(Mbacher -w» Z ettuuM Dienstag veu W. Juni 1832. N a i b a ch. ^4M 2o. Juni Nachmittags um 2 Uhr sind Ihre Ptajcstä't, die Frau Erzherzoginn, Marie Louise, Herzoginn von Parma, Piacenza und, Guastalla, von Triest hin angekommen, und im Gasthcfe „zur Residenzstadt Wien" ob^'sii^cn. Tags darauf wohnte Allcrhöchstdieselbcn in der Kirche bei den E. ? Uhr haben I. I. Majestäten nach einem Aufenthalte von ,HTagcn unter den heißesten Segenswünschen rer getreuen Bevölkerung unsere Stadt verlassen und Ihre weitere Neise über (Zcdroipo und .Belluno nach Brixen und Inspruck im besten Wohlseyn angetreten. An eben diesem Tage hatten, I. I. k. k. Hoheiten der durchlauchtigste Erzherzog Vice^ konlg und die Erzherzoginn Vicckönigmn Morgens um 5 Uhr Ihre Rückreise gleichfalls über (Zodroi-po, angetreten. (l). ^.) Uombargisch-^Fnetianisches Königreich. Venedig, ,5. Juni. Gestern lief die ncu-Mbaute Fregatte , La Teruere, vcin 5o Kanonen, in Anzahl rcn Zu- schauern von Stapel. — Gestern Abends langte Se. Excellenz der commandirende General de5 Lombardisch - Vcnctianischen Königreiches, Graf Radeczky, in unserer Stadt an. (O. I'). Venedig, den 7. Juni. Es werden auf Befehl der hohen Hofstclle 200 Mann für den See» dienst ausgehodcn. Mailand, den 5. Juni. Die Zahl der für das Jahr 1802 imLombardifch'PenetianischenKs' nigrciche auszuhebenden Mannschaft wurde von der hohen Hofstclle auf 5i5o Mann festgefetzt, aus welchen auf die lomdardiscden Provinzen 2797 und auf die venetianischen 2355 Mann entfallen, , ^rohherzogthum Toskan^l. ^ Florenz, den n. Juni. Am g. d. siatb hier der Graf Franz von Saurau, k. f. außer-ordenckOcr Botschafter beim hiesigen Hofe. (B. v. T.) ' Belgien. ' ^ Aus Brüsselern Blättern, 7. 5'uM. Nac^"eincm Decrete vom 5. werden direct vonLan« don kommende Schiffe ohne weiteres in Ostende zugelassen; die von Liverpool,, (Zort und Dublin müssen noch erst Quarantine abhalten. Die Aachener Zei tu n g enthält ein Pn« vatschreiben aus Brüssel vom 10. Juni, worin i« heißt, t^ß, ausser dem General Langermann und dem Obrist Prüscynzki, noch 19 andere polnische Officiere verschiedenen Rangs in die belgische Ar, mee aufgenommen sind. Sie sind übrigens von den belgischen Officicren gern gesehen, und leben im besten Einverständnisse. — Die Stückgicßereien sind noch thätig beschäftigt, und man gibt die Zahl der jetzt ex'isiircntcn belgischen Kanonen üuf 400 Stück 2o5 an, von denen mehr alö 120 complet bespannt und ausgerüstet su^.« (Mg. Z.) ..^ Frankreich. — (Moniteur.) Man schreibt aus Nantes vom g. Juni, daß viele Gemeinden, wo der Auf« stand ausgedrochen war, sich zu unterwerfen an< trägen; daß mehrere Banden die Waffen wegge« werfen haben, und die Nachrichten im Ganzen befriedigend sind. Andere Briefe auö Laval, Mans, Bcurbon. Vendee sagen dasselbe. Am 23. Mai wnrde eine kleine Schaar des französischen Heeres zu Algier, welch? sich auf Befehl einige Stunden weit von der Stadt entfernt hatte, durch die Araber überfallen, und gänzlich vernichtet. Zu den Gefallenen gehört ein Theil der Fremdenlegion. (Moniteur.) Der König hat eine Summe von 5o,0oa Fr. mit der Bestimmung die Verwundeten vom 5. und 6. Juni zu unterstützen, zur Verfügung der Minister des Innern und des Kriegs gestellt. Man meldet, daß in den in Belagerungszustand versetzten Departements der Vendee Kriegs« ßcrichte niedergesetzt sind, und daß sie über eine große Zahl ihnen zugewiesener Fälle ihr Urtheil zu fällen haben. " Die zu Paris gemachten Gefangenen wurden m den bürgerlichen und Militairgcfängnissen zu Vinccnnes vertheilt. Es ist nur noch eine NcineZahl 'derselben auf der Polizclprafecmr. ^.^ Aus Toulon wird unterm 3. Juni geschrieben, eine telegraphische Depesche habe die schnelle Allsrüstung der drei Linienschiffe Süperbe, Ma> rengo und Stadt Marseille, die in (Zommisslon im Hafen liegen, befohlen. Auf diese Ausrüstung solle sogleich die von drei Fregatten folgen. Man glau« he, ihre Bestimmung sei Lissabon. , Der Gazette des Tribunau.r- zufolge soll sich die Zahl dcr Todten am 5. und 6. Juni auf nahe an 6ua belaufen. Eine einzige (Zom» vHgme der ätcn Lcgion habe bci dem Angrisse in der Straße St. Mcry 3^ Mann verloren. ((Zourrier.) Die Zahl der Dcputirlen, die bis jetzt der Erklärung der 41 Deputirtcn beigctre-ten sind, d.'trägt gegenwärtig mit Letztern 91. Der Messager schreibt aus Angers vom 9. Juni, 7 Uhr Abends: „Man versichert, daß nach einem lebhaften Gefechte zwischen unsern Trup« pen und dc^n (Zhouanö 400 dc^r Letztern die Waffen niedergelegt haben; daß Boulmont der Sohn, te la Serrie und andere Chefs sich mit dem Rest ihrer Banden in die Kirche von Ligne bei Ancenis zurückgezogen haben; daß sie darin cernirt sind und mehrmals gebeten haben, sich zu ergeben, daß man ihnen aber jede Art von Pardon verweigert. Der niederr Heinische Courrier ent« halt folgende telegraphische Depesche aus Paris vom 11. Juni um halb 1 Uhr: „Die gestrige Musterung ward mit einer bewunderungswürdigen Ordnung und inmitten deö lebhaftesten Enthusiasmus beendigt. Noch nie hat Paris eine größere Sicherheit genossen. Der Zustand dcr Dinge ist so vollkommen befriedigend, daß diese telegraphische Depesche die letzte in dieser Beziehung seyn wird." (Allg. Z.) Die Hausdurchsuchungen haben am L. Juni, wie der Monitcur meldet, in mehreren Stadtthei» lcn von Paris fortgedauert, und neue Beschlag« nähme von Waffen und Munition verschasst. Einige bedeutende Verhaftungen haben gleichfalls Statt gefunden. Mehrere fremde Flüchtlinge rvur» den bereits aus dcr Hauptstadt entfernt. ' ' - Alle Gefängnisse von Paris sind angefüllt. Die mit den Waffen in den Händen gefangen genommenen Personen wurden größten Theils nach Vinccnnes gebracht. ^ In die verschiedenen Spitäler wurden bis jetzt 554 Verwundete gebracht. Mehr alö Ne Halste davon besteht aus Soldaten und Municipalgariüisten. Die andern sind groß» ten Theils Leute aus der untern Volksklasse. Man hatte, Berichten ausNantes zu Folge, die Herzoginn von Berry in dem Schlosse des Gra-fcn von Mattel (am Ufer dcr Loire) vermuthet. Alle Nachforschungen führten aber zu nichts. Auch den Grafen traf man nicht zu Haus an. Dagegen fand man Heinrichs.Medaillen, Pulver, Waffen, Kugeln u. s. w/ Bei Riaillc und St. Mars stand eine Ohouans-Bande von- 4 — 5"a Mann unter der Anführung des Hrn. de la Roche-Maie. Dieser royalistlsche Häuptling forderte jedoch seine Untergebenen selbst auf, ihre Waffen niederzulegen, in ihre Heimath zurückzukehren und sich fortan in Allem,der jetzigen Regierung zu unterwerfen. Auf diese Aufforderung hin loste sich die Bande auf, unZ legte die Waffen nieder. ' (W. Z.) Der Temps tadelt, eben so auch der Eon». stitutionncl (der'den Belagerungszustand von Paris für nicht zeitgemäß/ und dir'EmsctzunI p°" Kriegsgerichten und die Rückwirkung ftir oit Äuft ^fallendsten Verletzungen der cZhartt'und allerGrunV-. 2"9 sä'tze der Villtgs'cit crl'lä'rt, und durchausGcschwor, nengcrichte verlangt), die Versetzung der Haupt, stadt in den Belagerungszustand, und sagt, daß die Gesetze zur Bestrafung der Vergehen hinreichen. <5r beschwort die Staatsgewalt, sich nachsichtig zu zcigcn. Die Quotidicnne erklärt dcn Belagerungszustand als ungesetzlich und rein willtührlich. Es rväre besser in der Türlci zu leben, wo man die Sache doch bei ihrem Namen nenne. (Oest. B.)' Nach einem Scheiben aus Gisson (in der Vcn. dee) vom 7. Juni wurde am 6. d. M. eine starke Anzahl (Zhouans von der Garnison und den Natio« nalgardcn zu 6lisson verfolgt, und im Schlosse Pe« nissicre de la (Zcur, anderthalb Meilen von Clis' son, umzingelt. Man focht L Stunden, endlich wurde das Schlaß angezündet, und alle Ehouans wurden von den Siegern niedergemacht. Unter den Todten fünd man viele Männer mit langen Bärten, mi^sehr weiften Handen und Ringen an dcn Fingern. Während des Kampfes liesMch im Schlosse beständig militärische Musik hören. Auf dem Schlachtfeld fand man mehrere Stutzen, Mu» sikinstrumcnte und viele gedruckte Proklamationen. .,.^u^.!^.^— .^.^ (B. v. T.) Der Konig hat der Reform - Bill seine Sanc', ' tion durch eine Commission cMeilt. Ll?rd I. Nusscl hat noch iflne Motion angekündigt, in welcher erHuf eine Bill dringen wird, die mit Maßregeln sich beschäftigt, um der Bestechung und Vcrkäuftichkeit bei ten Wahlsn zu steuern. Diesc Bill' würde soimi eil, Supplement zu den 'bisher angenommenen sechs übrigen, die Wahlverfassung, reformirendcn, bilden. " ' Aus Portsmouth wird vom?. d. M. gemeldet: Der Briton von 4l> Kanonen hat gestern den Hafen verlassen, und ist heute Nachmittag von hier abgesegelt, um sich dem Geschwader vor Lissabon anzuschließen. 'Der Talavcra von 74 Kanonen ist, nachdem er die Umladungdcr Manne Artislc-ric auf den R'omncy bewerkstelligt hat, nach Spi-thcnd zurüM^ckchrt. In Falmouth sind Nachrichten aus Lissabon biK zum 20. Mai eingegangen. Von Dom Pe> drcö Expedition war nichts zu hören. Der Adnü' ral Parker lag mil der Asia von L/^ RevWges äon 76 und Childcrs von i9 Kanonen außerhalb ^cr "Bane bes Taio. ^^««^^ ^W., Z.) i Nach enülischen^ MDtt^n belief, sichz-duHe<.. volkerung Großbritanniens im Jahre i8?Z in Eng' land auf ,3,089,336, in WaMserland auf 3o5,2Z6 und in Schottland auf 2,365,807 Seelen. Ge. sammttchl der brittischen Bevölkerung ,5,260,379 Seelen. London hat 1,474,069 Einwohner. (B. v. T.) Der Gemeinderath von London hat beschlossen, da.h bei Gelegenheit der Ucberreichung deö Bürger, rechtö an den Grafen Grey und den Viscount Althorp, in der Guildhall ein großes Fest auf Kosten der Korporation gegeben werden soll, zu welchem die Mitglieder des Unterhauses, welche für d>e dritte Lesung der Reformbill stimmten, und diejenigen unter den Pairs, welche, bei LoroLynd-hursts Antrag, die Wahlverlusiigkeitsclausel zu verschieben, in der Minorität blieben, so wie aNe die Adeligen und Herren, welche sich in ihren Be» mühungen zur Beförderung der Reformbill ausge» zeichnet haben, eingeladen werden sollen. Es ist bereits ein Ausschuß ernannt, die nothigen Ilnard» nungcn zu treffen. Die letzten Nachrichten aus St. Michael (Azoren) mMpcn wenig von dem baldigen Auslau« fen der Sedition Dom Pedro's. Mangel an Grld und Lebcnsmittcln und Uneinigkeit im Haupt« quartiere sollen oie Veranlassung dazu scyn. Englische Offnere, die kürzlich von Lissabon zurückge« kommen sind, wollen an dem Gelingen der Unter« nchmung Dom Pedros zweifeln. (Oest. B.) (Standard.) In den ministeriellen Cirfclnl geht das Gerücht, daß vor der Einberufung des neuen Parlaments Graf Grey sich vom Amte zurückgezogen haben werde. Schlechte Gesundheu wird als Grund angegeben. (Globe.) Dcr Gcmcinocrath von London hat 3o0o Pf.votirt zu einem großen Gastmahle, das den Ministern und den ausgezeichnetsten,Reformen im Parlamente gegeben werden soll. Auch soNen geil Ausbleiben des'Soldes empört, und scheuen ! sich deßwegen, den erhaltenen Befehlen Folgte zu "^ leisten und nach Aegypten zurückzukehren. An > bäarem Gelde trat in Aegypten allinahllg sehr ' fühlbarer Mange'! ein, ciuch fehlte es anProeuc« < ten. Em Franzose, v. Linant, behau-ptet'in der Oegend ^voii (Zossc^ am rothcn Meer einhalte s Goldmine wieder aufgefunden zu haben, die sehr c reich sey und bis iä Wrocent feines Gold gebe. l Man hat eine Quantitär des Minerals nach(5airo < gesandt, um genaue Versuche anzustellen. I (Allg. Z.) l Nachrichten cM Se'mtin vom 1,. d. M. '( ''infolge, hatte der 'Pascha von Belgrad T'ags vor-' ^ ' her durch zwei aus Serajewo an ihn abgesendete > Tatarn des neu ernannten Statthalters von Bos« men, Mahmud Pascha, die Nachricht erhalten, daß außer dem von den großherrlichen Truppen, ' unter dessen Befehlen am 2g. Mai bei Scharuchan errungenen Siege, Tags darauf noch ein zweites Tressen in der p t e n. ' N^ch einem Schreihen aus Smyrna rolN 9. Mai hätte sich Acre an dcn Pascha von'Aegopten ergeben, ^ Die Regierung von Sinyrna liHsogleich an Iie Magazine des Hrn. Nubart, hantier. deK Pascha von Aegyptcn zu Smyrna,,,^i^Miegtzj..^c' gen., , ' >i!?s^^^:j^ Nachrichten aus^ A egyPten vom ^nde April sprechen von einem Sieg, den Ibrahim Pascha gegen vier verenn,te Paschas bei.Aleppo erfochten habe«» soll. Die Thätigkeit im KrieaHwesen ist sehr groß. In 26 Tagen segelte die ägyptische Flo:ce hin und zurück, indem sie Necruten nach lZandia und die "früher dort gestandenen Regimenter näck 'Syrren zur Verstärkung deö dortigen Kriegshecres fuwe. ^ ^ ' ^ , , (B. v. T.) ^Nevatteur: M. Lav. Meinrich. MtleFr: DZnaz M. Egler v. Al^kinmaVr.