A3TTMWNN23R Kr Annst, Wissenschaft und geselliges Leben. Nedigirt von Franz Hermann von Hermannsthal. ^ VV. Montag am 11. April 1842. V^? ' No» dieser Zeilschrift erscheinen wöchentlich zwei Nummern, jedes Mal ein halber N»gcn. Der Preij des Blatte« ist in Laibach ganzlührigü, M»^>^ balblädr«, z rl. Durch die l. l. P»st unlcr l!«>u»ert mit »»»»freier Zusendung ganziübrig «, balbiubrig 4 !>. 2. M., und wird dalbjabrig »»rau»­beiahlt. Alle l.t. P»s!ämier nebmen vränumeralion nn. In Laibach pranumcrirl man beim Verleger am sioan, Nr. lyo, im ersten Slocle, Freundesgrnß. An R. IVcn n ich eins!, wo Krain'ö Slamandei Um Aemona's Mauern rauscht. Wandernd meine Schritte lenkte. Ungetan»! und «»belauscht Klopft' ich an des Freundes Thür» Und er öffnete sie mir. Staunen würd' er dann und fragen: i »Dense» noch die Freunde mein?" Und ich wurde freudig rufen: Alle — alle sind »och Dein. Allen bist Du werth und lieb. Weil Dein Herz noch ihnen blieb. Niesen Gruß Dir in die Ferne! Sieh! es weitet sich die Brust, Denn die Sonne glänzet Heller, Und das ?,cd wird mir zur Lust, Frag', wall»» der Vogel singt» Wenn der holde Frühling wintl? — Bubis. Vilder ans der Ferne. vii. Steppenbrände und Küttisbrennen. (Beschluß.) Die zahlreichen Heerden der Steppen werden durch solche Steppenbrände oft nicht wenig in Aufruhr und Schrecken gesetzt. Sie werden, da die Flammen mitunter wunderbare Streifzüge machen und von drei und vier Sei­ten zugleich heranrücken, von ihnen .völlig eingeengt, so daß Hirten und Thieren oft Nichts übrig bleibt, als mit­ten durch das Feuer hindurchzusetzen. Da geht es dann nicht ohne mancherlei unangenehme Vorfälle ab, und un­ter Umständen wird nicht nur manches Haar, sondern man­ches Leben dabei versengt, wenn z. B. die dummen Thiere schnurstracks in brennende Gebüsche hineinrennen. Gewöhn­lich kann man mit dem Winde ganz sicher dicht hinter der vorschreitenden Flammenlinie herreiten, denn sie läsit we­nig Gluth im Rasen zurück; doch muß man sich immer da­bei in Acht nehmen, denn neckisch schlägt zuweilen die Flam­me rückwärts an Roß und Reiter empor, und versengt ihnen alle Haare und Flaumen, wie eine Köchin der ge­rupften Henne. Viele solcher wilden, unabsichtlichen Steppenbrände werden auf folgende Weise veranlaßt, die ich zugleich als einen merkwürdigen Beweis der Barbarei anführe, in wel­cher noch das ganze Landwirthschafcwesen hier begraben liegt. Wenn nämlich die Zeit naht, wo neues Heu ge­macht wird und frisches Korn gereift ist, so spricht ein Steppenwirth zu seinen Leuten so: »Auf unserem Hofe liegen noch große Haufen alten Strohes, das aber voll Mäuse steckt; auch liegen große Haufen alten Heues da­bei, das uns aber bei den starken Frühlingsregen dieses Jahr halb verfault ist, und nach einigen Tagen werden wir den Platz fur's frische brauchen. Auch wächst auf meiner ganzen Tenne und meinem Gehöfte unendlich viel unnützes Unkraut, welches loS zu werden sehr vortheilhaft wäre, zumal da die Tenne bald zum Dreschen gereinigt sein muß. Kommt, laßt uns daher Alles, das Stroh mit sammt oen Mäusen, das verfaulte Heu mit sammt dem Unkraute in Brand stecken! Wir schlagen so auf eine sehr bequeme Weise gewiß mehr als zwei Fliegen mit einer Klappe." Sie ziehen alsdann, wenn sie vorsichtig sind, Furchen um das ganze Gehöfte, damit sich der Brand nicht weiter verbreite, und lassen Alles mitsammen fröhlich in den Flammen aufgehen. Sie bekommen dadurch Alles, was sie drückte, auf einmal vom Herzen, und nennen Das »ihr Gehöfte reinigen.« Gewöhnlich geht es nun freilich so ab, wie sie es wünschen, zuweilen aber läßt sich die ein­mal aufgeregte Flamme auch nicht bedeuten, springt über die Gränzcn, und prasselt in die Saatfelder und weit über die Steppe hin. Indessen trösten sich die Leute auch dann damit, daß sie ja wieder dünge, und aus der Asche noch bessere Kräuter wieder hervorwachsen. Die Historiker werden übrigens bei dieser Gelegenheit nicht unbemerkt lassen, wie schwer es dem Perser Dariu s werden mußte, in einem solchen Lande Krieg zu führen, und wie leicht, ja mit Vergnügen, indem sie dabei nur „ihr Gehöfte rei­nigten« und »ihre Felder düngten«, die Skythen ihm eine völlige Wüstenei in ihrem Lande darstellen tonnten. Das Verfahren der Leute bei denjenigen Steppen­ ISH branden, die sie mit Fleiß anlegen und teilen, weil sie es dem Graswuchse für heilsam halten, ist interessant, und die Vorkehrungen dabei sind eigenthümlich. Setzen wir den Fall, daß ein großer Edelmann einen großen Theil seiner Steppe, und ein solches Stück kann oft 50 — «0 Werste im Umfange haben/ abbrennen wolle, um seine Weide zu verbessern, so läßt er alsbann zunächst das ganze Stück von einigen hundert in Thätigkeit gesetzten Pflügen mit Furchen umziehen, um seine Nachbarn, die Aecker u. s. w. vor dem Feuer zu schützen, mit drei- vier­bis achtfachen Furchen, je nach der Größe der Gefahr und nach der Entzündbarkeit des benachbarten Feldes. Befin­den sich auf der so' umzogenen Steppe noch Enclaoen, die ebenfalls geschützt werden sollen, als z. V. Häuser, Heumagazine, Ackerfelder u. s. w., so werden sie ebenfalls mit Furchen umzogen. Nach der Ausführung dieser Vor­sichtmaßregel begeben sich alsdann ein Paar Dutzend Men­schen mit Heuwischen, die sie brennend an langen Stä­ben halten, auf die trockene Steppe, und stellen sich in gleichen Entfernungen in einer Linie auf, welche die Rich­tung des Windes senkrecht durchschneidet, und ein Jeder zündet vor sich das Heu an. Anfangs ist die Flamme nur ein kleines Licht, brennt aber rund um sich herum, erweitert und verbreitet sich fortschreitend mehr und mehr, und verbindet sich mit der Flamme des Nachbars, bis dann alle nur eine große, unabsehbare Rauch-und Feuer­linie bilden, und so regelmäßig und ruhig mit dem Winde innerhalb der bezeichneten Gränzen vorschreiten. Alle harten Kräuter brennen dabei bis auf die Wurzel aus, und die ganze Steppe wird mit einem Aschenschleier überzogen. Die Leute verfolgen den von ihnen erregten Brand nun deständig, und umgeben ihn auch auf den Seiten, da ihn zähmend und tödiend, wo er trotz der gezogenen Furchen eine Unart begehen will, da aber mit neuer Gluch nach­schürend, wo er Etwas ungenossen liegen ließ. Zuweilen entschlüpft aber doch, ungeachtet ihrer Wachsamkeit, den Wächtern das bewegliche Element, und es entsteht ein wil­der Brand daraus. Ja zuweilen schreie« die Flamme selbst gegen den Wind ganz unerwartet rückwärts, und zwingt die Mannschaft zur Flucht; allein in der Regel geht Al­les plangemäß ab. Die ganze Fläche, alle Vertiefungen und Hügelchen werden mit verkohlten Kräutern überzogen, und kommt bald darauf ein Regen, der, wie man es wünscht, die Salze und den Dünger in den Boden schlägt, so wächst dann in wenigen Tagen durch das Leichentuch der Asche ein frisches, grünes GraZ lebendig und'hoff­nungvoll hervor. Es geschieht dies Abbrennen der Steppe natürlich je nach der Beschaffenheit des Bodens häufiger oder seltener. Manche Sceppenherren lassen es alle vier bis fünf Jahre regelmäßig geschehen. So wie auf der hohen Steppe das Gras, eben so werden auch an den Flüssen hin die großen Schilfwaldun­gen angezündet. Freilich ist es verboten, Dies zu thun, bei Strafe der Verbannung nach Sibirien, weil diese Schilfbrände nicht so gut beaufsichtigt werden können, als die Steppenbrände, und Vieles dabei mit in Rauch aufgeht, was geschont werden sollte. Allein dennoch, Sibirien und allen seinen Schrecknissen zum Trotz, lodern überall die Flußthäler kurz nach der Schneeschmelze in Feuerströmen auf. Dniestr und Dniepr sieht man in der Nacht oft auf langen Strecken hin von rothem Schein erleuchtet, als wenn statt des Wassers Feuer im Thale flöße. Die Gründe zum Abbrennen des Schilfes sind hauptsächlich zweierlei: erstlich das Vertreiben der Wölfe, die sich so zahlreich in den Schilfwaldungen versammeln, als wenn sie eben nichts als große Ratten wären, und dann zweitens, um dem jungen, aufsproßenden Schilfe Luft zu geben, das von dem alten, welches von Sonne, Wind und eigener Altersschwäche gebleicht und verstümmele dasteht, in seinem Wachsthume behindert wird. Da das Schilf, welches sechs Ellen hoch ist, gewöhnlich eine mehre Klafter hoch auflodernde Flamme giebc, und da die Schilfrohre gewöhnlich an vielen Stellen zugleich in Brand gesteckt werden, und die Flamme sich weit und breit in den Fluß-Plawnas verbreitet, so giebt Dies ein Feuer, dessen glühenden Schimmer man in einer Entfernung von vielen Meilen erblickt, besonders bei sol­chen Flußthälern, die, wie der Dniestr, eine Meile breit mit Schilf erfüllt sind. Man glaubt dann, den Flußlauf mit einem feurigen Wiederscheinstreifcn am Himmel ver­zeichnet zu sehen, gleichsam als hätten große Vulccme ihre Schlackenströme in das Thal, seine Wasser trinkend, gestürzt. Es ist dies eine üble Zeit für das arme Thierleben in den Schilfen. Die Encen- und Gänsescharen und die Pelikane sammeln sich auf den See- und Flußarmen zwi­schen dem Schilfe, und schreien und schnattern, als woll­ten sie sich gegen den Flammenstrom zur Wehre setzen. Die Habichte, Adler, Geier und die kaum aus fremden Landen angekommenen Silberreiher stiegen auf und kreischen, unruhige Kreise ziehend, in dem wallenden Dampfe. Die Wölfe, die das Feuer vor Allen nicht dulden können, stür­zen sich truppweise in's Wasser, und retten sich flüchtigen Fußes, uneingedenk der zarten Lämmer und alle Mordge­danken vergessend, an das entgegengesetzte Ufer, wenn ih­ nen hier lucht wieder ein neuer Brand enlgegenschreitec und, noch mächtiger als der vorige, sie aus Qualm und Feuer in die Fluchen zurücktreibt. Die Flammen gewin­nen dann am Rande der Flußarme, wo das Schilf immer am höchsten steht, so viel Kraft, daßsie mit Riesenzungen über das Wasser hinlecken, als wollten sie auch dieses entzünden. Ist der Flußarm nicht zu breit, so schlagen sie, von beiden Seiten her sehnsüchtig zu einander sich neigend und ge­genseitig sich erhitzend, hoch über dem Wasser zusammen, und feiern mit gewaltigem Auf- und Abschwingen ihre Verbindung. Sie sind dabei keineswegs an das Schilf oder Gesträuch gefesselt, sondern wunderbar lösen sie sich zuweilen völlig von der Nahrung gebenden Basis, und schwingen sich frei und ungebunden über dem Wasser, mit rechlichem Schimmer aus dem Qualme hervorblickend. Es sind dann vielmehr die aus den Pflanzen entwickelten Ga. April 1?l5 wurden in 3aibach die allzu häufigen Bettler im Lazareth untergc­bracht, und aus den in den Haupitirchen aufgestellten Armcnkastei, verpflegt. Die Zahl der auf diese Art ousgehaltenen Armen bellet sich «uf 280. i?55 wurde zu Meißen Samuel Hah n cm nun , Doctor der Arzenci» tunde und Gründer der homöopathischen Heilmethode» geboren. ll. April »243 schenkte Herzog Bernhard von Kärnten und Herr von Krain den Carihäuseru zu Geirach ein Haus in Laibach. »?44 wurde zu Stein in Krain Georg Iappc l geboren» der nach voll­endeten Sludicn in, den Priesterstand trat, auf mehren Seelsorger-Posten fegensuoll wirkte, nebst seinen Bcrufsgeschaflen auch die Über­setzung mehrcr Bücher der Bibel in's Krainische besorgte, und end­lich als Domherr und Schulenobcraufscher zu Klagenfurt am lc>. Ok­tober 18U7 im Herrn entschlief. lL2? war der in Krain geborne, und in America als Missionar seaensvoll ' wirkende Friedrich Varog a bereits als Ge»cral«icar des Nisthums Cincinali auf einem Besuch in Krainburg, von wo er sich bald wie­der auf, seinen Posten zurückbegab, dem Landesmuscum mehre Sel­tenheiten aus America, ein Büchlein über die Gebräuche der wilden Indianer, und ein von ihm in der Sprache der Ottawch's verfaßtes Religionshandbuch zu seinem fortwährenden Andenken überlassend. Laib ach. Druck und Verlag des Joseph Vlasnik.