Mlmcher Zeitung. Nr. 79. Vlilnumtlationsvlti«: Im «lomptoil g»nz<. n. ll, halbj. 5.5>o. yllr die ZuftlNun« in« Hau« halbj. b« lr. Mit der Pofi ganzj. fi. lK, halbj. sl. ?.»«. Montag, 7. April I»l«lt«»»»glb«h» bl» l0 Zellen: »»«« «O lr« »m.«»li.. »».st.l.«»! . und Johann Nep. Plautz die Vcwilli« M zur Errichtung einer Aclimgcscllschaft unter der La?"' "Krainische Vaugcsellschast" mit dem Sitze in lu? ertheilt und die l. l. Landesregierung für Krain «ul Genehlniguna der Statuten ermächtigt, welche Geneh-"'^Nss auch bereits erfolgt ist. Vaibach, am 2. April 1873. ^on der k. lt. Landesregierung für Grain. Kundmachung. ... Die p. i,. Aussteller werden dringend ersucht, zu» ^>ch Mit der Einsendung ihrer AuSstellunasgeaenstände .."genaues, detailliertes Verzeichnis derselben an die >^ ^commission einzusenden, weil dieselbe sonst wegen angels einer Evidenz keinerlei Verantwortung über« "lhtnen lann. lun ^"jenigen Herren Aussteller, welche ihre Nukstcl- "gsgessllistände schon abgeliefert, das oben vcrlangle ^^'chnis jedoch nicht zugleich eingesendet haben, wer-f^,. ^'ugendst ersucht, dasselbe postwendend an die ge-^^'9te Landescommission sicherlich einzusenden. " die l. l. WeltauSstellungs Landescommission für Krain: Dcr sttil'dige Referent: Lothar Fürst Metternich m. p. Nichtamtlicher Theil. rv.' ^e l. l. Landesregierung für Krain hat dem c^M Kollmann, Spediteur in Laibach, die Eon< ^! °" zur Ernchtung einer periodischen Omnibussahrl it, ""ltrlegtcn Pftrden von Laibach nach Goltfchee und Mh^s ^^ Unter.Auersperg, Großlafchitz und Reifniz ^aibach, am 4. April 1873. Zur Sanction der Wahlrcform. ^ ^" dritte April 187.'l wird zur Erinnerung ^ goldener Schrift in der parlamentarischen Geschichte '^ichs prangen. ^ "'t wiener Gatter begrüßen die erfolgte laisetliche ll>on der Wahlreformgesetze mit Jubel, sof^'e ..Presse" schreibt: Dcr elektrische Draht hat !°im ' ^reudenlunde von der Sanction der Wahlrc-» ^ ^^ lann nicht genug von dcr Begeisterung ^«n "" Jubel erzilhlen den das Belarmtwerden der !l,i Sanction, hat einem <>i> lli , ^'ch^PllllamcnlcS aus: ..Das soll jctzt anders n '' auf "' ^^ Reichsrath, unabhängig von den Land« tilgen » U"'e Füße gestellt wird, und durch die voran. ^llng "amvse ist die hohe Bedeutung dieses Um< t!^«n »r ^ Instincte der ganzen Vcvöllcrung voll- "lllt^ . ^worden. Was dem absoluten Concordats. Ölungen ist, dem Staatsbewußtsein eine un. angreifbare Heimstätte in den Herzen der Gewohner zu bereiten, da« soll jetzt das ernsthafte parlamentarische Rc« gime anstreben. Daß dieser Gebanle in den Gemüthern der Arbeiter aerade so feste Wurzel gefaßt hat, wie in denen der Pairs, haben die Meetings gezeigt, wo die« selbcn Männer für die Wahlreform plaidierlcn, die Schacffle vergeblich mit seinen ständisch.llcrical'socialisti. schcn Tränlchcn zu bclhören suchte. Das ist ein glück, liches Wahrzeichen, daß das neue Parlament, vom Volle getragen, seiner Aufgabe entfprechcn und bald auch die» icnigen Stämme zu sich hinUber ziehen wird, die es heute leider noch vorziehen, sich zu Sturmböckcn in den Hün. den einer Elique zu erniedrigen, welche den modernen Staat nicht dulden will, weil darin lein Raum für den Moder ihrer Priv ilegien und fürdie Ansprüche des Vatic ans bleibt. Die Uhr dieser Quacksalber ist mit dem heutigen Tage, Gott sei Danl, für immcr abgelaufen — allcS andere ruht in unserer eigenen Hand." Das „Frcmdcnbl." sa^l: „Unter lautem Beifall, mit stürmischen Hochrufen auf den erhabenen Spender der Verfassung, die nun erst zur vollen Wahrheit wirb. nahm das Abgeordnetenhaus die frohe Meldung ent> aegen, daß dcn Wahlrcformaesctzen die laiserlichc Sanc. tion ertheilt worden ist. In allen Theilen oeS RcicheS, wo immer ein reichStrcucs Herz schlügt, wird die Vot, schaft freudige Begeisterung hervorrufen. Jede nationale Minderheit, die stch bisher durch die Vergewaltigung der Majoriliu von der Mitwirkung an der RcichSgcfetzgebung ausgeschlossen und zur Unthä'tiglcil verurlheill sah, wird die Sanction der Wahlreform als die Erlösung von dem unerträglichen Druck, dem sie erlag, begrüßen. Die österreichische Bevölkerung gelangt erst jcht in den un. gestörten Besitz und Genuß der verfassu n g S m äß i. gen Rechte, die ihr nur durch einen nackten Rcchtsbruch, durch den Staatsstreich enlrlsscn werden könnten. Die verfassungstreue Partei steht nahe am Ziele, das sie sich felbst vorgesteckt, sie weiß die Verfassung gegen jene Methode, die den Rcchtsbruch auf formell legalem Wege versucht, geschützt, die Eonlinuität oer NechlSenlwicklung acsichert. Nur ein Gewaltakt könnte in Zukunft dem Föderalismus Eingang verschaffen, ein Gewallalt, den bisher lein besonnener Politiker, lein ernster Staatsmann zu empfehlen wagte, weil dcr Träger der Krone, der Monarch, dcr neuerdings einen Beweis feiner con» stitutionellen Gesinnung gegeben, einen solchen Rath mit Entrüstuug zurückweisen würde. Die Gegner der Rcichseinheit und dcr Verfassung sehen alle ihre An« schlage vereitelt, allc ihre hochfiiegcndcn Pläne durch« kreuzt. Wollen sie noch praktisch wirken, wollen sie po« litisch thätig sein, so müssen sie einen andern Weg ein« schlagen, als den sie bisher gingen. Sie müssen darauf verzichten, Oesterreich nach ihrcn Doclrinen in ebenso viele Theile zu zerreißen, als es Länder oder Länder, gruppen umfaßt; sie müssen dcn durch die Verfassung des Reiches gegcbemn RcchtSbodcn betreten und diesen thatsächlich anerkennen, Ob und wann sich diejenigen, die dcr rcichStreucn Partei als prinzipielle Gegner aegcn. überstehen, zu dcm durch die gcänderten Vcrhällnisse ge» botenen Wechsel ihrer Politik entschließen, das ist eine Frage, mit dcr wir uns nicht zu beschäftigen brauchen. Weigern sie sich den Thatsachen Rechnung zu tragen, so wird die reichSlrcuc Bewegung, welche die Wahlreform entfesselt, über sie und ihre Tendenzen zur Tages» ordnung übergehen." Das „N. strcmdb." widmet dcr ereignisvollen Thal, fache — der Sanction der Wahlresorm — an leitender Stelle einen längeren Artikel, dessen hervorragende Stellen wir hiernachfolgcnd reproducieren: ..Eine Freude ist uns ucwolden, wie wir sie so rein und ungetrübt scltcn erlebt; einen Sieg haben wir zu feiern, fo bcdeutunaSvoll, wie dcr Constitulionalismus in Oesterreich noch lcinm errungen hat. Die Wahlrcform hat danl der kaiserlichen Sanction Gesetzeskraft er» lang»; damit ist der Pcrfassung endlich das feste Fundament gegeben, auf das gestützt, sie allen Stürmen ruhig Trotz bieten lann. Die begeisterte Freud?, welche hcutc in dcm Saale vor dem Scholtenlhorc ausbrach, als die Relchevcllrctcr auS dem Munde des Ministerpräsidenten bic Inbclllmdc erfuhren, wird sich fortpflanzen durch die ganze Monarchie, in welche der Telegraph in diesem Moment die Kunde von dem großen Ereignis hinaus» trägt. ..hoch der Kaiser! Hoch Ocsttrreich! Hoch Franz Joseph 1., der erhabene Schirmherr der Verfassung!" so wird eS widerhallen im ganzen Rlich, so wird man begeistert rufen übcrall. wo man ein Herz für Oester» reich hat. wo Gefühl und Verständnis herrscht für dcn Segen einer c on sti l u l i on el l en Entwicklung im Geiste des Jahrhunderts. Wir glauben wieder an die Dauer Oesterreichs, alle Zweifel sind geschwunden, hofsnungSsroh gehen wir an die Arbeit, die uns leine vergebliche mehr dünlt. Ift doch Oesterreich jetzt in den Stand gesetzt, die Mission, welche einst der Ostmark an der Donau gestellt wurde, eine Hüterin deutscher Kultur und deutscher Sitte zu fein, treu und glücklich zu erfüllen. Inbcm wir uns so der Freude über den erungenen Sieg hingeben, wollen wir jedoch nicht zögern, allen, die geholfen haben, daS Große zu erreichen, Danl und Anerkennung zu zollen I Danl vor allem dem Monarchen, welcher so schnell und rückhaltlos den Be» schlüsscn der beiden Häuser deS ReichSratheS durch seinen kaiserlichen Namen die Sanction ertheilt hat. Schlagen wir sie nicht gering an, diese kaiserliche That, durch welche Franz Joseph sich unvergänglichen Ruhm erworben hat! Dem Absolutismus ist damit für alle Zeiten der Tode«, stoß gegeben. Für fein Volk und mit feinem Voll hat der Kaiser, indem er seinen Allerhöchsten Namen unter die Wahlreform setzte, eine neue Aera Oesterreichs er« öffnet. Für alle Zeiten ist damit den im Schatten des Thrones für ihre reichs- und freiheitSfeindlichcn Inter-essen wühlenden, mittelalterlichen Maulwürscn ihr Hand» werk gelegt, der gordische Knoten ihrer Intriguen ift mit einem kühnen Streich burchhauen. Wir erkennen im vollen Maße die Größe deS OpfcrS an, welches Franz Joseph seinem Volle gebracht hat, wir begreifen, baß es ihm nicht leicht geworden, mit altcn Traditionen zu brechen, aber wir wissen auch, daß er vollauf Ersatz ftndcn wird für daS, was er aufgegeben hat. Die Liebe feincs Volles wird ihn reichlich entschädigen für das un« zufriedene Murren weniger egoistischer Heuchler, »elche Loyalität logen, um unter dem kaiserlichen Namen ihre reichsfcindlichen Pläne zu verbergen. Der heutige Tag, indem er das Fundament deS Staates selbst befestigte, hat ein neues Band der Liebe geschlungen um das Haus HabSburg und die Völker Oesterreichs! Ehre und Anerkennung aber auch voll und ganz dem Ministerium. Glänzend hat eS fein Woil ein. gelost: in ruhiger, stetiger Arbeit hat eS da« Verspre» chen, mit dem cS die Erbschaft einer traurigen Zeit übernahm, erfüllt. Das VcrfassungSministerium hat durch die Ausführung der Wahlresorm die Wiederlehr eineS AusgleichSministtriums unmöglich gemacht. Groß waren die Hindernisse, welche sich ihm von allen Sei-ten entgegenthürmten ; aber eS ließ sich nicht irre machen. Was ihm seine Stärle lieh, war daS Bewußtsein seiner aufrichtigen, selbstlosen Liebe für das konstitutionelle Oesterreich. Beim Monarchen wie beim Volle wußte das Ministerium Nuefsperg die Ueberzeugung zu wecken, daß es allen seinen Mitgliedern nur um die Sache und nicht um ihle Personen zu thun sei. Es verzich. tcte aus einc billige Popularität, die ihm vielleicht auf Kosten der Zukunft einen wohlfeilen Tageserfolg ver« schafft hätte. Es ertrug die Angriffe kurzsichtiger Ein-laaspolitiler, um dem österreichischen Verfassungsstaat die Zukunft zu sichern. Und baS ist ihm .gelungen, glün. zendcr als seine Freunde gehofft, glorreicher als feine Feinde gefürchtet. Ehre und Anerkennung aber auch der Volksver. tretung, der Majorität beider Häuser deS Neick«-rathes. Ein zchl staalsmännischer Geist hat ihre Oe-schlüssc geleitet. Opfer galt es auch hier zu bringen, aber willig wurden sie dargebracht von allen Seiten, von allen Parteien, deren Hoffnungen auf Oesterreich« Bestehen gerichtet sind. Wer den Schwerpunkt seiner Politil in der Befestigung des österreichischen Staats, gtdanlens erblickte, gab freudig fein Ja zu der Reform, und nur diejenigen, deren Wünsche über die Grenzen Oesterreichs hinausstrebcn. die Oesterreich zum Schild, knappen einer fremden Sache erniedrigen wollen, suchten den Schrill zu seiner Wiedergeburt zu verhindern. — Mit der freudigen Zuversicht, daß wir nicht in den Wind fäcn. lönnen wir jetzt Hand anlegen an den wei. leren Ausbau der Verfassung. Möge denn der wichtige Fortschritt, welcher sich heute in unserm constilutionel-len Lebcn vollzogen hat, auf lange Zeit hinau« segensreich willen. Möchten alle, die ihn herbeizufichrtn mit. geholfen haben, sich beS Heils, das er bringen wir. voll« auf erfreuen. Möchten aber auch diejenigen, welche sich der wichtigen Rlform bis jetzt widersetzt haben, er» lennen, baß sie auch zu ihrem Nutzen vollzogen wurde. Diese Erkenntnis wird allen leicht werden, die da ein, schcn. daß jedcs wahre Interesse de« Einzelnen bedingt wird durch daS Wohl der Ossammtheit." 332 Reichsrath. »4. Sitzung deS Abgeordnetenhauses. Wi«n. 3. April. Präsident Ritter v. Hopfen eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 45 Minuten. Auf der Ministerbank Se. Durchl. Herr Minister-Präsident Fürst Adolf AuerSperg. Ihre Excellenzen die Herren Minister Freih. v. Lasser, Dr. Gla« ser, Dr. Unger. Dr. Van Hans. Freiherr d e PretiS, Dr. v. Stremayr, Ritter v. Ehlu-mecly und Oberst Horst. Se. Exc. der Herr Handelsminister Dr. Ganhans übermittelt den Gesetzentwurf betreffend die Herstellung eines wien « liesinger SchiffahrtSlanalS. ferner den Gesetzentwurf betreffend die Gedingungen und Zugeständnisse für die Sicherstellung von den Local» verkehr in Wien und Umgegend vermittelnden Eisenbahnen. Hierauf wird der Geschäftseinlauf mitgetheilt. Ministerpräsident Fürst Adolf Nuersperg: Ich habe die Ehre, dem hohen Hause die erfreuliche Mittheilung zu machen, daß Se. Majestät der Kaiser den beiden Wahlreformgesetzen die Allerhöchste Sanction zu ertheilen geruht haben. (Der Präsident und die Mitglieder des Hauses erheben sich von ihren Sitzen. Gegeisterte. minutenlange Hochrufe und Händellatschen sowohl im Hause als auf den Galerien übertönen die Worte des Präsidenten, welche lauteten: „Ich fordere das hohe HauS auf, un seren Gefühlen der Dantbarleit und der Loyalität gegen« über unserem geliebten Monarchen durch ein dreimaliges begeistertes Hoch Ausdruck zu geben!") Es folgen die ersten Lesungen 1. des Gesehent-Wurfes betreffend die Zugeständnisse und Bedingungen für die Sicherftellung einer Locomotioeisenbahn von Ezernowih oder tincm andern geeigneten Punlte der privilegierten Lemberg.Czernowih'Iassy-Eisenbahn an die Reichsgrenze bei Nowosielica und 2. des 4. Jahres-berickleS der StaatSschulden.Controlcommisston. Hiernach beginnt die zweite Lesung dcr RegierungS< vorlaqe. betreffend den Gesetzentwurf über die zeitweise Einstellung der Geschwornengerichte. Das Wort ergreifen die Abgeordneten Dr. Rechbauer, o. Mende, Fux, v. Earneri. Berichterstatter Dr. Weeber. Se. Exe. Iustizminister Dr. Glaser. Abg. Dr. Blitzfeld. Das Gefetz wird in dritter Lesung mit 97 gegen 16 Stimmen angenommen. Parlamentarisches. Dem Abgeordnetenhause des Reichsrathes liegen nachfolgend bezeichnete Gerichte zur Berathung vor: 1. Der Gericht des zur Vorberathung der Strafprozeßordnung gewühlten Ausschusses. Der Ausschuß beantragt allen vom Herrenhause beschlossenen Aenderungen — mit Ausnahme des Einführungsgesetzes und der 8§ 175, 180 und 245 — zuzustimmen. Die Differenz betrifft die von Herrenhause beschlossene obligatorische Haft und die Streichung der Bestimmung, daß der An-geklagte zur Beantwortung der an ihn gerichteten Fragen nicht verhalten werden lünne. Die weitere Differenz inbetress der Zulassung der Sistierung der Schwur- gericht« erscheint durch einen Geschluß des Abgeordneten« Hauses schon beseitigt. 2. Der Gericht des Finanzausschusses über den Antrag des Abg. Seidl und Genossen betreffend die Re« gelung der Pensionen der Witwen und der Erziehungs-beiträge der Waisen von Staatsbeamten und Dienern. Der Ausschuß beantragt die Abnahme folgender Resolution : „Die h. l. l. Regierung wird aufgefordert, eine den gegenwärtigen Zeitverhältnifsen entsprechende Regelung der Pensionen der Witwen und der ErziehungSbei-träge der Waisen von Staatsbeamten in Erwägung zu ziehen." 3. Der Gericht über die Regierungsvorlage betreffend die Bedingungen und Zugeständnisse für die Sicherstellung einer Locomativeisenbahn von Wien über RadterSburg an die steierifche Grenze mit Abzweigungen. Der Ausschuß beantragt die Annahme des vorgelegten Gesetzentwurfes. 4. Der Gericht über die Regierungsvorlage betreffend die Zugeständnisse und Bedingungen für die Sicherstellung einer Locomotiveisenbahn von Knittenfeld über Wolfsberg, Unter-Drauburg, Gonobitz und Ro-hitsch an die steierische Grenze. Der Ausschuß tritt den Vestimmungen der Regierungsvorlage vollkommen bei. 5. Der Gericht des Ausschusses für die Iustizvor-lagen über die Regierungsvorlage betreffend die im Ga-gatell- und Mahnoerfahren zu entrichtenden Stempel« gebühren. Der Ausschuß, welcher die Regierungsvorlage zwar nicht prinzipiell geändert, wohl aber die Gebühren herabgemindert hat. beantragt die Annahme des vorgeleg-ten Gesetzentwurfes. 6. Der Gericht deS Finanzausschusses über die Re-glenmgSvollage betreffend die Regelung der dienstlichen Verhältnisse der zur Aufsichtspfleg« für die Erhaltung der Straßen-, Vrücken- und Flußbauten, dann zur Handhabung der Hafenordnungen berufenen Empiriker. Der Ausschuß beantragt die unveränderte Annahme der Regierungsvorlage. 7. Der Gericht deS Finanzausschusses über den Entwurf elneS Gesetzes betreffend die Eröffnung von Nachtragscrediten für das Jahr 1872. Der Ausschuß beantragt Uebergang zur Tagesordnung. 8., Der Gericht des Ausschusses zur Vorberathung über den Veschluß des Herrenhauses betreffend die Vereinigung einiger Grundstücke und Parzellen mit dem marlgraflich Pallavicini'schen Familien - Fideicomisse in Mähren. Der Ausschuß beantragt die Annahme des Gesehentwurses. Am 3. d. gelangten im Abgeordnetenhause drei Regierungsvorlagen zur Vertheilung welche die Herstellung neuer Verkehrslinien betreffen, und zwar: 1. Ein Gesetz, wodurch Aitilel 1 deS Gesetze« vom 19. Juli 1871, R. G. Bl. Nr. 86. in Getreff der Vedlngungen und Zugeständnisse für die Eisenbahnlinien Reichendcrg-Seidenberg und Eisenbrod'Tannwald abgeändert wird. 2. Ein Gesetz betreffend die Herstellung eines Wien. Liestng-Schiffahrtscanales. Die beigelegte Denkschrift bespricht die Uebelstände des Wien-Flusses, denen durch das Project deS nenen SchiffahrtScanals abgeholfen werden soll. 3. Ein Gesetz, betreffend die Vedlngungen und Zugeständnisse für die Sicherstellung von Localeisenbahnen in Wien. Die beigefügte Denkschrift weist auf die Nothwendigkeit einer Vermehrung der locale» Verkehrsmittel zwischen der Stadt Wien und den Vororten hin und erwähnt der diesfälligen 12 Projecte, welche alle demselben Vedürfnisse, wenn auch in verschiedener Weise gttlcht zu werden suchen. Die Lage in Spanien ist durchaus leine beneidenswerthe. Tag für Tag gestalten sich die inneren Verhältnisse trostloser. Den neuesten Nachrichten zufolge greift die Carlisle nbewegung um sich, und die Regierung steht derselben nahezu machtlos gegenüber. Die Meldung, daß Don Carlos abgedankt, wird von dem Carlistencomit6 in London dementiert; eine carlistische Anleihe wird in London betrieben und für eine bessere Bewaffuna. der carlistischen Banden gesorgt. Die Regierung will jetzt zu einem Massenaufgebot Zuflucht nehmen; allein die Demoralisation in der Bevölkerung läßt das Gelingen dieses Versuches sehr fraglich erscheinen. Die „Köln. Ztg." erhält über d>e Lage in Spanien nachstehenden Bericht: „Carlistische Agenten durchziehen jetzt daS sta^ Land und werden von den Geistlichen möglichst gestützl und in ihren Plänen gefördert. Von den in Sevilla garnisonierenden Regimentern sind mindestens schon 4-bis 500 Mann, die in Biscay« gebürtig, fortgegangn mit der offen ausgesprochenen Absicht, in carlistischt Banden einzutreten, und viele Offiziere folgen dieses Beispiel. Auf der anderen Seite greift m den größeren Städten unter dem Pöbel der CommuniSmuS immer nichl um sich, und Agenten der Internationale reisen umher und predigen ihre Lehre, die umsomehr Eingang findet, <"« in den Städten alle Fabriken und Geschäfte fast gänzlich geschlossen wurden und somit eme zahlreiche Mensl sich in Müßiggang und Noth umhertreibl. Was die ^ tionalversammlung in Mudrid treibt, darum lümmerl sich lein Mensch hier. denn sie genießt weder Achtu"s noch Autorität und hat nicht die mindeste Macht, irgen° einen Veschluß durchzuführen. In Cad'f. Barcelona un° Malaga erwartet man bald englische Kriegsschiffe i"^ Schutz beS Bebens und des Eigenthums der dort lebenden Engländer." Ueber die telegraphisch gemeldcte Grenz-2)er' letzung der Earlisten wird folgendes gemeldet: »A! Maire von Biriatou, eines am rechten Ufer der 2)>' bassoa gelegenen französischen Dorfes, hatte zwei span's^ Domestilen in seinem Dienste, die sich nicht in die carll-stischen Banden einreihen lassenwollten. Nm25.v.M.aene" Mitternacht wurden derMaire und seineDomestlten plöM durch heftige, gegen die Thür und die Fensterläden deS t>o" ihnen bewohnten Hauses geführte Kolbenstöße aus del" Schlafe geweckt. Eine Stimme, welche sich von auße" vernehmen ließ. begehrte Unterkunft für die Nacht. NiÜ" arges ahnend, stieg einer der Domestilen die Trepp hinab. Kaum hatte er die Thür geöffnet, als meh"" Insurgenten sich seiner bemächtigten und dem auf "^. Waffen lärm herbeigeeillen Maire die Gajonnele auf °' Brust fetzten; sie forderten von ihm, daß ihnen die t>e den Domestilen ausgeliefert würden, mit der Erlläruw daß dieselben gewaltsam ihren Reihen einverleibt werd sollen oder im Gegenfalle erschossen würden. Der iM" «feuilleton. Pas vergrabene Testament. Erzählung von Cd. Wagner. (Fortsetzung.) Des Administrator« Blick schweifte verwundert von einem zum andern. Er hatte nicht bemerkt, daß Rosa« munde seines Sohnes Gruß erwidert hätte, uz/d ihr eigen« thümliches Lächeln konnte er als einen solchen auch nicht ausdeuten; daher wurde er ärgerlich, denn er hielt die« für «ine Vtleidigung sowohl für sich. als für feinen Sohn. »Haben Sie gehört, Mlh Rofamunde?" sagte er drohend. „Dieser junge Herr ist mein Sohn, Mr. Iason Hadd." /Ich habe gehört. Mr. Hadd." entgegnete Rosa. mund« ruhig, indem sie einen höhnischen Blick auf den Administrator warf. „Ihr Herr Sohn und ich haben uns bereit« gesehen." Der Administrator war erstaunt über diese Ant« wort, und auch Sir Archy, welcher sich bis dahin ruhig ve, halten hatte, verrieth seine Ueberraschung bei dieser Erklärung. „Sie haben Iason nach seiner Rücktehr gesehen?" rief der Administrator. ..Das ist unmöglich, denn er ist gestern Abend erst angekommen. Na« meinen Sie also damit, Mlß Rosamunde? Vitte, erklären Sie sich deutlicher." ..Ich verweise Sie an Ihren Herrn Sohn selbst," sagte das Mädchen gelassen. Sir Archy und Mr. Hadd sahen fragend auf Iason. welcher, roth und blaß werdend und bestürzt von der ungünstigen Wendung der Gegebenheit, lieber wünschte, daß sich in dem kritischen Augenblick der Goden unter seinen Füßen aufthun und ihn verschlingen möchte. „Sprich, Iason!" rief der Administrator ungedul»' dig. ..Was bedeutet das?" ..DaS bedeutet," stammelte Iason, verwirrt von deS Mädchens ruhigem, festen Blick, daß ich heute mor-gens, als ich auf dem Wege nach dem Schloß war, Miß Rosamunde begegnet bin. Ich — ich — in der That, ich war in einem kleinen Irrthum, das ist alles." „Ja, das ist alles!" sagte Rosamunde sarkastisch. „Mr. Iason Hadd war in einem ..lleencn Irrthum." Er hielt mich für ein armes, unbeschühles Mädchen und machte einen feigen Angriff auf mich. Das ist alles!" Iason stand da wie vom Schlage getroffen. Seines Vaters Zorn, Rosamundes ruhige Verachtung, Sir Nrchys Unwille — dieS zusammen verwandelte seinen gehofften Triumph in eine tiefe Erniedrigung. „Also eS war der Sohn meine« Administrators, welcher diesen Morgen meiner Tochter den Schleier vom Gesicht gerissen, der sie insultiert hat. indem er trotz ihres Widerstreben« versuchte, sie zu küssen!" rief Sir Archy mit einem Blick voller Abfcheu auf den jungen Hadd. „Sie können Ihren Sohn wieder fortbringen. Hadd. wir haben ihn genügend kennen gelernt. Komm, Rosamunde." Hierbei reichte er seiner Tochter den Arm; aber der Administrator vertrat ihnen den Weg und hinderte sie am Fortgehen. ..Ich kann wirklich nicht begreifen, was dies alles bedeutet. Sir Archy!" rief er. ..Wenn mein Sohn Miß Rosamund« beleidigt haben sollte — aber das ist nicht möglich! — Sprich doch. Iason, und steh nicht da wie ein Stück Holz l" „Was kann ich sagen?" versetzte dieser kleinlaut. .Miß Wilchester war einfach, beinahe ärmlich gekleidet, so, wie ich es nie erwartet hatte, — dabei allein zu Fuß auf der Landstraße und bei so stürmischem, schlech. tem Netter, welches für eine zarte Dame nicht zum! Spazierengehen geeignet war. Wie konnte ich vermuth^ wer e« war, und wie viel weniger es wissen. Ilh l " nur ein einfach gekleidetes, junges Mädchen a"s ° Brücke, das Gesicht vcrhüllt mit einem gewöhn^' Schleier. In der Meinung, eS sei eines Farmers ^o« tcr oder ei.ie ähnliche Person, ging ich zu ihr und '^ ihr einige jener Artigleiten, wie ich eS auf dem 2°"^ nent zu thun pflegte und welche eigentlich nichls deuten." ^z Der Administrator schien aufs höchste entrust . dieser Erklärung seines Sohnes; dennoch wandle ec < zu Sir Nrchy und Rosamunde und sagte mit trzl" genem lächeln: ^ .Haben Sie es gehört? Er hielt Miß Willn Reichstage stattfanden, wird zündend in allen Hcr-itti willen, die für des Vaterlandes Gedeihen und Cin-htil schlagen. So wäre sie denn endlich wenigstens dem Vlinzipe nach erreicht — die Rechlceinheit, dieser Hebel b" llirthschafllichcn Wohlstandes, diescS unschätzbare Vand für die Einigung der dculschcn Stämme, diese Vollendung des deutschen Reiches. In der That isl es tlst die künftige RechlSeinheit. welche die Reichsoersassung vervollständigt und dem deutschen Volle die Güter ga» lantietl, jür die es so lange und hcih gclämpft hat, für bie so viele gelitten und geblutet haben. Eine neue Reg« lamleit wird sich auf dem Gebiete der Rechtswissenschaft entfalte»; ein großes und würdiges Ziel ist gesteckt; die besten Geister der Nation werden sich angefeuert fühlen, ihm nachzustreben, und unter dem belebenden und begci« stunden Hauch des Patriotismus werden wir die deut» lche Rechtsgesetzgebung zum Glück und Ruhm deS deut« schen Namens und Reiches sich verwirklichen sehen." Der Oesetzentwnrf über die obligatorische Ei vilehe, der au« der Initiative des deutschen Reichs« lag« hervorgeht, ist bereits ausgearbeitet und wurde, mit ben Unterschriften der Mehrheit des Reichstages verschen, bereits eingebracht. Die Uniformierung dcS bairischen H ee» lts (Helm und Rock wic bigher, aber Gradabzcichcn "ah preußischem Muster und lleine Veränderungen in ber Adjustierung der äavalerie) wird am 1. Ollober zur Einführung gelangm. Die italienische Kammer verwais nach langer Debatte über die Ma hlsteucr einen gegen die Anschauung dig Finanzminsters gcrichlelen Antrag mit ^6 gegen 183 Stimmen und nahm einen andern An-llag, mit dem sich der Minister einverstanden etllittte, an. Aus Barcelona wird vom 3 l. März gemeldet. b°b die Regierung anliwdigte, sie habe 40 000 Gewehre Angeschafft, welche zur gwlhnlung an die Freiwilligen '"Katalogen bcstimmt sind. Gleichzeitig erllälle die Re» ^trmia.. daß nunmchr die Ov.lationcn gegen die Car« ^slen mit aller Energie wcrdin in Anyrisf genommcn Gerden. In dcr Nähe von Hlrga erschossen die Ear» 'slen gegen 00 dem Freibalaillone in Calalonien an« ^hörende Soldaten, nachdem letztere capilulicrt hallen. . I" der Kammer dcr portugiesischen Pairs !°yte Vallada, er sehe die Krone von Gefahren umgeben; ^ existieren verborgene ogilalorische Elclnentc; ganz 2?^egcnstchendc Prinzipien entzweien die Bevöllerung. ^tr Ministerpräsident antwortete, Poitugal erfreue sich me« bcsseren Zustandes als mehrere Nationen Europa's. ^ lche diese Gefahren nicht. Die Regierung ist cnl. Bossen die Instilulionen deS Bandes ulwersehrt ausrecht «U erhalten. ^ Der Chef der dritten Abtheilung der Kanzlli deS ».'sisch^n Kaisers lcßle dem Eomi»6 f>,r polnische ^lllltgtnheiten Maßregeln vor zur Perdcsserui'g der lis^ ^^ '^^ ^^^" zurückaelchrtcu begnadigten poli- Hlu Verbannten und EmiMnNn. — Der ,.GoloS" ^'° ^"^ichten aus den Antillen N'eldcn. ist eine sch«n w U ^afltn und Munition den cnbani. derald" .?^len zugekommen. Nie dem .New.Yo,l Uchl, is. ^egraphlert wurde, bestand die Ladung aus " sonnen Pulver, 69.000 Patronen und einer großen Anzahl von Neminqton.Newehren. Der Com» mandcur disstl Ezpedilio» hat sich bereilS mehrcien'ale im Kampfe ge^ci' die Spnnü'r a»!e>gf^cict>net. iöinrm in Kcy.West sich aushaltenden Freunde schickte er fegende lakonische chiffrierte Depesche: „Wir brauchen Artillerie und Munition, leinc Handwaffen, li: Eparrer sind vollständig delnoralifierl." Die französische Armee wird nach dem neuer«, von b?i' Negicr»mg dem Paria» mcnlc vorgelegten Ncorganisalionocülwulfe künftighin bestehen aus: « Marschällen, 100 DiolsionSgeneralen, 200 Vrigadcgeneralcu. ferner aus einem Generalstab in dcr Ställe von 40Olclstln, 40Oberstliculnanten, lü0 Majoren und 300 Capilänen. — Die Infanterie wird I35Li'>itn ZeugS.Compagnieu und 4 Regi» menter Train^rlillcrie Die technischen Truppen: einen Gcnieslab und 4 Genie-Regime^ter. DaS Fuhrwesen: eincn Trainstab. 4 Regimenter und 4 Train'Arbeiter. Compagnien. Es welden 3—^ g»oße Armeen bestehen, und zwar 12 Alincecorps zu 3 Divisionen Infanltrie und dcr zugehörigem Caoalerie. Artillerie, bim Train und der Genie. Die Division soll die große taltische Einheit bilden und aus 2 Infanteriebrigaden, einem Iügerba» lalllon und 3—4 Vallerien bestehen. Je 2 Regimenter formieren eine Brigade. HcWsneuiiKeiten. — (Den Grafen Sigmund herberstein) in Graz hat ein UnglUcksfall getroffen. Derselbe erlitt während eines Spazierrittes durch Anprallen mit dem Kopfe gegen einen Baum eine erhebliche Verletzung und liegt infolge der bedingten Gehirnerschütterung fchwer er. krankt darnieder. — (Für Jäger.) Am 24. v. M. hat der Jäger deS Bürgermeisters in Pellau (Sleiermarl) in dessen Wein, berg in der KoloS ein mächtiges Exemplar eineS weiß» tapsigen GeierS (vultur l'ulvus) erlegt, dessen Heimat be» lannllich Afrika, Syrien und der slidliche Theil von Europa ist. Dcr geschossene Geier wiegt 17 Pfund und hat eiue Flugweite von gut 9 Fuß. — (Rinderpest.) Die «Klagens. Ztg." meldet: „Nach den letzten Nachrichten auS Tarvis sind vor der durch den l. l. kärntnerischen ^andeSlhierarzt am 28. März erfolgten Conftalicrunq dcr E-euche in beiden Gehöjlen de« Michiel Andcrwald vul^o Mhr «ud Vlarlin Poppodi vul^o Pilsche zu Greulh vier Thiere erkrankt, davon zwei veren« det und eineS lranlhcilShalber geschlachtet worden. DaS vierte, sowie sUns später erkrankte und die noch Übrigen in beiden Gehöslen befindlichen verdächtigen neun Rinder sind, sowie ein krankes und drei veldächli^e Thiere zu Raibl nach den Bestimmungen deS Rindcrpestgesches auf Nnord» nung der LcucheN'Commission geleull worden, so daß bis« her im Seuchenbezirle Greulh.Raibl zwei Rinder gefallen und 20 theils im kranken, theils im verdächtigen Zustande gelobtet worden sind. Unter diesen letzteren befand sich auch der fünfte vom Andreas Schnavlegger am 10. März zu Krainburg angekaufte kroatische Ochs, der, obwohl noch gesund, doch vmsichiehalbcr der Keulung unterzogen werden mußte. Von Nadlach bei Grcifenburg, wo nach einem Tele» gramme deS l. l. BezirlShauptmanne« von Spittal ebenfalls die Seuche auSgebrochen ist und wohin der l. l. Bandes« lhierarzt von Tarvi« auS entfendct wurde, sind noch leine näheren Details eingelangt." — Die „Ag?. Zlg." berichtet: „Nach einer vom Bezulsamle Krapina an die ComitalS» behörde in WaraSdin gemachten Anzeige ist in der Ort» ichclfl ötaril'cvo die Viehseuche auegebrochen und sind llber lhierärzllich commissionellcn Befund 21 Stuck erkrankten Viehes allsogleich vernichtet und alle für solche Falle Gesetz' lich vorgeschriebenen Maßregeln in umfassender Weise er» glissen worden." — (Masernepidemie j In den Ortschaften Gravornica, Dinjcvac und Creönjevica in Kroatien sind Masern epidemisch aufgetreten, und wurden in den genann. ten Ortschaften deshalb die Schulen gesperrt. — (Die Staatsschuld der Vereinigten Staaten) verringerte sich im Monal März um 1.644 000 Dollars. In der Sladllasse befinden sich 69.537.000 Dollar« in Volb und 2,653.000 Dolla/S Papier. Locales. — (Krainische V au ges ellschafl). Das „Laib. Tagblatl" schreibt: Die Concessionäre dieser Gesell» schasl waren, wie unS berichtet wird, in der letzten Zeit ununterbrochen bemOht, alle Vorarbeiten, die beim InSleben. rufen eineS solchen Unternehmen« nothwendig sind, durch» zuführen, u»d haben dieselben nun fast vollständig beendet. Es wutdcn außer der Malilsch'schen auch noch andere für die Zwecke dcr neuen Gesellschaft sehr geeignete Realitäten angekauft, dic finanziellen Grundlagen in der befriedigendsten Weise sichergestellt und alle Schritte behufs der Conftituie-rung in lü'zcfter Zeit eingeleitet. Die definuive Eoncessto, nicrung ist bereits erfolgt, und nackoem, w,e eben erwähnt, alle fonstigen Vorbereitungen getroffen sind. so durste die constiluierenbe Versammlung bald nach Ostern stattfinden. Die lrainifche Baugesellschasl findet im Publicum sort-während ble lcbhastcste Theilnahme, und es ist nicht zu zweifeln, daß diefelbe unter sehr glücklichen Anspielen ihre Thätigkeit beginnen wird. — (Das Theatercomit6) wird auf Grund der gestrigen mit den Theaterfreunden und i'ogenbesihern gepflogenen Vcralhung belm lrainischen ^andeSauijchussc dc»« Gesuch deS derzeitigen Directors Herrn Kohly um neuerliche Uebcrlassung deS landschaftlichen Theaters flir die nächste Saifon unterstützen. Die Subvention der Logen-besitzer und Theaterfreunde pro 1874 wurde sichergestellt. DaS Theatercomi«6 hat pro 1872/73 einen Subvention«, beilrag von 3100 fl. verrechnet, darunter als Grgebui« der durchgefühlten Sammlung von 50 ^ogenvesiyern und geschätzten Theaterfreunden mit einem Betrag von 2530 fi. — ( Ehren b llr ger rechts . Ve r lei h u ng.) Der Gemeinderalh der Stadt Gottsch« hat m seiner Sitzung vom 22. März t>. I. dem Hosrath Dr. Adolf Fick ei und dem SectionSrath Johann Baron Püumann a»« Anlaß ihrer Verdienste um die Errichtung des seit ilen November 1872 daselbst eröffneten SlaatSgymnasiums da« Ehrenburgerrecht der öladt Gotlschee einstimmig verliehen. — (Die Erhöhung deS Diurnum«) soll, wie das „Neue Wr. Tagbl." hört, in Aussicht stehen. Den Diurnisten beim wiener Handelsgerichte soll das Taggeld und zwar jenen im Manipulationsfache aus 1 st. 50 kr. und jenen beim Schreibsache auf 1 fl. 30 kr. erhöht werden. Dem Vernehmen nach wird Herr Dr. v. Savinschel die Petition der lrainischen Diurniften um Ausbesserung des Diurnums an competent« Stelle befürworten. — ( 26.374.400 ft. Slaatsnotcn, welche der Vanl gehüren, 2,388.503 fl. Darlehen an den Staat fllr die Dauer des Vant-Privilegiums 80,000.000 ft. Hypothelar-Darlehcn 6l.847.310 ft. 66 lr. Bür-seumäßig angelauste Pfandbriefe dcr Nationalbanl 3.829.900 fl. 55 lr. Effecten des Reserve-Fonds nach dem Cuislverthc vom 31. Dezember 1K72 4,400.669 ft. 25 lr. Effecte» des Pension«. Fond« nach dem CurSwcrtht v. 3l. Dezember 1872 2,290.807 ft. 50 lr. Gebäude in Wicu und Pest, dann gesummter l^nülu« in-«tl-uclu» 2,746.166 ft. 50 lr. Zusammen 485,176.099 fl. 32 kr. l — Passiva: Vanl - Fonds 90.000.000 fl. Reserve - Fond« 16.519,523 ft. 5'/. lr. Banlnoten-Umlaus 298.671.5'") ss. Unbe-hobene lkapltalSrilckzahlungen 140.265 ft. Einzulösende Vaul-Änweisungen 1.900.319 fl. 25'/, lr. Giro-Guthaben 9,306.716 fl. 39 lr. Unbehobene Dividenden 183,606 fl. 70 lr. Pfandbriefe im Umlauft 60.365,625 ft Uubehobene Pfandbrief-Zinsen 76.612 ft. 88 lr. Pcnsion«-,fond» 2,290.840 fl. 29 lr. Saldi lausender Rechnungen 5,721.090 fl. 75 lr. Zusammen 485,176.099 si. 32 lr. Luttoziehungen vom H. April. W i e n: 7 46 52 28 5. Graz: 34 69 12 3 15. , «albach, 5. April. Auf dem heutigen Martte find «r« schienen: 10 Wagen mit Getreide, 3 Wagen mit Heu und Stroh (Heu 42 Ztr.. Stroh 12 Ztr.). 28 Nagen und 2 Schifft i" Klafter) nnt Hol,. DurchschnittS-Preist. ,VM.. Vlg,.. »»lt.. »«^' st. ll. fl. ll. st. lr. fl. -Weizen pr. Metz«, 6 60 7 43 Butter pr. Pfund ^ 44------- Korn „ 4 10 4 37 ülitr pr. Stück — 15------- Gerste „ 3 20 3 37 Mllch pr. Maß — 10 ^ Hafer « 1 90 2 10 NinbfleischprPfb, - 26------ Halbfruchl „ -------5 40 Kalbfleisch „ -26------- Heiden „ 3 40 382 Schweinefleisch,, -29—,— Hirse „ 3 ll^ 3 10 Lämmerne« pr. „ - 23 -^-Kulurlch „ 3 40 9 55 Hendel pr. Stltck — 45— — Erdäpfel ,. 190'-------Tauben „ ._ 16 - -Linfen „ 5 50-------Heu pr. gentner 1 2b - — Erbsen „ 5 60— Stroh „ _ 95 - -Fisole» „ b-----------Holz, hart., pr Klfl. - - — 6 W RlnbSschmalz Psd - 57------ - weiches, 22" — 470 Schweineschmalz „ — 4O-------Wein. roth., Eimer . 1b -Speck, frisch. „—82-- -weißer ^ — ^12-— «ertwchert „ — 42j------- Theater. Heute: Vorletzte Gastvorstellung des Herrn Emil Sieberl vom l. Hostheater in Kassel. Die Tchwäbin Lustspiel in 1 Aufzuge von I. F. Caslelli. Or kann nicht lesen. Schwant »n 1 Auszüge von M. A. Granbjean. Die Rekrutierung in Krähwinkel. Posse mit Gesang in 1 Auszüge von Theodor Flamm. Meteorologische Beobachtungen in Laihach. 3 Z^ Z. r. A« r -? VIZ ZK : 2« 5< - "Z M N 2 3: -«j «u. Mg. 735.« ^-4.» ' windstill meist bewülll 1,^ 5 2 „ N. 73! „ 1 11., windstill ganz bew. «'"„ 10« Ab. 728.» 4. 8.0 ! windstill trllbe ^g." 6ll.Mg, 724.«« V 7.0 SW schwach trllbe «»' 6. 2 „ N. 723,3 4-!9.a SW.fchwach trllbe «,^ 10« Ab. 722.«, ^4.« O. mäßig Regen ^" Den 5. Regenwolken, nachmittag« schwacher Regen. Den 6. anhaltend trUbe. Abend« Regen, abwechselnd starle Glisse Winb^ drehung von Slldwest nach Ost. Die TageSmitlel der Wilrine waren > 7 8' und ^- 8 2'; beziehungsweise um 0 6" und 0"l unter dem Normale. VerantwortlicherRedacieur: Iana»^ Klesn^nädr^ Danksagllng. Filr die viele Theiluahme, welche meinem verstorbenen Gatten, dem Herrn Statiouschef Vincely Gurnigg während seiner langwierigen Kranhcit erwiesen wurde und fllr die zahlreiche Begleitung zu seiner letzten Ruhestätte staltet den inuigst gefühlten wärmsten Danl ab die Hinterbliebene Witwe. Lllibach, am 7. April 1873. Danksagung. Fllr die herzliche Theilnahme wie auch fllr die zahlreiche Vegleitung am Leichenbegängnisse der unvergeßlichen Frau Agnes verw. Jalcn wird hiemit dcr innigste Daul abgestattet von den trauernden Anverwandten. Krainburg, am 2. April 1873. HH«!H»si»l^vi<4li' llUien, 4. April. E« ist so ziemlich feststehende Ansicht der Börse, daß im April und bis uach Realisierung des Maicuuponö Rcpoitichwisilsslellcn uud Geldverlheuell » ^VlslvllzlDt« an der Tagesordnung stehen werden Begreiflicher Weise ist die Neignng gering, sich nnter solchen Umständen in neue Engagements einzulassen. Die Zahl der in dco tendem Verlchr stehenden Lfsecten blieb folglich gering. Wo Verlehr stattfand, entwickelte er sich zu gebesserten Eursen. ^. 4. «Ugemeine «taatsschuld ftir 100 fi. Geld Wart Vwheittiche Staatsschuld zu b p»54(4p«l.)zu2bOfi. 96.50 97.— , ^ I860 zn 500 ft. . . 103.50 103.75 , , 1b«0 M 1«0 ft. . . 121- 122.-. ^ 1864 zu 100 ft. . . 145.50 146-Etaats-Domilntn-Pfandbritje zn 180 ft. «». V « Silber . . 117.25 117.75 ». Gr»»d,ntlaNuug«-Vbliaation»n ftir 100 ft. O«ld War« Vvhmen . . . z» b P«t. 94.— 9b-Vallzien .... . 5 » 77.50 78,-«iederöfterrnch . . , b » 94.— 9!.. -0dtr»fterrt>ch . . » b » 90.— 91.— SiebenbUrgeu . . <» b » 77.50 78.— «leunnarl ... ^ b ^ 90- 91.— U»,«rn.....5 , 7950 80.- D. «nd«»e bst<»tliche Nnlehen. Geld Ware D«uanr^ulieruuz«°8osezn5p«t. 98.50 98.75 Un« «^enb»hn«ml«h«» zu 120 st. ». W.Silber zu bp«t.pi.S«l« 100.75 101 — U»«. Pr«»W>«ll«he» z» luy ß. ««.pl.«««.....98.25 98.50 Gelb «are Wien« Lomumnlllanlehen, rückzahlbar 5 p81.— 583.— Oesierr. Noidweflbahn . . . 215— 216 — «ubolsS-Bahn......168.— 169 — Siebenbllrger-Vahn .... 172.— 173. - Slaat«bahll.......891 — 832.— Slidbahn........188,75 188.- Sllbnoido. Verbindungsbahn . —. - 174.— Theiß-Vahn.......236.— 238.— Ungailsche Nordostbahn . . . 149 50 150.— Ungarischi Oftbahn .... 128 50 125>.-Tramway.......385.-- 386.— »>. Pfandbriefe (für 100 ft.) Veld Ware Allgem. iisterr. Vodencrebitanftalt verlosbar zu 5'/. in Silber . 100.25 100.50 bto. in 33 I. rllckz. ,u 5'/. in ». W. 88.10 88.30 Nationalbanl zu 5'/. ü.W. . . 90.10 90.30 Una. «odencrtditanstalt zu5'/,°/, 85.50 86.— «z. Prioritätsobligationen. Veld Ware Elis.-Wefib. in S. verz. (l. Em.) 93.— 93.50 Yerb.-Nordbahn in Silber verz. 103,50 104.— tzrz.-I°s.-«abn ^ „ . 100.75 101.— V.«.'Lndw. «udolf-Sliflung zu 10 ft. . - ".- ,. Wechsel (9 Monates ^^ Augsburg. «Ui 100 fl. Md. W.. ^ "' ^5 Franlf. a.M..fUr10^ " , 63l -Preuß. «assenschtint 1 ,. 63j ^ ^ " ^ ^ Silber . . 107 » 63 ^ ^/ ^ «rainlsche Orundmllaftun°«-Oblig°t»°nH Privatnotierun«: «eld 99.50, «"« ^