LmbllcherWMtlmg Nr. 3. Priini! merationSprei«: ^im Comptoir ganzj. N. li, h,,i^j. fl. 5.50. Fül die ^ustclluu», il>« Haus halb!.5l) li. Mit b« Post gaüzj.ft, 15, haivj. fl.7.«0- Dienstag, 8. Immer Insert! onSgebilhr bi? 10 Zcilen: lmai «0 ?i., '/lm.uüsv., »m. i sl.:fo:,!t pi.^>:!le Nü.«lr.,LU!.Ulr., 3m. N»tr. u.s. w. Inlcrlionsstcuipcl iebet!m. 30 l». 18«9. DM" D.'s H. Feicrtages wessen erscheint die nächste Stummer am Donnerstag. Amtlicher Theil. 3e. k. und t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschlicßuug vom 28. Deccml'er 1868 dic vom Landtage dcs' Her;ogthums Krain zn Landes-zwcckcn bcschlosscne Landesnnilage von 14 pEt. für das Jahr 1,^8 und von Kl pEt. für das Jahr l8l>!» auf sämmtliche dirccte Steuern ohne Kricgözuschlag, dann für jedes dieser beiden Jahre den Zuschlag von 10 pCt. zur Vcrzchrungssleuer vom Weine, Wein- und Obst-Moste und vom Fleische allcrguädigst zu genehmigen geruht. Sc. k. und l. Apostolische Majestät geruhten mit der Allerhöchsten Entschließung vom 1(>. Dcccmbcr v. I. den Militärzöaliun Georg Tcodorovic, des ausgc-trctencn vierten Jahrganges der INilitäratadcmic zu Wicncr-NcuNadt, zum Untcrlicntcuant im Infantcric-Regimentc Bernhard Herzog von Sachsen-. Mciningcn Nr. 46 allcrgnädigst zu erneuneu. Der Iuslizministcr hat eine bei der Staatsanwaltschaft in Ezcruowitz erledigte Staatsanwaltssubstitutcn-stelle dem LaudeSgcrichtsadjunttcn Wenzel Ritter von Iastrzebski verliehen. Der Ackerbauuiiuistcr hat den Miuistcrialconccftts-. adjuncten Konstantin Grafen Wcrfch ow i tz-Rcy nnd ocn Con^ptöadjunctcu der u. ü. Statthaltcrci Dr. Leo '^erz zu Ministerialconcipistcn im Ackcrbauministcrium ernannt. > ^ ! Nichtamtlicher Theil. Se. Hochwohlgcborcn der k. k. Hcrr Laudcschcf Siginund Eour ad Edler v. Ey vesseld hat dem Magistratsvorstande 5)0 Gulden mit der Widmung zukommen gemacht, dieselben unter einige der dürftigsten Stadtbewohner zum Ankanfc des HolzbcdarfeS für die Winterszeit zu vertheilen. Indem mau diese großmüthige Spende unter einem ihrer Bestimmung zuführt, wird dafür dem edlen Geber der höflichste Dank ausgedrückt. Magistrat Laibach, am 4. Jänner 1869. Preußische Aampsweisc gegen Oesterreich. Begreiflicher Weise ist die Polemik, welche von Seite der ministeriellen preußischen Presse gegen Oesterreich geführt wird, Gegenstand lebhafter Erörterung in den Blättern. In welcher Weise dieselbe indeß zum überwiegenden Theile beurtheilt wird, dafür ist ein Artikel der heutigen „Nölu. Ztg." cincs Blattes von uubestrit-tcn corrcctcr preußischer Gcsinuuua,, im hohen Grade charakteristisch. Daö genannte Blatt wendet sich allerdings auch gegen einen Theil der österreichischen Presse, die ministeriellen preußischen Blätter aber erfahren nachstehende Abfertigung: „Seit Oesterreich ans Dcutsch-laud ausgeschieden ist und Preußcu die Leitung Deutschlands übernommen hat, ohne daß Oesterreich bis jetzt irgendeinen uachwcisbarcu Versuch gemacht hättc, die alte Stclluug wieder einzunehmen, ist der Gruud zur vc-stäudigcu Eifersüchtelei fortgefallen und man hättc hoffe» dürfen, daß nun auch jener langweilige, widerwärtige Federkrieg sein Ende gesunden habe. Aber er wüthet ciumal wieder heftiger als je. Oesterreich, uud insonderheit Graf Bcnst, der Reichskanzler, wird beschuldigt, auf nichts zu sinnen, als auf einen Nachckricg gegen Prcnßcn, zu dein Ende große Rüstungen vorzunehmen und inzwischen die Türkei aufzuhetzen gegen Griechenland, um Preußen in Verlegenheit zu dringen. Denn Preußen, so rcchue man in Wien, würde der russischen Allianz zuliebe auf Seiten Griechenlands treten, dadurch es mit dcn Westmächten, namentlich mit Frankreich verderben und sich isolircu, worauf dcun Oesterreich uud Frauk-rcich, verbündet, mit nllcu Frcuudeu der altcn Ordunug iu Deutschland über Prcußcu herfallen können; denn eiu Vorwaud zu einem folchen Kriege lasse sich leicht finden. Wenn auch Preußen nicht so thöricht ist, die süddcutschcu Staaten mit Gcwalt zum Eiutrittc iu deu uorddcutschcu Vundcsstaat zwingen zu wollen, so beacht es doch die Thorheit, seine im Präger Frieden iibcruom-mencu Verpflichtungen in Schleswig jetzt schon im dritten Jahre nucrfüllt zu lassen, sich dadurch mit der öffentlichen Meinung Europa's in Eonflict zu bringen und jedem, zunächst aber Oesterreich und Frankreich, den stets bereiten Vorwaud zu einem Ultimatum nud zu ciucm Kriege zu geben." „Uud vollends uusiuuig sind" , fährt die „Köln. Ztg." fort, „die Plane, die man in Berlin Oesterreich unterschiebt. Oesterreich soll Unruhen im Oricut auzct-leln! Oesterreichs ausgesprochenstes Bedürfuiß ist der Friede, namentlich aber der Friede im Oriente. Wie gcru würde Oesterreich das Siegel legen an das Grab der orientalischen Frage! Herr v. Bcust wird beschuldigt, daß er die Türkei gcgc u Griechenland aufgehetzt habe; aber erstlich ist diese huudcrt mal ausgesprochene Vermuthung niemals bewiesen worden, uud zwcitcus würde ihu, ließe sich der Beweis führcu, kein Tadel treffen könncu. Es liegt nicht blos im Interesse der Türken, sondern des europäischen Friedens nnd der Ordnuug, daß die Türken sich die beständige Verletzung des Völ« kcrrcchtcs durch Griechenland nicht serner gefallen lassen. Abcr auch wcuu es gar keinen Bcust in der Welt gcge-dcu hätte, hätten die Türken gar nicht anders handeln können, als sie gehandelt haben. Wozu also alle völlig in der Luft schwebenden Anklaget,? Es ist wahr, daß Oesterreich, wie alle übrigcu Staaten, Preußens Beispiel folgend, sein Heerwesen nmgcstaltct hat: aber sein Militärbudget erreicht im Verhältniß noch lange nicht die übertriebene Höhe des preußischen, das allen übrigen Staatcu den Grund oder dcu Vorwand leiht, in eben so übcltricbcucr Weise die Soldatcnspiclcrci zn vermehren und die Staatsschulden cmporznthürmcn, bis dic Zinfcu uicht mehr bezahlt wcrdcu küuueu. Daß Oesterreich zuuächst nicht an Krieg denkt, gcht schon daraus hervor, daß, wie die „Krcuz-Ztg." meldet, vom Kriegsminister überall der tiefste FricdcnSstand herbeigeführt wird, was freilich uicht hindert, daß im Leitartikel derselben Nummer desselben Blattes Oesterreichs Kriegslust Haarc lassen muß." Der Schluß dcS Artikels lautet: „Was soll man zu diesem Kampfe in der Hahneugruvc sagen? Es ist eine Kleinigkeit, die gegeuscitigcu Anschuldiguugcn ins Unendliche fortzuspinuen, wenn jede wirkliche oder ver^ mciuUichc Beschwerde aus der Vergangenheit beständig wiederholt uud breitgctrcten wird und jcdc Aeußerung ciucS jeden Blattes, ja selbst jeder Einfall eines obscu-reu Pamphletistcn gcungt, um die Regierung dafür vcr-autwortlich zu machcu. Wahr uud gewiß ist bei allen gegenseitige» ^uschuldiguugcn am Ende nnr, daß zwischen Prcnßeu uud Oesterreich nicht die freundliche Stimmung herrscht, dic man im Interesse des Fricocus hoffen und erwarten sollte. Wir ucrmögcu keinen Grund abznschcn, wcßhalb Preußen uud Oesterreich jetzt uicht freundlich und friedlich neben einander bestehen könnten, nud alles, was dazu beitragen könnte, das gegenseitige Mißtrancn zu bauncn, würden wir mit aufrichtiger Freude begrüßen". Wir ergänzen diese Auseinandersetzung durch uach> stehcudc Bemerkungen der „Franks. Ztg." „Eiu spätes Ocstäudniß legt die „Nordd. Allg. Ztg." ab. Sie kommt uoch ciumal auf dic Uscdom-Notc uud auf die Verhandlungen, die nach dem Bekanntwerden derselben zwischen Berlin und Wien stattgefunden. zurück. Wie Hankec » H u in o l. Es ist cinc eigenthümliche Sache nm den Humor, -^le Menschen allc, soviel ihrer auch die wcitc Erde bc-!"°hl,en, lassen sich von dcu nämlichen traurigen Ge-uhlcn zn Thiäucu rührcu; aber jedes Volt lacht auj ftinc eigene Weise. Der Deutsche hat einen anderen Hu> '"°r wie der Brite uud der Franzose, und wcuu wir N.ar über dcn Occau fahreu, die Amerikaner zu bcsncheu, !"'den wir uns in dem Hnmor derselben anfangs noch Str'as"' '"recht, als in dem Gewühlc ihrer belebtesten lack?.,^"" ^'"dcr Jonathan liebt auch manchmal zu laam wenn auch in der ihm cig'ncn gcichäftsmäßigcn S^- / kl"" nicht dic Gemüthlichkeit des deutschen er l^cs. mcht die Urkomik des englischen ^allstass; ^r die ei^u I"' ^ Ironic, jenes Humors, dcr selbst und to " Zlwcichcn „-^ vttschM. und deM Vachen stecken tönn^^"^. dw tiefen Ernst nicht gauz ver-^""en, der ihnen oft zu Grunde liegt. 9icihe kleiner m.^/" ^hrcn ist iu Amerika eine ganze was ^a.f c- "^"' "'schienen, welche am bcstcu zclgcu, omischer ^' ^.7'°' "gütlich 'ist. Uuter dem Gewand Sa ° ^zahluugcn nnd Skizzen birgt sich eine kühne Herz ^Mo^ Muud verräth oft ciu schweres um..,?^!! '" ""b""' küudigcu sich dicsc SchriftlU als M- vl '^ ?^' ?'' ^"^"' '"'t der cnglischcu Ortho- is f- ^> , lchrcibcn, wie man iu Amclika spricht. Es ' «ln Qlalect, wie bei uns der plattdcnlsche oder alc« mannischc, welche cine cigcnc schöne Literatur haben; es ist einfach eine Ausaituüg und Verschlechterung der cnglischcu Sprache, aus der mit der Zcit cinc völlige Neubildung hervorgehen mag. Solche Ucbcrgangspcrio-deu sind für cinc Sprache manchmal nothwendig aber immer unschön. Schon die Wicdcransgabc dieses fehlerhaften E»g-lisch, die formlose Emistrucliou der Sätze, die nicdrigcu Wclldnngcn acdeu dcn erwähnten Schriften cüicu ciacu-lhümlichen Ehaiattcr, der sich iu der UcbcrsctzüNlj unmöglich wiedergeben- läßt. " Vielleicht das vcrbreilclslc Heft der ganzen Sainm« luug culhält die polilischcu Eorlcsftondcnzcn dcS M^jor Jack Downing von der Downing-Miliz. Act-clts cm Achtziger, rühmt er sich, der Freund dcS alten Prast-de»tcu Iachou gcwcscu zu sein, dem cr lu allcu lVtuitcl> nacheifert. Er ist das Ulbild cincS echten Iaukcc, nüch» tern und keines Ideals fähig, lmgcbildct uud derb, aber mit Mutterwitz uud schalfem Blick begabt, su daß er oft dcu Nagel anf dcu Kopf trifft; ciu braver Kerl, dem trotzdem die Geheimnisse des Sch indüZ nicht unbekannt sind uud dem auf dicfcr Welt nichts zu schwer und uucrrcichbar crschciut. Das Buch beginnt mit der ersteu Zeit vou Lincolus Regicruug, uud schließt mit ciucm Brief uuö dem Ja-uuar l804, dcr Pcliodc dcr schlccklichslcu Krisis. Mcu-scheu und Verhältnisse ctschciucn daliu verzerrt, fast zur Plaltcn Unbcdeutclidhcit heradgedrückt, uud doch cr^ibl «« ^ ,^'"3° Veispielc der Eclncibart uiögcn gcniigcn. In dcs ^iiaMS Briefen ycißt cs statt (Lionel ^ I^iu«!, statt I.iucoln .. ^miiin 0^,^^,^ ^>^ ,^ ^,<>ra^ni>, ri^dt, zu rit«, Das ll^c na» uuch vertheidigen. Niedere keilte schreiben noch ftrat üjchcr. ^>cc lhnc« ^z^' z^ö Wörtchcil lllai-o^iä zu u, 4, 8eä, w d« LUi-L zu 2 ix. z,^i>^ u,^h 5i^ i)uri>t, iuto t«ai8 zu iu 2 tL(!I'8 u- s' f- sich aus dem gauzcu ein charakteristisches Vild dcr vcr« worl'cncn Znstäüdc nnd Stimmungen jener Zeit. Dcr Major macht ciucn Besuch bei Lincoln, dcr ihn glcich lieb gewinnt nnd nicht mehr vou sich läßt. Er wird seiu Vcttmutcr uild erster Nachgeber, wns ihn nicht verhindert, feine Gespräche mit dem Präsidenten getleulich an die Redaction des „Eawcafhin" in Ncw-^')o!l zu belichten. Dicsc indlscl'ctcn Briefe bildcu dcu Anhalt des Äuchö, und kaum hätlc dcr Verfasser dieser Satire eine bessere Form wähleu töunen. Dcr Major bcfvlicht die Verhältnisse seines Landes sehr ernsthuft, aUcii, in seinem Munde wird alles zur Cari-tVitur. Die Freundschaft zwischen dcn zwei originellen Männern, dcm Piäsidcntcn und dem Major, wird durch cincu Schluck gutcu Brandy's besiegelt, dcn der erstere auflischcn läßt. Mau sollte meinen, Linkm sei bci Vavry du Barrl) iu dic Sch»le gegangen, dcuu cr empfiehlt seine« „<>!»! l^<^ als ciu Univcrsalmittcl gc« gcu Ucbclkeit, Schnupfen, Lcibwch, Eullläftung, Rhcn« mati^unk«, Rnckenschmerzen, Kopfweh uud was es sonst uoch für Lcideu gibt. Seiner Gewohnheit gemäß, cr-^älsit cr glcich eine Geschichte. „Eiu Arbeiter aus dem Wcswi bekam ciumal cincn großeu Splitter in seinen Fusi. Er hatte Holz gespalten, die Axt war ausge« glitlcu, uud cin Splitter, so dick wie d°.r Stiel dcr Axt war ihm in seine Ferse gefahren. Wcll, cr versuchte alles Mögliche. Endlich kam cr zu mir, ich gab ihm cin wenig von imuicm <»!'v<> — und fünf Minntcu darauf ging dcr Splitter herauS!" Dcr Äraudy wurdc für dic bcideu Hcrrcu, was ciuc Handvoll Salz für dic Arabcr, was die Friedens-pfeife für dic Iudiaucr ist, uud bald rückt der Major mit scincn Ratschlägen hervor. „Ihr müßt einen Soldaten nils Euch machen, Linkm, das ist das cistc, was 18 wir damals mitgetheilt haben, mußte der preußische Gesandte in Wicn, Freiherr v. Werther, einen Versuch machen, den Eindruck jener Note abzuschwächen und allerlei Entschuldigungen vorzudringen. Graf Bcust lehnte jedoch cine Discussion über die Usedom'schc Note unter dem Bemerken, daß durch solche Erörtcruugcn das Verhältniß zwischen Oesterreich und Preußen nicht gebessert werden löune, ad und schrieb eine Depesche über diese Unterhaltung au den österreichischen Geschäftsträger in Berlin. Der „N A. Z." war diese kühle Zurück' Weisung des preußischen Beschwichtigungsversuchs ersichtlich unbequem uud sie leugnete, wie sie in solchen Fällen gewöhnlich thut. keck alles ab — nach ihr hatte keine Unterredung ülicr die Uscdom-Notc stattgefunden, war keine Depesche geschrieben, und als von allen Seiten dir Bestätigungen eintrafen, hüllte Herr Braß sich in Schweigen. Ictzt endlich bricht er dasselbe und erzählt M't ganz nuschuldigcr Mieuc selber daö, was er früher gelcuguet. Wie es ihm damals bequem war, die Thatsachen zu bestreiten und zn ignoriren, so paßt es ihm heute, sie zur Anklage gegen Oesterreich zu verwenden. Die „N, A. Z." — eS ist das komisch, aber als ein in die Augen springender Beweis von der bodenlosen Sophistik der preußischen Officiöscu auch tragisch gcuug — entblödet sich nicht, die natürliche und gerechte Entrüstung, welche die Uscdom-Note in Oesterreich und Süd-Deutschland hervorrief, als cin künstliches Product dec Wiener Prcßburcau'ö zu charakterisireu und zur Au-schwürzuug der Beust'schcu Politik zu verwenden. Ob die „N. A. Z." selber glaubt, dafür Gläubige zu finden? Auch der „Coustitntiounel" unterzieht die zwischcu der österreichischen uud preußischen Presse seit einiger Zeit obwaltende Polemik einer eingehenden Betrachtung und gelangt zu dem Schlüsse, daß bei einigem gutcu Willen der Streit leicht beigelegt werden könnte. Ocstcr-reichischerscits bekunde mau mit Wort und That, wie großes Gewicht man auf die Erhaltung des Friedens lege, der fast unerläßlich zur Durchführuug des im Iuuern begonueucn Reformwerks erscheine; aber auch Preußens wiederholte Erklärungen, daß es keine Erobc-rungsgclüste hege, müßten berücksichtigt werden. Demnach mögen die Publicisten jenseits des Rheins nicht imimr in eben so aufrcgeuden als nutzlosen und ermüden-den Erörterungen auf bereits abgemachte Thatsachen zu« rücktommen; „die wahre Friedenspolitik wird sich duich ihre Werte kundgeben". „France", die dasselbe Thema behandelt, klagt die preußischen Orguue an, daß sic Oesterreich ohne allen Grund zu verdächtige» bemüht seien und so den versöhnlichen und beschwichtigenden Bemühungen der Mächte Hindernisse in den Weg legten; ein Treiben, das unlcr den bestehenden Verhältnissen als eben so unpolitisch wie inopportnn bezeichnet werden müßte. Die „Wiener Abendpost" begleitet diese Journal-stimmen mit nachstehender gcwiß berechtigter Bemerkung.- „Wir acccptircn gcwiß gcru auch jür die österreichische Presse den so vielfach ausgesprochenen Nath, eine uufruchtbare uud erbitternde Polemil ciuzustcllen. Aber daö wird sich nicht lcugucu lasscu, daß aus allcu den citirteu Ausführungen lediglich hervorgeht, in welchem Zuslaud äußerster Nothwehr sich die österreichische Presse befindet. Ncuu die Bestrebungen Oesterreichs auf innere Nlformen und innere Erslarkuug selbst in der preußische» zweiten Kammer öffentlich der Verspottung preisgegeben werden, wenn mau die Versuche, seiuc Wehrkraft der der anderen Staaten gleichzustellen, als eben so viele Symptome der beabsichtigten Friedensstörung und einer Nachepolitik brandmarkt, so ist eine Aufwallung des österreichischen Patriotismus in der Presse selbst erklärlich und zu cut-schnldigcn. Aber selbst jenen entschiedenen Prouocationen gegenüber köunen wir uur wüuschcu. daß dic Sprache der Besonucuheit und der Maßiguug mehr und mehr festgehalten werde, und sind unsererseits gerne bereit, uuscrc Bcmcrtuugen, wie dies bisher der Fall gewesen, anf daS Maß des Allcrnothwendigstcn uud Unnmgäng lichstcn einzuschränken". Das Laicnclclllcnt iu der katholischen Kirche. Wien, 2. Iünncr. Unter dem Titel „Zur katholischen Autonomie iu Ungarn" bringt der „Volksfrcund" cinc», wir er bemerkt, auS dcr Feder eiucö angcschcncn uugaiischcn Geistlichen geflossenen Artikel, dcr sich mil dcr iu neuester Zeit oon dem ungarischen Eultusmini-stcr Baron Eötuö^ an^creglen Fra^e der Heranziehung der katholischen Laien zur Theilnahinc am Kirchcnregime befaßt. Während den Laien der anderen iu Oesterreich und namentlich iu Ungarn anerkannten Eonfcssioucn, ganz besonders denen des helvetischen und dcS augsburgischcu Bcteunlnisscs, ein jehr maßgebender Eiuslaß auf dit Leitung ihrcr Kirchen- uud Schulaugclegcnhcilen cmge-räuiul ist, und cdcn in Folge dessen das l,rchl>che Gc-fühl bei den Augehörigcu dieser Eonfcssiouen eiu wcil lebhafteres, das Interesse an dcr religiösen Gemeinschaft ei» stärkeres und dadnlch die Lebenskraft dicscr selbst cinc größere ist, halt die katholische Kirche dic Lailil von jcder Theiluahmc an dcm Kirchcnrcgilnute angstlich fcrn und H.U damit daö erreicht, daß ihre Be-kennrr cinc Indolenz und Apathie den religiösen Angc-le^ci'heitcu gegenüber an den Tag legen, wie sie auch nicht entfernt bei deu Angehörigen der audcrn Eoufes-sionen zn finden sind. Dies tritt bcsondcrS iu Ungain und desscu Ncben-ländern hervor, wo die Zahl der Akatholiteu cinc viel größere als in dcr anderen Reichshälfte ist, uud wo das Princip dcr Autonomie in einer Jahrhunderte alteu EomitatS. und Mulncivnlucifassuug zur liäsligcn Vcr-wirllichuug gelaugt, unabweisbar darnach drängt, auch auf kirchlichem Gebicle Geltuug zn el laugen. Dcr ungarische Cultusministcr hat dahcr nui einem licf gefühlten Bedürfnisse Ausdruck gegeben, als er die Driuglichteit der Bclhciliguua dcr lalliolischen Laien an der Kircheuvcrwlilluug zur Splachc brachte, und cr Hai mit seinem Vorschläge nicht nur bci jenen, sondcru auch im Schooße ocr katholischen Geisllichleit Ungarns Autlang gefunden. Dcuu diese fühlt sich innig verwachsen mit dem Volkc, dcm sie iu christlicher Tugend vola>zu-leuchten dcn Beruf iu sich fühlt, uud bci allem Eifei für das Intcrcssc dcr Rcligion hat sie nicht ucrlcrnt, staatsbürgerliche Pflichten zu üben. Das gilt bcsondcrb oou dcm unteren Eleruö; dcr höhere ist schon ciwaS mchr erfüllt von dem Bestreben, mit absoluter Machtvollkommenheit und höchstens Wcisuu^eu dcr römische» Euric zur Richtschnur uchmcud, daö Kircheurcgiment zu filhrcn. Abcr scldsl iu dcm Episkopat ist dcr Wunsch nach autonomer Gestaltung der ungarischen Kirche rcgc und dic licheimc Sorgc deösclbcu, daß, wic dics schou dagewesen, wieder einmal versucht werden tönulc, iu Wicn einen Primat für die gesammtc katholische Kirche in Oesterreich zu begründen, wird nicht wenig beitragen, um den löblichen Adsichtcn des Baron EölvöS dcn Wcg zn bahnen. Die Erreichung dcrselbcu würde dcr kalho. lischeu Kirche selbst höchst gedeihlich werden. Durch dic Thellualimi dcr Laen an dcr Verwallnng dcr Kirchen» und Schulangell'geuheitm würde die katholische Kirche aus der Erstarrung geweckt, iu dcr sie uuu seit Jahrhunderten sich befindet, u»d ihre Rcgcncriiun,) und V-söhnnna. mit dcn modclucn Z^itidceu in Ungain würde gcwiß nicht ohnc wohllhäügcn Rückschlag bleiben auf die wcslliche Reichshälfte und über diesc hinaus anf alle Tcrritori.n, in dcncu dic katholische Kirchc ihrc Ae tcuncr zählt. Vcit Sehnsucht uud Mißgunst verfolgen daher die Ullramontancu iu Wicn nud anderwärts die Dinge, die sich derzeit auf katholisch.tirchlichem Gebiete in Ungarn vorbereiten. Der ultramontauc Episcopal, der selbst in der Abhaltung von Diöcesansyuodcn, an denen doch keine Laicn, sondern nur dic Psarrgcistlichcu Theil zu nehmen hätten, cinc Gefahr für seine Herrschaft erblickt, kann noch wcuigcr dcn Laien einen Einfluß auf duS Kirchcnrcgimc zugestehen. Nicht immer war es so. In dcr ersten Zeit des Christenthnms nahmen die Laicu thätigcu Autheil au der Verwaltung der kirchlichen Angelegenheiten; es bestand eine PrcSbyterialucrfassnng, wic sie in ähnlicher Weise hcntzutagc bei dcn Protcstantcn und anch bci dcn Juden besteht. Erst im Laufc dcr spätcreu Jahrhunderte, nnd vorzüglich im Mittelaltcr schrumpfte die Einfluß« nähme der Laien anf dic Leitung dcr kirchlichen Angele gcnheitcn mchr und mchr zusammcit uud die Psarrgcist-lichkeit, iu imincr drückendere Abhängigkeit von den Vi-schöfcu gebracht, suchte sich zu rcgrcssiren, indem sie, uud zwar mit voller Zustimmuug ihrcr Oberen, dcn Oemcindcältcs:cn allc nnd jcdc Mitwirlnng an dcm Kir-chenrcgimeute cutzog. In dem Eoncil von Tricnt crhiclt dic Vc« raubung dcr Laicu um allc ihrc Rechte au dcr Kir cheuverwaltung ihrc Sanction, abcr dieses Concil, wiewohl cs die Laicn kirchlich rechtlos machte und die Gewalt der Bischöfe bedeutend erhöhte, ließ dcnn doch dcm Curatclcrus ciuigcn Spielraum, um seine Stimme hinsichtlich der Verwaltung der Kirchcnaugclcgcnhcitcn, wcnu auch uur iu sehr bescheidenem Maßc, geltend zu machen. In regelmäßig abzuhaltenden Diöcesau-Dyuudcn solltcu die Bischöfe dic Geistlichkeit ihrcr Pfarrsprcngel vcrsam^ mclu und mit ihnen über die Abstellung von Gcbrcchcn in der kirchlichen Disciplin und Verwaltung Berathung pflegen. Wic wcnig wurde uud wird dicsc dcm EpiS-copat uubequcme Anordnung befolgt! Im Intci'cfse dcr katholischen Kirche selbst, im Interesse einer lcdcnSkräfligcn Emfaltuug derselben muß dcr unlcrcn Geistlichkeit uud muß auch dcu Laien der berechtigte Eirifiuß w^cdcrgcgcbi'U werden, den cinc herrschsüchtigc Willkür ihuru gcuomiuen hat, und wcnu dcr „Volksfrcnud" in dein crwähuteu Artikel dcn Stoß"» scuszcr vernehmen läßt: ..Die Recht.-, die der Elerus dcm Laicnstandc einzuräumen im Begriffe steh!, werden letzicreu nicht zufiicdcu stellen. I/üji^lil vi^nl rn »ü'ü-^cllul! Die nichtgcistlichcn Mitalicdcr, einmal geweckt durch dcu anhaltenden Autcmomiclärm, crwartcu bedeu^ tendc Umwälzungen uud werden schwerlich an die c^-zogciicu Grcuzcu sich haltcn," so wisscu wir freilich für chu keinen audcrcu Trost, als daß die Erwartung „be-dculcudcr Umwälzungen" cbeu ciue ganz gercchtfcmglc Ihr thun müßt, sag ich. Wcnn Euch das Volt mi! Epauletten sieht, hält es Euch für dcn größten Mann dcr Welt. Macht Euch zum Obersten in Mac Elellau's Geucralstab. Schafft Euch eine glänzende Uniform uud ein schönes Pferd an, laßt Euch iu dcn Z^itungeu beschreiben und abzeichnen; die Bildcrlädcn hängen daun Eure Lithographic aus und in sechs Monaten seid Ihr der popnlärstc Ma»u im Land und sicher, noch einmal Präsident zu werden." Auliu fol^t dcm verständigen Rath und wird Kernel, d. h. Oberst. Allein nun gilt cS auch, Fcld zugspläne zu entwerfen uud ein Wort im KriegSrath mitzureden. „Sagt neulich dcr Kernel zu mir, — sagt cr: „Major, was deult Ihr, worin besteht wul>l dic Kunst der Strategie? — Well, sag ich, Kcrucl, sie besteht darin, daß wir dem Feind aus dcm Wegc gchcu, wenn er zu start für uns ist, — und daß wir ihm dcn Weg verrennen, wenn wir zu start für ihn sind." „Well," sagt Linliu, „wcuu dcm so ist, so haben wir leine Idcc vuu Strategie, schciut es. Dcnn wir lommcn dcm Fciud immer iu die Quere, wenn cr zu stark für unS ist, — und wir lasscu ihm freien Weg, wenn wir zu stark siud für ihu." Erinnert daS nicht an den altcn Zicten, der einen Schlachtplan entwerfen solllc? Er machte einen Tintcn-llcx aufs Papier, „das ist dcr Feind/' — dann noch eim'n Klex, „das bin ich," — dann fuhr cr mit dcr Fcdcr von fich zum Feind, „und so rücke ich auf ihn los und schlage ihn." Solche urwüchsige Feldherrn lrmst findet sich auch in des Majmö Erläuterungen General Mac Elell^n meldctc ciust, cr habe seinc Ove-raliousbasis am IamcöNiucr vclündclt, — wie man vorigen Sommers manchmal von siegreichem Rückzug behufs der Concentration lesen konnte. Bei dcr Nachricht von der „neuen Basis" dcs Gc-ueralS fällt dcm Major die Geschichte uou dcr Bärcu-jagd dcS alten Teuxton Miller ein. Der mnthige Jäger drang einst ganz allein, nur von seinem lrcncu Hund begleitet, iu dcm Wald vor, und faud anch bald eine gauzc Bcucufamilic. Ein heißer Kampf degauu. uud Teflon crlcgtc mit cincm gnlen Schuß ciu ricsigcs Thier. Allein sciu treuer „Halules" wurde zcrrisseu, und von allcn Seiten draugm die Bärcn auf ihn ein. Es vlicb ihm nichts übrig, als die Flucht auf ciucu Baum. Allem wie cr sich gcradc auf ciucn Ast hinaufschwang, wischte ihm cin Bär noch cinö mit seiner Tatze aus und riß ibm daö ganze Hiutcrlhcil seiner Hosen ab. Mit diesem Schaden kam cr glücklich auf dcn sicheren Ast, von wo er voll Unbehaglichtcit auf seine Vclfolgcr her abschaute, bis ihn nacheilende trcuc Freunde aus der Noth befreiten. „Nun," sag ich, „Kernel, Mac Clellans neue Basis erinnert mich merkwürdig an die deö altcn Teuztou, — nicht wahr?" So wenig wic der Obergcncral dcs Nordens, wird Lincoln selbst geschont, abcr die Satire bezieht sich bei ihm nur auf Acußcrlichlciten, auf scine langen Beine und scinc Manic, Geschichten zu erzählen; höchstens daß cr manchmal als unschlüssig erscheint, wic cin Scc> manu, der sein Schiff in dcr Macht dcS Sturmes sieht, uud cs auf gutes Glück dahintreibcn läßt. Gegen deu Charakter des Präsidculcu wird niemals etwas vorgebracht, vielmehr schimmert sciue große Natur selbst in den Schilderungen dcs Majors noch dcuilich durch. Man möchle fagcn, daß Lincoln schou zu scincu Leb zeitcn zur Legende geworden ist, so sehr war er als oll! älie der Held des Volkcs. Man schrieb ihm, dcr so gern erzählte, Witze uud Geschichten zu, die älter waren, als er und die ganze Union. Aber Anccdoten macheu die Ruudc um die Wclt, and so bewirthet Linkin seinen Frcnnd von der Downingvillc-Miliz mit Geschichten uou Irländcrn, die wir in Deutschland von den Lalcnbürgeru erzählen oder aus Hebels Schatzkästlein keuucu. Eine solche Anekdote dient ihm immer als Glcichniß, odcr cr verhüllt damit cinc ausweichende Antwort anf unbequeme Fragen. Es ist vielleicht uicht ohnc Intcrcssc, cincn uuscrcr deutschen Schwanke in amerikanischem Klcidc zu lesen: „In einer Schenke in Illinois waren einmal zwei betrunkene Menschen, dencn man dasselbe Schlafzimmer anwies. Es standen zwar zwei Betten in dicscm Zimmer, aber dic Leute waren so bctrunkeu, daß sie bcidc in dasselbe Bett taumelten. Sic lagcu noch nicht lange, als dcr eine von ihnen dem andern znrief: „Hc, Bill, es ist ein Kerl in meinem Bett!" — ..Weiß Gott, Jim," schrie der zweite zurück, „in meinem Bett ist auch ein Kerl!" Dann schimpften sie noch eine Wcile auf den Wirth, dcr ihucn besondere Betten hätte gcbcn können, und endlich meinte Bill: „Weißt du was, Jim, ich werfe dcn Kerl zum Bett hinaus." — „Ich auch!" sagte Jim, und so fingen sie an, sich zu boxen nnd zu hauen, wic Verrückte, bis sie endlich Beide draußen lagen. ..Liukin fügte als Moral zu dcr Geschichte: „Ich fürchte, Major, fo geht euch unser Krieg zu Eudc. Der Norden und dcr Süden werden sich so lange boxen, bis sie sich bcidc aus dcm Bett, dem Haus nnd dem Hof geboxt haben." Daö sind zu ernsthafte Scherze, um über sie zu lachen; aber die beiden Frcuudc siud auch mauchmal heiterer. So erzählte Linkin von dcm schreckliche« Schmutz in Illinois: „Eines Tages fuhr cin Mann auf der Straße nahe bei Spriugfield, uud faud mitten im Wege plötzlich cincn Hut im Schmutz. Er sticg aus, um ihn aufzuheben, — "aber wic erstaunte er, als er unter dem 19 ist, und daß der Eintritt dieses Ereignisses eben der katholischen Kirche scllist und deren Vckcnncrn zugute kommen wird. (Deb.) Vricchisch-lürkischcr Consiict. Dic Times veröffentlicht ncl'cn dem türkischen lilti-Nlütnm auch in zwei cn^cdrucklcn Spallcn die A»t> Wort dcs yricchischeu Ministers dct< Aclißeru, wclchc Von demselben am 15. December an Photiadcs Vcy gerichtet wurde. Diese beginnt mit dcr Aemcrknng, daß die Regierung mit Bedauern, allein ohne Uclicr' raschung, das im Auftrage der Hohen Pforte ihr zugestellte Ultimatum erhalten hadc, und fügt gleich hmzn, es sei schon aus dem Styl und Inhalt der früheren türkischen Dcpcschcu eisichllich gewesen, daß die ottu-uianischc Regierung weniger auf Gnmd der iu dcu Vordergrund gestellten Vorwändc, als vielmehr aus anderen Giündcu entschlossci, sei, cutschicden vorzugehen. Mit dieser Wendung stellt sich der Minister sofort auf dcn Standpunkt des Nachgiebigen, der von cillcm unversöhnlichen Gegner aufs äußerste gcdiängt werde. Vergebens hade die griechische Regierung die versöhnlichsten Gesinnungen bewiesen und über die besprochenen Vorkommnisse die klarsten, befriedigendsten Erklärungen Lieben, Pcrsich.ruugcu wie Erllmungcu seien fruchtlos geblieben uud jetzt befinde man sich einem Ultimatum gegenüber, das Forderungen enthalte, wclchc mit den Geschcu des Königreiches und der Würde der Regierung unverträglich seien. Obschou er in seiner Depesche vom 9. bereits die türkischen Beschwerden gründlich wi« derlcgt habe, fährt dann der Minister foil, sehe er sich doch durch die Hartnäckigkeit der Pforte, die andere mit den Felgen ihrer eigenen Maßregeln belaste und die Verpflichtungen und die Lage beider Parteien verkehre, gc,>o'N)!gt, dcn Thatbestand nochmals darzustellen und gcgrn alle Ucbc,lrcilil!l,gcn nachtuücklichst zu piotcstircu. Unter VorauSschickmig einer Reihe vo» Anklagen über die Unterdrückung der Christen in dcr Tlnkci, dic schlechte Verwaltung uud die halbcn Maßregeln der tüitischcn Regierung uud die haltnückigc Vorcnthallung dcr durch dcn Hat-Hnmaynm allen Unterthanen dcr Pforlc gc. währlcistetcu Freiheiten, schildert darauf die Depesche den Auobruch dcs kretischen Aufstandcs als eine Nothwendig« tcit und erklärt, daß die Aunalcu der civilisirlcu Welt uur sehr wenig Beispiele einer so barbarischen Krieg-Uchruug aufznwciscn hauen, wie die dcr Pforte gcgcn d'c Insurgenlcn auf dcr Iuscl, Die Behandlung der vclschicdcucn Punktc des Ultimatums, welche sich an diese Auseiullndcrsctzung schlicht, eulhält nur in bedeutend stärkeren Ausdrücken eine Wiederholung dcr bereits nm 9. vorgebrachten Argumente und schließt milder zu» sammeüfasscndcn Ertlärnna, daß cmzclue dcr gestellten Forderungen, wie die Rückkehr dcr Flüchtlinge nild dcr Schutz türkischer Unterthanen in Grieche »land, uic von dcr griechischen Regierung beanstandet worden seien, nnd daß anch die Ncutrulilät Griechenlands nie den Gegen» stand dcr Erörterung gebildet habe; der Rest basirc uur c>"f unbestimmte!!, irrigen Voraussetzungen uud sei schon dadurch uuanlielMbar. Am Schlüsse führt lcr Minister "och Magc darüber, daß die Pforte, statt die Ucbcl ciucö Krieges zu mildcru, dcu Griechen iu dcr Türkei eine ganz ungewöhnlich kurze Frist zur Auswanderung gcbe und an unschuldigen Individuen sich zn rächen suche, weil dieselben gr,cchischc Unterthanen seien. Die Hut einen Kopf sah, dem der Koth bis an dcu Muud mchle. „Donnerwetter, ihr seid in einer schöncu ^age, "ommt, ich will H„ch herausziehen, haltet fest." — ^chr verbunden," sagte der Andere, indem rr das 5 "Mwasser ausspic, „ist aber gar nicht nöthig — auche kcinc Hilfe, ich habe ein gutes Pferd uuter UU', das bringt'mich schon wieder heraus/' . Die Geschichte ist nicht übel, und ließe sich mit ucinci, Veränderungen wohl auch von manchen cnro-palschcn Städten und ihren Straßen erzählen. Ein andcrcsmal wettet Lintin mit dcm Major um ^"en neuen Hut, daß M'Clcllan am ersten April in "Mirnond sei.., werde, beider verliert er sciuc Wcttc u'd federt Revanche. ..Ich wcttc/' sagte er, ..einen ^°ern Hut, ^ i^ ^icscu kann, wann ich ^usl habc." Qk" ?"' lugt der Major, „s° "kst j^t einmal." — ^ll ckc,.,5.""'" lächelnd, und ftcut sich schou seines Dock s '^" Hutes, ich habe jetzt leine ^u,t dazu." w°r uoch"s^^''ügc.' währte mcht la.'gc, .der alte Yaukee saa ^^"""' Er nimmt dcu neuen Putins und diesmal ^'" ""tclen wir um einen ncueu Hut, -. alten nehmen"'' ^"" ^"' " ^^' ^'"" ^'" "'^'""' EinzMicitin^ "otttcn wir auf alle stiken ,! /urgehcn, und die bc.ßcndcn Charaltcr.-Mittbcile ^^"u^vollcn Predigten dcr Methylen 3 ck '. . !' ^i'mr Züge sind mit die besten des m ckt ^ )^'" U' ^ucr.ta am meisten Eindruck gc-Mörd'cr^,^ ^°"'^ Ende des Präsidenten durch Äri.> rs s'. ^"^ bald nach dem Erscheinen dieser in dieser Nrn Sati!"^^ "'" ^'^""^ ^"^^'^ (Schlich folgt) griechische Regierung werde diesem Beispiele nicht fol-gcn, das den Grundsätzen dcr Menschlichkeit wie dcn Ideen dcs Zeitalters zuwiderlaufe, sondern nur den türkischen Consul» ihre Pässe ausfertigen, ohne die Unterthanen dcr Pforlc aus dcm Lande zu treiben. Eo n stanti n vpcl, 3. Jänner. Die „Turquic" meldet: 1200 von deu Freiwilligen, die sich auf it'rcta unterworfen haben, wurden anf türkischen Schiffen nach Griechenland überführt. Constant in opcl, 2. Jänner. Der amerikanische Gesandte Morris hat von seiner Regierung die Weisung erhalten, die griechischen Unterthanen nicht nntcr seinen Schutz zu nehmen. Oesterreich. Wien, 2. Jänner. (Neue Ge sctzcntwü rf c.) Der Entwurf eines GewerbegcrichtS-Gcsctzcs liegt zur Einholung der Allerhöchsten Sanction dcr Einbringuug im Rcichsrathc vor. Die Notariats-Orduuug ist dcm Vernehmen nach im Referenten-Entwürfe vollendet und durchbcrathcn. Die Berathungcu dcr Ornudbuchö-Ord-nung sollen demnächst im Justizministerium beginnen. Ausland, Nom, 2. Jänner. (Der Papst) empfing dcn General Raoult mit einer Deputation französischer Offi-cicre, die zur Beglückwüuschnng des Papstes von Eiuita-vccchia hichcrgckommcn waren. Dcr Papst erneuerte dcu Ausdruck seiner Erkenntlichkeit für Frankreich uud segnete dcn Kaiser, die kaiserliche Familie, die französische Armee und Marine. Paris, 2. Jänner. (Ansprachen dcs Kaisers.) Das „Journal officicl" veröffentlicht die Autwort des Kaisers auf dic Vcglückwünschungcn des diplomatischen Corps. Dcr Kaiser sagte: „Ich bin glücklich, dcn Geist dcr Versöhnlichkeit zu consiatircu, welcher alle Mächte Europa's beseelt; dcnn sobald eine Schwierigkeit aufgetaucht, so verständigen sie sich alle, um sie zu ebueu uud Verwicklungen zu vermeiden. Ich hoffe, das beginnende Jahr werde wie das cden abgelaufene dazu beitragcu, viele Besorgnisse zu zerstreuen uud die Bande cugcr zu knüpfen, wclchc die civilifrrtcn Völker einigen sollen." —- Dcr Deputation des gesetzgebenden Körpers antwortete dcr Kaiser: „Mit jcdcm Jahre wird dic Mitwirkung des gesetzgebenden Körpers immer unerläßlicher, um in Frankreich die wahre Freiheit zu sichern, die nicht anders als durch die Achtuug vor dem Gesetze und eine richtige Ausgleichung dcr öffentlichen Gewalten gedeihen kann. Daher empfange ich dcnn anch stcts mit lebhafter Befriedigung dcu Ausdruck Ihrer so patriotischen und ergebenen Gesinnungen." -^ Dcm Eassalionöhofc sagte dcr Kaiser, daß das Gerechtigkeitsgefühl mchr dcnn je unser öffentliches ^cbcn dnrchdringcu soll. Die Gerechtigkeit ist dic sichcrste Gewähr dcr Freiheit. — Dcm Klerus sagte dcr Kaiser: „Dic Glückwünsche der Geistlichkeit rühren mich stcts tief; ihrc Gcbctc richten uns auf nnd trösten uns. Man könne durch dasjenige, was sich zutrage, sehen, wie unerläßlich es sei, an den großen Principien dcS Christenthums festzuhalten., dic uus die Tugend lchrcn, um glücklich zu lcbcu uud dic Uustcrblichkcit lchrcn, um glücklich zu sterben " Madrid, 2. Jänner. (Vom Ausstände in Malaga.) Die „Gacetta" meldet: Die Truppen habcn in Malaga MO Gefangene gemacht. General Caballeros hat nunmehr alle Stadtviertel Malaga's besetzt. Der Aufstand ist vollständig besiegt. Die Insurgcutcu habcu 'lOO Todte uud Vcrwuudctc. Mssesnenigkeiten. Freiherr v. Hock ^. Wien, 8. Jänner. Heute Mittag« um halb 1 Uhr ist Karl Freiherr v. Hock, Herrenhauemitglied und Leiter dcs gemeinsamen Obersten Rechnungshofes, gestorben. Wühl schon seit Jahren leidend, fühlte sich Freiherr v. Hocl in der letzte» Zeit »icht, ausfallend schlechter; den gestrigen Tag ocidrnchle er gesund und heiter im Kreise seiner Familie: nach 10 Uhr Abends suhlte er Schmerzen in der Lu»^'- er lich den Arzl rufen, doch das Urbel veischlimmecte sich zusehends und heute Mittags war er eine Leiche. Die Krankheit, der er erlag, war ein Lunc,cl>ocdem. Mit seinem Tode ocrlicit der Staat einen ssinci tüchtigsten und sachtundigslen Beamten, daü Herrenhaus eines seiner befähigtesten und sieißigslen Mit-glieder. In finanziellen Fragen, namentlich was Zoll.- und Steuerwcsen bcttifjt, wai Hocl Autorität und seine Stimme war bei Vehandlung solcher Angllcgenheit stets von grüßten» Gewicht. Im Herrenhause wurden darum alle Neserale, die finanzieller Natur waren, ihm überwiesen und er entledigte >>ch seiner Aufgaben immec in sachlichster und gründlichster Weise. Scinc poblische Laufbahn hat wohl nicht so viele "ichlmornente wie seine fachmännische, doch hat er sich srit I8lil Neu dcm constitution,lle» Regime angeschlossen, und obwohl frllher Mitglied des Stveiinus-Vcreins, bat er doch in der e»lschc!dcndsn Hericnhauösil,ung am 21. März mit der liberalen Majorität gegc» das Concordat gestimmt Seil l865 wac er Mitglied des nunmehr ausgelitten Staalöralhs und seit ungefähr drei Vielteljahren liellcidete er das Amt eines Leiters des Obersten Rechnungshofes. Anfangs De« ccmder arbeitete er, obwohl gerade damals etwas leidend, unablässig in der Delegation in Pest und in der Herlen-haussihung am 18. December erstattete er noch das Referat über dcn Gesetzentwurf, betreffend die Forlcrhebung der Steuern. Es war die letzte Sitzung, der er beiwohnte. Aus dcm Lcben des Freiherr« v. Hoct fügen wir hier folgende biographische Nolize:» an: Er war geboren zu Prag am 18. März im Jahre 1808, stammte von isrealilischen Eltern, trat aber noch während seiner Studien zum Katholicismus über. Zuerst befaßte er sich mit Philosophie, nachher mit der Jurisprudenz. 1830 trat er in den Staatsdienst, in welchem er mehrere Jahre in Trieft und Salzburg zubrachte, danu ward er als Director des Haupt» zollamtcs nach Wien berufen und avancilte später zum Re> gieruügsrathe bei der General-Direction der Eisenbahnen. 1849 lam er in das Handelsministerium. 1854 ward er Vile-Prüsident einer Ministerial-Commission, welche wichtige Reformen in der Gefüllsgesetzgebung durchführen sollte, später trat er als Sectionschef in das Finanzministerium ein. Er hat nicht wenig zur Glündung der Hanvels- und Gc-werbelammein, sowie zur Abfassung des Hanoclslammcr-GcscheS M Oesterreich beigetragen und eine große Anzahl Ha.idlls», SllMahrls- und Iollverträge zu Stande gebracht : so fungirte er unter anderem auch bei den Unterhandlungen mit dem deutschen Zollverein und bei den Verhandlungen betreffs üer Münzconoenlion als Vertreter Oesterreichs. Im Jahre 1852 wurde er in den Nitterstand und nicht lange darauf — 1859 — auf Grund dcs ihm verliehenen Oi-dens der eisernen Krone zweiter Classe, in den Fceiherrn-stand erhoben. Seine Aeruiung in das Herrenhaus erfolgte im Jahre 1867. Als Schristsklier aus national-ökonomischem Grbiete erfreute sich Freiherr v. Hoct eines ausgezeichneten Rufes, einige Zeit wirlte er auck auf journalistischem Gebiete, und zwar zuerst im Tricsler Lloyd und spater (1818) in dcr von der conselvatiucn Partei gestalten „Donau-Zeitung" und der conslitutionelle!» „Sulzburger Zeitung". Ein philosophisches Werk von ihm: „Carlesius und seine Gegner", das er als L^jähliger Mann verfaßte und in dem er sich als Anhänger Günther's bekannte, erregte seinerzeit viel Aufsehen. Von scinen national-ökonomischen Schriften ge< »iehen „die Wiener ZoU-Conferenzen" (1852), „die Finanz-Verwaltung Fiantleichs", „die Staatsschulden und Abgaben" und „Amerikanische Finanzen" des gröhlen Ansehens uxd der weitesten Vcrhreitung. («Pr.") — (Vom 5 uez - Cana l.) Auf allen Arbeitsplätzen am Surz-Lanal herrscht unausgesetzt die grüßte Thätigkeit. Tie Arbeiten am Canal selbst beschäftigen gegenwärtig 17.000 Arbliter, und die Schnelligltit des Fortschrittes übertrifft die Eiwcntungen der Unternehmer. Schon lsl der Wasserweg für Fahrzeuge tlcmen Gehaltes zugänglich. Ein Fahrzeug der sranzüsrichcn Marine, die „Leurcttt", mit sli»cr Maiischast, hat dic Landenge passirt auf seiner Fahrt »ach dti Slaliou Mayolte. Es ist das erste Kriegsschiff, welchts dci. Canal benutzt hat, uno Herr v. Ltsjcps meldet: daß sechs Schiffe der egyptischen Flotte demnächst folgen wervln, und vah ln sechs Monaten Schiffe vou 2000 bis Z000 Tonnen, sei es unter Segel, sei es mit Dampf, die Landenge durchschneiden weiden. Locales. — (Laibach-Villacher Nahn.) Dcm Vernehmen nach ulUelhandlln Oelnuoer Klein wegen Ueber» nähme der Concession für oli>ge Aahntiace. — (Streifung.) Rachocm jcbon seit einiger Zeit Einbiuchö°Vclsuche uoitamen und vielfältig veidächtige Persönlichkeiten sichtbar waren, hat Herr Magistralsvolftand Gutmanu im Interesse der öffentlichen und Piioatsicher-hcit verflossenen Sonntag Nachts im ganzen Pomerinlgrbiele cine allgemeine Streifung veranlaßt, welche von dcm Erfolge begleitet war, daß ! 20 Feuer aus, welches dulch einen heftigen Wind begünstigt, binnen wenigen Minuten die auslohenden hölzernen Häuser sammt Wirthschaftögebäuden bis auf den Voven einäscbelte. Daö ganze Dorf, die Kirche, Kaplanei, Schule und dei Pfailhof waren in der glühte» Gefahr. Von den Abbrändlern: Maitin Vlatnil, Franz Vaölovc, Iatol) 5lomlanc, Martin Tisansli und Johann Kcrin war nur der letztere mit 900 fl. assecuiilt, es traf ihn aber ein Schade von wenigstens 3000 fl.', dcr Gcsammlschade beziffert sich auf 5990 fl. Das Vieh nnnde mit Ausnahme uvn 4 Schweinen gerettet. Die Lage der Verunglückten ist derart llosl-los, dah sowohl vom Gemeindeamt«? HI.-Kreuz, als von dcr Vezirtshauptmannschaft Gulkfeld an die hohe Landesregierung die Bitte um Gestaltung miloer Sammlungen >ür dieselben gerichut wuvde. — l.S ckl ll h o erh andl u n g en) heim l. t. Lau-desgelichte Laibacb. Am ?. Jänner. Franz Kovac: Todtschlag i Franz Hafner: Todlschlag. — Am 8. Jänner. Anton Areöar uno Cump. : schwere lörpciliche Aejchävigu>'g: Iosrs 3laoisl,r: Ucdeitietung deö § 41 l St. G. : 5larl Gnesda: Aetrug i Simon Smerdel: Diebstahl : Andreas Nogar: öffentliche G^oall:hätiglnt; Ioscs Cimeimann : Tieb-slahli U^lhias Nozman: schwere lölfte'lichc Beschädigung. — (Theater.) Die Aufführung von Mcycrbecrö herrlichem Tongemälde „Robert der Tclifel" am verflossenen Samstag zum Benefice des abgehenden Bassisten Herrn Rößler war einiger-maßen verunglückt. Herr Ander zivar, der den „Novcrt" zu sciucu besten Partien zählen lanu. war trefflich diöponirt nnd crfrcntc sich üstercn Applause««. Anch Frl. Ielliuct sang die Isabella Mit gewohnter Bravour und Eleganz. Frl. Pich on war sichtlich iudiüpomrt. Herr Rößlrr (Bertram) genügte nicht und ließ insbesondere daö dämoiusche, dramatische Element in Spiel nnd Gcsang gänzlich vermissen, Herr Parth hat ein angenehmes Organ, reicht aber für die Nolle des Naimbaut doch nicht aus-Herr Gütlich entsprach in der kleinen Nulle deö „Alberto." Von den Leistungen des Chors wollen wir oiedmal schweigen. 2)as Orchester war häufigen Schwankungen aufsetzt. Eine an- ^ genehme Episode bildete t aö rechl hübsch arraugirte Balirttableau, dessen Hauptrolle (Helene) Frl. Kon radln in dcr aumnlhigsten Wcisü wiedergab. — Dem Beriishmen »ach haben wir das Wie-, dereintreffcn von Frl Arthur zu gewärtigen, wodnrch uns für l den Nest dcr Saison mancher gennßuollc Abend gesichert sein dürfte. Neueste M- Ans P a r i S. 31. Dccemb. wird „Warr. Wochcnschr." ycschviebm, daß in der gncchisch-türtischcn Angelegenheit zwischen dcn Wiächten nic cinc crnslc Divergenz bestanden hat. (Vgl. dagegen das Telegramm des „N. Wr. Tgdl.") Ixodesondelc herrscht die grüßte UcbcrcinstiM' Mling zwischen Oesterreich, ssranlreich nnd England. Oesterreich hat leinen Schritt in (öonstantinopcl gethan, dci dem es nicht in Uedercinstiminnng nut den Wcst-inächtcn gewesen wäre. Die von dcr preußischen Negier» ung dirigirten Zeitungen nnd Federn fahren in ihren Allgrisfcn gegen den österreichischen Minister des Acußcrn und gegen Oesterreich fort. DuS Vorgehen des ncnen französischen Ministers des Anöwärtl>n, Herrn ^avalcltc, ist ein versöhnliches und offenes. Das „Journal offieicl" veröffentlicht im amtlichen Theil eine große Zuhl von Ernennungen, unter welchen diejenigen von 14!) Hnnptlculcu iu der mouilcn Nationalgardc dcö Scinc-DcpartemeutS sehr bemerkt werden, endlich eine zwischen Frankreich, Oesterreich, Italien uud dcr Schweif unter dem 30. December 180l) in Wien ausgctanfchtc Dcclaratiou, kraft deren die Ermäßigung dcr Preise für Telegramme zwischen England und Oesterreich auch jenen Telegrammen zu Gute kom-lncn soll, welche über Oesterreich zwischen England und dem Orient ausgetauscht werden. In Madrid wurde am 28. December ein republic kanischeS, von 6000 Personen besuchtes Meeting abgc-gchaltcn, ^aufttreducr war der Republikaner Fernando Garrido. "Derselbe schlug folgende Ncsolutiouen vor. welche natürlich einstimmig angenommen wurden : 1. Die Miliz erklärt dcr Ncqicruug, daß sie sich jedem Versuch ciuer Entwaffnung mit Gewalt widersetzen wird; 2. die Regierung muß alle Gefangenen von Eadix in Freiheit fetzen; 3. die republikanische Partei erklärt, daß sie sich oou nun au allen Angriffen dcr Regierung gcgcu die nationalen Freiheiten widersetzen wird; fie wird das republikanische Veto des Rechtes uud der Gerechtigkeit jedem ungerechten uud ungesetzlichen Acte dcr Regierung entgegenstellen. Die Versammelten legten dcn Schwur ab, die Monarchic in Spanien nicht zu duldeu, und zur Vertheidigung dcr Republik mit den Waffcu in der Hand zu stcrbcu. Die Aufgeregte» wollten aufbrechen und Waffen herbeiholen, wovon sie Garrido mit dcn Worten abhielt, die Republik sei so start, daß sie dcr Waffen nicht bedürfe. Zum griechisch linkischen Conflict liegen folgende tclcgraphifchc Nachrichten u»r: Nach ocm Abbrüche dcr Äcziehllngen zwischen der Türkei und Glicchcnlaud zeigten fich die Eadinclc von ocm Wunsche lxscclt, den Folgen desselben zuvorzukommen. Preußen sprach die Ansichl an?, zu einer freuudschafllichcn VclMitlluug dcr zu einer Coufcrcuz vcliamluelieu Unterzeichner des Pariser Vertrags Zuflucht zu »chnun. Die Regierung dco KmscrS cil'aimle die Opportunist dieses Vorschlags nnd empfahl ocnsclbcn niwciwcill der Zustimmung aller Höfe, indem sie mit denselben ülierciuwiu, daß dlc Bc ralhuug zuin eiuzigcn und genau vestliunileu Gcgnl^ slandc dic Prüfung habe, in welchem Maße Mund volHanden fei, den im türtischen Ultimatum formulirtcn Rcclamationcn zu entsprechen. Ein Telegramm dcö französiern B^lschastcrS Äource in Eonslanlinopcl vom 31. December lucldcl, daß lie Pforte bereit sei, un der Eonfcren; lheilznueh' men. Äian lam in gleicher Wcise übrlcin, daß der Vertmer Glicchculands mil coiijultaliucr Slimme zu dcr Eoufeienz zngclclsscn iverde. Das Eluocrnchmcu isl dcmuach zwifchen alleu Äiäch^ ten ciu voll>läudigcs, um dic Eoiiscrenz ui Paris zu cr> öffnen. ÄiarquiS dc ^avulclte schlug uoi, die erste Zu-jlliluneukui'ft auf deu ^. Iänuer scstzusctzcu. London, 3. Iäunei. Dcui Journal „Ouscr< ucl" zufolge düifle die ^oufclenz drei bis vier Tagc dnucin. Dic VeiHandlungen sollen strenge a»f die vorliegende Streitfrage beschränkt bleiben. C oustantiuopcl, 2. Jänner, Abends. Die „Correspondaucc dc Smyrnc" sagt: Dic Maßregel der Ausweisung der Griechen wmde ill Europa sehr gcla-dcll, weil lctzlcrcs die Sachlage uicht lcnnl. Fast alle Griechen dcS O>icl,ts sind entweder »allnulisirt mil uuoollsläudigci! Documeulen oder gricchischc UMcllhaiicn, und alle haben entweder an der Verschwörung. Theil gcnommen oder dcn Aufstund anf itrcla und dlc Sub-scripliouci! zu Gunsten desselben unterstützt. Die Ans» wciinngSmaßil'gel >st kein das Volleriecht ocilctzeudcr willkürlicher Äct, sondcru eill Act dcr Scldstrrhallmig. Dic „Eorrcspondanee" fügt hinzu: Wcun die Eonsclcnz baldigst zusammentritt, w>c dies gewlß zu sein scheint, so ist es wüuschcuSwelth, 0aß dilsclbc sich uicht über die Fllst hiuanö üllSochne, welche dcn Griechen zum Verlassen oer Türlei cii'gciänl'lt wlirde. Paris, 3. Jänner. (N. Wr^Tgbl.) Es scheinen hier sehr crnslc ^Nachrichten aus ^pmiieu eingelaufen zu sein, die man Anstand muimt, vcröffeutlichcn zu lasscu. Iu Wahrheit ist die Einigkeit dcr Eonfercnzmüchtc nicht so vollkommen, wie behauptet wird. Telegraphische Wechselcourse ooni 4, Jänner. öperc. Mctalliques (^0. — 5>vrrc. Mctalliqucs mit Mai^ und November-Zinsen 6(1 !')<).— 5verc.^aiio!>,al-AnIehen^5,4l>.— I8ll0er Scaati«ai!lrhen ^,8«.». — Bantaciieü >>62. — Creditaciien ^53.2N, -London 11«.00. — Gilber N0.^'. — K. t Ducalen 5.04. Kandel und Verlosungen vom 2 Jänner. l83^er Uose. Oc^oqen wnrdcu nachstehende 24 Serien: Nr. W, U2, 20i) W^ Ü^!>', 7W, 915, 1<)«?. 11t?!>, 10lL, U)5I, 2427, 2024, 2740, 2842, 2«52, 2955, H>64, .'!l02, 3175, cj^'^2, i><^!2, 38 1194, 1868, 2550, li^, uud 4122; ,;u i00fl.: Nr. 367, 1262, 1631,1925, 1994, 2425, » 2149, 25)06. 2510 nnd 2799. Diese Obligationen werden vom » 2. Juli 1869 angefangen bei dcr städtischen Casse eingelöst. » Mailand-Cvml, - Eisenbahn - Nrntouscheine. Ge,o- > steil U'inde die Serie 30, Anf diese Serie fiel der Haupttreffer mi! 20.MW fl. auf Nr. 15!); der zweite Treffer mit 5000 fl. anf l«lil; der dritte Treffer mit 2000 fl. ans Nr. cr pr. Stnct —2 — — Gerste „ 2 50 3-- Milch pv. Maß —10 — Hafer ,. 180 2— Rindfleisch pr, Pfd. -21------- Halufruch» „ ------- 3 80 Kalbfleisch „ ^.22— — Heiden „ 2 353— Schweinefleisch,. .22 —__ Hirse ,. 2 50 2 84 Schöpsenfleisch „ — 1.>-> — -. Knturntz „ — — 3 10 Hahndel pr. Stllcl — 35 — — Erdäpfel „ 140------- Tauben „ — ^ __ __ i.'insm „ 3 20------- Heu pr. Zentner - 85 - ^ — Erbsen ., 3 40------- Stroh „ —70 — — Fisolen „ 4 60— Holz,hart.,pr.Klst. .-'-, 8^. Nindi'schmalz Pfd. —48-------— weiches, „ —^- 6 - Schweiuefchmalz „ —44 —,— Wein, rother, pr. ^ ^ Speck, frisch. /,—32 — — Eimer - ^ l< _^ — geräuchert „ — 40j—- _ »u^ß^. ^ __ __ iy .,_ .«rainblirg, 4. I»nner. Auf dem heutigen Marlte suid erschienen.' 40 2Vagen mit Getreide nnd 32 Wagen mit holz. 270 Stück Schweine (12—18 lr.pr. Pfd.). 28 Wägen init Speck. Durchschnitte-Preise. ^ ^, - si. ll. Wrizcil pr. Mctzen 5 5 Butter pr. Pfund . — ^ 37 'iorn „ 3 50 Eier pr. Stück . . — 2 ^"ste ,. .- . ^tilch pr. Viaf; . — 10 Hafer „ 1 90 Nmdsleisch pr. Psd. — ^ 20 Halbsliichl „ — Kalbfleisch „ — 22 Heiden „ 2 50 Schweinefleisch ., — j 19 Hirse „ 2 50, Schöpsenfleisch „ — ^ ^nluru^ ,. 3, ,16, Hähndel pr. Sti,cl — > 22 Erdäpfel ,. 1!48 < Tcmlieu „ —10 linsen „ "',1—7 ! H"l pr. Zenlmr . — ^ - - Erbseu „ -. ,^. i Stroh „ . — .. ^is"!''" » 3 52 Holz, harte?, Pr. Klft, 5 60 Nludi — Spni. frisch, .. -.! 30 weißer „ ._ ~. Speck, «.rrancherl, Pfd. —. > 38 ^ , « Clillcsilliüliml^ lN'r R^lU'lilill. i Ätehrcre Theaterbesucher nnd Abonnenten. Wir i liinuen mir uelsichern, daß uon unsrer Seite alles geschehen ift. um Ihren Wunsch, der auch der unsere ist, ;» erfnllen, und daß dir regelmäßige Tyeatera»zeige nur uoch uon dem Enlgegenlom-nieu der Direction abhängt, an welchem wir übrigens uicht zweifeln wullm. Landschaftliches Theater. Hcnte: Nr. 28. Le'euobild mit Gesang in 3 Abtheilungen uon O. V crg. M'lenlallillischo Hkol)achlulllil.'ll ill Qiwuch. 6U. ^iij,! :i2l»^L ^ 2lö 'NW. schw. heiter" 4 2 „ N.' ! 328 75 ^ -l- 1« O. schwach großlh. bew. 0.^ Ill,. Äd. j 329.47 ! — 0,4 windnill ganz bew. > Nachtö heiter. Starker Reif. Morgenroth. Zn".chmcude Bewölkung. Ruhige i!ust Abcndrolh, Taö Tagcömitlcl der Wärme ü", nm 2'2° üb'er dem Normale. ^^rulllwurilicher vn'daclenr: Ignuz u. .tt l e i n m a Y r. Nnvl!'l»»,kn«'»<'i»t NNen, 2. Jänner. Bei andauernder ilanflust erfuhren sämmtlich«: Papiere ansehnliche Steigerungen, während Devisen und Valuten mcrtlich billiger abgcgcden wurden. Wllsz.Nvlllll)l. Geld minder flüssig. Geschäsl umfangreich. Vessentliche Tchuld. ^. dcs Stnates (fllr 100 ft) O?ld Waare In 0. W. zu 5pHl. für 100 fl. 56.75 57.- detlu v. 1.1866 .... U1.60 61.80 detto rückzahlbar (z) c,<; 5^ <,7..,. delto .. (z) - - - 95.25 95.50 Sildcr'Anlehen von 1864 . . 70.- 70.50 Silberanl. 1865 (Frcs.) rlickzahll». iu37I.zu5pCt. fiir100ft. 73.— 74.- Nat.-Anl. mit Iäu.-Coup. zu 5°/, «5.30 65,50 „ „ „ Apr.-Coup. „ 5 „ 65.20 !!5,30 Metalllque« . . . . „ 5 ,, ^. - W.I5 detlo mil Mai-Toup. „ 5 « 60.a0 60.75 drtlo ..... „4j„ 5350 54, - Mit Verlos, v. 1.1839 . . . 186.— 187.— ,. „ „ 1854 . . . —.- -.- ., „ „ „ 1860 zu 500 st. 93.80 94.— „ „ „ 1860 „ 100 „ 99.25 99.75 „ „ „ 1864 „100., N4.40 114 60 «omo-Reuteusch, zu 42 l.. »u«l. 23 50 23.75 Domaineu 5pcrc iu Silber 111,— 112.— 8. der Krouläudcr (für 100 ft.) Gr.-Entl.-Oblia.. Niederbsterrcich . zu 5"/<. 87.75 88 25 Oberosterreich . „5„ 89.- 89.50 Salzburg .... „5„ 87.- 8«. Geld Waare Bilhmm , . . . zu 5°/ 91.75 92.50 Mähren .... „ f> ^ 8l>.— 89.50 Schlesien .... „ 5 ,. 88.50 89.— Slclcrmar! ... „ 5 ^ z?8.— b9.— Ungarn ..... ., 5 „ 77.50 78.50 Temrser-Bllnat . . ,. b „ 76,50 77.50 Croatieu uud Slavonien .. 5 .. 755,0 79.50 Galizien...... 5 ,. ^.25 ^.75, Siebenbürgen ... „ 5 „ 73.25 73.75 Buloviua .... ,. 5 „ 68.— W.50 llug. m. d. V.-E. 1867 „ 5 „ 77.35 77.75 Tem.«.m.b.V.-E. 1867,, 5 „ 75.75 ?6.— Uctien lpr. Stück). Nalionalban!...... 677.- 679 - Kaiser Frrdiua nds-Nordbahu zu 1000 sl. CM.....1993.—1996 - Credit-Austalt zu 200 ft. ö. W, 250.20 250.40 N.ö. EScolu.-ssel.zu b(X)sl.lj.W. 570- 575 — Statscisenb.-Y)cf. zu 200 ft. EM. oder 500 Fr...... 3W.20 309.30 Kais. Elis. Bahn zu 20s. sl. CM. 175 — 175.50 Sild.-nordd.Ber.-B.200.. .. 152.75 153.— Süd.St.-, l.-tleu. u. z.-i.E. 200ft. ü. W. odcr 500 Fr. . . . 208H0 20V.- Geld Waare Glll.Karl-Lud.-V. z.200fl.EM. 2l4.- 215.- Böhm. Wrstbllhü ;u ^00 jl. . 163. - !64.— Orst.Dou.-Dülnplsch.-Ges. ^^ 55 verloübar zu 5"/« 98 50 98.70 ^ (^. M. j Na«ioi.alb.auso.W.verlusb.5.. 93.75 94.— Ung.Bod.-Ered.-Nust.zu5'/, „ 92.- 92.50 Mg. ost. Äodcn-Crcdit-''lustall verlosbar ul 5"/^ in Silber 106.— 106 50 dlo.iu33I.riIckz.zu5pCt.iui).W. 88.— 88,50 Uose (pr. Stück.) ! Ercd.-A.f.H.u,G.z.100fI.d.W. 163.— 164.- Dou.-Tmpfsch.-G.z.100fl.CM' 93,50 94.-- Stadlgcm. Oftu „ 40 „ 0. W, 33.- 33,50 ^ Salm „ 40 „ „ . 42.— 43.--! Geld Waare Palssy z» 40 fl, i). W. 32 50 33.- «llary .. 40 .. .. . 38— 3?.— St. Ocnois ,, 40 „ ,. . 34.— 33.— Wlndijchgrcitz „ 20 „ „ . 20.— 21.-. Waldstein „ 20 „ « . 2150 22.50 Keglrvich „ 10 „ „ . 14.50 15.50 Rudolf-Stisluug 10 ., „ . 14.50 15.- Wechsel (3 Mou.) AugShurg für 100 fl füdd. W. 99.70 99.90 Frauifurt ü.M.100 ft. detlo 99.80 1»>0.— Hamburg, fiir 100 Mari Banlo 87 80 87.90 London für 10 Pf. Sterling . 118.90 119. . Paris für 100 Franlö . . . 47,25 47.30 Cours der Geldsorte» Gcld Waare K. Müuz-Ducateu . 5 si. 65 lr. 5 fl. 65^ lr. Napolconöd'or . . 9 „ 50 „ 9 „ 50j „ Rufs. Imperials .-.„-„— ^ — ^ Vcreinüthulcr . . 1 ,. 75 „ 1 „ 75> „ Silber . . 116 ., 25 „ 116 „ 50 ,. Kraiuische Grundeutlastungs-Obligatlonün, Pri» vlltnot»ru!lli: 86.50 Geld. 90 Waare,