LmlmchelMMtlma. Nr. 143. Vlä n u N! c 5 >1 < l on 5 ple l « : Im <5^'mptojc,!!zt. ft. l l, d.,ll'j. ft. 5.5,0. yiil die Zustcllu,!», in« Hau« halbj. 5,!» lr, Äiit der Post ».in,,, sl. !5, H^Ibj. ft. 7.5,0 Touiieiöt.üj, 27. Juni Huiertioness^bühl l>i» ,0 feilen : lmal «<,!,.. >m.«!»ll., 3m. l ft., »!. l« lr. u. !. «1. ^nsl'?!io«?slemp!.'l Nl'riu,, »n ls. l872. Amtlicher Theil. Gesetz vom Htt. Juni R87H, betreffend die Besorgung dcs Religionsunterrichtes in dcn öffentlichen Volts- und Mittelschulen, so wi^e in den ^ehrerbildungS-Anstalten und den Kostenaufwand für denselben. Mit Zustimmung beider Häuser des RcichSrathcs finde Ich anzuordnen, wie folgt: tz l. Die den Kirchen« u"d ReligionSgesellschaften gemäß 8 2 dcö Gesetzes vom 25. Mai 1808 (N. O. B. Nr. 48) und § 5) dcs Gesetzes vom 14. Mai 1809 lN. G. B. Nr. 02) obliegende Besorgung dcs Religionsunterrichtes in den öffentlichen Volksschulen schließt die Verpflichtung zur unentgeltlichen Erteilung dieses Unterrichtes in sich. H 2. Den confcssioncllcn Obcrbchöldcn wird ge-stattcl, durch Züsammenzichüiig inchrcrer Schülcrablhci^ lungcn für den Religionsunterricht oder auf sonstige, die Schulordnung nicht störende Weise nach eingeholter Genehmigung der Schulbchördcn Einrichtungen zu treffen, durch welche die Erfüllung dieser Verpflichlung erleichtert wird. § 3. Ausnahmsweise taun für die Besorgung dcS Religionsunterrichtes an einer mehr als dreitlassigen allgemeinen Volksschule oder au einer Bürgerschule eine Remuneration ertheilt oder, jedoch nur an einrr Bür« gcrschulc, ein eigener Rcligicmslchrcr bestellt wcrdcn, Wenn und insolangc über Antrag der Bczirksschulbthördc die betreffende VandcSschulbchörde wegen besonderer Verhältnisse das BcdinfniS hiezn anerkennt. Wenn der Religionsunterricht in Oemäßhcit dcS § 5 d^ö Gesetzes vom !4. Mai 180<> (R/ G. B. Älr. 02) durch einen wclt» lichen hehrer ertheilt wird, ist demselben eine angemessene Rcmuncraliou zu bewilligen. Bei Ausbringung der Mittel für die Kosten, welche nach diesem Paragraph für den Religionsunterricht erwachsen, ist mit Beobachtung dcS ArtifclS 10 dcs Gesetzes vom 25. Mai 1808, R. G. B. Nr. 4i). vorzugehen. § 4. Die regelmäßige Erthcilung dcs Religionsunterrichtes au pchrerbildungSanstallen und Mittelschulen «st für jede Eonfcssion sichcrzuslcllcu. welcher wenigstens 20 Schüler in allcn Klassen zusammen, an welchen die Religion als obligater ^chrgcgcnstand gclchrl wird, angehören. lf 5). Die für den Religionsunterricht nach § 4 erwachsenden Kosten, msoscrnc weder dieselben auS den Religions- odcr EulluSfondS bcstriltcn werden, noch zur Deckung derselben bei einzelnen Schulen e!gc,ic Fonds oder Verpflichtungen einzcll'.cr Personen odcr Corpora-tionen bestehen, gehören zu dcm Aufwaude der bctrcffcu-deu Schulen. § 0. Rücksichtlich dcS RcchtcS zur Besetzung der Mit Gehalt odcr Remuneration verbundenen Religious, lchrerslcllcn und dcs lncbci einzuhalleudcu Vorganges haben dieselben Vorschriften Geltung, welche sür die weltlichen Dienststellen der betreffenden Schulen be-, stehen; es ist jedoch nur ein solcher Bewerber anzu< slcllcn. welchen die betreffende confcssioncUe Odcrbchörde als zur Ellheilung dcs Religionsunterrichtes für befähigt erklärt hat (tz 0 des Gesltzcs vom 25. Mai 1808, R. G. B. Nr. 48). , § 7. Wer den Religionsunterricht an einer Schule ertheilt, untersteht in dcr Ausübung seiner Lehrthäligleit den DiSciplinarvorschriftcu der Schulgesetze. § 8. GegcnwarligtS Gesetz tritt mit dem Tage der Kundmachung in Wirksamkeit. ' Mit dcr Durchführung desselben ist der Minister fl!r Cultus uud Unterricht beauftragt. Wien. am 20. Juni 1872. Franz Joseph m. z>. Aucrtzperg in. p. Strcmayr m. i». Se. k. uud t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 23. Juni d. I. dcm Section-rathe im Justizministerium Johann Edelmann in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Leitung der Strafanstalten Allerhöchstihrcn Orden der eisernen Krone dritter Klasse allcrgnädigst zu verleihen geruht. Der Minister für CultuS und Unterricht hat cinc> bei der Direction für administrative Statistik erledigte ^onceptsadjunctenstelle dem Rechnungsrevidenten dritter Klasse bei dieser Direction Heinrich Chrenberger verliehen. Dcr Handclsminislcr hat dcm Gmeralmspections» Commissär Hranz C; e r n l) einc Ii'spcctorsstcllc bci dcr l t. Gencralinspectior, dcr österreichischen Eisenbahnen vcrllichen. Der Handelsminister hat dem Postdirections. Sc-crclär in ^cmbcrg Wilhelm Klosse eine Postinspccto>S> sttllc im Handelsininistcäium und dem Postdircel^one-Secrelär extru «llüu,» iu Wicn Joseph Kratochwill eine ft)stemisiltc Scclclcnsstcllc im Status dcr l. k. Postdnecl oncu vcrlichcu; dann zu Sccretarcn in diesem Status ernannt: die PostdircctionS>Coliciftistcn Raimuud Stückcr in Graz und Joseph Fischer in Prag, dcn Postamts - Verwalter in Oruck an der Mur Adalbert Cassinelli und dcu Postdirections - Concipisten in ^cmbcrg Moriz Klein. ?l!l! 25. Juni 1878 wurden lü dcr l. s. Hof- nnd Staals- drneierei in Wien dat« XXXIII. m,d XXXIV, Etücl des Reichs- «.eselMaltc« — liorläofig bluö in drr dculschrn Ausgabe — aus- gsgelicn und ucrsclidrl. Dai> XXXIII. «Vlilct r»!häll uulrr Nr. «0 dir Vcrmdmmg ds« Handrlsmiiiistttii!»,^ vom 10. Imn I87!i, belrlffriid die C'iiisiihviiiiq rincr nuhlillichrn Sissülll-Vorschrift auf fämmllichm Eisi-übahücil dcr iin RinclMnlhc verlrrlcnr» Küüigrriche n»d ^nnder. DaS XXXIV, Slück riilhäll niücr Nr. 81 das Gcfch uom N, I>i„i 1872, bllrchend die G^halle dsr Profcssoren an dem vom Staasl!llftn in Einzelhaft, in der Männer-Strafanstalt zn Graz in Ans-silhrnnss zn bringen isl; Nr. 63 die illindmachnnss dct< Finanzmiiiisterinm? vom III Inni 1l^72 übrr dic Znriietverj'^nnq dcs l. sächsiicken Nelxnzoll-a>nlet< zwciler iilasse Schönbcrg von Voilerörcilh nach Schönderss', Nr. 84 da« Orsrh vom lriech>sch orientalische!! Nelis>io!lt>^ fondS an? dem Wnlnnciblrcise de<^ MiüisterinlilS fiir (5ulNit< und lliüerrichl n»d Ueberweisung derselben an dus Acler-banminisserinm; Nr. 8li das Gesetz vom 20. Juni 1872, betreffend die Vesor-gnna. det< Rll,ciio»<.m Cii,t!,lt vo» Gewaltacleu an Clsenbalincu nicht nur die ihnen nach dein ' Gcsctze obliegenden Ainteheindluxgen unverzüglich und mit aller Energie vorzunehmen, sondern in jedcm Falle auch daS bclnffcudc NntersuchungSgerichl, bcziehungs-wcise dcn Gerichtshof crslcr Instanz ungesäumt von dcm Vorfalle in ltcnülnis zu sctzcn. Ebenso hat dcr ^)crr Niinistcr dcS Ixiicrn übcr Ansuchcn dcS Hcrrn HandclSministcrS die politischen Behörden angewiesen, die entsprechenden Maßregeln einzuleiten, damit Eisen-bahnfrcvcl verhindert, allsällig verübte Gcwallactc abcr sofort zur strengsten Ahndung gebracht werden. V. Verzeichnis der für den Fond der Wcltausstcllungs-Commission für Krain gezeichneten Beiträge: fi. lr. Von Herrn Franz Mayr Edier v. Mclnhof. Mitglied des Herrenhauses, Gutsbesitzer in Savenstein..........300 — von mehreren Herren Mitgliedern dcs Gym« nasiallchrtürpcrs in ^aibach.....13 -- von Herrn Bürgermeister Karl Desckmann in Vaibach...........30 — von fürstlich Sullovsti'schen Verwesaml in Ncumarlll..........25 — von Herrn Eduard Pollal, Ehren-Canonicus in Haselbach.......... 5 — Fürtrag . 373 — fl. lr. Uebertrag . 373 — von dcr l. l. prin. Baumwoll-Spinnerei und Weberei in ^aibach........100 — Hiezu laut der flühttcn Verzeichnisse . . . 14(i0 30 Summe . 1933 30 Was mit dcm Ausdrucke des Dankes zur allgemeinen Kenntnis gebracht wird. Vmn Execulm - l5cm,iles Ncichsrathes in der Zeit vom 7. Mai vis zu scincr am 23. d. M. crfolgltl! Vertagung lst als cinc äußerst thätige zu be« zeichnen. Dcr ölttrilichischc Rcichsralh hat sechSzig Gc» setze angcuommcu, und zwar betreffend die ssorterhebung dcr Steuern vom 1. Jänner bis Ei>de März 1872; über die Aushebung der Recnilrn für t.s Jahr 1872; das Finanz^csctz si>r daS Jahr 1872; Gesetze über die Aufbesserung der Ätllmtcngchallc, die Unterstützung mit« lelluscr katholischcr Scelsorc-cr; übcr dic Vollziehung dcr Freiheitsstrafen in Einzelhaft; das DiSciplinar» Statut sür Advocalcn und AdvocalurS'Candldatel,; Gesetze über die Einführung de> Gcwclbegcrichte; über dic Ergänzung deS Artikels 94 der Wcchscloidliung; über dic Regelung dcr Syndicatsllagc; übcr das Versahren bci Efpropria-tioncu in Eisenbahn ^ Angclcgtnhcilln; über die Besorgung dcS RcligionsuntcnichlcS an Volks» und Mittelschulen; über dic Reorganisation der technischen Hocb» schulc in Wicn mid üdcr tue Elliä,ln»g ciün Hockschult für Vodcncullur; Gtsctz' betreffs Reuclung der Gchalle der an technischen und lhcologischen Hochschulen atiglslcll' ten Projessorcn, sowie der Bezüge dcr Schul-Inspcclorcn aller Kategorien und dc.6 an den staatlichen ^ehrcr-Bil-dungöaüstallcn beschäftigten ^ehrpersonals; Grsrtzt übcr die Bewilligung von Vottclic-Anlchcn für Salzburg und ttratau ; übcr die Abündciung dcS ^ 14 dcr Banlstatu-ten; übrr dcn Vcrlauf von Objecten dcs luibcwcglichen Llllalscis,cnthllmo; ül'cr die Elillaslung ciliigcr dieser Objcclc; über tm Erhöhung der HofslaalS.Dotation und über die AuSpiägurlg von Sllberschcidcmünze. Ungci ommcn wlndcn: der Tclrgraphen^Veltrag zwischen Oesterreich und Deutschland, tue Mailcrischntz-Eol'vcnlion mit Noldamerila, die Verträge mit der ^loyd^csellschasl über d>c Besorgung dcS SeepostdienfteS, dcr HundclS- und SckiffatirtSve'traa mit Pvltu^al, endlich daS Post-Ulbcreil'lomlncn mit Montenegro; die Gesetze über dcn zeitweiligen illlailcuschntz auf oer Wiener WcltauSstclllli'g, üvcr die G'sclabahi'; übcr b>e ^inie Krima-Raizeiihain; übcr die Eisenbahnlinie Tarnow» ^cluchow; übcr die Eisenbahn Bozcn'Ü/icran; übcr die Eisenbahn von Mlatz über Karlsbad an die böhmisch« sächsische Grenze bci Iohann^Gcor^ci'stadl; übcr die Eisenbahn Pilscn-Klattau: übcr dic ^ocomoliv Eisenbahn B> üf-Muldc; über die Eisenbahn von Klosl.rgrab-Pirnc«; über die Eiscübahn ^itbcnau-Piscl; Weilers Gesetze über die Erhöhung dcS Friedenoslandes bei der Cavallerie, übcr die Versorgung ausgedienter Unlerofficiere; über daS Lllndwchrstatul nnd die Pfcrdc-Eonscription. Schlicßllch betonen wir die Annahme des Gesetzes über die Unttislützung dcr Nothlciocndcn in Göhmen; die Art und Weise, wie dieses Gesetz angenommen wurde, constalirt ein Vertrauensvotum für die Re-gicrunp. Die öffentlichen Blätter beschäftigen sich zumeist mit einer Rückschau auf die abgelaufene Sesslonsperiode. Die ..Presse" schreibt: Die VersassungSparlei tonne auf dicsclbc mit Befriedigung zurückblicken. Die Vorbedingungen dcs glücklichen Erfolges seien in dersclben geschaffen worden, dcr feste Boden dcr Ärbcit, daS Ber» trauen der Bevölkerung. Es gelle jetzt nur, diese Bedingungen zu nützcn. Dcr „Sonn» und FeicrtagScourier" schreibt: „Man hat in sechs Wochen erstaunliches geleistet. Wir verweisen nur auf die Zeit und Mühe kostenden Vcrhand« jungen dcs VerfassungSaubschusseS über dcn Ausgleich mit Galizien. ')iun licgl doch wenigstens einmal ein Substrat vor, auf Grundlage dessen mit Erfolg weiter gearbeitet werden kann, nnd die Lösung dieser Frage ist damit ein gutes Stück näher gcrückt. Auf dem Gebiete 1040 des IustizwesenS wurde durch die neue Strafproceßordnung ciu Fortschiilt erzielt, dessen ganze Wicbtigteet und Glöße erst dann lecht erkannt werden wird, wenn an Stelle des schwerfälligen und kostspieligen Apparates der neue in Wirksamkeit getreten sein wird. Nicht zu über« sehen ist es ferner, daß man mit dem Gesetze über die Erwerbs- und Wirthschaftsgenosscnschaftcn das bisher vernachlässigte sociale Terrain mit Glück betreten hat. Daneben zeigen zahlreiche Eisenbahnaesetz:, daß man mit Eifer bestrebt l,t, der Industrie immer neue Verkehrs« Wege zu schassen und der Hebung des materiellen Wohl« standes in Oesterreich allen möglichen Vorschub zu lei» ften. Der Reichsrath hatte ferner Gelegenheit, sein? Humanität zu beweisen, und niemand wird ihm die Anerkennung vcrfagcn. daß er rasch und ausgiebig half, wo Hllfe nöthig war. Man stellte den Verunglückten in Böhmen eine Million zur Verfügung, linderte die Noth der Beamten mit fünf Millionen und sorgte selbst für arme Priester in freigebiger Weife. Als eine weitere praktische That müssen wir noch das in letzter Stunde und unter großen Schwierigkeiten zu Stande gekommene Landwchrgcsctz bezeichnen, welches bestimmt ist, unsere Landwehr zu einem lebenskräftigen Institute zu machen, das seine Aufgabe, HauS und Herd gegen den äußeren Feind zu fchützen, nun auch erfüllen kann, rl>äh< rend das bisherige System hiezu vollständig unverwcnd-bar geblieben wäre." Die „Sonn- und Montags-Zeitung" äußert sich in folgender Weise über die auf oollswirthfchaftlichem Gebiete entwickelte Thätigkeit der Regierung und dcS ReichsralheS: „Je rascher in einem Staote die volts» wirtschaftliche Entwicklung vor sich geht, desto nothwendiger ist es, daß die legislative die Lücken in den bezüglichen Gesetzen schleunigst ausfüllt. Bei uns habm nun die ökonomischen Vc'.hältnisfc währen) der letzten Iahrc einen so bedeutenden Aufschwung genommen, daß sich Bedürfnisse herausgestellt habcn. an welche man vor einem Decennium noch kaum dachte. Der fortdauernd steigende Verkchr verlangt neue Eisenbahnen und Wasser« straßen, der cmporblühtnde Handel fordert zu srincu: Schutze und zu seiner Erleichterung neue Verträge mit fremden Staaten, die sich bildenden Erwerbsgenosscn-schaften machen eine RccktSbasis für ihren Gestand noth» wendig, — mit einem Worte: in den mannifalligsten Beziehungen zeigen sich Forderungen, denen nur auf dcm Wcge kr Gesetzgebung ««müstt wcrdcn ka>m. Wir sehen daher, daß in jeder Session des Reichsrathes neben den regelmäßig wiederkehrenden, den Staatshaushalt :c. betreffenden wirtschaftlichen Vorlagen eine stets steigende Zahl andercr Gesetzentwürfe ökonomischen Inhaltes ein» gebracht, respective berathen werden, und l-amentlich die jüngste Session mar in dieser Beziehung so fruchtbar wie kaum cme ihrer Vorgängerinnen. Betrachten wir die uollswirthsckaftliche Thätigkeit der soeben vertagten ReichSralhssession. so können wir einerseits dcr Regierung wie andererseits dem Abgeord-l'elenhausc die Aüerkcnnung nicht versagen, daß sie nach Kräften daran gearbeitet habcn. dic vollswirlhschafllichc Gesetzgebung zu fördern und zu vervollständigen."____ Der ^lreis sur die Mdamenlalartikel sinkt Tag für Tag! Für diese Artikel ist die saiuon mort.0 eingetreten; in „Fundamcntalartikcln" ist durch« au« lein Gischüft mchr zu machen. Die Anhänger der föderalistischen Gesinnungs »Partei durchweht eine rauhe Luft. — Das „Neue Fremdenblatt" entwirft über die Lage der Anhänger der Fundamentalartitel folgendes Bild: „Die Zersetzung im Lager der Fundamentalartiller schreitet vorwärts. Dicsis mal ist es Dr. Prazal un5 die üiirlgcn mährischen „Slavenführcr", auf deren Rück« tritt von verschiedenen Seiten hingewirkt wird. Nach etlichrn Plänllerangriffen seitens des leichten journalisti« schen Fußvolles in Mähren erfolgte soeben eine Haupt» attaque durch den Prager „Potrol", welcher an „etliche Persönlichkeiten des slavischen Generalslabcs" in Mähren den Appell richtet, sie möaen „die jetzigen Verhältnisse erwägen, sich des allgemeinen Partciintcresfes erinnern, ihre persönlichen Interesse» dcm Parteiwohle zum Opfer bringen und — so lange sie eS jetzt ohne materiellen Vcrlust vornehmen können — zurücktaten." Allein es scheint nicht, dak es bei den Persönlichkeiten sein Vc» wenden haben solle. Wenn nicht alles täuscht, sn werden in Mähren auch sachliche Aenderungen vor sich gehcn, die bisherige Taktik wird abgeändert und die sonst während dcr Landtagbscssion sich verflüchtigenden „Slaven» Vertreter" von ihrcm Fun o a me n ta l v oü e n auf den Boden o?r verfafsungS mäßigen Thätigkeit durch das Volt selbst gedrängt werden. Ein Ol» mützcr clericales Blatt bringt nämlich von Brunn die Nachricht, daß m den Ärünncr „slavischen Kreisen" ernst-1ich darüber gesprochen wird. die bisherige Taktik der slavischen Opposition aufzugeben und dieselbe durch eine fruchtbarere zu ersetzen. Die Herren Führer merlten eben, daß sie in Städten und am Lande lüglich mehr an Boden verlieren; sie sahen, baß das' Voll mit der „verflüchtigenden" Politik semcr Abgeordneten liiicht zufrieden lsl, sie erschrackcn darüber, nn5 um sich weiter auf der Oberfläche zu erhalten, kündig:!! sic in ganz Mähren eine Aenderung der Taktik an, was sich der slavische Bauer dann beliebig deuten, sogar als jörmlichc Rückkehr in die Landtagsstube und in den Neichsrath erklären kann." Wir empfehlen diese kurz aber gut ausgeführte Zeichnung auch der Beachtung m hiesigen Kreisen! P^litische"Üe^rsichI Üaibach, 26. Juni. Pester Blätter melden, daß bezüglich der Delegation zum Pest er Reichstage im Sinne des Dualismus eine Vereinbarung getroffen sein soll. Würde cine entgegengesetzte Strömung in Kroatien zu Tage treten, dann spreche solch eine Entscheidung nur zu deutlich dafür, daß man eben durch Kroaten cis! ',' !>.^ die staatS- und ungarfeinolichcli, föderalistifchen Elemente zu entfesseln g^cnlt, die Inlegrität der Stefanslrone, des j Königreichs Ungarn, die Aufrechterhaltung der Mon» ! alchic, die Consolidir«li« . sreihcitlichc und clilturcllt ! Fortentwicklung Oesterreich - Unaarus nach Kräften zu ! verhindern trachtet. In alle» Fragen jedoch ist nur dann eine ersprießliche, glückliche Lösung möglich, wemi kraft der angebahnten, vielleicht bereits erreichten Partei» fusion unabänderlich offen und entschieden mit den exlle-< men staats» und ungarfreundlichcn Elemente gebrochen wird. — Dcr kroatische Landtag hat am 25). d. cine S tzung gehalten; in derselben lhcillc sich d^S HauS behufs Vcrificirnng der fämintlicheil LandlagSmitglicoer in füüf Sectiomn, in jedcr 22 Mitglieder, da 110 NamenSzellcl abgegeben wurden. Die „Bohemia" meldet: England beabsichtige eine europäische Coufere nz vorzuschlagen, die sich mit dcr Stellung dcr Juden in Rumänien bcschäf» ligen foll. — Nachdem einzelne teutsche Regierungen den Wunsch ausgesprochen haben, sich an den preußisch'öster-reichischen Conferenzcn wegen der „Internationale" zu betheiligen, wurde sämmtlichen deutschen Regierungen die Beschickung der Confercnz anheimgestellt. Ueber das deutsche Ief u i le ng cs etz wurde ein Beschluß noch nicht gefaßt, da fowohl dcr dcnerische als dcr fächsische Bevollmächtigte ohne Instruction sind. In München stcht die Frage nicht unbedenklichen Schwierigkeiten gegenüber. Es fanden dort Ministerberathungcn statt, welche vielleicht jetzt einen ailnstniercn Verlauf nehmen werden, feitdem der Iustizminislcr Dr. Finistle zurückgekehrt ist, um für die Zustimmm.g dcr baierischcn Regierung wirksam eitizutrcten. Finan;minister Goulard theilt dcr Natimialocr-sammluna in Versailles sein Expos« Uber die fin an« zielte Lage Frankreichs mit. Er erinnert daran, daß das Deficit im Staatshaushalte 120 Millionen betrage; aber in Folge ncucr Ausgaben und der vorübergehenden Vermindernng einiger Einnahmen werde dasselbe auf 200 Millionen steigen können. Auch werde es nothwendig sein, sür die Kosten der Liquidation vor« zusorgen; doch komme dies e,st später daran. Der Mi-mstcr weiSt die von der Bndget-Commission vorgeschla« gencn Steuern zurück und ,agt, die Regierung halte dafür, daß man von den Rohstoffen einen ansehnlichen Theil jener Hilfsquellen beanspruchen solle, deren man bedarf. Die Regierung habe die Rohstoffstcner mit 170 bis 190 Millionen veranschlagt; die Tarif-Eommission fand. daß die Rohstoffe 08 Millionen liefern könnten; die Regierung nimmt diese Ziffer an, indem sie gleichzeitig anerkennt, daß für jetzt wcacn der bestehenden Handelsverträge blos ^ Millionen erhältlich seien. Die Regierung beantragt ferner einen Zehntel'Stcuerzuschlag auf Salz und 15) Centimes Zuschlag auf vier ander« weil,ge Abgaben, dann verschiedene Maßnahmen, welche dazu bestimmt sind, Unterschleife bei dcr Alkohol-Ge-steueru.lg zu verhindern. Die Regierung hofft auf diese Weise 38 Millionen zu realisiren. Dcr Minister erklärt, daß die Salzsteuer und die erwiihnten vier Steuer-zuschlage von 15 Centimes wesentlich provisorisch seien, und legt schließlich die diesbezüglichen Gesetzvorlagen auf dcn Tisch des Hauses, deren Zuweisung an die Commission für das Budget von 1872 er hicmit verlangt. — Nach dem „Ordr:" wird der Nuntius in Paris in Folge sehr ungünstiger Nachrichten von dem Gesundheitszustände des Papstes sofort nach Rom abreisen. Die Mailänder „PcrseucllN'za" meldet aus Rom, daß das Schreiben dcS Papstes an Cardinal Anto« nclli schon vor einigen Monaten abgefaßt worden ist. Erst das Zusammentreffen von drei der Eurie als be« dclltnnqsvoll geltenden Umständen, dcr Erklärung Lanza's Klüglich dtr Aufhebung der neisllichcn Corporations in Rom, der päpstlichen Thronbcst^jlingsfeier und der Flcisprecknüg dcr am Todtschla^ an dcr Porta Cava« l^gicii Beteiligten galt als ein dcn Moment der Ver» öffentlichung rechtfertigender Anlaß. Verfasser ist, der „Pciseveranza" zufolge, nicht Pins IX. selbst, sondern Canalize Varluzzi, der früher euien wichtigen Posten un auswärtigen Amte dcr Curie einnahm. Das Schrift« stück murbc dcm Papstt zu velschicdcncnümlcn vorgelesen nnd in einzelnen Theileir nach dcm Gutachten dessell'en vcläiidert. — Es sind Gerüchte übcr eine neue Mini-stcrlrisis in Italien im Umlaufe. Sell a soll mit ter Bildung cines neuen Zaoincls dlauftragl sein und Lanza für den Posten cincS Kammer-Präsidenten für bic nächste Session vorgeschlagen werben. Der carlistifche Aufstand schreitet in lic-deutlicher Weisc vor. Selbst in dem Rayon der „Ca«' pitulanten" von Amorovicta, in ÄiScaya, ist die Ruhe neuerdings gestört, die Bcmdln sind gar nicht mehr zu Pie rothe Schleife. Criminal-Novelle von Ernst Orosse. (Forlsetzung.) Fritz sagte zum Gerichtsrath: „Ich sollte leine Frage mehr beantworten, Hcrr, ich hätte Ihnen überhaupt nicht einmal so viel sagen sollen. Ader eS kann wohs nicht anders sein — der Mensch entgeht seinem Verhängnis nicht." Der scharisichtigc Cnminal-Bcamte, der so lange Jahre hindurch gelernt halte, in dcn Ge-sichtszügcn der Menschen zu lesen, begann zu glauben, daß da«, waS- dcr Bursche jetzt auSsprcchen würde, lau« tcre Wahrheit sei. „Ich wollte die Giete schonen," fuhr Fritz fort, „ich wolllc das Mädchcn nicht unglücklich machen, so fchlecht sie auch ist, denn auch ich habe sie lieb gehabt, fo recht von Herzen lieb. Jetzt kann lch nicht mehr schweigen, es wäre auch ohne mein Zu» thun wohl an's Tageslicht gekommen. Ja. Herr, ich yabe die Grete an jenem Abend bei meinem Bruder gc« schen — ich bin ihnen sogar von weitem gefolgt, als sie den Weg in die Tannen nahmen." „Warum sa^et Ihr das nicht gleich?" „Ich sagte «» schon, ich wollte dic Orete nicht verrathen, eine andere Absicht hatte ich nicht dabei." „Erzählt weiter — Ihr folgtet ihnen also in das Holz? Was bewog Euch dazu?" „Mein Ncio und meine Eifersucht auf den Bruder. ES wurmte mich, daß der Anton sich nichts aus ihr machte und sie doch hinter ihm herlief, während ich kein freundliches Wort oder einen Blick von ihr erlangen konnte," entgegncte Fritz mit dcm Anscheine oolltomme» ner Aufrichtigkeit. „Aber Sie nannten die Geliebte Ihres Bruders doch eine schlechte Person. Wie kam es denn, daß Sie sie sich noch liebten?" Fritz erröthetc. „Darüber kann ich mir selbst keine Rechenschaft abgeben, cs mag wohl daher kommen, weil ich gerade nichts bestimmtes von ihr wußte, sondern nur Vermuthungen hegte." Der Rath konnte auch keine Spur von Befangen« hcit mehr bei Fritz bcmerlcn. Alles, was er jetzt fagte, klang fo außerordentlich wahr, daß der Beamte bereits anfing, seinen anfänglichen Verdacht in unbestimmte Ferne zu rücken. „Folgten Sie Ihrem Bruder und seiner Begleite'in so dicht, daß Sie den Gegenstand der Unterhaltung erfahren tonnten?" setzte dcr Rath das Veihör fl.rt. „Anfangs tonnte ich nur die Stimmen unterscheiden. Anton hatte dem Mäochcn wohs seinen Entschluß, daß er sie ausgeben wollte, mitgetheilt, denn sie sprach zuerst llagmd, als wenn sie ihm Vorwürfe machte, und dann drohend. Ich mochte mich nicht so dicht an Äeide herandrängen, aus Furcht,,gesehen zu werden. Oben auf der Höhe des Hügels angelangt, schrillen beic>e den Seiten« pfad entlang nach der Schlucht zu. Schon glaubte ich, daß eine Aussöhnung stalls.funden habe, und wollte nach Hauje zurückkehren, als ich plötzlich einen lauten, gellen» dcn Schrei vernahm. Ich hielt entsetzt meine Schritte an und trat in daS dunkle Dickicht der Tannen zurück. Gleich darauf stürzte eine weibliche Gestalt den Hüa'l hixnnter, und ich glaube mich nicht zu irren, wenn ich in ihr die Grete eslannte. Aüfang« wollte ich sie zurück» halten, aber ich zitterte so vor Schlecken, daß ich nicht sogleich wnßte. was ich thun sollte, und als ich endlich eincn Entschluß gefaßt hatte, da war es zu spät, die Gestalt war längst meinen Blicken entschwunden." Fritz schwieg, er sah dcn Rath gespannt an. aber in den ruhigen Zügen des Mannes laS er liichls von dem, was in dessen Innern vorging. „Und weiter wissen Sie nichts von dcm Tode IhreS Bruders?" fragte der Rath scharf und dnrch« dringend. „Nicht das geringste", gab Fritz ruhig znr Antwort. .,ES unterliegt demnach keinen Zweifel," sagte dcr Rath dann scheinbar mehr zu sich selbst als zu Fritz, „das Mädchen ist die Mörderin. Die Sache liegt klar zu Taae. Sie sind zusammen nach der Schlucht geaan' gen — der Aruder hat dcn Wortwechsel gehört, später den Schrei — er hat gesehen, wie das Mädchen davon stürzte — Hm! ich glaube, daS wird der Mörderin daS Leben losten." Während der Rath dies sagte, hatte er dennoch nicht aufgehört. Fritz zu bcoliachlcn, und cs war ihm nicht entgangen, wie ein teuflisch triumphirendcs Lächeln desscn grobe Züge noch mehr entstellte. Er schauderte fast zurück vor dcm Gedanken, einen solchen Eharalter zu finden, als welcher dieser Mensch sich schließlich entlarven würde, wenn ihn nicht Alles trügen sollte. „Wer fand den Leichnam IhreS Bruders?" 1042 Nach dieser mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Rede recapitulirt dcr Herr Gesellschaftspräfes den Zweck der Lottcric; es werden die Formularien zur Einzeichnung der Gewinnste und Eintragung der mit 5,'osen zu bctheilendcn Adressen an die Comit'smitglied-r angegeben; nach wiederholtem Appell an die edle Vereitwilligleit der Damen und schließt der Herr Präfes die Sitzung. — (Der hochw. Herr Pfarrer V. Potoö. nil) ist am 21. d. in St. Veit bei Lalbach gestorben. Pfarrer Poloilnii arbeitete Ubcr 50 Jahre mit seltenem Eifer im Weingarten des Herrn. Gr war aber auch auf anderem Voden rastlos thätig; seine populären geistlichen und welllichen l'ieder sind vollöthUmlich geworden; er hat die erste deutfch.slovenische Grammatik geschrieben; er redv girte den slovenischeu Kalender (Pratila), der in keinem Wirlh-fchaftshause auf dem Lande fchlt. Beinahe durch vierzig Jahre war er Pfarrer in St. Veit. Sein guter Humor verließ ihn auch in den letzlcn Stunde» nicht. Sein Leichenbegängnis war ein feierliche«. Der hochw. Herr Domdechant Supan fungirte unter Assistenz von mehr als 30 Priestern; der Sängerchor der Citalnica weihte ihm das letzte Lied; der katholische Verein, lcgle einen Kranz auf den Sarg; die Malica, der Lehrerstanb, die Gemeinden und. der LandeS-ausschuß waren zahlreich vertreten; auch das Mitglied deS Abgeordnetenhauses, Herr Dr. Poklukar folgte dem Sarge. — lNus dem Amtsblatt«.) Kundmachung! wegen Verleihung eines Adjutums von jährlich 525 fl. aus der Lichtcnbcrg'schcn Stiftung. Gesuche bis 10. August l. I. an das hiesige Landeögericht. — (Der hiesigen Feuerwehr) theilen wir mit, daß der zweite steiermärlische Feuerwehrtag am 2 I ten d. M. vormittags 10 Uhr, durch einen Festzug in Graz eingeleitet wird. Derselbe wird sich von der Schreiner-schen Vierhalle durch die Anuenstraße Über die Kettenbrücke! durch die Mur-, Spor- und Hofgasse. weiter durch das Burgthor nach der Rlna,straße und Über diese durch die Herrengasse nach dem Hauplplatze bewegen. Der Festausschuß hat die Hausbesitzer und Bewohner der Gassen und Plätze, durch welche dcr Fcstzug sich bewegt, eingeladen, durch Decorirung ihrer Häuser und Wohnungen mit Fahnen, Teppichen, Blumen, Festons u. dgl. den Glanz des schönen Festes zu erhöhen. — (Zum sllnften österr. Lehrertage in Klagen surt) hat dcr Ortsausschuß folgenden Aufruf an die Lehrer Oesterreichs velsendet: „Theuere Amlöge» nossen! Werthe Freunde! Mit inniger Freude hatte unö die Nachricht erfüllt, daß der vierte österreichische Lehrer, tag in Linz den fUr uns sehr ehrenden Beschluß gefaßt, den fliustcn allgemeulcn österreichischen Lehrertag im Iahr^ 1872 in Klagenfun abzuhalten. Kaum werden drei Monden verflossen sein, und die Lehrer Oesterreichs werden sich zum fünften Male in ciucr großen allgemeinen Bcrsaum,' lung vereinigen zu männlich ernster That. Oesterreich? Volksschule bedarf zu ihrem vollendeten Aufbaue noch immer steten Kampfes und unermüdlicher Arbeit. Mehr denn je ist sie heute ein Schlachtfeld von Ideen. Die Gegensätze stoßen hart und unvermittelt aufeinander, und daS Auge der ganzen gebildete» Welt richtet sich auf diesen Kampf, den die Lenker der Erziehung und des Uiiterrich les aufgenommen habrn gegen alle, die in den neuen Bahnen den Feind wittern. Je zäher die Gegner unserer neuen Volksschule darauf bestehen werden, die weitgehenden Ziele der modernen VollSerziehung einzuengen und den vorwärtsdrängenden freien Geist dcr heranwachsenden Ge» neralion vorzuenthalten, je mehr sie sich ereifern werden, die rasche Entwickelung der Volksschule zu verhindern, desto bestimmter und ohne alles Wanlcn und Vermitteln wer» den wir die gründliche Reorganisation der Schule im Geiste der mächtig gewordenen Principien der Neuzeit fördern. Dcr leuchtende Glaube an das erhabene Ziel, „dem Vollögciste eine Gasse zu machen", und der Freiheit der Böller zu dienen, stählt tzcn Willen der österreichischen Schulmänner und gibt ihnen den Muth, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln bei den alljährlich wiederkehrenden allgemeinen Lehrerin die Vollsscbule zu dem zu machen, was sie sein soll: dcr Hort der Volksbildung — die Pflanzstätte des Voltsgeistes. Der Ruf der Freisinnigleil Kärntens, die schulfreundliche Gesinnung der Bewohner KlagcufuNS und die unermüdliche und opferwillige Hingebung der Lehrerschaft derselben sollen wciterS Bürge sein für einen würdigen Verlauf dieser Verfammlung. In der freudige» Erwartung, recht viele Berufsgenossen aus Fern» und Nah in unserer Stadt und unserem herrlichen Alpen» lande, das noch so wenig gekannt ist, herzlich willkommen heißen zu können, zeichnet sich mit collcgialischem Gruße der Ortsausschuß des fünften allgemeinen österreichischen ttehrertages." — (Eine neue „Stimme".) Dem „SlovenSli Narod" wird aus Görz gefchrieben: „Das Organ der flovenifch. latholifchcn Partei in Görz, der «Glas" ist am 18. d. M. zum ersten male erschienen. Das Blatt hat eine sehr bescheidene Form und ist sehr leer an Original. Arbeiten. Ale verantwortlicher Redacteur figurirt nicht! Herr Caplan Strcs, der sich zurückgezogen hat, sondern Herr Vicar Masera. Factischer Redacteur des „Glas" ist der Gymnasialkatechet und gewesener Landtagsabgeordnele Andreas Maruöic." — (Agiozu schlag.) Vom 1. Juli 1872 ab wird der Agiozuschlag zu den hievon betroffenen Gebühren jener Bahnanstalten, welche zur EinHebung eines Ngiozu» schlages berechtigt sind und von diesem Nechte Gebrauch machen, mit 10 M. berechnet. Die zu Gunsten des Pu-blicumS bestehende:, Ausnahmen von der Einhebung eineS Agiozuschlages bleiben unverändert. Oinaesendet. au voll i'ondon, die l>ei Erwachsenen lind itmocrn ihre Kosten 50fach iu anderen Mitteln erspart, Auszug aus 72 000 Gcnesungcll, an Mngru-, Nerven-, Unterleibs-, Brust, Luugcu-, HalS-, Stimm-, Äihem-, Drüsen-, liieren- uud Blasenleiden — wovon auf Perlmigeu Copicn gratis nild franco gesendet werdcu: «lertificat Nr. 64210, Neapel, 17. April 1862. Mein Herr! In Folge einer i!cbcrlranlheit war ich seil siel'en Jahren in einem furchtbaren Zustande von Abmageruug imd i,'eidcn aller Art. Ich war cmßer Stande zu lesen oder zu schreiben; hatte ein Zittern aller Nerven nn ganzen Körper, schlechte Verdammn, fortwährende Schlaflosigkeit, und wir in einer sielen Ncrvenausregung, die mich hin- und herlricb und nur leinen Augenblick dcr Ruhe ließ-, dabei ini höchsten Grade melancholisch. Viele Aerzte halicu ihre Kunst erschöpft, ohne Linderung meiner beiden. In völliger Verzweiflung have ich Ihre l8l,il>>-« versuch! nnd jclzt, nachdem ich drei Monate davon gelebt, sage ich dein liebe» Gott Daut. Die N<'V!,lc'^,'i-<' verdient das höchste Vou, sie hat mir die Orsuudhnl völlig hergestellt und mich iu deu Stand gesetzt, meine gesellige Position wieder einzunehmen. Mit innigster Daulbarteit und vollkommener Hochachtung. Mi!<>»«'io<',n>!,l!:!> iu Pulver !!i!d iu Tllbli'lll'N sür! l^ Tnssrn st. 1.50, 34 Tassen f! 2l>0. 43 Tassen fl. 4 5ü, iu Pulver fllr 180 Tasse» sl. 10, il!r ^",'i Tasse,, f!. 20, fur 576 Tassen jl. 36. Z«l beziehe» durch Vairy du Barry ^ Comp. n 1Vl«u, ^V»112»oll^H««o üll». s, lu I.HlbHoli Ed M ll hr, in Marburg F, Kollctuig. «i Klagenfurt P. Virnbacher. i» Graz Gebrüder Oberrnuzmayr, >u Iuußbruct Diechtl H i ssranl, in ^iuz Hasclmaycr, iu Pest Türöl. in Prag I. ss li t st, iu Briluu ^. Ed er, sawic <» alle» Städten bei guten Avolheleru und Spcrerclhuudlrr''; auch >'?i'ss!'de! das Wiener H^i:^ nach allcn Ocgmden gegen Postanweisung odli Nachnahme Ntuejtc Post. Pcst, 26. Juni. Von 214 acwahltcn Deputirlcn 150 Dcatislcn, (il Oppositionelle und 3 Reformer, In Niina.Szccs mußlc Mlliläl vuii dcn Waffcil Gebrauch > machen. ! Philadelphia, 24, Juni. Der Vertraq von Washinaton wird als gesichert betrachtet. Man glaubt, daß in dcr nächsten Sitzung des Schiedsgerichtes in Genf bic vorhandenen Schwierigltiten in einer iiir beide Länder zufricdcnstcllendtn Weife ausgeglichen werdeil, Telegraphischer ^Uechselcurs nom er ^tant«-»ul7hen 104.60. — Vaul:«lct,ei! ftiiii. Lr>bin 345.70 - ^'ononn 111.75.— 3ilb,r 1,^.75. .^ N l MUm-D»!-catcn 5».3tt - '>t^o!ec.lisd>i Y.95 Kandel nud Wolkswirthschastüches. x,ail»acb, 26. Juni. Nuf dem heutigen Marlle sind er-schienen : ^ Wagen mit Getreide, 5 Wagen mit He» und Stroh (Heu 54 Elr., Stroh 20 Ltr.), 25 Wagen und 3 Schiff (19 Klafter) mit Holz. ________________Durchschnitt«,Preist._________________ N. tl.Ifi. f-,. fi. ,l. si. . Weiz^i pr. Metzln 6 70^77 Vutllr pr. Pjund 41 —, -Korn „ 4 20 4 53 C,er pr Btüll —2— — Verftl « 3 40! 3 40 Milch pr. Maß II)------ Hllfcr „ 2 20 2 20 Äilidfieisch pr Psd ^-j------- Halbfruchl „ -------5 33 Kalbfleisch „ 27_____ Heiden „ 4 80 4 45 Schwciurfleisch,, 2ö_____ Hirs? „ 4 00, 4 55 Bchüpsruflcisch „ -. 17 __. Kulilrul) „ 4 40 4 81 Hllhnbrl pr. Stils ^. g0 Erdilpscl ., 8 30j-------touiil» .. ,h____ Blusen ,") 6-----------H?u pr. Centner , 10 _ Erbsen « g-------Stroh ^ ^ hy .^ ^ ssisolen ,. 620-------Holz, hart., pr Klft. ^ - «^ NiudSschmalz Psd, - 51 - — - weiche». 22"____47Z Schweineschmalz,, —46 — — Wein, roth.. Eimer 14 Specl. frisch, „—40- - »rißer ^ - - il. - eeriil,ch,rt ^ „4z,------- i" - Angekommene Fremde. Am 25». Juni. , ««»«>t HH'l«-«. Varon Marburg, l, l. General-Major, Mai» ^ bnrg. — Modele, Kaufm., Wien. — Iagoditz. Kaufm, Graz. — Uocl'litzer, Kanfm., Graz. — Koller, Hausin,, Marburg. — Dr. Wcnrdiltrr, l. l. Notar, Oottschee. — Dreiwurst, Tarvis. — Ritter v. Walma, Graz. - Plocb, Trieft. Hl«»l«»»G. Heimaull, Kaufm., ü)raz, — i'rppmann, Verlin. — Stacher, Oclonom, Hopfcnbach. - Weljchburg, Nllruberg. — ssran Anna Bednaz, Kaufmannsfrau, Ngram, — Knab^ Ve< sitzcr, Strinbrilck. — Deutsch, Wien. — Voslovit. Nrisend^s Wien.— Klein, Nrisender, Wien, - Wiener. Reisender Wien' — Falsini, Privat, Wien, — Dr. Caöpcr, Privat, Wirn. «lNeteoroslillische AeobachlmllM in Laibach. b ü. Mg. /37« -l-12.s windstill! Nebel . 2»!. 2 „ N, 735-oa 1 26.o SW. z. starl z.Hälfle tiew. „'"" 10 „ Äb. 734« -j-2ft.n windstill qan, bew. ^ ""S."' Danksagung. Fiir die so vielfältigen Veweise liebevoller Theil^ uabmc währeub der Kranlheil unseres uuuergsßlichcn Vater«, dcö Herrn Josef Oiasnik sowie sllr da« zahlreiche, ehrenvolle Geleite zur letzten RuhestUtlt sprechen wir hiermit allen Theilliehmer», brsonderS drm Mäilnerchore der (lilalnica unssien ircirmsten Dans aus. ^'ailiach, 26. Juni 1872. Die Hinterbliebenen. D^li^l.^z^» 2"ic», -'5. Iuui. Theil« iu Folge der Oeldsammlungeu f.lr deu Juli .-Coupon und fiir die ..«,!...<. I,l„> ,» ersilllenden zljervNic,,«,,,^.. Slll tNlltlllyI. trauen«, welches dnrch die Bewegungen der letzten Tage wachgen.seu wordru war. erhöhten sich heute Schwieligleileu und Kosttn der '^?.« . " >"' ^"'^ ^e«, W.ß. die Börse empfindlich und sie reducirte ihr Geschäft in der Besllrchtuug vor weiterem Steigen der Geldknappheit. Bei all dem lauu die Haltung noch da"«"'!'"!! ^""" '" nicht zu verzeichnen sind. ' ""« ^lilsverluste «. >?ll!a»meine «taat«schul»,. ^llr 100 fl. we'd ^ssl>ls V'nhntllch? Staatsschuld zu b P«l».' in Not«, verunc». MaiMovember ^>4 70 «4 «0 ^ „ ^. Februar-August 64 70 <,4 «0 .. Silblr . zänuer-Iuls 72 30 72.40 ,. ^ „ «lpril-0ctober . 72 20 72.30 i'os. V,I l«3«..... 347.-350.- . ^ 1854 (4'/,) zu «f»0 ft. W50 i)7,— , « 1860 ,u 500 fl. . . 104,«0 105.— . « I860 zu 100 fl. . . 127.50 128.-,. ,. 1864 zu 100 fl. . .14650 147.-"laais-DomNneu-Pfanbbrisft z» 120 sl. ü W. in Silber . . 119.— 1IU.f»0 «. 5»»unl>,ntlasiuna«'Vl»ligatio»el,. ssitt 100 fl. lsel^ '"'.'or--irhMtu .... z»5'p " 7?-^ ^^ Mtder-ochcrreich. . .. b ^ «450 95.50 0bll-c)eNerrfich . ^ 5 „ 9375 94 50 ViUeühilrnen . . , « 5 „ 79.- 79.50 «:7.,.-mar, . , . .' s' . 9150 9250 Ungarn .... .'5 ,, 81-75 85 - <^'. P..l»ere öffentliche N»lel,en Donanctgulirmigslosc zu 5pCt. li6 50 97.— U» ^.. Elselibahnaulcheu zu 120 st. »' W. Silber 5«« pr. Slilcl 108 50 109.-'Inn PrUmienauleheu ,« 100 fi. ».M.l?ttN.^iutabl.j vr. Glück 10U.V5 10850 Wlcner llommunalaulchen, illll, Veld ^aore zahlbar 5 P«lt. sllr 100 fl. . . 86 80 87. - «. Actic» von N«il?l^s«itute>,. <^fl» y?'iar!> «ilglo-öfterr. Va«l . . 327,25 327 50 Vnnkoereiu.......341.— 343.— B.'bc,«lHreoitL?lst«lIt . . , . 275.— 278 — Creditllustalt f Handel n. Oe'.u. . 347.75 348 — l5>cn,'!<»,:! . . , .'46 25 140.50 Haubelsba:,!......227, - 22?.5>0 ylatiuualbllnl. . . 859.— 861,— llnioubanl......28',.- 2^5.50 «eleiuichaul . . . 153 50 154.— «erlthrebayl . . 214.50 215.— MUNgen. Gel?» Waare Älsül»» ssiunniuer «ahu . . 181.50 182.— Pl'h»!, Wcsll»ah!i.....256.— 258 - (larl-t»udwig-Vllhn.....244— 244.25 Douau^ampsschissf, Oesellsch. , 610.- 6l2- Ellsllli^h-Weftbllhn.....255.75 256.25 Elisabeth.Wcslbllhu ^'iuz-Vub. weiser Strecke) .... 218.— 219,— Ftrdin«md5:y?>-^s'^,n . 2275—2285.- Veld «Haar, l Fr«n^IoftVb»,V°in . . . 216— 217—l L?mbe?ß-E^l«.«3!»ffyer»^«,h:! , l63 50 164 - l ^ot.d, öNerr....... 510.- 512.-j Oefterr. Norbwlflbllhn , . .218 25 21875 NlwolsS.Vahl!..... 179.75 l80.25> Sicdluburljcr Nohu . . . 18250 183,50 Slaatsbahn...... 356 - 357,— Siidbahn........204 80 205 - Bild.nordb, Verbind, »lchu . 181 75 182 25 Thei^ Gah» . . , , . 278 50 279.-Uugarischc Nordostbahn . . .166— 166.50 llugarischr Ostbahn .... 138.50 139.— Tr,i?lw'/, pcic. 90.25 90.50 «. >p»jyrität«obligatlonel, Nlld ^'.-,ure ^.^Wrstb. ir. G. rerz. sl. <2m,ss.) 95,50 96 -l,5>r?>'no!'^Nardb, in S^ld vcrz. 104 — 104.20 l) . - Äahu .... 101 50 101.70 >0lken. ^ ^d^eft«»«,» . . . 101.30 101.60 Siebend. Vahn in Silber oer, ^ ^"" «-taineb, G. 3'/^ , 5.s>o^ ^, '^' ^-^ '-^ "-'>!^..Von5 ,:'. (1870 .74) ' 500 Krcs pr. Vtlick . ____ Ing Oftbahn für 100 fl . ' ^50 ^^. «. Vrlvatlofe spec S«i an in Karlsruhe in Kupfcr aeslochcncs Bild. die AuSstellungSge-büude aus der Vogelp^rspcctioe darstellend, von d.m Kunsthändler Herrn P. Kaeser herausgeben woiden. In den nächsten Tagen wird auch von Seite der Gene» redirection eine von dcn Herren Architekten Giraid und Rehlcnder gezeichnete und von Herrn W. Baadcr in Holz geschnittene perspcclivischc Ansicht des westlichen, gegen dcn Wurstelprater gelegenen Hauplpartales des WeltausstcllungspalasteS ausgegeben werden, wclchcr weitere pcrspcctivische Ansichten der NeltausstellungSgebäude folgen werden. „Ebm dieses Mädchen. Sonst wäre auch wohl Niemand auf die Vermuthung gekommen, dcn Anton dort zu suchen," sagte Hritz eifrig. „Das böse Gewissen halte sic gewiß so lange beunruhigt, bis sie sich entschloß, dcm Todten wenigstens ein ordentliches Begrab« nis zu verschaffen." Der Rath blickte Fritz streng und durchdringend an. ..Und Sie — Sie? Dachten Sie nicht daran, Ihrem Gruder, Ihrem einzigen Gruder ein ordentliches Begräbnis zu verschaffen?" fragte er dann, jedcS Wort scharf betonend. Gleichzeitig öffnete er schon die Thür der Gesindestube, welcher er sich bereits allmälig ge-nühert hatte. Ein Wink, und über die Schwelle deS Gemaches traten zwei Gensd'armen. Fritz taumelte, sein Gesicht wurde weißer, als di« weißübertünchte Wand. „Was bedeutet das? Was sollen diese — hier?" leuchte er außer Athem. „Es bedeutet, daß Sie mein Gefangener sind. daß ich Sie des Mordes, an Ihrem unglücklichen Bruder begangen, anklage," versetzte der Criminal'Geamte. Fritz wehrte sich wie ein Verzweifelter, aber vergebens. Ein paar Minuten später waren seine Hände fest zusammen geschnürt. Die Gensd'armen wollten ihn gerade abführen, als der alte Schulze eintrat. Ein Blick auf seinen Sohn, auf die Gensd'armen — auf den Rath und er wußte yllts_____der eine Sohn ermordet, der andere ein Mörder l------------------------------------------------------------------- (ßortsthung folgt.) Auch von Seite der großhcrzoql. hessischen Com« mission werden Vorbeleitliüaen getroffen. um im sln« schlusse an die liezü,lichen Arbeiten der Commission des deutschen RricheS die Frauenarbeit in Deutschland auf der Ausstellung in umfassender Weise zur Darstellung zu bringen, für welchc Abtheilung vc>n hessischer Seite werthvolle Beiträge geliefert werden sollen. — AuS Straßburg wird belichtet: Die Betheiligung der elsäs-sischen Industriellen an der Weltausstellung 1873 ist einc erfreuliche. 120 Firmen, welche sämmtliche In» dustrie^wcige deS Landes vertrete», haben die Beschickung angemeldet; unter ihnen die hervorragendsten Repräsentanten der Spinnerei und Weberei und die bedeutendsten Industriellen Mühlhausens. — Einem Berichte aus Bern entnehmen wir, daß in der Ictz