädchenschule; <1) wegen des erforderlichen Grundlcrraiuö für die neu zu erbauende städtische Voltsschule. 1266 — (Schulprogramm.) Es liegt uns das slove-l nisch und deutsch abgefaßte Schulprogramm der Zweiten städtischen vierllassigen Volksschule in Laibach vor. Diese Schule war im verflossenen Schuljahre von 391 Werltags-und 267 Sonuta^sschUlern besucht. Das Programm bringt als sehr zweckmäßige Einleitung eine sich an die Eltern und ihre Stellvertreter richtende Mahnung in Betreff der gesetzlichen Schulpflichligleit. — (Militärveränderungen^ZumValaillons-commandanten des lrainischen Landwehrbataillons Laibach Nr. 23 wurde der Tilularmajor des Ruhestandes Michael Lang (Domicil Lichtenberg bei Laibach) ernannt. ^ ^ "" . (G " rnisonswechsel.) Die vierpflindiqen Fußbattenen Nr. 3 und 4 des Varon Vernier 12 Nrti'lle. rlereglments gehen am 5. August mittelst Sildbahn von ^lener-Neustadt in ihren neuen Dislocalionsort nach Görz ab. Der Stab dieses Regimentes wird erst im Monate September von Wiener-Neustadt nach Laiback> die neue Stabilstation, folgen. — (Ueberfahren.) Am Samstag Vormittag wurde ein neunjähriges Mädchen auf der Polanavorstadt vor dem Brauhaus Schwarz von einem Wagen Überfahren. Die Räder gingen dem Kind über die Brust und es wurde schwer verletzt. — (Statistisches.) In der „Zeitschrift für österreichische Verwaltung" schreibt Professor Dr. E. Hermann: „Es gibt in Oesterreich Provinzen, in welchen fast jcdcr zweite Mensch, welchem man begegnet, außerehelich geboren und erzogen ist. So kommen z. B. in Käruten auf 100 Geborene 44 45 uneheliche Kinder. In Klagenfurt sind sogar 71'20 Percent unehelich geboren. Also mehr als drei Viertel dieser Sladtbevölterung haben die elterliche Pflege und Erziehung zum gröhlen Theile entbehren müssen! Auch Graz zählt unter 100 Neugeborncn 62 48 uneheliche und Wien sieht die Hälfte seines Nachwuchses, nämlich 49.97 Percent außer der Familie heranwachsen. Die Städte zeichnen sich vor dem stachen Lande durch eine weit größere außereheliche Vermehrung aus. So finden sich unter 100 Gebornen Uneheliche: In Klaaenfurt 71 20, im Bezirk Klageufurt Umgebung 40 57 „ Graz 62 48, „ ,. Graz ,. 25 69 „ Wien 49 67, „ „ Hernals „ 29 77 „ Prag 49-59, „ „ Karolineuthal 10 9« „ ,. Smichow 11-94 ,, Innsbruck 49 1«, „ „ Innsbruck „ NW „ Vinz 44-78, „ „ l!,uz ,. 1507 „ Laib ach 4296, „ „ Laibach „ 639 ,. Salzburg 4387, „ „ Salzburg „ 2569 ,. Brunn ' 41-08, „ „ Brüun „ 11 16 „ Lembera 4106. „ „ Lemberg „ 970 „ Trieft 27-54, „ Gebiete von Trieft 4-71 „ Troppau 19 13, „ Bezirt Troppau „ 1042 Ferner kommen auf 100 Geborene in Kärnten 44 45, in Niederösterreich 31 50, in Salzburg 31 16, in Steiermarl 30 29, in Oberösterreich 2094, in Vvhmen 15 51, in Mähren 12 13, in Kraiu 12 05, in Schlesien 10 69, in der Bukowina 10 30, im Küstenlande 8 18, in Galizien 8 9, in Tirol 6 41 in Dalmatien 3 68 uneheliche Kinder. — (Krapina.Tüpliz.) Vom 16. bis 19. d. M. waren 82 Curgäste und Fremde, im Ganzen bisher 1270 eingetroffen. — Wir machen hiemit auf den im Inseratentheile dieses Blattes befindlichen Rechnungsabschluß pro 1870 der k. t. priv. Versicherungsgesellschaft „Oestrrr Phönix" in Wien aufmerksam, welcher ergibt, daß diese Anstalt in gemeinnützigster Weise im abgelaufenen Jahre für Schadenzahlungen in der Feuer-, Hagel-, Transport- und Spiegelglas' Versicherungsbranche an 5283 Beschädigte die Summe von zwei Millionen und 80.258 fl. 18 kr. bezahlt und eine Gesammteinnahme von vier und einer halben Million Gul» den erzielt hat. Eingesendet. Allen Leidenden Gesundheit durch die delicate Novale^ioi-o du N»!'i-v, welche ohne Anwendung oou Medicin uud ohncKustcu die uachfolgeudcu Kraulhcitcu beseitigt: Magen-, Nerven-, Brust-, Luugeu-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- uud Nierenleiden, Tubcrculosc, Schwindsucht, Asthma, Husten, Uuvcr-daulichteit. Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, b«morrli°ideu. Wassersucht, Fieber. Schwindel, Vlutaussteigcn, ^hrenbrauscn, Ucbclkcit und Erbrechen scllist währcuo der Schwangerschaft. Diabetes, Melancholie. Abmageruuc,. Nheumatiömui!, Gicht. Bleichsucht. — Auszug aus 7^.000 Ecrtlficatcu llbcr Gr-ucsuugeu, die aller Mediciu widcrstaudeu: Certificat Nr. 48421. Neustadt, Ungaru. Veit mehreren Jahren schon war meine Verdauung stets gestört; ,ch hatte m,t Mageullbeln uud Bcrsch,eimuug zu tiimvfen. Vou diesen Uebeln b,n ich nun seit dem vicrzehutägigcu Genuß der Itevllle30!0!-o befreit. I, L. Sterner. Lehrer an der Volksschule. Gasen in Steiermark, Post Birlfcld, 19. November 1870, Hochgeehrter Herr.' Mit Vcrgnllgcu uud pflichtgemäß bestätige ich die gllustigc Wirkung dcr'l<^v-,!o^i^!u, wie sic von vie-leu Seiten bekannt gemacht worden ist. Dieses vortreffliche Mittel hat mich von entsetzlichen Athembeschwcrden. beschwerlichen, Hnsten. Blähhals und Mageulrämpfeu, woran ich lange Jahre gelitten habe, ganz vollständig befreit. Biuccnz Staiuingcr, pensionirtcr Pfarrer. Nahrhafter als Fleisch, erspart die!tev,'.!e5.^,'o bei Erwachsenen und Kiuderu 50 Mal ihren Preis in Arzneien. Iu Blechbüchsen von j Pjuud ft 1.50. 1 Pfund fl 2.50. 2 Pfuud fl. 4.50, 5 Pfuud fl. w, 12 Pfund fl. 20, 24 Psuud , fl. 36. I^vule»,'.!«!-« ^Il0!',<>!!.l>>,> iu Pulver und iu Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl, 2 50, 4« Tassen fl. 4 50, iu Pulver für 120 Tassen ft. 10, si!r 288 Tassru fl. 20, für 576 Tasse« fl. 36. Zu bmeheu durch Barry du Aarri, ä Comft. !" ^"' ^U2«od828«y Ilr. «, in kHlbacli Ed M ahl, ,u Marburg F Kolletiilg. ,„ Klaqenfurt P. Birubacher. m Graz Gcbriider Oberrauzmayr. ' iu Inusbrncl Dicchtl ^ ^^'l' m L.uz Haselniayer. iu Pest Türöl. iu Prag m ^,V^' " ^"un F. Eder, sowie iu alleu Städleu bei qnten auch versendet dao Wiener Hauö nach alleu Gegenden gegen Postanweisung oder Nachnahme, Neueste Post. Wien, 29. Juli. Das „Frdlilt." schreibt: Es lann wohl schon als gewiß angenommen werden, daß eme Zusammenkunft der Kaiser Franz Joseph und W,l< Helm im Laufe deS nächsten Monats slatlfi"dcli wild; allem die Detailbestimmungen dieser Zusammenkunft sind noch in keiner Weise festgestellt. Namentlich ist noch lein Beschluß bezüglich des Ortes und des Tages des Zu. sammentressens der beiden Monarchen gefaßt worden. Bekanntlich soll die Begegnung in Salzburg oder Gastcin stattfinden, und aller Wahrscheinlichkeit nach dürftet, die beiden Reichskanzler, Graf Beusl und Fürst Bismarck, bei der Entrevue ihrer Souveräne gegenwärtig sein. Einige Blätter stellen bereits auch die Anwesenheit der cis- und tranSlcichamschen Ministerpräsidenten, der Grafen Hohenwart und Andrassy. in sichere Aussicht. Wie wir aver aus guter Quelle erfahren haben, ist bis ;um heu. Ua.cn Tage die Angelegenheit der Kaiscrbcgegnunq dem Grafen hoheurvart gänzlich fcrn geblieben. Der Vorsitzende unseres Mimstcrrathes hat daher auch nicht die Aufforderung erhalten, dieser Begegnung beizuwohnen, und der ungarische Ministerpräsident wohl ebenso wenig. Die „Wiener Abendpost" erklärt die Nachlicht eines Pester Blattes, „daß ein am 27. d. M. abgehaltener Ministerrath über das eventuelle Verbot des Gauturn-festes in Brunn berathen habe," für vollständig erfunden. Die ..Wiener Zeitung" bringt den StaatSvcrtrag vom 20. September 1870 mit den Vereinigten Staaten von Amerila wegen Regelung der Staatsbürgerschaft der aus der österreichisch-ungarischen Monarchie nach den Vereinigten Staaten und aus diesen nach Oesterreich-Ungarn auswandernden gegenseitigen Staatsangehörigen. Prag, 29. Juli. Die ron einem hiesigen Blatte gebrachte Nachricht, derErzbischof Cardinal Fürst Schwar-zenbcrg habe durch den päpstlichen Nuntius die Weisung erhalten, über den Professor Schulte wegen seiner an die Negierungen von Oesterreich und Deutschland gerichteten Denkschrift über die Stellung de« Staate« zur Unfehl« barleitsfrage die Excommunication zu verhängen, entbehrt wie das „Präger Abendblatt" verläßlicherseits erführt' jedes Grundes. Grünn. 29. Juli. Der ReichsratlMbgcordncte Dr. Sturm hat den Kreislurntag eröffnet. Als Vorort ür's nächste Jahr wurden vorzuschlagen: Wicn. Salz-- 1 liurg und Graz. Letztere Stadt dürfte gewählt »ucrdcn. Es sind 44 Turnvereine vertreten. Dr. Stuim wurde zum Vorsitzenden. Wedl aus Wiener-Neustadt zum Bitt» Präsidenten gewählt. Brunn. 29. Juli. Unausgesetzt trcffcn neue Zuzüge zum Turnfeste ein; sie wcrdcu m den dichtucfttzlcn, reich geschmückten Straße»! und von allen Fcustcru aus jubelnd begrüßt. Die ganze St.idt ist bis zum äll^cr» ten Ende mit Fahnen. Blumen imd Kränzen geziert. Die Zahl der fremden Fesllheilnchulcr beträgt bis jcl)t bei 30.000. München. 29. Juli. Bei der Ncctorswahl der hiesiger, Universität wurde Dülliugcr mit 54 gegen l) Stimmen gewählt. Anwesend waren 6.^ von 78 stimm-berechtigten Professoren. München. 29. Juli. Zll Universilätssenatorcl, wurden hcute die Professoren Friedrich, Plant, Nichl, Pettenlofcr. Ziltel und Cornelius gewählt. Sämmtliche Gewählte siiid Gegner dcS UnfchlliartcitSdogma. Juli. üpclc. Metalll'iiii's 5/9.10. — 5nerc M^allis,"^ mil M,ii und Nciv.'ini'er-^inscu .^»10. — 5p,'rc. Naiicüial Ä»!!-!»^! <>!».<»5i, - 1tt»!!>l'r Slaui^^Aülrhc» 102.75». -. Bliü^i^tis!! ?<>«. - »>','!>,!' Act eu W7.20. — i.'c>udou 1!^.<;l>. Sil^n'r l^!.5)0. - K, l Miiin-Ducalcu 5,«tt'/,. - Nasialeoud'or 9.7!». Daö Pustdamftsschiff ..Thurinssia", Eapi,m, H^'ich, c^iiici aiü 2 Havre nnch^cil'-?»ort ab, ^. , Das Pustdampsschiff „Westphalia", Capillin Schwi'iis!',,, wel-chci< ciui 12. Juli von Hau,bui Magen mit Getreide, .'j Wli^'ii uii! Heil und ötr>'h (Heu 1« Ctr., Slroh 15 Ctr.), ^!? Wagen nxd ^ Echisfe (10 illaflcr) uilt Holz, Durchschuitlö.Preise. fl. ll. sl. lr. fi. tt. si., Weizen pr. Me!jeu 5> Ä) « N Vnll.r pr. Pfund U«—, Knrü-Saat „ :i ' .'j 93 E.er pl, <5,l!l<) ü 1"l MN.H pr. M^isz - K, '- Hafer .. 2 20z 2 2« ?ii»ds!r.sch pr, Psd, . i-3 - ..- Halbsrnch' ,. ' - 4<" Kllldsteisch .. !.-2l!-^ Heiden „ 3 20' il"'l SchN'ci!,esl,>sch„ - ! — linsen „ 'i —-------- Heu pr. Centner ^ li<)! . __ Eldscu ,. 5»ÜN, —! , Stroh „ .. N<1-. ^ Fialen „ 5 5.0,------- H°lz, hart., pl'klsl, - — s> 50 Nindüschiualz Psd, - 47,------- weichld. 82" !^ -, 5 __ Schweineschmalz „ — 4. -5 3"'Z tt ü Mg. 327,74 -i-14» windst'U z.Hälflc bcw. 29. 2 „ N. Z2?,42 ^.22 3 O. mähig 5 halbheiter 0..« 10,. Ab. l >"^!i 4-17^ ^wmdstill , sternenhell !6ll Mg.' I2?;54 4-'i5,o' windstill , heiter 30 s „ N. ijii:>.i7 ^-23.8 O. schwach z.Hälslc licw. 0.W jI0„ Nb. 325..,. !>15>.» W. schwach sternenhell Deu 29. heißer Tag. Feder- und Hlnifcllwllltcu. Den Wtcn Nachnilttagi! Gcwittclwollcn auii Si!d ziehend, um 4 Uhr entfernter Donner mit rllichen N^entropfen. Das GrwiXcr verzoa sich. Herrlicher Mcnd. Daö vorgestrige Tas,c«»iitl,l drr Wär»,> -^. 17-9. da« gestrige »- 18-2", be;ichl»ig«w^isc nm 2 2" nud um 2>5>" über dem Normnle Verantwortlicher Redacteur: Igua, u. Klein in a y r lllnrlpnlll'risjit 5"'"' '^ 2"li. Da die Spcculationöpllpicre deu Ultimo einigermaßen fllrchteu und Aurequni zu gruhcrcn Enaaacmcnlg sps'lt s,^ l' . .^--------------------------!" Pttl rllvllllyl. Go chäfte« nicht zugenommen; eS war still au der Börse; dessen ungeachtet waren die Curse fest, fast We.sc^s^^ tend, ciulgc v°n lhum gebessert. ______ l"^" ^ycr, Vchraulenpaplere aroizleullieil« ^ «l,«l. >U. Allgemeine Ttaatoschuld. Filr 100 fl. Geld Waar? Einheitliche Staatsschuld zu 5 pTt.: in Noten verzins!. Mai-November 59.40 59.50 , ., „ Februar-August 59.40 59.50 « Silber „ Iänucr-Iuli . 6905 69.15 .. „ „ Aprll-October. 6905 69.15 L«st v.J. 1839......298.50 299.50 « « 1854 (4 "/„) zu 250 f!. 95.- 95.50 - .. I860 zu 500 ft. . . 103.20 10340 " " I860 zu 100 fl. . .112 25 112.75 ^". "^64 zu 100 fl. . .132- 132.25 «wr.«?-". Si'ber '. . 124.- 124,50 «öhmtn " ^ ^ si. «Held Waare Galizien ! '. ' ' '"^pEt^.^ 97.- «ieder-Ocstrrreich'. '- "^" ^25 75,50 Ober-Oesterreich . ' " ^ " ^-^ W.— Oiebeubllrgen . . . "'^" ""0 95 __ Ungarn .... „ 5 „ 7^'^ ^^7 0. Andere öffentliche Auleh«« ^ Donaurcguliruugslose zu 5 pEt. 96.75 97 ^_ Uug. Eifcubahualilehcil zu 120 st. o. W. Silber 5"„ pr. Stilck 109.75 110.— Ung, Prämicliaulehcu zu 100 fl. H.W.l?b fl. Einzahl.) pr.Stüll 95.80 96.- Wiener Lommunalanlehtn, rilck- Geld Waare zahlbar 5 pEt. filr 100 fl. . . 87.— 87.25 IZ< Aclien von Bankinsttliltrn. Meld Waare Anglu-üstcrr. Baut.....355 60 255.80 Bauluerci«.......223.— 224.— Boden-Ereditanstalt . . , .263— 264.— Ereditaustalt f, Handel u. Gew. . 286.20 286 40 Ereditaustlllt, allgcm. ungar. . , 1!1 25 111 50 Eöcomftte-Gesellschllft. n. ö. . . 930. 935,-Franco-österr. Baut .... 120.20 120.40 Gcncrlllbaut.......—.— —.— Handelsblllll.......151.75 152.25 NlMonalbanl.......769.— 770 — Unioubanl.......26730 267.50 Vereiusbanl.......10850 109.— VerlehrSbant.......170.— 171. - «3. Actien von Transportunterneh- MUNsten. Gsld Waare Nlfäld-Fiumaner Bahn . . . 176.75 177.25 Bühm. Wcstbahn.....-.— —.— «°rl-z!udwig-Bahu.....249—249 25 Dolmu-Dampsschifff. Gesellsch. . 585.— 587. - El,sc,dclh.Westbahu.....221.— 221.50 Ellsaveth-Westbahn (Linz - Bub- 5 ""'«Streck).....198.50 199.- N"°"b«-3t°rbb°hn . . . 2130. 2135.-4nnsl«<5tu-««el«r.Vahu .175-176- Geld lwollre ffren^Iosepzs-^akn .... 203 50 204 — ??lnberll-C;ern.lIassyer,Vahn . >?4,25 174,75 L!n»d, üsserr........372.^ 374^ - Ocstrrr. Nordwestbahu . . . 209 75 210.— Rudolfe-Bahn......162 25 162 75 Siebeublirger Bahn . , , . 170.50 171.— BllllllSbahu.......4^0 50 421.50 Siidbahu........18010 18030 Ziid-nordd. Verbind. Bahu . . 17625 176,50 TheißBllhu.......250 25 250.50 Ungarische Nordostbahu . . . 162.— 162.50 Ungarische Ostbahu .... «4,75 85.— Tramway........213.25 213,50 k'. Pfandbriefe (flir 100 fl,) llllg. .'.Hnl. 105.— 106-3efl«rr. Nordwtftbahu. ... 9750 97.70 «500Fres pr/"tll^ ^ lwg. Ostbahu filr 100 fl, ' ' ' ^I ^ ^lt^,H..,,^ ^ N»dolf-Slistuu8 zu 10 ft. ' ,' ^5..^ 'N Wechsel (3M°„) Oslt. Waare p'U'll, !>n 100 i^ranc«, . . . 4>j ,9 4^,15 «. ^..,., ^ Gelt, Waare ^-5 '^.^""' ' ^ st- 55 lr. 5fl. 8.l ,1 '.'capolennsd'cir . ,) 7<,, lj ^. Preuß.Easscuschcine'. 1 ". 83 I i " 83l I "lb°l , . ,21 „ 50 ,, 122 „ ^ „ ttraiuische OruudtnllastungS - Oliligatione«, Pri» valuol>i.'uuz: —.- Oe!d. — Waa^.