'MblllherGMunll. A>^. ^ 1 /ß st! Pränumerationspreie: Im Comptoir ganzj. NV>^^<, ^^l. »t^ O..«,: Instltlo»,gebühr: F«, Newt Insnale bi« ,n ^«^W^<» ^>tr. 145. ^,!j>»H.^P«i/:i?V.,^,^ Mltttvoch, 30. Iun,. 1875. Amtlicher Theil. i"er IuftiWilllster hat'oeu Staatsanwalts'Substi-tuten in Malbuch Fraliz Koieoar und den Bezirks-"chtcr in Littai Dr. Karl Viditz zu LandeSacrlchts. lnthtn, ^n ersteren bei dem ^andcsgerichtc in Latbach, "^ letzteren bei dem KrciSgcrichtc in Nndolfswcrlh "nannt, Dei Iustizministei hlit den StaatsanwaltS'Sul'sti-tuten in Eilli Ludwig Jordan zum ttandeSaelichts-rathr iiei dem Kreisgerichte in Cilli ernannt. Der Iustizmlnister hat den GezirlsgerichtSadjunctcn in Gonobitz Joseph Kotzbcck zum Gez'rlsrichlcr in Franz ernannt.________ Der Minister für EultuS und Unterricht hat die an der Univrrsilälsbibliothcl in Graz erledigte Amanuensis-stelle dem l. l. Auscultantcn in Cilli Dr. Anton Schlos. sar vcrliehcn. Nichtamtlicher Theil. Herr Simon Nobiö, Administrator der vocalic St. Ulrichsberg, hat dem l. l. LandcSschulralhc eine Sammlung von 103 Species einheimischer Schnecken ;ur Bethciluna einer hierländigen Lehranstalt zugesendet. Für diese Widmung, welche dcr laibacher Oberrealschule zugewendet worden ist, wird dem schulfrcund-lichen Spender dcr Danl des l. t. Landesschulrathes ausgesprochen. Laibach, am 24. Juni 1875. Zu den MomichcillicWnuMn. Das ..Neue Iremdcnblatt" registriert die Stimmen Über die Znsammenlunft des Czaren mit den, Kaiser Franz Josef und fügt den hier und dort ausgesprochenen Besorgnissen einiger politischer Schwarzseher an leitender Stelle nachstehende Efpectorationen bei: Keiner dcr Bundesgenossen Deutschlands denkt an irgend welche deuschfeindlichc Intriguen. Nußland und Oesterreich-Ungarn nicht minder wie Italien wünschen so lange, wie irgend möglich mit dem deutschen Reiche in Frieden und Freundschaft zu leben. Alle drei Staaten haben an einer Demüthigung und Schwächung Deutschlands nicht das geringste Interesse, ebensowenig freilich haben sie Ursache, eine Uebcrhcbnng dieser Macht zu wünschen oder gar zu fördern und zu unterstützen. Wenn Fürst Bismarck gehofft hat, dadurch, daß er e nach der Lage dcr Dinge den einen Bundesgenossen gegen den andern ausspielt, sich gleichsam die Oberherr- schaft über alle anzueignen, hat er sich gewaltig ver-rechnet. Die Geschichte der Entstehung der Drei'Kaiser-Allianz muß allerdings noch geschrieben werden, aber >arüber kann wol lein Zweifel bestehen, daß dcr deutsche Reichskanzler, als cr schon zu Ocust'schcn Zeiten cinc innigere Annäherung an Oestcrreich'Ungarn suchte, daS oor allem deshalb that, um, gestützt auf die Freundschaft mit dem wiener Kabinet, gewissen russischen Prätensionen gegenüber einen festeren Halt zu gewinnen. Auf wessen Initiative cö geschehen, daß die Seplembcrentrevue des Jahres 1872, bei der anfangs'nur unser Monarch mit dem deutschen Kaiser zusammentreffen sollte, sich plötzlich in eine „Drei Kaiser.Zusammentun ft" verwandelte, ist noch ein Geheimnis. War es eine ^ieblingsidee des Kaisers Wilhelm, die in der Versöhnung Rußlands mit Oesterreich verwirklicht wurde, und geschah es deshalb auf Anregung des greisen Monarchen, daß scin kaiserlicher Neffe damals nach Berlin kam, oder erkannte man zuerst in Petersburg die Wichtigkeit einer Aussöhnung mit Oesterreich und folgte des« halb Kaiser Alexander seiner eigenen Eingebung und dem Rathe Gortschatoffs, als cr mit Freuden die Gele« genheit ergriff, in dcr deutschen Rcichshauplstadt dem Kaiser von Oesterreich zum Frieden und zur Freund» schafl die Hand zu reichen? Wir können auf diese Fragen sowenig antworten, wie wir imstande sind, darüber Auskunft zu gebcn, welch' ein Verdienst dem Grafen Andrassy an den einlel-tendcn Schritten zu dcr Aussöhnung mit Rußland zuzusprechen ist. Zweierlei aber können wir mit Bestimmt' heit behaupten: erstens, daß sich unser Minister des Answärtigen durch die Art und Weise, wie er die Freundschaft mit Rußland zu befestigen wußte, als ein wirtlicher Staatsmann bewiesen und sich um das Wohl Oesterreich-Ungarns und den Frieden Europa'S gleich verdient gemacht hat - und zweitens, das Fürst Bismarck von der Innigkeit, welche die freundschaftlichen Be« zichungen zwischen den langjährigen Gegnern so schnell annahmen, „ichls weniacr ul^ crvaut war. Er hatte ae» hofft, mit Hilfe Oesterreich-Ungarns sich allmillin von Rußlands Einfluß zu emanzipieren, jetzt zeigt es sich, daß die österreichisch-russische Freundschaft die Hegemonie Deutschlands in Europa verhindert. Wer es ehrlich mit dem Frieden meint, muß wünschen daß die Drei Kaiscrallianz noch lange als ein Bündnis drcicv gleichberechtigter Staaten inlrafl bleibt." England und Rußland. Die „T'mcß" tritt den Gerüchten über eine zwi« schl'i, Eiljüim'. und Nußland sich vollziehende Allianz in folgendem Artikel entgegen: „Die Anklage, daß unsere diplomatischen Geschäfte geleitet werden durch eine selbstsüchtige Rücksicht auf unsere eigenen Interessen; daß wir versucht haben, Deutschland und Rußland unter dem Vorwand zu maß- regeln, um Frankreich vor einem unprovocierten Angriffe zu schützen; daß wir uns aber nicht darum lümmern, was geschehen kann, so lange wir imstande find, die russischen Truppen von den nördlichen Grenzen von Hindostan fernzuhalten — daS erinnert an jene tollsten alten Angriffe gegen die macchiavellistische Politik von England. Als wlr jüngst unsere Hilfe anboten, um den Frieden zu sichern, wollten wir blos einen Nusbruch verhindern, der ein entsetzliches Unglück für Europa gewesen wäre. Wir betrachten die Allianz der drei Kaiser ganz in demselben Sinne. Wenn sie den Krieg verhindern und geographische Experimente an den schwächeren Theilen von Europa hintanhalten, werden wir nicht so neugierig sein, zu fragen, welche Wirkung ihre Freundschaft auf Centralafien haben wird. Es könnte leine größere Täuschung geben, als den Glauben, daß dieses Land sich förmlich mit Rußland verbinden würde, wenn ihm dieses Garantien gegen den Vormarsch seiner Truppen über einen bestimmten Punkt auf dem Wege nach Indien böte. Wir haben die Zuversicht, daß wlr imstande fein werden, Indien zu vertheidigen, wenn es je angegriffen werden sollte. Wenn aber dessen Sicherheit ab-l hängig wäre von pergamentenen Garantien, würde unsere Stellung in der That sehr schwach sein. Rußland würde zwar zweifelsohne solche Vürgschaften in vollkommen gutem Glauben geben; aber, wie andere Nationen, ift es nicht imstande, die gebieterischen Nothwendigkeiten seines eigenen Geschickes im vornuS zu erwägen. Kaiser kommen und gehen, die deutsche Partei und die allrussische Partei mögen abwechseln in der Beherrschung des Staates; selbst der Despotismus von St. Petersburg dürfte nicht imstande sein, den wachsenden Ehrgeiz des Volles zu überwachen und selbst der autolratischefte Staatsmann lann nicht immer den rastlosen Eifer entfernter Diener zügeln. Wir zweifeln nicht, daß Rußland beabsichtigt, alle Bedingungen dcS Friedensvcrtruges zu beobachten, den es nach dem Krimlriege unterzeichnet hat; aber es ge-gnnn an Ereignissen den Glauben, daß eS ein Necht habe, eine Flotte in daS Schwarze Meer zu setzen, und eS erhob diesen Anspruch, als Frankreich unter dem Fuße Deutschlands lag. Eine ähnliche Nothwendigkeit könnte bewirken, daß Rußland erklärt, leine Macht habe ein Recht, seiner civilisatorischrn Thätigkeit in Central-asien geographische Schranken zu setzen. Es ist nicht unsere Sache, die Pflichten Rußland« zu beurtheilen, aber für diesen Fall können wir uns nicht darauf beschränken, Indien durch daS schwache Bollwerl papierener Garantien zu schützen. Wir müssen unser Vertrauen auf die Starke seiner GebirgSgrenzen und auf die Macht unserer Waffen stützen. Ruhland darf nicht beleidigt sein, wenn wir gerade im wolwollenden Sinne gegen dasselbe offen unsere Zweifel aus-sprechen, ob eS gut für Europa wäre, daß Rußland die Feuilleton. Memoiren eines llngliickssohnes dcr Neuzeit. (Von I. V. Schmied l.) Eingang. Jetzt, wo Memoiren wieder in Schwung kommen, "° sogar der pariser Fürst Metternich die Mcmoricn in>^ ""vergeßlichen Vaters zu edieren beabsichtigt, werde ^ die cwts modernen UnglüclösohncS mittheilen. N Dlelc mir von cmcm wahren Unglückspilz zur ""sugimg gestellten Memoiren werden kurz sein, wäh. "no andere, z. G. die Mcmojren deS Scharfrichters ^amson, viele Vündc enthalten. Die gegenwärtigen Memoiren werden blos aus i" Absätzen bestehen, natürlich aus der Unglückszahl 13, U'u schoi, damit daS Mißgeschick anzudeuten, wclchcö auf ^lu Unglückssohne lastet, dem diese Memoiren ihren dunklen Ursprung verdanken, deren Rcproducierung mir Mt mlsglücken möge, damit die berechtigt vorgefaßte Meinung gegen die Ziffer 13 nicht noch mehr bestärkt werde. l. Vorbereitung zum Unglück. Meine Zeitgenossen können versichert sein, daß Sie ^ wit einem wahrhaften Unglückslindc zu lhun haben "."den. Nicht etwa mit einem schwarzen Vöscwicht, mit cmcm durch und durch Schuldbeladenen, mit einem daS Schicksal vorschiebenden Lasterhaften, sondern mit einem ssanz Unglücklichen. Er ist im Unglück geboren, daß Unglück hat an seiner Wiege gestanden, das Unglück hat ihn großgezogen, ja, daS Unglück hat ihm die ersten Höschen angezogen. Mit seinen Michzähnen fing schon sein Unglück an, er schrie jämmerlich. Mit dem Wcisheitszahn verheiratete er sich, da wurde cr erst recht unglücklich, von da ab immer unglücklicher. Man wird versucht zu glauben, das schwarze Misgcschick habe das Blatt des Daseins in dcm Buche der Ewigkeit für unsern Pechvogel mit »chwarzcr Tinte oder Wagcnschmicr übergössen. Er erzähle selbst —. Sie werden urtheilen und an den Vösen glauben. 2. Die erste Kindheit. Mit 15 Monaten war ich cin schönes Kind. Meine Haut war weiß wie frisch gefallener Schnee. Da ließ mich eines Tages mcine Amme in eine frische Färber-Ab> zugSrinne fallen und gleich wurde mein Gesicht, meine Hände, meine Wäsche, mein ganzes Ich franzblau. Ein anderes Kind wäre in der Färberrinnc ertrunken und hätte so sein gefärbtes Unglücksdascin mit einem blauen Abschnitt geendet, mir war eine solche Wendung nicht gegönnt. Ich wurdc aus der Rinne lebendig gezogen, jedoch dunkclindigo am ganzen Körper. Nicht Wasser, nicht Seife, nicht schärfere Ingredienzen konnten mich weiß waschen, mir zu meiner früheren, blendenden Haut vcr. helfen. Kurz, als alle anderen Müller ihre Kinder: ! „Täubchen," „Schäfchen," „Vögelchen" u. s. w. liebkosten, wußte mich meine Mutter nicht zärtlicher, als: „Mein Saphir" zu bezeichnen. Unter unS: das war kränkend, nicht wie gewöhnlich, aus dem Thier« sondern us dem Steinreiche den VcrzärtelungSnamen beziehen zu müssen. 3. Meine Jugend. Mit 21 Jahren legeltc ich mir den Arm aus, um nicht meine Männlichkeit erproben und als Soldat paradieren zu können. Mein bläuliches Gesicht Hütte manchem Aufschlag Paroli geboten. Ein geschickter Chirurg, dem mein Unfall nahe ging, brach mir den andern Arm, um den ausgekegelten einzurichten. Man hielt dies für eine einverstandene Finte, um mich vom Militär» dienst frei zu machen. Nuchdem man mich 3 Monate unter Beobachtung gehalten, mußte ich einen Stellvertreter stellen, welcher viel Geld meinen Eltern, mir aber den Verdruß kostete, meiner Soldatenpfiicht, der ich gerne nachgekommen wäre, nicht wett werden zu können. Was manchem gepaßt hätte, hat mich mit unpassenden Gliedern unglücklich zum angestrebt einjährigen Freiwilligen untauglich gemacht. 4. Ein anderes Mißgeschick. Um meinen Stellvertreter, den theueren Rempla-cant meines Ehrenpostens, bezahlen oder vielmehr meinen Eltern, die cinst im Uebcrflusse schwammen, entschädigen zu können, mußte ich uus meiner interessanten GefichtO-färbunst Kapilul schlagen und nach erstarkten Armen mich um eine reiche Partie umsehen. 1076 herrschende Macht wcrde. Wir lassen zu, 5aß es nn diesem großen Lande viel zu bewundern giot, auer seine Civilisation !st noch zu jung im Vergleiche mit jener von Deutschland und Frankreich. Es hat noch nicht jene Vorbedinguogcu pulttischer Freihe t erreicht, welche dlc westlichen Völfcr von «incr oollm Entwicklung ihres nationalen LelieuS nicht zu trennen vermögen." Das französische Unterrichtsgcjetz. Alle Parteien in Frankreich scheinen mit dem in zweiter Lesung votierten Gesetze über den höheren Unterricht gleichmäßig unznfrieden zu sein. Die Linke hat die beschleunigte Herbeiführung der dritten Lesung von ihrem Programm abgesetzt und von anderer Seite ist die Opposition selbstverständlich eine nicht geringe. So schreibt der officiöse „Moniteur": Man beschäftigt sich viel mit dem Schicksal, welche das Unioer-sitätS-Unterichtsgesetz bei der dritten Lesung haben wird. Wir sind, unsere Leser wissen es, gegen dieses Gesetz, welches bei seiner Ausführung mchr Unbequemlichkeiten als Vortheile bieten wird. Es entsprang dem Gehirn einer politischen Schule, welche jedenfalls die besten Nb< sichten hatte, die aber seit fünf Jahren constatieren konnte, wie wenig in anderen Fragen ihre Ideen mit den Bedürfnissen des Landes übereinstimmen. Mit anderen Worten, die Freiheit des Universitätsunterrichts geht Hand in Hand mit der Theorie der Decentralisation, wie sie d"a« Comite von Nancy aufgestellt hatte. Vor der Wirt» lichleit der Thatsache» war die Decentralisation bald nur noch eine Chimäre und jeder erinnert sich der parlamentarischen Wcchselfälle, welche die Anhänger dieses Systems in der Kammer durchmachten. Dieser Lage gegenüber würde die Kammer einen Act der Klugheit und Weisheit begehen, wenn sie sich nicht beeilen würde, das Gesetz anzunehmen. Dieses Gesetz berührt dic ernstesten Fragen des Landes m'd man muß hinzufügen, daß die Sache in der Nationalversammlung nicht gründlich dis» cutkrt wurde. Welche UnbequcmUtchcit gibt c? also, die weitere Discussion über das Gesetz bis zum Zu^ sammentritt dcr beiden Kummern zu vertagen? Die Vertretung des Land's wird alsdann vollständiger sein. Das ist unserer Ansicht nach dcr Entschluß welchen dic Kammer fassen muß. Sonst läuft sie Gefahr, ein unkluges Gesetz zu machen, das :>ottMndiger Ncise eine mehr oder weniger lebhafte Reaction hervorrufen wird. Was uns anbelangt, lo glauben wir nicht, daß eine cndgiltigc Regierung dieses Gcsctz annchmcn kann, welchem dir legitime und die constitutioncll: Monarchie so wie das Kaiserreich ebenfalls Widerstand geleistet haben würden." Zum Ausbau dei Verfassung in Japan. Die kaiserliche Proclamation vom 14. Tage des 4. Monats des 8. Jahres der Periode Meitsi lautet: Die erste Maßregel nach Meiner Thronbesteigung war die Einberufung einer Versammlung, hervorgegangen aus dem Schoße aller Meiner Unterthanen, und Ich schwur vor Gott fünf Punkte, in welchen Ich unfer nationales Prinzip zusammenfaßte und durch die Ich für Mein gesammtcs Volt einen Pfad der Sicherheit mid des Glückes zu finden trachtete. Dank den göttlichen Eingebungen Meiner Vorfahren und der energischen Unterstützung Meiner Unterthanen erfreuen wir uns hcute einer mäßig großen Ruhe; nach reiflicher Ucbcrle^g findc Ich jedoch, daß die Wiederherstellung dcr Emhcit dcs Reiches erst von einer wenig fern gelegenen Zeit her datiert und daß, was dessen innere Verwaltung anbelangt, es nicht wenige Gegenstände aibt, welche von neuem geordnet, verbessert und entwickelt werden müssen. Indem Ich nun den Inhalt Meines Eides erweitere, habe Ich Mich entschlossen, den Gen-ro-in einzusetzen zu dem Zwecke, dcr Gesetzgebung eine ausgiebigere Quelle zu geben, und den Dai-shin-in, um der richterlichen Gewalt Festigkeit zu verschaffen. Zu gleicher Zeit werde Ich die Localbehörden zu einer Versammlung berufen, damit sie die Lage und Wünsche des Volles kundgeben und die Pläne bilden, die auf die öffentlichen Interessen bezug haben. Auf diese Weise werden wir Schritt für Schritt der Einführung des konstitutionellen Systems uns nähern, und dessen Wohlthaten zu genießen, Ich sowol wie auch du, Mein Voll. Du. Mein Volk, halte nicht zu fest an den alten Gebräuchen und Gewohnheiten, fei aber auch nicht zu schnell im Fortschritt, noch allzu ncucrungssüchtig. So bereite dich vor, Mir deinen Beistand zu leihen. Veröffentlicht auf Befehl Sr. Majestät de« Kaisers: Gez. Sajo Saneyoehi, erster Minister." Die fünf Eidschwüre des Kaisers, geleistet im 3. Monate des 1. Jahres der Periode Mei-lsi, auf welche sich die obige Proclamation bezieht, enthalten nachstehende Bestimmungen: 1. Allgemeine Zusammenkünfte zu veranlassen und über sämmtliche Negierungsangelcgenheiten unter Veistim-mung der öffentlichen Meinung zu beschließen. 2. Die Staatsangelegenheiten vermittelst der Einigung der verschiedenen Kasten zu ordnen. 3. Die bürgerliche uno militärische Nuloriläl zu verschmelzen und dahin zu wirken, daß jedermann, gehöre er auch den untersten Vollöllassen an, unbehelligt und unbelästigt seine Zwecke verfolgen könne. 4. Die fehlerhaften Gebräuche des alten Systems zu brechen ^nd dieses in Einklang zu bringen mit den gegenwärtig allgemein herrschenden Grundsätzen. 5. Ueberall das Beste aufzusuchen und den kaiserlichen Thron auf fester Grundlage aufzurichten." Politische Uebersicht. Laibach, 29. Juni. Das ungarische Amtsblatt veröffentlicht zwei um-fangrcichc, vom !). d. datierte Verordnungen des ungarischen Finanzministers Koloman Sz6ll, von welchen die eine, an dic Kalasterdircclionen gerichtete, sich auf die nunmehr zu beginnende Durchführung der Kat astral-arbeiten bezieht; die andere inbctresf dcr Grund-steucrregulierung wurde an sämmtliche Munizi-pien erlassen. Ferner enchklt das Amtsblatt eine Circu> larverordnung ocs Unterrichtsmiliisters Tröfort an dic kirchlichen Oberbchürdcn sämmtlicher Confessionen, mit welcher denselben ein Gutachten abgefordert wird, wie das materielle Los der confcfsionellcn Vollsschullehrer zu verbessern wäre. Auf Grund der jüngsten Nachrichten stellt „Nemz. Hirl." die folgende Statistik dcr Eaudidaturen in Ungarn für den nächsten ungarischen Reichstag zu-sammen: In den 47 Städten des eigentlichen Ungarns sind dermalen 103 Candidate« und zwar: von der liberalen Partei 79, von der äußersten Linlen 19, von der natimial.n Parlei 1 und von dcr Sennyeyftartei 4. In den 53 Eomitatcn sind 440 Eaudidaturcn angemeldet: 334 liberale, 47 äußerste Linke, 10 nationale und 49 scnnyeyistische. In den 18 Städten Siebenbürgens sind 37 Candidaten, und zwar: 29 Liberale, 4 äußerste Linke 4 Sennyeyisten; in den 26 Stühlen und Eomitaten find 47 Candioaten, von denen 38 dcr liberalen, 1 der äußtt' sten Linlen, 8 der Scnnyey-Partei angehören. In ganz Ungarn sind daher bis heute MO dcr liberalen, 7l der äußersten Linken, 65-der Sennyey. und 11 der nalM nalcn Parlei angehörigc Candidate«, zusammen 627, angemeldet. In 55 Bezirken wurde bisher entweder g" keine oder leine ernstliche Candidatur aufgestellt. Wie die „Allg. Ztg." vernimmt, hat sich die preU' ßische Regierung nunmehr endgiltig entschlossen, "> dem deutschen Bundcsrathe cine Revision des deutscht Strafgesetzbuches in Antrag zu bringen. Die"' treffenden Abänderungsvorschläge sind in der lctzt^ Sitzung des MinistcrratheS festgestellt worden. U^' denselben befindet sich eine dem belgischen OesetzentMrsl „Duchesnc" entsprechende Strafbcstimmung. — Die ^ ltner „Post" meint, man solle den katholischen PricsB in Preußen den Frieden mit dem Staate nicht el' schweren, und nicht solchen, die sich den Gesetzen unlel' werfen, ein unnützes Martyrium dadurch bereiten, ^ man sofort ihre Namcu in dic Wclt hinausposaunt ^ sie dadurch dem blinden Haß dcr Ultramontancn >U gibt. Wenn einmal aber die Stellung des Staates beM sei, dann liege es auf dcr Hand, „daß die staatStlt^ Katholiken den richtigen Zeitpunkt finden und nach "^ ner Wahl ergreife,' werden, um ihren Wünschen »" druck zu geben, sei es inbezug auf Abstellung deltas werther und überflüssiger Härten bei Ausführung ^ wisser Gesetze ober auf Zerstreuung mancher VorurW und falscher Meinungen über katholische Angclegcnhe^ welche, Dank dein Gebaren dcr Ultramontanen, ltw liche Nahrung finden." Die Bureaux der drei Gruppen der Lintcn h^? den Beschluß gefaßt, die republikanischen Deputierten ^ zufordern, die Debatten nicht durch Amendeimnts zll,^ Ichweren, die geeignet wären die Auslösung dcr Nat'^ n al v e r sa mml u n g in Versailles zu verzog^ Dcr italienische Senat zog am 25. d ^ definitive Budget für'1875 in Berathung. CalN^ Digny fragte, durch welche Maßregeln die Regies den Ausfall im Budget zu bedecken gedenke. ^. durch die von der Kammer votierten neuerliches"^ gaben veranlaßt wird. Minghclti erwiderte, daß ^ jüngst von der Kammer votierten Mehrausgaben, ^ für dieses Jahr sich auf ?'/, Millionen belaufen, U die Erhöhung der Einnahmen ausgeglichen werben. ^ Gcbaruligsresultat der ersten drei Monate lasse dies ° warten. Was die Ausgaben betrifft, welche für Eisens daulcn veranschlagt sind, sagte drr Minister, daß cS > hiebei blos um einen Vorschuß handle und daß die ^" gielung bei dem Wicdcrzusammcnlritte dcr KaM^r ^ nöthigen Maßnahmen vorschlagen werde. Auf a^Alsi sei ein regelmüßiger Fiuanzdicnst gesichert. Für"" ^,, 1876 rechnet dcr Minister auf dcu Rest aus ocw^"" anlehen, auf dic Erneuerung dcr VerzehumDe" Eontcacte und die Reform dcr Zölle infolge ^ ^, lllufcS der Handelsverträge, zu deren Revision sich u^ ^ re'ch, Oesterreich und die Schweiz — immer unter.'" behalt des FreihandclsftrmcipcS — schr geneigt M^, Die „Morning-Post" nimmt dic neuesten Mo° ficatisncn des russischen Planes zur Festsetzung ° Regeln dcr Kriegführung freundlich entgegen"" erörtert die Sache unter den neuen Bcdmguilgen als . wesentlichen annehmbar. „Wir finden," sagt sie, "^ Rußland den Gedanken aufgegeben hat, einen f°""^ internationalen Vertrag abzuschließen. Eine ^onfc» , auf Grund des neuen Planes könnte wenigstens «^ auf eine internationale Vereinbarung hinauslaufen, >v^ den Staaten Europa's bestimmte Bedingungen hittl^ lich der Kriegsführung auferlegen würde." Ich traf auf rme eigensinnige, verschwenderische und begchrenschc Frau, die ich schließlich im gutcn Ein« vernehmen mit meinem Stellvertreter fand und sie ertappte, wie ich tolal stcllvcrtteten wurde. Ich verließ sie. 5. Ein toller Streich mit Schimpf. »us Mismuth übcr meine treulose Frau legte ich mir eine Geliebte bei. Unsere Liebe war eben nicht pla« tonisch. Sie war ein gutes, nachgiebiges Mädchen, lo» stete mich abcr Suwmcn Geldes Wo ich nur zu einem Verdienste lommen tonnte, opferte ich ihr den materiellen Erfolg. Zephlrine. leichter als dcr Zephir, betrog mich auch, ncchdcm sie mir meine letzte Barschaft abgelockt, und für wen? für den dritten Geliebten meiner rechtmäßigen Gattin. Ich fühlte mich bis aufs äußerste beschimpft. Ich brach mit Zevhiridc )b und ließ sie anderen ein gutes Mädchen sein. 6. Ein wenig Literatur. Zur Entschädigung und zum Troste, endlich auch zum Zeitvertreib, denn ich begab mich des Umganges mit dem zarten Geschlecht, schrieb ich ein dickes Buch über die Untreue dcr Wciber. Mein Verleger machte schlechte Geschäfte, ein Thiil dcr Auflage wanderte zum Greißler, mit einem Ruman gleichen Gehaltes, der letztere nicht von mir, sondern von dem Verfasser einer Typt, welche ihn zum Vcrreisen bewog. Ich verfaßte auch ein Lustspicl, welche« auSgepfiffen wurde, worauf alle Literatur aufhörte. 7. Ein Zwischenfall. Ich hatte in Kairo einen alten Verwandten, dessen Nachlaß meinen schwankenden Vermögcnsumständen auf die Füße geholfen hätte. Dic Cholera brach dort aus. Nicht übel. Er wollte sterben. Mein aschgraues Schicksal will bus Gegentheil. Er genaß, nachdem er ein Drittel ftineS Vermögens zur Herstellung seiner Gesundheit verwendet. Fünf Jahre später starb er an dcr Gripp und ich wurde der Erbe seines herabgelommcncn Nachlasses, an dlM überdies Legate für frühere Wohlthäterinnen hingen. 8. Ein anderer Unfall. Um mein lleines Vermögen zu verdoppeln, fuhr ich nach Homburg vor der Höhe, aber nicht inS Gad, sondern zum Spieltisch und warf mich auf das berüchtigte Roulette. Schwarz war meine Wahl. Wo der Teufel einschlägt, muß eS schwarz sein, dachte ich und rollte auf „Schwarz" meine halbe Barschaft, dic Kugel fiel auf Roth. Ich verwünschte rou^o ot uoir und verließ des andern Tages Homburg, um mich mit* dem Gerstel meiner Habe in Bescheidenheit »zurückzuziehen. 9. Ein dritter Unfall. In der Heimat angekommen, vertraute ich den Rest meines Hab und Gutes einem renommierten Kaufmanne, dessen Geschäfte im besten Gonge wmcn. Der Ehren-mann fallierte turz darauf und ich war so zugrunde ge« richtet, daß ich kaum nothdürftig zu leben hattc, überdies von meiner gewesenen Frau, die mittlerweile eine Scheidung von Tifch und Bett genen mich eingeleitet, sammt ihrer Verwandtschaft mit Schimpf und Spott verfolgt wurde, bis icb selbst ucriäitlick auftrat. 10. Philosophische Einschaltung. ^ Ich glaube, daß schon bis daher der Unglü^ rug wären, mir waren sie zu viel. Sind sie My nicht schon übergenug? ^M Mit Nichten, ich könnte noch viele aufzähle"' ,^s jedoch nur zwei Fälle meines eingewurzelten Ul^ ^ berühren, zumal ich fammt Epilog die Zahl v ^ Paragraphen aufrechthalten will. UcbrigcnS lön^ ^ der Leser der Uebertreibung zeihen oder gar I" ^<, Lügner halten, daher von vielen Fällen nur no^y » ^e die mich schr verdrossen und mir das Lebe« " ihm angeborene Galle noch verbitterten. , 11. Erstes Unglück außer der Reihens" ^ Eines Abends befand ich mich von einem FHi, eingeführt, in einer glanzcndll, Gesellschaft ^r ^ Wclt. wo ich mich bemühte, den Tonangevcru ^ nachzustchen, obschon ich wcdcr dem Glänze, nou, Schönheit nach auf gleicher Höhe stand. ^ !<Ü Zu dcm tadellosen Anzug in Scideutricots Y« ,M falsche Waden unaeleat. Schon bei der ersttn "'^'^ verschoben sich die Unentbehrlichen bcim Ehn!^ ^ch auf das Vorderbein, welchen verkehrte,, Ausoru ^, die schwarze Farbe der engen Inexpressibles ,u°) ^ lcnncn ließ. Was thun? Die Waden «mleyre», ^ unmöglich, mlch derselben ganz beaten, >''" ""^ehr möglicher. Ich litt an diesem verschobenen Mcno' ^, als an jenem, wo ich meine Gattin in de»> M" ^ nes Slcllverllcttrs traf. Schmählicher Ulunz-u auf diesem Felde war dic nächste Folge. Zischeln und Lachen folgte im Choru« «uV- 107? Hagesnemgkeiten. Iur Geschülzfrallt. Die „Wiener Ubendpost" bringt am 25. d. an lei« tender Stelle cine Zurückweisung der Angriffe, welche die Sachwalter dcs Herrn Krupp au« Anlaß der Annahme der Stahlbronzclanoiic vonfeite der österreichischen Militärbehörden gegen diese letzteren zu richten sich vcr-"nlißt sahen. Die Reptil dcr „Abcndpost" lautet: ..Bci Gelegenheit der in den letzten Tagen stattgehabten Erörterungen über die Geschichfrage wurden viel-fach Nchauplungen unrichtiger Art vorgebracht. Diesen gegenüber lassen sich folgende bedeutsame Thatsachen aufstellen : Die von der Firma Krupp gelieferte Halbbattcric ^Ulde nicht unentgeltlich zur Verfügung gestellt, sondern ^sür die verlangte volle Kaufsumme berichtigt. Die wiederholt monatelang auf dem Stcinfelde bci Wiener-Neustadt stattgehabten Versuche mit dcn Krupp'schen Gußstahlrohren haben zu Verbesserungen in dcr Construction geführt, woran das technische und administrate Militärcomlt6 bci den andauernden, vielfachen Cor> l'espondcnzcn nicht ohne Antheil bleiben tonnte. Es ist unverkennbar, daß der hieraus entsprungene Vortheil der genannten Hirma zustattenlam, von welcher nach einer der Zeitungsnotizen, selbst auch in neuerer Zeit Construclionsvcrbesserungen vorgenommen worden sind nnd noch bewirkt werden. Hierauf wurde auch die sonderbare Forderung ge» stützt, daß nunmehr abermalige vergleichende Versuche mit den Stahlbronzcgcschl'ltzcn durchzuführen wären, was cine Verschleppung der Angelegenheit hätte verursachen müssen. Das den Bemühungen des Generalmajors Ritter von Uchatius zn verdankende Geschützrohr ist nicht blos infolge des ganz verschiedenen Materiales, sondern auch durch mehrfache Aenderungen, wesentlich von den ^ruvp'schen Geschützen abweichend hergestellt. Die Stahlbronzcrohre haben, wie die „Mittheilungen des technisch.administrativen Militärcomitö" enthalten und wie in manchen sachgemäßen Artikeln angeführt wurde, um einige hundert Schuß (bis zu 700) mehr ab-. gegeben als die Gußstahllanonen, deren Erprobung über-Haupt in cinclu weit geringeren Umfange stattfand, als dies bci dcn Stahlbrouzrrohren der Fall gewesen. Die ursprünglich mit aller Vorsicht behandelte Erfindung dcs genannten Generals legte die Pflicht zu dcn strengsten Erprobungen auf, deren fehr günstiges Ncsul. tat zu dem fachmännischen Aussftruche geführt hat, es müsse die Annahme der Stahlbronze alö Gcschützmate-riale beantragt werden. Angesichts dieser Verhältnisse mußte der Wunsch einer ausländischen Firma, die Beschaffung eines neuen Geschützmatcrialeö zu übernehmen, abgelehnt werden. In der That kmmte wol kein Kriegsminister sich zu einem anderen Verfahren entschließen. Nur die durch Versuche constaticrtc Unmöglichkeit, ein geeignetes Gefchützmateriale im Inlanoe zu beschaffen, Hütte den Beschluß rechtfertigen können, in einer so hochwichtigen, die Schlagfertigst dcs Herres im hohen Grade bceinflußcnden Angelegenheit die Hilfe dcs Auslandes zu beanspruchen. Äei den besten Beziehungen zu den Nachbarstaaten ist es gleichwol eine gebieterische Forderung, durch die eigenen Kräfte die Herresbedürfnissc zu decken. 12. Zweites Unglück außer dcr Reihenfolge. An einem andern pechschwarzen Abende kam ich um Mitternacht ohne Schnupftabak nach Hause ^ und hatte die ganze Nacht geistig zu arbeiten. Schnupfer von Profession werden die Tiefe meines Martyriums begreifen. In der höchsten Nasennoth fin-Nerte ich meine Tabaldosc bis auf dcn letzten Staub nus und bohrte und drehte so lange darin und daran, bis die Papicr.mach6«Hi'ille in Trümmer ging. Diese laballose Nacht war mir bitterer, als jene, wo ich mein -^ermögen am grünen Tische zusetzte; welcher Zusatz ohne Erfolg blieb, wol aber im weitern Verlust den «"sah des Stiefels meines Lebens, gleich den Tricots. Zr!" »"'z verschob, so daß ich langcrc Zcit nur vom "Mtz kh^ bis der gegen meine Frau gewonnene ^elo/lngsprozeß mir wieder zum Aufsatz und Schmuck "kllMs uno den Vorsatz in mir zur Reife brachte, mich 'ue mehr ansetzen zu ruhen. 13. Schluß. Mcm Geschick ist offenbar schwärzer als der schwär-°M chinesische Tusch. Sancn Sie, verehrte Leser und lll,,?'?"' ""parteiisch: Bi» ich nicht dcr unglücklichste ^"er Menschen? Der nichts bewahrt hat als die Hoff- ung und cinc ziemlich g^tc ^auuc, welche zwei Lebens' '« orcn ihn durchö Dafcin bringen, zu denen noch der lute Factor, aus dem dcr zweite entstunden, sich bei< Mllt: »uch in mislicher Lage nicht unzufrieden zu sein, °l°" zu bewähren, daß, wenn auch das Unglück zahl. ^°' oft ohne Ende ohne Unterlaß verfolgt, der guten 2^'"'"nd"i seinsollen; welcher vollkommenen ^"^ drei ein eigenes Feuilleton gewidmet wird. »eschrkb ^"" ^ "^ Feuilleton am 3. Juni 1875 Werden noch die bei der gegenwärtigen finanziellen Lage doppelt wichtigen national-ökonomischen Interessen und der um einige Millionen geringer! Aufwand bei Ausrüstung des Herrcs mit Stahlbronze-Hintcrladge-schützen inbetracht gezogen, so konnte die Kriegsverwaltung, eingedenk ihrer Verpflichtungen gegen Staat und Heer, keine anderen als die angedeutetm Schritte unternehmen und sich die auch bereits erfolgte Allerhöchste Sanction der Stahlbronzc als Geschützrohrmateriale er. bitten. Der „Pester Lloyd" erhält in slnncleyenheit dieser Frage aus Wien nachstehende Mittheilung: „Vor allem steht fest, daß das RcichSlliegßmini-sterium mit jener Ruhe der ctwaiym Anrufung der Gerichte entgegensteht, die ihm daS Bewußtsein deS guten Rechtes gewährt. Es ist allerdings richtig, daß Herr Krupp die Plobc-Hulbbatteric dem technischen und ad» ministrativcn Militärcomilö mit der Bedingung zur Vornahme von Versuchen übcllasfcn, die Cuustructions-Verhältnisse geheim zu halten. Nun sind aber zwei Um-sländr cingttrcten, wclchc das Kncgsmlliistelwm scinln Vclpflichtuns.cn entheben. Einmal die Veränderungen, welche Krupp nach den Directive« dcs österreichischen Mililärcomil6s an den Gußstahlrohren vorgenommen hat, die also lcincswegS nuhr sein geistiges Eigenthum bild:n, sodann der Umstand, daß die anfangs nur leih-wcisc ilberlasscnc Halbbattcric von dcr wiener Kriegs» vcrwültunq staler angekauft wurde. Wo Herr Krupp an dem Stahlbronzerohre deS > Generals Uchalius einen Eingriff in fein geistiges Eigen-thumsrccht geltend machen kann, ist geradezu ein Räthsel. Während bei den ursprünglichen — also nicht bci den nach den Andeutung des österreichischen (5mnit6's veränderten — Krupp'schcn Rohren das Zündloch durch den Keil geht, ist letzteres bei dem Stahlbronzerohre vor dem Vcrfchlußleile angebracht; dcr Keil selbst ist keineswegs der Krupp'schc, sondern eine specielle Construction des Generals UchaliuS; dcr Broadwcll.Ring endlich wurde von der österreichischen Regierung vor vielen Jahren schon um schweres Geld angekauft, sie hat alfo mindestens so gut wie Herr Krupp das Recht, ihn bort anzuwenden, wo es ihr beliebt. Der Ehef der preußi-fchcn Kanonenfabril dürfte daher mit seinen Reclama-tionen auf einen sehr felsigen Boden gerathen und es hat ganz den Anschein als ob der von ihm erhobene Lärm lediglich eine unbedachte Aeußerung seines übel verhaltenen Grimmes darüber ist, daß daS Stahlbronze, röhr den Siig über das Swhlgeschütz davongetragen. ^ Krupp steht stch dadurch in seinen E^isteuzbcdingungen bedroht. dle sl^^?,.6"lM'a tnr paar Millionen Gulden, die sc« <«l Fulir.l au» o«n Taschen iiflc, reichischer und unganschcr 5->ltm>rzuhl..r zugeflossen wären, hat Krupp aus dm, Häuschen gcbrachl. DIcse Wcl.firma bcwcgt stch in Verhältnissen, untcr dcnen es ihr bei normalen Vc.bMlnssm auf scchs Millionen Gulden mehr oder Wender nlcht ankommt. Aber mit dem Erfolge der »tahlart.ge» Bronze drohen die Bedingungen für die Entwicklung der Gl!ßstahl.Il>dustrie anormale zu werden Wtt,:> sich das UchatiuS-Geschiltz wirklich bewährt' welches andere Land wird dann uoch weiter bei dem enorm thcucin Gußstahlmuterialc verbleiben?! Nicht Oestelrcich-Ul.Mn allein empfindet in seinem Staats, säckcl dcn gewaltigen Prcisunwschied zwischen dem ei::en Rohil», das 350 und dcm andern, das 1500 Gulden lostct. Dazu tumml, daß die Bronze ihren Materialwerth immer behält, indem sie nur umgegossm zu wer-dcn braucht, um neuerdings verwendet werden zu können während der Matcrialwcrth einer unbrauchbar gewor-dcncn Gußstahllanone sammt und sonders leine vier Gulden repräsentiert. Endlich wird ja selbstverständlich auch die Prlvatmdustne, die in dcm Bezüge so vieler Utcusilien an den Gußstahl gewiesen ist, sich dcr wol« feileren stahlarligcn Bronze zuwenden. Oiefe Erwägun-gen lomltcu Hem: Krupp keineswegs fremd sein und sie erklären zur Genüge seine Nervosität" — (Personachrichten.) Se. Erc. dcr Herr Ackerbau» minister Graf 0. Mauns fcl d wird nach dcr Riicklchr aus dcm Bade die Hlaatöforstc in tzalzburg, Kälnten und Tirol bereisen. - Zum Rector der grazer Universität für das nächste Schuljahr wurde Professor Dr. G. Demeliu 0 gewählt. -(Verlosung.) Am I. Juli d. I. um 10 Uhr vo r-niillags wird unter Intcrvcnicrmig dcr Staalsschulden-Control-commission dcS Reichsrathct« in dcm für Verlosungen bestimmten Saale im Bancogcbäudc, Singcrstraße, Wien, die 42. Verlosung dcr Serie»! dcö Lottoanlchcu« vom Jahre 1854 vorgenommen werden. — (Ertrag dcS B t e mpe l g c f»llS.) Da« Gcsammt-crtrtignis beziffert sich im cistcn Quartal 1875 auf 4.188.047 fl., um 258,958 st. (6'59 pZt.) mehr als in der mlsprcchcndcn Periode dce Vorjahres. Hieran participieren : Stempelmarten U.850,309 fl. (Plus 24l»,092 st,), Spicllarte« 48,772 ft. (Minus 1100 si.). Kalender 7075 fl. (PluS 176 fl.). Zeitungen 226,582 ft. (Plus 7367 fl.), Promessm 14.877 ft. (Plus 6814 sl.). Wechselblanqucltc 40.432 st. (Plus 3713 st.). Die unmittelbaren Gebühren (für Porschllssc dcr Crediliustitute. Einlagen, eingelöste EhrckS. Fahr, nnd Frachllarteu «. s. w.) belaufen sich auf I.348.c^4 fl. (Plus 61,762 st.). — (Weltausstellung in Philadelphia.) Die Zahl der bci dcr Eommissiou in Wien für die Weltausstellung in Philadelphia erfolgten Anmcloungeu beträgt 516. An Raum wirb beansprucht ungefähr 1300 Quadratmeter Fußboden nnd circa 1700 Quadratmeter Wandfläche. Eingehende Mittheilungen über die Theilnahme bestimmter Industriezweige behalten wir uns für demnächst vor. — (Hausindustrie iu Körnten.) Der Industrie-lind Gewerbeverein in Klagenfurt bespricht in einem Verichte an Se. Excellenz den Herrn Statthalter Grafen kobron die Hans-inbullrie in Kärnten. Der Verein drückt zunächst seine Vefriedignng darüber aus, daß da« hohe Handelsministerium die Mittel und Gelegenheit zur Ausbildung einer Lehrerin für Maschinmstickerei geboten habe, denn sobald eine ausgebildete Lehrerin zur Verfügung stehe, sei lür die Einbürgerung der Maschine in der H»n»-arbeit der beste Erfolg zu erwarten. Solle aber die Hausindustrie eincn lohnenden Erwerb sichern, so lönne die« nnr im Wege größerer Unternehmungen erreicht werden, deren Ausgabe zugleich die Hcrbeischaffung billiger Wolle und der Vertrieb der angefertigten Ware sein müßte. — (Seltene Vvgel.) Der Gutsbefiher Schmid zn Gulenstcm in Kärnten hat zwei schöne Eremplare der ebenso sel» lencn als Prachtvollen Rosenamsel, deren Heimat Asten ist, ge> schössen. — (Gegen den Knnstwein.) Die «Grazer Ztg." berichtet: „Vei der am 12. Juni d. I. in Leibnih abgehaltenen gemeinschaftlichen Versammlung der leibniher kanbwirthfchast«-filiale und des Weinbauverewes wurde unter Vorfitz der beiden Vorsteher, Eduard Ritter von Ienisch und Mathias Jaul, Krei«. dechanl, folgender Beschluß gefaßt: „Die vereinigte Versammlung der landw. Filiale Leibnitz und des leibnitzer Weinbau-Vereine« beschließt einstimmig folgende Resolution: Es werden auf Antrag der beiden obgenannten Vorstehungcn dieselben von der VerlamM' lung ermächtigt, Petitionen an b»S Abgeordnetenhaus be« hohen Reichsrathes zu Handen deS Berichterstatters Herrn Reicherath«-abgeordneten Konrad Seidl, dann an die hohen Ministerien be« Innern, des Handels, der Finanzen und des Ackerbaues in dem Sinne zu richten, daß der vom Abgeordnetenhause gegen die immer mehr um sich greifende Wrinfabrication uno Fillfchung der Weine eingebrachte Gesehesentwurf auf Grund des Motivberichtes ddo. Wien, 16. März 1875, zum wirtlichen Gesetz erhoben werde. Dieselben Vorftehungen werden anch von der Versammlung ermächtigt, alle ihnen zu geböte stehenden Mittel, welche zum Schutze der Weinproduction gegenüber der Kunftwem-Fabrication erforderlich erscheinen, zu ergreifen." — (Prozeh Arnim.) Nach berliner Vlllttern wird der Vertheidiger des Grafen Aruim beim Obertribunale die Nichtigkeitsbeschwerde gegen das ErlenntniS des Kammergericht« ein« reichen. — lTelegraPhenconferenz.) Die internationale Telcgravhenconserenz in St. Petersburg beschäftigte sich — wie der „Russische Aegierungsanzeiger" berichtet — in ihrer am 16. d. M. abgehaltenen 7. Sitzung mit Umrechnungen der in den Mimzsortcn dcr verschiedenen kclnder geleisteten Zahlungen «ml Francs, da der ftranc als Münzeinheit für Telegraphengebühren angenommen ist. Hierauf folgte ein Oedanienau«t»usch über die Apparate StearnS alls Ameril» und Mayer aus Frankreich, die bci einigen Telegraphcnverwalluugen in Anwendung find. Die Lonfereuz hörte den Bericht über die Reglcmentscommifsion an und debattierte daun über die Regeln für die telcgraphifchen Zeichen der Morsc'fchen und Hughes'schm Apparate, sie prüfte auch ein Project zur Vereinfachung der Dicnstsignale, um so viel als möglich einer Depeschenüberhäufung auf dm Telegraphen' drahten vorzubeugen. Von dcr Ansicht ausgehend, daß, fo weil nur möglich, dcr Correspondenzdieust sichergestellt bleiben müsse, beschloß die Coufermz, das bisherige System fast vollständig beizubehalten. Locales. — (NllerhÜchste SPenben.) Se. l. und l. Vposto-'lschc Majestät haben den Ortschaften Verbica, Verbovo und Illsscn zur Ermöglichuug der Errichtung einer gemeinschastlichen Schule und dem ersten lrainischen Vetcranenvereine in Domj»le zur Stärkung seines Unlerftützungsfondes je einen Beitrag von einhundert Gulden aus Allerhöchsteren Prioatmitteln allergnll-d'gst zn spenden geruht. — (Personalnachri chten.) Die Herren l. l. Vrzirl«-hauptmiinncr Statthaltereirath Josef Schiviz vonSchiviz. Höfen in Laibach und Johann Pajl iu Littai treten in den bleibenden Ruhestand. — DaS l. l. Oberlandesgericht in Graz ha« Hrn. Johann Pelolj, Eonccplspralticaut bci der l. l. Finanz-birection in ?aibach, zum Auscultanlen für das Herzogthum Kärnten ernannt. — (Anerkennung.) Das l. l. Offizierskorps des Infanterieregiments Härtung hat dem emeritierten Feldwebel Thomas Tvnto, welcher durch IU Jahre als vorzüglicher Flügelhornist bei der Musikkapelle des Regiments dirute, ein Flllgelhorn im Werthe von 100 fi. zum Geschenke gemacht. Da» Horn trägt die Widmung: „Erinnerung au die 19jährige Dienst« zeit dcS Thomas TUnlo, gewidmet vom Offizierscorps des 47. Infanterieregiments." Tünlo ist gegenwärtig Postamlsdicner in Leoben. — (La sinoreftanr ationsgurteu.) Die unga« rische Musikkapelle erwarb sich auch beim gestrigen Schlnßcon» certe durch wie au« einem Guß klingenden excellenten Vortrag ge-wllhlter Piece« den Beifall der anwesenden Gäste. Laibach »ird dieser Musilgescllschaft ein freundliches Andenken bewahren. - (Gau turn tag.) Am 27. b. fand in Graz eine Versammlung von Abgeordneten der verschiedenen Turnvereine statt, welche dcn Gauverband der deutschen Turnvereine von Steier-rnark, Kärnten, Krain und dem Küftenlande bilden. Dieser Gauturntag behandelte wichtige Fragen der Organisation und de» Turnbetriebes und unter anderem auch das Programm ftlr die nllchsijNhrign» Grnppmturnm. 1073 — tTodfall.) Am Montag starb die einzige sechsjährige Tochter de« Herrn Hofraths R. v. Schw «gel in dessen Besitzung nächst Veloes, Die Leiche der plötzlich und allzu früh Ver-fiorbenen wird heute zur Erde bestattet. — (Netrolog. j Wenn wir mit demselben auch nicht «inen Mann bezeichnen, welcher hohe Staat«wllrden bclleidete oder sonst der Kitusilclwclt hervorragend angehörte, so bringen wir doch die Notiz, daß der allgemein geachtete Bürger und Schuhmacher-meisser I. Millau ^ gestern verschieden ist. — Geboren im Jahre 1794, betrieb er lein Geschäft durch 53 Jahre iu Laibach und hat sich durch seinen biedern Charakter die allgemeine Achtung seiner Mitbllger von »eher erworben und bis zu seinem Ende erhalten. — (Vergnügungszllge.) G. Schroeckls Reise-bureau wird im Verlaufe dieses Sommers und Herbstes auf der Süd- und Kronprinz Rudolfbahn noch einige VerqnllgungS-zllge von Wien nach Triest und von Laibach nach VeldeS zu äußerst billigen Preisen arrangieren. Die wiener Gäste find voll des Lobes über die iu d« hiesigen Siidbahnrestauration erfolgte llnßerft schnelle und billige Bedienung. — (Durch Haa. elschlag) wurden am 25. d. die in der Steuergemcinde Obcrnußdorf, Beznl Rudolfswerth, gelegenen Ortschaften Eerovlog, Obernußdorf und Nltcnborf, namentlich Saaten, Feld« und Obstfrllchte bedeutend beschädigt. — (Nanlnotenfillfcher.) Dem GenSdarmerie-Posten-führer Roffeis und d«n Gcnsdarmen Pascha in Tüplih, Bezirk Nudolfswerth, ist es gelungen, den wegen V anknoten fälsch ung und Dicbstahl steckbrieflich verfolgten N. Widmer aufzugreifen und zu arretieren. — (Die Kronprinz Rudolfsbahn) durchzieht die herrlichsten Gegenden Oesterreichs von der oberiistcrreichischcn Donau bis zur Save nächst Laibach, sie zählt auf der Haupt-linie die Stationen: St. Valentin, Ernsthofen, Ramnnngdorf. Steyr, Garsten, Ternberg, Lllfenstein, Reichramming, Großram-ming, Kastenreith-Angern, Klciurcifling, Weißcnbach-St. Galleu, Großreiftiug. Landl, Hieflau, Gstatterboden, Admont, Selzthal: kiezen, Rotlenmanu, Trieben, Wald, Kalwariy, Mautern, Seitz^ Kammern, St. Michael, Kaisersbcrg, St. Lorcnzen, Knittelfeld, Zeltweg, Iudenburg, Thalhcim, St. Georgen, Unzmarlt, Scheif-ling, Schauerfeld, Neumarlt, Einöd. Friesach, Hirt, Treibach^ Nlthofen, Lannedorf-Hochosterwitz, Glandorf, St. Veit, Feistriz-Pnlft, Glanegg. ffcldlirchen, Ossiach, Villach, Bad Villach, Nr-noldstein. Thürl-Maglern. Tarvis, Ratschach-Wcißenfelö, Kronau, Lengenfeld, Nßling. Ianerburg, Radmanndorf-Lecs, Podnart, Krainburg. Lack, PiHmarjc uud Laibach; auf den Nebenlinien die Stationen: Wcyr, Gaficnz, Oberland, Waidhofen a. d. Ibbs, Rosenau, Hilm-Kematen, Ulmerfeld, Nmstcttcn; — Radmer, Eisenerz; — Lcohen; — Vrückl, Cbe> stein, Mäsel, HUttenberg; — Zollfeld, Maria-Saal. Klagenfurt. Die Kronprinz Rudolfsbahn führt un« in die romantisch,'!, Partien Ober-, train«, fuhrt uns in daö wildromantische Schliyathal. an die wald- und steinumjchlosscnen weißmfelser Seen, zeigt uns den stolzen Mangart und den ^wältigen Triglao, öffnet uns den Weg m das wilde, sclsia/ Planitzulhal, macht unS mit dem herrlich gelegenen Gczirlsortc Kronau und seiner hochromanlischcn Umgebung, mit dem Piifanig, Razor, mit der malitamer Alpe, dem Verschec-Sattel, mit der Moistrola. Mala und Pclica-Pi-schenza, Planinca, mit den Giganten Spll, Slermatcrca, Rogica, Kriz, Razor und Mojstrola bctannt; die Nndolfsbahn präsentiert das romantische Bild von Lengen feld, von wo auS Ausflüge nach Kvccina und ilber die Gradsica-Alpe nnd in die Mlineaschlucht unternommen werden; vun hier aus besteigen Touristen den Pctclin, die Holica und den Kocna»Saltel; von Moi-strana geht es durch da« Feistrizthal zum Perilnit, in das Vraw' thal; besonderen Reiz und hohes Interesse gewährt die Gebirgslandschaft um Aßling; von RaomannSdorf-Lees aus besteigt der Tourist den Stou, besucht die Perle Krain«, die reizende Seelaudschaft Veloes, unternimmt Ausflüge in das wocheiuer Thal nnd an den wildschönen Wocheiner See, zum Urfprnng der Savica, auf die Nlpcnwicfe Vouslanca, zu den Schafhülten, aus die Pscidr-Alpe, zu den großen Schneefeldcru auf den Triglav, welcher wol daö schönste Panorama in ganz Oesterreich bieten dürfte. Nnf der Fahrt uon Padnart gegen Laibach sehen wir den Iodociberg und die seinerzcitige Residenz» st.idt der Herzoge von Krain, das Städtchen Krainburg, von wo aus man über den Loibl nach Klagenfurt gelangt; von Lack aus besucht man den herrlichen Aussichtspunkt St. Katharina ; von Zwifchenwässcrn aus besteigt man den Gallen» berg, der prachtvolle Aussichten gewährl. — Herr <5.L. Lorenzi. Beamter der Betriebsdirectiou der Kronprinz Rudolfsbahn beschreibt den ganzen Reisezug mittelst Nudolfsbahn von den Ufern der oberöfierreichischen Donau bis Lalbach in einem 122 Octav-druckscitcu umfassenden „Führer auf der Kronprinz Rudolfsbahn" (Steyr 1875) und macht in diesem für Touristen höchst wichtigen V3. Juni. (Officlell.) Die Bud-getveröffentlichung ist bevorstehend. Das durch ausnahmsweise UnglücksMe verursachte Deficit mit fünf Millionen LivreS wird durch Steuern bedeckt. Nach Veröffent» lichung deS Budgets wird die Negierung sofort eine Pcrmanenzcommission einsehen, welche über die Aufrecht« erhallung dcöBudgetglcichgewichtcS wachen und die Reorganisierung der Finanzen erstreben wird. Eger, 28. Juni. Kaiser jfranz Josef traf hier um halb 7 Uhr morgens ein und wurde vom Statthalter, dem Landescommandierenden, dem Oberstland« marschall und von den BeHürden ehrfurchtsvoll begrüßt. Nach der Vorstellung zog sich Se. Majestät in den Wartesalon zurück, und wartete dort die Ankunft des Czurs ab. Beim Herannahen des russischen Hofzuges erfchien der Kaiser wieder am Perron und verblieb da bis zur Einfahrt des Zuges. Kaiser Alexander verließ sofort den Waggon. Die Monarchen umarmten und küßten sich mehrmals sehr herzlich. Nach Besichtigung der Ehrencompagnie fand die Vorstellung der beiderseitigen Suiten statt, worauf sich beide Monarchen in den Warlc-salon begaben. Um halb 10 Uhr bestiegen die Majestäten gemeinschaftlich einen Waggon des russischen Hofzuges, der sofort gegen Komotau abging. Bodenbach, 28. Juni, 5 Uhr nachmittags. Ihre Majestäten die Kaiser Franz Josef und Alexander sind um 3 Uhr hier eingetroffen und haben im Hofwaggon diniert. Nach cinstündigem Aufenthalte reiste Se.Majestät der Kais« Alexander mit Sr. liin. Hoheit dem zur Begrüßung hl« erschienenen Prinzen Georg von Sachsen nach Dresden ab, worauf Se. Majestät unser allergnädigster Kaiser die Rückreise nach Prag und Ischl antraten. Telegraphischer Wechselt«« vom 28. Juni. Papier - Rente 70 10. - Silber - Rente 7395, — M" StaatS-Nnlehen 11190. — Vanl-Nctien 958. - Erebit-3lcNN> 218-25 - London 111-40. — Si,er 101 15. K. l. M"i„-Du' caten 5 24. — NaPoleonSd'or 8 87'/,. — 100 Reichsmark 54 50. Wien, 28. Juni. 2'/, Uhr nachmittags. (Schlußculjt.) Ercditactien 218—, 1860er Lo.e 111 90, 1864er Lose 134'N österreichische Rente iu Papier 70 ,'0, Staatöbahn 278'—. 9l«l°' bahn 194 7."), i.'0-Frankeust,',cke 8 87'/,, «naarische Credit««" 218 75, österreichische Francobaut 39 50, ijsterrcichische Ai'glob"" 114-5), Lombarden 93—, Uuionbanl 94-89. mistro-oricülaM Vllnt — —, Lloydactle:, 434'-, anstro-otlomanischc Baul^'^ türkische Lose 52-50. «lommunalanlehen 106-30, EaW^ 16525. ^^ Handel und MlkswirUchastlW. Nudolfswlrth, 28. Juni. Auf dem heutigen Marllc si^ erschienen: 15 Wagen mit Getreide. st. Ir. l ^^. Weizen per Metzen 4 , 70 Eier pr. Stllck . . ^ ^ Korn „ 3 30 Milch pr. Maß . ^^ Gerste ,. 3 30 Rindfleisch pr. Pfd. ^ >A Hafer « 2 — ^ Kalbfleisch „ ^" Halbfrucht „ 3! b0 ! Schweinefleisch „ ^! ^ Heiden „ 3-^ Schöpsenfleisch „ ^!^ Hlrse „ 8 l 80! Hähndel pr. Otilck . -" ^ »uluruh ^ 2,— ^ Tauben „ ^ ^ Erdapfel Zentner---------, Heu pr. Zentner . 2^ Linsen MelM---------j Stroh „ . l ll" Erbsen ,. — — l Holz, bartcß 82", Klft. ^ Fisolen „ 4 80! —weiches, „ ^!^ Rindsschmalz pr. Pfd. — 50 Wem, rother, pr. Linier l6 Schweineschmalz ,, — b4 — weißer „ l^l^ Specl, frisch, — — ! Leinsamen pr. Metzcn -"^ Speck, «s'lluchertPfd, — 44 Hasen pr. Stllck . ^' Angekommene Fremde. Am 28. Juni. Hotel Ttadt Wien. Dr. Gersel, l. l. Notar, ssridan. ^ ^.' jovic nnd Miheljal, t. l. Notare, und Vasch, Eilli. — 1W»' « Älcisellder, und Dutschla, 2l>ien. — Olabriel, l. l. Nutar, O»"" > — Kißliilg, Kfm., Ludwigöburq, — Kilgerl, l. l. Notar, — «ulovnig, Handels-Commls, Finme. — Nedved, l. l , > Graz. — Handlsliergcr, l. l. 3iotar, Leipzig. — Dr. 6""' i l, l. Notar, Spital. ^ « ^ Hotel Elefant. Frcnkl nnd Krebö, Wien. - Mcrll, FiE^r, «tzi Pleschirn, l. l. Nutar, Nadmannsdoif. - Svetic, 5 /' > ,W Littai. — Konsovit, Kralau. — Freimaun, Pest, .,H H > holcl Vuropa. Steiner, l. l. Acamlcr; Htreipner, Slem ^ «» Grill, Wien. « Noli, Eilli. - Vöcl. Inqenienr, FeM' °, Briber, Oberstlieutenant, Unssarn. - Uieimaun, Ksl", 7^,.,i den. — (losta, Venedig. — Marini. illiirnos. - «"° Steierniarl. — Ienlo, «elgrad. ^ .. »aiscr von Oesterreich, itonrad, Wien. — MarnM -"" ' Ncnclh, Iftricn. — Iavornicz, Oraz. ^ Viohren. Schebet, itraiu. — Kranfeld, Kaufm., Ungar«. Schmeidel, Wien. — Vartel, Graz. ^^ Oieteorologilche Beobachtungen in Laibach^ ff ^k^ «, 2 Ä ' 1 U ll ' si I 6U. Mg. 733,?!. -l-15« NÖ. schwach bewölkt 23k' 28. 2 „ N. 733.4« ^-20.« NO. schwach bewölkt M" 10 „M. 733.34 ^I8,c, windstill j Negen ^^ «ll.Ma.! 732.W --18.I SW. schwach bewölkt M> , 29. 2 „ N. 733.oz -i-20.» NO. schwach! Regen M"' 10 „ Ab 734.^ > ^-17.5 windstill j halbhcitcr ^ Den 28. anhaltend bewölkt, abwechselnd Regen, aliens! ^ Regengüsse. Den 29. forlmUhrcnd bewölkt, abwechselnd >A-Regengllssc, um 11 Uhr vormittag« nnd nachmittag« 2 llA,M, Witter aus SSO., bald vorilbcrzichcnd, abend« Aushc"^a<< Nbendroth, sternenhell, Wetterleuchten in SO. und N"' <^", Taacsmitlcl der Wärme am 28. ^ 181", °m 29. 's ,s, beziehungsweise um 0 8" nnlcr und 00° gleich dem ^^ Verantwortlicher Redacteur: Otlomar Vo m^^—' iU^vs>>^l.^^i.4.^ Wien, 26. Juni. DeckunssSliluse in Berlin bewirkten einen Stillstand der Baissebewcgung. Die Nörse verhielt sich lange unthätig und gab endlich einer Erholunö ^ Ol)!.^NvcNU)l,. Aulagewerthe waren und bUebcn bei mäßigen UmsälM fest. Veld «La« Mai- ) «,.„., <.....7010 70 2l> ssebruar-) ""'" (.....70 15 70 25 Ianner-j «z.^^.,«., ( . - 74 20 74 30 «pril- ) ^'lberrente ^ . . . 74.^ 74,^ Lose, 1839........261 — 263 - „ 16b4........10525 105 75 » I860........111 90 112 20 „ 1860 zu 100 ft. ... 11725 11775 „ 1864........13375 134 — Domllnen-Pfandbriefe .... 12750 — -Pramienanleheu der Stadt Wien 106— 106-50 Vilhmtn i a,„.„. < . . 100— -- Galizien ! ^«"d. l ^5 8775 Siebenbürgen l ./I'.'^ l - - ^7 25 97 75 Ungarn < '°"""s l . . 81-50 82 - Donau-RegulierungS'Lose , . 103 50 104-- Una. Eifenbah»-Anl.....101 60 1^2 — Ung. Priimien-Nnl......7975 80-25 Wien« Lommunal' Nnlehen . 92 50 33 — Nctien von v«nle». «eld lva« «nglo-Vanl........11590 116 10 «anlvlrem........102— 103 — V«d«n».rtditllustalt.....—»— — — Velb Ware Lrcbitanfialt........218 25 218 50 Ercditanstall, imgar.....220 25 2200 160-— Lemb.'C,ern..Inffy.Vahu . . 135 50 I36-— VloydeOeielllch........4Üli— 428-— Gelb Ware Oesterr. Nordwefibahn .... 148 — 148 50 Nndolfs-Bahn.......135 25 135 75 Staatebahu........276- 277— Südbahn.........9425 9475 Theiß-Vahn........19250 193 - Ungcrische Nordostbahn . . . 124 50 125 — Ungarische Ostbahu.....51— 51 50 Tramway-Gesellsch......125 50 12650 Vaugesellschaften. Mg. »sterr. Bauacscllschaft . . 1l'— 1125 Wiener Vaugescllschaft..... 26 50 26 75 Pfandbriefe. Nllg. iifterr. Vodcncrebit . . . 96 75 97 — dlo. iu 33 Iahrm 87 50 88' Nationalbanl ö. W.....97-70 9790' Ung. Bodencredit......86'75 87 — Prioritäten. Elisabeth.-V. 1. Em.....92 75 93-- sterb.-N°rdb,-S.......105-— 105-25 Fianz-Ioscph-V.......98'75 94- Gal. «arl-Ludwig-V., 1. Em. . 101- I015<» 0eft«n. zioldweß.«.....942b 94 b(i Siebenbllrger.......^'_. '^.?.' Slaalsbahu........1^25 ,,' Slldbahn ü 3«/,......lN0-' ^'^,> 5"/ tt?'"" ^/>1 Sildbahn, Von« '!''.'' A A ^^,!^ Ung. Ostbahn...... - b5'8b " Privatlose. ^, ,«?' Credit. ... .....l6650 1^,^ NudolfS-L........."'^ ^ Wechsel. ^B N«g«burg.........92^ 0^ ßrankfurt.........b40^ ^, ^ Hamburg........."U ,il b«' London ........."Id" ' ^ Pari« ........."^ Velvforten. Velb ,^ ft. Ducaten .... 5 st. 25 lr. 5^., Nap°len«d'or . . 8,.87'/.., ? "^7^ Preullitassenscheine 1 «63'65„ » " 7. ^ Silber . . . . 101 „65 „lM « " «rainlsche Gnlndentlallu«gS-0btt8°ti°ne^ Privlltuotieruu«: Oeld Vb—, «"t