Nr. 150. Dienstag, 5. Juli 1892. 111. Jahrgang. Mbacher ZeUmg. Priinumeratlonepreiö: Mi! Po stverlenbu n g: nainjälirla N !5 dall,!»»,^., « ? «> c,« ^ MQ --Wien. 2. Juli. des Nm^!« ^"^"^"bmls sekte heute die Verathnng ^tt ^??!."^gesetzes fort. Ministerpräsident Graf i«, 3 ' c ^?. ^llte "^der nach längerem Unwohlsein m Hause erschieueu ist, wurde von allen Seiten hcrz-lchst begrüßt. Da der Präsident Dr. Suwlka seinen me?n >."V"?"'.^^ leitet Vicefträfident Baron Chlu-metty die Verhandlungen. Der Vorsitzende gab bekannt b^idez^^!^^'^ Uferen 'der Commissionen Maaen sü^Ä"^!" Angelegenheit der Theuerungs-Nas um .b'e Staatsbeantteu am Montag nach-""7^. um .-j Uhr zuammentrtt. Aba. Kaiser ur-glerte d,e Erledigung des vom .^n^.f. abgeänderten Börscstcuergesetzcs. Vorsitzender Baron Chlumecky erwiderte, der Gegenstand werde in einer der allernächsten Sitzungen auf die Tagesordnung gestellt werden. Abg. Ebenh 0 ch richtete eine Interpellation an den Iustizministcr wegen einer am 21. Juni bei einer Schwurgerichtsverhandlung in Wiener-Neustadt von einem dortigen Staatsanwalt gehaltene Rede, in welcher derselbe die Zunahme der Mordthaten auf die Mangel-hastigkeit des Religionsunterrichtes in den Schulen zurückführte und betonte, dass die Moral zu sehr vernachlässigt werde. »Was nützt es» -- soll nach einem Zeitungsberichte der Staatsanwalt gefragt haben — «wenn die Kinder auch noch so fließend den Katechismus memoriert haben, wenn sie noch so perfect die Glaubenslehren herunterleiern, wenn mau beim Religionsunterrichte nicht auf das Herz und das Gemüth eingewirkt und die Veredlung der menschlichen Sitte außeracht lässt. So lange hier keine Aenderung eintritt, so lange können wir keine Besserung erhoffen, und die Roheit wird nicht der wahren Menschlichkeit weichen». Die Interpellanten fragen, ob der Justizminister geneigt sei, derartigen Überschreitungen des Wirkungskreises seitens der Staatsanwaltschaften vorzubeugen, und was er zu thun gedenke, um in diesem speciellen Falle den beleidigten Rcligionslehrern Genugthuung zu verschaffen. Das Haus setzte hierauf die Sftecialdebatte über die Regelung der Baugewerbe bei tz 3 fort. Ministerpräsident Graf Taaf'fe: In der Sitzung vom 2ttstcn Juni hat der Abgeordnete Ebenhoch an die Rcg erung die Anfrage gerichtet, ob der Regicrungsvertreter, Scc-tionschcf Baron Plappart, die von ihm in der Sitzung des GcwcrbeAuöschussrs vom 25. Juni abgcgebrne Erklärung über autoritative Ermächtigung abgegeben habe. Zunächst kann ich nur vollkommen billigen, wenn Sectionschef Baron Plappart es abgelehnt hat, in das Meritorische der an ihn gestellten Anfraae einzugehen, und dieselbe der Beantwortung des berufenen Ressortministers vorbehalten hat. Wenn von dem Abgeordneten eingangs seiner Ausführungen bemerkt wurde, dass die Regicruug merkwürdigerweise zu dieser Sitzung des Gewerbe-Ausschusses gekommen sei. obwohl ste bei der Wahl eines Referenten selbstverständlich nichts zu thun hatte, so habe ich zu erwidern, dass die Regierung einer Einladung zu dieser Sitzuug Folge geleistet hat. Was die Beantwortung der in der betreffenden Sitzung vom Abgeordneten Bärnreiter gestellten Anfrage durch den Sectionschef Baron Plappart betrifft, so habe ich Folgendes zn erklären: Nachdem die zehnte Session geschlossen wurde, ohne dass der vom Gewerbe-Ausschüsse durchberathene Gesetzentwurf, betreffend die Regelung der Baugewerbe, zur Berathung im Plenum gekommen wäre, hat die Regierung Sorge getragen, dass die vom früheren Gewerbe-Ausschüsse beschlossenen Bestimmungen auch in der neuen Vorlage Aufnahme finden, und dass ist denn auch in der von der Regierung mit Allerhöchster Genehmigung in der in dieser Session eingebrachten Vorlage geschehen. Der Regierungsoertreter wurde daher speciell angewiesen, so weit immer thunlich ist. dahin zu wirken, dass die nach so vielen Mühen zustande gekommene Regierungsvorlage und sohin die derselben entsprechenden Ausschussanträge nicht alteriert werden, und infolge dessen ist Sectionschef Baron Plappart im Ausschusse und im Plenum für die Be» rechtigung der Baumeister nach dem Ausschussanträge und gegen den mit dieser Bestimmung nicht vereinbar-lichen Antrag Zallinger eingetreten. Durch die Annahme des Antrages Zallinger im H 2 erleidet jedoch das System des Gesetzentwurfes in einer seiner wichtigsten Bestimmungen eine wesentliche Aenderung, und es hat daher Sectionschef Baron Plappart die autoritative Ermächtigung erhalten zu erklären, dass der Antrag Zallinger ein der Empfehlung zur Allerhöchsten Sanction entgegenstehendes Bedenken begründe. Bei diesem Anlasse muss sich die Regierung aber auch mit aller Entschiedenheit gegen eine Aeußerung, die in der letzten Sitzung gefallen ist, verwahren und erklären, dass die Minister ihrer verfassungsmäßigen Verantwortlichkeit sich vollkommen bewusst, dass sie jedoch ausschließlich Sr. Majestät des Kaisers Diener sind. (Beifall.) Abgeordneter Dr. Pattai polemisierte gegen den Grafen Taaffe und sagte, dass der von der Regierung eingeschlagene Vorgang ein ungehöriger sei. Die Regierung habe in dieser Frage außerordentliche Willfährigkeit gegenüber einer Partei bewiesen. Redner hofft, bafs das Haus von dem einmal gefassten Beschlusse nicht abgehen werde, und er glaubt auch nicht, dass die Regierung eine Portefeuille- und Cabinetsfrage aus diefer üompetcnzfrage zwischen dem Zimmermeister und dem Baumeister machen werde. Sectionschef Baron Plappart erklärte, dafs die Regierung auf demselben Standpunkte stehe, wie der Referent im Ausschusse dar gelegt habe. Schwere Bedenken müsse Rebner gegen den Antrag Zucker aussprechen, den er abzulehnen bitte. Abgeordneter Pininsli sagte, die Legalität des seiner-zeitigen Beschlusses sei unbestreitbar. Auch der Antraa Exner sei legal gestellt, denn jeder Abgeordnete, auch der Referent, habe das Recht, Anträge zu stellen. Redner betonte bezüglich des Antrages Widmann. dass Feuilleton. Land und Leute iu Guatemala. A'M^I. "!Ä3 "icht ein seltsames Sehnen beim Anb cke von Büdern aus den Tropen, wen nicht der RÄA« "" ^" "°" Neisebeschreibungen die 2^ '-'" Elchen gleichsam ein ewiger Frühling lernn '. """'"l ""s eigener Anschauung kennen zu n s7'. c^"^ .^"ation, welche die Mntter Erde Näb. ^wenderischer Fülle sprießen lässt, in nächster un3 U bewundern, mit einem Worte selbst einmal unter Palmen zu wandeln? «M««^ doch bewährt sich hier der Ausspruch Lessings: ungestraft unter Palmen,- denn K ' "thlgt ,st, längere Jahre in einem tropischen Gewn^V^N' thut dies meistens ans Kosten seiner In M ^' "?° "hne einiges Fieber geht es selten ab. RepM """"?' 5" bedeutendsten unter den fünf sind alll ^l"^' das Central-Amerika-Festland bilden, anaefan^', V.^ 5« Hause, von der tropischen Hitze nür 3a 17^"?'" Eisregionen, trotzdem man dort N ^ Grad vom Aequator entfernt ist. sammen ^"^'^^ lMNt mit der Höhenlage zu- ?2 ^>^?d es beispielsweise au der Küste wie w,)^ ^ lascht in der Hauptstadt ein Klima. Ae I^l? ^°""' 3"'" hierzulande, da diese durch v ea) m ^' ^ ,(50()0 F"b über den: Meeres- NÄ "?.' Hochplateau, das ringsum vou Bergen 2Mk" '^ >i" klimatischer Beziehung ganz be-onders bevorzugt ist. Selten wird es so heiß, dass man darunter zu leiden hat, und des Morgens uud Abends herrscht stets eine erfrischende Kühle. In Que-zaltenanzo dagegen, der zweitgrößten Stadt des Landes, die etwa drei Tagereisen von der Hauptstadt entfernt lst nnd circa 80()0 Fuß über dem Meeresspiegel liegt, kann man des Morgens oft Eis in den Straßenrinnen sehen. So ist also für alle Geschmacksrichtungen gesorgt; wem es an einem Orte zu kalt ist, der kaun nach einem tiefer gelegenen Platze gehen, und umgekehrt, wem es zn warm ist, der kann leicht nach einem höheren gelangen. Guatemala, die heutige Hauptstadt des Landes, mit circa 60.000 Einwohnern, wurde erst vor etwas über 100 Jahren gegründet, nachdem die frühere Capitale Antiqua durch eiu heftiges Erdbeben gänzlich zerstört worden war. Die Geschichte dieser unglücklichen Stadt, welche im Jahre 1542 gegründet wurde nnd seinerzeit nut zu den reichsten und beoöltertsten des spanischen Amerika's gehörte, erinnert vielfach an das Schicksal Pompeji's. Nachdem Antiqua im 17. Jahrhundert durch verschiedene Epidemien und Erdbeben mehrmals stark heimgesucht worden, besiegelte ein im Jahre 1773 hereiubrechcndcs Erdbebeu. bei dem die Stadt in einen Trümmerhaufen verwandelt wurde und viele Mcnsch.-n-leben verloren giengen. ihr Schicksal. So stark war der Auswurf au Asche, deu der Vnllan Fnego ansspü-, dass die Sonne am hellen Tage verdunkelt erschien nnd die entsetzten Einwohner nach' dem heutigen Guatemala flüchteten, um niemals nach dieser Stätte dei Unglückes zurückzukehren. Dabei ist aber die Lage der Stadt ganz herrlich unb auch ihr Klima sehr günstig, wenngleich die alten Spanier darauf nicht mit Unrecht das Bild anwendeten, dass Antiqua mit einem Fuße im Paradiese, mit dem anderen in der Hölle stehe. Den schönsten Rundblick auf Guatemala genießt man des Abends, kurz vor Sonnenuntergang, von dem nahegelegenen Cerro be Carman, einem ehemaligen Kloster, von dem heute jedoch nur noch ein altes Kirch-lein und einige Mauerüberreste geblieben sind. Unter uns die Stadt mit ihren meistens ebenerdigen Häusern, nur überragt von den zahlreichen Kirchen, vor uns in majestätischer Erhabenheit, fast bis zu den Wolken reichend, die Vnlcane Agua. Fuego und Sagaya und das Ganze eingeschlossen in einen Kranz von Bergen. Wenn sich die Sonne nach und nach senkt, so erglänzen die Berge in allen Schattierungen von rosa-roth bis zu dem dunkelsten Purpur, ein Anblick, wie man ihn nur in tropischen Gegenden findet, ^ur un-geru reißen wir uns von diesem Schauspiel los, doch von der benachbarten Canoelaria - Kirche lautet es Anaelus. und nun ist es Zeit zur Heimkehr, denn der Ueberqang vom Tage zur Nacht erfolgt fast unmittelbar, und war es eben noch hell. 0 wird es m weniaen Minuten so dunkel, dass man Licht braucht, um sich zurecht zu finden. Der Eintritt der Dunkelheit erfolgt jahraus jahrein um tt Uhr, und diese dauert bis « Uhr morgens, also volle zwölf Stundm. Ist der Verkehr während des Tages schon ein sehr mäßiger, so ist es des Abends und Nachli fast menschenleer in den Straßen, trotzdem dieselben elektrisch Laibai)lr Zeitung «r. l50. 1292 5. Juli 1892. seine Partei geschlossen gegen diesen Antrag stimmen werde. Es könne heute noch nicht vorausgesehen werden, wie das Gesetz als Ganzes aussehen werde; deshalb werde der Polenclub das schließliche Votum davon abhängig machen, wie das Gesetz am Schlüsse der Berathung aussehen werde, und in dieser Richtung müsse sich derselbe volle Freiheit wahren. Abg. Dr. Lueger wendete sich gegen die Erklärung Taaffe's. Redner sagte, dass Graf Taaffe seine Aeußerung zu wörtlich genommen. Er habe gesagt: «Wir müssen beweisen, dass die Minister unsere Diener und wir nicht ihre Diener sind.' Der Minister sei in einem gewissen Dienstverhältnis oder in einen: gewissen Unterthänigkeitsverhältnisse (Gelächter) gegenüber dem Hause der Abgeordneten, denn wenn er das nicht wäre, so wären wir nicht berechtigt, gegen ihn die Anklage zu erheben. Redner bemerkte, dass es die Pflicht des Regierungsvertreters gewesen wäre, gleich nach der Stellung des Antrages Zallinger int Hause die betreffende Erklärung abzugeben, denn sonst sei das Haus um seine Zeit gebracht worden und habe umsonst gearbeitet. In der Erklärung des Ministerpräsidenten sei nichts anderes zu suchen, als eine Gefälligkeit, die anlässlich der Berathung der Valutavorlagen ertheilt werde. Redner erklärte, für den Antrag Zucker zu stimmen, und hofft, dass die Minister bei diesem Gesetze ein Einsehen haben werden, wenn auch nicht alles nach ihrem Kopfe geht. Graf Taaffe! Vorredner hat gesagt, in meinen Erklärungen hätte ich bezüglich der Anfrage des Abgeordneten Ebenhoch dem letzteren mit großem Wohlwollen geantwortet, weil er einer Partei angehört, auf welche die Regierung Rücksicht zu nehmen habe; auf ihn aber hätte ich losgeschlagen und ihn — ich bitte um Entschuldigung, er hat selbst den Ausdruck gebraucht — als Prügelknaben behandelt. Dagegen muss ich mich verwahren. Ich habe den geehrten Herrn Abgeordneten nicht als Prügelknaben betrachtet, denn ich betrachte ihn als einen geehrten Herrn Abgeordneten. Wenn aber in der That ein Unterschied in der Betonung meiner Erklärung war, so ist das wohl ganz natürlich. In der Anfrage des Abgeordneten Ebenhoch hat es sich um eine gefchäftliche Angelegenheit, um den Paragraphen eines Gesetzes gehandelt, und es ist daher ganz natürlich, dass ich die Antwort in geschäftsmäßiger Weise verlesen habe. In der bewussten Aeußerung aber, der ich entgegengetreten bin, handelte es sich um die ganze Stellung des Ministeriums, und es war daher für mich wichtig, dies mehr zu betonen. Das war gewiss nicht ein Uebelwollen gegen diesen Herrn Abgeordneten; aber ich gebe vollkommen zu: (76»l l6 »on, (jui fait, la mu«is,u6, und bei gewissen Dingen muss man stärkere Register anziehen. (Heiterkeit.) Sehr dankbar bin ich dem Herrn Abgeordneten dafür, dass er erklärt hat, dass die Minister nicht die Diener einer einzelnen Partei zu sein haben. Sie sind es auch nicht, und ich habe mir daher die Erklärung erlaubt, dass wir in vollem Bewusstsein unserer Verantwortlichkeit die Diener Sr. Majestät des Kaisers sind. der uns beruft, uus ernennt uud uus jeden Moment entlassen kann. Wenn gesagt worden ist, es wären gewisse Aen-derungen an diesem Gesetze vorzunehmen, und dies wäre mit Leichtigkeit zu machen, das Zustandekommen des Gesetzes sei sehr wichtig und die Regierung möge nicht immer ihren Kopf aufsetzen, so möchte ich den Herrn Abgeordneten beruhigen: Wir haben ja gerade das Gegentheil bewiesen, indem wir die Regierungsvorlage ! geändert und den Beschlüssen des Ausschusses in der Hoffnung Rechnung getragen haben, dass dadurch das Gesetz eher zustande komme. In dieser Beziehung also möchte ich bitten, der Regierung nicht Eigensinn vorzuwerfen. Die Regierung wird alles thun und auch während der weiteren Verhandlungen über das Gesetz womöglich entgegenkommen, weil sie den dringenden Wunsch hegt, die Sache zustande zu bringen. Sie hat eben geglaubt, dass sie, wenn sie an demjenigen festhält, was in der früheren Session von Seite des Ausschusses und auch jetzt im Ausschüsse wieder beschlossen worden ist, eher dazu gelange, das Gesetz zustaude zu briugen. Sie hat sich vielleicht geirrt, das gebe ich gerne zu; aber die Absicht hat sie gehabt, das Zustandekommen des Gesetzes zu fördern, und sie wird auch künftig das Einsehen haben, wie es der Herr Abgeordnete wünscht. Ich kann ihn versichern, wir werden ein Einsehen haben, und wo es eben möglich ist, werden wir gewiss entgegenkommen. (Beifall.) Darauf mögen er und das Haus sich verlassen. Aber gegen eines muss ich mich doch aussprechen. Der geehrte Herr Abgeordnete hat bemerkt, es wäre gut, hier Licitationen abzuhalten. Ich glaube, eine Limitation ist mit der Würde des Par^ laments nicht vereinbar; das kann vielleicht im Wirtshause geschehen, aber nicht im Parlamente.» (Beifall und Heiterkeit.) Nach dem Schlussworte des Referenten wurde der von demselben gestellte Antrag mit dem vom Abg. Widmann beantragten Amendement angenommen. H 4 wurde ohne Debatte genehmigt. Bei 8 5, welcher die Berechtigung der Brunnenmeister fixiert, beklagte Abg. Plaaß, dass man im Gesetze die Bedürfnisse der Landbevölkerung gar nicht berücksichtigt habe. § 5 wurde angenommen. Abg. Pin in sti erklärte hierauf, dass die Polen, nachdem bei H3 der Antrag Widmann angenommen wurde, in dritter Lesung gegen das Gesetz stimmen werden. Abg. Dr. Kaizl gab namens der Iungczechen eine ähnliche Erklärung ab. Die tzij (i und 7 wurden angenommen. H8, der von Baugewerbe» handelt, wurde ebenfalls ohne Debatte angenommen. Die HH9 bis inclusive 13 (Befähigungsnachweis) wurden über Antrag des Referenten Exner gemeinsam in Berathung gezogen. Abg. Kaftan glaubt, dass der Bestand der technischen Hochschulen dadurch, dass man den empirisch Gebildeten fast die gleichen Befugnisse einräume als den technisch Gebildeten, sehr bedroht sei. Der technisch Gebildete komme ohnedies erst viel später dazu, seinen Unterhalt zu erwerben, als der Empiriker. Abg. Rogl beantragte, mit Rücksicht darauf, dass es auf dem Lande keine Steinmetz- und Brunnenmacherpoliere gebe, einen Zusatz, wonach bei den Stemmetz-und Brunneumeistern von der Verwendnng eines Poliers abgesehen werden könne. Abg. Groß stellte einen Antrag, welcher Erleichterungen für die Erwerbung der Concession von Seite ehemaliger Officiere der Geniewaffc, die den höheren Curs absolviert haben, und der Militär-Bauwerkmeister (sechsjährige praktische Verwendung im Hochbau oder Befestigungsdienste) normiert. Abg. Rainer stellte den Abänderungsantrag, dass die Zimmermeister anf dem Lande die Concession als Brunnenmeister dann erlangen, wenn sie darum ersuchen, ohne den Nachweis über praktische Ausbildung liefern zu muffen. Referent Dr. Exner bedauerte die von den Abg. Pininski und Kaizl abgegebenen Erklärungen, welche die beiden Parteien, die Polen und die Inngczech.m, nun an jeder Mitwirkung bei der weiteren Berathung der Vorlage verhiudern. Gegen die Zusatzanträge habe er nichts einzuwenden. Abg. Iaworski erklärte als Obmann des Polmclubs, dass Pininski znr Abgabe der vom Referenten bedauerten Erklärung ermächtigt war und dieselbe im Namcn der Mitglieder des Polcnclubs abgegeben habe. Bei der Abstimmung wurden die 83 9 bis inclusive 13 sammt dem hiezu gestellte« Zusatz und den Abänderungsanträgen angenommen und nur der Antrag Rammer abgelehnt Auch H 14 wurde angenommen und die Verhandlung hierauf abgebrochen. Die Abgeordneten Dr. von H ofma n n und Genossen richteten an den Ministerpräsidenten und Leiter des Ministeriums des Innern eine Interpellation ^ wegen der bei Gelegenheit der Durchfahrt des Fürsten Bismarck durch Salzburg erfolgten Absperrung des dortigen Bahnhofes der Staatsbahn und der Einstellung der Perronkarten-Ausgabe. — Nächste Sitzung Montag- Politische Ueberlicht. ^ (Aus dem Reichsrathe.) Im Abgeordneten« hause beantragte gestern Dr. von Plener, eine Büste Herbsts auf Staatskosten anzuschaffen und in del. Säulenhalle des Abgeordnetenhauses uufzustelleu. Del Antrag wurde als dringlich erkannt und dem Budget-ausschusse zugewiesen. (Handelsbeziehungen zu Spanien.) Authentischen Informationen zufolge ist zwischen unserel Monarchie und Spanien eine Vereinbarling zustande gekommen, nach welcher vom 1. Juli d. I. ab vro< visorisch auf Waren österreichisch-ungarischen Ursprunges bei der Einfuhr nach Spanien die Sähe des spanischen Minimaltarifes angewendet werden. (Parlamentarisches.) Da der Valuta« ansschuss seine Arbeiten beendigt hat, wird das Ab' geordnetenhaus nun täglich Sitzung halte:«, um alle die kleineren Vorlagen, die man in der lanfenden Session noch erledigt wissen will, fertigzustellen. Nur heute soll keine oder nur eine kurze Sitzung stattfinden, da aN diesem Tage Vormittag der Valuta-Ausschuss den Bericht des Referenten Szczcpanowski entgegennehme» soll Die Valutadebatte selbst soll am nächsten Montag beginnen. (Zum Exodus der Linken.) Wie uns aus Budapest telegraphiert wird, befaffen sich die meiste» Blätter mit dem Exodus der Vereinigten Linken cnis den» Valuta-Ausschusse und erklären dieses Vorgehe" als ein verfehltes. Die Vereinigte Linke dürfe wegen einer innerpolitischen Angelegenheit umsowcniger die Regelung der Valuta behindern, als das Scheitern del' selben auf die äußeren Verhältnisse der Monarchie M die innere Consolidieruug Oesterreichs empfindlich zurückwirken würde und als gerade die Vereinigte Litt" jene Partei sei, welche sich in den früheren Stadia der Berathungen am kräftigsten für die Valutavorlagt eingesetzt hat. (Ministerrath.) Das vorgestrige «Fremde"' blatt» meldet: Gestern und heute wurden Minist^ confcrenzcn unter dem Vorsitze des Grafen Taaffe <^ gehalten. Die Berathungen waren von längerer DaA galten indessen, wie man vernimmt, zumeist der ^' ledigung vou Ressortangelegenheiten. Ueber die du^ die Vorgänge im Valuta-Ausschüsse geschaffene politis" Lage kann lediglich mitgetheilt werden, dass Ml Taaffe morgen eine Conferenz mit dem Führer del Linken, Herrn v. Plencr, abhalten wird. In den Kreist der Abgeordneten wird schon die Thatsache dieser ^ beleuchtet sind; allein die Eingeborenen fühlen kein Bedürfnis zum Spaziereugehen, und selbst wenn die, nebenbei bemerkt, vorzügliche Militär-Kapelle des Abends auf der Plaza spielt, ist der Audrang nur ein sehr geringer. Auf der l^Iiixu, d. h. demjenigen öffentlichen Platze, welcher in keinem spanisch-amerikanischen Orte fehlt, befinden sich die Regierungs-Gebäude, Ministerien, die schönsten Läden und die sehr hübsche Kathedrale. Von da gelangt man in wenigen Schritten zur Markthalle, einem sehr großen uud praktisch angelegten Gebäude, woselbst neben den Erzeuguissen des Bodens so ziemlich alles zu kaufen ist; in dieser Hinsicht gleicht sie mehr einer Messe als einem Markte. Die Allswahl an Früchten und Gemüsen aller Art, die das ganze Jahr über frisch zu haben sind, ist sehr groß, das Interessanteste jedoch ist das Leben und Treiben daselbst. Des Morgens kommen die Eingeborenen mit ihren Waren aus den benachbarten Ortschaften nach dem Markte geströmt, die Männer mit schweren Bürden, die sie auf dem Rücken haben, aber thatsächlich mit dem Kopse an einem Stirnbande, tragen; die Frauen mit leichteren Lasten, aber fast jede mit ihrem Kinde, das sie. in einenl Tuche auf dem Rücken festgebunden, oft stundenweit mitschleppen, denn wenn etwas an dem Volte zu loben ist, so ist es die Liebe zu den Kindern; keine Frau wird ihr Kind zu Hause lassen, und wenn sie noch iso schwer zu tragen hätte. Häufig kann man sehen, wie das Kind vön der Mutter im Laufen gestult wird, und dabei geht es in dein den Indios eigenthümlichen Trott lustig weiter, und zwar marschiert' stets eine hinter der anderen. An ihrem Bestimmungsorte angelangt, lagert sich die ganze Familie zwischen den zu verkaufeuden Waren; die Säuglinge, die meistens von Schmutz starren, werden einfach auf den Boden gelegt, die größeren Kinder balgen sich herum, und die Mutter benntzt die ihr ge-! lassenc Muße, nm ihr rabenschwarzes Haar zu kämmen,! wobei ihr eine oder die andere gefällige Nachbarin behilflich ist. das Werk der Reinlichkeit zu vollenden.! Von öffentlichen Gebäuden ist außer einer großen Anzahl Kirchen nur noch das Theater zu erwähnen, welches inmitten eines großen freien Platzes steht und im Aeußeren wie auch im Inneren jeder europäischen Stadt zur Zierde gereichen würde. Au Theaterabenden wird jeder Fremde über die Pracht der Toiletten und über den Luxus, der daselbst entfaltet wird, erstaunt sein; die Damen erscheinen in den feinsten Balltoiletten, nur zn sehr mit Schmuck und Brillanten überladen, die Herren im Gesellschaftsauzugc, und man glaubt dann kaum, dass man sich in Centralamerika befinde. Dazu kommt, dass sich unter den Damen viele hervorragende Schönheiten befinden, die mit ihren schwarzen, feurigen Augen, ihrem wunderbaren feiden-weichen schwarzen Haare uud glänzend weißen Zähnen sicherlich manches Männerherz bei uns in Wallung versetzen würden. Komisch ist nur, wie die betreffenden Sennoras und Sennoritas sämmtlich bestrebt sind, weißer zu erscheinen, uud sich deshalb mit Puder geradezu überschütten, li. Zas Oeheitnnis der Uosenpassags- Roman aus dem Leben von Drmanob Sandor. (10». ssortschung.) «Das Schicksal hat mich von dem Wege, aNI welchem ich zu meinem Ziele gelangen wollte, ^ gebracht,» entgegnete sie, und durch ihre Stimme gröl»! ten die Töne erbitterter Leidenschaft. «Aber noch l> nicht aller Tage Abend, nnd was die Zukunft brilO liegt dunkel. Das Ziel, welches ich mir einst gesteh ist vorläufig freilich in unabsehbare Ferne gerückt; dai" habe ich mir ein anderes Ziel genommen, das zu k reichen ich mein Leben einsetzen werde. .. Es heißt Na^' Vater — Rache — Rache! Und du wirst mir hmA es zu erlangen. Apropos, wie viel ist dir der Senat" schuldig?» ,, «Esther! Esther!» sagte Samuel abwehre^ «Sprich nicht so furios! Lass nicht überrumpeln d^ Klugheit von der Leidenschaft. Die Klugheit ist a"e« was haben unsre Leut vorans vor den Christen; sl^ die einzige Waffe, welche wir können gebrauchen l" Kampfe udl'r wider die Gujim. . .» ,, «Ich will wifsen, was dir der Senator sch""^, herrschte Esther ihren Vater an, «die ganze SunllN^ «Nn. nu,» begütigte der alte Jude sie. «es W» wohl seiu so reichlich eine Million nach dem 6" tractc. ..» Esther lachte höhnisch auf. .^ «O. du Gott Abrahams. Isaaks und sämmMV Patriarchen!» rief sie. Fast möchte ich glanbei', habest deinem geliebten Sohne Smnuel GoldschlW Llllbacher Zeitung Nr. 150. 1293 5. Juli 1892. sprechung im Sinne eines erwünschten gegenseitigen Entgegenkommens gedeutet und aus derselben die Aussicht auf eine baldige Beilegung der herrschenden parlamentarischen Schwierigkeiten abgeleitet. (Ungarischer Reichstag.) Im ungarischen Abgeordnetenhause wurde Samstag das Gesetz über die Schankgefällc berathen. Im Laufe der Debatte erklärte Graf Szapary bezüglich des am 27. August in des Leben tretenden ermäßigten Zollsatzes auf italienische Weine per .'j fl. 20 kr., dass entsprechende Vorkehrungen getroffen werden müssen. Der Import der italienischen Weine werde den Absatz der ungarischen Weine nicht gefährden, da der ungarische Wein qualitativ unvergleichlich besser sei. Um eine Ucberflutung des Landes mit fremden Weinen und Kunstwciuen zu verhindern, werde der Maximalgradgehalt der Weine und der Gehalt an Substanzen festgestellt werden. Nur Naturwcinen werde der Import gestattet werden; die Weine dürfen weder gefälfcht noch gefärbt und müsse,' nut emem Ursprungszeugnis versehen seiu. Ein Gesetzentwurf, welcher die Aufertiguug und den Verkauf von Kunstwein verbietet, sei bere'its fcrtiq und werde un Herbste vorgelegt werden. Der Gesetzentwurf wurde nach beendeter Generaldebatte angenommen, m,, (Die Weltausstellung in Berlin.) Die .A'ttebungen deutscher maßgebender Kreise, vor dem Abschlüsse dieses Jahrhunderts eine große Mltaus-Nc lung in Berlin zu veranstalten, haben es veranlasst, dass nunmehr die Franzosen das Jahr 1900 für eine grohe Wrltausstclluug in Paris in Beschlag nehmen. Die Absicht der deutschen Regierung ist es mcht. m oie er Hmstcht mit den Franzosen in Eom'urrenz zu treten und etwa gleichzeitig mit der Pariser Ausstellung eine solche m Berlin zu iuscenieren. Auch erscheint es nnthuttllch, eiue eventuelle Berliner Ausstellung der Mnser Exposition allzu nahe zu rücken. Es ist'unier meM Umstanden als gewiss anzunehmen, dass die ^V s? ^ '" b"l Memoiren als derjenige bezeichuct. «,^^1"^ Petersburg begab, um uuter dem Namcu ""Nl Ivanovic Bomben zu holeu. (Kampf in Tongkin.) Wie aus Tongkin gemeldet wird, hat in Thanhoa zwischen eiuem Dctache-ment von 150 Manu uud zahlreicheu Piraten, welche m der Nahe von Kiluat sich stark verschanzt hatten, m hitziges Gefecht stattgefunden. Auf Seite der Franzosen waren 10 Todte uud 17 Verwundete, während - IÄ"' ^"be Verluste erlitten. Dieselben wuroeu m oie flucht geschlagen uud vou dem Obersten Penne-qum, der ihuen den Rückzug abzuschueiden trachtet Wetter verfolgt. ' «« (Wahlen iu Irland.) Iu der vorvcrgan-ttnt" A^«/°<"d iu Waterford ciu ernster Conflict Un 3'^ ^"lällger des parnellitischen Candidaten N.. tt'!"^ ^'"'"'" bas Versammlungslocal der Antlparnelll e,. Der Candidat der letzteren. Sheehu erregend"^^^ ^""""' ^" ^stand ist beforgnis- (Schlözers Rücktritt.) Der -Norddeutschen aUgeme.nen Ze.tung. wird die Meldnng bestätigt, dass der preußische Gesandte beim Vatican. Herr v. Schlozer auf seinen Wunsch in den Ruhestand treten werde' Ueber den Nachfolger des Herrn von Schlozer ist noch nichts bekannt. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die »Brünner Zeitung» meldet, der Gemeinde Chrudichrom zur Bestreitung der Schulbaukosteu 100 fl. und der Gemeinde Pornitz znr Vergrößerung der Ortskapelle 60 fl. zu speudcu geruht, - (Vom Hofe.) Aus Ischl wird geschrieben: Die kaiserliche Familie bleibt unserem Curorte treu. Der Kaiser trifft am 6.. Erzherzogin Valerie mit ihrem Gemahl und ihrer kleinen Tochter am 8., die Kaiserin am IU. Juli zum Sommcrausenthaltc hier ein. Erzherzogin Valerie war schon zweimal hier, um die Neu-riuthrilung ihrer Appartements mit Rücksicht auf den Falllilienzuwachs zu treffen. Die kleine Prinzefsin Elisabeth gedeiht ganz vortrefflich; cs existieren schon mannigfache Photographien, welche das erzhcrzogliche Kind als sehr lebhaft erscheinen lassen. — (Schwerer Unfall eines Großfürsten.) Eine Berliner Correspondenz meldet aus Petersburg: Dem auf einer Inspectionsrcise befindlichen Großfürsten Vladimir Alexandrovi?. Bruder des Zaren, stieß ein nicht unerheblicher Unfall zu. Vei der Einfahrt in den Bahnhof von Aercpovec im Gouvernement Novgorod gieng die Thür des großfürstlichen Salonwagens von selbst auf. Der davorstehende Großfürst stürzte aus die Steinfliesen des Bahnsteiges und brach blutüberströmt zu-smnmcn. Außer mehreren Wunden und Beulen im Gesichte erlitt der Großfürst complicierte Arm- und Bein^ Verrenkungen, so dass er gezwungen war, die Weiterreise aufzugeben. Der Zar wurde von dem Unfälle benachrichtigt. -" (Elektrische Kraftübertragung.) Die berühmten Wasserfälle von Tivoli, dreißig Kilometer von Nom, sollen künftig diefc Hauptstadt mit elektrischem Lichte und elektrischer Triebkraft versorgen. Die Anlagen dafür sind bereits beendet, und die ersten Versuche ergaben ein befriedigendes Resultat. Der Nuheffect beträgt 2400 Pfcrdckräfte. und die Anlage ist eine der größten und bedeutendsten der bisher ausgeführten. Auch in Ober-Italien, namentlich in Mailand, denkt man seit der vorjährigen Elettricitäts - Ausstellung in Frankfurt ernstlich daran, die reichen Wasserkräfte, die vom Südabhange der Alpen dem Po zuströmen, für elektrische Kraftübertragung auszunützen, und es haben darüber schon mehrfache Verhandlungen stattgefunden. — (Marine-Akademie in F i u m e.) Am 28. Juni wurden an der l. und l. Marine-Akademie die Iahresschlussprüfungen unter dem Vorsitze des Contre-Admirals Conte Cassini abgehalten. Vom vierten Jahrgange unterzogen sich der Prüfung 27 Zöglinge; 25 derselben bestanden sie mit gutem Erfolge. Die Zöglinge des ersten Jahrganges schifften fich vorgestern aus Seiner Majestät Schiff «Erzherzog Friedrich» ein. welches um 4 Uhr nachmittags nach Venedig auslief. — (Eine Familientragödie.) Aus Budapest wird telegraphiert: In Szakalhaza wollte dcrEisen-bahnwärter Franz Kazinczy seinen wüthend gewordenen Hund niederschießen. Aufgeregt, stolperte er in dem Momente, als das Gewehr losgieng, und der Schuss traf Kazinczy's bildschöne sechzehnjährige Tochter ins Herz. Dieselbe war sofort todt. Die Kugel durchbohrte den Körper und verletzte die kleinere Schwester ebenfalls tödtlich am Halse. — (Schiffsunfall.) Nach Depeschen aus Queens-town ist vorgestern der Dampfer «City of Chicago» auf der Fahrt von Newyork nach Liverpool bei Kinsale ge- strandet. Die Passagiere sind sämmtlich gerettet und in Queenstown von einem kleinen Dampfer gelandet worden. Auch die Postsäcke sind geborgen. Man glaubt, dass das Schiff ein völliges Wrack werden wird. — (Saaten st and in Montenegro.) Aus Eetinje wird berichtet, dass der Saatenstand in Montenegro heuer eine reiche Ernte verspricht; namentlich Roggen und Weizen seien sehr gut gerathen. Das Land wird voraussichtlich heuer, zum erstenmale seit vielen Jahren, seinen Veoarf an Cerealien aus dem eigenen Ernte - Erträgnis decken können. — (Ein Murillo in Graz.) Aus Graz wird berichtet: Monfignore Techet, fürstbischöflicher Rath und Stadtpfarrer im Ruhestände, theilt im »Grazer Tagblatt» mit. dass er in einem jüngst von einem Officier erstandenen alten Gemälde einen echten Murillo erkannt habe. Monsignore Techet ist Besitzer einer wertvollen Gemäldesammlung — (Kein Schuhmacher-Streik.) Der große Schuhmacherausstand in der Grafschaft Leicester, welcher 80.000 Arbeiter betroffen hätte, findet nicht statt. Die Arbeitgeber und Arbeiter verständigten fich dahin, ihre Differenzen einem Schiedsgerichte zu unterbreiten, — (Anerkennung.) Dem Hof- und Kammer-Vuchhändler Adolf Künast in Wien wurde im Allerhöchsten Auftrage für sein neuerlich bewährtes patriotisches Wirken die Anerkennung Sr. Majestät des Kaisers ausgesprochen. — (Im Comptoir.) Principal: «Maier, Sie schießen heute einen Bock nach dem andern.« — Commis: »Nun, die Böcke haben doch keine Schonzeit.» Local- und Proviuzial-Nachrichten. — (Laibachcr Gemeinderath.) Der Laibacher Gemeinderath hält heute abends 6 Uhr eine öffentliche Sitzung ab. An der Tagesordnung stehen unter andern der Antrag betreffs des Baues eines neuen Ens'ales an der Maria-Theresienstrahe und der Bericht, betreffend die Errichtung einer städtischen Musikkapelle. — (Von der Landesgrenze.) Man schreibt uns aus Trojana: Valb nach Veginn des Monates Juni wurden längs der Reichsstraße die Arbeiten für die Telephonleitungcn in Angriff genommen, und zwar an, Ausgangspunkte der Grenze von Steiermarl. Bevor ich jedoch den Bericht darüber weiter ausführe, wollen die Leser gestatten, dass ich einen kurzen Ausflug in das Gebiet der Landesgeschichte beider Nachbarländer mache. Man muss von Laibach aus an der Reichsstraße eine Strecke von 5'7 Meilen, von Trieft aber gerade zwanzig Meilen zurücklegen, um an die Grenze von Steiermark zu gelangen, von wo aus der weitere Marsch nach Wien 4 7 Meilen beträgt Dieser Grenzpunkt hat schon seit dem Jahre 1809 nach dem Wiener Frieden Giltigleit, Vor der Abtretung Krams an Frankreich bestand zwischen den beiden Herzogthümer», eine andere Grenze. Nn der Reichsstrahe stand noch vor 40 Jahren an der Sü>wand des Berges Iasovnit, 16 Kilometer von dem jetzigen Grenzpunkie gegen Steiermarl entfernt, der alte Markstein, Confin genannt. Es hatten die Stände von Krain um das Jahr 1730 an der damaligen Landesgrenze einen kolossalen Obelisk aus schwarzem Marmor errichten und mit Inschriften in lapidarem Stil versehen lassen. Die Vasis dieses Monumentes war ein Cubus; die drei dem Wanderer zugänglichen Quadrate hatten Inschriften, zwei davon sind durch einen Privaten noch erhalten worden, die vorderste, bereits defecte Quabrattafel ist leider bei der Abtragung des Monumentes in Trümmer zerfallen, doch habe ich einen Theil ihrer oft gelesenen Inschrift im Gedächtnisse behalten; sie lautete: «Nie coi-,,« .^>?^.^ glaubhaften Lügcus als Pathenqcschenk m die Wiege gelegt und er könne nicht anders, als d ese hlmmlische Gabe verwerten, und sei es seiuem M?"! HM ""d Vlut gegenüber! Eine Million! iA !> "^ du aufbinden, Friedrich Christian Hellwiq 3^ ^ "'A.!^l)r °ls diese lumpige, conttactlich ver chnebene Million uud hätte nicht schon lauge N^n N? ?'"?" verhassteu Iudeusippe gemacht? ^ 3 ^ b" dai weismachen? Doch nicht etwa demer Tochter Esther? Als ob den Chef eines Welt-lünnte!."" Hellwig'sche, eine Million ruinieren sollte ^hf?ein?5^'' ^ " "icht mehr. Woher klau/^^!' kreischte die Israelitin auf. Wie gellend «SMm.°V ^ sonst so weiche, vibriereude Stimme. Sn3m7w^ lo zu lügen. Die gauze ^^W°äu, Esther, wozu?» fragte Samuel Guldschlägcr M..s/?^-^ ^ beurtheilen können, in wie weitem ^rmaastV""" ^"^ "^ 3"edrich Hellwig auszuüben dip N ^7/ Esther, meine Tochter, lass nicht fahren t^^. '^""^'' Klugheit, um uachzuqcheu sünd-narn/^ dem Hern. Israels uugcfülligeu Gefühleu!. warnte der Alte. «Bedenke, dass deine Schwester war die Gattin des Herrn Senators Hcllwig, und seiue Kinder sind die leiblichen Enkel deines Vaters, uud dass man seiu Augesicht schändet, wenn man abschneidet die Nase. Willst du uicht läuger bleibeu im Hause des Herrn Senators, gut, gehe fort und lebe m Berlin oder Hannover oder Frankfurt oder wo du willst. Ich werde dir geben alljährlich bare 20.000 Mark, damit kannst du auskommen —» «20.000 Mark!» höhnte Esther. Gerade so viel, als sonst die Rechnung meiner Pariser Putzmacherin alljährlich betrug!» «Du bist gescheit, Esther,, fuhr Samuel fort, «ich sage, du bist gescheit. Wcuu du willst, kannst dn machen aus 20.000 Mark ebenso viele Millionen!» «Du meinst, ich könnte mich noch einmal gut verheiraten. Vielleicht! Wenn ich lauge gemusst hätte, was ich heute weiß. so wäre alles anders gekommen. Heilte aber treten alle Interessen vor dem Worte, das ich auf mein Bauncr geschrieben habe, zurück. Zur Sache. Vater, verschwenden wir keine Worte. Wie viel schuldet dir alles in allem Friedrich Hellwig?» Samuel seufzte. «Ich kann es nicht so genau im Augenblick ausrechnen —» «Zeige mir deine Bücher!» Der alte Israelit seufzte abermals tief. stand aber doch auf und öffnete langsam den Schreibtisch. Dann schlug er verschiedene Bücher auf und zeigte auf eine Anzahl Ziffern. Esther kannte die Geschäftszeichen. Gierig beugte sie sich über die Blätter und verschlang das Geschrie« bene mit den Augen. Einen Bleistift ergreifend, zeichnete sie die Zahlen auf und summierte sie. Dann nickte sie befriedigt. »Ich dachte es mir,» sagte sie ruhig. «Eine ähnliche Summe hatte ich vermuthet. Gewiss liegt e5 in deiner Macht, den Senator durch eine absolute Kündigung in schwere Verlegenheit zu bringen. Aber das ist nicht die rechte Rache. Er hat große Verbindungen und einen immensen Credit. Außerdem liegt noch das Vermögen seiner Stieftochter da, das er jeden Tag. wenn er ihre Todeserklärung beantragt, bekommen kann. Nein. der Schlag mufs von einer ganz andern Seite kommen, nur von welcher?» , ^.c. - - Samuel Goldschläger sah in seinem hochbeinigen Lehnstuhl wie ein alter Uhu und zahlte krampfhaft seine Finger. Entschieden dachte er über eme Sache von Wichtigkeit nach, denn die unzähligen, sonst so todtrnhaften Fältchen und Runzelchen seines Gesichts huschten uuter den verschiedensten Ausdrücken wie lebendig geworden durcheinander. «Wie ist denn die junge Frau des Senators?, fragte er plötzlich. Laibachlr Zeilung Nr. 150. 1^94 5. Juli ,8Y?. viator extremo« Duoatuy t^arnioliae tina«»,"' darunter stand ein Comes Cobenzl mit seinen Titeln und Würden. Graf Cobenzl war um dieselbe Zeit Generaldirector aller Verkehrsanstalten des Reiches zu Wasser und zu Lande. Dieser sogenannte Confin — noch heute führt das Haus in der Nähe den Namen Konfinar — hatte also schon im Jahre 1809 seine Eigenschaft als Grenzstein eingebüßt und dieselbe nach der Reoccupation nicht wiedererlangt; er war sogar insoferne anstößig, als er die Reisenden bezüglich der Grenze nur irreführen tonnte, darum wurde er auch vom steirischen Straßenärar vor 40 Jahren demoliert. Mit der Verrückung unserer Landesgrenze hat es aber folgendes Bewandtnis: Als Anno 1809 in dem zu Schönbrunn geschlossenen Wiener Frieden ganz Kram an Frankreich abgetreten und dem von Kaiser Napoleon neugeschaffenen Königreiche Illyrien einverleibt worden war, hat Napoleon die ganze südseitige, zu Krain gehörige Lehne des Verges Iasovnil Oesterreich überlassen, dafür hat er sich einen der ältesten zu Stcier-marl gehörigen landesfürstlichen Markt (Marttprwilegium vom Erzherzog dem Eisernen anno 1423), nämlich Mötnik, aus strategischen Rücksichten annectiert. Nach der Wieder-eroberung von Krain beließ man die abgeänderte Landesgrenze, ohne dass man es der Mühe wert fand, irgend ein Grenzzeichen zu setzen, den Bürgern von Mötnit aber wurde die freie Wahl gelassen, ob sie zu Steiermark oder Krain gehören wollten. Die Majorität entschied für Krain, und so hat das Herzogthum Steiermark einen zwar kleinen, aber durch sein Alter ehrwürdigen, wie auch durch den Gewerbefleiß seiner Bürger immerhin bedeutenden Markt verloren. Die Pfarre selbst jedoch, welche gegen 800 Seelen zählt, von denen ungefähr die Hälfte zu Steiermarl gehört, verblieb bei der Lavanter Diöcese in Steiermark, bis sie im Jahre 1833 an die Laibacher Diöcese abgetreten wurde, stach dieser, vielleicht wenig Interesse bietenden Abschweifung in die Localchronik führe ich die verehrlichen Leser wieder zurück zu der Telephon-legung in der Umgegend von Trojana, wo durch vierzehn Tage zwei mit der Leitung der Arbeiter beschäftigte Beamte mit ihrem Arbeitspersonale ihren Wohnsitz aufgeschlagen hatten. Von der Landesgrenze von Krain bis Trieft — 20 Meilen — werden über 5000 Stück Säulen benöthigt; sie sind acht Meter lang, von Lärchenholz und werden zumeist aus Oberkrain bezogen; sie werden aufgestellt entlang der Reichsstraße am Rande gegenüber den Telegraphensäulen, so, dass die Straße in der Mitte liegt; die Entfernung, in der sie stehen, beträgt je nach den Terrainverhältnissen zwischen 30 bis 50 Meter. An exponierten Stellen werden Blitzableiter angebracht, und um die Isolierung der beiden Drähte aus Bronze gehörig herstellen zu können, musste so mancher Obstbaum einen Theil seiner Aeste oftfern oder gar sein Leben hergeben. Die Arbeiten gehen rasch voustatten und sind schon drei Meilen weit gediehen. K. — (Ernte.) In den allernächsten Tagen werden die ersten Sensen über die Felder fahren und das Korn mähen. Wenn nicht in letzter Stunde noch ein allgemeines Malheur geschieht, so werden wir »inen überaus reichen Segen mit einem ausgezeichneten Producte haben. Korn, das im Vorjahre im Vordergrunde stand, tritt heuer zurück und der Weizen wieder in sein alles Vorrecht. Der Weizenstand ist in Ungarn, Mähren und Galizieu ein sehr günstiger, man taxiert das Resultat als weit über mittel, als ein gutes. Auch Hafer und Gerste stehen ausgezeichnet und Rüben haben sich unter dem vielen Regen glänzend erholt. Dazu kommt heuer eine reiche Rapsernte, die bekanntlich zu den Seltenheiten zählt. Die Getreideländer Oesterreichs werden diesesmal sehr zufrieden sein. Die dirccten Nachrichten aus Russland lauten ungünstig, das Ernte-Ergebnis wird das Vorjahr kaum übertreffen. — (Herbst mau over in Adels berg.) Man berichtet uns: In der Zeit vom 17. bis 28. August findet in Adelsberg und Umgebung die Conceutrierung der 55sten Infanterie-Brigade, vom 2!,. August bis 7. September die der 28. Infanterie-Truppendivifion unter Commando Sr. Excellenz des Feldmarschall - Lieuteuauls Schil-hawsky Ritter von Ä ahnbrück statt. An den Brigade-Uebungen nehmen theil: Die Infanterieregimenter Nr. 87 und Nr. 97, cine Escadron des Dragoner-Regiments Nr. 5 ulld eine Batterie-Division des Artillerie-Regiments Nr. 3; an den Divisions - Uebungen: Die Infanterie-Regimenter Nr. 17, 87 und 97, die Feldjäger-Bataillons Nr. 20 und 31, zwei Escadronen des Dragoner-Regiments Nr. 5, die Batterie-Division Nr. 5 und die Sanitätsabtheiluug Nr. 8. Das Infanterie-Regiment Nr. 87 wird in Adelsberg, Nr. 17 in Hrasche und Nr. 97 in der Umgebung einquartiert. Während dieser Periode wird auch das feldmäßige Uebungsschieheu der Infanterie-, Jäger- und Artillerietruppc gegeu Sv, Tro-jica vorgenommen werden. — (Aus dem Reichs rathe.) Das Abgeordnetenhaus des Reichsrathcs setzte in seiner gestrigen Sitzung die Specialdebatte über die Regierungsvorlage, betreffend die Regelung der concessionierten Baugewerbe, fort und sührte die Berathung über diese Vorlage in der zweiten Lesung zu Ende, worauf in die Berathung der * Wanderer, nimm hier wahr die äußerste Grenze des Herzogthnms Krmn. zu diesem Gesetze vom Ausschusse beantragten Resolutionen eingegangen wurde, die gleichfalls zur Annahme gelangten. Das Haus hält seine nächste Sitzung heute ab. — Um 3 Uhr nachmittags trat die gemeinsame Commission beider Häuser behufs Berathung der Vorlage, betreffend die Gewährung von Aushilfen an Staatsbeamte, zu einer Sitzung zusammen, in welcher mit 15 g?gen 2 Stimmen der Beschluss des Herrenhauses auf Bewilligung des von der Regierung verlangten Betrages von 500.000 fl. genehmigt wurde. — (Abgestürzt.) Der t. k. Steueramtsadjunct Adolf Volauschegg in Nischoflack unternahm vorgestern in Gesellschaft einiger Freunde einen Ausflug auf den Iodociberg. Der Abstieg erfolgte gegen Podnart zu. um von dort mittels Eisenbahn nach Bischoflack zurückzukehren. Bereits nahe der Station Podnart stürzte Volauschegg, mit den Terrainverhältnissen nicht vertraut, über einen Abhang, zog sich infolge des Sturzes schwere innere und äußere Verletzungen zu und verschied nach wenigen Minuten. Der Verunglückte, erst seit etwa zwei Iahreu verheiratet, war ein pflichteifriger Beamter und erfreute sich allgemeiner Sympathien. Das Leichenbegängnis findet heute abends « Uhr in Vischoflack statt. — (Philharmonische Gesellschaft.) Am kommenden Freitag gelangt im großen Saale der Tonhalle «Schneewittchen», eine Märchendichtung, für Soli, Chor und Defamation mit Pianofortebegleitung, von den Schülern sämmtlicher Chorclassen der philharmonischen Gesellschafts - Schulen zur Aufführung. Soli: Erna und Stephanie Handl; Declamation: Aria Wiesthaler. Der ganze Reinertrag wird zur Unterstützung mittelloser Musikschüler verwendet. Anfang um 8 Uhr abends, Ende halb l0 Uhr. Preise der Plätze: I. bis inclusive I V. Sitzreihe ii 50 kr.; V. bis inclusive X. Sitzreihe ü, 40 kr.; XI. bis inclusive XVlll. Sitzreihe u 30 kr. Gallericsitze: Erste Reihe ü 40 kr., zweite Reihe n 30 kr.; Parterre-und Gallerie-Entries ü 40 kr. Sihvormerkungen werden bis inclusive Freitag täglich von halb 2 bis 4 Uhr nachmittags in der Tonhalle entgegengenommen. — (Die italienische Weinzollclausel.) Im Wege des Auswärtigen Amtes wurde der italienischen Regierung mitgetheilt, dass die infolge der vom italienischen Parlamente angenommenen Clausel des Zoll-verlrages vom 6. December 1891, wonach die italienischen Weine zu einem Zolle von 3 fl. 75 kr. in Oesterreich-Ungarn eingeführt werden, eintretende Acti-vierung dieses neuen Zolles mit 27. August stattzufinden habe. — (Ausflug nach Veldes.) Der vorgestrige Ausflug der «Glasbena Matica» und der hiesigen Oital-nica nach Veldes war vom schönsten Wetter begünstigt. An dem Ausflüge betheiligteu sich etwa 400 Personen. Die Unterhaltung verlief in der animiertesten Weise. — (Im Curorte Töplitz) in Unterlrain sind im Monate Juni 169 Personen zum Curgebrauche eingetroffen. Infolge der stets regnerischen Witterung hat sich der Besuch bedeutend vermindert, doch ist zu hoffen, dass sich derselbe in den Monaten Juli und August entsprechend heben wird. — (Der k. k. Stadtschulrath) hat angeordnet, dass das lausende Schuljahr an den hiesigen städtischen Volksschulen Mittwoch den 13. Juli zu schließen ist. Ueueste Post. Driginal, - Telegramme der „Laibacher Zeitung". Wien, 4. Juli. Gestern ist eine Besprechung des Ministerpräsidenten Grafen Taaffe mit den Führern der Linken erfolgt Beim Ministerpräsidenten erschienen namens der Partei die Abgeordneten Varon Chlnmeckl), v. Pleuer und Dr. Heilsberg. Die Führer der deutschen Linken brachten ihre Befchwerden über verschiedene Verwaltungsmaßnahmen vor. Die Besprechung bewahrte den Charakter einer gegenseitigen freundschaftlichen Auseinandersetzung, deren Verlauf die Anschauung rechtfertigt, dass die in den Beziehungen der deutschen Linken zur Regierung eingetretenen Schwierigkeiten keineswegs unüberbrückbar sind. Die Conferenzen sind noch nicht zum Abschlüsse gebracht und werden ihre Fortsetzung finden. Die Valntafrage und das Verhalten der Linken in derselben sind voll keiner Seite in die Discussion gezogen worden. -Sowohl seitens der Regierung wie seitens des Clubs der Vereinigten Linken werden die Mittheilungen eines Montagsblattes über den Inhalt der Unterredung der Führer der Vereinigten Linken mit dem Ministerpräsidenten als incorrect und den Thatsachen nicht entsprechend bezeichnet. Aussee, 4. Juli. Ferdinand Geyer, der ehemalige Besitzer des Schlosses Trautenfels, Vater des berühmten Bergsteigers und Präsidenten des österreichischen Alpenclubs, Georg Geyer, ist gestern 5 Uhr abends von der Schartenspihseite anf dem '«Grimming» abgestürzt nnd in der Scharte später verschieden. Der Absturz erfolgte anf einer vereisten Stelle. Christiauia, 4. Juli. Der Konig beantwortete schriftlich die vom Präsidenten des Storthing an ihn gerichtete Adresse inbetrcff des norwegischen Consnlats-wesens. In dem Schreiben erklärt der König, er halte daran fest, den Beschluss des Storthing nl,er die Schaffung eines eigenen norwegischen Consnlatswesens nicht sanctionieren zu wollen. Madrid, 4. Juli. Meldungen aus Melitta znfolge ist der Bruder des Sultans von Marokko mit MX) Mann Fußlruftftcn und Wl) Reitern in Alcazciha ein< getroffen. Er hat den Befehl, von den dortigen Stämmen Lieferungen nnd Geld zn verlangen. Da die Stämme jedoch dies zn verweigern gesonnen sind. be« furchtet man, dass es zu Zusammenstößen kommen werde. Ein Sohn des Sultans ist mit 45(X1 Mann Fnßtrnppen und 15)00 Reitern nach der algerischen Grenze aufgebrochen. Queenstown, 4. Juli. Die Lage des vorgestern bei Kinsale gestrandeten Dampfers «City of Chicago» ist sehr kritisch. Die Mannschaft wird ans Land ge' bracht. Constantinopel, 4. Juli. Die Pforte ist entschlossen, nöthigenfalls Trnppencordone aufzustellen, nm den Eintritt der Cholera in die Türkei zu verhindern. Verstorbene. Den 2. Juli. Franz Nrrznit, Professors-Sohn, 22 Mo»,, Vallhausgasse 2, Hirnhanteutzünduug, D e n .i. I u l i. Helena Mrrhar, Private, 50 I., Dom« platz 20, Herzverfettung. — Anlun Velloverh, Privaibeamter, 3? I., Polanastrasic 4!1, Tubercnlose.____________________ volkswirtschaftliches. Vefterreichisch-ungarischc Dank. Der gestern ausgegebene Wochenausweis zeigt folgenden Stand der österreichisch - ungarischen Vanl am Ii0. Juni: Äanl' Notenumlauf 410,W9.000 fl, (-j- 12,25)6.000 fl.), Metallschaß 246,7«8.000 si. (-j- 1M5.0U0 sl.), Portefeuille 151,190.000 fl., (4- 9,585.000 fl.). Lombard 24,949.000 st. (-> 1,421.000 ft-> Steuerfreie Vanlnotenrcservc 44M9.000 fl. ( . 9,887.000 st.). Meteorologische Beobachtungen in kfaibach. ^ Heiterer, schwüler Tag. — Das Tagcsmittel der Ten'" peratur 21-3°, um 2 4" unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: I, Naglik. Prof Dr H/ssM6/?c^ Fleisch-Extract, Fleisch-Pepton» der feinste und ausgiebigste, von den Aerzten bevorzug General - Devot Schütte «: Mayr, Wien, »>., Lin" Vahugasse Nr. 5. (2?:l1 !)) 20-4 Anna Nolanscheg geb Oerbetz gibt er- schulterten Herzens im eigenen sowie im Namen sämmtlicher Verwandten die tiefbetrübende Nachricht, dass es dem nncrforschlicheu Nathschlussr Gottes ge< fallen hat, ihlcn inuigstgelicbten Ehegatten, den Herrn Adolf Volauscheg l. t. Steueramtö'Adjuncten in Vischoflack Sonntag, den A. d. M., um 7 Uhr abends im 2!). Lebensjahre plMich in ein besseres Jenseits ab zubcrufcu. Das Leichenbegängnis des theuren, unvcrgesslicheu Verblichenen findet Dienstag, den 5. d. M., nach» mittags li Uhr in Vischoflact statt. ssriede seiner Asche und Ehre seinem Andenken! Bischoflact am 4. Juli 18i12. (Besondere Parte werden nicht ausgegeben.) Danksagung. Fiir die vielen Veweisc herzlicher Theilnahml' anlässlich des Todes unseres iunigstgeliebten und u» vergesslicheu Vaters, des Herrn Iatob Lilian sprechen wir allen ssrcundrn nnd Velannteu und ^ insbesondere der hochw, (Aeistlichleit, der verehrtt» Lehrerschaft und der sseucrwehr in St. Veit, den Hern'» Säugern für den erhebenden lijesaug, deu Herren Äcamtcu und den zahlreichen Spendern schöner Kränze unsern innigsten Dant aus. St. Veit l, ci Sittich, tt. Juli 1892. Die trauernden Kinder: Stanislaus, ssricdrich nnd Nosa-^ Llllbllcher Zeltung Nr. 150. 1295 5. Juli 1892. Course an der Wiener Korse vom 4. Juli 1892. Nach dem officiellen lourSblatte. Geld Narr SlaatS'Znlehen. ^>"/" einheitliche Rente i>, Noten »5 4b U6 S5 Zilberrente....... 9ü 2b 95 45 l«5,4cr 4"/„ Gtnntslose, lib« st. 4» - l4l - !«!!Ner5,<>/„ . ssllN« 500 st, 41 40 14L' - I««o » » fünftel IN« st, 151 t'0 152 z>i» l!<«4er Staatslose . , 100 st. 1«L 5« I»»'5>a » » . . 5Nfi. 18Ü »5 »825 ",„ D°N!.-Pfbbr. K 120 st. . . Ibl 4» 152 40 l"/n Urst. Oolbrente, steuerfrei 112 8« I18,— vesterr. «oteureute, » . 100 90 10« 10 Garantierte Eisenbahu» Schuldverschreibungen. Hllsabcthbah» l» , steuerfrei . 115 - 11b ^ ^ranzIoseph.Aahn in Silber. 118 — 11e!'ü! «orarlbergcr Vahn in Silber . 100-75 1«, 7ü Ellsab.-thbnhu !iu« st, CM. . . 25? — übn - dtll, Linz A!!dwe!«2N0N,ö. W. 23»— 23«'- bt«. Slllzl,, Tirol 200 st. ö. W. 218' - 219'5" Olisabethbah» für 8«« Marl . II» «0 113 2N btu. für 20« Marl 4°/„ ... 117 5>>------ i>ra»z Ioscph-Vahn En>. 1884 . W »0 97 7« «nrarlberger Vahn Gmiss, 1»84 9N 3>> 9S b« ll»g, «Noldreüte 4",, .... 11^25 110 45 dtu. Paplerexte 5"/«. , . , i«l» so ,00 7« dtu. Eisenb.^I»l,1«0st,ü.W.S. 119 ?.', il»0'7« di'lto cumul, TtNile 10« >>o i«, 4;, 010, OstbahiLP^oritiitsii . —-. ^_-^ bto. Stallt« Obligat, v, 1.187« 11740 11U40 dto, Welnzche!tt.«bl,-Ob.IUNfl, 994« ux, 40 bto. Prüm. ?l„l. il iou ss, ü.W I4L— ,42 b« s. <^«"°c> , ^ 5«fl.e.W, I4l- 14,'!.« ldeiß Ng. Lusr 4°,„ wofl. «, W iz;; __ iZ» ,-h " Velb Ware Grundentl..Vblialltton«n (für '00 st. TM.). 5°/„ galizlsche...... 10i 85 10b 35 5°/n mährllche...... -^'^ —'— 5°/,, N'rain und Küstenland . . — — —-— 5"/„ nieberüstrrreichische . . . 109 75 ll0 ?b b°/„ steilische...... — — —-— 5"/„ lroatlsche und slavonische . 105 - - 108 — 5>V„ sirbenbüralsche .... — — — — 5"/„ Temeser Van at .... —>— —-— ü"/„ ungarische...... 94 »b 9b 35 Andere ässentl. Anlehen Donan-Meg, Uose b"/„ IN« fi. . 122 - 1«!i 5« bto. Anleihe 187« . . 10« Lb 107 25 Nnlehen der Etabt G»rz . . 109 — !I0 - Änlehen b, Llabtgemeinbe Wien 105 — 1«N — Präm.-Anl. b. E''btgem. Wien —— — - Uürlelibau Nnleh» verlos. b"/„ 9«- - j<9 75 Vsandbrleft (für I«a st.). Äodencr, allg, «st. 4°/« G. , 116 75 1,775 dto. dto. 4'/,°/«, .100 20 lbl dto. dtll. 4°/n , . . 9U55 9« 75 dto.'Präm-Schulbverschr. 8«/« l«l 5« I!i'?l> Oest. Hypothelenbanl I0j. bU°/„ 98 8N »9 l»n Oest.-un«, Uanl derl. 4'/,°/« . INl — 1^,2 - betto » 4«/« . . S9-7«! 100-2« betto bojähr. » 4»/„ . . 99 70! l lX! 2« Priorilät»'Gblilla!ionen (für 1 fl.). fferdlnllnbs-Nordbahn /„ —'— —'" z »eld ^ war, Oesterr, illorbwestbahn . . . 1074« 1«8 ^ Etaatsbahn....... 191 50 Eüdbahn l. 8°/,...... ,45 - ,4«. - » il ü"/„..... !»<.- ,228« Ung.'oos v Vahn..... INS 25 I«4 '^5 Diverse z«ft (per Stück», Lrebitlose 1NN st...... 18« 75 l«9 75 «llart, Lose 4« fi......5« «« 57'— 4"/„ DonauDampflch. UM fi. . — — - — liaidacher Prilm, Nnlel,, 2« fi. 2« «5 L2«<. Ofrner Lose 40 st.....«'— —- Palffy liose 40 fi......«'— b?' Nöthen »renz, «ft, <»,». v . 1« fl. 1?'üO 17 9" Rudolph «oss IN fl.....»« ?z »4'7i 3alm Lose 4(, fi......«z— N4 — Vt^Venol« Lose 4« fl, ...«»-- K4-- Waldstein Lose »n fi.....»v5<> 40 b« Windisch Vräh-Lose 20 fl. . , »4 bu «5 7ü Vew-Ech. b. 8"/„Prüm.'Schult». verschr. der Vobnlsrebitanstalt »» — L3?5 Kanll.ßttl»« (p,r Eli!ll>, «nqloöst.UanlLNOfi.««»/,,«. . ll»8 — 154 Vanlverein. Wiener, 100 fi. . 1,4 «5 114 7b «bcr. «nst, «st.. 20« st. E. 4<»°/« »?» — 8?6- - lltbt,-Anst, f, Hand, u,V. 180fl. 815 3!. 3<« it» Crebltdani, «llg. ung, 200fi. . z.>>9 — 8>!0 - Depositenbank, «llg., 200 fl. . »ob — »ttk - «ticompte Ve!.. Ndrvsl,. 500 fl. «,3 — 648 — t»!ro „Caflenv,. Wiener L00ss, !»l« — «1? — Gelb war» HUPotheleiib., öst, »00 st <ü°/, fl. Vilber . 91— »» - «lfNld-ssluman, Vahn »00 fi. 3. 199^ »on»« Nöhm. Nordbahn 150 fi, . . 184 — 181 — » westbahn 200 fl, . . »4<, 3«, — vuschtiehroder Eis. 50» fi. CM. «110 lü»0 dto, (lit, U.) »0« fi, . 44» — 4b'. Donau«Dampfschisfsahrt» Ves,, 0esterr. 5<«! fi, 0 Draultis, (V,Db,ch,)»UNfi, V. 199/5 «X, — Dul'U°brnb.°Vi!'V. »0« fi, L. - — — - sstldlnandKNorbb, 10U0fi.«M, »835 »Ü45 Val. Carl Lubw V, »00 fi, l »u 3ul . Sübbahn 2lX) fl. Silber . . , 9!, 7H Il^iib Lüb3lorbb.Verb,°V,»00fi.« — «3chl»gelmühl», Papierf, »l»vfi, «««^ — — «GtfvlermühI..Papier' » «..». ill? - 13<< ül» Irifailer »°HIenw,.«s1 70 fi. . 1«! 50 >6« 50 waffenf, ,Oest,in«»« - 88 ?<> «lmerberaer Ziegel «lcl«en.»«l. «0 - «>, - DnttsNl. Deutlche Plitze...... « «?. ^«'-^ «°nb°n ..... I,i»«^l,9 90 Part«......... « «. 47 b7. D»lulen. Ducaten........ 5S<< 5/l» »N»Fr»nc«-Erll 409 Killig zn verkaufen 'st eine fast vollkommen neue Zither SS? 'SJS-sra.fi: (2978,3-, Nr 4938 Kunduillchiinz. d" «>b.l»„„tw A„seM)»'w« 'do« Ge. klagten dc'Nl auf seiiil) Gefahr und Kosten bestellten Curator Herrn Paul Beseljak, k. k. Notar in Adelsberg, behändigt. Der Geklagte hat daher am bezeichneten Tage hiergerichts zu erscheinen oder den Machthaber namhaft zu machen oder aber seine Behelfe dem Curator rechtzeitig mitzutheilen. K. k. Bezirksgericht Adelsberg am 20. Juni 1892. (2977) 3—1 Nr^9I5 Zweite exec. Fcilbietunq. Am 8. Juli 1892 um 10 Uhr vormittags wird hiergerichts die zweite executive Feilbietung der Realität des Jakob Cclhar von' St. Peter «ul, Gruudbuchs-Einlage Zahl 107 der Catastralgemeinde Petelmc stattfinden. K. k. Bezirksgericht Adclsberg am 20. März 1892. 1O Gulden. Kwpferdraht, untJfeSner, ei n'd' L SS^f ^»^ern aus best,,,, verdrängt, da nurdleae«Ä^ =rsat^rtlkel erreicht, umBOwenfeer Hett abgeben, im*TeG?°!(Bterto Federmatratzen ein wirklich gutes aBre flöhte des Bettes anzugeben. >^p| Drahlrnalralzen für jedes Bett gewöhnlicher Grösse zu fl. 8 90 per Stück ; dieselben, mit Grin d1 Asrique gepolstert und mit Gradl überzogen, fl. 15- — per Stück. (2792) 5 (2979) 3—1 Nrn. 3856, 3857. Kundmachung. Bei dem k. k. Bezirksgerichte Adelsberg wurde über die Klage I.) des Barthelmä Zigman und Matthäus Mauer von Salog gegen Josef Vessel und Anton Bamngartner von Adclsberg; 2.) des Franz Smerdu von Dorn Haus - Nr. 7 gegen Stefan Wolle und Anton Hele von Dorn wegen Verjährt und Erloschcneiklärung der auf den Realitäten ml 1 des Barthelmä Zigman von Zagon Einlage Zahl 17 der Catastralgemeinde Zagou und des Matthäus Mauer von Zagon Haus-Nr. 14, Eiul. Z. 14l der Catastralgcmeinde Zagon a) für Joses Wcsscl von Adelsberg aus dem Vertrage vom 14. Februar 1848 zustehenden Rechte; d) für Anton Banmgartncr von Adelsberg aus dem Pachtvertrage vom 15. Mai 1846 zustehenden ' Rechte; «st 2 des Franz Smerdu von Dorn Haus - Nr. 7, Einlage Z, 11 der Cata-stralgemeindc Dorn: u) für Stefan Wole aus dem Vergleiche vom 23. Juli 1833 per 63 st. 20 kr. f. A., aus dem Vergleiche vom 21sten April 1834 per 34 fl. f. Anh.; li) für Anton Hele von Dorn aus dem Schuldscheine vom 13. Mai 1837 per 235 fl. 14 kr. s. Anh. haftenden Pfandrechte und Löschungs-gestattung dieser bücherlichen Rechte von den obigen Realitäten die summarische Verhandlung auf den 8. Juli 1892 um 9 Uhr vormittags mit dem Anhange des ß 18 der Allerh. Entschließung vom 18. October 1845 angeordnet und die Klagsabschrift infolge des unbekannten Aufenthaltes der Geklagten dem auf ihre Gefahr uud Kostcu bestellten Curator Herrn Paul Beseljak in Adclsberg behändigt. Die Geklagten haben daher am bezeichneten Tage hiergerichts zu erfcheinen ! oder den Machthaber namhaft zu machen oder aber ihre Behelfe den» Curator rechtzeitig mitzutheilen. K. k. Bezirksgericht Adeleberg am 14. Mai 1892. (2948) 3—1 Št. 2540. Oklic. Dne 13. julija 1892. 1. vrAila se bode druga izvrSilna dražba fttefanu Pircu iz Predgriž laslnega, n.'i 791 gold, cenjenega posestva vložna ftl. 83 katastxalne obèine Crni Vrh s prejšnjim doslavkom. C. kr. okrajno sodi&èe v Idriji dne 14.junija 1892. (2949) 3—1 ŠT266Ž RazglaH. Neznano kje bivajoèirna Jarneju 'J'ümincu iz Luène in Kalarini Trèek z Vrhnike in umrlemu Gregoriju De-bevcu iz Baène, oziroma njih ne-znanirn pravnim naslednikom postavji »e je gospod PVanc ftinkovec v Idriji kuratorjem ad actum fer ne mu vro-èili tusodni drnžbeni odloki z dne 29. maja 1892, ft». 2281. C. kr. okrajno sodiftöe v Idriji dne 18. junija 1892. (2772) 3—3 Nr. 3186. Curatorsbestellunst. Vom k. k. Bezirksgerichte Oberlaibach wird bekannt gemacht, dass mit Beschluss des k. t. Landesgerichtes Laibach vom 31. Mai 1892. Z. 4848 Civ., Franz Korencan von Kopitovgric als Verschwender erklärt und ihm von diesem Gerichte der Besitzer Martin Tursic vou Nizovc Nr. 1 als Curator bestellt wurde. K. t. Bezirksgericht Oberlaibach am 5 Juni 1892. Erlaube mir erzenst anxii/efRen, Mass ich am 1. jrnH d. .,. |^r am AH«.. Markte ~*| „nier der Fir.n« Karl Planinšek (früher F. Plaiilx) eine Spezerei- und Materialwaren-Handlung «rölTnet habe. ö '•'»PfelUe id' ,!^'h tnhlre^Hrzüspm^l,r