LmbllcherOMtlmg. Nr. 219. Pränumerationeprci»: Im Comptoir ssanzj. si. >,1, halbj. sl. 5.50. Für bie^uftcNnnss >,ii« Haus hall'j.5Ulr. Mit dür Post.innzj.fi. 15>, halbj.ss.7.5l». Dienstag, 24. September Insert ionegcbühl b>« lU^rileu: Imal 60 fr., »m. »0 li., 3m. I fl.! sonst pr. Zeile Im. 6 lr., lm.«fr., »m. i«lr. u. f. w. Inscllionsstcmpel e Zeit voiu I. October bis Ende December 1««?: ?!M Comptoir offen....... 2 fi. 75 lr. ^»l ^muplmr nnicr Convert . . . . :; „ — „ ^l'r ^aibach in^< Hani^ zugestellt . . . :> „ — „ l»>» bei den u'cüliischcn Bezirksämtern verliehen. . Am 2^. Tcpleiubcr I8tt7 wurde i» der l. l. Hof- und Slaals-°"lsctti das XI>!X. S ^>°< l,-^ ^" ''"1"isit 3 - - auf Nr. 4 mit Tode abgrgllii- dl>s O^ ^»qll'sit I ... ?Scllsam! Ll ist lior l<» T!,. sssloMM^I! ? !!! t,^ " ^ämlichl', hlütte ist l>r scl)lcn Sir. daß Il'ir ihil k'l'ei! ^ "''°"^nmmrr lragrn? Sic habeil mir gesagt, daß Sic H adcwrr brcü'.chm. um a,l ihm Scclioimi ,^u machrn. ^""z rccht. ich crimirrc mich drsscn. Ich wcrdc sogleich lmmmi,. ^°>ttl """' ^'"^ ^""" ^ ' ' ' "^' "" i'hr ,'chüncv Erhalt >)°" ^""^'"' ^ulhs^' "ut ci»rr sunorrn Stimme. Ecin Ncudslm °< ^'"'^" ^"^'" ^^'^'" "'"I" laum hi», die drin, lustiger ,.. "N'ussc zu dcctcu, und doch war B . . . rin lcdcii?- b" Ebb. l "" ""^ ^^'^' ^° ""''" ^""")" 'nügmmcht, waö ihm A 'e Mi- Vciikli« uichl gst. u»d w f "'""^'"^ 'lams Gcld, sagte er oft zu sich '^ ""« '^iel all m "'"' ^''^'^ ^'"' '""'"'""" "'» ist ? Gcld '""st 'hm Ma, , ^^""^"' Denjenigen nennt mau schlecht. ^' Darum . °>," ^"huug ""'. dem diesrö allmächtige AgenS "'cht mit dirsc,, M " ^""^ "^"'"" ""buh.it, ocrachlet. weil cr ä""' ^be»ö, ,„ s. r """°" ^""'' '"'l ^ das uicht hat. waS man ^'°bm duö Nrci ^ ""^' ^"" ^'"' b'i'N besitzen. Die Armen ^" ^ahrc alt li'o,!^"^^ ^" ^"""' '"''" "'chtS. Ich bin jch, ' "" da« ^ergnügru jeder Art, sch,c mich nach cinem eigenen Herd nud mns^ mein Leben a<^ armer Inqiilsilicnis-arzt allciu au ciurm Orlc vcrtraueru, wo man nicht« als tlageu «nd Gott lästern hört. Besser cinc Kugel vor deu Kopf. Mürrisch griff cr nach seinrn Sectioueinstrnmrnlcn, »ahm Hnt nnd Stock uud ging ilbcr den Froschplcch nach dem Inanisilion^hansr. Hicr augclangt, war sein crslrr Weg in dic Todlenlannncr, wohin dic Wärter dcu Todlen anf riucr Vahrc mit ciner Teclc über daö Gesicht gebracht hatten. Nachdem dic Dicncr sich rnt-fcrnt, vcr!pcrrtc dcr Arzt dic Thür, leglc scinc Instrnmcnlc zur Scite, nahm die Hülle dr^< Todlenanllitzrö hinweg und bliclte priisend in dic erstarrten Züge. Er betastelc dic Knochen, dic Mnolcln nnd dic itiioten deö Schäorlö. Er hob dic Angcndcclcl anf. Wuudrrbar ! Das Auge war zwar cingrsunlrn nnd glanzlos verglast, wic da« cincö Todten, abcr die Pupillc zuckle. Dcr Arzt lcuchlcte nähcr, da .... rafft sich der Todlgeglanblc in rincm Augenblicke anf nnd läuft nach dcr Thür der Scctioiiölammcr, nm dnrch dieselbe zu entwischen. Dcr jnugc Arzt, zwar vcrblüsft, doch schucll gcfaßt, stürzt ihm nach, saßt ihn nm dic Millc, noch eher als cr scin Aorhabcn anösührei, lunii, wirft ihn zu Boden uud tilict auf ihn. „Unglücklicher, waö beginnst Du/ Wei^lDn nicht, daß daö Gitter Dir dcu Abgang um'pcrrt n»d das; dic^Üache sich Deinem Vorhaben cutgcgcn stellen wird." „Herr Doctor erbarmen Sic sich meiner!" rief dcr Gcfangcnc. „Lassen Sic mich noch einmal meine Heimat scheu ! Sic find uichl mein Kcrtcrmristcr, auf Sic Ml leinc Schnld." „Nein, das ist unmöglich!" sagte dcr Arzt. „Ach. nur cinru Aligcnblict lassen Sie mich dic Freiheit gr-nieszcn! O ich beschwöre Sic, nur einmal lassen Sie mich die Lnfl der Freiheit alhmcn, »ach der ich mich schon feil Jahren sehnc, O nur ciumal möchte ich uoch mcinc Angehörigen sehen, wissen ob sie noch lcbcn. Mchr al« zrhu Iahrc sind wir getrennt. O lassen Slc mich cntflichen, der Augenblick ist kostbar, wer weiß, ob rc jemals wicderlchrt! — Ich habe alleI überdacht " „Alleö umsonst, Du siehst, daß e5 unmöglich ist, lomm' gnl-willig nud laß Dir die Kcllen wieder anschmieden." „Ich beschwöre Sie, lassen Sic mich fliehen! Einen Tag, ciue Stunde lassen Sie mich im Frcien zubringen, damit ich noch eimual Wolle« srcie Eonnr sche und dcr Abendwind »ttiur Wanac fächelt! O Sie wissen nicht, wie eö einem wohlthut, nach langer Äcrlerhaft rinc Stunde frei zu sein." „Ein Wort oder Hundert ... Du gehst nicht früher, bis Dciuc Strasc, bis Dlinc Zcil vorüber ist," sagte der Arzt und machte, Micnr, die Wärter zn rufen. „Ich will frei scin, ich m n ß frei sciu," rief noch einmal dcr Verbrecher nud strengte srine lrhlr kraft cm, nm sich den starlrn Armcu dcS Arzlrö zn tutwindrn. Seine Mühe war umsonst. Er brach in Thlänen aus, dann schlug er in wabnfinninrt Wnlh den Kops an das steinerne Pflaster bis er ganz erschöpft war, uud dann begann cr wieder ruhiger: „Ich bin reiche!-, nls Sie glauben mögr», Herr Doctor!" Dcr Arzt wurdc aufnicrlsam. „Wic, Du bist rcich? fragte cr gespannt, „Ja, reicher als Sir glanbru löunen, Herr Doctor " „Dann bist Du zn bencidrn," cntgcgnete der Arzt. „Hören Sie mich au," flüsterte der Verbrecher. „Wollen Sir reich werden — wir haben beide gmng." „Aeffst Du mich? Glaubst Dn dadnrch mich liuzuschläferu, um mir,;u eutgehru?" „Nie, doch lassen Sie da« Mißtrauen fahren. Ich will Sie mir glücklich machen." „Hältst Dn mich etwa sür sähig, mit Dir riurn Rand zu bcgchcn ?" „Ncin, abrr Sie sullen mil mir daö Gcld theilen." „Erzähle Dein Märchen, wem Du willst," versetzte der Arzt. der sich zn schämen anfiua,, dni! Verbrecher so lange Gehör geschenkt zn habru, „Sic wollcn mir nicht glaubcn? Ich schwöre bci Gott nud alleu Heiligen! Wie soll ich 2ic nberzengeu?" „Zeige mir Deinen Schatz, daun will ich Dir glauben." „Ja wenn ich dieses könnte! Lassen Sie mich rntfliehni, «nd ehe ein Tag vergeht .... „Dann brmgst Dn inir die Hälfte. Dafj ich ein Narr wärc.'Grliug dcs Gcschwätzcs .' Komm, lasz Dir Drinc Kcücn wieder aüfchmi'drn. Der Verbrecher stöhnte tief aus. „Wollen Sie mich lMiche» lassm, sa will ich Ihueu beweisen, dasj S,c 5H" M'"-, H«r Doctor, lei,:cm linwürdia,,, ^scheust habe». We"» 'ch Ihur» erzähle . ," 1480 Ueber ien Man Mr Unification der öfter-rcichischen Staatsschulden.' Wien, I."?. Tcfttcmbcr. Dic beiden Finanzministerien habcn das Princip der Unification der Staats-schnldcn angenommen, nnd sogar das den Negnicolar-depntationcn vorgelegte finanzielle AusgleichSprojcct als Bedingung anfgcnommcn. Ich versuche die Grundgedan-kcn des Plans, nach welchem wahrscheinlich die Arrosirung, rcsp. Konversion der Staatsschnldcn vorgenommen nnd dic ganze FinauMbahrnug ncn gestaltet wird, in seinen Grnndzngcn darzustellen, oliglcich das Project noch keineswegs in allen seinen Details angenommen worden ist. Die sämmtlichen Staatsschulden zerfallen in zwei Kategorien. Die erste Kategorie bilden die 1-, 2^-, 3-, ^'/2, 4-, 4'/,, 5>proccntigcn Mctalliqncö, dic 5ftroccnti-gcu Mctalliqncs in österreichischer Währnng, die 4pro-ccutigcn Landcsschuldcu. Die zweite Kategorie besteht ans Silbcranlcihc, Nationalanlchcn, englischen nnd französischen Anlchcn, steuerfreien Anlchen, Wicn-Gloggnitz. Znr Conversion der Papiere erster Kategorie errichtet der Staat eine Ncntcubant nnd stellt den Besitzern der verschiedenen Papiere anheim, gegen cinc Dar« aufzahlnng, welche dem Zinsuntcrschicd von 5i Proc. l' 6 Proc. berechnet gleichkommt, üproccntige Papier« rcntc zn erhalten. Diese Ncutc oder Obligation ist stcmpel- nnd steuerfrei auf zwanzig Jahre, und dürfen deren Zinsen nicht rcdncirt wcrdcn. So z. A. wcrdcn die l> Millionen Iproc. Mctalliqncs, welche umgercchnct in österreichischer Währung 1,8M.(X10 ft. betragen, wo» von die Besitzer im ganzen bei Abzug der (fortan weg-fallenden) ?proc. Coupoustcucr 87,885) ft. erhalten, «ach > darauf zn gcschchcndcr Baarzahlung von 2,7(X).l)()l) ft. Obligationen im Nomiualwcrth von 1,800.000 fl. er-Iialten, wofür sie also 108,000 ft. einnehmen. Die Staatsglanbiger erhalten also um den Unterschied zwischen 108,000 ft. ui,d 87,885 ft. mehr, wodnrch, selbst wenn für die Aaarzahlnng von 2,700,000 fl. Papier derselben Gattung (also hier Iproc. Metall.) zu den jetzigen ^ourseu gekauft würde, ein Schaden für die Staatsglänbiger nicht entsteht. Der Staat seinerseits ist im Vortheil, da er dnrch die Daraufzahlung Capitalien zn 42, Proc. berechnet »I i'-nl erhält. Um die Conversion möglichst rasch ins Werk zu setzen, alle in Convcntionsmünze ausgestellten Papiere zn glcichcr Zeit in östcrr. Währung umzuwandeln und die Daranfzahlnng zu erhalten, errichtet der Finanzminister, anßcr einem großen Rcntenbuch, die schon cr» wähnte Ncntcnanstalt sanalog der Scchandlnng in Berlin), welche Staatspapicrc autauft, die Daraufzahlung ebenso wie jcdcr andere Gläubiger leistet, nnd dafür <»proc. Rcntcnobligationcn erhält. Nehmen wir an, daß, um bei dem schon angeführten Beispiel stehen zn bleiben, der Cours der Iproc. Metall. II^Proc. betrüge, so wä-rcu für diese '.) Millionen W,000 fl. zu bezahlen. Die Baarzahlnng dazn gerechnet, ergibt sich 1,2W.000 fl. Dafür erhält der Staat 1,800.000 ft., welche ctwa, zn ' A. A. Ztg. 70 berechnet, 1,260.000 ft. ttproc. Ncntc ergeben. Mit dem Conrs steigt natürlich dieses Verhältniß. Zngleich wird dem Staat dadnrch ein Bortheil, oder doch cinc Erleichterung gcbotcu, daß die Ncntcnan-stalt berechtigt wird, die betreffenden Papiere dnrch bör-scnmäßigen Ankauf zu acquirircn uud dafür andere Ncn-tcnobligationcn anszngebcn. Der Staat hatte bisher, nm diese Nückläufc zu besorgen, Anlehcn mit großen Opfern aufzunehmen, wodurch fich nicht allcin die Staatsschuld sondern auch die Zinscnlast '.:m inindcstens das doppelte vcrgrößcrthat. Ictztabcr sind beispielsweise für 1,275).OOOft. üperccntigc alte Metall, zn taufen, welche nominell 2,285.000 fl. ausmachen. Sind dicse convcrtirt, so hat der Staat 381.060 ft. bar eingenommen, nnd zahlt dafür au Zinsen u 6 Percent 22.850 fl. Zur freiwilligen Couvcrsion der Papiere der zweiten Kategorie dient die sogenannte, gleichfalls 20jähr. Steuerfreiheit genießende nicht rcducirbarc Gclorcntc, wclchc die Nentcnanstalt mit gleichfalls 0 Pcrc. Vcrzinsnng, nnd zwar in Gold oder mit 25 Pcrc. Agio cmittirt. Der Staat hat dabci leinen andern Vortheil als den, daß cr nicht mehr nöthig hat, für dic bcdcutcudcn Silbcrankänfc zn sorgen, wodnrch die allinäligc Hcbnug der Valuta bewerkstelligt wird. Der zur Tilgnng bestimmte vörscn-mäßigc Anlanf findet in gleicher Weife, wie hinsichtlich der Papiere erster Katcgoric, anf Kosten der Anstalt für Nechnuug des Staats statt. Die Ncntcubrlcfc wcrdcu uatürlich nur ciucn allmälichcn Abfatz gcwinncn, da viclc sich dnrch den Anfschlag von 25 Pcrc. Agio (den statt der Mctallucrzinsung eintreten zn lassen der Anstalt frci stcht) zurückgcschrcckt fühlen wcrdcn. Aber mit der' Besserung der Valuta wird sich der Absatz dcs Papicrö hcbcu, uud eö ist dieselbe, auch wcun der Verkauf nicht rasch genug vor sich geht, durch die Conversion dcr Staatspapierc erster Kategorie zu bcfördcru. Die Staatsrcnten'Anstalt wird, nm flüssige Capitalien zn erhalten auf Grmid der cmittirtcn l)pcrc. Geld-rcntcnbricfe zu zwei Dritteln 3"/, »Perc. Ncntcnfchciue u 25 ft. ausgeben. Sobald z. B. 1000 fl. «pcrc. Ocld-rcntc vertauft sind, wcrdcn «66 ft. solcher Scheine ausgegeben, wobei aber die Anstalt über 1000 fl. verfügt. Hiedurch erhält sich dcr Umlauf stets im richtigen Verhältniß. Ferner wcrdcn diese Noten dcr Anstalt derart herausgegeben, daß für 10 Pcrc. bar nnd für l)0 Pcrc. Gcldrentc in Zahlnng gegeben nnd hicdurch gleichfalls cinc große Anzahl anßcr Conrs gefetzt wird. In den Provinzen gründet die Anstalt Filialen, dic ermächtigt wcrdcn, nnlcr ihrcr Garantie uud mit Hin-tcrlcgnng dcr Ocldrcntcnbricfc gleichfalls 3"/^pcrc. Pro-uinzrcntcnfcheinc anszngcbcn, uud zwar iu dem Verhält» uiß, daß, um eine Filialanstalt mit 1 Mill. Capital zn gründen, sic I Mill. «pcrc. Oeldrcutc übcrnchmcn nnd dagegen 1'/, Million Ncntcnschciuc (Notcn) ansznstcllcn berechtigt sind. Die Provinzauslalt hat jährlich ^, Pcrc. dcr anszngcbendcn Scheine zn tilgen, dieselben also bin» ncn 20 Iahrcn zn amortisircu. Allc Provinzanstaltcn stchcn initcinandcr in Vcrrcchnnng nud bilden gleichsam ein großes «-i'ün-i»^ Imu^. Die Provinzanstalten besorgen die Geschäfte des Staats, indem fic die Steuern einnehmen, dic Gehalte bezahlen :c., wodnrch der Staat cinc großc Snmmc jähr^ lich an Vcrsendnngöspcscn erspart. Dnrch dic Ausgabe von verzinslichen nnd garantirtcn Rcntcnschcinen wird übrigens die Banknote nicht altcrirt. So viel vorläll« fig über das allgemeine. Dcr Gcwinn des Staats würde nach diesem Plan 14 Millionen Gulden betragen. Oesterreich. Wien, 21. September. (Dic Aufhcbuug dcs Untcrrichtsraths.) In Folge allcrh. Anordnnng vom 14. September d. I. hat dcr anf Grnndlagc dcs allcrh. Handschreibens vom 20. October 18l>0 ins Vcbcn gcrufcnc Untcrrichtsrath zn licstchen aufgehört nud cs mag uns gestattet sein, nach den Gründen dicscr Anordnung zu forschen uud sie näher i'.'.s Auge zu fassen. Bekanntlich hat dic mit dcm Patcntc vom 20. October begründete staatsrechtliche 'Neugestaltung Oesterreichs die Anfhcluing dcs Hl'iuistcrinmS für Cnltns und Unterricht nnd die Zuweisung seiner Angelegenheiten an das ncn errichtete Staatsminislcrinm und, sofcrn sic die ^ändcr dcr ungarischen Krone berührten, an die Hofkanzleici' znr Folgc gehabt. Es mußtc sich hicbci uothwcudig dic Befürchtung aufdräugcn, daß dic wünschcnswcrthc Cin' hcit des Unterrichts in ernstlicher Wcisc gcfährdct wcr dcn würdc, wcnn nicht mit jcnen Vcrfügnngcn Hand in Hand die Schöpfung eines scinc Wirksamkeit anf allc Bänder dcs NcichcS crstrcckendcn OrgancS ginge, welches bcrufcu wäre, dic bisher fcstgch.'ltcncn obcrstcn Grnnd sätze bci dcr Vcituug dcs öffentlichen Unlcrrichtcs z» bewahren nnd ihnen auch in dcn Bändern dcr ungarischen Krone fortan Cingang zn verschaffen. Unzweifelhaft war es vor allem anderen dicscr Gedanke, welcher dcr Errichtung dcö Untcrrichtsrathcs zu Grunde lag, dessen Aus-gäbe nach dcn ihm gcgcbcncn Statuten es sciu solltc, die wisseuschaftlichcu uud didactifchcu Fragcu dcs öffcnl lichcn Unterrichtes als selbständige bcrathcudc Körper schaft zn verhandeln nnd zn vcrtrctcn nnd dcn Mini' stcricn so wie dcn mit der ^citung dcö Untcrrichlcs bc^ trauten administrativen Ccntralstcllcn in dicser iltichtung als Äcirath zu dicncn. Wic sich ans dcn crwähutcn Äcstiminungcn hinsichtlich scincs Wirknngslrciscs crgibl, war ihm nebst dcr Anfgabc, jcncu Gcdaukcn zn verwirk-lichcn, dic wcitcrc gcslcllt, cincn Ersatz für jcnc Com-misfionen von Fachmännern zn bictcn, wclchc bis dahiu in allen wichtigen Angelegenheiten von Fall zu Fall vom Ministerium für Cnltnö nnd Unterricht cinbcrnfcn wor dcu waren. Scit dcm Beginne dcs Jahres I^«4 bis znm hcntigcn Tagc war dcr Untcrrichtsrath in dcn angcdcutctcu Richtungen thätig. Ein Blick anf dic gcgcn^ wärtigcn staatlichen Verhältnisse Ocstcrrcichs läßt jedoch erkennen, daß die Voranssctznngcn, wclchc für scinc Errichtnng vorzugswcifc maßgebend waren, für dic Z»' knnst nicht mchr gcgcbcn sind. Die staatsrcchtlichc Stcl' luug, in wclchc dic ^ändcr dcr ungarischen Kronc z» dcn übrigen Theilen des Reiches in jüngster Zcit gctrclcn sind, nnd dic hicdurch bcdiugtc C'rrichtuug eines eigenen Untcrrichts'Ministcrinlns für crstcrc hat jeglicher ferneren Vcrbindnng dcrfclbcn nut dcm UntcrrichtSralhc dcn Boden entrückt nnd die Errichtnng eincS selbständigen ^andcS- Dies war so im Toue dcr Wahrheit gesprochen, daß der Arzt nicht mchr zweifeln konnte. „Wohl. erzähl!»," sagte er, dem Inquisiten ins Wort fallend, Dicscr begann zn erzählen, „Eö war im verflossenen Jahre, da fnhr uln Mitternacht riil Wagen mühsam dcn Wcg gcgcn Laibach herauf. Wir waren unser Drei, ich. dcr Ioscs uud Wilhelm. Drei Freunde, welche dcn Teufel selbst nicht snrchlctcn! Wir stellten nn3 anf eine Stelle bei dcn heiligen drei Kreuzen auf die Lauer, wo dcr Wagen stchcn mnßte, um die Sperre anzulegen. Dcr Wagen tam. Wir bemerkten darin unr einen Mann. welcher schlief und den Postillon, dcr am Voclc saß nnd die Pferde lenkte. Ich sprang zn den Pferden, mcin Kamerad schoß deu'Postillon nieder nud Josef slilrztc auf dcu Herrn im Wagen los. Zwei Schüsse fielen, dcr Herr nnd unser Eamcrad Josef wälzten sich im Vlnte. Ich nnd dcr Wilhelm waren nnn Herren dcö Platzes, wir sprangen in den Waa.cn, zogcn die hölzerne Sitztrnlic heraus, und flohen nach rechts zu einer Kirche. Hart au der Maner, vier Schritte vor dcm Eingänge am Graben öffneten wir die Truhe gewaltsam, fanden einige Wäsche und ein schwi-reS Kästchen mit Gold. Wir hatten nicht Zeit, den Inhalt genau zn untersuchen, vergruben das Kästchen nnd legten einen breiten Stein darauf, dcr nn2 dcn Platz dcr That lcnnzcichncte. Inzwischen war der Wagen mit dcn Lcichcn gcsuudcu wordcu. Dies sahen wir noch beim Lichte des Mondes, dcr eben aüfglgangeu war und stilrztcn zn verschiedenen Ecilcu den Berg hinab gegen dcn „g e w eihtcn Vr u n u." „Nichtöwürdigc Vösewichtcr", sprach dcr ?lr;l. »Den Tag daranf wnrden ich und Wilhclin nlö Paßlosc ciu-gczogcn. Wilhelm starb während dcr Untersuchung, und so bin ich allein Besitzer des großen Schatze« geblieben. Tic sehen, Herr Doctor, mein Besitz ist rcchtmäsüg, denn dcr Herr desselben ist todt. Wollen Sie mit mir theilen. so lassen Sie mich flichcn, In P 0 niqne finden Cic mich und ich gebe Ihnen mcin Ehren« Nwrt, daß ich ohne Sic leinen Schritt friihcr thnn werde, so wahr mir Gott in meiner lctztcu Stunde helfe. - Alfa lassen Sie mich entfliehen?" „Ein Umstand fällt mir auf. Zur Zeit. als Tn vorgabst, den Nanb untcrnommcn nud das Kästchen vergrabe» zu habcu, waist Tn schon l»'i nnö ciligclcrlcrt. Wic crllärst Tu mir das?" „Ich sagte ja, daß wir Tag« darauf alb passloir Hcrum- strcichcr eingezogen waren, eö war nnr vier Tagc nach meiner Entlassung als Gassenkehrer. O! wäre ich nnr zu dieser Strafe verurlheilt worden, ich hätte Gott gedankt. Ich hätte schon langst dcn Schatz nnd cS wäre mir nicht niilhig, so nm meine Freiheit zn bctteln, wic ich jctzt thun mnf!." „Ticsc Fabel ist hübsch crdachl", sprach dcr Arzt nach cinigcu Nedrnkcn, „alier uicmaud glaubt mchr an verborgene Schätzr." Der Verbrecher wartete zitternd vor 'Angst auf dcn Anvsprnch dcö Arztes.— „Wie, Sie glanbcn der Wahrheit nicht?" fragte cr, indem cr eine» forschenden Alict anf dcn Arzt warf. „Ich glaubc, daß Tn cin Mensch bist, dcr aus Kostcn Veicht-glänbigcr und Einfältiger leben mochte." „Um Gollcö Willm, Herr Doctor! das Kästchen befindet sich in einem Grabe» bci dcr Kirche ob dcr heiligen drei K rc nz e nächst der Straße nach St. M a r e i n. Ein breiter Stein lcnuzeichnet dcn Platz." „Ja, ja! doch gcnug, louim mit mir." „Auch Iuwclcn hat mcin Schatz, Inwelen nnd andern Schmuck ans Gold . . ." ..Genug, sag' ich, lein Wort jctzt mchr. Elehc auf nnd folge mir." Dcr Verbrecher sticß einen gräßlichen Cchvn dcr Verzweiflung cm« nud warf sich dcr Länge nach auf dcn Aodcn „Ich will nicht aufstchcn!" ricf cr, „Sic mögen mich tragen, gehen will ich leinen Schritt — 0, cr glanbt mir nichl! Ach, daß ich das Kästchen nicht hier habe, um cü Ihucn zn beweisen! — Sie werden cS bereuen. . . ." Dcr jnnge Arzt befand sich in dcr größten Aufregung. Einen Augenblick war cr cr daran, anf dcn Vorschlag einzugehen, aber dic Fnrcht, sich vielleicht von ciucm Verworfenen getänfcht zn sehen und von ihm verhöhnt zu wcrdcn, endlich die Furcht vor Entdeckung hielt ihn noch znriick. Um sich vor jcder weiteren Vcrsuchung scrncr zn schützen, packte cr schnell den Verbrecher bcim Arm, nm ihn anfznhcben nud iu daS Zimmer zn schleppen, daS für ihn bestimmt war. Allcin dcr Verbrecher leistete dcn stärlstcn Widerstand, so daß er sich entschließen mußtc, Hilfe hcrbcizuholcu. Er verließ daher cilcnd das Scctionszinuncr nnd ciltc in die Wohnung des Kcrlermcistcrs, wo cr zwei Wärter fand nnd mit sich nahm. Als sie an Ort und Stelle lamm, fanden sie das Fenster ofscn „nd dic schwachen Killer mistgeNwrsm, Ein Schuß siel in geringer Entfernung. Der Schuß galt dcm Vcrlnechc'', welchen die anfmcrlsaine Schildwachc im Hofranmc getroffen ha!«' Er war todt, wirtlich todt! Anf den Schuß achlclc uicmano. Es war cbcu die Vmvi^ rung drö Kricgc?, wo täglich Vcrwuudcle und Todte ans Unln'-lrain eintrafen. Man halte genng mit sich selbst und mit dc« Erciguisscu, die da kommen sollten, zn thnn, Nnf den Gafft» standen Gruppen, welche die Ereignisse besprachen und ans weitt" Nachrichlen hcnrtcn. Eö war am 25 Seplcinbcr 1ttl:i, alt< Obrist Milnlinowili! nlit wenigen Gradislauer Gräuzern uud einer schwachen Ablhc'' lnng Erdödy- (später Nadchly-) Hnßaren dcu Maria Thcrcsi^ Ordcn und ocu Frcihrrrnlilel „von Wrirelbnrg" sich crlämpf^'- Ein Thcil dcr österreichischen Armcc stieß, von Bärcubcl!i kommend, mit dcm Fcindc in Weixclbnrg znfammen, 2)^ Kampf war grimmig. Beim Svetina, innerhalb der A"' zännung, lagen fünf Mann todt uud wurden dort begrab?»' Von Lola hiuanf stürnitcn dic Croaten, nnch dcr Straße g^^' Laibach dic Hnßarcu. Einc Mrngc Kugeln schlugen in die Hä»!^' DaS hitzige Gefecht zog sich herab bis gegen G cwcihtcn B r u »»' wo cin andcrcr Flügel dcr östcncichischen Armee von Neisni; ^" Franzosen entgegenkam und fic grgcn Laibach trieb. Abgcbrail»^ nnd zerschossene, uon dcn Eiinvohncrn ucrlnsscue Häuser, verwüst ^ Acclcr und Wiesen waren die sichtbaren Trophäen dcr Sicgcr, u» die Gegend rings herum vou Heiligen drci Krcnzen u> Laib ach wimmelte von den fichtcncn Zrltcn dcr sicgcstrnntc»" Oestcrrcicher. Dcr Sieg wäre noch vollkommener gewesen, halle uia» Vicctöuig vou Italien gcfangcn gcnommcn , wclcher die Oc>< ^ gegeuuiart hatte, sich durch ciucu Hieb zn retten, dcn cr " nächsten Wachposten, für den Ocstcrrcichcr, dcr dcn uulcru K>» backcu vcrlorcu, freundlich zn sorgen, damit cr anfkommc, >"^ cr anf Laibach zuritt, schnell einpacke» licß und llbcr dcu V' baumcrwald nach Gurz flüchtclc. ,, Wenige Tage darauf capitnlirlcn dic Franzosen, "^ einige Tage früher anf t^ Laibachrr <5nstel> gcslüchtl'! h" 1481 schlllvathcs für Galizicii. welchem dcr llngcschmälcite Einfluß auf dic Aiigclcgcuhcitcil dc^ Untenichtc^ an dcn Staats- und Mittelschulen ciuMäimit wllidc, seiner uunulichcn Wirfsanikcit noch cinc wcitcvc Grcuzc acgcbcn. Uutcr dicscn Umständen würde sich I)iufort seine Thätigkeit nur auf cincn Theil dcr österreichischen Länder erstrecken und somit, ohne jenen, seiner Echöpfnnss vorzugsweise ^l Grunde liegenden Gedanlcn ucl wirtlichen i^u tonnen, sich nnr mehr in der Richtung zu entfalten vermögen, daß er dem für die westliche Hälfte des Ncichcö gebildeten Ministerium für Cultus lind Unter» richt mit dem Rathe dcr in seinem Schooßc vereinigten Wachmänner zur Seite stände. So schälMswcrth sich MH dieser Äcirath lusher erwiesen hat, su läßt sich doch nicht vcrtcnncn, daß cö nicht zn rechtfertigen wäre, dcn complicirlcn und dcn Staatsschatz in nicht unlie-trächtlichcr Weise in Anspruch nehmenden Organismus dcö Nuterrichtsrathcs nm dieses einzigen Zweckes willen ferner aufrecht zu erhalten, welcher ans einem anderen "^cgc in weniger kostspieliger Weise nnd vielfältig weit vollständiger erreicht werden kann. Wie forgsam nnd umsichtig nämlich auch bei dcr Wahl dcr Mitglieder des UnterrichtöratheS vorgegangen wnrde, wie sehr daö Bestreben daranf gerichtet war, hicbci nicht nnr icdcm Zweige des Unterrichtes, sondern auch jedem berechtigten Ansprnche und Bedürfnisse dcr verschiedenen Nationalitäten nnd Religions - Genossenschaften Nerccht zu werden, es konnte doch nicht daö Ziel erreicht werden, in einer ständigen Kürperschaft alle jene Män» ner zn vereinigen, deren Gutachten in einzelnen Fällen »nenlbchrlich oder doch wünschenswert!) erschien, und dcr Unterrichtörath selbst war vielfach darauf angewicfcn, sich kraft des ihm eingeräumten Rechtes an dcn Rath vuu Fachmännern zu wenden, wclchc sich außerhalb sci' ucs Organismus befanden. Weit entfernt, sich in der Zukunft der Unterstützung jener Fachmänner zu begeben, ^ welche ihm bisher durch Vermittlung deS UntcrrichtS-wthcs zn Theil geworden, wird das Untcrrichtsministc-wmi vielmehr in dcr ^agc scin, sic in einer dcr Natur ^r einzelnen Angelegenheiten zusagenderen Weise von A'all zn Fall in Anspruch zn nehmen und zu seinen ^ttllthnngcu auch jene Specialitäten heranzuziehen, wclchc '» der ständigen Körperschaft des Untcrrichtsrathcs lciuc stelle finden konutcu. Wenn wir daher nntcr dcn er-"ttcrtcn Verhältnissen die Aufhebung des Unterrichts-nUhcs als cine dnrch die thatsächlichen Verhältnisse voll» loiumcn gerechtfertigte Maßregel mit Genugthuung bc-lN'üßcn, srcncn wir uns zugleich darüber, jcncn Män-ucrn, wclchc dcr Erfüllung fcincr fchwicrigcn Aufgabe lt»rc reichen Kenntnisse uud Erfahrungen init redlichem Zollen und Eifer entgegengebracht haben, die verdiente/ allerhöchste Anerkennung ihres Wirkens gezollt zn sehen. — 21. September. (Dcr B erfa ssu n g s a ns> schuß) beschäftigte fich in seiner gestrigen Sitzung mit dem Clantsgrundgcsctzc über die allgemeinen Rechte dcr Staatsbürger. Im Artikel .j wurden iin Passus „dic öffentlichen Acintcr sind für alle dazu Befähigten gleich Länglich" ans Antrag dcS Abg. Kuranda die Worte: 5'dazu Befähigten" gestrichen. Bei Artikel 6 erklärte 'lbg. Tom an, daß cS rücksichtlich des Landes Krain lvüuschcuswcrlh wäre, daß noch einige Zeit vorübergehe, ""l die Kraincr für die künftige Bcsitzfähigkcit der! Juden vorzubereiten, und berief sich in der Begrün-, dnng dessen auf das Privilegium des Laubes Kram, woruach dcu Iudcu dort dic Ansässigkeit nicht gestattet i,l. Allein dlescs Alinea, wonach jeder Staatsbürger an jedem Ortc dcö Staatsgebietes seinen Aufenthalt und Wohnsitz nehmen, Liegenschaften jeder Art erwerben und nbcr dieselben frei verfügen, sowie nntcr dcn gesetzlichen Bedingungen jcdcn Erwcrbozwcig ausüben kann, wnrdc unverändert angenommen. Das ^. Alinea dieses Arti-icls lautcnd: „jcdc Beschränkung dcr Thcilbartcit des Grundclgcnthums ist unzulässig" wurde abgelehnt, und zwar aus dein Grnnde, weil dies ein Gegenstand der Landcsgcsctzgcbnng ist. Zum 3. Absätze des Artikels 13 wurde cm vom Abg. Rechbancr beantragter Zusatz, des Inhalts.- „Niemand ist verpflichtet, seine religiöse Ueberzeugung zu offenbaren," angenommen. Zum Arti. tcl Ili, welcher lautet: ,,dcu Auhängcrn cincs nicht anerkannten Religionsbekenntnisses ist die gemeinsame Hans-lichc Rcllgionsübung gestattet", wnrdc übcr Autrag des Abg. Brestl dcr Zusatz gemacht, „insofernc diese Ausübung weder rechtswidrig, noch Sitten verletzend ist." Zum Artikel 10 (Freiheit dcr Wissenschaft und ihrer Lehre) wurdc cm vom Abg. Wolfrum beantragter Zu. satz angenommen, welcher lautet: ,.cS stehe einem Jeden frei, stch seinen Beruf zu wühlen uud sich dafür auszu. bilden, wie uud wo er will." Bei Artikel 17, welcher auf die Natioualtätcn - und Sprachcnfrage bezicht, wurde vom Abg. Dr. Zybllticwicz folgendes wichtige Amcndcmcut als Absatz 2 eingebracht: „Dieses Prinzip (nämlich, daß die Nationalitäten das Recht auf Entwicklung und Anwendung ihrer Sprache haben) wird in dcn einzelnen Königreichen uud Ländern durch Lau» dcsgcsetzc über Uutcrrichts-, Amts- und Gerichtssprache in ÄnSführuug gebracht." DaS Amcudcment, wurde dem Subconiltcc zur Berichterstattung zugewiesen. DaS Sub-coimlcc wird Montag seinen Bericht erstatten. Ausland. Berlin, 21. September. (DaS Programm des buudcsstaatlich.coustitutioucllcn Ver-eines) dcr Particularistcn dcs Reichstages, meistens aus Sachsen bestehend, erkennt in dcr BuiideSver-fassnug und im Zollvcrcinsvcrtragc, wodnrch die Vertretung Gesammt-Dculschlandö geschaffen wurde, den Ausgangspunkt; es verheißt kräftig mitzuwirlcu für die fried-lichc baldmöglichstc völlige Einigung aller dcutfchen Staaten untcr einer einzigen bnndeSstaatlich-constitulionellen Verfassuug, wclchc eine selbständige, dem Parlamcutc verantwortliche Ecntllllgcwalt gleichmäßig übcr alle Staaten organisirt, uud für dic wahrhaft freiheitliche Entwickelung dcr Bundesverfassung. Dcr Verein strebt die Wahrung der möglichsten Selbständigkeit dcr einzelnen Staaten in innern Angelegenheiten, soweit dies mit Handhabung einer kräftigen Ecntralgcwalt vereinbar ist, an. Karlsruhe, ^0. September. (A nspra chc des Großhcrzogs.) Dcr Deputation, welche die Adresse dcr Dcputirtculammcr überreichte, sprach der Großherzog seinen Dank uud seine Freude auS, daß sowohl in dcr Frage dcr iuucrcn Verwaltung, als in nationalen Fragen dic Anschauungeu dcr Dcputirlcnkammer sich in Ueber-ciustimmuug befinden mit jcuen, welche in der Thron- rede niedergelegt sind. Der Großherzog sprach insbesondere seine große Befriedigung darüber aus, daß er sich einig wisse mit der Volksvertretung in dem Anstreben dcs großen nationalen Zieles, dessen Erreichung zwar mit großen Oftfern für das Land vcrbnndcn sein werde, abcr auch mit um fo lohnenderen, als dieselben für die lange gehegten höchsten Wünsche dcr Nation bezüglich einer gesicherten Stellung nach Außen und freier Ent wicklnng im Innern eingesetzt würden. Wie man ans ihn vertrauen dürfe, daß er festhalten werde an dem vorgesteckten Ziele, so vertraue er anf die Unterstützung sei-tenS scincs gctrcucn Volles. Rom, 20. September. (Allocutio u.) In einem geheimen im Vaticnn abgehaltenen Eonsistorium sprach dcr Papst in einer Allocution übcr dic gegenwärtigen Zustände. Er vcrnrthcilte in feierlichster Weise das Dccrct dcr italienischen Regierung bezüglich dcr Kirchen guter, erklärte das Decrct nnd seine Wirkungen für uich tig und bestätigte die durch die kirchlichen Satzungen hicfür ausgesprochenen Strafen. Der Papst signalisirt die in dem in Paris untcr dcm Titel: „Der römische Hof und ttaiscr Maximilian" erschienenen Buche cnthal tcnen Verleumdungen nnd spricht die Verdammnng dieses Buches auS. Er erinnerte endlich an den Tod dcS Ear-dinals Altieri. Nach dcr Allocution verlieh er dem Ear-diual Dcangclis den Titel eines Eamerlcngo und dcm Cardinal Dipieiro das Bisthum von Albano. Haag, 21. Sept. (DaS Budget für 186k) ist günstig, trotz dcs Ausbaues dcr Eifcnbahncn und dcr Vervollständigung des Vcrthcidignngssystcms findet keine Erhöhung der Stalltsvcrpfiichtuna.cn und dcr Staatsschulden statt. Die Einnahmen decken voraussichtlich die Ausgaben. Hagesneuigkeilm. — (3li >lberpe sl.) Nach den bis 10. September d. I. ! eingelangten Belichten ist der Stand der Rinderpest in Oestei« reich folgender: InUngarn herrscht die Seuche im District» Iazygien und Kumanicn, im Pester, Viharer und Oeden» burger Comitcile. Im Aiader und Veszprimer Comitate ist die Seuche erloschen. In Galizicn ist ein Ort im Roha-lyner Bezirke, im Nopczycer Nezule sind sechs und im Pilznoer Bezirke zwei Olle verseucht. In Niederöfter» reich ist die Rinderpest auf den Veznl von Obel-Holla» brunn beschränkt geblieben. In M k h r e n ist die Seuche zu Unler>Iannowitz im Nilolsburger Bezirke ausgebrochen. — (Cholera.) In Tiiest vom 20. bis 21. d.M. 5 ürlranlungen in der Sladt, 2 in dcn Vorstädten, 0 in Barcola, 1 genas, 4 starben, 27 in Behandlung- vom 21. bis 22. b. 6 öllianlungen in der Stadt, 2 in den Vorstädten, 2 im Terrilonum, I genas, 4 starben, 32 in Behandlung. — (Neuer Planet.) Professor F. C. Watson zu Ann Harbour (im Staate Michigan) zeigt an, daß er in der Nacht vom 24. August einen bisher unbelannien Planeten entdeckt habe. — (Kriegs stllrle des norddeutschen Vun. dcsheeres.) Nach den Feststellungen werden auf dem Kriegsfuße Men: I. Feldtruppen, ausschließlich etwaiger Belagerungsparle und Rcservepontontrains, II.'^50 Ofsiciele, 497.573 Mannschaften, 152.428 Pferde. 1284 Geschütze, 12.873 Fahrzeuge. 2. Stellvertretende Stilbe und Ersah» "Nd wurden nach Karlstadl cScorlirt. ^.'aibach war frei vom M'iude, dcr rö von 1^0!) bis lttiü behcrrschle. Die Einwohner schn'clglcu i>: endlosem ssreudenjnbel! ^in halbes Jahr war feildcm verflossen lind die Brunnen» 'N'sou iu Töpliz begann, Eurgilstc kamen von allen Seiteu u»t> versprachen sich axgeüehme Tage. Um diese Hrit lnachle i„ Töpliz ein junger Mann dnrch rlc-NaiUe« Aenßcre, frinc Manieren mid sinurhinendeS Vrnchmcu '""gci! Nüfslhl'n, Er umr ein ^cuidcölmd nnd schien schr rcich '" fr»!. Ardicnslct unter sranzösischer Occupation hatte er an« ^ l'ch sl'inc Slrllr aufgegeben lind lrble jetzt von seinem Per» ^^'""^ ^nhnc grschworen, so glnnw besonders die weibliche "' l>nn. daß n- anf Vl'cmlschcm lonune. s»sics^" ^hcimuißuollc Manu erschien in dcr Tüftlizer Gesellschaft, cWllig nnd doch filr alles aufincrlsam wie e« schien. Unter den Anwesende» befand sich anch rill Fraulci». welches ,vrl)n. <^ ^ '" ^" ^'""^' '"'l 'h"r Mutter «nsländig z,. Na»» "^"«'" ^'^"" ""b lhrc Muller lannten den jungen "^1" ^"^"^^ü"!' prangende Emilic halle »user jnugcr ^ irin Ai^e geworfen. mm- "Nad//"^^"'"'^^ ^^>n erleichterte ihm die Al.ln.lpfung ""d T°ck7 "'^°^ """ ""^ lchöum Tage« lud er Mnllcr ^"u»a , "'^ ""' '" b"l Parl zu folgen, um ihnen eine Er-wclchc l,^ ^.'' ^begann: „Ich bin von guten Litern, llclluna in V"^"^ ^°^ '"^" ' ^'" ^^ ""d ^"«e eine An-Amerilc, (^. , ^ '"' Iuqmsitionshausc. Mciu Onlcl siarb >n l^"s »icht n"> ?'^^ '"'' ''"' ^N°ft. groß geuug, um Zeit-""u< Wunsch ," ^^ """!'" dem Dienste, wa« schon längs! " ""^ Welt «..„ ^. ^ ^"^ ^''^'" l"lc Kreuz- ,l»d Onnzüae "l"'«ll >un M. - ' '"' ""'" D'°!1",e« Menschm gesucht ""d """'"<"' grsnnden ,»>l eiuen. Nhr'verl a» dcr Stelle deö Herzen«. Ich lomme nach Vrilnn und endlich nach Töplitz und sehe hier alle meine Träume von Menschcnwcrlh in Ihrer lirbenowlirdigeu Lmilie vcrtürprrt. Geben Sie mir Emi-lienS Hand." Mutter uud Tochter waren sprachlos vor Ucbrrraschung, aber e,u Vlick auf Emilie, dic hocherriilheud dastand, sagte dem Multer-hcrzcn, daß die Werbung dem stillen Wunsch ihres Kinde« ent-sprechr und bald lagen die liebenden sich iu dcn Armru. «Hmiliruö Müller drilcllc dcm Werber noch de» Wunsch aus, die Verbindung cinstweilcn geheim zu hallen. 9iachdem dcr junge Manu dies zugesagt und man verabredet hatte, datz zuerst iimilie und ihre Mutler uud dauu dcr Bräutigam To'pliz verlassen und mau sich dann spaler lrcffcu ivolltc, uahm EmilieuS Verlobter zärtlichen Abschied, in der Absicht, Töpliz sogleich zu vcrlasscu. Emilie, noch im Taumel dcr elslcu Liebe schwelgend, blieb allein mit ,hrcr Mutter zurllck, an derm Brust sie sich warf, indem sie ciucr plötzlichen ahuungkvollcil Uuruhc sich nicht zu er-wehrcu ucrmochtc, wclchc die Mutter taum zu verscheuchen im Staude war. Ein Wageu flihr vorüber, Eiu junger Mann grilhtc aus dcinsclbeu höflich und mit Ausland Mutter uud Tochter. Dcr juugc Manu war dcr Arzt B . . . Nach ciuigcn Tagen, als die Badcsaison fchou zu Euoe ging, vcrlicßcu auch Mullcr nnd Tochter das Bad. Trauliche Gespräche, ilbcr Auöstallung uud Hochzcileanstalten ucrlilrztcu deu Frauen den auch vor fiiufzig Jahren nicht eben auzicheudcu Ruclwcg. Nbcr unser hcimgclchrlcr Arzt war uicht milfsig, Sein ErslrS war, das Gut W . . ., wclchcs ihm zum Kaufe ailgcbolc« war, zu besichtigen und dcn Kauf abzuschließen. (5r bezahlte mit dem Nachlcch dcö Verbrechers, dcu er nach dcsfcn Todr ausgcgrabcn und sich zugeeignet halte. Und nachdem er alles zum Empfange seiner Braut hergerichtet, reiste er uach Brilnn ab, um seine ge-lieble ümilic abzuholen. Das Wiedersehen U^u ^icbendcu ist schon ofl geschilderl wor-drii, dic Fcdcr isl abcr gewöhnlich zu schwach, um diese Wonne ailstzudrilllc»' Die ^escr werden une also Glembcn schenlen, wenn wir fa-gen, daß dic i'icbcnden sich sprachlos vor Lnlzllclen in die Arme fielen, uud Vmilie über den Vräntigam und die schönen »och. zeitSgeschcnlc, die er ihr milbrachle, ganz glücklich war Die Tage verflossen wie ein Traum. Der jung/Arzt ha'.c sich .iber seinen B.fch und sein Vermögen ausgewiesen, und nicht« mehr hmderle sie M„ Allare zn <„.„,, ,„° ^as I„wort mil dia mantcilrn Kellen sie band ftlr Zeit und Ewigleit. Vald darauf ging es in die Heimat. Die Mnlter versprach sobald sie ihre Angelegenheiten geordnet haben werde, ihnen »»' vcrziiglich nachzukommen. Die Rrisc ging ganz gnt don siaüeti. „»r fi!hl lel. War das Mageudri.cten , ^ 7' "" °"^^'" Du», war >° das Cyaula i noch ni ^ 7 "" '"" " "°"'"'° mehr ungewöhnliche Weg .uWe^.' """ "^ ''^ """ Hatlcu Gewissensbisse i ber 1^ ^'"°"'" '"" "°^ """°"n<. 'hu auf das Kr« , < ""gerechte Gut des Verbrecher« eü aew s s^ °l!" ^worsen, oder hatte er der Mtm m» dcn gewohnl.cheu Tribut gezollt, wer konnte es sagen. . '^ "" Mächtiger Versöhner. Zwei Trauenurideu uer,a>lmgcn ihre Zweige iibcr den ^'cicheuftriu, der dic illichrsliiüe der Lirvmben drctt. Die ^'irbe velcinl fie cms ewig im Grab'' 1482 tluppen 4477 Officiere, 188.004 Mannschaften. 22.955 Pferde, ^20 Geschüfte. 3. Vesatzuugstruppen dci der eisten Besetzung 40LL Ofskiere, 143.140 Mannschasten. 2331 Pferde. 4. Die üdligen im Lande zurückbleibenden militü» lischen Körper 472 Officicre. 5700 Mannschaften, 1200 Pferde. Es wcrdcn also gleich bei der Mobilmachung auf« stellt: 20.005 Officiere, 834.483 Mannschaften, 178.914 Pferde, 1504 Geschütze und die vorerwähnten Fahrzeuge. Dazu lünnen noch treten: 5. Für die volle Vesetzung der Festungen an Vesahungstruvven 1066 Osficicre, 57,058 Mam'schasten, 30,141 Pferde, elwa 150 Geschütze. Gibt eine Gesammtsumme von 22,653 Osficieren, 892,141 Mannschaften, 209,055 Pferden, 1054 Geschützen und 12.873 Fahrzeugen. Die Iriedcn«Mrle ohne Ossiciere und Ilnttlvfficiere beträgt 270,000 Mann, die Dienstzeit drei Jahre, die vier Jahrgänge der Reserve zählen, nach Abrechnung von 20 Percent Aligang, mindestens 288.000, wozn noch 315.000 verfügbare Landwchrmänncr lommcn, was, das stehende Heer mit 300.000 Mann gerechnet, 903.000 Mann gibt. Dazu tommcn die Truppen der durch Schutz- und Trutzbündnisse mit Preußen vereinten drei süd« deutschen Staaten (Vaieru, Württemberg, Baden), welche an Felttruppcn etwa 102.000 Mann, an Ersatztrupven 37.100 Mann, an Besatzungtruppen 225.504 Mann stellen; gibt, den uorddculschen Bund mit Hessen nur zu 892.141 Mann gerechnet, 1,101.241 Mann, ausschliehlich 28.000 Ossiciere. Locales. — (Ein 50 jähriges Jubiläum in der philharmonischen Gesellschaft.) Herr Michael Pregl, Verwalter der Tcuts^ordcnZcommcnda, feierte gestern seinen 7 0. Gcbnltstag. Ta cs hcucr gelad,.' 50 Jahre sind, seit Herr Pregl der philharmonischen Gesellschaft bei-, trat, der er bis heute ununterbrochen, zeitweilig auch in der Tircttiou (Herr Pregl ist auch jetzt noch Tircctionsmitglied) lmg.'Iwltt', so benutzte die philharmonische Gesellschaft dusen Tag, um dem gefeierten Jubilar durch cine Deputation der Direction das Diplom als Ehrenmitglied zu überreichen. Herr Director Schüppl, an der Spitze der Deputation, hielt eine Ansprache an den Ncslor der Gesellschaft, in wcl» cher er des Gefeierten Verdienste anerkennend uxd dankbar hervorhob, die cr sich in bcr langen Reihe von Jahren in Freud und Leid crworhcn. Der Jubilar danlte sichtlich erfreut mit bewegter Stimme für die ihm gebotene Aufmerksamkeit. In musikalischen Vcreinen, welche mit wenigen Ausnahmen ihre Entstehung erst der neucren und neuesten Zcit verbauten, ist cine derartige Frier gcwih eine der sel> lenster», sowie eine so lange uud ununterbrochene Anhang» lichllit an einen Verein dem Jubilar ebenso wie dem Vercinc 'cll'st zur Ehre gereicht. -- („Die Iosefscapclle"), ein erzählendes Gedicht von unserem vaterländischen Tichlcr L. Germonit wird in einer neuen Auflage erscheinen. Diese poetische Erzählung schildert im ersten Theile lebhaft und anschaulich einen Sturm aus dem adrialischen Mere und im zweiten Theile vas reizende Nosenthal in Körnten. Der C'ctrag des Heftes ist bckanntlich einem frommen tünstlerischen Zwecke gewidmet. — (Theater.) Am Vclflossenen Samstag gelangle Kieutzers liebliche reizeude Oper „Taö Nachtlager in Granada" vor gut besuchtem Hause zur Aufführung. Htreutzer halte seit Beginn seiner musikalischen Laushahn eine Ncihc von Werten veröffentlicht, aber erst ir> seinem zweiundsünfzigsten Lc^ bensjahre gelang ihm diese ewig schone Schöpfung, dnscs Muster cincr lyrischen Oper' vor wie nach ist ihm kein lihnlicher Wurf gclungen. Die Aufführung dicker Oper war eine ziemlich gute im Gesammteindruck. Eine neue Erscheinung, Frl. Le Pretre, wurde uns als Gabriele vorgeführt, und vermochte das Publicum, der Unzulänglichkeit ihrer Stimmmittel wegen, nicht recht zu erwärmen. Die Stimme des Fräuleins ist so klein und dünn, dcch sie bei der doch so discrete» Kreuher'schcn Instrumcntirung des Orchesters nur wenig, im Ensemble aber fast gar nicht hörbar war. Von ihrer Coloratur tonnen wir unter solchen Um« ständen nicht viel berichten; einige hübsch ausgeführte Triller, das ist so ziemlich das Ganze, waZ wir zu verzeichnen haben. Die Darstellung war nicht entsprechend. Hr. Pod-horsly, noch in freundlichem Andenken aus dei verflösse« ncn Theatersaison, sang den Jäger so ziemlich zufriedenste!» lend; doch das unzeitige, nur für italienische Opern passende Schnörkelweil, in dem sich Herr Podhorsty gefiel, konnte uns nicht für die übrigen Mängel entschädigen. Der schlichten Einfachheit diefer Oper steht ein so schreiender Aufputz nicht wohl. — Hr. Ander als Gomez war, trotz dcr Unhedeutendheit seiner Partie, in jeder Richtung vor< züglich. Necht brav waren auch die Herren Krühl (Am-brosic), Krolopp (Vasco) und Müller (Pedro). Ae« merkenswert!) war die sehr gelungene Ausführung des Quin-tetteZ im ersten Acte (Frl. LePretre und die Herren Pod-horsly, Kräht, Krolopp und Müller) und des Terzettes im zweiten Act (Frl. Le Pretre und die Herren Ander und Podhorsly). Der Chor, der sein Bestes leistete, wurde durch Applaus ausgezeichnet. Das Orchester hielt sich recht wacker; sehr verdient war der Beifall nach der besonders gut erccutirten Ouvertüre. — Vorgestern hatte Herr Müller in Nestroy's „Talisman" Gelegenheit zur Entwicklung seiner wirksamen Komik. Gestern wurde Bc-ncoix' „Storcsried" gegeben. Die Darstellung war srhr befriedigend. Hr. Kraft gab den Stadtsyndicus Lonau vortrefflich. Unter den übrigen Darstellern ragten Fr. Leo (Geheimräthin) und Hr. Notter (Lebrecht Müller) durch ihre vorzüglichen Leistungen hervor. Hr. Müller (Gärtner Ehrhardt) uud Jr. Podhoröly-Keller (Äabcttc) wus;> ten ihre kleinen Rollen durch gewandtes und launiges Spiel sehr wirtsam zu gestalten und erhielten lebhaften Beifall. Frl. Arthur bewegt sich sehr gewandt auf den nxltbedcu« leuden Brettern, nur eine Kleinigkeit vermissen wir in ihrem Spiele — Gefühl. Hr. Koritz (Hubert Maiberg) entsprach seiner wenig Esseclstrlien enthaltenden Rolle. Das Zusammen» spiel war gut. Der Besuch war schwach. Wir wollen dieö dem schönen Wetter zuschreiben und hosscu, von der heutigen Opernrcprise Besseres berichten zu können, da die neuen Gesai>g5träsle ohne Zwcisel ihr Möglichstes thun werden, um ein endgiltiges Urtheil über ihre Befähigung zu er« möglichen. Oorrespoudenz. ^, Stein, 21. September. Heute bald nach 11 Uhr Vormittags wurden wir durch Feuerlärm erschreckt. Das Feuer kam im Hause des Joses Prelesnigg in der gioßen ^'llsse, welche vom Platze zur Post führt, und zwar am Dachboden, woselbst viel Stroh ausgelagert war, zum Aubbruche, winde jedoch sehr bald, obwohl die Flammen schon durch die Dachfläche hervorschossen, gedämpjt. Die städtische Feuer» spritze unter dcr Leitung des Herrn Johann Kezel fand sich diesmal ausfallend schnell ein; wir müssen in dieser Richtung alles Lob aussprcchen. Ueber die Entstehung?-ursache verlautet nichts Bestimmtes, nur so viel ist constatirt, daß das Stroh am Boden zu brenne« ansing. - Dieses Ereignis; dürfte unserer städtischen Polizei den Fingerzeig geben, wie nothwendig die leider bisher unterlassenen feuer» polizeilichen Revisionen in den Häusern wären. Telegramme. Verliu, 22. September. In der gestrigen Vera-thung dcr vereinigten ssractionen übcr den dritten Adrcß' cntwurf nahmen die Couscruativen die Vorlagen nnver> ändert, dic Nationallibcralcn mit Wegfall des Passns von „beredtem Schweigen" an. Hiermit ist anch daS Centrum der Frciconservativen einverstanden, dic Zn» stimmnng dcr konservativen daher gesichert. Heute Mittags findet nochmals eine Comit<>sitznng statt, sodann überreicht der Antragsteller Acgidi die Adresse an das Neichötagspräsidinm. Berlin, 22. September. Ve». dcr Nachwahl im zweiten Wahlkreise wurde Hovcrbect (Fortschrittsmann) mit 5453 von 8271 Stimmen gewählt. Heise (con» scrvativ) erhielt 2004, Nichter (nationallweral) 785 Stimmen; 2!) Stimmen wurden an Verschiedene zcr» splittert. Verlin, 23. September. Dcr vereinbarte Adreß» cntwnrf sagt betreffs Snddentschlanas: Wir dürfen das große Wert erst vollendet erachten, wenn dcr Eintritt der Südstaatcn in den Hiordvund auf Grnnd dcr Bundesverfassung erfolgt ist. Dresden, 22. September. Dcr Reichskanzler Aaron Veust reist hente zum Besuche seiner Tochter nach ühcuiuitz, kehrt Nachts nach Dresden zurück und reist sofort uach Prag weiter. Paris, 23. September. Die meisten Journale greifen die „Patric" an, weil sie über das Bismarck'schc Rundschreiben sagt, daran sei nichts Verletzendes, Beleidigendes. Dcr „Eteudard" demcutirt den Austausch von Crkläruugcn zwischen Paris und Verlin bezüglich des Glömarck'schcn Rundschreibens. Die französische Regierung hatte leine diplomatische Kenntniß von diesem Do-cumcntc, welches nnr an die vier preußischen Gesandt-schastcn in Stuttgart, München, Carlsruhc und Darin^ stadt gerichtet war. Kopeuhasseu, 22. September. Die „Dcftartc ments'Zcituug" enthält einen offenen Brief des Königs vom 21. September, dnrch welchen dcr Reichstag znm 7. October einberufen wird. New-Hork, 22. September. (Kabcltelcgramm.) Das im Jahre 18li(> gelegte Kabel wurde unweit Hoart zufriedenstellend reparirt. Telegraphische Wechselkurse vom 23. September. bp?rc. M?talliaues56.3>). — 5perc. MetalliqucS mit Mai- n»>' November-Ziuscu 58.60, —5pcrc. ^lational Anlehen 65.25, — Vcml aclirü 685, — Ereditactim l80,20, — UM)üi Biaatöaütl-he!! 82 <>»>, — Sillier 121.75. - London 123 «5). — K. l, Ducaten 5.90'/.«. cheschästs-Ieitunss. Nudolphsbal)»». Da8 Handelsminifterinm hat drin Ansuchen der Gemriiidcn St. Stephan lind ,Kr,nibath iin Bezirl»' ^l'obeil um Errichtung voil Hallstcllen für derinalen teinr Ful^i^ ^rgrlicn. — Dcr Gmiciiidcralh dcl Stadt Klcissciifuvt Hal in Ful^' Anr^uilss deö Äürsscllncistrvs bcschlossc» , ittnlldings üin Orsnck an die Vahuucrwaltunsi zu richten. dami! die Zweigbahn Sl, Vcit-Klllcisnsnrt so bald als mißlich sscbaul n>l>vdc, _____________ Angekommene Fremde. Am :!1. Skptcmbcr. Ttadt Wie». Die Herrcil: Lederer, Kaufm., vc>n Triesi. Prenurr, Haißly, Miillci, Maycrhafrr imd Millln-, Kanfni, von Wien. — Stamftfcl ucm Ootlschcc. - llutcrhill»^ und Baron Sternal, Privatier, von Klassrnsurt, Elephant. Die Hrrrcn: Andrirn, Handelsmann, von Trilsl, — Edcn von England. - Maicr, Hand^iunaiui, von Prst. Baierischer Hof. Dil! Herren: Rohlck und Mosiclig, Tischler, von Gürz. Ä)tol»ve>». Dic Hcrrrn: Domrneg. .ssaufm. — Schwarz, Hand, lungsreiscnder, von Wicn. — ^caynmnd, Kcllncr, vnn Stcin brilcl. — Frau Drlla Salla, Äesitzcrin, von Mailand. Am 22. September. Stadt Wie»l. Czcrwcnla, Verwalter, von Strallnntz. - - Schc^ scharf uun Gotlschcc. — Gloholschiiig, Oswcrtl dißera. — Goddschr, Fauricant, ans Mcußcn. - Ullnmn, Kanfm,, von Pariö. — Uarun Schloistni^, l. l. Gcncralinajor, «''»l Nicn. — Treo, Privatier, von Treffen. — Pinlrr, Pslurri,' nnd ^ccichSralhsdeftutirter, ans Oberlrain. - Frau Puln^hiiigg, Faurilcmlcn?a.altin, von Kropp. Wilder Manu. Nuspihcr, von Klattan. Mohren, ^trhal, l. l. ÄcanUc. nnd Dr. Rchal, von Ora,;, Kaiser von vestevreich. Mitrovich, ans Italien. — Wuls, Chrmilcr. — Slics;, van Sl. Johann. — Laykauf, Olirrlicil!, von Frcudrulicrg. — Fran Baronin u. Reihrustmi, »on (Aiaz. Theater. Heute D i c n 6 l a a,: Das Nachtlager i»l Granada. Oper in 2 Acten von ^, Kren^r, Morffcn Vl i t l U' o ch: Flotte Bursche. Operette in l Äct von Supp'i. Illeteorolomsche^euliachlnnnnll w^ilwch" " "Ü7Mg. 327 ?7 — IO.u windsM 'üässshi'Itrr 2!l, 2 „ N. ! 3^7,,^ --1!'.4 SW schwach halbhritrr <»,<„, 10 .. Ab. ^ 3^7,4? ! - -12.« SW. s. schw., sternenhell Milde Witterung. Südwestlicher Wollcnznc, Schüneö Äuend-roth Gerantmarllicher Redacteur: Inna^ v. Kleinmanr Dölstnberichl. Wicn, 21. Septemucr. Die bch'erc Stiininnnss crstrccttc sich auf sämmtliche Pllpicra.attuna.rn, vorzüglich aber auf zinstragende Staalöfonds und i'ose, während Devise» m>d Valuten steifer schlössen. Geschäft flau. Geld flüssig. _________________^_^______________________^__________________ Veffentliche Schuld. ^. dcö Staates (für 100 fl) Geld Waare In 8. W. zu 5pCl. fiir 100 st 5'..^) 51 :><> In üsterr. Währnng steuerfrei 5?>."0 l)?.i>5) ", Slcucranl. in U. W. v. I. 18Ü4 zu 5,pEt. rückzahlbar . 87.25 57.75 Silber-Aillchm von 18,)4 . . 72.— 7:l.-Silberaul. 1^5 (Frcö.) rück^ihlb. in 37 Jahr. zu 5 pEt. 100 fl. 77,50 78.50 Nat.-Aul. mit I>in..Coup. zu Ü'V« «5.35 <^5 ^5 „ „ „ Apr.-Coup. „ 5 „ l>5>.-<5 i;5.55> Metalliques . . . . „ 5 ,, 5<;.^o 5^0 detlo mit Mai-Eoup. „ 5 „ s,«,c»,) 5^ ^ ^ dettu.....,. 4>„ 48,25 45.50 Mit Verlos, v. 1.1839 . . . 135.50 137.50 „ „ „ 1854 . . . 72.... 72.50 „ .. ,. I860 zu 500 fl. K3.:l0 ^.40 „ ,. „ I860,, 100,, 87.50 88... , „ „ 1864,, 100,, 74,30 74,40 Eomo-Ncutensch. zu 42 I.. gu.l. I'. 50 20,- li. der Kronläuder (für 100 fl.) Gr.-Cutl.-Oblig. NiedcMerreich . . zu 5«/« ««" ^>..... oberiisterreich , « 5 „ 8^.50 «0.— ^ Geld Waare Salzburg .... zu 57« ««-^ «?-^ Böhmen .... „ 5 „ 8«.50 8l).50 Mähren .... „5 „ ^«,50 «7.50 Schlesien .... „5 ,. 8.5„ 92.— 92.25 Ung. Bod.-Ercd.-Anst. zu 5'/, „ 89.75 !'0.25 Mg. iist. Voden-Credit-?lnstall vcrloöbar zu 5"/, in Silber 105.— 106.— Domailicu-, 5perc. iu Silber . 106.25 106 75 Lose (pr. Stück.) Crcd-A.f.H.ll.G.z.100sl.ü.W. 127.60 127.80 Don.-DmPfsch'-G.z.100fl.CM' 85.75 86.75 Stadtacm. Ofm „ 40 „ ü. W. 23.- 24.- Esierhazy „ 40 „ LM. 97.- l00.- Sa!,n „ 40 „ „ . 29,- 29.50 Pallssy „ 40 „ „ . 21.50 22.50 Geld Wame Clary zu 40 fl. CM. 24.-- 25." St. GcnoiS „ 40 „ „ . 23.— 23 5«) Windischgrälj „ 20 „ „ . 17.— 1".^ Waldstcin „ 20 „ „ . 18,50 U>.5<» Keglevich „ 10 „ „ . 12... 12.50 Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 12.— 12.5« Wechsel. (3 Moualc,) Augsburg für 100 fl, südd. W. 103.10 103.3<> stranlfnr'lll.M,100fl. delta 103.25 103><> Hamburg, für 100 Mark Äanla 91,20 91-«' l!olldou für 10 Pf. Sterling , 123,70 123.!"' Paris für 100 Frauts . ^ . 49.10 49.2« «ours der Geldsorten Geld Waare K. Mlinz-Ducatcu 5 st. 53 lr. 5 fl. 90 lr. Vtapoleousd'or . . 9 „ 89 ,. 9 „ 90 „ 9t»ss. Ilnperiali« . 10 „II „ 10 „ 12 ,. Vercinölhaler . . 1 „ 81> „ 1 „ «^ " Silber . . 121 „ 50 „ 122 „ - " Krainischc GrundcullaNnngs-Obligationen, P>>' oalnoürnng: 87 Geld, 93 Waare,