Laibacher Zeitung. Nr. 2. Pränumeratirnspieis: Im Comptoir ganzj. ft. ^l, b^"i. fl. 5.50. Für bic Zuste^uliss ins Haus halbj. 5u l> Aiit der Post «anzj. fl. lü, halbj. st. 7.L" Tienstllg, 3. Jänner ^»sertionsgebühr l>i« ,o Zeilen: nnal«0lr. üm. xo lr., .im. i ft.; sonst pr. » Handel^minisieriums hat die Post-dlrectlonscol,r,pl,n,i Dr. Franz Irsa, Joseph Grci. oer^er, Franz Sylvester uud Jakob Navratil zu ^ecretüren im Status der t. t. Postdircclionen, dann den Postamtsconttmor Johann Nößlcr zum Adjunctcn ve« PostcnrSburcan im Handelsministerinm ernannt. Der Minister für Cultus und Unterricht hat den Tadra zum Amanuensto dcv l. k. UnivcrsitätsBibliothct in Prag ... ^r Iustizmiüiftcr hat den Strafanstallsosficialcn Avoipi) Stark in Lemberg zum Adjuncten der Män-"erll.ulanst.sl in Nisnicz ernannt. Staa.«^!./^ December 1870 wurdc iu dcr l. f. Hof- uud uud ",s"idet" '^' ^"" ^^ Rcich^csehblalleS nusgcgeben «.^Abe eml,äll »,,ler ' «m^ 1^""""« des Iustinilmisw'iums vom 20. Dell li.i ^ ' bclrchmd dic Excculiou der cimlgenchllichen m«^° «1^ l°mglich bainlschcii Gcrichlc lind der im Kö- ' ' ceml^ ,»?n ".""9 ^ö Fiiianziiliuiftcrluiüi' u»m 22. De-O^,,^!'f .' "« di,e Eontrolrpflichtigtril dci< Kaffee'ö in, Aechtenst!^ ^^ ^orarlliern „nd im FUrslnUhmnc aa.w?'^?^,!!'! 3'"^ ^.'U'"^ "'ld z« dem abg^mfenm Jahr- » ch «5. "".' °u ^'0m :>l, Decell,!.'^., Nichtamtlicher Theil. ÄVien, AI. December. Der oerheernde Sturm, welcher sich M>er eiuen schönen Theil Europas entladet, hat nicht cincii Wipfel berührt in der österreichisch-ungarischen Monarchie. >/lm letzten Tage des Jahres dürfen wir das Glück doppclt preisen, welches uns Friedcn und Wohlfahrt gegönnt hat, wenn wir es vergleichen mit den schweren'Schicksalen anderer Bänder. Die Machtstellung der Monarchie hat sich in positiver und relativer Weise gebessert. Dcr Segen des Himmels, die Arbeit des Volles haben die ma-tt'ielle Kraft des Reiches und hiednrch indirect seine polttlsche Kraft gehoben. Der Vergleich aber, den wir tttzl anstellen lünncn zwischen dcr Macht dcSscllicn und oer audcrer europäischer Staaten, läßt unsere Stellung am Umdc dcs Jahres, verglichen l.it der zu Anfang des^ elven, als eine in außerordentlicher Weise geholicnc er-^emen. Man würdigt unsere Freundschaft;' man vermiet gern unsere Gegnerschaft und wcnn Oesterreich-f°n.,^'1 . !" Stimme im Rathe dcr Staatcn erhebt, so werden " ^"^ sein, daß sie nicht wird überhört ..... ^'k aufrichtige Freude, lmlche cs uns ziemt lund-acli, '',"l!^ "'^ '" ""kr Epoche großer ^eidcn nicht be s . ' ^"b"" "«s in einer höheren Stellung dab?" '"^"' l"bt nns feinen Vtoment verkennen, stm,. ""6 b" Gnnst dcr UmsMndc durch eigene ?ei-^,,^''."""lg zu erweisen haben. Hoffentlich wird cs de ' "!?" fingen, wclchc daS Volt vertreten und Zügel der Rcgicru»^ in Händen halten, tl^. >> ^ ^'utrachl zu kräftigen und vor allcr Welt darzu-, ''''°°/ dic politische Freiheit bei nns iilchl ein leeres Wort u'w daß dlc Verfassung nicht eine inhaltlose Formel ist. ^ann aber müssen Regierung nnd Vo,k auch dcr Wahr-^ .""6ede>'t blcilicn, daß die folldancrndcn ltämpf^ wachc den Wcltthcil bis in scine Grundfesten e.schüt-w '^.7'^ "" ^'"'' Gch'hr für nnö in sich schließen tt .^i.?^"..""^c Widerstandsfähigtcil der Äggrcf-ür die'N Iberer die Wage hält. Die letzte Gefa .' enn ein ^^'.' """ lelbst dann nicht vcrschwnndcn, O s. .^ '^l tämpfendcn Staatcn auosöhntc Eln so gewal^cr K^ieg. wie dcr jetzige ist, kann nicht schl.cßen ohne eme Machlverschiebnng cint c en zu las! n welche mög.cherweise zur Anfachm.g neuen Unfri -d ns d.e Beranlas nng bieten tönntc. Wir selbst äbcr ^ ^"^c''."^^ d" ?edi,igung hoffen, anch oon künf 'gen Gefahrdnna.cn befrclt zu bleiben, daß nnsere Kra t "nd Bcre.tfchafl incht bezweifelt werden kann, nnscr Gc-bltt zu schützen und nnscre Rechte nach allen Richtungen yln zu vertheidigen. Politische Uebersicht. Laibach, s, Jänner. Das Supplement ^um Rothbnche, welches Graf Veust demnächst dcn Delegationen vorznlcgen ge° dcnlt, wird, wie dcr „N. Fr. Pr." ans Pest geschrieben wird, ullc vom Reichskanzler in dcr letzten Zeit abgesendeten Depeschen über t"> ^nxemburgcr, die Pontus-Fragc und dic Einigung Deulschlando in sich fassen. Auch soll ciüe Note, welche Graf Bcust noch vor dem Kriege üucr das Vcrhültluß Oesterreichs zu Preußen nach Berlin abschickte, nun nachträglich veröffentlicht werden. Eine Antwort auf das Memorandum des Fürsten von Rumänien ist bisher nicht erfolgt, und dürfte eine solche bei dem Umstände, daß das österM-Cabinet den osficicllen Charallcr dieses Actcnslückes nicht anerkennt, überhaupt gar nicht erftichen. Ueber die Er« wide rung deS Grafen Bcust auf dic Bis« marck'schc Note vom l4. o. M. wird dem „Ung. ttloyd" ans Wien geschrieben : „In Ton und Form stchl die diesseitige Antwort hinter dcr Depesche Biemarcks nicht zurück, und verspricht man sich namentlich von der sympathischen Art, wie darin der Einhcitsbcstrcbungm der deutschen Nation gedacht wird, eine Wirkung auf den einsichtsvolleren Theil der Bcvöltcluna Deutschlands. Inhaltlich dürflc dieselbe untelschciden zwischen jencn Slcllcn des ÄiSinarck'sche!! Erlasses, die ans das aus dem Pragcr Frieden rcsullircndc Rechttzverhältniß, und jenen, die sich auf die künftigen Beziehungen Deutschlands zu Ocstcrreich'Ungurn beziehen. In ersterer Hinsicht war cs sür das hicsigc Cabinet wohl nicht thunlich, sich die VcrtragSlheoric des Grafen Bismarck anzueignen. Man mag cS dcechalb vorgezogen habcn, theoretischen Eröltcrnngen ans dem Wegc zu gchen nnd sich anf dic Ertlärnug zu bcschläntcn, in lcincr Wcisc die gedeihliche Entwicklung der deutschen Nachbarländer erschweren zu wollen. Was dc«i u'icilcn Thcil anbelangt, so beschränkt man sich mahlschemlich nicht darauf, mit großer Gcnualhunnl, Act zn nchmcli von dem Wunsche, daß Dcnlschllmd und Oesteireich-Ungarn sich zur Förderim« dcr Wohlfahrt und dcs Gedeihens beider Bänder die Hand rcichcn werden, Man dürflc von hier aus immerhin darauf hinweisen, daß ja Oesterreich die Aufrichtig« kcit dieses Wunsches seinerseits gerade durch scine Haltung gcgclmlicr dcm Prager Fricdcn nicht ohne scldst' vcrleugnnng docnmentirl habc, während cs nun an Deutschland wäre, darzuthnn. nnd zwar unzwcidcntig darznthnn, daß cs anch ihm nicht an dcr Bereitwilligkeit mangle, den Interessen Oesterreichs Rechnung zu tragen. In dicscm Sinne beiläufig soll die Depesche gehalten sein. die sich auch durch eine würdevolle Haltung hervorthun soll." Graf Andrassy's Rcisc nach Wien hängt dem Vernehmen nach zusammen mit dcr cndgilligcn Feststellung dcr Instructioncn für den Vertreter Oesterreich-Ungarns in dcr Londoner Confcrenz. Derselbe soll dcr Confcrenz gcivissc, die Doncuischiffahrt betreffende Vorschläge zu untcrbleiten haben. Äls einer dcr wichtigsten Punkte dieser Vorschläge wird die Erweilc rung dcr Sromcngcn am sogenannten „Eisernen Thor" bczcichüet. Daß es sich hicdei um cin Werk von größlcr Bcdculung, insbesondere für Ungarn handelt, ist cin-j lcnchtcnd. Der VundeSkanzscr Graf Bismarck hat dcm ! prenßischen Vertreter dcn ^ufliag gcgcbcn, auf der londoner Confcrenz in dcr Frage der Donailmündnng mit Oesterreich zn slimmcn „Daily News" meldel, die französische Negierung werde leinen Vcrtrctcr zur londoner Confeienz cntscndcn, wcnn England nicht formell die französische Republik ! anerkennt. i Die österrcichisch-dculsch-englischc Fricdensliga soll schon anf dcr londoner Eonfercnz durch einmnthigc Haltung in dcr Pontus-Frage ihren Ausdruck finden. Die Instruction dcs Grafc» Bcinstorff lantet dhin, er möge mit England gchcn und nach Möglichkeit die österreichischen Interessen nahrcn. Die Bismarck'schc Depesche an Oesterreich ist in München von dem preußischen Gesandten amtlich mitgetheilt und darauf vom Könige von Baicrn cinc Manifestation zustimmenden Inhalts nach Versailles gerichtet worden. Anch nach Wien soll dic baicrischc Rc-gicrung eine Depesche dcs Inhalts, daß Vaicrn mit besonderer Freude die Herstellung gntcr Beziehungen zwischen Neudeutschland Md Oesterreich begrüßen würde, abgesendet haben. Von Ea^scn und Württem-bcrg erfolgen gleiche Mams u>uionen an die österrel' chifchc Adresse. Die ..Times" vom 88. December bespricht oen Plan Trochu's, sich Mlt dcr Elite dcr Pariser Armee nach dem starken Fort von M. Valerien und nach dem dortigen lin Verlmlfc der Belagerung erbauten großen verschanz» lcn Lager zurückzuziehen. Trochu sei ncbstdem, daß cr cin tüchtiger und genialer Soldat ist, auch eine edle und menschlich fühlende Natur, er suhle die Entbehrungen dcr hart bcdrängtcn Hauptstadt mit und nachdem die Katastrophe immer näher kommt, denke er als vorsich-liger Stratege da:an, die Armee zn retten. Paris aber werde durch den Abzug Trochu's in die ^age ver-s tzt mit dcn Belagerern nicht nur über die Ueber' gabc der Stadt, sondern auch über einen Waffenstillstand und Frieden zu verhandeln. Trochu, als der Obcrcommandant der Provinzial-Armeen und als Präsident der Regierung kann dann zustimmen oder nicht, je nachdem er dic Punctalionen als mit dcr Ehre und 3en Interessen seines Landes vereinbarlich findet oder nicht. Mit Trochu iu dem verschanzten Mont»Palerien kann die Stadt unter dcm Schutze der eigenen National-garde verbleiben, nnd eine Elnstcllnng der Feindselig» kcitcn kann dann gewährt werden, welche Zeit geben würdc, die lang crwünsch'c Einberufung einer consli-luirenden Versammlung i»S Werk zu setzen." Die Ratification»:»! der Verträge dcs Nord-liundeS mit Baden uud Hessen über die Gründung eixes deutschen BundeS und mit Württemberg über den Beitritt zu diesem Bunde, sowie dcr Militinconvcntiou mit Württemberg und Baden wnrdcn am 30. December in Berlin ausgewechselt. Der Vertrag mit Baiern h,nrt noch dcr schr zweifelhaften Zustimmung der Kam« mer der Abgeordneten, nachdem ihn die ReichSrathskam-mer mit 37 gegen 3 Stimmen angenommen. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" erinnert an dic Fricdensaussichtcn, welche 1870 durch Olli-vicr's Berufung ins Ministerium, eröffnet schienen, und an dcn Abrüstungsantrag den Preußen glücklich ablehnte. Sie weist dann anf die furchtbaren Folgen des Krieges für Frankreich hin nnd fügt hinzu: „Aber Deutschland, dem aus dcr kostbaren Saat dieses Krieges die kostbare Frucht der Einigkeit gereist ist, Deutschland fühlt sich stark in dcm Bewußtsein seines Rechts, dic anf das höchste Maß angewachsene Rechnung mit dem ruhelosen Nachbar endgiltig zu schließen. Kein Volk darf wollen, was cs nicht kann, und weil wir das kostbare Material unfcrer Armcc nicht abermals dem frevelhaften Leichtsinne dieses Voltes aussetzen lön^ ncn odcr, wcnn wir es duich Frankreichs bösen Willen im Laufe dcr Znkünft anch ein lctztcsmal noch müßten, dies nicht anders können, als in cincr Stellung, die uns dcn Sicg über dcn wiederholten Fricdcnsbrecher erleichtert: dcshalb ist Deutschland entschlossen, daß seine Heere nicht anders Frankreichs Aodcn räumen, als wenn sie dcm neuen dcntschcn Ncichc als kostbare Morgcngabe den N aub zur ü ckb > i ngc n, der in den Zeiten unsc» rcr Schwäche uns abgenöthigt ist." Mar schall Prim, dessen tragisches Ende der Telegraph meldete, wurde am 6. December des Jahres 1814 als Sohn eincs Officiers geboren, betrat schon mit 20 Jahren die militärische Laufbahn, erkämpfte sich im Hccre dcr Christinos dcn Rang eines Obersten; in dcn Partcikämpfcn nach gecndigtcm Bür» gerkrieg war cr Gegner Esftartcro's, vcthe>ligtc sich an mehreren Verschwörungen nnd Aufstanden; 1843 wurde er nach Absetznng Espartcro's ;um Grafen von Reus erhoben; conspilirte 1844 gegen das Ministerium Nar-vaez, wurde verhaftet, vernrthcilt, abcr von Isabella begnadigt; 15>53 wurde cr nach Frankreich ansgcwiesen, uud trat cr nach seiner Rückkehr (l858) in dcn Senat, zeichnete sich in der Expedition gcgcn Marocco aus (I860) uud wurde das Jahr darauf nach Mexico geschickt, 1864 wnrdc er wegen eines angeblichen Militärcomplols nach Ovicdo verbannt, kehrte 1865 znrück und gab 3tcn Jänner 1866 das Zeichen znm Ausstände gcgcn O'Oon» ncll, mußte sich aber am 20. Jänner über die Grenze fiücktcn. Im September 1868 kehrte er nach Spanien ;nrnck, landete mit Admiral Topetc in Cadix, gewann Andalusien für dic Revolution nnd trat in daö von Snvmw gebildete Ministerium als Kriegsminister. Eine Zeitlang wnrdc cr anch unter den Candidate« für den erledigten Thron genannt. 10 Klicglichronik. ?1tuch i)^> „Achlesischen Zlg." wiU ^>ir deutfche H^ recsleitung in erster Linir oorlülifig nicht Occupation des Landes, sondern nur Fernhalten jedes Üntsatzheeres oon Paris, Sie sagt: Fällt die feindliche Hauptstadt tunnel, wenigen Woche», so haben dic inzwischen im äußersten Norden und Weste,!, namentlich aber in den weiten Gebieten des Südens erfolgten Rüstungen des Feindes nichts Bedenkliches. Gehen atm noch vielc Wochen hin, ehe die Hauptstadt liiMlligcn ist, so tann die Nothwendigkeit nntrcteci, abcrnials eine neue Campagne zu unterochmen, ähnlich der eben bei Amiens und Or-leans siegreich auSgctragencn. Wir zweifeln nicht daran, daß auch in dieser neuen Campagne der Sieg unseren Fahnen treu bleiben würde, dennoch aber läßt diese Eventualität darauf liedacht sein, nnsere Heere möglichst zu verstärken. Der Moment ist gekommen, wo wir alles in dic Wagschale werfen müsscn, was wir irgend aufzustellen vermögen. Wir sind deshalb darauf gefaßt, daß an dic Leistungsfähigkeit, die Opferwilligteil und dcn Pa-tiiotiömus Deutschlands cm neuer Appell ergehen wird. Es handelt sich nicht allcii, darum, des Sieges gewiß zu scin, wenn Trochu seine immer mehr zu Soldaten heranreifenden Moliilgarden neben der Linie noch zu Massenausfällen verwenden, oder wenn abermals Entsatz-hcere dcn Weg gen Paris einschlagen sollten, sondern — und hierin erkennen wir das wesentlichste Moment -nach dem Falle von Paris große Hecrcsmasscn auf fran^ zösischcm Boden zu haben, um dem Gegner die Hoffnungslosigkeit weiteren Widerstandes uä oculo« zu demonstri-ven, nöthigenfallö aber sofort nach dem südlichen Frankreich vorstoßen zu können ohne unsere Occupation des Nordens zu beeinträchtigen. Wir dürfen weder unS wundern, noch erschrecken, wenn in der luchsten Zeit alle noch in der Heimat befindlichen schlagfäh gei, Truppen-lörper sofort über die Grenzen gcführt, i^enn neue junge Rccruten eingestellt, alle zeitweise als nndrauchbar bezeichneten Leute einer neuen Revision unterworfen, wenn die ältesten noch dienstpflichtigen Leute zu den Fahnen gerufen, überzählige Reservisten der Eavallcric behufs Verwendung im BesatzungSdienst mit dem Gewehr ausgebildet und andere ähnliche Maßregeln getroffen werden. Wollen wir einen baldigen Frieden erzwingen und da> bel die volle Frucht unserer Siege ernten, soll kein Tropfen edlen Glutcs vergebens geflossen sein, dann muß der Volkskrieg dem Volkskriege mit vollem Gewicht entgegengesetzt werden. Dann erst wiid sich der Segen unserer trefflichen Hceresorganisation in seiner ganzen Fülle offenbaren, dann erst werden wir die Früchte der Opfer und Anstrengungen ernten, die wir seil einem halben Jahrhundert her unserer Wchrhaftigleit gebracht haben." Wie die in Posen erscheinende „Ostd. Ztg." mit-lyeilt. werden in Norddcuts^land sämmtliche Adjutantu-ren bei den Landwehr-Bataillonen aufgelöst und die Ad' jutanten fast ohne Ausnahme den neuzubildcnden Ersatz-Bataillonen zugetheilt. Ihre Stelle bei den Landwehrba-lailloncn sollen Officiersdienst thuende Feldwebel versehen. Zur Ergänzung der neulich von uns gebrachten Notiz über die Einziehung der Ersatzrcscrvc meldet dasselbe Blatt, daß zunächst mit der gesummten Ersatzrescrvc 1. Classe und theilweise mit derjenigen 2. Classe, soweit die letztere für garnisonSdienstfähig erachtet worden ist, bis zum Jahrgange 1867 inclusive vorgegangen werden wird. Außerdem melden eingezogen fämmtliche Garni-sonSdienstpflichtige, auch alle Halbinvalidcn; ausgenommen dagegen sind diejenigen Mannschaften, die bereits diesen Feldzug mitgcmacl't und alsaarmsonsdivustpflichtig entlassen worden sind. Auch Buiern richtet sich aus die Fmlsctzun.^ deS Krieges ein. <3s hat die Mobilisirung oon 16 Landwehr» bataillonen angeordnet. Oie bisher zur Gewachung der Gefangenen verwendeten combinirten 16 Bataillone werden zum Etappendienst in Frankreich beordert. Die Land-wchvcavallme wird für den Garnisonsdinisl und zur Gefangenenbcwachung bestimmt. Ueber die Beschießung und Einnahme von M o n t-A vrou entnehmen wir den, Wortlaute der uns auszugsweise lclegraphirtcn pieußischm Berichte noch, daß die am 27. Deccmbci' begonnene Beschießung aus l 76 Geschützen erfolgte ui^> dic französischen Batterien noch an demselben Tage zuüi Schweigen gebracht waren. Am 28. d, gelang es dcr Gclagcrungsartillcric, dcn Bahnhof von Noisy lc-Sec wirksam zu beschießen und dic in Bondy cantonnircndc feindliche Artillerie zu vertreiben mit nur 3 Mann Verlust. Am 2!). v, wurde durch Abtheilungen des 12. sächsischen Armeccorps der Mont-Aoron besctzt und virlc Raffelten, Gcwchre, Muui-lion und gefallene Feinde daselbst vorgefunden. Die feindlichen Abtheilungen, welche sich noch anßclhalb der Forts befände», zogen sich nach Paris zurück. Die Preußen hatten an diesem Tage keinen Verlust. Das „Dresdner Journal" u den König Johann: ..Le Vcrt-Galant, 2<.<. December, Abends ./^ 8 Uhr. Mont-Avront wurde heute Nachmittags 3 Uhr gän; lcs der Stadt Paris. Ein Parlamentär soll zuvor Trochu! zur Ucbcrgabc auffordern und die Intentionen der Belagerer kundgeben Ueber den Ausfall vom 21. December bringt das Pariser officiclle Journal vom 22. o. M. folgenden Bericht des ^encralstabschefs Schmitz vom sisten December: Die heulc nigagirlel! Mil<le Äourget angegriffen. Sie bestanden ans Seeleuten, Liilicnlruppen und Mobil-garden des Scinc-Deftartcmenls. Die erste Colonne, die in das Dorf eingedrungen w rung zu beschaffen, muß verschwinden; wenn die Einen nichts haben, muß daS Gleiche für die anderen gelten. Die Kugeln und Granaten sind verständiger: sie wab/ len sich ihre Opfer nicht. Wenn wir gleich sind auf deui Schlachtfeld, im Angesicht des TodeS, müsscn wir es auch, ich wiederhole rs, vor dcm Hunger sein. Die Regierung hat seit drci Monaten alle möglichen Versuche zur Re< gcluna dcr Ernährung gemacht: aber diese Regelung und Nationirung hat sich nur auf dic Armen erstreckt; die Reichen sind ihr entwischt. Hier der Beweis. Die Restaurants, wo die Arbeiter aßen, sind geschlossen, und auf den Läden tann man dcn traurigen Anschlag lesen: ..Geschlossen während des Krieges wegen Mangels an Fleisch." Aber bei Peters, bei Vachette, bei Bignon ißt man wie im tiefsttn Frieden; es ist wahr. man zahlt sehr theuer, aber — man ißt doch. Nun, man sollte dort nicht essen! Niemand sollte sich um Gold erkaufen können, was aller Eigenthum ist. Mit welchem Rechte verzehrt einer in einem einzigen Gerichte so viel als die Portion einer ganzen Familie ausmacht? Sein Magen bedarf nicht mehr als dcr meinige. Man rationlre oder man sperre diese schamlosen Restaurants! Die Regierung erlasse schneU ein Gesetz! Die Zeit drängt. Mau rcqmrirc Allee', 11 200 arbeiteten, konnten 33 Vahntvagen tnapp das Nö-thige beifahren. Nach diesen Vorbereitungen zu urtheilen, »st außer Zweifel, daß im Hauptquartier lc sichcr auf gute Anhaltepunkte gestützte Uebeizeuaung bestchl Paris besitze noch Mnndoorräldc, die noch länger als bis Ende Jänner anhalten töimen. Die Arbeit gegen Paris fell durch ihre Hroßarliakeit auf die stetS noch lcichl aufczneg. ten Bevölkerungen stranlreichs so überwältigend un> niederschlagend wirken, daß ihnen die Lust und der Glau' den an die Möglichkeit eines ferneren Widerstandes durch diesen Hauptschlag benommen werde,', dürfte. Der General k 1^ 8uitu des Königs von Pr.ußen und Commandeur der Oi c-Artillcric-Gri^ade, Prinz Kraft zn Hohcnloh'.'-In.'.elfiügni, ift aus Goncssc, dem Hauptquartier des Garderorps, nach Versailles berufen worden, utt! näln^d o,.' Artillcrie-Angriffes aus die Forts um Puil5 in der »innittelbaren Nähe deS Kö> nigs zu verweilen. Vczeichi >^'o für die mi!ilä>ischcnZustände in Paris ist folgender, u-, dcr Nmlszcitung vom 17. v. M. ctit^ haltencr Bericht de« Obcrcommandanten drr National-garden der Senn an den Gouverneur von Paris: ..Paris, 16. D^enwer. H.lr Gouverneur! Das 200. Bataillon ist he.itc von Paris abgegangen, nm dic Vorposten von Crctcil zu b^zic^cn. Ich empfange vom Gö' ner^-Commaudantcn zu Binccnnes folgende Depesche: ....Dn- Bataillons-Commandant des 200. betrunken! Die Hälftc ünüdcstcns sciü^r Leute betrunken! Unmög lich. dcn Dienst n>it ihnen zu sichern, nothwendig, ihre Posten ablösen zn lassen. Unter diesen Bedingungen ist die Nationalga'.de cmc ^ der Rhone ins Feld stellen zn können, ab> gesehen von allen Fcstungs-, Depot- und Instructions^ agertruppen. Der Verpficgsstand, der heute im französischen Kricgsministcrinm verzeichnet erscheint, wird — einschließlich der Armee von Paris — ans 1 Million Soldaten angegeben. Daß mcm aber im Frühjahre an der Loire nnd an der Nhone eine Armee von 500.0U0 gut bewaffneter, bereits besser neschnltcr und abgehärteter Soldaten beisammen halien wird, daran zweifelt in französischen Neaiernngstreisen Niemand mehr. Es müssen eben über Nacht ganz sonderbare Verheißungen als Wcihnachlsbeschcrung hier angelangt sein, daß man vvn Neuem zu so außerordentlichen Kricgsanlagen schreitet. Dieö hindert aber nicht, daß zur Seile dieses frisch in Scene gesetzten KricgsgctümmelS eine mächtige ssriedensslrömung cinherzicht, die nur des Momentes harrt, um alles vollständig zu dnrchdringen." General Werder, der nur 3 badcner und l Landweh, brigade commandirt, ist im Begriffe, sich mit was an Lebcnsmiltcln in Paris ist, Lnj.nsfi.isch und ftine Gemüse, nnd vertheile cS gleichmäßig unlcr Alle! Wlr haben in Paris noch für sechs Monate zu leben, wem, die Regierung nachträglich du'sc Maßregel trifft, ^as Ergebniß wird ein zweifaches sein. Einmal wird der Widerstand von Paris unsere Feinde ermüden, das Vertrauen wird wieder auflcbcn und wir werden nicht mchr das traurige, schmachvolle nud inhumane Schau-»Plcl haben, daß Leute sich Indigestionen holen, wäh-nnd andere Hungers sterben. Wir haben immer zur auheriten Ruhe gerathen. Wir fllrcktcn mehr a!s den ""griff der Preußen einen Aufstand, wenn die Regierung noch zögert alle Nahrungsmittel zn rcquirircn; Niemand ^ü,'! c ^ 6"t""ll gu« stchcn nnd diese Zutnnst ist mcht fern. Ch. Virmaitre." Literarisches. N°vollm"Almm^?'s^^ "''"'""cue ,.Ill..strnte Kalender nnd wnd d s? '' ° '?'" W"u^^,^„ yon F. Mcnt - Ditt,n « vsch. derle>d° d- ° . ^"'^ ^"' ^'""lt n», so mehr nreq..,. a>. Gutzl°w ,,u,^^'ll'" dcs ..Zauberer« von N°m." «°>! K. in dieser Vioo. „'.:"' ^«cssnni dein geislv.lle,i Schliftsteltcr ten Felde. ,.ä„,lkl, ^..c'^''" "°" jb»' bisher noch wenig c»llivn- diese nüt wnüd^^" de. ?7'""'. "?" ^"'"""'" ^'ß' historische Sti di»m »>?. ^"l't'fnichf ge,chr,rl'o»e. m, d«ö liesstc lich plchisch trc." ^7"l,ä!lnisse basi." Erzähln^. Für.n-Rnbolfs nnd Mathias v°n^s'"'c'md F,gnvcn ans der Z.it Lesers Docl, wir n.r.., c ^^'"reich vor das gnslM Auge deö mriw'ch^?" "' Weitlrn 3nf den In- der ihm entgegenrückenden 13. Division deS 7. Armee-coips ^u verciniacl!. >v lch.' General Za strow herbei»-führ«. Gambetta liat oc» 1'lan. all< .igciidwiemarsch» ! fähige., Truppen aus dem Süc>cn zu vereinigen und in die i!)ogefen zu werfen, um dic ^Ulsidc Opcrationslinie von Paris imch SaardrüÄcn >,nd Sraßdnrg zu geführten und öuf diese Art Manteuffcl uno Werder zur Con-centrirung in der Ricktung von Mtz zu zwingen. Zur Ausführung dieses Planes cüift> eS jedoch an der erfor» derlichcn Mannschaft fchw. Ueber das Gefecht uei ' sandlschast zu führen, was auch von den Gemeinden zu b> rUcksichtigen sein wird. — (Der Wagen Übergang ins Ausland.) Die „Wiener Abendpost" meldet: „Der Leiter des Handeln Ministeriums hat in der Absicht, den ins Stocken gerathenen dirccten Güterverkehr nach dem Auslande zu erleich« tern und zu regeln, den Inspector der k. k. Generalinspec« tion für Eisenbahnen, Leopold Damicm, mit dem Auftrage nach Süddeutschland entsendet, mit den Verwaltungen der betheiligten deutschen Bahnen in Beziehungen zu treten und einen regelmäßigen, möglichst abgekürzten Turnus der über die Ncichögrenze austretcnden österreichischen Eisenbahnwag» gons und deren gesicherte Rücksendung zu vermitteln. Wir sind übrigens in der Lage, bei diesem Anlasse zu consta-tiren, daß die Zahl der seit dem Eintritle der Kriegsereignisse im Auslande zurückgebliebenen österreichische» Eisenbahnwaggons sich auf 304 reducirt, während die übrigen österreichischen Waggons in mehr oder weniger langen Zeiträumen wieder nach Oesterreich znrückgelangen." — (Ein Cassier um siebzehn tausend Gul» den betrogen.) Von betheiligter Seite erhält ein Wiener Blatt die folgende Mittheilung: Vor beiläufig vierzehn Tagen erfchien in der Wechselstube der n. ö. Escompte» Gesellschaft (vormals Schnapper) zu Wien ein unbekannter Mann und wechselte daselbst verschiedene Gold« und Silber« münzen gegen Banknoten ein. Der betreffende Beamte übergab dem Verkäufer, wie üblich, eine kleine Anweisung zur Behebung des entfallenden Betrages von 177 st. 20 kr. Derselbe begab sich mit der Anweisung zu einem der Cast siere; dieser übersah jedoch das Unterscheidungszeichen von Gulden und Kreuzer und bezahlte an die Partei die Snmme von 17.720 st. Der Cassicr bemerkte das Versehen zwar bald, allein er unterließ es trotzdem, der Leitung der An» stall hievon Mittheilung zn machen, in der Hoffnung, daß sich der Fremde in derWechselstube wieder einstellen werde, was dieser jedoch leider nicht that. Der Cassier hat den Schaden aus eigenen Mitteln wieder ersetzt. Jocales. — (Eislaufverein.) Dle Mitglieder des Eis» laufvereines sowie alle Freunde lv? Eissportes werden ein» geladen, sich heute den 3. d. M. nach dem Theater im Elubzimmer der Casino-Ncstauraüon zum Zweck einer Besprechung in Bereiusangelegeuheiten einzufinden. !2 "- (In Jesse« lh) wurde mit 1. Jänner ein neues Postamt eröffnet. Der dornte Bürgermeister Herr Hribar wurde zum Postmeister ernannt, — (Bitte für die arme» Vögel.) Me Freunde der Natur, schreibt die „Bohemia/' werden angelegentlichst gebeten, sich die Fütterung der armen, bei schneebedeckter Erde hungernden Vögel angelegen sein zu lassen. Sie lohnen den kleinen Aufwand reichlich durch ihren Gesang und die Vertilgung schädlicher Inseclen, so daß unsere Va'ume belaubt und die Gartexsrüchte erhalten bleiben. Vorzugsweise am Boden suchen ihre Nahrung: Amseln, Haubenlerchen, Finken, Meisen, Stieglitze, Zaunkönige, Goldammern, gelbe Bachstelzen :c. Man reinige daher im Garten, im Hofe oder sonst einem dazu geeignetem Orte einen Platz von 3 — 4 Quadratfuß vom Schnee. Darauf streue man den Abgang von allen Getreide-Arten, gekochte Kartoffeln, Mohren, Rliben, Brotreste, zerkleinert und womöglich zeiieben. Anch Knochen mit Ileischresten und besonders Talgreste, die vom Heuchler abgeschabt und meist weggeworfen werden, sind sehr willkommen und werden gerne gefressen. Ebenso Obst, was faul und gefroren fein kann. Mehrere der vorgenannten Vögel gehen lieber auf erhöhte Plätze, z. B. Fensterbretter, Simse, Valtonc :c., dort streue man vorzugsweise Mbsamen, Hanfkörner und Brotkrumen; durch eine zerriebene Brotrinde kann ein kleines Leben er? halten werden und mit Freuden wird man sehen, daß die Vögel nach und nach in Haufen herbeikommen und daö Dargebotene fröhlich genießen. Sie gewöhnen sich auch bald an bestimmte Flltlernngözeiten. Jede Störung derselben halte man möglichst ferne. — (Theater.) Die „Krifen" Bauernfelds, nicht eines der Hauptwerke des geistvollen Lustspieldichters, aber doch ein Stück, das alle seine Vorzüge und Mängel ausweist, wurde uns gestern im Allgemeine» in gauz zufriedenstellender Darstellung geboten. Wir konnten uns wieder überzeugen, welch' tüchtige Kräfte unS selbst für Repertoirstücke von Hofbühnen, wie dies die Banernfeld-schen sind, zu Gebote stehen. Das Stück behandelt in gewohnt geistreich fesselnder, wenn auch bisweilen etwas paradoxer Weise die Gefahren der Heirat eines Lebemanns (Baron Hohenbcrg — Herr Stubel) mit einem von schwachen Eltern verhätschelten Mädchen (Priska Frl. Groß), das etwas zu schnell aus pedantisch zärtlicher Obhut in die Welt tritt, die es noch zu wenig kennen gelernt. Der Gemal lst als Ehemann jung, aber als Junggeselle zu alt gewordeu. Er ist stark blasirt, reiner Wellschmerz, eine schwankende, kaum noch eines echten Gefühls fähige Natur, deren Darstellung Herr Slubel durchaus nicht gewachsen war. Selbst in Sprache, Bewegung und Auftreten, in der gewöhnlichen fchauspielcrischeu Routine hat Herr Stubel noch viel zu lernen. Die Nolle war fUr ihn zu hoch gegriffen und als nothwendige Folge mochte das der Wärme und Wahrheit ermangelnde Spiel des Herrn Stubel auch auf Frl. Groß erkältend wirken, die so viel Herz und Philosophie an ihren blasirten Gemal verschwen» den muß. Demungeachtet führte das Fräulein die schwierige und im Ganzen eben nicht dankbare Rolle der philo-sophircndcn jungen Frau — gewiß eine seltene Species — mit jener Liebe, jenem Fleiß und jener Sicherheit durch, die alle ihre Leistungen kennzeichnen. DaS Publicum bezeugte der anmuthigen Darstellerin, die wir mit Vergnügen jür unsere Bühne dauernd gewonnen sehen, seine Sympathie und seinen Beifall durch Hcrvorruf nach jedem Act-schlusse. Was die Übrigen Darsteller betrifft, fo müssen wir den Leistungen der Herren Richter (Bantier Lämm-cheu), Puls (der Doctor) und Burmeister (Diener Simon) das verdiente Lob zollen. Die hervorragendste Leistung war wohl jene des Herrn Puls, der die Gestalt des Doctors mit einer Feinheit und einem Adel zeichnete, der unser Interesse für diese sonst ziemlich passive Figur zu erhalten und zu beleben ganz geeignet war. Dabei kam Herrn Puls sein ungemein wohlklingendes Organ, die Eleganz in Hallung und Bewegung, die ihn stets auszeichnen, besonders zu statten. Bei all' dem müssen wir leider unsern Bericht damit schließen, daß das Haus sehr schwach besetzt war, ein Umstand der eben nicht geeignet ist, das ehrliche Streben der Direction und des so tüchtigen Personals zu ermulhigen. denn der strebsame Künstler verlangt Anerkennung und der Direcior materiellen Erfolg sür dle un Interesse unseres ersten ttunstinstitutcs gebrachten Opfer. Dem 'Nernehmeu nach wird die Operetlensängerin Frau Paul man vom Grazer Etadttheater, eine in Laibach von früheren Jahren her (wenn wir nicht irren unter Director Fürst's Leitung) noch im besten Andenken stehend, demnächst hier gastiren. Wir constatircn also mit Befriedigung, daß auch in dieser Richtung die Direction bemüht ist, den Wünschen des Pu« blicums zu entsprechen. — (Diöcesanveränderungen.) Herr Matth. Fröhlich, Pfarrer in Prem, hat die Pfarre in Groß« lafchitfch erhalten und die Pfarre Prem ist am 24. Decem, ber ausgeschrieben worden. Neutstt Post. (OriMal'Telegramme der „Laidacher Zeitung.") Innsbruck, H. Jänner. Se. Majestät der Kaiser ist hier einssetrvssvn, ovu ungeheuren Vtenschcnmaffen enthusiastisch empfangen. GS findet Htadtbelcuchtung, Fackel;ug und Serenade statt. D ar m st a dt, 2. Jänner, (iin Telegramm au den Grosfherzog aus Orleans, >. Jänner meldet: Gestern bei Vunny südöstlich von Orleans Gefecht gegen den überlegenen Heind. l Qfficier todt, zwei Qffiriere H<> Vtann ver wunder. Wie», 1. Jänner. Das ,.Frd. Bl." schreibt: „Wic wir aus guter Quelle Pfahle», ist die Eröffnung der Confcreliz zu London um cinigc Tage vertagt wurden. Dic Confcrenz dittfte fonach crst am ll. oder ?. d. M. zuslllmucntrctcll. Wir empfangen ferner die iiltercssantc Meldung, daß Herr Iulcs Faore über fein Ansuchen vom Grasen Äismarck einen Geleitschem erhielt, Herr Favrc begibt fich als Vertreter der französchcn Nlitional-rcgiciung vou Paris nach London. Berlin, 1. Jänner. (Tr. Zta.) In der Nacht auf heute hat die Beschießung der Südsortö von Paiis begonnen. Aus BcrsaillcS wird gemeldet: Vei der Oralulalionscour überreichte Moltkc den im Kricgsrath unter Vorsitz des Königs berathenen Gesammtpla« des Bombardements zur letzten Genehmigung, welche sofort erfolgte. Bordeaux, 1. Jänner. General Iouffroy warf gestern den Feind zurück, am rechten Ufer der Loire, bemächtigte sich ausgezeichneter Positionen angesichts von Vendome und wachte 200 Gefangene. Diese Offcnsiv-Rccognoöcirung wurde glänzend ausgeführt. London. 1. Jänner. (N. Fr. Pr.) Der ..Daily Telegraph" enthält folgende Depesche aus Karlsruhe: „Am Ncnjahrstagc wird die Beschießung zweier Forts beginnen, außerdem sollen zeitweilig auch Bomben in die Faubourgs Belleville. Villcltc und St. Antoinc geworfen werden. Oeulsche Verstärkungen sind cingctroffeil." Nom, AI. December. Der Koni., voü Italien ist heute um 4 Uhr Hlachmittags hier angekommen. Die Stadt wurde plötzlich beleuchtet. Dic jubelnde Menge rief den König auf den Baleon des Quirinals. Nom, 1. Jänner. (Zrdlil.) König Victor Ema-nncl ist gestern Früh hier eingetroffen, um jedoch in Nom nur turzc Zeit zu verweilen. Der König kehrt bald wieder nach Florenz zurück. Am Quirinal empfing der König die Munizipialdchörd?!,, fowic verschiedene Corftorationen. Der König verweilte mehrere Stunden am Capitol und besuchte hierauf zu Wagen die von der Überschwemmung heimgesuchten Stadtthcile. Die Bc-völlcruna. versammelte sich sehr zahlreich, ohne jedoch großen Enthusiasmus zu bekunden. Der König richtete an den Papst ein Schreiben. — Fortwährend schlechte Witterung. Madrid, 31. December. DaS Begräbniß des Marschalls Prim findet morgen um 2 Uhr statt. Der König wird Montag eintreffen und unverweilt den Eid leiste». In Folge des Alilcdens Piims sind die Vorbe- reitungen fUr rii^n Triumphbossen in Madrid rinyestellt. , OfficicUc Telegramme melden, daß in Murcia anläßlich der DuräuM 5es Königs önihusiasmus gchcrrjcht habe. In Madrid und in den Provinzen herrscht Ruhe. telegraphischer Wechselcour« vom 2. Jänner. lipcl»!. Melallique^ 56.70, - 5p^rc, Metalliques mil Mai-lind November-Zinsm 56.70 - 5perc, Nanonal-Anlcheu 65.40. - 1860er TtaatS-Anlcben 92.75. - Vaniactien 732 - Tredw Ncticn 246. . ~ pmidoii 124 30. - Silber 121.75. - K. l Mlluz Delegations-beschliisseö an da« lüniglich ungarische Ministerium für Commu- i nicattonen über. In Folge dieser Verfügung wirb das beim Reichstricgöministerium liestchcüdc Post - Inspectoral, dann das Post Inspectoral in Semlin aufgelösl und die diesen Inspectorate» unterstehenden Postbeamten mit ihren beiden Vorständen haben zur ni'edl'rüslcrrcichi'scheu Pnsldnccliou einzuritckeu und wird über deren wcilcre Diensteöznweisnua, vom hiesigen handelSmini-ittiium rutschk'dcu werde» Die Militärgrcuze soll vom ungarischen Handelsministerium in zwei Postdirccliouöbezirlc getheilt, uud zwar die crontisch-slavonische Militärgreuzc ^er Postdnection in Agram lind da« übrige Gebiet derselben der Postdirectiou iu TemcSvar ;ngewieseu »vcrdeu. Durch den Wegfall der Postue»-ivnllung in' der Militärgrruze ans dem Ressort dcö Ncichskriegi^ ! uiiuistcrium^ trilt eine bedeutende Vereinfachung des Geschäfts-ganges ein, da von nun au nichl mehr drei, sondern nur mehr ^ zwei Postverwaltnngen iu Oestrrreich-llnM'u bestehen werden, Allgekommcne Fremde. Am I. Jänner. «l«s»»t. Die Herren: Rozic F.. Gutö-Pächtcr, Croatieu. Rudolf I. M„ Wiei,. - Joses Perz, W.en - Fiuger, Handelsreisender, Wien. »»l«'!»'»«^»«,' HU«»«'. Die Herren: Gulit, Ochfenhciudlci, Sessaua. — Zuriu, Trieft. Theater. Heute: l« Mädchen in Uniform. '6"Ü'Mg ^32^8^'—'5,^ trübe 2. 2 „ N. 328 5, — 3» windstill trllbe »>^, 10.. Ab. :;28.,3 - 3» SO. mäßig triibe Wolleudecke geschlossen, einzelne Schneeflocken. Das TageS^ mittel der Temperatur — 4.2°, um 0.9" uuler dem Normair. Verantwortlicher Redacteur: Iguaz v. Kleinmayr. ^ Fiir die vielseitige herzliche Theilnahme bei Be- ^ W glcituug ihres inuigstgclicblen, zu früh dahingeschie- W !« denen Sohnes ;ur lctztcu Ruhestätte sageu allen Vclheiligten den ^^ ^ ^ aufrichtigsten Dant die trauernden Elteru ^ > Johann nnd Anna Kapretz. > > (12) > I'i' „l «h ^»»» >'tt süie:», 31. December. Die Börse war merllich besser als gestern; denn rinerseilS zeigte sich der Geldbedarf nicht so intt'nsiu , llildcrcrsril« wareil KaufSauslra'.,e reichlicher Vftl!^llUlllU,i. vorhanden. Iudessm sind iu dcujeuigcn Papieren, welche als Barometer des Geldmarttes angesrheu wcrdcu tännen. wichtige Veränderungen nicht bemerkbar. ' Rente bliel, Ilemlich stationär Prioritäten hoben sich nur thrilweise und nicht bedeutend, Aclieu snbventionirter Vahneu deöglcicheu. Stärtercs Auimo war uur iu Speculatiouspapierru vorhanden uud auch hicr trateu im Verlaufe des Geschäftes wiederholt Reactionen ein. In Devisen herrschte auffallende Geschästs>lillc. /T. Allftemeine Btaat«sckuld. , Filr 100 sl. Geld Wuü>, , Hiuheitliche Staatsschuld zu 5 pllt.: ! iu Noten verzins!, Mai-November 56 50 56.50 „ „ „ Februar-August 56,45 56.55 „ Siibrr ,. Iänurr-Inli 65.60 65.70, .. „ „ Apnl-Octobcr . 65.40 zu 250 st. 88 50 89.-„ ^ I860 zu 500 ft. . . 92.40 l>2.6" „ ^ 1860 zu 100 si. . . 10450 105. -. " 1864 zu 100 ft. . 114,- 114.50 ^laatK-Dllniäneu'Pfandbriefe zu 120 fi. ü W. in Silber . . 121.50 122.-». ltjruudentlastunas-Obligationen. Für 100 fl. Gl.-lü ^aare Böhm^! .... zu5pllrgci: . . . „ 5 ,. 75 25 75 50 ^nernln' ... ,. '. - 9250 9350 Iw^n .... . .''« 77- 7750, O. Actien von Bankinstitute». > Oeld Waare ^ Nnglo-üsterr. Banl abgest. . . 192 75 193.25! Auglo-uugar. Baul .... —.— — — ^ ! Bautvereiu.......199.— 200, - ^ Vodeu-iircditaustall .... —.— —.- ! ' Ercditaustalt f Haudcl u. Gew . 246 40 246 60 ! ! Creditaustalt, allgem. uugar. . , 81.50 82 — l Escomplc-Gcsellfchafl, u, Ü. . . «85. 890. -! Franco-osterr. Baul . . , . 96.50 97.— Gemralbllnt...... ^4.50 85.50 Haudelsbaut.......9450 95.— Nationalvant......729 50 730.50 Niederländische Baul .... 22675 22725 VereinSvllUl.......91.— 91.50 Vertehrsbanl.......128.— 129.— 5». Actien von TranHportunterneh- lttUNgen. Gelk HLllare Älfölb'Fiumancr Bahn . , . 168 25 169.75 Böhm. Wcsibahu.....239.— 241 — Carl-Ludwig-Bahu.....239. - 239.50 Donllu-Dampfschifff. Gesellsch. . 545,-. 546, - Elisabeth-Wcsttiahn.....214.-21^4 50 lZlisabeth-Westdahll (Linz - Vud- weiscr strecke).....182.75 183.25 Fcr'm'.^nos-Nordbllhl! . . . 2050 2055.-Füuft'rchen-Vnrcser-Bllhu . 158- 159.— ssran'/Iosevhs-Nabv . . .188 25 189 75 Lemlierss-Ezern.rIassyer-Bahu . 1s7.50 16s.- i!loyd, öfterr........314 — 330.— Omnibus........—.—.-- Nudolss-Bahn......161.50 162.— Hicbrnbilrgcr Vahu ... 164 50 165.— Slaalsbahu.......378.- 389.— Sildbahu.......179.80 ,80.- Süd-nordd Verbind. Bahn , . 167.25 167.75 Theiß'Bahu ,..,. 224.25 225.75 Tramway........168— 168.50 «. «Pfandbriefe (fiir 100 ft) Älig. «st, Bodm-Hredii Anstall Geld Waare verloSbm z:i 5 pEt. ni Gilber 106,— 106 50 oto.in33I.ruckz.zu5pCt.iu pEt........92.75 93,25 inlg. Bod.-Cred.-Nnft. zu 5'/, P»A V.i. S.r<>".I ssm. 10150 102,50 Och.>rr. Nardwchkch« , . 93 b0 ^380, ^.. ^ «, ^ ^, r ^''^ Waare klebend. Vahn in Silber verz. . 86 75 87 -Staatsb. G. 3"/« ä 5>00Fr. „!. En>. 134.50 13550 Sildb.G. 3"« i. 500 Frc. „ . .113 75 114 -Zildb.-G. i. 200 fl.z. 5"/<. für 100 fl. 89.30 89.50 6i!db.-Bons 6°/„ (1870—74) i> 500 Frcs......__._.____ Uug. Ostbahu......85.50 85 75 «. «vvivatlose ^per Gtilck.) ^rcditaustalt s. Handel u. Gew. Geld Waare zu 100 sl. 0 W......161 50 163 — Rudolf-Stiftung zu 10 fl, . . 14^. ^5^. Wecksel (3Mou., Geld Waare Augsburg für 100 ft sNdd. W. 103 60 103 75 Franfsnn L,M. 100 fl. detto 103.60 K'4 — Hamburg, für 100 Marl Oaiico 91 30 91 40 London, für 10 Pfund Sterlina 124.20 124 40 Pari«, für 100 Francs . . . ^.__ __/__ Geld Wewr, K. Müuz-Ducatn, . ?> fl. 88j lr. 5ss. 89zlr. i Äapolellusd'or . . 9 ., 96j .. 9 ,. 97 „ , Vereinsthaler . . , 1 „ 83j « 1 ,. 84j « Sill? r . l21 ,, 75 .. 122 „ — ^ Kraiuische Gruudenllastmlgs : Obli<;ationcu, Pr>» i uatuotinm»: 86 — Gelb, Waau