NR". KOl. KGL«. Mitgefühl bei dem Begräbnisse des hoffnungsvollen Jünglings Mto Pauker. <^»/orch! scbon wieder künden düli're Klänge Einis Erdenpilgers Heimgang an. Und umringt von der Genossen Menge, Ziehet man mit ihm die letzte Vahn. Einen Jüngling traf erneut das Loos, Früh zu sinken in des Grades Schoos,! Ja. ein Jüngling, welcker all' den Seinen Wohl verdient so lieb und theuer war. Den so Viele schmerzlich nun beweinen. Nietet uns dieß trübe Gckauspiel dar- Ihn erwählte sich 0es Höchsten Schlus;. H)em, was er erschuf, sich fügen musi; Der dem Einen schon im Lenz des Lebens. Jenem erst im Winter setzt sein Ziel; Gegen den der schwache Mensch vergebens Kämpft, vergebens ihm entrinnen will; Der, als unumschränkter Herr der Welt — Leben >nbt und nimmt, wie 's ihm gefällt! — Wahrlich! es sind jammervolle Stunden, Wenn uns icbwindet. was wir treu gepflegt; O glaudet, das, dieß unnennbare Wunden, Die der Trennung bitl'rer Schmerz uns schlägt — Glücklich, wem des Christen-Glaubens Gut Da erneuert den gcbroch'nen Muth! Dieser Glaube, welcher all' die Lieben Unserm tiefgebeugten, müden Geist Unverloren, seliger, dort drüben. Und den Augenblick uns einstens weis't. Wo des Sckm>'rzes Thräne sich verklärt, Und das Leid uns Seligkeit gewährt- Freunde, stützt auck Ihr in cu'rer Trauer. Glühet Euch auf diese» festen Stab! Seine Kräfte mildern alle Schauer, Und erhellen fieundlick selbst das Grab; Es wird Euch zum stillen Heiligthum. Wandelt stch zum sichern Hafen um. Wo. vor jedem Mißgeschick geborgen, Das in dieser schwülen Gegenwart Uns so vielfach drückt — ein schön'rer Morgen Uns'rer theuern hinaeschied'nen harrt; Wo. zum liciitern Tage sie erwacht, Freubig preisen Gottes Huld und Macht. Arme Mutter! deren Tbränen fließen, Deren Vrust der Schmerz so tief zerriß, O bedenke, wenn sie ssch eraiesien. Weil Dein Otto Dick so früh verließ: Nickt für immerdar ist es geschih'n, Auf die Trennung folgt ja Wiederseh'n! O gewiß! nickt bloß für dieses Leben. Das !'o schnell im Staube sich verliert, Hast du ihm dereinst das Seyn geqrbcn. Das von diesjseits hin zum Jenseits führt — Nein! der Enkel. Neffe. Bruder. Sohn, Lebt Euch Allen fort vor Gottes Thron! Und der Hoffnung, wie der Liebe Bande, Einen nock in Hinkunft Euch und ihn. Werden höher noch zum Heimat lande Lenken Euer Ttreben, Euern Sinn, Wo die fromme Thräne sich verklärt. Himmelelust für Erdenleid gewährt. — Bemerkung über einige unrichtige Ansichten von der Vionenzucht. Von Georg Ionkc, judil. Pfarrer. ^»nf die, auf meine in diesen Blattern Nr. 18 und 19 d. I. veiöffentlichte Widerlegung einiger Unrichtigkeiten des, vom Herrn Dier; on , katholischen Pfarrers zu Carlsmarkt in Schlesien, durch die vereinigten Frauendorfer Zeirungsblat-ter kund gemachten Bienenglaubensbekenntnisses, in Nr. 30 der erwähnten Frauendorfer Zeitung erfolgte Erwiederung, finde ich mich veranlaßt, abermals Folgendes bemerken zu müssen , und zwar, ob ich schon den Hrn. Pfarrer, aus seinen vielfaltigen, in mehreren Zeitungen mitgetheilten Behandlungsmethoden der Bienen zu schließen, als einen sehr erfahrenen Bienenzüchter und eifrigen Beförderer der Bienenzucht verehre, so kann ich mit seinen dießfälligen Ansichten doch nicht ganz übereinstimmen, was er mir hoffentlich auch um so weniger verargen wird, als es sich zwischen uns überhaupt bloß von einigen bisher noch obwaltenden Geheimnissen von den Geschlechtsgattungcn der Bienen, von der Befruchrungsarr der Königinen und von der Fortpflanzung des verschiedenen Bienenvolkes handelt. Ich muß also über seine dießfällige Erwiederung abermals bemerken, daß ich mir dadurch gar nicht widerspreche, wenn ich sage, daß die in den drohnenlosen Monaten Jänner, Februar oder März, wo natürlicher Weise gar keine Drohne enstirr, gebornen Königinen doch jederzeit fruchtbar sind und echte Brüt erzeugen können, ohne sich vorher mit 402 einer Drohne zu begatte»; welcher Fall sich auf meinem Bienenstände erst im Februar dieses vergangenen Frühjahrs bei zwei Stöcken erbeben hat. Von der Wahrheil dessen kann sich auch jeder Bienenzüchter dadurch überzeugen, wenn er von einein mit echter Brüt versehenen Srocke einen Ableger macht, oder wenn er in diesen Monaten die Königin aus ihrem Stocke entfernt und die Bienen aus der, vorhandenen gemeinen Bienenbrut wieder eine neue Bienenmucrer erzeugen läßt. Uebrigens habe ich in meiner Widerlegung von der allfälligen Befruchtung der Königin durch die Ausdünstung des mannlichen Zeugungsstoffes von den so vielen Drohnen nur bemerkt, das; manche Bienenzüchter dadurch auf die>'en Gedanken verfallen sind, weil sie sich das Daseyn einer so großen Menge von Drohnen nicht anders erklären können. Ich behaupte also diese Meinung nichr als eine von mir encdeckre Wahrheil. Nachdem es aber, wie es allgemein bekannt ist, unrer allen lebenden Wesen zwei Geschlechter gibt, so muß es auch unbestreitbar unter den Bienen zwei verschiedene Ge-schlechcsgatctnngen geben, wodurch die Fortpflanzung dersel-ben geschieht. Die Drohnen halt man allgemein für die Männchen, was sie auch wirklich seyn müssen, weil sie selbst keine Brur erzeugen können und sonst keine andere Bestimmung zu haben scheinen. Die Königin und die Arbeitsbienen.hingegen sind die Weibchen, weil ausaUen Eiern, woraus die Arbeitsbienen entstehen, auch Königinen ausgebrütet, werden können, sobald sich die Bienen solche verschaffen wollen. Es gibt also unter den drei Gattungen der Bienen, so wie bei allen andern Geschöpfen, auch nur zwei Geschlecht «r, nämlich das männliche und das weibliche. Die Arbeitsbienen betrachtet man allegemein als geschlechtslose Wesen; denn, ob sie schon ursprünglich alle des weiblichen Geschlechtes sind, weil die Königinen oder Bie-nemnütter aus der nämlicheil Brüt, wie sie, entstehen, >o sind sie nach ihrer vollendeten Ausbildung doch nicht fähig, ihr Geschlecht fortzupflanzen, sondern sie müssen dieses Geschäft und diese Ehre nur ihrer Königin überlassen. Da nun ohne voraus gegangene Begattung nach den Naturgesetzen keine Erzeugung möglich ist, so ist es auch ganz natürlich, daß die Königin als weibliches und zur Fortpflanzung des Bienenvolkes bestimmtes Wesen durch das männliche Geschlecht auf was immer für eine Art befruchtet werden musi. Nur ist es mir unerklärbar, warum die Be-fruchtnng der Königinen blos; außer dem Stocke geschehen sollte, und warum diese königlichen Töchter ihre für sie bestimmt seyn sollenden Bräutigame nur in der ^ufr einzeln aufsuchen müßten, wo sie solche in ihren Stöcken doch aus mehreren Tausenden frei wählen könnten? Weil aber die in den drohnenlosen Monaten gebornen Mutterbienen doch ohne eine vorher geschehene mittelbare Begattung erwiesenermaßen auch fruchtbar sind, so kann man sich dieses nicht anders erklären, als daß sie vielleicht auf mehrere Generationen befruchtet werden, und ihre Fruchtbarkeit von ihren Müttern oder Großmüttern erhalten müssen; folglich bleibt nur die Befruchtung der Königinen noch imrrter ein Geheimniß der Natur, weil ich bei meiner mehr als vierzigjährigen Beobachtung noch nie so glücklich war, mich von einer actuellen Begattung derselben zu überzeugen. - Wenn es nun naturgemäß ist und auch wirklich nicht anders seyn kaun, daß keine Königin ohne vorher erfolgte Begattung fruchtbar werden nnd Mutter seyn kann, so ist auch die Behauptung meines Herrn Opponenten nichtgrund-hältig, daß mancher flügellahme oder sonst nnvollkommene Weisel, der wegen eines organischen Fehlers seinen Stock nicht verlassen und Ausflüge zu seiner vermeintlichen, in der freien 3uft geschehen sollenden Befruchtung inachen kam,, doch die Fähigkeit erlangt, Drohnenbrnr zn erzeugen; denn ohne geschehener Befruchtung kann auch keine Drohnenerzeugung Statt finden. Wenn auch manche Hühner oder Tauben ohne frühere Begattung Eier zu legen pflegen, so können sie doch keine Jungen daraus brüten. (Zcl, luß fulgt.) Die krähende Uhr. Nach einer wahren Veaedenheit, von M. G. Herbert. Im Gasthause »zum goldenen Karpfen" in der kleinen Reichsstadt ^ saß einst noch spät in der Nacht eine Gesellschaft heiterer Zecher beisammen. Ihr Aeußeres hatte ganz jenes halb gehäbige, hald derbe Sichgehenlassen, welche die Bürger kleiner Städte bezeichner, und wirklich gehörten die sparen Gäste dem ehrsame» Handiverkerstande, und zwar der Bäckerzunft an. Es galr den „Einstand" eines neu gewordenen Meisters, und man hatte zu dieser unumgänglich nothwendigen Einweihung den »goldenen Karpfen" als das beliebteste und netteste Stelldichein auserlesen. In der'That auch hatte die Gaststube etwas so einladend Heimliches, daß die Ortswahl der Tafelrunde vollkommen gerechtfertigt erschien. Der Wirth, ein noch junger Mann, den man herablassend zur Theilnahme an dem Gelage genöthigt, hatte, »mit dem Zeitgeiste fortschreitend," seine Gastgemächer mit viel Geschmack, ja, nach den Begriffen einer kleinen Stadt, mit 3u-rus ausgestattet; Spiegel, Kleiderhaken, Stichle nnd Tische — Alles wich sehr bedeutend von der alcerthnmlichen Schwerfälligkeit jener Mobilien ab, die noch ein Jahr früher, bei Lebzeiten des alten »Karpfenwirrbes,'' Parade gemacht. Um so mehr siel an einer Wand, dem Versammlungstische gegenüber, eine alce, unförmige Wanduhr in's Ange. Das Schnitzwerk daran, ehemals wohl reich vergolder, war brau» und schmutzig geworden, und contrastirre desto greller mit der hellgrün bemalten Wand des Zimmers. Oben auf der Spitze des Uhrungechüms thronte ein Hahn, dessen schreiend-roth bepinselter Kamin sich bei jedem Scundenschlage herausfordernd hob, wäbrend aus der Kehle desselben ein lang anhaltendes, täuschend nachgeahmtes Krähen ercönre. Es war eben Mitternacht geworden, und der Hahnenschrei ließ nch so vernehmlich hören, daß der Präses der Zechgesellschafr in einer eifrigen Auseinandersetzung unterbrochen wurde. 403 »Sagt mir doch, Herr Boldinger," wandte sich nun dieser fragend an den Wirth, »warum Ihr mitten unter Eurem hübschen, neumodischen Hausgeräthe dieses Uhr-Monstrum leidet, das schon lange verdient hätte, in die Rumpelkammer zu wandern?" »Lieber Herr," enrgegnete der Angeredete, »diese alte, unmodische Uhr ist mir eine werthe Reliquie, noch vom Großvater ber ererbt, und, noch mehr, als dieß, ein Mahnzei-chen an ein Familienereigniß, dessen gräßlicher Ausgang ebm nur durch den krähenden Hahn verhindert wurde." Ei, wie so?" riefen nun Alle zusammen — »erzahlt doch He"' Wirth,, erzählt!" — Und Herr Boldin ger, nachdem er ein Schlückchen zur Anfeuchtung genommen, lies; sich also vernehmen: »Mein Vater besaß, ehe er hierher übersiedelte, einen einsam gelegenen Gasthof an der Landstraße nach S^*. Uebernacht-Passagiere harten wir wenige, und unseren meisten, ziemlich spärlichen Erwerb zogen wir aus der Bewirthung vorbei passirender Fuhrleute und Handwerksburschen. Ein Hausknecht und eine Magd waren nebst meinen Aeltern und mir, damals einem achtjährigen Jungen, das ganze Personale, und nach 10 Uhr des Abends lag meistens schon Alles in tiefem Schlafe. Ich selbst schlief in demselben Zimmer mit meinen Aeltern; daran stieß die große Gaststube, in welcher diese Uhr als Hauptzierde paradirte. In einer Nacht nun — ich erinnere mich daran, als sehe ich die Scene vor mir — erwachte ich von dem Klirren einer eingestoßenen Fensterscheibe. Ich richtete mich in meinem Bette, hart am Ofen, auf und horchte. Eine Zeit lang blieb Alles stille; schon wollte ich beruhigt wieder einschlafen — da nahten sich Tritte unserm Schlafzimmer und erschreckt sprang ich von meinem Lager auf, um den Vater zu wecken. — Die Tritte kamen näher und näher der Zimmerthüre, eine Hand tappte nach der Klinke — und in demselben Augenblicke kroch ich, halb todt vor Schreck, unter mein eigenes Bett zurück. Fast zugleich traten zwei Männer in die hell vom Monde beleuchtete Stube, beide mit derben Knitteln und Messern bewaffnet, und schlichen zum Bette, wo meine Aelrern in tiefem Schlafe lagen. »Alles in Ordnung,« flüsterte der Eine, ein gräßlich wildes, bärtiges Gesicht, seinem Cameraden, einem jungen Burschen, zu — »nun mach's kurz, stoß zu '. — in des T—s Namen, stoß zu, Hasenfuß, es kräht kein Hahn nach ihnen!« — Da schlug in der Gaststube, deren Thüre die beiden Mord-gesellen hinter sich offen gelassen,,jene alte Uhr die Stunde und — wie höhnend, krähte der Hahn hintendrein. Der jüngere Räuber ließ das Messer mit einem Angstschrei fallen und entfloh, mein Vater, darüber erwacht, sprang auf und sah gerade noch auch den bärtigen Mörder eilends entweichen. Unsere Magd fanden wir in ihrer Kammer hart geknebelt, und der Hausknecht lag im Hofe, aus einer breiten Wunde blutend, von der er, jedoch langsam, genas. Die zwei Übel-thäter wurden bald darauf ergriffen und für immer unschädlich gemacht." So erzählte Herr Boldinger ; die Zuhörer aber schüttelten ihm zum Abschiede herzhaft die Hand und keiner von ihnen sprach je mehr davon, die alte Stubenuhr in die Rumpelkammer zu werfen; ja, als die Geschichte bekannt wurde, lockte die Neugierde manchen Gast in die Schenkstube »zum goldenen Karpfen," um dort den merkwürdigen krähenden-Hahn von Angesicht zu Angesicht kennen zu lernen. Feuilleton. (Musikalisches.) Die »Schwarzblat'ln aus dem Weanerwald", Walzer nach Motiven österreichischer, dem Baron von Klesheim von Supp«, Kreipl lc. gewidmeter Lieder, während Kl es Heini's Anwesenheit in Laibach von A. v. Wcrtheimstei n comvonirt, werden zuverlässig im Laufe des künftigen Carnevals in Wien bei Witzen-dorf im Stich erscheinen. Zugleich diene Freunden heiterer Tanzmusik zur Nachricht, daß die hier so beifallig aufgenommene Walzerparthie, »Ideen-Blüthen", gewidmet der FraU M arianna Freiin v. Zois in Wien, von derselben Musikalienhandlung auf das brillanteste ausgestattet, so eben im Stich erschienen und in der I g n. Edl. v. KIeinmay r'-schen Buchhandlung zu haben ist. (Gin Faß Wein.) Einem Gastwirthe zu Marburg in Steyermark wurde von einem unbekannten Bauer ein Faß Wein zum Kaufe angeboten und ein Glas dieses Weines, welchen der Verkäufer in Gegenwart des Wirthes aus der oberen Oeffnung des Fasses mittelst des Hebers herausgehoben, zum Verkosten dargereicht. Dem Wirthe mundet der Wein vortrefflich, und er ist um so mehr augenblicklich bereit, die verlangte Summe dafür zu zahlen, als er überzeugt ist, daß er nicht sobald wieder Gelegenheit finden werde, einen ähnlichen Wein um einen so beispiellos billigen Preis an sich zu bringen. Das Faß wird in den Keller gebracht, und der Bauer fährt mit dem Gelde da-°von. Der Wirth, über den vorcheilhafcen Handel erfreut, erzählt sein.-n Gästen den wohlfeilen Kauf und ladet sie für den Abend ein, den vortrefflichen Wein mit ihm zu verkosten. Die Gäste finden sich ein, Trinkgläser werden auf den Tisch gestellt und der Wirth begibt sich in den Keller, um einige Flaschen aus dem Fasse herauszuziehen und sie seinen Gasten, die voll Erwartung seiner Wiederkehr harren, zu verehren. Der Heber wird angesetzt, will sich aber nicht mit Wein füllen. Der Heber wird tiefer in das Faß gesenkt, findet aber im Innern des Gefäßes einen harten Widerstand. Nun wird das Faß angezapft, und wie groß war der Schrecken des Wirthes, als er statt des herrlichen Weines — eckelhaftes, schmutziges Pfütz'enwasser aus dem Fasse rinnen sieht. Bei näherer Untersuchung fand man am obern Spundloche eine Rindsblase befestigt, die gerade so viel guten Weines enthielt, als der Bauer nothwendig hatte, seinem Käufer zum Verkosten anzubieten; der übrigs Raum des Fasses war, wie gesagt, mit schmutzigem Wasser gefüllt. Der geprellte Wirth kehrte mit langem Gesichte zu seinen Gästen zurück und wurde wacker ausgelacht. (Wider Hühneraugen.) Man zerkoche '/^ Pfund Tischlerleim in so viel weichein Wasser, um darin die Füße bis an die Knöchel in einem entsprechenden Gefäße untertauchen zu können. — In dieser Auflösung nun weiche man die Füße etwa eine halbe Srunde, und wiederhole dasselbe am zweiten und dritten Tage, alsdann kann man versichert seyn, jenen lästigen Schinerz bald zu verlieren. (Bildsäule fiir Nottek.) Schon längere Zeit hat sich in Freiburg ein Verein gebilder, um Carl v. Rot-tek ein Zeichen des Gedächtnisses zu stiften. Die Summe von 4000 fi. kam durch freiwillige Beiträge inner- und außerhalb Baden zusammen und es soll dafür eine colossale 4«4 Broncestatlie für Nottek ai'gcferriqt werden, zu welcher der Bildhauer von Zwerg ern in Fi-ankfurt so eben das Modell vollendete.— Ehre, dem Ehre gebührt! Papierkorb des Amüsanten. Iluter den Späßen, die iiber die erplodiicnde Bauin-wollc cursiren, ist auch folgender: Ein Schulknabe, der Abends zu spät aus der Schule kam, 40a, sich vom Vater eine Strafpredigt ;u, welche, des größeren Nachdrucks Hai-bcr, ron einer Ohrfeige begleitet wurde. Auf einmal zerplatzt, ohne allen Kracher, des Knaben Kopf, und Alles ringsumher ist von Geh>'rn und Schädelsplittern bespritzt. Der unglückliche Knabe hatte sich in der Schule Schiesi-wolle in die Ohren gesteckt. Seither kommen alle Schulbuben, wenn sie von ihren Aelrern oder Lehrern eine Züchtigung erhalten sollen, mir der Drohung: „Rühren Sie mich nicht an, oder ich erplodire!" Die Burleske „Eiselc lind Beisele in Wien", die am 28. November in Wien aufgeführt wurde, fiel an ganzlicher Witzlosigkeit durch; denn die wenigen Witze, die sie einhielt, sind schon aus den »Fliegenden Blattern" bekannt. Der »Humorist" referirr folgendeiinasien darüber: Zu allererst kam der Herr von <5isele, Mit il,m kam der Herr von Beisele, Beide käme» auf einem Zeis.Ie. Doch als i» der ganze» ?lrt und W>iscle Nickts kam > als ein albernes Mausele, Da Pfiff und zischte das aanzc Häus.le. Daruin nieinc Herren Eisele und Beisele, Gute Nacht u»d ganz glückliche Reiselc! L o c a l e s. „Große musikalische Na ch m i t t a g 5 - C 0 n v c r sa ti 0 n i» Kailer's neu decorirtcm D a me» :Kaffe h sa l 0 n in, Coln scu m." — So las ich Sonntag den ,3. Dec, an allen Ecken der Gassen Laibach's auf ellenlangen Annoncen, und las ferner: „Die, Kapelle des löbl. f. k. Lin. I»f. Reg. Prinz H o h e » l o h c-La » a e n« bürg wird die beliebtesten Co,n pesitio»e„ z»r Auffüh« rung bringen, und nebst der neue» Salon «Quadrille ü u ch n 0 ch die Guirlande«, I 0 ee n < B l ü t l, cn u. a- m. exe» cutiren. Für Reinigung des Weges ist besten < gesorgt.« Diese Ankündigung lockte mich zur angezeigten Stunde dahin, um ja nichts von dem bereiteten Vergnügen zu versäumen, ßin s.hr schönes Lo« cale und so festlich geschmückt, irie hierorts die Säle nur bei außerordciü» lichen Gelegenheiten, und dae nicht immer in tief,'», Grade, geziert zu werde» pflegen, überraschte mich, aber — es war menschenleer; die Zeit rückte heran, und der Damen-salo» mit dem Billard- u»0 Rauch: locale nebenan — blieb leer; die vortreffliche Capellc des vatcrlancischen Regimentes lies; die lllblicl'stc» Weisen und Tanze erklingen, jrdoch vor leeren Wanden, denn lie Gcs.llschafr crr.ichtc kaum die Zahl Sechzehn. Das innigste Bedauern» daß solche Opfer oes freundli^ie» u»o ariigen llnternehmers nicht geirüreigt werden, paarte sich mit der Ueberzeugung der Anwesenden, das; Kailer durch Errichtung eines Kaffehhauses an, «ntlegenstcn Winkel Wien's eher sei»e Rechnung gefunden hätte. D.E. F. . Theater in ^.7obO>«,>! nut WaKron! — Montaq am Itz. December, die zwei bekannten Alrenscenen: „'s Letzte Fensterln« und „Drei Iahrl nach'm letzten Fenster!»»' von I. W, Seidl. und Nestroy's dramatlsirte Anecdote: „Hinüber — herüber!" In den Alpenscenen waren Dllc, '.'l n t on i e Calliano und Herr Gram back beschäftigt. Spiel und Gesang beider war entsprechend, tadellos und vom Publikum gewürdigt I„ der andern Bagatelle war es berr Moldt als Wirth, der das Wanze belebte- — Dinstag am 15- December auf Verlangen zum zweiten Male: »Moriz von Tachsen», Tragödie von Pru tz. die wir letztens ziemlich ausführlich besprochen- Die Besetzung war dieselbe, ausjer das, Mad. Blumauer diesimal die Parthie der Elisabeth von Nohlitz an der Stelle der Mad- Moldt übernalim unl> sie auch sehr brav durchführte. — Der Besuch war nickt sehr zahlreich. Leopold Kordes ch. Herr Grambach als Darsteller des „Nappelkops" im „Hl lpenkönig und Menschenfeind." Ferdinand Raimund ist anerkannt einer der gemüth» und phantasiereichsten Dickter gewesen, die je für die Bühne geschrieben, So vielGemüth mit so viel Phantasie si,,d wohl seltene Gaben, die der Himmel nur seinen Lieblingen spendet. Und das war Naimund, der Reformator der Volksbühne, die er zu veredeln gesucht hat! Wider jeinen Willen, blos» um dem Geschmacke des Publikums sick nickt auf einmal zu schroff entge» genzilstellcn, hat er — wie er selbst offen gestanden — manche läppische Kleinigkeit zum ernsten Stosse gemischt, fürchtend, seine Bühnenproducle dürften sonst dem Publikum zu ernsthaft scheinen. Es war am 17- October ,828, alsRaimund seinen „Alpenkönig" mit einem unbeschreiblichen Enthusiasmus zum ersten Male i„ Wien auf die Bühne brachte, von wo er mit demselben a»s,erorde»tlichen Erfolge die Nunde durch ganz Deutschland machte und im Jahre 183l. von Lord Gtanhope ins Englische übersetzt, sogar in London mit solchem Beifalle aufgeführt wurde, das, die doctiqen Zeitschriften unsern Raimund als einen der originellsten Dichter unsers Zeitalters anerkannten» Zehn Jahre sin» nun verflossen, seitdem Raimund — der liebenswürdige Dichter und Darsteller des „Menschenfeindes" — todt i>l< und nach ihm habe ich in Wien viele Darsteller gesehen, die sich mit mehr K e > n e >n den Vergleich zü scheuen, und hätte ihn N c> i m u n v sslb>>r geOH«'«. gewisj, er würde, innig erfreut, ihm ein herzli.^es ,,vrav° .'" zugerufen haben. Die Darstellung dieser äusserst schwierigen Rolle, oi? in fortwähren« der körperlicher und geistiger Aufgeregtheit von Anfang bis zum Ende durchgeführt werden muß, erfordert einen vollkommenen Künstler, der hinter der rauhen, menschenfeindlichen Ausjenseite in vielen Momenten das edelste Gemüth zur Anschauung zu bringen vermag, und als solcken hat sich lins Herr Gram dach in blsagler Roll? gezeigt. Was aber den Werth seiner Darstellung noch erhökte, war. das, er j-de Uebertreibung vermied und die Rolle gemiu so durchführt?, wie der Dichter es gewollt hatte. Wäre Herr Orambach ohnehin schon nickt ein erklärter Liebling des Publikums gewesen, durch diese Rolle allein wäre er es geworden, In ihm vereiniget sick aber c>uck alles, was ihn zum Komiker im edleren «5inne des Wor« tes gestaltet: geistige Elasticität, tiefes Gemüth, ein jeder Modulation fähiges Organ, schöne Glimme. Wir freuen u»s herzlich seines Besitzes und haben von ihm — im Vereine mit dem Herrn Moldt — dem Laiba-ckei Sckolz — und der interessanten Dlle- Lalliano noch viele heitere Abende zu erwarten. Ein vieljähriger Theaterfreund- Benefice - Anzeige. Heute findet die Bencsice'Vorstellung uostr.r eben so fleißige» und tückligen, als mit Recht beliebte» Schausp!,l.'ri„ Mad. Räny Statt. Sie wabltc ein ganz »euee, überall mit entschiedenem Nilfall aüfgeführc tcs Inlrigutnstück: »Des K5üiqs Musquetierc" in H Acte», nach Ale» ran der Dumas frci bearbeitet von Charlotte V i rch «P fei ffer. Die Wahl ticses cffeclrcichen, f.'iüe» Intriguen «Drama's, sowie die Verdienste, die sich die Venefleianlin in der Reprasentaiio» ibre? Faches er» worden, dürften die V>l>ik'l zu ciner shr d, suchten theatralischen Vorstellung bilden, was wir ihr gewiß auch herzlich wüosci'en. — 0 — Austosunft des Näthftls iu 35r. UV: Wiedersehen. Verleger: Ignaz Alo iS Gdler v. Kleiumayr.