präuumcrnlions - Preise : Für Laibach: Ganzjährig . . . 0 fl. — kr. Halbjährig . . . z „ — „ Vierteljährig. . . 1 „ SO „ Monatlich . . . — „ SO „ Mit der Post: Ganzjährig . . . 9 fl. — lr. Halbjährig . . . 4 „ 50 „ Vierteljährig. - . 2 „ 25 „ Mr Zustellung ins Ha»S vierteljährig 2S Ir., monatlich 9 kr. Einzelne Nummern 5 kr. Laibacher Tagblatt. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. L c L a k t i o n: Bahnhosgasse Nr. ISS. Lrpcdition und Inserate» Lureau: Kongretzplay Nr 8l (Buchhand von I. v. Kleinmayr L F.B»! Änscrtionsvrcisc ^iir die einspaltige Petitz! bei zweimaliger Einschaltuu' dreimal L 7 Ir. JnsertionSstempel jedesmal SO kr. Bei grötzeren Inserate» und österer Einschaltung entsprechender Rabat. Nr. 96. S amstag, 5. Dezember. Morgen: 2. Adventsoiuttag. Nikolaus. Montag: Ambrosius. 1868. Eine neue Schöpfung." m. — In unserer letzten, diesem Gegenstände gewidmeten Betrachtung haben wir dargethan, daß sich der Tischtitel für das Zukunftsreich Slovenien in der Geschichte vergangener Tage nicht gut finden lasse- . . . Aber ist es nicht vielleicht ein tief im Herzen des slovenischen Volkes lebender Wunsch, ein warm empfundenes, unabweisliches Bedürfuiß der Nation, welches gebieterisch zu dieser neuen Schöpfung drängt? Wollen wir der objektiven Wahrheit treu bleiben, so müssen wir auch diese Frage auf das bestimmteste verneinen. Schon der Umstand, daß die Slovenen Stcier-marks, Kärntens und des Küstenlandes durch Jahrhunderte alle Schicksale dieser Kronländer in Friede und Eintracht und gemeinschaftlich mit der deutschen und italienischen Bevölkerung dieser Gebiete theilten, ohne daß sie bisher von derlei Trennnngs-gelüsten angewandelt wurden, — schon dieser Umstand läßt es deutlich erkennen, daß diese Gelüste keineswegs tiefe nnd weitverzweigte Wurzeln im Herzen des slovenischen Volkes geschlagen haben, sondern mir hie und da blos an der Oberfläche plötzlich auftauchen, wie vereinzelte Wasserblasen dort, wo eine verborgene Hand die bisher ruhige Fluth zu trüben versucht. Zwar werden unsere Gegner auf die Taufende Hinweisen, welche aus den Tabors zu Sachsenfeld und Schönpaß den dort gefaßten Resolutionen ihren zustimmenden Beifall entgegeujnbclten. — Aber man möge uns doch nicht znmnthen, Vorwand nnd andere Umstände zu übersehen, unter welchen diese Versammlungen uud Beschlüsse zu Stande kamen. * Siehe Ztr. 78 und 90. Abgesehen davon, daß die Parole zu diesen Tabors offenbar von den Moskaupilgern ausging, möchten wir vorerst fragen, woher denn die Wortführer das Recht ableiten, diesen Beschlüssen den Stempel des Volks willens aufzudrücken. Freilich wissen wir es, daß nach nationalem Grundgesetze unter „Volk" nur jene leicht bewegliche und lenkbare Masse zu verstehen sei, welche ohne Kenntniß der Sachenlage, ohne Prüfung und eigenes Urtheil, bald verlockt durch die Aussicht auf das verheißene Kanaan, bald getrieben von Angst um den angeblich gefährdeten Glauben ihrer Väter; — hier ungezogen vom nationalen Köder einer billiger» Administration und Steuererleichterung, dort zappelnd am Angelhaken der Fräse brüderlicher Einigung, immer aber willenlos der erhaltenen Ordre ihrer Wortführer folgt; — jene Masse, welche auf ein gegebenes Zeichen zu den Steinen greift, oder auf Geheiß anfjubelt und nach geleisteter Frohue gleich dem Mohren, der seine Schuldigkeit gethan, wieder entlassen wird, entweder um im Kerker fremde Schuld abzubüßen, oder um auf neuerliches Geheiß im Bedarfsfalle wieder als Chorus auf der politischen Bühne zu erscheinen. Der umsichtigere Bürger in den Städten und Märkten, der tüchtige Arbeiter, der Industrielle und GewerbSmauu, der größere und unabhängige Grundbesitz, die oft geschmähte Intelligenz, überhaupt jeder, der sich zn gut düukt, sich als willenloses Werkzeug mißbrauchen zu lassen, die alle zählen nicht zum „Volke." Sie sind einfach Abtrünnige, Nemskntarji, rechtlose Fremde, die man als vogelfrei in Acht erklärt, damit sie so schnell als möglich den slovenischen Staub von ihren Sohlen schütteln nnd die Früchte ihres Schweißes und ihrer Arbeit, die Zukunft und das Glück ihrer Kinder denen preisgeben, die uiijer der verlogene» Firma des „Volkes" nur mit ihrer eigenen Waare und im eigenen Interesse auf solche» TaborS herumhausiren. Oder hätten die lauten Proteste so vieler Gemeinde- und BezirkSvertrctnngeu nicht mindestens denselben Werth? Haben nicht die Vertreter slo-venischer Landestheile der Steiermark dieses Treiben im Landtage zn Graz deutlich genug als das ge« brandmarkt, was es in der Wirklichkeit ist: ein neues Agitationsmittel zu selbstsüchtigen Souder-zwecken? Hat nicht der steirische Landesausschuß selbst seine warnende Stimme gegen diesen Lockruf der Verführung erhoben, und hat nicht das öffentliche Urtheil aller Besonnenen über dieses Treiben den Stab gebrochen? Man befrage von jenen Volksmassen Mann für Mann, ob sie cs wirklich verlangen, daß die deutsche Sprache in der Schule auf de» Ausslerbe-Etat gesetzt werde; ob sic cs wirklich wünschen, ihrc Zentral-Verwaltung statt in Graz, Klagenfurt, Görz — künftighin in Laibach, als der Hauptstadt Sloveniens, zn snchen; — nnd man wird sich sehr bald überzeugen können, welcher Werth nnd welche Bedeutung diesen Beschlüssen der Tabors beizule-gen sei. Ja, aber — hören wir weiters einwenden — die nationale Entwicklung des slovenischen Volkes erheische es nnabweislich, daß alle Slovcnen in ein Verwaltungsgebiet vereiniget werden, nnd man müsse die Gemeinden hiebei — wenn »öthig — zu ihrem künftigen Glücke selbst zwingen. Das eine ist eben so wenig wahr, als das andere unzulässig. Die österreichische Verfassung bietet vollkommen zureichenden Spielraum für geistige und materielle Entwicklung jeder in Oesterreich wohnenden Nationalität, ohne daß es deshalb nöthig wäre, natürliche und historische Grenzen zu verrücken oder zu igno-riren. Feuilleton. Laibach, 5. Dezember (Eine dunkle Woche. — Eine neue Lüge des „Tagblatt". — Der Himmel gegen das „Tagblatt." — Döbler's „noch ein — Königreich." — Der Redakteur unterhandelt — Der neue König oder der Schulmeister im Gailthale. — Unglücklich gewählte Kontraste. — Eine Retour-Chaise. — Der Nikolo. - Die glückliche Jugendzeit.) Das war eine dunkle Woche, bleiern hing die schwere Wolkendecke über unserer Stadt, kein Sonnenstrahl zu sehen. Wir wissen nicht, ob in dieser Woche der Mann, der, wie uns die „Laibacher Zeitung" berichtet, Zöpfe sammelt und aufkauft, so gute Geschäfte gemacht hat. Wie eine frohe Kunde aus der Ferne ward uns die Nachricht, daß draußen anßer Laibach Heller Sonnenstrahl herableuchte auf unser dunkles Nebelmeer, und dieser Helle Sonnenblick, wo anders war er, als auf den Bergen! Auf den Bergen, da wohnt die Freiheit, und wo die Freiheit wohnt, da ist das Licht. Um aber das „Tagblatt" Lügen zu strafe», erschien am Tage der von ihm gebrachten Nachricht, daß draußen in Toschko Tschelo die Sonne scheine, dieselbe hier in der Stadt selbst, und wir sind nun still resignirt, den Chor der Gegner zu hören: Da seht ihr, wie das „Tagblatt" lügt, die ganze Woche schien keine Sonne,-schrieb es—und am Freitag schien sie so mild und schön. Wie wir hören, sagt der eine, sollen gerichtliche Schritte gegen dasselbe gethan werden, und cs wird, sagt der andere, der Himmel als Vertreter einen seiner Jünger bestimmen, der sich schon auf der Welt Mühe gibt, ihu zu verdienen. Nein! das ist zu arg! auch der Himmel in Verschwörung gegen uns! Um so glänzender ist unsere irdische Stellung und unsere Gegner wissen gar nicht mehr, wie hoch sie uns taxiren sollen. Früher schrieben sie Königreiche blos für eine Wahrheit aus, Freund „Tri-glav" schreibt nun gar in seiner letzten Nummer „ein Königreich für das „Tagblatt" aus. Nun, die Sache läßt sich hören. Wir würden dem Freunde „Triglav" rathen, sich in dieser Angelegenheit direkt an den Redakteur des „Tagblatt" zu wenden. Wir kennen zwar die Revenüen nicht, welche das „Tagblatt" abwirft, allein jedenfalls find sie nicht so groß, daß der Redakteur nicht doch gesonnen sein sollte, selbes für ein Königreich abzulassen. Hat doch Jakob an Esau seine Erstgeburt für ein Linsenmuß abgetreten, warum sollte der Redakteur das „Tagblatt" nicht für ein Königreich hergeben. Billiger kann ich'S nicht thuu, es kostet mich selber mehr. Wenn dann der Redakteur das Königreich hat, dann kann er sich sa einen „Moniteur" halten und gibt sein Blatt dann im eigenen Reiche stcmpclsrei aus. Aber reich müssen unsere Gegner sein, heidenmäßig reich, denn die werfen mit Königreichen herum, wie ein Severinusbrudcr mit Rosenkränzen oder weiland Döbler mit seinen Sträußchen. Ich fürchte nur eines, daß in diesen Königreichen dem Könige alle die Chargen zufallen werden, welche in einem wohlorganifirten Staate unabweis-lich nothwcndig sind, als: König, Minister, Grund-wachter und Unterthan, sowie der Schulmeister im Gailthale, welcher Organist, Meßner, Bürgermeister, Gcmcindesekretär, Gcmeindedicncr, Notariats-schrciber, Hauslehrer, Bricsbote, Musikkapellmeister, Winkeladvokat und Klavierstimmer ist. In dieser vielseitigen Beschäftigung liegen wohl auch Kontraste, ähnlich, wie wir sie neulich bei Gelegenheit der Vertretung der Landwirthschast dnrch einen Advokaten ohne Landwirthschast besprachen. Freund „Triglav" wollte als Revanche ebensolche Kontraste ausstellm, und fand es sonderbar, daß ein Spitaldirektor zugleich Turnsprechwart und ein Irrenarzt zugleich Chefredakteur eiueS politischen Blattes sei. Wäre es unfern nationalen Wortführern um die Würdigung reeller Verhältnisse und nicht um schrankenlose Willkür zu thnn, so müßten sie gewahr werden, welche bedeutenden und auerkennuugs-werthen Fortschritte die slovenische Nationalität unter weit ungünstigem als den gegenwärtigen Umständen in den letzten drei Dezennien aus dem natürlichen und einzig nachhaltigen Wege der geistigen Entwicklung gemacht hat. Ein Bodnik, Preschen,, K»seSki, Miklosic, Kopitar, Vertovc u. s. w. haben auf diesem geistigen Gebiete weit mehr Terrain für die slovenische Nation gewonnen, als cs all die Großsprecherei auf den Tabors, all die politische Frasen-dreherei im Landtage mit allem, was drum und dran hängt, je vermögen. Man höre doch auf, den Mangel eigener geistiger Tiefe mit dem ewigen Klagliede vom geistigen Drucke zu bemänteln, der in Oesterreich nur mehr im klerikalen Lager noch zu finden ist. Man mache doch nicht politische Einrichtungen dafür verantwortlich, daß man dort keine Ananas einheimfe, wo man nur einen Brombecrenstranch gefetzt hat, daß die vollen Fruchtgarben dort nicht zur Reife und Geltung kommen, wo man nnverantwortlicher-weife das Sonnenlicht der freien Bewegung von dem oberflächlich bearbeiteten Ackcr ferne hält. Man klage endlich nicht die fremde Konkurrenz an, daß man sich auf dem unermeßlichen Gebiete des geistigen Kulturlebens vereinsamt und in Schatten gestellt sieht, wenn man eben nichts anderes ans den Markt mitbringt, als exklusiv-klerikalen Kukuruz und den primitiv-nationalen Kohl. Aber öffnet einmal angelwcit alle Thüren nnd Fenster des slovenischen Hauses, damit der freie Luftstrom, der nun die Welt durchzieht, auch hier die Miasmen des Pornrtheils und blinden Raßcn-hasses verdränge; — lasset durch alle Ritzen und Luken des slovenischen Hauses den befruchtenden Sonnenstrahl humanitärer Zivilisation srei und ungebrochen in alle Räume eindringen, daß cs endlich auch in Krain Licht werde und jene dicken Nebel schwinden, welche dcm Volkc bisher so hartnäckig den Ausblick wehrten; — wirket durch das eigene Beispiel gediegener geistiger Arbeit, woran Euch noch niemals jemand gehindert hat, und ihr werdet für die Hebung flovenifcher Nationalität unvergleichlich mehr und besseres geleistet haben, als wenn ihr auf den Tabors die Allarmtrommel umschnallt und dem arglos gläubigen Bolke ein Zukunftsreich Slovcnien vormalt, an das ihr selbst ernstlich — nicht glaubt. Aon den Delegationen. Pest, 3. Dezember. Die Reichsraths-Dele-gation hatdie BerathnngdeS gemeinsamen Budgets bereits völlig abgeschlossen; ihre ungarische Kollegin ist eben Nun wir finden darin, daß ein Arzt Turner ist, um so weniger etwas auffalleudcs, als Turnen sogar einen Theil der Heilkunst ausmacht; wo ein Irrenarzt Chefredakteur eines politischen Blattes sei, ist uns nicht bekannt, sollte es aber irgendwo der Fall sein, so fänden wir darin nichts ausfälligeres, als wenn ein Thierarzt Chefredakteur der „Novice" ist. Also, lieber „Triglav," wollen Sie durchaus repliziren, so bitten wir nur Orginal, nicht Kopie, und wenn es schon Kopie sein soll, doch eine passendere! Und auf das Königreich ja nicht vergessen! Es wäre ja jetzt eine recht schöne Gelegenheit, uns damit zu überraschen. Jetzt, wo der Nikolo ohnedies hernmgeht nnd den braven Kindern gute Sachen einlegt. Freilich, Königreiche sind es wohl nicht, was der Nikolomarkt seinen kleinen Kundschaften feilbietet, allein der Kinderfantafie ist die papierene Nonne, das baumwollumsponnene Bischofsgesicht, der filzhaarige Bartel und der zwetschken-gegliederte Krampns wohl nicht für ein Königreich feil! Und mit Recht, die Erinnerung an die schöne Jugendzeit ist für jedermann der Maßstab seiner Zufriedenheit im Alter, und nur, wer eine glückliche Jugend verlebt hat, nur der hat gelebt. daran, sie zu beenden. Die Differenzen sind, nachdem die zisleithanische Delegation in dem Abstriche am Trdi-narinm des Militäretats, dem Kern des ganzen Budgets, nur um 600.000 fl. weiter gegangen ist, als die ungarische Delegation, geringfügig und werden, wenn nicht zuletzt eine unvorhergesehene rechthaberische Hartnäckigkeit ans der einen oder der ändern Seite hervortritt, wie „Deb." meint, wohl leicht beigelegt werden. Die Berathnng des Militäretats ging nicht ohne das obligate Säbelgeklirre vorüber. Fürst Czartornski präludirte mit der Bemerkung, daß Oesterreich der Krise, die im Anzuge sei, stark und gerüstet entgegen-treten müsse. Dieser Aenßernng ist eine tiefer liegende Bedeutung wohl nicht beizumessen. Sic erklärt sich durch den spezifisch-polnischen Standpunkt des Sprechers. Auch der Kriegöiuinister führte eine kriegerische Sprache- Seiner Erklärung in der gestrigen Sitzung, daß Oesterreich bis zum Frühjahre eine 600.000 Mann starke, mit Hinterladern bewaffnete, schlagfertige Armee haben werde, schloß sich in der heutigen Sitzung der Reichsraths-Delegation, iu welcher das Extra-Ordina-rium des Militärbudgets beratheu wurde, die telegrafisch gemeldete Eröffnung an, daß „wir vielleicht' am Vorabende sehr wichtiger Ereignisse stehen uud nicht versäumen dürfen, die galizische Grenze gegen Rußland zu befestigen." Mau müßte diese kriegöschwange-reu Aeußerungen ernster nehmen, wenn es eben nicht der Kriegsminister wäre, über dessen Lippen sie gekommen sind. Die Kriegsminister aller konstitutionellen Staaten haben aber das Privilegium, eximirt zu sein von der diplomatischen Reserve, welche alle ändern Mitglieder des Kabinets sich auserlegen müssen. Ja, sie können sogar ein wenig über die Schnur hauen, wenn es gilt, ungesügige Kammern für die Vvtirnng eines höheren Militärbudgets geneigt zu stimmen. Der Ausschuß der Reichsrathsdelegation hat in der Nachmittags abgehaltenen Sitzung beschlossen, eine Kommission ans sieben Mitgliedern zu wählen, welche mit einer, von der ungarischen Delegation in gleicher Anzahl gewählten Kommission wegen Ausgleichung der Differenzen zwischen den Beschlüssen beider Delegationen sich in's Einvernehmen zu setzen habe. Gewählt wurden der General-Berichterstat-ter Demel, sämmtliche Berichterstatter mit Gras Wrbna als Obmann. Die beiderseitigen Komissionen halten morgen 9 Uhr Bormittags eine Sitzung. Um 12 Uhr findet eine Ausschußsitzung der Reichsrathsdelegation statt, um das Referat ihrer Kommission über die stattgehabte Konferenz eutgegenzunehmen, und um 7 Uhr Abends findet eine Plenarsitzung statt. Man hofft, die ungarische Delegation werde die Beschlüsse der Reichsraths-delegation akzeptiren, so daß Samstag die Session geschlossen wird. Italienische EMnsionsgeluste. Aus Florenz wird der Presse geschrieben: Obwohl beim Beginne der Parlamentarischen Verhandlungen zwischen den verschiedenen Parteien der italienischen Kammer das stillschweigende Uebercin-kommcn getroffen war, der Anregung und Diskussion politischer Fragen möglichst aus dem Wege zu gehen, so wurden diese guten Borsätze durch die Assaire Monti uud Toguetti über den Haufen geworfen, da in Folge derselben sich mehrere höchst aufregende politische Fragen in den Vordergrund geiuängt haben, deren Behandlung man unmöglich aus dem Wege gehen kann. So hat unter anderin der Deputirte Eairoli feinen bereits vor mehreren Monaten gestellten, in Folge energischer Erklärungen der Regierung aber zurückgezogenen Antrag wieder eingebracht und in Form einer Gesetzes-vorlage übergeben, wonach „sämmtlichen aus den Italien noch nicht einverleibten italienischen Provinzen" gebürtigen und in denselben ansässigen Italienern das italienische Staatsbiirgerrecht verliehen werde, und wird dieser Gesetzentwurf morgen oder übermorgen im Plenum der italienischen Kammer behandelt werden. Nun gehört aber Herr Eairoli zu jener Sorte der italienischen Politiker, welche die italienische Trikolore überall aufpflanzen möchten, wo ein Wort Italienisch gesprochen wird, und die — wenn sich dieses überhaupt mittels schwülstiger Frascn und kindischer Dcmonstralionen thuu ließe — neben Rom noch Trient, Istrien, Triest, Dalmatien an-ncktircn und Nizza und Savoyen wieder erwerben möchten, und wird sich demnach sein Antrag nicht bloS auf die iu den päpstlichen Staaten, sondern auch in den an Italien angrenzenden österreichischen und französischen Provinzen lebenden Staatsbürger italienischer Zunge erstrcckcn nnd daher mindestens sehr lebhaften Debatten Anlaß geben. Wenn sich die italienische Regierung nun aber auch dazu entschließt, den Antrag Eairoli's, insoweit derselbe sich auf die Italiener der päpstlichen Staaten bezieht, anznnchmcn und den Be- wohnern des Kirchenstaates das italienische Bürgerrecht zu verleihen, so kauu sic doch unmöglich, ohne sich Oesterreich nnd Frankreich ans den Hals zu ziehen, den Antrag Eairoli in feinem ganzen läppischen Umsangc ak;cptircn, nnd so wird cs dann nicht an lebhaften Erörterungen fehlen. Nach dem neuesten Telegramme hat die Kammer Eairoli's Antrag mit großer Majorität angenommen. Politische Rundschau. Laibach, 5. Dezember. Aus Pest sind zwei wichtige Nachrichteu ein-gelangt. Nach der einen hat das ungarische Unterhaus die vom Rcichörathe bcschlosscucu Modifikationen des Wehrgcsctzcs ohne Diskussion angenommen, und es steht daher der Einführung der neuen Wehrvcrfassung dies- und jenseits der Leitha nuu kein Hinderniß mehr entgegen. Dem anderen Telegramme zufolge hat die Reichsrathsdelegation das Ordiuarium des Armcebudgets berathen und an demselben bloS einen Gesamwtabstrich von 2., Mill. Gulden gemacht. So ist denn der Abstrich von7.g Millionen, den das Subkomitee beantragt hatte, im Plenum des Ausschusses auf 3., und im Plenum der Delegation auf 2 , Millionen Gulden zusammengeschrumpft. Die Nachricht von einem abermals bcvorsteh-cudcn Pairöschub wird der „Debatte" von glaubwürdiger Seite als völlig unbegründet bezeichnet. Der „Nase Listy" und der „Korrespondenz" wird gleichlautend aus Wien gemeldet, daß die Aufhebung des Au s n a h mS z n st an d e S in Böhmen nahe bevorstehend sci. — Wcitcrs wird diesen Journalen mitgetheilt, die Minister sollen sich nun ernstlich mit dem Ausgleich mit Böhmen beschäftigen. In einem Ministerrathe sollte noch im Lause dieser Woche die Ausgleichsfrage entschieden werden. Die „Debatte" giebt diese Nachricht, weil dieselbe so ziemlich mit dem übcrcinstimt, was ihr selbst über die Ausgleichsfrage gemeldet wird. In der Sitzung der r u mäni f ch en D e p u-tirtenkammer am 2. Dezember entwickelte Ministerpräsident Ghika das Programm des neuen Ministeriums, aus welchem besonders folgende Stelle bezüglich der äußeren Politik hervorzuheben ist: „Wir wollen unsere Jahrhunderte alte Ver- bindung mit der Pforte mit der vollsten Loyalität aufrecht erhalten und ebenso die strengste Neutralität beobachten sowohl bezüglich unserer allgemeinen Beziehungen zu allen garantirenden Mächten, als auch hinsichtlich unserer Beziehungen als gute Nachbarn zu den angrenzenden Staaten. Unser öffentliches Recht wurzelt in den Traktaten, welche, indem sie die Neutralität schafften, unsere autonomen Rechte wie sic von jeher bestanden gewährleisten. Zur Tagesgeschichte. — Erzherzog Josef wurde vom Kaiser nach Pest berufen, er soll zum Ob erko Mandanten der ungarischen Landwehr designirt sein. — Die in Berlin erscheinende Vierteljahrsschrift für Bolkswirthschast und Kulturgeschichte vou Faucher enthielt kürzlich eine größere Studie über die Folgen qon polizeilichen und kirchlichen Hinder- nissen bei Abfchlicßnng vvnEhen, der wir den statistischen 4kachwcis entnehmen, daß in allen Ländern, in denen keine Ehehindcrnisse bestehen, die Zahl dcr außerehelichen Kinder weit geringer ist, als in Ländern wo gcgcnthciligc Gesetze in Kraft stehen. Zu Anfang dieses Jahrhunderts u,achten im allgemeinen die unehelichen 5pEt. dcr Gesammtgebnrten aus. Gegenwärtig schwankt daS Verhältnis; zwischen 7^ und 6!, pEt. an welcher Steigerung die in den ReaktionSjahren erfundenen Gesetze zur Erschwerung der Ehe die meiste Schuld trage». In Württemberg, wo die Ehcbcschräu-knng i» höchster Bliithe steht, ist die Zahl der außerehelichen Geburten unter dem Landvolke 20 bis 28 pEt., ja in einigen Distrikten 33 bis 37 pEt. der Gesammtbevölkernug, während in Paris, wo die Konzentration die UnMichkeit befördert, nnd wohin viele außerhalb der Stadt, ja des Landes Gefallene eilen, dafür aber keine Beschränkungen existiren, höchstens 27 Mt. außerehelicher Geburten Vorkommen. Am ausfälligsten zeigt sich die Differenz in Baiern zwischen den altbaierischen Provinzen und der freien Rheinpfalz, wo die Perzentzahl der außerehelich Gebornen in den ersteren 24, in der letzteren nur 9 beträgt. Dafür ist auch München unter allen Städten Europa's mit dcr größten Zahl Unehelicher gesegnet, die 57 pEt. beträgt, gegen die 27.i-, von Paris, die 25.75 von Kopeuhagen uud die 46.o, von Stockholm. — Aus München wird nnterm 1. Dezember gemeldet: Gustav Ehoriusky wurde ohue Zweifel auf höhere Anordnung nach seinem Eintreffen auf der Festung Rosenberg einer sorgfältigen Aufsicht unterworfen. In den beiden ersten Wochen war keine auffallende Wahrnehmung zu machen, als daß er mit einer seiner Lage widersprechenden Heiterkeit sein Schicksal ertrug und nur stets wieder auf seine Liebe zu seiner Freundin 5wtto>vY, die ihn ausschließeud beschäftige, zurückkehrte, die sowohl seine Familie in unzähligen Briefen, wie den Festungskommandanten uud seine Umgebung mit feinen Hcirathsgedanken belästigte. Diese Ideen uud seiue exzentrische Geschwätzigkeit wurden anfangs als Simulation betrachtet, bis sich ihnen anch Handlungen zugefelltcn, welche das Vorhandensein von Wahnsinn unverkennbar zeigten. Wochen verliefen in fortwährenden Deklamationen uud maßloser Briesschrei-berei, bis er zu Gewaltthätigkeiteu an seiner Wachmannschaft überging, weil sie ihm, dcr sich nun für den Kommandanten der Festung hielt, die Uebergabe der Rapporte verweigerte. Höchst auffallend ist, das; nie die leiseste Andeutung eines Reuegesühls oder klarer Erkeuntniß seiner Lage hervortritt. Die anfangs bestehende» Vermnthnngcn obwaltender Verstellung sind durch die Schlaflosigkeit, durch gänzlichen Mangel an Appetit, die TobsnchtSanfällc und die Zeichen beginnender Paralyse, hauptsächlich durch das Schwinden der Fähigkeit, die Exkremente znrückznhaltcn, vollständig beseitigt. Die Berbringnng in eine Irrenanstalt ist bereits durch das Festungskommaudo beautragt. Das eiugereichte Begnadigungsgesuch des VertheidigerS wird wohl dnrch den Tod des Klienten gegenstandslos werden, der nach der Meinung der Aerzte in wenigen Wochen eintreten dürste, da die Paralyse täglich Fortschritte macht. Die Katastrofe in Wieliczka. Das Telegramm in unserer gestrigen Nnmmer theilte kurz mit, daß alle bisherige» Anstrengungen znr Rettung des größten österreichischen Salzwerkes, daö jährlich Millionen von Zentnern erzengte, fruchtlos geblieben feien. Zum besseren Verständnisse lassen wir nachstehend nach dem „Wr. Tgbl." eine Skizze dcr kombinirtcn Rettungsarbeiten folgen: In dem Schachte, wo das Wasser zum Durchbruche kam, wurden drei aus Ziegeln und Zement hintereinander liegende Manern ansgesührt, welche den Schacht ganz verschließen nnd das Wasser in demselben abdämmen sollten. In diese Manern wurde eiu aus Eicheubohleu augefertigtcr Kasten eingesetzt, durch welchen, so lange die Maurerarbeit dauerte, das Wasser abfließen konnte. I» demselben Augenblicke mm in welchem die Mauern fertig wurden, sollte die rückwärtige Wand des Kastens dnrch eine in Bereitschaft gehaltene Bentilklappe geschlossen, der Zwischen- raum bis zur vorderen Wand mit Zement ausgefüllt, diese selbst daun eingesetzt nnd damit das Wasser ganz abgesperrt werden. Das Werk gelang vollkommen. — Dem genannten Blatte wird hierüber mit-getheilt: Soeben sind die Manerdämme fertig ge- worden, die Klappe im Kasteu ist geschlossen. Es zeigt sich kein Wasser mehr. Die Gefahr ist als beseitigt anzn-sehen. In dem Augenblicke, als nnter dcr allgemeinen Spannung der Grubenarbeiter nnd des Beamtenpersonals die Klappe zufiel und kein Tropfen des ver-derbeufchwaugereu Elementes mehr zum Vorschein kam, siel alles auf die Kuie und die Arbeiter stimmten Dankes- und Lobhymnen an. Einige Stunden später änderte sich dieser hoffnungsvolle Zustand in furchtbarer Weise. Darüber gibt uns folgendes Telegramm Bericht: Wieliczka, 3. Dezember. Der Zustand in den Salineu ist wieder höchst bedenklich. Nach dem Zerreißen des einen ansgesührten Dammes, der vom Elemente unterwaschen wurde, strömt das Wasser mit verstärkter Wnth wieder in das Bergwerk, dessen unterster Horizont schon vorgestern zwölf Klafter hoch init Wasser gefüllt war. Es ist die höchste Gefahr vorhanden, daß das Element nun rasch auch den zweiten uud daun den obersten Horizont anSsüllt nnd die Salinen förmlich ersäuft. Man will nun das Wasser mit den großartigsten Mitteln anspnmpen. Die Hauptgefahr besteht darin, daß das Wasser die Salzpfeiler und die Holzpölzungen, die auf Salz ruhen, anflöst nnd deu Zusammensturz der Gewölbe verursacht, wobei nicht blos die Salinen ganz zn Grunde gehen, sondern anch die über deufelben stehende Stadt Wieliczka versinken könnte. (Die Einwohner verlassen bereits ihre Wohnnngen.) Die Sachverständigen erklären übrigens noch heute, daß die Saliuen noch zu retten seien, die Verluste sind jedoch unberechenbar. Lokal- nnd Provinzial-Angelegenheiten. Original-Korrespondenz. -o- Cilli, 4. Dezember. (Wohlthätigkeit des Männergesangsvereins. — Eine Unbeaufsichtigte.) Der hiesige Männergesangsverein, welcher humanen Zwecken immer rührig seine Kräfte widmet, beschloß in seiner letzten Plenarversammlung einstimmig, „einen Christbaum sür arme Kinder" zu veranstalten , uud wird zur Ausführung dieses Beschlusses ein größeres Komitee aus Frauen und Herren wählen. Bei dieser Gelegenheit können wir nicht unterlassen, zn erwähnen, daß die Bewohner nnserer Stadt in Mildthätigkeit sich keine engen Schranken setzen nnd wird es nicht viele Häuser geben, in denen nicht ein Freitisch für arme Schüler refervirt ist. Außerdem veranstaltet jedes Jahr unsere Dilettantenschaar eine Theatervorstellung zu Guusteu armer Gymnasialschüler, welche immer eine runde Summe abwirst. Nichts lobenswerthes können wir dagegen unserer Psarrthnrmuhr nachsagen, welche, wie es scheint, aufsichtslos lebend, sich einem argen Schlendrian ergeben hat. Da die Bewohner Cilli's meistens nach dieser Uhr ihre Verrichtungen eintheilen, so ist es wohl unverantwortlich, wenn sie 30 Minuten zn spät gegen die Bahuuhr geht (wie dies unlängst an einem Markttage der Fall war) nnd dadurch viele Passagiere im fatalsten Sinne des Wortes „anssitzen" läßt. Zeit ist Geld! rufen wir den Ziehältern dieser verwahrlosten Tochter zu, und wollen in Zukunft auf Besserung hoffe». ________ Lokal-Chronik. — (Die vierte Wochenverfammlnng der juristischen Gesellschaft) findet Samstag nm halb 7 Uhr Abends statt nnd werden die Gesetze über Vereins- und Versammlnngsrecht zur Besprechung gelangen. — (Der Ausschuß des hiesigen katholischen Lesevereins) besteht aus den Herren: Graf Wurmbrand, Dr. E. Costa, Domher Fr. Kra-mar, Professor Dr. Cebaöek, dem Redakteur der „Da-uica" Jeran und den Gewerbslenten Schwentner, Gerber und Schreiner. — (Brand nn g lück.) Vorgestern ist eine der schönsten nnd größten Mühlen in Krain, nämlich jene des Herrn Peter Maiditsch bei MannSbnrg Vvllstän-stig abgebrannt. Die Ursache des Unglücks ist bisher noch uicht ermittelt. — (Slovenische Bezeichnung für Klerikale.) „SlovenSki Narod," für dessen geistiges nnd leibliches Wohl die untersteirische Geistlichkeit Sorge trägt, gebrauchte eiuigemale das Wort „Klerikalci." Flngs hält „Danica" mit der Zuchtruthe in dcr Haud ihrem Milchbruder eiue Strafpredigt uud führt der Redaktion jenes Blattes ernstlich zu Gemüthe, ob es ihr denn einerlei fei, ob das Blatt durch die Fünfzehn-krenzerstücke (pstwö) dcr Geistlichkeit unterstützt wird oder nicht. „Slovenski Narod" kann wohl über klerikalen Undank klagen, wenn er statt des Beifalles für seinen national-politischen Eiertanz den Vorwurf der geistlichen „Mivs" erhält. — (Marckwort kein Antichrist.) Die jüngste „Dauica" erörtert in einem Zwiegespräche die Frage, ob der Wanderprediger Marckwort etwa gar der Antichrist sei. Sie glaubt das verueiueu zu sollen, denn der Antichrist nnd seine Proseten werden Geld unter das Volk streuen, nun aber verlangte Marckwort für feine Vorträge eiu Entree von 20 kr. nnd soll mit der Einnahme ganz und gar unzufrieden gewesen sein. Ein sehr bündiges Raisonnement! — (Der Schönpasser Tabor) ist im Druck erschienen und um 20 kr. zu haben. — (Neues Postamt) Vom 15. d. M. an wird in Saloch ein Postamt sowohl für die Brief-alS für die Fahrpost in Thätigkeit sein. — (Veränderungen im Knratklerns.) Herr Fr. Kepez ist von Kolovrat nach Landstraß übersetzt, Karl Klinar kommt von Koschana als Ortsknrat nach Stnrja, Simon Jalen von Selzach nach Koschana, Prim. Peterliu von Zirkniz nach Selzach, Josef Sa-locher von Höflein nach Zirkniz, Gregor Malaverch, Seminargeistlicher, nach Höflein, Anton Kazin von Sittich nach Dornegg, Gr. Jakelj von Planina nach Sittich, Martin Kontfchnik, Ncopresbyter, nach Planina, Ignaz Böhm von NaklaS als Kaplan in die Dompfarre in Laibach. Gestorben ist der quieszirte Pfarrer Josef Justin. »p. (Theater.) „Werner, oder Herz und Welt," Schauspiel von K. Gutzkow. Gutzkow wollte in Diesem Drama, das durchaus nicht zu seiucu beste» Arbeiten zu zählen ist, der Welt predige», daß ihren konventionellen Formen jede wahre Eiupfinduug zum Opfer werde. Daß cs unserer Alltagswelt au wahren Gefühlen gebricht, ist allerdings wahr, aber was uns hier Gutzkow für wahre Empfindung vertan fen will, ist nichts als Empfindelei oder wie er Werner selbst sagen läßt, „eine kalte, nach dem Blendenden nnd Witzigen haschende Frivolität." Werner ist ein Träumer, der weder Kraft genug hat, seine Leidenschaft zu bekämpfen, noch sie zu ertragen, sondern sich erst von einem Weibe znr Vernunft bringen lassen muß, von einem Weibe, das über die Schwächen des Herzens so sehr erhaben ist, daß sic, nicht zufrieden mit ihrer Resignation, sogar den ersteu besten, der ihr in den Weg läuft, heiratet. Ungleich wirkungsvoller, poetischer nnd edler gehalten sind die dramatischen Arbeiten der späteren Periode dieses Dichters, und wir möchten bei dieser Gelegenheit die Direktion auf sein „Urbild des Tar-tüffe," „Zopf uud Schwert," „Köuigslieutenant," und vor allem auf „Eiu weißes Blatt" aufmerksam machen nnd hoffen zuversichtlich, daß unsere thätige Direktion diesen Wink nicht unbeachtet lassen wird. Gespielt wurde gestern in Anbetracht des schauerlich leereu Hauses uicht ohne Aufopferung. Daß Frl. Stefauy stellenweise etwas zu viel in „Rührung" machte, wollm wir aus Rechnung oberwähnten Umstandes setzen. — Nächste Woche kommt Mosentlials „Schulz von Altenbüren" znr Aiifftthruug; wir erlaube« uns die Theaterbesucher schon heute auf dieses neue Stück aufmerksam zn machen, welches in Wien nnd andcrwäts mit großem Beifalle gegeben wurde. Witterung. Laibach, 5. Dezember. NachtS dicht bewölkt. Vorm. trübe. Westwind mäßig. Wärme: Morgens 6 Uhr -j- 3.5", Nachm. um 2 Uhr -s- 7.5" (1867 -s- 1.4, 1866 P 3.8"). Barometer 326.50"', stationär. Das gestrige Tagesmittel der Wärme 4.4", um 3.7" über dem Normale. ___________________________ Allgekoinlilcne Fremde. Am 4. Dezember. 8tn,It ^ Floriauiic, Direktor, Sagor — Spitz, Kaufm., Brünn. — Horvath, Kanfin., Marburg. — , Helfferich, Kausm, Frankfurt. — Brüll, Kaufm., Brünn. , Kerstein, BezirkSrichterS Gattin, Nenmarktl. — Schrei, i Postincisterin. Neumalin, Kaufm., Cfakathurn. — Preschern, Eifenkappel. — Pollak, Kaufin., Ncumarktl. — Engert, Privat, Kis-Martan. — Frau Robenz, Kaufmannsgattin, Laschitsch. Verstorbene. Den 5. Dezember. Dem Herrn Jakob Brodnik, Gastgeber, sein Kind Amalia Hermine, alt '/- Jahr, in der Po-laua Vorstadt Sir. 32, an Fraisen. Marktbericht. Laibach» 5. Dezember. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: 7 Wagen mit Getreide, 23 Wagen »nd 5 Schiffe (30 Klafter) mit Holz. Durchschnitts-Preise. Weizen pr. Mtz. Korn „ Gerste „ Hafer „ Halbfrucht „ Heiden „ Hirse „ Knknrntz „ Erdäpfel „ Linsen „ Erbsen „ Fisolen „ Rindschnialz,Pfd. Schweineschm. „ Speck, frisch „ — geräuch. „ 4^60 3>I5 2 40 1 ^„z.- fl.! kr. Bntter, Pfund Eier pr. Stück Milch pr. Maß Rindfleisch, Pfd. Kalbfleisch Schweinefleisch „ Schöpsenfleisch „ Hähndel pr. troh „ Holz, har., Klstr. — weich „ Wein, rother, pr. Eimer -- weißer, „ Mkt. fl. skr^ Mgz.- fl-I'r. Gedenktafel über die am 8. Dezember 1868 stattfindeiidm Lizitationen. 1. Feilb., Brodar'sche Real., Pechdorf, 880 fl., BG. Rudolfswerth. Erledigungen: Adjunktenstelle beim Bezirksgerichte Weitz, 800 fl. Bis 20. Dez. beim Landesger.-Präs. Graz. Telegraphischer Wechselkurs vom 5 Dezember, üperc. Metalliques 57.80.» — 5perc. Metalliques mit Mai- und November-Zinsen 59.10. — 5perc. Natioual-Anlehen 63.80.— 1860er Staatsanlehen 88.80. — Bankaktien 675. -Kreditaktien 241.—. — London 119.25..— Silber 117.50. K. k. Dukaten 5.52. Theater. Zum Vortheile der Koloratursängerin Charlotte Jellinek. Heute: Der L'ikli es trank. Komische Oper in 3 Akten, von G. Donizetti. Personen: Adine, eine junge, reiche Pächterin, Charlotte Jellinek. — Nemorino, ein junger Landmann, Hr. Ander. — Belcore, Sergeant, Hr. Gütlich. — Dulcamara, ein herumziehender Arzt, Hr. Pichon. — Jeanette, eine Bäuerin, Fl. Weiß. — Ein Notar, Hr. Nagel. Telegramme. Wien, 4. Dezember. Den letzten hier ein-getrosfenen Nachrichten zufolge zweifelt man an der Rettung des Salzwerkes von Wieliczka; — man glaubt, cs dränge das Wasser der Weichsel in dasselbe ein. Professor Sueß reiste soeben zur Untersuchung nach Wieliczka ab. Stuttgart, 4. Dezember. Die Kammern wurden eröffnet. In der Thronrede betont der König, er wolle die Selbständigkeit Württembergs wahren uud die Pflichteu gegen das weitere Paterland patriotisch erfüllen. Londv«, 4. Dezember. Gladstone übernahm die Bildung des KabinetS. Kvnstnutiuopel, 4. Dezember. Die „T»r-quie" meldet, die Pforte habe beschlossen, die diplomatischen Beziehungen zu Griechenland abzubrechen, den türkischen Gesandten aus Athen abznberufen, dem griechischen Gesandten in Konstantinopel die Pässe zuznstellen. Der Handel mit Griechenland wurde untersagt. 'Die griechischen Uuterthanen werden aus der Türkei ausgewieseu.______ aus 0, alle Gattungen Leinwänden, Tisch^euge, fertige Herren- und Damenwäsche, sowie andere Manusakturwaare» werden mit43Perz. unter den Fabrikspreisen von dem Gläubigerausfelmsse der Konkursmasse uur noch kurze 'Zeit am hiesigen Platze anöverkaust durch das Großhandlungshaus Lx. LÖ8t>v» << < ÄU8 ^Vioii, Hanptplatz Nr. neben der Givn-tinischen Bnchhandlun,,. »ock- (Abmß) Kalender (elegantes Mniatnr-Isormat, Sonn- nnd Feiertage roth gedruckt) mit vollständigem Tageskalender der Katholiken, Protestanten, Griechen uud Juden nnd vollständigem Verzeichnisse der Ziehuugstage aller österreichischen Papiere, zn beziehen mit M kr. ö. W., bei Abnahme von 10 Exemplaren 25 Perz. Rabatt. (105-4) Vorräthig zn haben bis 15. Dezember in der i l< «t» IV», »,!,«» ßr«, - ^ ,»> , »>- zur „Brieftaube" am Hauptplatz Skr. 240 in Laibach. Z. Lii»86l»ovi1ie. Wiener Börse vom 4. December. StLalskonä«. Geld Ware 5perc. österr. Währ. . 55.70 55.80 dto. V. I. 1866 . . 60.65 60.75 dto. National-Anl.. 64.70 64.80 dto. Metalliques 58.60 58.70 Lose von 1854 . . . 84.75 85.— Lose von 1860, ganze Lose von 1860, Fünft. 91.50 91.60 U7.75 98.- Prämiensch. v. 1864 . 104.40 104.50 (Arunclvntl.-Odl. Steiermark zu5pCt. 88.— 89.— Kärnten, Kram n. Küstenland ü „ 84.— 90.— Ungarn. . zn5 „ 77.30 77.50 Kroat. n.Slav.5 „ 77.75 78.- Sievenbürg. „ 5 „ 72.50 73.— Nationalbank . . . 679.- 680.— Creditanstalt . . . 248.50 ^48.60 N. ö. EScompte-Ges. 657.— tz59.- Tlnglo-österr. Bank . Oest. Bodencred.-A. . 179.75 180.- 208.- 210.- Oest. Hypoth.-Bank . 70.— 71.— Steier. Escompt.-Br. 217.— 221.- Kais. Ferd.-Nordb. . 1998 1999 Südbahn-Gesellsch. . 200.75 201.— Kais. Elisabeth-Bahn. Carl-Lndwiy-Bahn 176.75 215.75 1/7.- 216.— Siebend. Eisenbahn. 150.— 150.50 Kais. Franz-Josefsb.. Fünsk.-Barcser E.-B. Alföld-Finm. Bahn . 164.25 164.50 162.— 162.75 152.50 153.— rtN-uädrieko. Nation. ö.W. verloSb. 92.90 93.10 Ung. Bod.-Creditanst. 92.— 92.25 Allg.öft.Bod.-Credit. 106.25 106.5( dto. in 33 I. rückz. . 86.75 87.25 Geld Ware Oest. Hypoth.-Bank < 97.— S7.50 l>r1orltkts-0blix. Südb.-Ges. zu 500 Fr. ^ t05>.— Ivü.so dto. Bouö V pCt. LLV.K0 2L7.— N-rdb. (tno fl. CM.) »L.— W.SV Franz-Jos. (L0V fl.S.) I-vss. Credit iao fl. ö. W. . Don.-Dampfsch.-Ges. zu 10» fl. CM. . . Triester 100 fl. CB!. dto. 5v fl. ö.W. . Oscner . 40 fl. ö.W. Eßterhazy sl. 4»CM. Salm . „ 4g „ PalfsY . „ 4» „ Clarh . „ 40 „ St.Genois,, 4U „ Mudisckgrätz L« „ Waldstein . L» „ Kcgtevich . 1» RudolsSstift. lUö.W. Veollssl (g Mon.) AugSb. lvofl.südd.W. Franks, wo fl. „ „ London 10 Pf. Sterl. Paris 10» Franc» . IMioLSN. Kais. Müuz-Dueateu. L0-Francsstück. . . Bereinsthaler . . . Silber................ 82.40 82.60 83.— 83.75 86.75 87.— 147.— 147.25 93.25 93.75 118.— 120.— 55 — 56.- 32.50 33.— 160.— 170.— 41.— 42.— 31.50 32.— 35.50 36.50 33.50 34.- 22.— 22.50 21.50 22.50 14.50 15.50 13.50 14.25 99.30 99.50 99.35 99.50 118.60 118.70 47.10 47.15 5.59 5.60 9.47 9.47» 1.74 1.75 117.— 117.50 Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg. Druck von Jgn. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg in Laibach