prLuvmcralioa» - Preise: Für Laibach Ganzjährig . . . 6 fi. — kr. Halbjährig . . . 3 » — « Vierteljährig. . . i „ 50 „ Monatlich . . — „ 50 , Mit der Post: Ganzjährig . . . 9 fl. — kr. Halbjährig . . . 4 „ 50 „ Vierteljährig. . . 2 „ L5 » Für Anstellung ins HauS vierteljährig L5 kr., monatlich S kr. Einzelne Nummern 5 kr. Laibacher blatt Lrdakliou: «ahnbos»-^- Ni. IS,. LrpeLition und Joskralea-Lurrau: Kongretzplay Nr 81 sBuchhandlm g von I. v. Äleinmavr L F.Bamberg Zusrrliousprcisk: Fiir die einspaltige Petit^eile 3 kr. bei zweimaliger Einschaltung L 5. kr. dreimal L 7 kr. InsertionSstemvel jedeSmal 30 kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Änonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 38. Donnerstag, 17. Februar. — Morgen: Flavian. 1870. Die Polen und der Föderalismus. Der Abgeordnete aus der Bukowina, Freih. n. Petrino, h-tt in der Sitzung des Abgeordnetenhauses am 10. d. M. einen Antrag eiiMbracht, welcher die Gewährung der gallischen Resolutions-Forderungen für alle Kronläuder zum Gegenstände hat. Dem Antragsteller ist es mit genauer Noth gelungen, ein Fähnlein von Zwanzig aufzubringeu, um die Verweisung seines Antrages an den Ausschuß wenigstens zu ermöglichen. Nichts ist bezeichnender als die Haltung der Polen diesem Anträge gegenüber; sie haben denselben nicht unterstützt. DerAn-trag des Freiherrn v. Petrino ist ähnlich dem Gedanken der Fischhos'schen Broschüre, welche ebenfalls beiläufig das Maß dessen, was die Polen fordern, auf alle Kronländer ausgedehnt wissen will. Diesem Föderalismus, zu dem sich, wie sich jetzt zeigt, die Rumänen der Bukowina, sowie die Slovcncn bekennen, und welchen einige Sonderlinge von der Grafcn-dank nebst etlichen deutschen Idealisten für diskn-tirbar halten, stehen die Polen ebenso entschiede., und schroff gegenüber, wie die Deutschen. So sehr die Polen auch in ein Horn mit der übrigen Opposition geblasen haben, so lange das Ministerium jede Annäherung an die Polen abzulchncn schien, ebensosehr beeilen sic sich darzuthuu, daß sie durch aus nicht solidarisch mit der Opposition verbunden sind, sondern daß sie den Föderalismus per-horresziren nnd daß sic nichts thun wollen, um demselben Eingang zu schaffen. Der Standpunkt der Polen ist kein zentralistischer, kein föderalistische., sondern ein rein polnischer. Von diesem aus wünschen sie, daß Galizien, und zwar wesentlich daö polnische Element in diesem Kroulande, eine Aus- nahmsstellung erlange, wobei es ihnen ganz genehm ist, wenn die übrigen Kronländer. enger zusammen-gesaßt werden. Das Schlagwort, welches die Polen schon zu wiederholtenmaleu ausgesprochen haben: Stellung Galiziens zu den übrigen Ländern wie Kroatien zu Ungarn, erlangt durch ihre Haltung gegenüber dem Petrino'schen Antrage eine Helle Beleuchtung. Wenn die Polen ebenso wie die Deutschen Gegner des Föderalismus sind und nur sür ihr Land mit Rücksicht ans ihre Geschichte und ihre von der Gerivanisatiou wenig berührte nationale Entwicklung eine Ausnahmestellung beanspruchen, so findet sich in dieser gemeinsamen Negation ein Berührungspunkt zwischen Deutschen und Polen, der wohl dis zu einer positiven Vereinbarung sich entwickeln kann. Auch ist es kein Geheimniß, daß unter den Deutschen, namentlich in der jüngeren politischen Schule, stets eiue ansehnliche Partei bestanden hat und noch besteht, welche geneigt ist, gegen eine Zusammenfassung der übrigen Kronländer in einem wahren, direkt gewählten VoUparlamente, den Polen eine gewisse Ausnahmsstellung zu gewähren. Eine solche Gestaltung in Zisleithanien scheint auch den Pole» vorzuschwcbeu. wenn sie das Verhältniß Kroatiens zu Ungarn sür ihr Verhalt-niß zu dem Reiche als Muster ansühreu. Sowie in Ungarn ein Vollparlament besteht, so soll auch bei uns ein solches geschaffen werden, wenn Galizien eine Ausnahmestellung erlangt. Das, was der Petrino'sche Antrag anstrebt, ist das gerade Gegen theil; derselbe will keine Ausnahmsstellung Gali-lizieus, will kein Vollparlament, sondern einfach die Kantonifirung Oesterreichs. Aus dem Resolutions-Ausschusse. In der am 14. abgehaltencn Sitzung wurde zur Verhandlung über den zweiten Punkt der Resolution geschritten. Nachdem Dr. Reck>bauer eine Erklärung von Seite der Regierung gefordert und Minister Giskra geltend gemacht, daß erst die galizifchen Abgeordneten erklären müßten, wie sie sich die im Punkt acht erwähnte verantwortliche Landesregierung vorstellen, be« merkt Abg. Ritter v. Grocholski, daß die Ursache, warum dieser Punkt zwei ausgenommen wurde, die sei, weil die Resolution in ihrem Gange dem Staatsgrnndge setze vom 21. Dezember 1867 folge. Er ist übrigens gleichfalls der Ansicht, daß dieser Punkt von selbst aus dem Punkte drei der Resolution fließen werde. Die im Punkte 8 erwähnte, dem Landtage verantwortliche Landesverwaltung verstehe er dahin, daß die Beraitt-wortuug für die im Reichsrathe beschlossenen Gesetze dem Ministerium, der Reichsregierung zukomiue, hingegen die Verantwortung für die im Landtage beschlossenen Gesetze Sache der im Punkte 8 erwähnten Landesverwaltung sei. Minister des Innern Dr. Giskra erklärt, daß die Regierung für die Durchführung aller Gesetze ohne Unterschied, ob sie vom Landtage oder Reichsrathe beschlossen, verantwortlich sei. Eine verantwortliche Landesregierung würde einen Zustand schaffen, der undenkbar oder doch mit einer einheitlichen Regierung unvereinbar wäre. Abg. Dr. Kaiser erörtert nochmals die Roth-wendigkeit, die Debatte über Punk 8 zu eröffnen, da es nicht möglich sei, den Punkt 3, namentlich die Absätze und 6 zu diskutiren. Minister Giskra sieht in dem Punkte 8 der Resolution das Prinzip der Resolution niedergelegt. Jeuilleton. Der Schmuck. Original-Roman von Allton Heinrich. Zweiter Weil. 3. Das Duell. (Fortsetzung.) Baron Eichhart konnte sich eines Lächelns nicht erwehren. Mylady, das sind ja nur einige Tropfen Blut, kein Schmerz, kein Verlust, kein Schaden. Während die Wunde von dem Arzte besorgt wurde, drängten sich die Deutschen und Engländer herbei und lobten die Handlungsweise des Barons. Um so handeln zu können, meine Herren, ent-gegnete dieser, mußte ich meine Angelegenheit so öffentlich als möglich machen und Ihnen vorher den Beweis liefern, daß nicht Feigheit mein Benehmen leitete. Aber da Sie ihrer Sache so gewiß sind, so hätten Sie den Lord blos zeichnen sollen, bemerkte einer der Gäste. Das verachte ich, entgegnete Eichhart; ein Duell soll nicht eine kleinliche Kinderei, sondern ein Kampf auf Leben u»d Tod sein, oder ganz unterbleiben. Nachdem der Verband besorgt war, stellte Lord Withmann den Baron seiner Gemalin vor. Das ist derjenige, welcher uns flieht und doch zu uns gehört. Sie sind uns einen Besuch schuldig, und Ihre Schuld werden Sie abtragen, bemerkte Lady Withmann. Mylady machen mir ein Glück zur Pflicht, aber eine frühere Pflicht gebietet mir, auf dieses Glück zu verzichten. Hören Sie, Baron, meine Schwägerin studirt sehr fleißig die deutsche Sprache. Sie müssen kommen, und wäre es auch nur, sic einem Examen zu unterziehen. Man promenirte dem Hause zu, in welchem sich die Gesellschaft wieder sammelte. Lord With- mann und Baron Eichhart blieben etwas zurück und als sie sich alle n sahen, begann jener: Baron, Sie haben edel gehandelt, Sie haben mich überrascht. Wie wußten Sie aber, daß ich auf der Villa Fowler bin? Ich hatte ja vor Ihnen meinen Plan verborgen gehalten, um meine Absicht wußte niemand, als mein Universitütssreund Erdösi, und ich kann Sie überdies versichern, selbst in meinem Her- zen hatte sich der Gedanke, den Lord zu schonen, noch nicht so festgesetzt, daß ich den Elenden trotz meines bestimmten Entschlusses nicht vielleicht doch zusammengeschossen hätte; da kamen Sic, da kam Ihre Schwester — — Ich erfahre alles, was ich erfahren will. Und begreifen Sie denn noch immer nicht, daß mir, und wie viel mir an Ihnen liegt und meiner armen Schwester zu Liebe liegen muß? Sic ist die Gemalin des Lord Lamborough, entgegnete Eichhart ziemlich kalt. Sie irren sich, mein Herr. Sie lebt seit drei Tagen in meinem Hause und kehrt nie mehr in das Hotel des Lord's zurück, der übrigens wohl bald in den Kerker wandern wird. Meine Schwester scheidet sich von dem Lord. Wo wird sie künftig sich aufhalten? Bei Ihnen, Lord? fragte Eichhart in gleichgiltig klingendem Tone. Lord Withmann preßte die Lippen ärgerlich fest zusammen und ergriff erst nach einer Weile das Wort: Wenn der Mann liebt und das geliebte Wesen frei ist, so hält er um dasselbe an. So denke ich, und mit mir jeder Ehrenmann. Vor einigen Tagen, mein Herr, war ich Ihnen zu zinifch, jetzt stehe ich an der äußersten Grenze meines Zi- Denn uian könne sich eine dem Landtage verantwortliche Landesverwaltung selbst dann denken, wenn selbe ohne Veränderung der gegenwärtigen Kompetenz bestünde und ihre Verantwortung nur auf Gegenstände der gegenwärtige» Kompetenz sich erstrecken würde. ^ Wenn man einig ist über das Prinzip, ob eine dem! Landtage verantwortliche Landesregierung bestellt werden soll, daun sei cs auch später noch möglich, die Art ihrer Einrichtung und ihrer Kompetenz festzustellen. Abg. Ritter vou Ezcrkawski bemerkt, mau müsse zuerst darüber einig sein, ob mau dasjenige bietet, was Galizien verlangt, und ob solches für die übrigen Länder auch nöthig sei, er findet den Schwer-! Punkt der ganzen Resolution in dem Punkte 8, i in der Gestaltung einer dem Landtage verantwortliche» ! Landesverwaltung. De»» »ur der Reichsrach habe das ^ Recht , den Minister in Anklagestand zu versetzen,! der Landtag besitze kein solches Recht und der Reichs-^ raih würde sich kaum zu eiuer solchen Anklage herbei-, lassen, wenn blos die Landesgesetze verletzt werden,: und doch bedarf der Landtag zu seiner Sicherung Or- ^ gane, die er selbst zur Verantwortung ziehen kann.! Es liegt darin der Schutz aller Rechte des Landtages. Minister des Innern Dr. GiSkra erörtert inj längerer Rede das, was der Ministerpräsident ausein-! andergesetzt hat, und macht auf dessen Worte aufmerk-! fam, daß die Regierung die Resolution im ganze»! für unannehmbar erachte, daß sie aber geneigt sei, um den Frieden Herrustellen, Konzessionen zu machen. Abg. Dr. Rechbaner findet diese Worte nicht! vollkommen klar, denn er meint, eS könnte bedungen werden, daß die Resolution erst dann als definitiv genehmigt anzuseheu, wen» die direkten Reichsrathswahlen in Galizien angenommen werden. Abg. Baron Tinti stellt an Minister Dr. Gis-kra die Anfrage, ob die Regierung bereit sei, Galizien eine Sonderstellung zu gewähren, wenn die bemerkten Garantien geboten würden, und er macht aufmerksam, wie die ganze Reichsversassung dadurch geändert würde. Minister Dr. GiSkra äußert, die Antwort auf die Frage des Herrn Baron Tinti ergibt sich wohl vou selbst, wenn man erwägt, daß z. B. die Einführung einer verantwortlichen Landesregierung für die Durchführung der Landesgesetze in Galizien noch nicht die Folge haben müßte, daß eine gleiche Einrichtung auch für Görz oder Triest oder Istrien platzgreifen müßte. Abg. Ritter v. Ezerkawski spricht gegen die direkten ReichSrathswahlen. Abg. Dr. Leonardi stellt schließlich den Antrag: Der Ausschuß wolle beschließen: Eine Beschlußfassung über den Grocholski'fchen Antrag kann erst dann erfolgen, wenn eine Wahlreform im Sinne der Einfüh- nismus. Ich verlange eine offene und ehrenhafte Erklärung. Sie sollen sie haben. Ich liebe Ihre Schwester, mehr als je ein Man» irgend ei» weibliches Wesen geliebt hat. Und Sic selbst verehre ich wie meine» Bruder, ich fühle mich zu Ihnen hiugezo-gen, aber ui» die Hand Ihrer Schwester darf ich nicht werben. Warum nicht? Weil ich nichts besitze als ein kleines und oben drein verschuldetes Schlößchen in Schwaben und weil, wenn ich und die Lady uns verbinden, wir den Argwohn des Lord Lamborough rechtfertigen und unsere eigene Ehre wieder beflecken. Herr Gott's Donnerwetter! Jetzt habe ich sie satt, diese deutsche Ehrenhaftigkeit. Aus Euch Deutschen wird in Ewigkeit nichts werden, weil Ihr vor lauter Prinzipien. Gedanken und Tugenden Euch vom Leben zurückzieht. Und wenn die Preußen eine Zukunft hätten, so wäre es blos deshalb, weil kein rein deutsches Blut in ihren Adern rollt. Meine L-chwestcr ist reich, durch mich reich, und in ganz England kümmert sich kein Kukuk um ihre Geschichte; wenn Sic nur etwas sind und haben, was Sie waren und was Sic gehabt haben, das ist uns Engländern gleichgiltig. Nun denn, ich habe eben nichts, und glauben rung direkter Wahlen für das Abgeordnetenhaus stattgefunden hat; ferner stellt er de» Antrag, das hohe Haus wolle die Regierung auffordern, eine der Wahlreform für den Reichsrath betreffende Vorlage ehethuu-lichst den Abgeordneten mitzutheileu. Gegen den Antrag spricht sich der Minister des Innern Dr. Giskra aus, indem er die Debatte als eiue sehr fruchtbare ansehe und der Ansicht ist, daß die einzelnen Punkte der Resolution weiter durchbe-ratheu werden mögen. Die Verhandlungen der Landtage über die direkten Reichsrathswahle» werde die Regierung ehestens vorlegen. Abg. Dr. v. Leonardi zieht hieraus seinen Antrag zurück. Schluß der Sitzung Uhr. Das Dogma der nulieflectten Empfiingniß. Der Korrespondent der „N. Fr. Pr." in Rom erwähnt die gefährliche Neigung des jetzigen Papstes zur Aufstellung neuer Dogmen und ertheilt dem jetzt tagenden Konzil den Rathschlag, diesfalls die nothwendigen Vorsichtsmaßregeln z» ergreifen. Vor allem, meint er, ist es aber eine unerläßliche Aufgabe der Koiizilsvätcr, daß sie vor ihrem Abgehen von Rom jenes mit solcher Hast und so unregelmäßig zu Stande gekommene, sogenannte Dogma von der „unbefleckten Empfängnis; im zweiten Gliede," womit die Gläubigen förmlich überrumpelt wurden, einer nochmaligen Durchsicht und reiflichen Erwägung unterziehen. Diese päpstliche Lehrmcinnng, welche den Ueberliefcrungen der Bibel schnurstracks widerspricht und in das Evangelium ein Kukuks-Ei hineinlegt, wurde bekanntlich blos sehr wenigen, damals von Pius IX. nach Rom berufene» Bischöfe» mitgetheilt uud, wie zu jener Zeit von höchst glaubwürdiger Seite verlautete, »ur vo» einer äußerst geringen Majorität approbirt. Man nannte sogar einige Bischöfe, darunter den Erzbischof von Paris, welche sich entschieden dagegen ausgesprochen hätten. Sie ist also bis jetzt in keinem Falle ein Dogma, da ihr alle vorschriftsmäßig dazu erforderlichen Eigenschaften fehlen. Zwar wurde im Laufe der Zeit die Hipothese von der iuimu.6ulg.tg, eoneeptio der Mutter Mariä, namentlich von der Gesellschaft Jesu schon mehrmal ans das Tapet gebracht, allein niemals als bindender Glaubenssatz anerkannt, und gewiß hätten weder die römische Kurie noch der päpstliche Stnhl so lange damit gezaudert, wenn irgend ein Bedürf-niß zu einer solche» Promulgirung vorhanden ge- Sic mir, selbst cinem Engel wollte ich nicht die Begründung meines HcmSstaudeS verdanke», wenn ich diesen Engel zugleich heiraten sollte. Sie haben übrigens etwas von eine»! Englä»-der an sich, aber —-------------" Die beiden Männer konvcrsirten noch lange, in dem Rondeau einer Allee des Parkes stehend. Da trat aus de», Dunkel des nahen Gebüsches Graf Erdösi hinzu. Erlauben die Herren, daß ich mich in das Mittel lege. Eduard, ich fordere von Dir dic Gewährung einer Bitte, der ersten in meinem Leben, und Deine Ehrenhaftigkeit kann gegen dieselbe auch nicht das Geringste einwenden. Nenne sic. Nimm von mir Landgüter zum Geschenke, die ich um den Preis von hundert Pfund gekauft habe. lim hundert Pfund? fragte verwundert und lächelnd Lord Withmann. Um diesen Preis bekommen Sie in England kein Bauernhaus zu kaufen. ES ist eben ein Spaß, den Du mir nicht verderben darfst: bei unserer Freundschaft, sage ja. Du bist ungewöhnlich entschieden gegen mich. Du weißt, daß ich eher mir, als Dir etwas versagen kann. Wer bliebe mir auf Erden, wenn ich Dich verlöre? Also Du nimmst das Geschenk an, jene Land- wesen wäre. Oesterreich war doch anch von jeher ein katholisches Land im strengsten Sinne des Wortes, aber sogar unter Ferdinand II. bis auf Maria Theresia wurde niemand aus dem Laienstande mit dieser extravaganten Theorie behelligt, mit einziger Ausnahme der Professoren an der Wiener Universität, welche diesen Artikel speziell beschwören mußten, da ihre Anstellung und Beförderung größtentheils von den damals allmächtigen Jesuiten abhing. Als Pius IX. sich entschloß, diesen problematischen Glaubenssatz seinen katholischen Zeitgenossen aufzudringen, und dabei ganz autokratifch verfuhr, indem er, allen Kirchengesetzen zuwider, eine Sache von so ungeheurer Tragweite ganz in der Stille, bei geschlossenen Thüren, gleichsam sllu. 6g,w6iA, mit einigen Bischösen abmachte, hat er Wohl nicht bedacht, welche heikle Fragen dadurch wieder wach-gcrusen werden; Fragen, die seit den Tagen von Konstanz und Worms nicht mehr so laut im Schöße der Christenheit erklangen. Und was dabei hauvt-sächlich in Betrachtung kommt: Pius IX. ist uns die nähere Nachweisung dieser ersten, um zwanzig Jahre früher geschehenen unbefleckten Empfänguiß vollständig schuldig geblieben. Dies muß um so bedenklicher auffallen, nachdem das dic einzige Grundlage unserer Offenbarungen bildende Evangelium, welches sich über das Vorleben der Jungfrau uud noch mehr der Großmutter des Heilandes überhaupt sehr schweigsam zeigt, nicht dic entfernteste Andeutung hierüber enthält. Grund genug für die ehrwürdigen im Vatikan tagenden Konzilsvüter. diese gewagte Doktrin von neuem scharf unter die Loupe zu nehmen uud womöglich den übelverstandcnen MarienkultuS zu mäßigen, welchen Pins IX. bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund schiebt und den er mit dem heißblütigen Eifer eines proven-zalischen Troubadours betreibt, ohne zu gewahren, daß er mit solche» Ausschreitungen dem päpstlichen Ansehen bereits einen ärgeren Stoß versetzt hat, als alle seine Vorgänger, welche jemals die dreifache Krone getragen. Die Vorgänge in Paris. Zwei von den politischen Verhafteten der letzten Tage, die Herren Ulric de Fonvieltt und Henri Delonguitre, sind wieder in Freiheit gesetzt worden. Der erstere schreibt in der „Marseillaise" : „Ich bin gestern (10.) um halb 8 Uhr Abends aus Ma-zas auf eine ebenso unerklärliche Weise entlassen worden, wie ich am 8. in dem Bureau der „Marseillaise" verhaftet worden bin. Der einzige von den Unterzeichnern des Artikels, welcher den kleinen Staatsstreich herbeiführte, dem meine Freunde und gütcr nämlich, welche ich um den Preis von hundert Pfund in mein Eigenthum gebracht habe? J°- — Gut. Mllord. Sie sind Zeuge. Eduard Baron von Eichhart ist durch dieses sei» unwiderrufliches „Ja" Besitzer aller Güter uud Liegenschaften in Indien. welche ans diesem Papiere verzeichnet stehen; denn eben diese Güter und Liegenschaften habe ich um den Preis von hundert Pfund an mich gebracht, wie diese rechtsgiltige Urkunde beweist, — und der Graf reichte den beiden, über seine Förmlichkeit etwas frappirten Männern eben jenes Papier, welches Lord Lamborough im Beisein des Grasen Fow-ler und des Notars kurz vor dem Duelle unterschrieben hatte Herr Gott im Himmel! mein Schwager Lamborough hat Ihnen alle seine Besitzungen in Indien um hundert Pfund verkauft, Besitzungen ' mit einer Jahres-Rente von einer Viertelmillion? So ist es Mylord, entgegnete stolz Graf Erdösi, und diese Besitzungen gehören meinem Universitätsfreunde, dem Baron Eichhart. Der sie aber durchaus nicht annehmen wird, fiel Eichhart ein. Nicht? Nein. (Fortsetzung folgt.) ich zum Opfer fielen, befinde ich mich provisorisch auf freiem Fußc." Der „Golois" erzählt: „Unter den zahlreichen Journalisten, auf welche die Polizei in diesem Augenblicke Jagd macht, befindet sich einer unserer liebenswürdigsten und ehrenhaftesten Kollegen, Herr A. Ranc. Ranc ist zur Stunde jenseits der Grenze und in Sicherheit, und zwar verdankte er seine Rettung einem eigenthümlichen Mittel. Er ist, wie man weiß, nicht groß, wohlbeleibt und untersetzt. Um die Grenze zu passiren, verkleidete er sich als Priester, ließ sich Bart und Scheitel scheercn und spielte, ein Gebetbuch in der Hand, mit salbungs-reicher Miene ganz vortrefflich diese schwierige Rolle. An dem Tage, oa Ranc in Brüssel eintraf, meldete der Bericht, welcher dem Polizeipräfekten von der Grenze erstattet wird, daß man unter den von Paris kommenden Reisenden einen „Priester mit unzüchtiger Miene" bemerkt hätte." „Paris-Journal" berichtet über die Verhaftung von angeblichen Mitgliedern einer geheimen Gesellschaft. Zuerst fand man acht Personen versammelt und schritt zu deren Verhaftung. Dann wurde in diesem Hanse eine Art Mäusefalle angelegt, und wer zur Versammlung kam, wurde ohne weiters verhaftet; man versichert, daß auf diese Weise 40 Individuen in die Hände der Behörde gefallen sind, und daß man in den Wohnungen der Verhafteten ziemlich bedeutende Vorräthe von Waffen und Mnnition gefunden hat. Zu dcn Verhafteten zählt Her Petiot, ein bekannter Zeichner für illustrirte Blätter. Polizeipräfekt Pietri soll dcn Kaiser gebeten haben, sich durch cinige Tage nicht öffentlich zu zeigen, da seinem Leben Gefahr drohe. Ein Gleiches gelte von der Kaiserin und dem kaiserlichen Prinzen. Ollivier soll zahlreiche Drohbriefe erhalten haben. Politische Rundschau. Laibach, 17. Februar. Die „Wiener Zeitnng" vom Dienstag zeigt die Auflösung d c s P o l i z ei m i n i st e ri u m S in solgendcr Weise an: „Se. k. nnd k. Apostolische Majestät haben mit a. H. Einschließung vom 11. Februar d. I. die Ge-schäststheilung zwischen dem bisher bestandenen k. k. Ministerium für Landesverlheidignng nnd öffentliche Sicherheit und dem k. k. Ministerium des Innern in der Weise allergnädigst zu genehmigen geruht, daß die Amtswirksamkeit des ersteren in allen auf die öffentliche Sicherheit bezugnehmenden Dienstzweigen anszu-hören und an das Ministerium des Innern zu übergehen habe. Diese Geschäststheilung wird mit dem heutigen Tage in Vollzug gesetzt. Der k. k. Minister FML. Ritter v. Wagner hat die Leitung des Ministeriums für Landesvertheidigung übernommen." Graf Bcnst soll vor kurzem au den Botschafter Grafen Tr a u t m a n n s d or^f eine Instruktion bezüglich der Annahme des «illabus gerichtet und in diesem Schriftstücke sich darauf beschränkt haben, die Widersprüche hervorzuheben, die zwischen dem Sillabus und den in der österreichisch-ungarischen Monarchie geltenden Staatögruudgc-setzen bestehen. Die Instruktion soll an die bekannte, im letzten Rothbuch veröffentlichte Julinote des Grasen Neust anknüpfen und mit der Erklärung schließen, daß die Regierung des Kaisers niemals sich zur Anerkennung des SillabuS in Oesterreich würde verstehen können. Der ungarische Ministerpräsident Gras A n-drassy ist in Wien angekommen, wo ihn Fi-nanzminister Louyay abwartet, um die Provinz i a l i s i r u n g eines Th eil cs der Mi-litärgrenze zu realisiren. Der Finanzminister Brestcl ist bekanntlich der Meinung, daß nicht nur die Quote Ungarns für die gemeinsamen Lasten in dem Verhältnisse crhöht werden muß, in welchem die Länder der ungarischen Krone durch die Einverleibung der Militärgrenz-Distrikte an Bevölkerung und Areale einen Zuwachs erhallen, sondern auch demgemäß der Jahresbeitrag zu den Zinsen der Staatsschuld vermehrt werden müsse. Die Ungarn aber berufen sich auf tz l. des Ausglcichsge-setzes, daß vom 1. Jänner 1868 an die Lander der ungarischen Krone zur Deckung der Zinsen der bisherigen Staatsschuld einen keiner weiteren Verän-dernng mehr unterligenden Jahresbeitrag von 20,088.000 Gulden (davon 11,776.000 in Silber) zu leisten haben. Der Z 5 erwähnt ferner ausdrücklich, daß der Zinfenantheil, welcher Ungarn für die 100 Millionen Salinenscheine zur Last sällt, in der im 8 1 bezifferten, dauernd und unveränderlich festgestellten Summe enthalten sei. Sowie in Betreff der Quote eine Erhöhung derselben, wenn die Militärgrenzc der Zivilvccwaltung Kroatiens oder Ungarns übergeben wird, beim Abschluß des Vergleiches Vorbehalten worden, ebenso ausdrücklich sei jede Veränderung in Betreff des Staalsschul-deu-BeitrageS in vorhinein ausgeschlossen. Im ..Pokrok" empfiehl! ein Land Priester dcn zisleilhauischeu Bischöfen, sich in Rom für die Aufhebung des Konkordates zu verwenden. Alle Konkordate der letzten drei Jahrhunderte seien von einem eigen.» Fluche verfolgt. Im norddeutschen Reichstage wurden wie im vorigen Jahre Simjon zum Präsidenten, der Herzog von Ujest und Bennigsen zu Vizepräsidenten gewählt. Das Bundesbndget sür 1871 wird noch in dieser Woche eingebracht werden. Außerdem wird der Reichstag noch andere nicht unwichtige Gesetze, ein Strafgesetz, über Schutz des Autorrechtes u. s. w. zu berathen haben. Man hosst, daß der Reichstag seine 'Arbeiten bis Ostern (17. April) beendigt haben werde. Die Session des Zollparlaments wird sich vermnthlich gleich nach Ostern (20. April) der RcichstagSsession anschlicßen und etwa 14 Tage dauern. Nachrichten aus München zusolgc hat der König die Adresse des Abgeordnetenhauses angenommen nnd in Folge dessen Ministerpräsident Hohenlohe seine Entlassung cingereicht. Der König weigert sich, dieselbe anzunehmen, Hohenlohe jedoch bc-harrt daraus. Prinz Lnilpold soll dem Könige ein Memoire über die Gefahren der Situation überreicht haben, erreichte damit jedoch nicht den beabsichtigten Zweck, sondern zog sich nur dcn Unwillen des Königes zu. In der Vcrschwöruugs-Angelegcnhcit haben in Paris vorgestern ncnerlichc Verhaftungen im Fan-bourg St. Antoine und im Quartier de l'ecolc me-dicine stattgcsundcn. Die „Patnc" erklär: gegenüber den Gerüchten vou einer A rm e e r e d u kl i o n in Frankreich um 10.000 Mann: Das Gesammlministcrinm erkennt an, angesichlS der inneren und äußeren Situation sei cs unmöglich, die Dcscnsiv-krästc zu vermindern, ohne die Unabhängigkeit des Landes nnd die -Sicherheit desselben zu compioniittiren. Zux Tagesgeschichte. — Ueber den letzten Hofball wird der „Bo-hemia" aus Wien folgendes berichtet: Der Kaiser richtete in erster Reihe sein Augenmerk auf die Mitglieder der Legislativen. So sprach er denn zuerst mit dem Präsidenten von Kaiserseld und Herrn von Hopfen, und zwar längere Zeit, und redete dann noch viele andere Abgeordnete an, von denan besonders Herr Rechbaner das Interesse des Monarchen längere Zeit zu fesseln schien. Von einer Tendenz, wie man sie dieser Konversation beilegen wollte, kann keine Rede sein, denn Se. Majestät schien absichtlich Mitglieder aller Parteischattirnugen gleichmäßig auszusuchen und richtete seine Worte an jeden, dem er auf seinem Rundgange eben begeguete und den er erkannte. — Reichskanzler v. Beust ist seit mehreren Tagen unwohl. Jnsbesonders ist ihm, wie die „Wiener Abendpost" meldet, „zunächst das Sprechen, welches ihm speziell schwer sällt, ernstlich untersagt." — Durch einen Ministerialerlaß vom 20. Jän-uer wurde nach dem Vorgänge in den anderen Ländern die baldige Schließung auch der in den Nonnen- klöstern zu Triest und und Görz bestehenden Lehrerin-nen-Bildnngsanstalten als öffentlicher Institute ange ordnet. Gleichzeitig wurden die erforderlichen Verhand lungen eingeleitet, um gemeinschaftlich für die Länder Triest fammt Gebiet, Görz, Gradisca und Istrien eine staatliche L e h rer in n en - Bildn ng s an st a l t im Sinne der neuen Gesetze wo Möglich schon mit dem Beginne des nächsten Schuljahres aktiviren zu können. — Die strik enden Setzer in Pest versuchen Ansgleichsverhandluugeu anzubahnen. — Erbrechung einer Wertheim-Wiese'schen Kasse. In Triest wurde eine Kasse der alten Firma Wertheim und Wiese im Handlungs-Hanfe Venezian, vermuthlich mit Anwendung einer Hanfballenpresse, gewaltsam erbrochen und sind aus derselben 8000 Gulden entwendet worden. — Wie aus Temesvar unterm 14. telegrafisch gemeldet wird, war die Verbindung mit Bazias seit vorgestern abgeschnitten; zwischen Werschetz und Bazias wüthete ein Schnee-Orkan, der fünf Schuh hohen Schnee brachte. Der stärkste Schneepflug entgleiste; es war ein förmliches Fänomen. — In Detta, 3 bis 4 Stunden von Werschetz entsernt, herrschte Windstille bei 5 Grad Wärme, während in Werschetz bei 10 Grad Kälte der Schneestnrm wüthete. — Vor einigen Tagen schickte ein Esseger Bäcker seinen Lehrling, einen 11jährigen Knaben, bei einer Kälte von 17 Grad mit einem Korb voll Gebäck zu Fuße und in äußerst mangelhafter Bekleidung nach Bekye. Der arme Junge verkaufte dort seinen Gebäcksvorrath und trat dann mit dem Erlöse sofort den Rückweg an; hier aber übermannte ihn die grimmige Kälte, denn man fand ihn am Rande des Straßendammes zusammengekauert, die kleine Barschaft fest an sich gedrückt, im Schnee erfroren. — In Maros-Vasarhely wurde in der Nacht am 6. d. M. ein Schuhmacher-gefelle aus einem Wirlhshanse hinausgeworfen. Der „Hinausgegangene" wurde am anderen Morgen erfroren aufgefunden. — Aus der Schütt schreibt man der „Preßb. Ztg.": Letzten Montag, als sich bei Nya-roöd der Eisstoß kanm noch zusammengeschoben hatte, kam ein Zigenner zum Ufer und nahm, trotz aller Warnungen, seinen Weg über den Stoß. Als er auf der Oberfläche des Eises so dahinschritt, brach er plötzlich an einer Stelle bis zum Halse ein. Der Zigeuner fing an, aus Leibeskräften um Hilfe zu schreien. Man warf ihm ein herbeigeholtes Seil, an welchem eine Schlinge angebracht war, vom Ufer aus zu, und er wand dieselbe in der größten Hast um den Hals. Als man ihn jedoch bis ans Ufer gebracht hatte, war der Arme durch die Schlinge bereits erwürgt. — Kaiser Napoleon hat sich am 14. d. in Begleitung von drei Ordonnanzoffizieren nach dem „Hotel Bristol" begeben, um Sr. kaiserl. Hoheit dem Herrn Erzherzog Albrecht einen Besuch abzustatten. — Die Voruntersuchung in der Affaire des Prinzen Bonaparle ist beendigt. Sonnabend wird wahrscheinlich das Urtheil gefällt. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Die Stadl Laibach) hat nach dem bisherigen Ergebnisse der heurigen Volkszählung 2!;.032 Einwohner, daher sich im Enlgegenhaltc zu der im Jahre 1857 konskribirten Zahl von 20.747 Seelen ein Zuwachs von 2285 ergibt. Obige Bevölkerung vertheilt sich auf die einzelnen Stadllheile folgendermaßen: Stadt 8182, St. Petersvorsladl 3915, Polanavor-stadt2703, Kapuzinervorstadt 3335, Gradischavorstadt 1611, Krakanvorstadt 935, Tirnauvorstadt 838, Karl-städlervorstadt 598, Hühnerdorf 564, Moorgrund 351. In der Ziffer von 23.032 sind nur die hier Domizili-renden begriffen, und es wurden in dieselbe weder das hier befindliche Militär, noch die nach Laibach zuständigen, jedoch zeitweilig anderorts sich aufhallenden Angehörigen der Stadt Laibach einbezogen. — (Unsere Reichsräthe.) In Abgeord-netenkreifen ist das Gerücht verbreitet, die slovenischen Abgeordneten hätten, falls der Antrag des Freiherr« v. Petrino nicht an den Ausschuß zur Borberathung der galizischen Resolution verwiesen werden sollte, dir bestimmte Absicht, dem Beispiele der tiroler Herren Giovanelli, Greuter u. s. f. zu folgen und den Reichstag zu verlassen. Ob sich diesem Schritte auch noch andere Abgeordnete, etwa die beiden Triester nnd die aus dem südlichen Steierniark anschließen werden, darüber lauten die Nachrichten verschieden. — (Die Entsernung der Schueemasseu) aus unserer Stadt wurde in wahrhaft anerkennens-werther Weise rasch vorgenommen, was um sv löblicher erscheint, als die Schlieefälle sich Heuer so oft und ausgiebig wiederholen. Stets bereit, allen Uebel-ständen 'cntgeg-iizutreten, erachten wir cs als unsere Pflicht, auch alles anerkennenswerthe hervorznheben. — (Vom Zug überfahren.) Gestern Abends wurde ein Militarist von einem Eisenbahnzuge in der Nähe der Lattcrmannsallee überfahren und wurde von der Lokomotive eine Strecke weit geschleift. Der Zug gab die Nothsignale und hielt an. Der Unglückliche wurde ins Militärspital gebracht, woselbst er bald verschied. Eigene Unvorsichtigkeit trägt Schuld am Unglücke. — (Wirthshausrauserci.) Gestern 'Nachts fand eine arge Schlägerei in einem Wirthshause zwischen Zivil und Militär statt, wobei mehrfache Verwundungen stattgefuuden haben. Zwei der Verwundeten suchten noch in der Nacht Hilfe im Zivilfpitale. Der eine hat eine glücklicherweise nicht tiefgehende Kopfwunde, der andere jedoch ist schwer verwundet, er hat einen Hieb mit einem Faschinmesser, welcher den Kopfknochen durchspaltete. Es scheint, daß Liebeöhändel, unterstützt von dem nöthigen Grade von Trunkenheit, zu so argen Exzessen geführt haben. — (An die beiden deutschen gelehrten Theologen Döllinger uud Micheliö), dereu bisher veröffentlichte Flugschriften gegen die Unfehlbarkeit des Papstes von der ganzen gebildeten katholischen Welt mit den lebhaftesten Simpathien begrüßt wurden, richtet „Danica" eine strenge Strafpredigt, ans der wir nur einige Kraftstelleu hervorheben wollen: „Diese deutschen „Kandelabers" also wollen mit aller Gewalt die versammelteu Väter in Rom mit dem Lichte der deutschen Wissenschaft erleuchten? Sollten dies etwa die „Luziferö" fein, welche den Schemmel ihrer Weisheit über die Sterne stellen und den heiligen Geist meistern wollen, der durch das allgemeine Konzil feine Aussprüche kund gibt? Wartet ein bischen! Döllinger besitzt ein mittelmäßiges Wissen, gepaart mit viel Eitelkeit. Diesem „Leuchter" haben einige „Lampions" eine Belobungsadresse zugesendet. Der „Leuchter" Micheliö zeigt in seinem Raisonne-ment weder Logik, noch Geschichtskenntniß, noch guten Geschmack. Auch einige Prager Universilätsprofcssorcn haben der Adresse an Döllinger zugestimmt. „Loisu-tiil iiittut« „die Wissenschaft blüht auf" dieser Spruch ist wohl eiue unumstößliche Wahrheit." — (Unglück.) Aus Bresuo bei Römerbad Tüfser wird uns unterm 15. d. M. berichtet, daß am 12. d.M. bei der Gewerksbahu eiu mit Buchenstangeln beladener Wageu sich loskuppelte und mit Blitzesschnelle den Abhang hinunter- und unglück-^ licherweise an einen Zug ausuhr. Zugssührer Peter, Wolker rettete zwar durch seine Geistesgegenwart die übrigen, wurde aber selbst zerschmettert. ! >— (Ein Slovenen-Ball.) Der „Linzerr Tagespost" wird aus Stadt Steier in Oberösterreich ^ 13. Februar geschrieben: Am vergangenen Samstage! wurde ein Gesellschaftsball unter den hier in Arbeit i stehenden oder sonst hier domizilirenden Slowenen abgehalten. Bon den geladenen Deutschen hielt Herr Färbermeister Viertlmayr eine mit zündendem Beifalle begleitete Ansprache, in welchcr er betonte, daß Slaven und Deutsche in kleinen Zirkeln sich gut und brüderlich vertragen, daher cs nur zn wünschen wäre, daß cs in der Nationalitätenfrage so sein möchte, einer für alle, alle für einen, ohne Unterschied der Nation, des Ranges und Standes. Ansgebrachte „Hoch's" aus Se. Majestät den Kaiser, aus die Gebrüder Werndl, auf die Vereinigung der Völkerschaften ?c. wurden mit stürmischem, Applaus ausgenommen. Ueberhanpt war die Stimmung während des ganzen BalleS, welcher zu den schönsten dieser Saison zählt, eine sehr animirte. — (Karl Vogt über die Nationalitätenfrage.) Der berühmte Naturforscher und An-thropolog schloß seinen vierten in Graz gehaltenen Vortrag mit folgenden Bemerkungen, die wir den nationalen Schwärmern zum eingehenden Studium empfehlen würden: Die Einwanderung in Europa hat ihre Spuren deutlich in jenen: Völkergebräne hinter-terlassen, das man jetzt „Europäer" nennt. Noch heute finden sich unverkennbar Reste mongolischer Abstammung in Württemberg, in Frankreich und in der Schweiz. Nicht unvermischten Blutes ist die Bevölkerung Europa's; ja es gibt in ganz Europa nicht einen einzigen Menschenschädel, der nicht die Spuren der verschiedenartigsten Raßen an sich trüge. Ein Hexenkessel, stehen wir da, in welchem alles aus Süd, Nord, Ost uud West zusammengerührt worden ist uud — da will man heutigen Tages allen Ernstes von Scheidungen nach Nationalitäten prositiren?! Witterung. Laibach, 17. Februar. , Geschlossene Wolkendecke. Wolkenzug aus SW Thau-wetter. Wärme: Morgens 6 Uhr - 1.8"; Nachmittags 2 Uhr -j- 1.5° (1869 10.8", 1868 -j- 3.3"). Barometer im steigen 326.69"'. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 0.5", um 0.7° über dem Normale. Der gestrige Niederschlag 0.22."' Angekommeue Fremde. Am 16. Februar. Oblak, Kooperator, Altenmarkt. — Cazafara, Privat, Triest. Eppich, Handelsm, Weißenfels. — Neu-meyr, Kfm., München. — Knntara, Handelsm., Agram, — Locarovic, Besitzer, Triest, verstorbene. Den 16. Februar. Dein Herrn Franz Einicher, k. k. Beamter, seine Gattin Maria, alt 72 Jahre, in der Äapu-ziuervorstadt Sir. 56 an der Brustwassersucht. — Dem Herrn Georg Fleischmauu, Musiklehrer, sein Kind Maria, alt 11 Wochen, in der Stadt Nr. 259 an der Lungenentzündung. — Fra» Franziska Pleschko, bürgl. Holzwaarenhändlers-und HanSbesitzerSwitwe, all 69 Jahre, in der Stavt Nr. 311 an den Folgen des Schlagflusses. tuts und noch mehr, gleichsam besiegelt werde, daß Herr Supan mit Recht sagen werde können: axrW moi le äolnAs! Herr Valentin C. Supan gibt als Hauptgrund der nicht abgehaltenen,^ auch nicht abgesagten Sitzung behufs Feststellung neuer Statuten an, daß er plötzlich nach Wien berufen wurde, uud daß er mit Vergnügen Folge leistete. Es ist wohl zu begreife», daß die Berufung dem Herrn Supan viel Freude machte, nicht aber, was denselben eigentlich veranlassen konnte, so geharnischt ins Zeng zu gehen, als wenn die Direktion nur e„i,ig nnd allein in seiner Person l bestünde, nnd was seinem Schmerz solchen Ausdruck verlei-' hen konnte, 150 Mitgliedern, welche bisher in schönster „Harmonie" lebten, gleichsam den Stuhl vor die Thnre zu stellen. Hat denn der Herr Direktor Valentin C. Supan gar keine Furcht vor päpstlichen Kanones! Ist er wirklich total siin-denfrei? Also sachte, lieber Herr Direktor, und vergessen Sie nicht, daß wir „Mehrere" zahlende, langjährig zahlende, sogar seit Gründung des Instituts zahlende Mitglieder sind, und da wir also Lasten haben, auch unsere Rechte nicht verkürzen lassen wollen. Wir glauben, Herr Direktor V. C Snpan hat eigentlich mit dem „Eingejendet" die gute Gelegenheit ergreifen wollen, Reklame für seine angegebene Berufung nach Wien zur Besprechung „höchst wichtiger Angelegenheiten" zu machen. S!nr einen Punkt betrachten wir nicht als Spaß, uud das ist der perfide Anwurf, daß wir „absichtliche Parteilichkeiten und Jntrignen spinnen, einen Anwurf, deu wir dem Herru Valentin C. Supan, Direktor des Haudlungskraukeninstitutes u. s. w. im vollsten Maße zurückgebeu. 1?ini8 sst! Laibach, 17. Februar 1870. Mehrere Mitglieder des Handlungs-krankcn-Jnstitutcs. Ab;« lösen ist Sin iu einer sehr belebten Straße, wegen Abreise sogleich. Näheres im Komptoir dieses Blattes. (65—1) GeschWzeituilg. (TtlMislaucr Lose.) Bei der vorgestrigen Ziehung fiel der Haupttreffer mir 8000 fl. auf 'Nummer L77V, ferner gewinnen je 500 fl. Nummer 11136 und 15375; weiters gewinnen je 100 ft. die Nnnimeru 827 4850 6383 15862 16147 23987 und 24945 ; endlich gewinnen je 25 ft. nachstehende Nummern: 1650 2043 2089 2578 2718 2757 4219 4711 4902 5963 6374 6409 6872 7168 7530 7803 78908731 1072910805 11!'79 12096 13009 13469 14113 14849 15070 15475 16095 17384 18561 19010 19444 19455 19712 22145 22989 23437 24346 uud 24971. Limitation. Am 24. Februar l. I. werden in der Papierfabrik bei Ratsckach nächst Steinbrück verschiedene Fahrnisse, darunter einige Kutschen, seilgeboten werden. (67) Epileptische Krämpfe (Fallsucht) (16-34- "VM heilt brieflich der Spezialarzt sür Epilepsie Doktor O. i» Berlin, Mittel- straße 6. — Bereits über Hundert geheilt. "VW Wiener Börse vom 16. Februar. StakrLsL'oQäs. Geld Ware äperc. ».sterr. Wabr. . dto. Ren-e, öst.'.(", 60.75 dto. dro. vH.in Silb. 70..') 70.6< Lose von i . . . ;:o.— !'.)25 Lose von 1860, gan'e '.'6 90 97.- Lose von 1800, Fünft. 103.— 103.50 Prämiensch. v. 1864 . 121.80 122.— 6 rvlnü ontl. - O k L. Steiermark ;u5pCt. 92.50 93.50 ttärnten, Kram u. Küstenland 5 „ 86.— 91.— Ungern . . zu 5 „ 78.75 79.9^ Üroat. u. olav.5 „ 5-1.— Siebenbürg. „ 5 „ 75.50 76.- Stationalban! . . . 723.— 725.— Creditanstalt . - . 206.10 '^66.3u N. ö. Escoulpte Ges. 950.— !'55.— Anglo-öfterr. Bank . Oest. BodencreL.-A. . 331.50 332.- 309.— 311.— Gedenktafel über die am 18. Februar 1870 slattsiiideuden Lizitationen. 3. Feilb., Anton Eesko'sche Real., Reber, BG. Egg. — 3. Feilb., Kalister'fche Real., Slavina, BG. Adelsberg. — 3. Feilb., Mersuik'sche Real., Smerje, BG. Feislriz. — l. Feilb., Mnhic'sche Real., Schaufel, 1936 ft., BG. Teisenberg. — 3. Feilb., Fiuk'sche Real., Kreuz, BG. Neumarktl. Theater. Heute: Undine, große romantische Oper in 4 Akten. Morgen: Mathilde, Schauspiel in 4 Akten Schlußwort! Ein Kriininalverbrechen wurde begangen! Mehrere Mitglieder des Handlnngekrankeil-VercinS haben das väterliche Herz des Herrn Valentin C. Supan, Direktor des erwähnten Vereins re. ic, dureb die öffentliche Er- -------^ ^ < innernng, es mögen ans geeignetem Wege die Mitglieder! U-rüdwig-L^' rechtzeitig verfläudigr werden, wenn auberanmte Versa»,»,-lnngen nicht abgchalten werden, so sehr gekränkt, daß sich derselbe veranlaß! fand, seinem gepreßten, verkannten Herzen dnrci^ein „Eingeje.idet" iu der „Laibacher Zeitung" vom 16. Februar Erleichterung zn verschaffen Es stehet dem Lande Kraiu und insbesondere der Stadt Laibach großes Unglück bevor, und deshalb ist es die Pflicht eiueü jei.en Patrioten nnd „vernünftigen" Menschen, mit aller Aufopfernug diesem Unglücke vvrzubengcn. Herr Valentin C. Snpan drohet am Schlaffe seines herzbrechenden „Eingejendet," die Stelle als Direktor uieder-znlegen. Jedes Mitglied des HandlnngS Kranken Vereines wird die Unersetzlichkeit dieses ManneS fühlen und mit Schänder erkennen, wie mit Lessen Abgang der Untergang des Jnsti- Ocst Hypolh.-«ank „„ Stek-. E-compr.-Bk. s>s.—:5».- > 101.— u sig>, «ais. sserd.-Siordb. SiWbayn-G'ielllch. Larl-Ludwig-! Siebend. Cisenoahn ____________ Kais. Franz-^osefsb.. 185.75 i Mnfk.-Barcier E.-B. 179.50 ) Msöld-Fium. Bahn .171.75 1 r»ka.nävr1sto. Nation, ö.W. verloSb. 93.10 llng. Bod.-Creditanst. 90.50 llllg.öst.Bod.-Credit. 107.50 1 dto. m33I.rückz. 89.50 91.- Geld ^est. Hypoth.^Bank . 98.— , -'rlsrltLLs-ObllA. 5 Südb. Ges. zu500Fr. dto. Bons6pCt. 0 Nordb. (100 fl. CM.) Qieb.-B.(200N.ö.W.) :ttudolfSb.(30<»fl.ö.W.) Franz-Jos. (200 fl.S.) 121.50 24«.5<> 92.— , 90.-1 9i.90 93.50 ' Credit 100 fl. ö. W. . Doii.-DamPlsS.-Gei. zu lvo sl. CM. . . Ester Ivo fl. CB!. . .dto. so fl. ö. W. . O fener . / > fl. ü. W. Salm . ,, 40 ,, "Palsfy . „ 40 „ ClaN) . „ 40 „ St. GenoiS 40 „ ?)indisü'gr^tz 20 ^ Waldftern . 20 „ Keglevick . io „ ^ Nudolfsstift lOö.W. 162.— 1''4.— 3».50i 36.-! 20.^0 22.- 1....0 15.50 wsoksvl (Z Mon.) AugSb.iooN.fiidd.W. Franks. loott. „ „ London 10 !vf. Stl.,1. Paris 100 Francs . 103.30 103.40 124.— 49.25 SLürrrsn. Kaik. Mün^-Ducaten. 20-FcancSstück. . . Der^nsthcrlcr . . . Silber . . 5.82» 9.89» 1.83 121.50 Ware 99.— 92.25 90.30 93.75 100.— 126.— 63.— 31.— 41.— 31.— 37.— 21.— 22.50 18.50 16.— 49.30 5.83» 9.90 1.8S» Berleg-r und M vie Redaktion verantwortlich -. Olr 0 mar Bamberg. Telegrafischer Wechselkurs vom 17. Februar. 5perz. Reute österr. Pap.er 60.55. — 5perz. Reute österr. Silber 70.40. — 1860er Staatsanlehen 96 4V. — Bankaktien 722. — Kreditaktien 263.30. London 12410. Silber 12135. - K. k. Dukaten 5.82'/, Druck vou Jgn. v. Kleinmavr L Fek>. Uawberg in Laibach