Llliblilhcr TaMatt. Administration und Expedition: Herrengasse Nr. 7. P>auumer»tton«?rkile: ^0^ Kür Laibach: Ban,j. fl. 8'4V; Z»I«rtion«priiIk: Ein- ufiellung in» Hau« vrllj. iS kr. "it der Pofl: San,i»hr. fl.». Donnerstag. 22. Juli 1680. — Morgen: Apollinarius. 13. Jahrg. Die innere Lage vnd das Schützenfest. Wir haben eist jüngst hervorgehoben, dass die Verwirklichung der Idee, dem österreichischen Einheitsgedanken durch die Gründung eines allgemeinen österreichischen Schützenbundes Ausdruck zu geben, als eine patriotische That bezeichnet werden muss. Wenn dessen Realisierung theilweise unmöglich war, so liegt das eben in der Ungunst der augenblicklichen Lage, welche weit eher alles andere, als den versöhnlichen wechselseitigen Anschluss der Volksstämme Oesterreichs fördern kann. Und so konnte es denn auch nicht fehlen, dass mitten in die Vorbereitungen zu dem geplanten großen Verbrüderungsfeste der schrille Misston des nationalen Haders klang und dass schließlich das als allgemeines Oesterreicherfest gedachte Schützenfest zunächst nur von jenem Theile der Bevölkerung als solches gewürdigt wurde, welche den österreichischen Patriotismus nicht bloß auf der Zunge, sondern auch im Herzen trägt. Wie bereits erwähnt, hat das Schützenfest unter solchen Umständen dadurch gewissermaßen einen einseitige» Charakter angenommen, dass es sich in Wesenheit als ein Fest der reichstreuen Deutschösterreicher entpuppte. Niemand hat an eine solche Umwandlung gedacht, niemand hat sie beabsichtigt. Sie ist geworden durch sich selbst, lässt sich aber jetzt, nachdem sie sich einmal vollzogen, weder durch die von der Wiener Polizei angeordnet geweseve Entfernung der schwarz - roth - goldenen Fahnen aus den Häuserdecoratiouen noch durch die Sorgfalt ungeschehen machen, mit welcher Dr. Eduard Kopp — der „Schützenkopp", wie er zum Unterschiede von dem als bewährter Führer der Fortschrittspartei im Abgeordnetenhaus? in weitesten Kreisen bekannten Dr. Josef Kopp genannt wird — jede politische Anspielung von der Rednertribüne des Schützenfestes ferne zu halten sucht. Im Gegen-theile, als vorgestern anlässlich des zu Ehren der Schützengäste abgehaltenen Festcommerses der Wiener Studenten Dr. Eduard Kopp einen Toast auf die Freiheit und deren Stütze, die Verfassungs-Partei, mit einer Mahnung beantwortete, alle Anspielungen auf die Parteiverhältnisse Oesterreichs beiseite zu lassen, wurde er, der sonst so gefeierte Gründer des österreichischen Schützenbundes, von vielen Seiten durch Zischen und andere Zeichen der unverhohlensten Missbilligung daran erinnert, dass bei einem Feste, bei welchem infolge des unmotivierten Fernbleibens der slavischen Schützenvereine der deutsche Charakter von selbst zum Ausdrucke kommen musste, auch der freiheitliche Grundzug im Wesen der deutsch-österreichischen Bevölkerung zur Geltung kommen muss. Ob und inwieweit die Mahnung Kopps am Platze war, wollen wir nicht untersuchen. Entschuldigen kann man sie allenfalls damit, dass der Obmann des Festcomites sich noch immer an die Rücksichten gebunden glaubt, welche allerdings am Platze gewesen wären, wenn das Fest den ursprünglich beabsichtigten internationalen Charakter erhalten hätte. Einen solchen konnte es aber nicht annehmen, nachdem, wie der „Pester Lloyd" bemerkt, die unter dem Coalitionssystem TaaffeS geschaffenen Verhältnisse Oesterreichs nicht darnach an-gethan sind, nm Verbrüderungsfeste zu arrangieren. In Wirklichkeit gehört die Majorität der Festtheilnehmer jener verfassungstreuen Reichs-Partei an, welche die Coalitiouspolitik entschieden perhorresciert, einer Partei, welche sich mit den Plänen Taasfes im entschiedensten Widerspruche befindet. Sollte daher, wie vielfach angenommen wird, das erste österreichische Schützenfest zugleich eine Demonstration zugunsten der Taaffe'schen Versöhnungsära sein, so hat es diese Ausgabe gänzlich verfehlt und den Beweis erbracht, dass die in letzter Zeit so viel verlästerten Deutschösterreicher die einzigen sind, welche dem Reichsgedanken in jeder Form seines Auftretens gerne ihre Unterstützung leihen. Und dadurch ist denn auch das zeige« bi- k Zeilen 2V kr. Schützenfest in Wien zu einer moralischen Niederlage für das Ministerium Taasse geworden, dessen politische Tragweite sich in einer ganz anderen Richtung fühlbar machen muss, als man bei der Vorbereitung des Festes beabsichtigen mochte. Oesterreich-Ungarn. Der „Salzburger Lan-des'Lehrerverein" hat bei seiner am 19. d. abgehaltenen Generalversammlung nachfolgende Resolution gefasst: „Die Generalversammlung des Salzburger Landes-Lehrervereins spricht damit nur ihre feste Ueberzeugung aus, wenn sie erklärt: I.) dass sich die achtjährige Schulpflicht mit weiser Gewährung von verhältnismäßig geringen Erleichterungen auch im Gebirgslande Salzburg durchführen lasse; 2.) dass seit dem Bestehen der verlängerten Schulpflicht im Herzogthume Salzburg kein einziger Fall einer Sittlichkeüsverletzung vorgekommen ist, der sich direct auf die veränderten Schulverhältnisse, insbesondere auf die erwciierte Schulpflicht hätte zurückführen lassen; 3.) dass im Gegentheile oie achtjährige Schulpflicht die Sittlichkeit der Jugend heben müsse, indem seit dem Bestehen derselben der Religionsunterricht viel intensiver ertheilt werden kann und die Schuljugend dem Umgange mit oft sittlich verdorbenen Knechten und Mägden entzogen wird; 4.) dafL die zahlreichen Petitionen um Herabsetzung der Schulpflicht aus den Landgemeinden vorzüglich die Früchte maßloser Agitation einer politischen Partei seien, die um die Herrschast kämpst; und endlich 5.) dass es ein schweres Unglück für Oesterreich wäre, wenn die gesetzgebenden Gewalten in eine Herabsetzung der achtjährigen Schulpflicht sowie überhaupt in eine Abänderung der Reichs-Volksschulgesetze im reaktionären Sinne willigen würden." Allerdings ist Herr Lienbacher, nach dessen Pfeife die elericale Majorität des Salzburger Landtages tanzt, in diesem Punkte anderer Ansicht; aber wir glauben wohl behaupten zu können, dass die Lehrerschaft Salzburg» in Jeuisseton. Meine italienische Reise. (Fortsetzung und Schluss.) Mitten in der dichtgedrängten Häuserschar ragt der Thurm der gothischeu Kirche empor. In der That, eine im reinsten gothischen Stile gebaute Kirche gehört in Italien gewiss zur Seltenheit. Ein weh-müthiges Gefühl beschlich mich bei dem Anblicke dieses Gotteshauses, das einzig und allein Zeugnis abgibt, dass hier nicht immer der romanische Stamm seine Wohnstätte aufgeschlagen und diese prächtige Festung Noms dnrch deutscher Hände Fleiß entstanden. Eine lebhafte Erinnerung an meine Heimat tauchte in mir empor, wie auch dort die industriellsten Schöpfungen durch deutsche Cultur entstanden . wie die intelligente Bevölkerung dieses schönen Landes nur durch deutsche Bildung zur Berechtigung, sich als culturfähige Nation bezeichnen zu können, gelangte, und wie man gerade in jüngster Zeit darnach bestrebt ist, dem endlich fest gewor-denen Banm die ihn erhaltenden Säfte zu ent- ziehen. Diese einzige Neminiseenz deutscher Vergangenheit in Ponteba ist ein Meisterwerk im vollsten Sinne des Wortes. Der wundervolle Hauptaltar im Muster der Monstranzen, respective Flügelaltäre gehalten, ist ein Werk einzig in seiner Art. Die kunstvoll ausgesührten Figuren, die die heilige Dreifaltigkeit darstellen, oberhalb das Leiden Christi und unten daS jüngste Gericht mit dem Chorus der Engel bieten einen gewiss sehenswerten Anblick. Auch sonst macht die Kirche den Eindruck, dass der italienische Clerus sichtlich bestrebt ist, das Alte womöglich zu erhalten, und nicht durch fortwährende Neuerungen dem armen Bauer schwere Abgaben zu Kirchenbauzwecken auflegen will. Mit großer Befriedigung verließen wir die Kirche und traten den Rückweg nach Pontafel an, wo wir auch hier, um beiden Factoren Rechnung zu tragen, die Kirche besichtigten, die jedoch gar nichts Interessantes bot. Die beiden Wagen, die uns in Vas Innere Italiens führen sollten, standen schon parat da. Es galt nur eine Theilung der Gesellschaft vor-zunehmen, und zwar nicht zu gleichen Theilen, denn der erste Wagen war viersitzig, der zweite hingegen nur ein zweisitziger, ziemlich einfacher Steirerwagen. Eine Einigung war bald erzielt, und ich hatte daS Glück, als Beschützer zweier zarter Pflanzen im ersten Wagen zu fahren. Aus welchem Grunde eS nicht vorteilhaft ist, zur Fahrt in das innere Italien, wenigstens bis Chiufaforte, die Eisenbahn zu benützen, erhellt daraus, weil es bei dem ganz merkwürdigen Bau der italienischen Staatebahn nicht möglich ist, eine freie Uebersicht über die romantische Gegend zu erlangen, und da die Straße sich immer unmittelbar an den Schienenweg hält, so hat man auch Gelegenheit, de» großartigen, an die Semmeringbahn erinnernden Bau bewundern zu können. Die beiden Wagen setzten sich lustig in Bewegung, wie passieren die Grenze an der Brücke, ein italienischer Grenzjäger wirst keine gerade besonders misstrauischen Blicke auf unser kleines Gepäck, gibt uns aber trotzdem das ehrenvolle Geleite, bis wir den Flecken hinter uns hatten. Der erste Wagen rollte beiläufig 100 Schritte unserem voran. Mit großem Interesse verfolgten wir jede einzelne der im reichlichen Maße vorhandenen Natur- und Kunst-fchönheiten. Ich bin wahrlich in Verlegenheit, welchen von beiden ich den Vorrang einräuinen soll. Ob dem ganz eigenthümlichen Fellobecken mit seinen der Schulfrage ein weit competenteres Urtheil zu fällen in der Lage ist, als der ehemalige Staatsanwalt und nunmehrige Vertheidiger der Reaction. Die Polen waren noch niemals in Verlegenheit. wenn es galt, sich einer eben geborenen gün-stigen Gelegenheit mit raschem Griffe zu bemächtigen, und war daher auch vorauszusehen, dass die Ernennung ihres Landsmannes Dunajewski zum Finanzminister auf ihre Forderungen an den Ge-sammtstaat keineswegs mäßigend zurückwirken werde. Doch übersteigt das, was über die Forderungen der Polen betreffs des Baues der Transversalbahn gemeldet ist, selbst die kühnsten diesbezüglichen Voraussetzungen. Der Eisenbahnausschuss des galizischen Landtages beantragte nämlich, für den Bau dieser Bahn zwar 1.100,000 fl. aus Landesmitteln behufs Ablösung von Grundstücken zu bewilligen, stellt aber zugleich den Antrag, die Uebernahme der Expropriation abzulehne». Der Ausschuss, dessen Referent Dr. Grocholsk, ist, fühlt sich bewogen, ausdrücklich hervorzuheben, dass, da die Bahn in strategischer wie in volkswirtschaftlicher Hinsicht alle Merkmale einer Staatsbahn habe, oas Land naturgemäß keine Verpflichtung hätte, zu den Auslagen beizutragen, und dass cs Sache des Staates wäre, die Baukosten zu tragen. Diese Auslassungen der Verweigerung der Ueber. nähme der Expropriation geben den deutlichen Wink, dass die Vorlage betreffs der galizischen Transversalbahn mit Geldforderungen an den Staat vor den Neichsrath gelangen werde. Diese Perspective hinderte aber den Ausschuss nicht, die Resolution vorzuschlagen, dass die Generaldirection der Transversalbahn den Sitz in Galizien haben und die polnische Sprache ihre Amtssprache sein soll. — Betreffs der Petroleumindustrie hat der galizifche Landtag in seiner Sitzung vom 17. d. eine Resolution beschlossen, in welcher die Regierung angegangen wird, eine zehnjährige Befreiung von der Erwerb- und Einkommensteuer für die Petroleumindustrie zu bewilligen. — Jnbetreff der Grundsteuer hat endlich die Steuercommission des galizischen Landtages Anträge gestellt, welche eine totale Verschleppung der Steuerreform bezweckten. Wenn nun auch diese Anträge nicht durchdringen werden, so liegt bereits in der Transversalbahn und in der zehnjährigen Steuerfreiheit für die Petroleumindustrie die Conccssion vor Äugen, durch welche die Polen für die Abschließung der Grund-steuer-Reform und die Festsetzung der Hauptsumme gewonnen werden könnten. Selbstverständlich geht mit dieser „nationalen Wirtschaftspolitik" auch eine Erhöhung des nationalen Bewusstseins anderen Fragen gegenüber Hand in Hand. So hat der Abg. Buchwald in der Land-tagSsitzung vom 20 d. erklärt, dass nur derjenige herrlichen Cascaden, oder dem Producte der vollendeten technischen Kunst. Es kam zu keiner Abstimmung hierüber, wir brachen bald in Verwunderung aus, wenn wir eines kunstvoll ausgeführten Viaductes oder einer ebenso kunstvoll ausgeführten Eisenbahnbrücke gewahr wurden, dann wieder regten die eigenthümlichen Bergschluchten, in denen kleine Dörfer mit ihren schmalen, alt aussehenden hohen Häusern malerisch gruppiert dalagen, unsere Phantasie wach. Die Gegend scheint allem Anscheine nach sehr arm zu sein. Agricultur hier stark zu betreiben, lassen die Bodenverhältnisse nicht zu, zur Industrie sind auch keine besonders geneigten Factore vorhanden, und wie wir aus vielen ganz verlassenen, nur als Ruinen dastehenden Dörfern entnehmen konnten, muss die Auswanderungslust eine ziemlich bedeutende sein. Die Chaussee schlängelt sich zwischen lauter Gebirgsschluchten permanent bergab und ist in ziemlich gutem Zustande erhalten, obwohl starke Regengüsse und Schneelawinen schon manche Unannehmlichkeit ihr bereitet haben mochten. So fuhren wir in rosigster Stimmung eine halbe Stunde im schönen Italien. Allein bald sollte die rosige Stimmung in eine in Galizien einheimisch sei, der das polnische Denken und Fühlen besitzt, der sich die polnischen Traditionen augeeignet hat, der von den polnischen Hoffnungen beseelt ist. Mit anderen Worten ausgedrückt würde das etwa heißen, dass nur derjenige wert ist, ein Pole genannt zu werden, welcher an das politische Dogma der einstigen Wieder-erstehung des Polenstaates glaubt. Ein recht hübscher Beleg des Oesterreicherthums der edlen Polen! Mit Bezugnahme auf die von uns bereits gemeldete Verletzung der österreichischen Grenze durch russische Gendarmen wird der „N. fr. Pr." aus Lemberg telegraphiert: „Die ersten Allann-nachrichten, welche die galizischen Behörden und das hiesige Amtsblatt über die bei Podwoloczpska angeblich vorgekommene Grenzverletzung veröffentlicht hatten, werden bereits allmählich auf ihr richtiges Maß zurückgeführt. Die Grundlosigkeit der meisten Beschwerdepunkte ist nahezu erwiesen. Doch wird noch der Vorwurf erhoben, dass der russische Gendarmeriehauptmann aus Woloczysk an den österreichischen Gendarmen eine Bestechung versuchte, um die verhafteten russischen Unterthauen Lozinski und Wafilewfki nach Russland zurückzu-sühreu. Aber dies konnte noch nicht festgestellt werden, ebenso wie die Mittheilung eines israelitischen Propinators, dass Capitän Radoszewski unmittelbar nach dem versuchten Ueberfall noch in Podwoloczyska gesehen wurde. Radoszewski pflegt fast täglich in Podwoloczyska einzukehren. Dass die russischen Kosaken nach dem von den österreichischen Soldaten abgewehrten Uebersalle in einem Separattrain nach der Grenze zurückgekehrt sind, konnte auch noch nicht constatiert werden. Von einer Intervention des Ministeriums des Aeußeru ist bisher keine Rede. Deutschland. In demselben Momente, in welchem das neue Kircheugesetz die Bestätigung des Kaisers Wilhelm erhielt, wird von der „Na-tional-Zeitung- eine Meldung veröffentlicht, welche hinlänglich beweist, wie sehr diejenigen im Rechte waren, welche vor jedem, wenn auch noch so harmlos aussehenden Zugeständnisse der deutschen Regierung an die Curie warnten. Der betreffende römische Correspondent schreibt: „Als zu Weihnachten ein deutscher Prälat dem Bruder des Papstes, Cardinal Pecci, die üblichen Glückwünsche darbrachte und man selbstverständlich auf die kircheupolitische Lage in Deutschland zu sprechen kam, machte sich Cardinal Pecci über die deutsche Canossa-Furcht lustig. „Da schreien sie täglich wie Kinder, die sich fürchten und ihre Furcht durch Geschrei und Gesang zu übertänben suchen: Nach Canossa gehen wir nicht! Indessen aber marschieren sie lustig vorwärts und äußerst peinliche sich verwandeln. In unserem Rücken thürmten sich schwere Gewitterwolken ans, ein heftiger Sturmwind schien die Laufbahn derselben zu beschleunigen, und nach wenigen Minuten konnte ich von einer meiner jugendlichen Reisegefährtinnen den Ansspruch hören: „Jetzt habe ich einen Regentropfen verspürt." Es war anzunehmen, dass dieser Tropfen nicht der erste und letzte sein wird, wir machten daher analog dem erste» Wagen die nöthi-gen Vorkehrungen gegen den Regen, so gut sie am offenen Wagen eben giengen, die beiden Damen waren, ihrer Zartheit.Rechnung tragend, mit ebenso zarten Regenschirmen versorgt, während mir ein solcher vom liebenswürdigen Rosselenker angeboten wurde. Dieser Schirm konnte in die Kategorie der sogenannten Familienschirme gezählt werden. ES regnete lustig darauf los, hie und da leuchtete auch der bläuliche Strahl eines zuckenden Blitzes, ohne dass wir das Getöse des Donners vernehmen konnten, da die Rä'er des Wagens auf der Straße mit ihrem Gekrache und Schnarren dies nicht zu-ließen. Bis jetzt gieng es noch gemüthlich weiter, die Conversation gestaltete sich unter den Regenschirmen zu einer sehr lebhaften, und wic gaben uns stehen heute schon vor den Thoren von Canossa, ohne eS zu ahnen. Wir sind nicht so hart wie Gregor VIl. und werden sie nicht so lange warten lassen: aber es ist doch nur billig, dass sie erst die Waffen strecken, bevor wir sie einziehen lassen." Leider — fügt der Gewährsmann der „National-Zeitung" hinzu — habe ich diese Rede erst sechs Monate später erfahren, als sie gehalten wurde; deiln, obgleich ein Deutscher, ist der Mann, an den sie gerichtet war, ein römischer Prälat und hielt reinen Mund so lange, als ihm durch seine Stellung Discretion geboten schien. Auch heute noch soll Papst Leo überzeugt sein, dass sein Plan vollständig gelungen wäre, wenn nicht die Intransigenten ihm das Spiel verdorben und wenn sich nicht Msgr. Aloisi - Masella und Cardinal Jaco-bini als so wenig sähig erwiesen hätten." Frankreich. Sowohl die reaktionären als auch die radikalen Blätter suchen den Beweis zn erbringen, dass Gambetta bei dem Musikfeste in Belleville weit eher eine Niederlage als einen politischen Erfolg errungen habe. Doch hindert daS durchaus nicht, dass die reactionäre Presse dem Jntransigententhum des genannten Viertels ziemlich deutliche Vorwürfe deshalb macht, dass sie der Demonstration für Gambetta nicht eine ausgiebige Gegendemonstration entgegenzusetzen vermochte. Die Präsecten haben den Befehl erhalten, alle Jesuiten, welche sich noch auf französischem Boden befinden, auszuweisen. Der seit dem 19. d. in Paris tagende socia-listische CongresS hat ein so extravagantes, revolutionäres Programm ausgestellt, dass mehrere Delegierte protestiert haben und ausgetreten sind. Es sind das jedenfalls schlechte Aussichten für Rochefort, von welchem der „Temps" in völliger Uebereinstimmung mit. unserem vorgestern über Rochefort abgegebenen Urtheil sagt, dass er seiner ganzen Natur «ach nur zu einer negierenden Thä-tigkeit verdammt sei. Türkei. Wie man der „Pol. Corr." aus Konstantinopel meldet, finden gegenwärtig häufig Konferenzen zwischen den dortigen Botschaftern Englands und Frankreichs, Herrn Göschen und Tissot, statt, welche angeblich die von der Pforte veranlasste Berufung deutscher Funktionäre in ihren Dienst betreffen. Es verlautet, dass die beiden genannten Botschafter zu einer Verständigung über die Opportunität gelaugt sind, bei der Pforte die sofortige Bildung einer internationalen Finanz-coiuinijsiou anzuregen. Wenn die Pforte letzteres gewünscht hätte, so würde sie gewiss nicht die Berufung der Deutschen veranlasst haben! Nach einer Aeußerung des Kriegsministers Abeddin Pascha ist die Türkei fest entschlossen, der vollsten Zuversicht hin. dass wir ohne weitere Unannehmlichkeiten das Chiusaforte erreichen werden» znmal da der Regen fast ganz nachließ. Leider auf nicht lange Zeit konnten wir die Schirme wieder versorgen» denn plötzlich brach ei» heulender Sturmwind los» in schweren Tropfen fiel der Regen nieder und von allen Seiten zuckten Blitze. Ich hielt meine» starken Schirm, der am ärgsten dem Sturme ausgesetzt ward, mit Leibeskräften fest, allein ich musste dem tobenden Orkane unterliegen, die mir mit einemmale mein sicheres Obdach umkehrte. Einen zweiten Kampf auf- > zunehmen schien nicht thunlich, und es blieb mir ^ nichts übrig, als den Schirm im Wagen zu ver« ^ sorge» und mich mit meinem Ueberzieher, so gut es ' eben gieng, zu verwahre». Den beiden Damen machte i diese Regenschirm-Affaire selbstverständlicherweise viel > SpasS. Das Gewitter kam immer näher und näher. : die Blitze wurden immer feuriger, aber auch daS - schwere Rollen des Donners war trotz des knar« : renden Wagens hörbar. Von jetzt an verstummte die Conversation gänzlich, die beiden Damen drückten , die Hüte und Schirme tief ins Gesicht, ich that dieS ° nicht minder, denn der vom Winde gepeitschte Regen l brach in vollen Strömen über uns hernieder. Ein jeden Versuch griechischer Truppsii, in Epirus und Thessalien vorzudringen,.mit Waffengewalt zurückzuweisen. Thatsächlich setzt auch die Türkei die Rüstungen mit einem Eifer fort, welche auf das Vorhandensein eines ähnlichen Entschlusses, wie der eben erwähnte, Hinweisen. So sollen demnächst mehrere aus Asien in Konstantinopel eingetroffene Bataillone dort vollständig ausgerüstet werden. Der Kriegsminister mietet englische und schwedische Schiffe für den möglichst raschen Transport dieser Truppen nach Thessalien, welche die Garnisonen von Larissa und Tricala zu verstärken bestimmt sind. Gleichzeitig wird die Lieferung von 10,000 Tonnen Kohlen für das türkische Geschwader ausgeschrieben, das nach den Küsten des Epirus abgehen soll. Die Pforte soll in den letzten vier Wochen nur für die Expedition von Trnp-pen, Kanonen und Munition nach Epirus und Thessalien 100,000 Pfund verausgabt haben. Auf jedem nach Salonichi oder Trieft abgehenden Dampfer schiffen sich zahlreiche Albanesen ein, die sich in ihre Heimat begeben, um dieselbe zu ver-Iheidigen. Die „Times" haben Grund zu der Annahme, dass Baron Ealice angewiesen sei, die Pforte zu benachrichtigen, dass die österreichisch-ungarische Regierung entschieden auf eine vollständige Ausführung der Empfehlungen der Berliner Eonferenz inbetreff der griechischen Grenze und der Stipulationen des Berliner Vertrages bezüglich Montenegros bestehe. Baron Ealice werde gleichzeitig erklären, seine Regierung erachte es als unerlässlich, dass die Vertragsbestimmungen beiderseitig erfüllt werden; sie würde betreffenden Orts aus die Verpflichtung dringen, die für die Sicherstel-Znng der türkischen Interesse» erihcilten Zusage» «inznlösen. Die „Times" fügten Hinz», i» dieser Politik stimmt Deutschland mit Oesterreich-Ungarn überein, allein dieses Einverständnis trage nicht zur Schwächung, sondern znr Kräftigung des europäischen Concertes bei. Dem „Daily Telegraph" wird aus Wien gemeldet, dass bisher von keiner der Mächte eine formelle Proposition zu einer geineinsame» Flotte»--Demonstration gemacht wurde. Nur vertraulich wurden die Mächte sondiert, ob sie iin Falle des Widerstandes der Türkei geneigt wäre», eine gemischte Escadre nach dem Piräus und der albanischen Küste zu schicken. Oesterreich nnd Dentsch-land hatten soeben angezeigt, dass, wenn nach Empfang der türkischen Antwort auf die Collectiv-.note die anderen Mächte eine gemeinsame Flotten-Demonstration nölhig halten und sich darüber einigen würden, sie keine Spaltung der Mächte Lurch Verweigerung der Eooporation verursachen lolches Ungewitter auf offener Straße habe ich noch nie erlebt. Rechts und links zuckten Blitze, Donnerschlag auf Donnerschlag folgte, nur mit großer Mühe konnte der ausdauernde Kutscher sein Rösslein vorwärts bringen. Ohne Furcht und Zagen saßen die mir als Schützlinge anvertrauten Damen — wenigstens zum Ausdrucke brachte» sie nicht die geringste Scheu. Unser Kutscher, mit dem man sich nicht einmal in italienischer Sprache (er war ein Furlaner) ordentlich verständigen konnte, störte auf einmal die peinliche Ruhe. „Jetzt sind wir in Chiusaforte", rief er mit erleichterter Stimme, ohne dass es meine muth-vollen Reisegefährtinnen hören konnten, aber im selben Momente blendete ein feuriger Blitz fast mein Auge, ich blickte unwillkürlich auf mein nächstes Vis-L-vis, und noch heute kann ich es nicht behaupten, ob es das Feuer des Auges der gewiss Todesängsten ausstehenden Reisegefährtin oder der Widerschein des Blitzes gewesen, der auch mich außer Fassung brachte. Schon konnte ich den ersten Wagen in Sicherheit sehen, während unsere Carrosse noch wenigstens 200 Schritte bis zur eigentlichen Sicherheit zurückzulegen hatte. Ein furchtbares Hagelwetter verschlimmerte in würden. Bisher betrachteten sie die Frage nur im Principe. Dagegen meldet der „Standard" aus Berlin, die Unterhandlungen wegen einer gemeinsamen Flotten-Demonstration hätten schon zu wich, tigen Resultaten geführt. Der russische und der österreichische Vertreter in Cetinje hätten Nikola erklärt, es sei sehr wahrscheinlich, dass die europäische Escadre baldigst im Adriatischen Meere erscheinen werde. Doch wird von demselben Berichterstatter ausdrücklich zugestanden, dass die von ihm in Aussicht gestellte Flottendemonstration nicht mit einer gemeinsame» Action der Mächte zu verwechseln sei. Die türkischen Blätter behaupten, dass eine aus hohen Militärs bestehende Commission sich seit einigen Tagen in der Residenz des Sultans, Ildiz-Kiosk, versammelt, um im Beisein des Kriegsministers Berathuugeu über eine allfällige Lösung der albauesisch-montenfgrinischen Gebietsabtretungs-Frage zu pflegen. Betreffs der Berufung deutscher Beamten und Ojficiere in türkische Dienste schreibt der osficiöse „Vakit": „Die deutsche Regierung sieht ein, dass Reformen in der Türkei nicht auf einmal durchgeführt werden können, und billigt es, dass „ambulante Tribunale" eingeführt werden, welche den Bedürfnissen des Reiches vorläufig genügen werden. Ebenso hat die deutsche Regierung dem Projecte Abeddin Paschas, wonach Geschwor-uengerichte für Anatolien eingeführt werden sollen, ihre Bewilligung ertheilt." vermischtes. — Ein Glas Bier — 17 Gulden. Aus Agram wird dem „Ellenör" geschrieben: „In dem hier garnisonierenden Hußarenregiment dient auch der Herzog von Nassau als Major. Vor einigen Tagen traf der Major spät des Nachts in Agram ein und suchte hier ein kleines Wirtshaus auf, wo er Bier verlangte. Man brachte ihm das Verlangte, doch das Bier war warm, woraus der Herzog fru^, ob es hier kein besseres Getränke gebe. Der Kellermeister, welcher den Herzog nicht kannte, erwiderte, dass man wegen eines Glases kein neues Fass anschlagen könne. Der Herzog frug hierauf, was ein Eimer Bier koste. „17 Gulden, Herr Major," erwiderte der Kellermeister. „Nun, hier sind 17 fl.", entgegnete der Herzog und gab dem Kellermeister die verlangte Summe, welcher hierauf ein Glas frische» Bier dem Major brachte. „Was soll aber mit dem übrigen Bier geschehen?" frug der erstaunte Kellermeister. „Trinken Sie es", entgegnete der Herzog lakonisch." — Mord aus Rache. Der „Politik" tele-graphiert man aus Agram. 20. Juli: „Der zum diesem letzten Momente noch die Situation — allein der Himmel beschied ein gnädig Geschick über uns, wir Waren am Ziele angelangt, freilich ganz durchnässt, Wohl aber sonst ohne weiteres Malheur. Wir waren wieder bei den Unsrigen, ein allseitiger Meinungsaustausch über die ungeahnten Erlebnisse erfolgte, der Zweck unserer Reise war erreicht, wir hatten Italien gemüthlich kennen gelernt. Ein ziemlich annehmbarer italienischer Schwarzwein stärkte unsere aufgeregten Gemüther, und da wir, nachdem sich das Gewitter vollständig gelegt, in den total durchnässten Wagen den Rückweg nicht antreten konnten, war unsere erste Anfrage, wann der nächste Zug nach Pontafel retour gehe. In einer Viertelstunde hieß es, wir hatten keine Zeit mehr zu verlieren, wenn wir noch zu rechter Zeit auf dem Bahnhofe eintreffen wollten. Ohne Fahrkarten zu lösen — der nichts weniger als liebenswürdige Stationschef wollte kein österreichisches Geld annehmen — stiegen wir in den äußerst unbequem konstruierten Waggon der italienischen Staatsbahn ein. Die Rück reise war eine prachtvolle. Die reinste Luft wehte von den Gebirgen, die von der untergehenden Abendsonne bezaubernd erleuchtet schienen. Nach halbstündiger unterhaltender Fahrt lang- Seuchencordon beim Glinaflufse exponierte Infanterist des ungarischen Regimenter Nr. 99 Heinrich Beker schoss anlässlich einer Streifung einen Hirtenknaben deS OrteS Jukinae. traf aber nicht, feuerte dann unter den Worten: „Eure Väter haben meine Mutter getödtet, jetzt werde ich ihre Kinder erschießen", einen zweiten Schuss auf zwei auf der Straße fliehende Grenzmädchen ab. worauf die siebenjährige Katharina Madjarac todt, durchs Herz getroffen, niedersank. Die Erbitterung unter der Bevölkerung ist unbeschreiblich." — Ein Opfer der Hitze. Aus Stadt Steyr wird geschrieben: Peter Mandl, ei» in den besten Verhältnissen lebender Photograph, hatte alljährlich zur Sommerszeit viel von der Hitze zu leiden. Mit jedem Jahre nahmen diese Beschwerden zu. Die ganz besondere Temperaturhöhe diese» Monats erschöpfte ihn vollends und endlich, i» einem Anfalle von Sinnesverwirrung, nahm er auf einem freien Felde nächst St. Ulrich Chankali. Bauern fanden seine Leiche auf. Es ist erwiesen, dass die übergroße Hitze, die er nicht ertragen konnte, den Mann zum Selbstmorde veranlafste. Local- und Provinzial-Ängelrgeuheiten. — (GemeinderathSsitzung.) Morgen nachmittags 5 Uhr findet eine öffentliche Sitzung deS Laibacher GemeinderatheS mit folgender Tagesordnung statt: I. Bericht der Personalsection über die vorzunehmende Wahl von zwei Gemeinderäthen in die Commission zur Bestimmung der Militärtaxe. II. Berichte der Finanzsection: 1.) über die vorzunehmende Veräußerung eines zum städtischen Gute Unterthurn gehörigen GrundterrainS; 2.) über eine den durch Hagelschlag Beschädigten in Unterkrain zu gewährende Unterstützung; 3.) über daS Gesuch de» Studenten-UnterstützungSvereinS an der Wiener Universität um einen Beitrag. III. Bericht der Schul-section über den günstigen Erfolg deS von der k. k. Lehrerin Fräulein Marie Fröhlich auch im Schuljahre 1879/80 unentgeltlich ertheilten Unterrichte» in weiblichen Handarbeiten an der städtischen Ex-cnrrendoschnle auf dem Carolinengrunde. IV. Berichte der Bausection: 1.) über einen RecurS wider die magistratliche Wegschaffung einer Verkaufsbude in der Schießstattgasse; 2.) über die Ueberbrückung des Gruber'schen Kanals an der Ansmündung der Schießstattgasse. V. Bericht der Polizeifection über die Syi.emisierung eines städtischen SanitätSdienerS. VI. Selbständiger Antrag deS Herrn GemeinderatheS Josef Regali auf Erbauung einer neuen Kaserne. — (Ein Opfer.) Der Postenführer deS Gendarmeriepostens in Zivischenwässern hat sich mittelst eines Schusses entleibt. Seine Leiche wurde ten wir in Ponteba ein, beglichen dort die Nachzahlung unserer Fahrkarten, sahen uns daS lustige, bewegte Treiben der Bevölkerung an uud kehrten sodann wieder auf heimatlichem Boden in Pontafel ein. Dass der Abend dem Erzählen der schaudervollen Abenteuer unserer Reise gewidmet gewesen, brauche ich kaum erst zu erwähnen. Z>r lange durften wir unS allerdings nicht in das interessante Gespräch einlassen, denn schon um halb 4 Uhr morgens musste unS der Train wieder nach Tarvi» bringen. Dass ich als auch die Reisegefährten die Nacht im süßen Schlafe verbrachten, ist selbstverständlich, wir hätten auch noch gerne länger der Ruhe gepflogen, wenn es nicht bestimmt gewesen wäre, noch am Vormittag den Ausflug zu dem Naibler See zu unternehmen. Bis hieher nur reicht mein Programm, da ich mir zur Aufgabe stellte, meine italienische Reise zu beschreiben, ohne es am Schlüsse zu vergessen, jeden Naturfreund auf diese Partie aufmerksam zu machen. So viel steht gewiss, dass der Ausflug ohne dieses Ungewitter nicht so großen Reiz gehabt hätte, und dass alle Theilnehmer dem Arrangeur dieser Partie stet» einen dankbaren Sinn entgegenbringen werden. Seneca- in einem Waldwege aufgefunden. Der Selbstmord steht mit den unseligen Vorfällen des Sonntags in Verbindung und ist eine tranri-ge Folge der nationalen Hetzpolitik in Krain. — Gegen den brutalen Stationschef der RudolfbahnsLation Zwifchenwässern, dessen rücksichtsloses Benehme» wohl mehr als eine bloße Rüge verdient, soll «ne Untersuchung eingeleitet worden sein. — (Ausstellung Smutny.) Seit gestern ist während der Nachmittagsstunden von 12 bis 5 Uhr abends in einem der Lehrzimmer der hiesigen Oberrealschule eine Anzahl von Kreidezeichnungen des durch seine Leistungen im Porträtfache rühmlichst bekannten Herrn Josef Smutny ausgestellt, darunter einige wirkliche Cabinetsstücke, welche jeder wie immer genannten Leistung auf diesem Gebiete die Spitze bieten können. Wir nennen hier in erster Linie das in Profil im zartesten Helldunkel gehaltene Brustbild einer amerikanischen Schanspie-lerin, eine wahre Musterleistung, ferner das Vollbild eines Jägers mit wirksam ausgeführtem alpinen Hintergründe, dann das Doppelporträt des Kronprinzen und seiner Braut Stephanie, welches vom Künstler nach einer in Brüssel anfgenommenen Photographie ohne Ansicht der Originalien mit einer lebendigen Frische ausgeführt wurde, welche die Lebenstreue selbst des besten Lichtbildes weit hinter sich lässt. Nicht minder gut gelungen ist das Porträt einer durch ihre anspruchsvolle Schönheit und durch ihre zarten Abenteuer bekannten Wiener Dame im Kostüme des vorjährigen HuldigungSsestzuges, ferner das Bild einer amerikanischen Sängerin (Kniestück) und die übrigen in der gewöhnlichen Größe der Familienporträts gehaltenen Brustbilder, unter welchen das des ehemaligen Laiidespräfidenten Ritter v. Kallina vielen unserer Leser schon von der Ausstellung im Schaufenster der Till'sche» Papier-und Kunsthandlung her bekannt sein dürfte. Die Anordnung der Bilder und die Dekoration des Ausstellungslocales mit frischem Grün ist eine recht geschmackvolle, und sind wir überzeugt, dass jeder Besucher dieser Ausstellung, für deren Besichtigung keinerlei Entree verlangt wird, die Überzeugung gewinnt, dass ein gutes Porträt in Kreide den Vergleich mit dem viel kostspieligeren Oelbilde durchaus nicht zu scheuen braucht. — (Durch Wucher in den Tod getrieben.) Wie der „N. fr. Pr." aus Laibach gemeldet wird, ist der unglückliche Offizier, welcher in der Nacht vom Samstag auf Sonntag feinem Leben durch eine Revolverkugel ein Ende machte, ein Opfer jenes Cadettenwncherers Selinger, dessen schamlosem Treiben diesertage durch ein Verdict des Wiener Schwurgerichtes auf mehrere Jahre hinaus ein Ziel gesetzt wurde. Der unglückliche Selbstmörder, Neugebauer mit Namen, hatte nämlich als Frequentant der Wiener Artillerieschule bei Selinger ein kleines Darlehen contrahiert, welches mit den Wucherzinsen bis nun auf 3500 fl. angewachsen war. Neugebauer, auf Drittelgage gesetzt, suchte nach Kräften seinen Verpflichtungen gegen Selinger nachzukommen, es gelang ihm aber nicht. Die letzten Tage suchte er noch bei verschiedenen Wucherern, an denen wir auch in Laibach keinen Mangel leiden und welche Species hier zumeist durch Trödler, Cantinwirte und Greißler repräsentiert wird, Geld, und zwar einen Betrag von 200 bis 300 fl, jedoch erfolglos. In dieser Zwangslage verübte er die unselige That. — (Zur Theaterfrage.) Unsere Meldung, dass Herr Urban, derzeit Secretär des Grazer Theaters, sich um das Laibacher Theater zu bewerben gedenkt, hat sich als begründet erwiesen, und soll bereits morgen die definitive Entscheidung über das betreffende Offert stattfinden Nach den Erkundigungen, die wir bezüglich der materiellen und artistischen Leistungsfähigkeit eingezogen haben, geben wir denn auch dem Wunsche Ausdruck, dass die Erledigung des Ansuchens des Herrn Urban im Sinne des Gesnchsstellers erfolgen möge. Der- selbe bringt nämlich den ganzen reichhaltigen kuu-äus instl'uetus des Theaterdirectors Bertalan nach Laibach mit und würde sein Hauptaugenmerk darauf richten, dem Publicum nickt nur ein gutes Lust-und Schauspiel, sondern auch eine anständige Oper zu bieten. Namentlich sind die Opern „Mda", „Goldenes Kreuz", „Asrikanerin", „Glöckchen des Eremiten" znr Ausführung bestimmt, eine für unsere Theaterfreunde gewiss um so erfreulichere Nachricht, als die Sterilität auf dem Gebiete der Ope-rettenproduetioii eine Ausstattung des Theaterrepertoires mit einigen guten Opern doppelt wünschenswert erscheinen lässt. Dank der Freundlichkeit des Herrn Bertalan ist Herr Urban in der Lage, die Opern seines Repertoires ganz in der Grazer Ausstattung zn geben, dafür aber, dass auch der musikalische Theil allen billigen Anforderungen genügen wird, sprickt die frühere Thäligkeit des Herrn Urban als Opernkapellmeister in Würzburg, Zürich uud Prag. — (Eine verkannte Größe.) Wie man Wiener Blättern von hier telegraphiert, ist der Schriftsetzer »nd Jnsurgentenführer MiroSlav Hubmayer über Einladung des bulgarischen Revolu-tionseomites zur Jnsnrgiernng der makedonischen Slaven abgegangen. Eine recht löbliche Aufgabe, bei welcher er in würdiger Weise durch den jungen Grafen Wurmbrand, einen Sohn des gewesenen Präsidenten des katholischen Vereines, unterstützt werden wird. Schade, dass man solche Koryphäen nicht im eigenen Vaterlande nach Gebür zu schätzen versteht! Eingesendet. Schwarze Punkte. „Singe, wem Gesang gegeben!" Wem der Prügel Freude macht: Hier zu Lande haut man Säuger, Dass ihm nur die Schwarte kracht! Jämmerliches Lamentieren Hörte man vor wen'gen Tagen. Svetec und auch and'ren wollten „Schwarze Punkte" nicht behagen; Meint auch jetzt, dass nur Entzücken Jene Buben rasend machte, Und dass sie nur Beifall klatschten — Bis des Sängers Rippe krachte? Weil ihr diese „That" verth eidigt, Bringt sie euch so schlechten Lohn: Wieder trägt das Land der Krainer Einen „schwarzen Punkt" davon! 6'm Oesterreicker. Witterung. Laibach, 22. Juli. Nachts geringer Rege», heute bewölkt, schwacher O. Wärme: morgens 7 Uhr -j- 20 0°, nachmittags 2 Ilhr 22 4" 6. (1879 -j- 17 4", 1878 -j- 26 4° 6.) Barometer 735 23 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 24'4°, »m 4'9" über dem Normale; der gestrige Nie-derschlag l'IO Millimeter Regen. Angekomrnene Fremde am 21. Juli. Hotel Stadt Wien. Nehn, k. k. Oberlieut.; Schein, Reisender; Jellenz, Professor; Glück, Reinisch, Kaufleutc; Preiß nnd Dvrmus, Wien — Gregorttt, Loitsch. — de Lavison Emilie, Gutsbesitzerin, und Fanelli, Triest. — Senni, Italien. Hotel Elephaut. Sizzo-Noris, k. k. Major, Veldes. — Hagebuchner, Pfarrer, Lasberg. — Sailer, Pfarrer, St. Oswald. — Zip, k. k. Militärgeistlicher, Zara — Mnr-gel, k. k. Beamter, Neifniz. — v. Steinbiichl, Director; Gianolla nnd Legat, Professoren, Triest. — Schebal, Kausm, Amerika. Hotel Europa. Zof, Trieft. — Haidi?, Privat, Kroazien. vaierifcher Hof. Dr. Bechtinger, Triest. Verstorbene. Den 21. Jnli. Katharina Kramar, Nachtwächters-gatlin, 70 I., Knhthal Nr. Ü, Entartung der Unterleibs-organe. — Rosalia Snpin, 49 I., Kaiizlcidicnersgattiu, Schlossergasse Nr. 3, Brnstivassersucht. Gedenktafel über die am 24. Juli 1880 stattfindenden Lici-tationen. 3. Feilb, Torc'sche Real., Gori'e, BG. Kraiyburg. — 3 Feilb., Bnrja'sche Real., Werch, BG Egg. — 3. Feilb., Klop?tt'sche Real., EemKenik, BG. Egg — 1. Feilb., Povhe'sche Real., Planina, BG. Gurkfeld. — 1. Feilb,. Zdravje'sche Real., Stra^a, BG. Gurkfeld. — 1. Feilb.^ Bogilliu'schc Neal., Mertvice, BG. Gurkfeld. — 1. Feilb., Hren'sche Real, Zagoriea, BG. Großlaschiz. — 1. Feilb., «Ärcgorin'sche Real., Oberkaschel, BG. Laibach. — 1. Feilb., Babnik'sche Real., St. Veit, BG. Laibach. — 1. Feilb., Moknik'sche Real., Sostrn, BG. Laibach. — 1. Feilb., Si-monii'sche Real,, DraZie, BG. Möttling. — 3. Feilb, Va-juk'sche Real., Möttling, BG. Möttling.____________ Lebensmittel-Preise in Laibach am 21. Juli. Weizen 9 fl. 75 kr., Korn 6 fl. 99 kr., Gerste 4 fl. ü> kr., Haser 3 fl. 60 kr., Buchweizen 7 fl. 15 kr., Hirse 5 fl. 85 tr., Kukuruz 6 fl. 50 kr. per Hektoliter: Erdäpfel 4 fl. — kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. 50 kr. per Hektoliter; Rindschmalz 82 kr., Schweinfett 76 kr., Speck, frischer 68 kr., geselchter 72 kr., Butter 72 kr. per Kilogramm; Eier 2 kr. per Stück; Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 56 kr., Kalbfleisch 44 tr., Schweinfleisch 64 kr., Schöpsenfleisch 36 kr. per Kilogramm ; Heu 2 fl. 13 tr., Stroh 1 fl. 78 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl. — kr., weiches Holz 4 fl. 80 kr. per vier C.-Meter; Wein, rother 20 fl., weißer 16 fl. per 100 Liter. In der vom hohen k. k. Unterrichtsministerium mit dem Oeffenllichkeitsrechte autorisierten Drivai-Lekr- unll ErzielumgMn^t für Mädchen der <69- 5-1 Nctorim Keim m LMM beginnt das erste Semester des Schuljahres 1880/81 mit 15. September. Im Kindergarten, welchen Knaben und Mädchen besuchen, wird der Unterricht auch während der Ferieu fortgesetzt. Das Nähere enthalten die Statuten, welche auf Verlangen Portofrei eingesendet werden. Mündliche Auskunft ertheilt die Vorstehung täglich von 10 bis 12 Uhr vormittags, Laibach, Fürstenhof, Herrengasse, Nr. 14 (neu). Wiener Börse vom 21. Juli. smulä. Papierrente .... Silberrente .... «oldreme........... StaatSlose, 1854. . E 1860. . » 1860 zu 100 fl. 1864. . GcAväeatlahung»- Obligatio««». Valizien.............. Siebenbürgen . . . Lemeser Banat . . . Ungarn ............... Haäere SffeatkiiL« Halekea. Donau-Regul.-Lose . llng. Prämienanlehen Wiener «nlehen . . . Aetiea v. Aaakea. Tredi^anstalt f.H.u.G. Stanonalbank.......... Aetiea ». Traa,p,rt üateraekmuagea. Mföld-Babn......... Donau - Dampfschiff. Slisabeth-Westbahn . KerdinandS-Stordb. . tzranz-Ioseph-Lahn . Haliz. Sarl-Ludwigb. Lemberg - Lzernowiy . öloyd-Heieltschast . . War« 73-15 73 30 73 80 73-25 88 15 83 3" 126 80 127 20 132 75 133 25 135 40 173 50 97 75 93 75 94 25 95 10 Hl 90 113 75 18 — 280 80 834 — 135 90 174 — 98 50 94»— 94 75 95-50 Nordwestbabn . . . Rudolf-Babn . . . StaatSbahn . . . . Südbabn............. Ung. Nordostdahn . Pfandbriefe. Bodencreditanftalt in Gold........... in österr. Währ. . Narionalbank. . . . Ungar. Bodencredit- 112 20 114 — 118 50 281— 836 — 159 25 572 — 193 25 2460 171-279 75 168 25 ,68-75 «70 —j 672' 159 75 574 — 193 75 2465 17, 5" 280 25 Priorität,-O5k,'g. Elisabethbabn, i.Tm. Ferd.-Nordb. i. Silbe, Kran,-Joseph-Lahn. Galiz.K-Ludwigb.l.E, Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Babn . StaatSbahn 1.