prauamersrrons - Preise: Kür Laibach Gan^iä^r.g . . . ü st. — tr. Halbjährig . . . 3 ^ „ Vierreljährrg. . . 1 ^ 5V ^ Monatlich . . . — „ 50 „ Mit der Post: Ganzjährig . . . S fl. — kr. Halbjährig . . . 4 „ 50 « Vierteljährig. . . 2 „ 25 „ Für Zustellung ins Hau- viertel- jährig 25 kr., monatlich 9 kr. Einzelne Numrnern 5 kr. Laibacher blatt. Redaktion Habnbofgaffe V?r. 132 Levedition und Inseraten Snrean: Aougretzplatz rfLr 81(Buchhandlung rorr 2. r. LIe»iluu.vr L F.Bamberg, Zuscrlioireprkisk: Fär die einspaltige Petitzeile L kr cei zweimaliger Einschaltung L drc.mal x 7 kr. ^ZnsertionSkcmvel iede-mc!i/üt/Zr. L-'t größeren Inseraten und A^ter^-^ Einschaltung entsprechender Rab Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 148. Montag, 4. Juli. — Morgen: Domitius. 1870. Die Landtagswahlen in Oberkrain. (Original-Korrespondenz.) Krainburg, 1. Juli. Die Vorgänge bei den letzten Landtagswahlen in Oberkrain geben ein trauriges Zeugniß des Nichtverständnisses der Landbevölkerung für die Interessen des Landes, sowie ihrer völligen Abhängigkeit von der Geistlichkeit. Schon bei den Urwahlen zeigte sich das Volk in ausfallender Weise apathisch, man hörte meist die Aeußerung: Was gehen uns die Wahlen au? Diese Apathie cutging nicht dem immer lauernden, für die Ausbreitung des Reiches der geistigen Finsteruiß und für die Befestigung der Alleinherrschaft nach jeder Richtung hin thätigcn, das Licht der Aufklärung und der Wahrheit scheuenden Feinde. Der Klerus betrachtete die Wahlen als nach den kirchlichen Satzungen in seinen Wirkungskreis gehörig, er uahm sie in die Hand und schrieb auf sein schwarzes Fähnlein die Devise: Diesmal für den Glauben, und damit auch der Selbstdenkeude auf dem Lande weniger nachforfche, wurde weiters beigefetzt: und für die Verminderung der Steuern. Es wäre schon ein sündhafter Gedanke, daß diese das Volk beglückenden und dasselbe vom materiellen und geistigen Untergange rettenden Aufgaben jemand anderer lösen könne und dürfe, als die Geistlichkeit oder sonstige mit ihr verbündete Elemente. In diesem Sinne wurde bei den Urwahlen agitirt, überall sah man die Pfarrgeistlichkeit mit einigen wenigen ihr stets getreuen, zu willenlosen Werkzeugen degradirteu Männchen zum Wahlplatze pilgern, mißtrauisch, lauernd und horchend, gleichsam als wollte sic einen nicht sichbaren und nicht bekannten Feiud bekämpfen. Es gelte für den Glauben, /n, vsro, vielleicht besser gesagt diro, für die Kollekte der Geistlichkeit. Die Wahlen der Wahlmänner wurden schablo- ^ neuartig dnrchgesührt, der Pfarrer stimmte für den ! Kaplan und für die in voraus bezeichnten Abstim-^ mnngsapparate, der Kaplan für den Pfarrer und l für die letzteren. Die kleine kommandirte gläubige Wählertruppe plapperte die von der Geistlichkeit zu ^ Protokoll gegebenen Namen nach, auch wenn ihr die zu Wählenden gänzlich unbekannt waren. Kann es uns dann Wunder uehmeu, wenn aus ! den Urwahlen mehr als ein Drittheil Geistliche her-! vorgingen ? Aber selbst bei dieser Zusammensetzung der Wahlmänner war ihr Gewissen noch nicht ganz beruhiget, deuu man hörte vor dem Wahllokale manche» geistlichen Wähler zu seinem Nebenmanne sprechen: „Wenn Du anders wählst, so bist du verdammt." In den Städten und Märkten wurde die au-j gebliche Bedrohung des Glaubens in den grellsten ! Farben geschildert, die Geistlichen traten als wahre ^ Meister in der Agitation auf, kein jesuitisches Mittel ^ blieb unversucht, man sah die Schwarzröcke nach der ! Rangordnung die Häuser ablausen, selbst solche, in ! welche sie sonst nie zu gehen pflegten, es trafen j deren anch zwei zu gleicher Zeit ein; von den Wählern wurden förmliche Gelöbnisse mittelst Handschlag ! abgefordert, daß sie den klerikalen Kandidaten wählen, im schlimmsten Falle aber sich der Wahl enthalten werden. Man führte den evangelischen Spruch : „Wer sich erniedrigt, wird erhöhet" praktisch durch, man wendete jedes niedere Mittel an, um zu der augcstrcbteu Herrschaft zu gelangen. Wo man mit dem bedrohten Glauben nichts ausrichtete, schritt man in aller Sanftmuth und voll christlicher Liebe zum Terrorismus, zur Androhung mit dem sozialen Ruin. Armen Gewerbsleuten wurde mit Entziehung des Verdienstes gedroht, wider andere schreckte man damit, daß man ihnen durch Herbeiziehung anderer Gewerbsleute eine unliebsame Konkurrenz auf den Hals laden werde. Diese unwürdigen Mittel führten größtentheils zum gewünschten Resultate. Wähler, welche in der vorigen Herbstzeit bei der Gemeindewahl in Krain-burg den jetzt ausgestellten klerikalen Kandidaten zur Wahl in den Gemeindeausschuß nicht für fähig hielten, verleugnetcu jede Konsequenz, sie hatten sich zu gläubigen Frömmlingen und Agitatoren bekehrt und hielten ihn für eine viel höhere Vertretung als vollkommen fähig. Diese ihre Inkonsequenz beschönigten sie damit, daß sie sagten, jetzt handle es sich um ein Prinzip, um die Vertretung des Seelenheils; das Wohl der Stadt und des Landes bleibe dermalen außer allem Spiel. Sogar gebrechliche Frauen mußten zur Wahl kommen, weil es die Geistlichen so haben wollten. Weniger Erfolg hatte die kombinirte Agitation in Bischoflack, obwohl man daselbst dem Vernehmen nach, was wir übrigens nicht glauben und verbürgen wollen, die Wähler mit klingenden Versprechungen für die Klerikalen zu ködern versucht haben soll. Die Neumarktler Bürgerschaft leistete mit wenigen Ausnahmen den lästigen Agitationen der Geistlichkeit muthigen Widerstand, sie trat in geschlossener Falanx für die konstitutionelle Freiheit, für das Wohl und den Fortschritt der Bevölkerung ein. Dafür mußte sie am Tage nach der Wahl von der Kanzel den Vorwurf hören, daß ihr der Bauch lieber sei als die Seele, und daß sie durch eine derartige Abstimmung wie die veraugegangene den H. Vater aus seinem Lande vertreiben werde. (!!) Politische Rundschau. Laibach, 4. Juli. Die gestrige „Wiener Ztg." veröffentlicht die kaiserlichen Handschreiben, durch welche Herr v. Stremayr zum Kultusminister und die bisherigen „Leiter" Holzgethan und Pe- Imilleton. Gastronomische Vorlesungen. Von I. H. Parth. Der Zucker. (Schluß.) Ein anderes ist es mit der Bereitung jenes Zuckers, der aus der Runkelrübe gewonnen wird, welche Fabrikation eine viel komplizirtere ist, da hierbei sogleich auch die Raffinerie verbunden ist, was bei dem Kolonial-Zucker wieder als ein besonderer Zweig dieses Geschäftes und zwar der Zucker-Raffinerien zu betrachten ist. Der Kolonialzucker kommt als ostindischer in den Handel und zwar: von Java, Jsle de France, Benares u. s. w. — als westindischer von Westindien und der Havanna, — als amerikanischer von Brasilien u. s. w. — Der el ftere wird größtentheils in Säcken aus Schilf-Blättern, der westindische in Fässern, der brasilianische und der javanische in Kisten verpackt. Nachdem der Kolonialzucker nunmehr auf diese Art in einer Zuckcrraffinerie angelangt ist, wird derselbe von seiner Emballage getrennt, was in eigens hiezu bestimmten Räumen geschieht. Der Raffineur hat zunächst für den herznstellniden „Hutzucker" eine geeignete Sorte oder passende Mischung Rohzucker zu wählen. Ist dies geschehen, so werden die sich gebildeten Klumpen zerschlagen, in einer Fannmühle zerrieben und endlich gesiebt, damit das Lösen oder Schmelzen rascher und leichter vor sich geht. Zu diesem Zwecke dienen große kupferne Pfannen (bei Rübenzuckcrfabrikation Defekalionskessel), die entweder über freiem Feuer oder mittelst Dampf geheizt werden. Man bringt das zur Auflösung des Zuckers bestimmte Wasser — etwa 30 Prozent Zuckergewichtes — in die Pfanne, welche man erhitzt, indem gleichzeitig der Zucker hineingcgeben wird. Die Lösung soll 27 bis 30" Beaum6 zeigen. Sobald nun alles gelöst ist, setzt man zum Klären auf je 100 Pfund Zucker 5 Pfund feine Knochenkohle, und nachdem diese durch sorgfältiges Rühren gleichmäßig vertheiit ist, 1 bis 2 Prozent Rindsblut hin-zu, welches vorher mit dem vierfachen Volumen Wasser gut vermengt wurde. Hierauf läßt man dic Lösung einmal rasch auswallen, wodurch alle trüben Theile durch das Koaguliren vom Eiweis des Blutes abgeschieden werden. Nun wird der geklärte Saft in aus Rahmen aufgehängte Säcke gefüllt (Fil- tersäcke genannt), durch welche der Helle Saft in einen unterhalb befindlichen Behälter abläuft, während die Unreinigkeit in den Beuteln oder Säcken zurückbleibt, die später nochmals behandelt wird. Der Helle und filtrirte Saft wird nun schließlich nochmals in eine sogenannte K>pp-Pfanne (oder nack neueren, Sistem in den Vakuum-Apparat) gebracht und da mit besonders kunstfertiger Behandlung gekocht, was man abermals das Eindicken nennt. Hat nun der völlig gereinigte Saft die gewünschte Konzentration erreicht, so wird er sofort aus dieser Pfanne entfernt und zum langsamen Erkalten und Bildung der Kristalle in dic Kühlpfanne gebracht. Sobald diese Masse erkaltet ist, wird sie in dic Formen aus Eisenblech gefüllt, welche die bekannte Gestalt des Zuckerhutes haben und an der dünnen Spitze mit einer kleinen Oeffnung von etwa '/» Zoll versehen sind, durch welche die flüssigen Theile — Sirup genannt — durchsickern, nachdem früher die Formen mit den Spitzen gegen den Boden auf Rahmen gestellt wurden. Fängt die Zuckcr-masse an kompakt zu werden, so wird sie durch Auf-gicßen von Zuckerbrei oder Zuckerwasier nochmals gereinigt, um dic Siruplheile so viel wie möglich ausznscheiden und reinen Hutzucker zu gewinnen. trino ;u wirklichen Ministern ihrer bisherigen Ressorts ernannt werden. Das gestrige „N. Frdbl." erzählt, daß Gras Potocki bei seinen Bemühungen, das jiabinet durch einige hervorragende Mitglieder der Vcrfas-sungspartei zu verstärken — die wiederholten versuche mit Rcchbauer sind ja hinlänglich bekannt — auch auf Dr. Herbst verfallen sei. Hr. Strcmayr habe cs übernommen, beim Führer der Deutschböh-men aus den Busch zu klopfen. Ob ersterer seine Mission angebracht, weiß das Blatt nicht, aber das wisse eS und das käme anch einer kräftigen Aui-wort gleich: Dr Herbst habe Wien verlassen und werde wahrscheinlich erst nach Beendigung der Land-tagsfession zurückkehreu. Die Wahlen deö oberösterreichischen und des mährischen Großgrundbesitzes sind im Tinne der liberalen Partei ausgefallen. Die Chanßen des Reichskanzlers Grafen Brust für ein Mandat von der Brodyer Handels-kammer sollen sich für ihn sehr günstig stellen. Mt irgend einem kleinem „Konzessiönchen" wird er sich dann wohl vom galizischen Landtag das Mandat in den Reichsrath zu verschaffen wissen. Der czechische Klerus fordert den deutschen auf, sich den Demonstrationen gegen das Un-fehlbarkeitsdogma anzuschließeu. So wird wenigstens der Wiener „Presse" aus Prag telegra-firt, und die Nachricht steht in Uebeleinstimmnng mit dem, was bisher aus dem czechifchen Lager verlautete. In der Grenz frage wurden, wie einem Pester Blatte aus Wieu gemeldet wird, dieser Tage wichtige Beschlüsse gefaßt. Das Ministerium einigle sich nämlich dahin, zur Lösung der Grenzsrage vorläufig keine weiteren Schritte zu machen, bevor nicht der Reichsrath über die Quotenfrage entschieden haben und diese erledigt sein wird. Auch die Einführung der vom Kriegsministerium beantragten Reformen soll bis dahin ausgeschoben bleiben. Die deakistische Partei in Ungarn ist nicht wenig durch das Gerücht beunruhigt, daß sich der „alte Herr" (Deak) gänzlich ins Privatleben zurückzuziehen gedenkt. Die Debatte über die Muni-zipalreform, welche jetzt begonnen, wird im ungarischen Unterhause zum mindesten sich in denselben Dimensionen bewegen, welche die Berathung des Gesetzentwurfes über die Justizreform angenommen, cs sind bereits 90 Redner vorgemerkt. Die baierische Abgeordnetenkammer beschloß, daß Jeder Advokat werden könne, der die Richteramtsprüfung bestanden und drei Jahre bei einem Advokaten praktizirt habe. Im Korps Legis latif haben die großen Budgetdebatten ihren Anfang genommen, und schon am ersten Tage waren nicht mehr die trockenen Ziffern, sondern vielmehr die auswärtige Politik der Um das Abziehen auch dieser letzten Feuchtigkeit zu bewerkstelligen, werden sogenannte Nutschap-parate angewendet, welche aus liegenden Röhren bestehen, die auf der oberen Seite mit trichterförmigen Ocfsnungen versehen sind, in welche die Spitze der Form durch einen Kautschukring lustdicht einmündet, wodurch mittelst einer Luftpumpe die Flüssigkeit ausgesaugt wird, wie man sie etwa aus einem Stückchen Zucker mit dem Munde herauszieht, das man in Wasser getaucht hat. Schließlich wird der Zucker aus den Formen zum völligen Austrocknen in die Stove (Trockenraum) gebracht, wo die Brote durch nach und nach gesteigerte Wärme ausgetrocknet werden. Nach dem Trocknen wird der Zuckerhut geputzt, verpackt, und gelangt im Handel seiner Bestimmung zu, bis mein freundlicher Leser ein Stückchen davon etwa in einem Schälchen Mokka hinunterschlürft, oder meine überaus liebenswürdige Leserin mit dem schönen zarten Händchen, deren Schnee selbst das Weiß des Zuckers verdunkelt, ein kleines Würselchen desselben in die Theetasse anmuthig fallen läßt. Nebst dem Zuckerrohre wird der Kolonialzucker auch aus dem Ahornbaume bereitet, und zwar Gegenstand einer erregten Debatte. Der Kriegsminister Lebocus weigert sich entschieden, das JahreS-konlingent von der seil 1868 iwriiurlen Höhe herabzusetzen, und lieruft sich aus das Beispiel der an-vereu Staaten, welche die Armeen sogar vergrößert hadeu. Auch Thiers ergriff das Wort. (LS zeigt ich, daß er noch immer der alte Chauvenist ist, noch immer die anderen Völker am Gängelbande Frankreichs führen möchie. Er will deshalb einen Frieden, aber einen „iinponirenden," das heißt, Frankreich soll bis an die Zähne dewasfuet dasiehen, um jeden Äugenblick das Brennusschwert in die Geschicke Europa's zu werfen. Dieses Bertrauen aus große Heeresmassen, als die wichtigsten Stützen der auswärtigen Politik, führten auch Thiers zum sonderbaren Resultate, daß Sadowa sür Oesterreich deshalb jo unglücklich ausftel, weil man der uns oas Ärmeebuoget so stark reduzirte. Die Linke trat dagegen energisch sür einen wahren Frieden und für Eiuwassnuug ein. Das Kontingentgesetz wurde anderen Tags Mit großer Majorität, >m Sinne der Regierung, angenommen. Äm Samstag entschied der gesetzgebende Körper über die Petition der Prinzen von Orleans. Er ging mit 174 gegen 3l Stimmen zur Tagesordnung über. Ollivier hatte im Aus-Ichusse energisch gegen die Petition gesprochen und, obgleich die Prinzen nicht durch einen Gewaltakt der kaiserlichen Regierung, sondern durch ein sörm-liches Gesetz verbannt worden, namentlich sich entrüstet darüber geäußert, daß sie sich nicht an den Kaiser, sondern an die Volksvertretung gewendet hatten. (!) Wie das Resultat zeigt, gehorchte die getreue Schaar wie immer. Das „N. W. Tgbl." enthält folgendes Telegramm aus Paris, 1. Juli: Der Herzog von Gramont hat Anlaß gehabt, sich mehreren Mitgliedern der Rechten gegenüber dahin auszusprechen, daß die Regierung nicht daran denke, die Truppen aus Rom zurückzuziehen, und daß, falls die Kammer die Sache in Anregung bringen sollte, die Regierung eventuell dazu schreiten müsse, an das Laud zu appelliren. In Cork, dem eigentlichen Revolntions-herde Irlands, ist es dieser Tage wieder sehr ernst zugegangen. Die Ursache war ein Schneiderstrike. Die Schneider und der Pöbel fingen damit an, Po-lizeigesangene zu befreien und schlugen sich dann drei Tage hindurch, nur in der Nacht pausirend, mit Militär uud Polizei herum, wobei Knüppel und Pflastersteine die Hauptwaffen bildeten. Am 24. d. M. errichteten die Meuterer Barrikaden. Der bewaffneten Macht gelang es, die Straßen zu säubern, doch wurde von den Dächern und Fenstern aus der Kampf fortgesetzt. Das Militär machte 16 Gefangene. ans dem sogenannten Zuckeiahoru (Acer srreelEi-imm nach Linns, — IX. Älasse, 29. Ordnung). Durch Anbohren dieses Baumes im Frühlinge gewinnt man einen rohen Nahruugssast, aus welchem in den Vereinigten Staaten von Nordamerika im Großen, auf Art der Fabrikation des Zuckerrohres, Zucker gemacht wird, so daß jährlich über ^Millionen Pfund in den Handel kommen. Auch die Fürsten der Pflanzenwelt, die majestätisch schönen Palmen (kalmas) liefern durch Anzapfen der Stämme einen Saft, aus dem der Palmenwein (Zeuger) und dann der Zucker gewonnen wird. Am häufigsten aber verwendet man zu diesem Zwecke die Zuckerpalme (^ren§L saeolig.-rikerL, VI. Klasse, 8. Ordnung), deren Vaterland Ostindien und Afrika ist. Die gefährlichste Rivalin aller Zuckerlieferanten ist unsere heimische Runkelrübe (Löta vuIZaris und IZstA oiela, VII. Klasse, 13. Ordnung), deren Zuckergehalt im Jahre 1747 von dem deutschen Chemiker Andreas Sigismund Marggras in Berlin entdeckt wurde. — Aber erst um das Jahr 1796 wurde Marggrass Versuch auf dem Gute Cunern in der NiederlausitzdurchAehardim Großen ausgeführt, der dort auf Anordnung deö Königs von Preußen Der Kaiser von Rußland hat Freitag seinen Einzug in Warschau gehalten. Die strengen Maßnahmen der Polizei werden der Stadt sicherlich ein freundliches Aussehen verliehen haben. Schwarze Kleider werden auf den Straßen nicht geduldet, Flaggen wurden von der Polizei aufgehißt, ja ein Mas der Polizei befahl so^ar, daß in jedem auf einen Hauptplatz mündenden Fenster zwölf Köpfe zusammengepreßt sein müssen. Wahrscheinlich dürfte ihnen auch ein frcnndliches Lächeln anbesohlcn worden sein. Abends war Illumination. Aus diese Weise wird in unserer Zeit ein „freudiger Empfang" bereitet und in die Welt auSpofaunt. AnS Wien, 30, Juni, wird geschrieben: Die Pforte hat dem Vernehmen nach von dem Vize-könig von E g.i p te n den binnen einer gleichzeitig anberaumten Frist „unfehlbar" zu liefernden Nachweis gefordert, daß er der von ihm eingegangenen Verpflichtung, den Effektivstand der egiptifchen Armee auf 18 000 Mann herabznmindern, nachgekommen sei. Es scheint, daß die betreffenden Reduktionsmaßregeln vollständig ins Stocken gerathen sind. Zur Tagesgeschichte. — Die „Vorstadt Ztg." meldet: „Von wohl unterrichteter Seite geht uns eine Nachricht zu, die wohl auf größeres Interesse Anspruch macht. In den letzten Tagen weilte der wegen seiner Heirat mit der Sängerin Hosmann verbannte Erzherzog Heinrich inkognito und ohne jedes Gefolge iu Wien und soll daselbst mit seinen Brüdern mehrfache Konferenzen gehalten haben, deren Gegenstand seine eventuelle Rückkehr nach Oesterreich bildete. Ueber dieselbe Angelegenheit soll der Erzherzog auch mit einem hervorragenden Rechtsfreunde Rücksprache gepflogen und von diesem den Rath erhalten haben, ohneweiters nach Oesterreich zurückzukehren und sich auf den Boden der Staatsgrundgesetze zu stellen, nach welchen eine Verbannung eines österreichischen Staatsbürgers — und sei er wer immer — aus Oesterreich nicht zulässig ist." — Im Reichs-Kriegsministerium und hauptsächlich im Genie-Komitee herrscht große Aufregung. Ein hochgestellter Offizier, bisher der Militär-Baudirektion in Wien angehörig, soll wegen Unterschleifen, die eine enorme Höhe erreicht haben — man spricht in unterrichteten Kreisen von 280.000 fl. — in Untersuchung gezogen worden sein. Derselbe hat neben dem Bau mehrerer großen militärischen Objekte auch den Bau der Rudolsskaserne, die bekanntlich in vielen Beziehungen sehr mangelhaft ist, geleitet. — Das Städtchen Uitwa ist am 30. v. M. fast vollständig niedergebrannt; Kirche, Schule, Siua-goge und Rathhanö wurden ein Raub dcr Flammen. Blos 58 Häuser wurden verschont. — Einen wahrhast klassischen Einsall hatte ein rumänische Gemeinde unweit Dees in Siebenbürgen. mehrere Jahre eine Musiersabrik leitete. Jedoch wegen mangelhafter Apparate und schlechter Rüben ließ sich kein genügendes Resultat erzielen, bis 1836 ein industrieller Apotheker, Namens Zier, eine Menge Fabriken durch ein neues Verfahren ins Leben rief und auf diese Weise die Fabrikation des Zuckers ans der Runkelrübe iu Ausschwung brachte. Es war ihm nämlich gelungen, durch Auswahl der Rübe, sowie durch längere Einwirkung von Kalk und durch die zeitige Anwendung einer größeren Menge Kohle einen reineren Saft zu erzielen. Immer mehr hob sich von nun an die Zuk-kersabrikation aus Runkelrüben, und seit dieser Zeit besteht zwischen dem Rohr- und Rübenzucker ein Kampf auf Leben und Tod, und früher oder später wird die Billigkeit des letzteren über seinen Gegner den Sieg davontragen, obwohl wieder andererseits zur Anlage einer Rübenzuckersabrik ein enormes Kapital nöthig ist, da die Anschaffung der wirklich wunderschön konstruirten und äußerst zweckmäßigen Maschinen (wie beim Karbonatationsversahren) schweres Geld erfordert. Das Verfahren in diesen Fabriken ist, natürlich in Kürze, folgendes: 1. Das Waschen der Rübe in der Doppel- Willens, eine neue, mehr Sicherheit bietende Kirche zu bauen, verkaufte sie die alte hölzerne und baufällige um sage zwanzig Gulden, und damit jeder Gemeindeinsasse seinen gebührenden Antheil an dem Kaufschillinge habe, wurde beschlossen, um die zwanzig Gulden Schnaps zu kaufen und selben gemeinschaftlich zu vertrinken. Dieser Beschluß fand natürlich allseitigen Anklang, wurde gleich ausgeführt und so die Kirche tatsächlich binnen wenigen Stunden vertrunken. Dieses Meisterstückchen geschah in Anwesenheit des würdigen Popen und zahlreicher anderer Honoratioren. — Ein Erdbeben auf San torin verwandelte die Stadt in einen Schutthaufen; die kleine Insel versank. — Ueber Kaiser Napoleons Befinden schreibt ein Korrespondent der „F. Ztg." folgendes; „Die Krankheit des Kaisers wird ihrem Charakter nach immer weniger zweifelhaft. Es ist ein Blasenleiden, nicht Gicht und Rheumatismus, wie man stets fälschlich glauben machen will. Ein neuer Beweis dafür, wenn ein solcher noch nothwendig erschiene, ist die Wahl des spezifischen Badeortes Contrexville. Schon war das Landhaus des dortigen Bade-Eigen-thiimers für 8000 Franken auf einen Monat gemiethet, schon standen die Equipagen zum Abgehen bereit, als plötzlich Kontreordre eintraf. Erlaubte der Zustand des Kranken nicht, ihn zu transportiren oder fürchtete man, durch die Wahl des Badeortes ein kompromitti-rendes Geständniß abzulegen? Ich weiß nur so viel, daß man im gegenwärtigen Augenblick die Absicht zu haben scheint, Napoleon nach Vichy oder Plombieres zu senden. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Original-Korrespondenzen. Nenmarktl, 30. Juni. (Kerikale Ei». schüchterungs-Versuche.) Die letzte Landtagswahl hat bewiesen, daß auch das Bürgerthum der kleineren Landstädte und der Märkte in Krain der klerikalen Bevormundung satt sei. Die freisinnigen Wähler von Neumarktl, Radmannsdorf und Stein traten mit Entschiedenheit für die liberalen Kandidaten ein, obwohl die Klerikalen kein Mittel unversucht ließen, irgend einen Abtrünnigen für sich zu gewinnen. Doch olle ihre Machinationen wurden zu Schanden. Wenn von unserer Seite ein Wahlberechtigter auf die Ausübung seines Wahlrechtes aufmerksam gemacht wurde, so geschah dies durchaus nicht mit derlei Drohungen, wie solche von dem in die Häuser wandernden Klerus in Anwendung kamen, wobei man den zu Pressenden im Weigerungsfälle seiner Seligkeit, oder falls eines feiner Kinder ein Stipendium besitzt, desselben für verlustig erklärte. In dieser letztern Richtung hat sich auch ein hiesiger k. k. Gerichtsbeamter, dessen Name aus dem Wahlakte nicht schwer zu errathen wäre, sehr thätig gezeigt, da derselbe zu wiederholten malen sein Wäsche und das Putzen mittelst den Putz- und Bohr-apparaten;— 2. das Reiben der Rüben in der Rü-benreibe, wo die Rübe zu Brei gerieben wird; — 3. das Pressen des Saftes aus diesem Brei in den Filterpressen; — 4. die Läuterung, Scheidung oder Defekation des Saftes, welche die Zersetzung der schädlichen^Salze und die Ausscheidung der nach-lheiligen Stoffe bezweckt; — 5. die Filtration oder Reinigung des Saftes; — 6. das Kochen und Abdampfen desselben bis zur Kristallisation, wie ich es bereits bei der Manipulation der Raffinerie angeführt habe. Um meinem freundlichen Leser Einsicht in die Konsumtion zu verschaffen, so lasse ich folgende Ziffern statt fernerer Argumente sprechen: Von dem Konsum für Europa im Jahre 1865 kommen auf Oesterreich 1,110.591 Zentner, was bei einer Bevölkerung von ca. 38 Millionen einem Konsum von beinahe 3 Pfd. per Kopf entspricht. — Auf Frankreich 5,587.980 Ztr. Konsum per Kopf 15 Pfd.; auf Rußland 1.330.000 Ztr.. Konsum per Kopf 1.„g Pfd.; auf England 10.008.895 Ztr., Konsum per Kopf 30 Pfd.; also zehnmal Töchterlein zu einem Wahlberechtigten, dessen Student ein Stipendium genießt, mit der Drohung schickte, daß das Stipendium sogleich eingezogen werde, sobald der Wähler nicht im klerikalen Sinne wählen werde, und hiebei ließ der gute Patriot noch eindringlichst bemerken, ob denn der Vater seine Kinder auf diese Art dem Umtergange preisgeben 'wolle? Diese unerhörte Drohung rief in der übrigens unerfahrenen Familie eine große Aufregung hervor, jedoch hat der wackere Bürger trotzdem — und ohne irgend welchen Zwang — liberal gestimmt. Lokal-Chronik. — (Tagesordnung) der Morgen Nachmittags 5 Uhr stattfindenden Gemeinderaths-Sitzung: 1. Allfällige Interpellationen. 2. Vortrag der Rechtssektion in Betreff des Armenlegates der Frau Franziska Gräfin Stubenberg. 3. Vortrag der Finanzsektion über die Einhebung der Steuerzuschläge für den Landes- und Grundentlastungsfond. 4. Vorträge der Bausektion: a) wegen Herstellung des Kanales im Knhthale; b) in Betreff der Laternen bei der Marienstatue am St. Jakobsplatze; o) über die Bauholzrechnung des Karl Tauzher pro Februar, März und April d. I.; ä) wegen Flüssigmachung des Verdienstbetrages der Hofer Fabrik für das gelieferte Stiegengeländer nächst der Hradeczkybrücke; e) über die Rechnung des Franz Kotnik für gelieferte Ziegel. 5. Vortrag der Schulsektion wegen Uebernahme der Parallelklassen an der Lehrerbildungsanstalt. — Hierauf geheime Sitzung. — (Resultate der Verhetzung der Bauer njugeud gegen die Städter.) Gestern wurde ein Student, welcher, nach dem vorgeschriebenen Kirchenbesuch im Tivoliwalde in seine Lektüre vertieft einherspazierte, rücklings von einem Bauernburschen überfallen und seines Buches beraubt, das dem Eigenthümer nicht wieder zurückgestellt, sondern unter den gemeinsten Schimpfworten weit fortgeworfen und dadurch zerrissen wurde. Dieses Attentat eigener Art wurde von einem Bauernburschen verübt, welcher in Gesellschaft von mehreren Bauernjungen und Mädchen nicht aus einem Wirthshaufe, sondern aus der freundlichen Marienkirche am Rosenbacherberge zu kommen schien. Nach einem solchen Akte roher Gewalt-thätigkeit, welcher, so sehr er es verdiente, sich nicht weiter verfolgen läßt, scheint es für den Städter nicht räthlich zu sein, mit den verhetzten Söhnen unseres Landvolkes auf dem Wege zu jener Kirche zusammenzutreffen, wo nicht selten, und sicherlich nicht zur größeren Ehre Gottes und der H. H. Jungfrau Maria, der fonntägliche Gottesdienst mit einem Hali-Halo beschlossen zu werden pflegt. — (Ein äußerst widerlicher Auftritt) ereignete sich Samstag Abend in einem hiesigen Kafö. Ein als Spieler bekannter und berüchtigter pensio-nirter Feldgeistlicher wurde, nachdem er, wie Augen- mehr als in Oesterreich per Kopf konsumirt wird u, s. w. Diese Zahlen sprechen nur zu deutlich für die Unentbehrlichkeit des Zuckers, sowohl in der Küche wie im Keller, im Wasser und im Weine. — Einige wollen die Behauptung ausstellen, daß der Zucker, roh genossen, ungesund sei, weil er den Magen verschleime; andere wieder meinen, der in ihm befindliche Kalk reinige im Gegentheil den Magen. Der berühmte Komponist Moses Mendelssohn (f 4. Jänner 1786) aß nichts lieber als rohen Zucker; er sagte oftmals: es sei Schade, daß man nicht Zucker zum Zucker essen könne. Mademoiselle Duchesnois, jene erhabene Tragödin des tran^is zu Paris, eine Künstlerin xar exeslloucs, wie es nach ihr nur wenige gibt, war derart ein allerliebstes Zuckermündchen in jeder Bedeutung des Wortes, daß sie nebst ihrem Papagei — ein wunderlieber dreifarbiger Arras — täglich 6 Pfund Zucker aß. „Schade," sagte sie einst zu dem großen Mimen Talma, ihrem Freund, „schade, daß Zuckereffen keine Sünde ist." zeugen erzählen, an einem noch dazu gesetzlich verpönten Spiele theilgenommen und absichtlich oder unabsichtlich aufs Kartengeld vergessen, beim Fortgehen vom Aufwärter, der seinen Mann wohl kennen mochte, um dieses gemahnt. Statt mit klingender Münze zahlte jedoch der Hochwürdige dem Mahner mit einer schallenden Ohrfeige. Das war selbst der Lammsnatur eines Kasö-Auswärters zu viel, der Geschlagene ergriff einen Besenstiel und prügelte unter Begleitung etlicher Kraftausdrücke den unwürdigen Geistlichen weidsich durch, seinen schlagenden Protest mit einer nicht minder schallenden Ohrfeige schließend. Der geistliche Herr wandte sich vergebens an die anwesenden Gäste pnd den Kasöinhaber um Hilfe, mußte vielmehr auch von diesen nichts weniger als schmeichelhafte Bemerkungen anhören und wurde schließlich aus unfreiwillige Weise aus dem Lokale entfernt. Ist dergleichen nicht auch geeignet, die Achtung vor den frommen Herren immer mehr zu untergraben? — (Klerikale Umtriebe.) Wie weit der Fanatismus unserer klerikalen Gegner geht und zu welchen Mitteln sie greifen, um diejenigen zu terrori-siren, die ihnen nicht blindlings folgen, davon erzählte heute ein schlichter Geschäftsmann aus Ober-krain ein artiges Gefchichtchen. In Neumarktl, dessen wackere Bürgerschaft dem klerikalen Treiben nichts weniger als freundlich gesinnt ist, droht ein Dienstbo-tenstrike. Man hat von gewisser Seite namentlich die Dienstmägde ausgefordert, ihre Dienste zu verlassen, wenn sie bei solchen Wählern im Dienste sind, die nicht klerikal gestimmt haben und daher zu den Feinden des Glaubens und der Nation gehören. Diese Agitation hat bereits den Erfolg gehabt, daß tatsächlich viele den Dienst gekündet haben. Unser Gewährsmann, selbst ein geborner Krainer, der seine Heimat treu und innig liebt, äußerte sich sehr ungehalten über dies unsinnige Treiben und meinte namentlich bezüglich des Sprachenhaders: Man will jetzt blos Slo-venisch lehren, und das Deutsche ganz verdrängen, aber damit können wir nicht einverstanden sein. Mit der slovenischen Sprache kommen wir nicht weit; wir können mit Ungarn, Deutschland und Italien nicht slovenisch korrespondiren, wir brauchen dazu die deutsche Sprache, aber ihre Erlernung wird jetzt so erschwert, daß wir unsere Kinder nach Klagensurt oder Laibach schicken müssen, um sie zu erlernen, und das kostet viel Geld. — Man sieht, mit den Zielen unserer fanatischen Gegner ist der ungetrübte, praktische Sinn des Bürgers keineswegs einverstanden. — (Für die freiwillige Feuerwehr) haben beigesteuert: Herr Windisch 6 fl., Herr Johann Perles 15 fl. — (Graf Anton Auersperg) wird von einigen Wiener Blättern irrthümlich als Gewählter des krainischen Großgrundbesitzes bezeichnet. Es ist dies eine Verwechslung mit Gras Alexander von Auersperg, Bezirkshauptmann von Littai, welcher „Warum?" srug Talma. „Weil es mir dann doppelt so gut schmecken würde," sagte sie, und nahm ein Stückchen Zucker in ihr zuckersüßes Zuckermündchen. Zum Nachtische noch ein winziges Histörchen: 1748 veranstaltete der Fürst von Sulkowski, um den Grafen von Brühl zu verdunkeln, welcher zu Ehren August 111., Königs von Polen und Kurfürsten von Sachsen, ein Fest veranstaltete, wo die Teller, vom theuersten Porzellan, nach jedem neuen Gauge auf die Straße geworfen wurden, und welches Fest dem Grafen 14000 Taler kostete, dafür aber die Stelle des Premierministers eintrug, — mitten im Sommer eine Schlittenfahrt, bei welcher der Weg von Reußen bis Liffa — eine deutsche Meile — statt des Schnee's, zwei Fuß hoch mit gestoßenem Zucker übersatt war. Schade, daß es nicht heutzutage solche Narren gibt, die Armen kämen dadurch billig zu — Zucker. Schließlich wünsche ich herzlichst, daß sich meine sehr geehrten Leser ja nicht den Magen verdorben haben, durch den Genuß — meines von mir fabrizirten und aufgetischten Zuckers. bereits in der letzten Landtagssefsion an Stelle des ausgetretenen Grafen Coronini gewählt worden ist. Uebrigens sollen mehrfache Versuche gemacht worden sein, den Grafen Anton Auersperg zur Ueber-nahme eine Mandates zu bewegen, leider lehnte unser gefeierte Landsmann schon im voraus jede Wahl in den kraiuifchen Landtag ab. — (Aus Teisenberg) erhielt die „Laib. Ztg." gestern folgendes Telegramm : Gestern (2. Juli) 3^2 Uhr Nachmittag hat in Seisenberg und Umgebung ein fürchterlicher Orkan gewüthet. Nicht genug, daß sowohl einfache als Doppelharpfen umgeworfen, daß Bäume ohne Unterschied entwurzelt, die dicksten Stämme sogar in der Mitte abgebrochen wurden, so stellte sich noch außerdem ein Hagel in taubeneigroßen Körnern ein, der die Verwüstung vollendete. Von vielen Häusern wurden die Dächer, ob aus Ziegeln oder aus Schindeln, ganz oder zum Theil abgetragen. In den Weingärten ist alles der Erde gleich gemacht. Der Schaden ist unermeßlich. Das ganze war ein Werk von zehn Minuten. — (Graf Hoh enwar t h-Gerl a chstein) Statthalter in Oberösterreich, wurde von der Kurie des Großgrundbesitzes in den oberösterreichischen Landtag gewählt. Die Wahlen dieser Kurie fielen durchwegs liberal aus. Eingescndet. Vor kurzem wurden die Bezüge eines kiesigen Magi stratsbeamten in sehr ausgiebiger Weise erhöht, weshalb der Gemeinderath manchen Lorwurf zn hören bekam. Zum Dank hiesiir war der betreffend.- Beamte am 28. Juni im Wahllokale gar nicht sichtbar, obwobl alle übrige» Magi stratsbeamten, bis auf einen, dessen Wahlenthaltung er klärlich ist, sich an der Landtagswahl betheiliget habe» Auch die städtischen Lehrer an der St, Jakobsschule glänzten durch ihre Abwesenheit, und doch haben sie unter dem liberalen Regimente des jetzigen Gemeinderathes durch aus keinerlei Bedrückung erfahren, sondern sind mit Geld aushilfeu und Gehaltsaufbesserungen bedacht worden. Es ist wohl nicht anzuuehmen, daß dieselben in Folge höherer Weisungen von der Wahl ferne blieben, denn im Jahre 1867 haben sic trotz höheren Einflusses für die nationalen Kandidaten gestimmt. Woher also Heuer diese Enthalt samkcit'? Wie ganz anders hat sich ihr geistlicher Herr Direktor benommen. Dieser trat mit selbstgefälligem Solz vor die Wahlkommission uud genügte durch Nennung der beiden klerikalen Kandidaten mit lauter Stimme seiner Bürgerpflicht, wofür er einige schüchterne Zivio, Slava, Dobro, und Vi-borne! erntete. Wenn der geistliche Herr Direktor Wii8 gLne gegen den Bürgermeister stimmt, warum unterlassen es die Lehrer aus den, Laienstande, ihre politische Gesinnung offen zu bekennen? In uusereu Tagen, wo Entschiedenheit vor allem Nvth thut, kann mau vor allem vou dem Lehrerstande fordern, daß er die Jugend zu einem offenen Borgehen, zur Charaltersestigkeit, als der Grundlage aller Bürgertu-genden, heranbilde. Man verlangt vom Lehrerstande nicht blos Worte, sondern im entscheidenden Momente auch — Thateu. Laibach 1. Juli 1870. Ein Wähler- Allen Leidenden Gesundheit durch die delikate Rsv-i.-löSLikrtz äu welche ohne Anwendung von Medizin und ohne Kosten die nachfolgenden Krankheiten heilt: Magen-, Nerven-, Brust-, Luugen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blut-aussteigeu, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72.000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zengniß Sr. Heiligkeit des Papstes,^ des Hofmarschalls Grafen Plnskow, der Marquise de Bröhan — Nahrhafter als Fleisch, erspart die Lövalöseiöre bei Erwachsenen uud Kindern 50 mal ihren Preis in Arzneien. Neustadl, Ungarn. So oft ick meine innigsten Dankgebete zum allgütigen Schöpfer und Erhalter aller Dinge sende für die uubere-cheudareu Wohlthaten, welche er uus durch die heilsam wirkenden Kräfte der Naturerzeugnisse augedeiheu läßt, gedenke ich Ihrer. Seil mehreren Jahren schon konnte ich mich keiner vollständigen Gesundheit ersreuen: meine Verdauung war stetS gestört, ich hatte mit Magenübeln und Berschlei mung zu kämpfen. Von diesen Uebeln bin ich nun seit dem vierzehutägigcn Genuß der Iievale8oitzre befreit und kann meinen Berussgcschästen ungestört nachgeheu. I. L. Sterner, Lchrer an der Volksschule. In Blechbüchsen von '/z Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — Lsv-lleseiki'o Oliooolatötz in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Taffen l. 2.50, für 48 Tassen fl. 4.50, in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Tassen 4.50, Dr 120 Tassen fl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Tassen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmiedgasse 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parsumeur; in Pest Török; in Prag -I. Fürst; in Preßburg Pisztory; in Klagensnrt P. Birnbacher; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranzmeyer, G r a b l o w i tz; in Marburg F. Kollet -nig; in Lemberg Rottender; in Klausenburg Kronstädter, uud gegen Postnachnahme. Witkrmig. Laibach, 4. Juli. Der vorgestrige Niederschlag beträgt 17.90'", mituuter fiel auch dichter Hagel, iu den Alpen frischer Schneefall. Gestern bedeutende Abkühlung der Luft, sonniger Tag. Heute wechselnde Bewölkung Wärme: Morgens 6 Uhr-s-9.0", Nachm. 2 Ubr -i- l9.0". Barometer 326.17'". Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme -f- 11.8", um 4.2", das gestrige -s- 12.0°, um 3.2° unter dem Normale. l'apisi'-ki-ägkn. kemäen. ,259-1) Verstorbene. Den 1. Juli. Dic ehrwürdige Mater Michaela Schmalz Chorfrau und Lehrerin, starb im 74 Lebensjahre, im Ursn lineriunenkloster, Gradischaoorstadt dir. 34, an der Ent kräftung. Den 2. Juli. Herr Eduard Kraus, HandluugSpral tikaut, alt 19 Jahre, iu der Kapuziuervorstadt dir. v6 und Maria Ploch, Spinufabriksarbeiteriu, alt 28 Jahre, m dcr Karlstädtervorstadt Nr. 18, beide an der Luugentuberluloj>-— Dem Michael Lobuar, Taglöhner, sein erstgeborne Zwillingskind Johann, alt 6 Wochen, iu der Kr'atauvor stadt Vir. 44, am Zehrfieber. — Margaretha B euier, Ha dernsammlerswitwe, all 70 Jahre, iu der St. Petersvor stadt, und Maria Sajc, Taglöhueriu, alt 45 Jahre, im Zivilspital, beide au der Luugeulähmung. — Dem Herrn Georg Dachs, Hutmacheruicister und Hausbesitzer, seine Aran Franziska, alt 60 Jahre, in der Krakau Sir. 66 au schwe rem Blutschlage. Berlosung. (Kredit-Lose.) Bei der am 1. d. M. vorgenom mene» Ziehung wurden folgende 16 Serien gezogen: Nr Z27 461 7l3 963 995 1473 1619 1825 2389 2458 2508 3064 3628 3741 3759 uud Nr. 3861. Aus diesen Serien fiel der Haupttreffer mit 200.000 fl. auf^Serie Nr. 57,, der zweite mit 40.000 fl. auf Serie l Nr und der dritte Treffer mit 20.000 fl. auf Serie :i064 Nr. 45; ferner gewinnen >e 5000 fl.: S. 713 Nr. 100 und S. 3759 Nr. 66; je :!000 fl.: S. 374: Nr. 6d und S. 3759 Nr 62; je 1500 fl.: S. 1825 Nr 100, S. 2458 Nr. 28 und S. 3741 Nr. 15 ; 1000 fl.: ,e S 1619 Nr. 50, S. 2458 Nr. 77 und S. 3064 Nr. 93; endlich gewinnen )e 400 fl.: S. 327 Nr. 19, 41 und 52, S. 461 'Nr. 36 und 97, S- 713 'Nr. 24, 32, 78 uud 85, S. 1473 Sir. 13 uud 86, S. 1619 Sir. 54, S. 1825 Nr. 66 und 76, S. 2389 dir. 28 und 77, S. 2458 Nr. 46, 53, 63, 94, 95 und 99, S. 2508 Nr. 4, 70, 80 und 95, S. 306 t 'Nr. 5, 28, 61, 91 und 92, S.'3628 Nr. 27, 37, 45 uud 73, S. 3759 Vir. 98 uud endlich S. 3861 Nr. 12. Auf alle übrigen in den obigen verlosten 16 Serien enthaltenen und hier nicht besond.rS ausgesührleu 1550 Numinern entfallt Ler geringste Gewinnst vou je 175 fl. (1 858er Staatslose.) Bei der am 1. Juli 1870 vorgenommeneu 32. Verlosung der Serien des 4per zentigen Vtaats-Lotterieanlehens vom Jahre 1-54 wurden nachstehende 26 Serien verlost, und zwar: 'Nr. 269 359 385 444 697 817 842 1303 1101 1707 2244 2259 22 Loiiisenstrake 45. —Bereits Uber Hundert geheilt. für die L » i» «>«» wieder eine Sendung aus dem Auslaude neuester augesangener Arbeiten in Tuchapplikation, Tapisserie rc. augelaugt. Nach Musterzcitungen wirv das Material geschmackvoll affortirt. Montirnngen aller Art in Sammt, Leder, Papier rc werden bestens und billigst be orgt, wozu auch Gegenstände in politirtem Holz, wie in Äntik - Schnitzwaaren , die jeden Salon prachtvoll zieren, vorhanden. 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Bod.-Cr-ditanst. »üg.ölt.Bod.-Sredjt. tzto. in SS Ä.rück,. > Geld ^ War- ^ K».— S8.8S 88.— rvii.- ilv so <-»>.!!> ÜS.I» 89 — W.4» ror.s» III, ke S4.—^ ss.- se>.— «o.—! 78.— »L. 80.ro 84 — I8.S0 Veld Ware Oest. Hyxcth.-Bank . S7.80 98.30 Qültb- Küdd.-Ocs. zliSOOKr. 117-^ 117.2L dt». Bons 8 pLt. 244.— L45.— «crdb. (Imst. 6M.) V4.S0 SS.— Sicb.-B.(L»«fl.ö.W.) SI.S». :-iudoIsöd.(300fl.ö.W.) SS.70 Franj-2oI.. —> 37.— St.SenoiS. 40 , S8.5V 30.50 -Sinbikchgrätz Sl> „ LO.SO 21.— Waldstein . 2V „ 22.25 22.50 K-glevich . U) „ 1«.— 17.- RudolfSstift. 10 ö.W. 14.50 15.50 (3Mon.) LugSb. 100 fl. südb.W. 1VV.40 lov.e» Franks. 100fl. „ „ 100.70 IVO.SS London 10 Pf. Elcrl. 120.55 120.7» Paris 10« Franc« . 47.75 17.S0 Aümsll. 93.30 93.40 Kais. Münz-Dncaten. 5.7b 90.75 91.25 20-FrancSstück . . . 9.S2 105.—!10S.2S Bereinslhaler . . . 1.77« 90.25^ S0 5V Silbcr . . . . 118.25 72».— >>84.— k>66.— L71.25 370.— ! 92.— 245.— ' 8148 203.30 L16.— ^48-50 174.-192.— 174 50 173.50 /23.-264.20 870.— 217.75 572 — i 94.— >250.— 2152 203.50 216.50 249.— 174 50 SO 175. 174 — 5.75 s.e» 1.^. 11».^ Telegrafischer Wechselkurs vom 4. Juli. 5perz. Rente österr. Papier 60.10. — 5perz. Perr. Silber 69.—. — 1860er Staatsanlehen 96.SO-Bankaktien 722. — Kreditaktien 265. —. — London I-sU"-— Silber 118 25. — Napoleonsd'or 9.66. — Lerlegrr und für ne l»-dakiion verantwortlich: Ott»««!^ amber g. Druck von Zglu v. Kleinmayr L Fed. Bamberg in Laibach-