Prfinnmrratious - Ptrijc Fitr Laibach ^anzjiihrig . . . 8 fl. — kr. Hrldjiihrig . . . S „ „ Licrtcljiihrjg. . . l „ 50 „ "ionalliq . . . - „ 5o „ Mit 6er Post: ® to%en, in gecigneter Weise zu vcrstanbigen. Mit Ausarbeitung ber im Reichsrathe einzu °ringenbcn Vorlage sollen bie Herren Scktionschcf bon Wafer unb Ministcrialrath von Strcmayr be< °uftragt fcin. Der Erlah be« Dr. Giskra, als Stctlvertre- ter« bes Kultusministcrs, an ben Statthaltcrci-Lcitcr in Lemberg lautct: „Die entporenben Vorgauge, welche in bent Krakauer Konvente bet Karnietiterinncn zu Tage gekom-rnen find, unb bie baburch verursachle gerechte Entru-stung gegen bie Lewohnerinnen bcr Statte ber verub-ten Unthat, legen ber kaiserlichen Regieruug bie Pslicht nahe, in erufte Erwagung zu ziehen, was beziigtich dieses Konvents zunachst einzuleiten sei. In erster Linie brangt sich bie Frage aus, ob bent gedachten Konvente bie in Folge Allerhochster Entschliehung vom 5. Juni 1867 wegeu ber Borenthaltung ber demsel-ben aus bent Kbnigreiche Polen gebuhrenden Beziige vorschutzweise aus ben Staalsfinanzen gewahrte Subvention jahrlicher 1800 fl. Oe. W. noch serner be-lassen werden tonne ? Allein die kaiserliche Regierung fann bei bieser Frage nicht stehcn bleibeit; fie mutz bei ber wohlbegrflnbeten Ausregung, welche der Dorsal! in bent Konvente der Karmcliterinnen allenthalben hervorgernsen hat, in Ueberlegmtg nehmen, ob bie Fortdauer bes Bestandes bieses Konvents, von welchem im gunstigsten Falle einc gebeihliche Wirksamkeit aus tange hin nicht gewartigt roerben tbnntc, im bfsenlichen Jntcresse geftattet sei. In Betreff dessen ersnche ich Ew. 2C., unverzuglich mit bent Krakauer Bisthums-Administrator, Bischos Galecki, bas Einvernehmen Uber bie seitherige Wirksamkeit dieses Konvents zu pflegen unb benfelben zur Aeuherung barUbcr zu ver-anlasieu, ob ber Fortbestanb des Konvents ber Kar-melitertnnen in Krakau auch nur im kirchlichen Interest ats wlinschenswerth angcschen roerben tonne. Die bicssiillige Aeuherung bes gcnanntcn Bischoss wolleu ntir Ero. rc. rc. mit Jhrem Gutachten ehethun-lichst vorlegen. Vorher aber roiinsche ich ohne Verzug die An-sicht Ero. rc. rc. daruber innc zu roerben, ob gegen bie sosortige Einstellung der obenerroahnten vorschutz-weisen Subvention Gritnbe geltenb gemacht roerben konnen, rocit bei bent Abgange solcher GrUnde bie kaiserliche Regierung allsogleich zur Einstellung bieser Subvention zu schreitcu sich verpflichtet sehen mutz. Giskra m. p." Aus Krakau, 1. August, wirb ber ,.N. F. Pr." beridjtct: Oie polizeiliche Durchsnchung de» Kar-inclitcrinnenfloftcr« aus ber Wcsola hat Thatsachen zu Tage gestirbert, die, ctbgcfchen von bem Vorfalle mit bcr Ubrht, aus bie Klostcrwirthschaft itberhaupt grclle Strciflichtcr zu werscn geeignet finb. Es cha-raktcrisirt roohl nicht« bit gcistige Vcrkommcnhcit bicscS Nonncnklostcrs besfcr, al« da« eine Faktum, batz man bei bcr Durchsnchung be« Kloster« oiler-bings cine Bibliothck, bicse aber ausschlictzlich aus latcinischcn Wcrken beslcheitb, vorsanb, welche (cine einzige ber Nonncn vcrfteht. Der Schlutz aus bie gcistige Nahrnng, welche ben OrdenSschwestcrn zur Vcrfiigung ftanb, ist lcicht zu zirhen. — Von bcr leiblichcn Nahrnng, bie sich bieselben bcreiteten, lassen Sic mid) licbcr schweigen. Die D liste, welche bcr Kommission au« ber Speisekammer be« Kloster« entgeoenbrangcn, »varen nicht« weniger al« einlaben-ber Natur, ja bas gerabe Gegenthcil bavon. In Harmonie hiemit besanb sich auch bie autzere Er-scheinung ber Nonncn; selbe entzieht sich fbrmlich ber Schilbcrung unb geuiigt e« roohl, um von ber-selben einen annahernben Bcgrisf zu gcben, hicr an-juflihren, bah sich bie Karmcliterinnen nach ber OrbenSrcgcl nie waschcn bitrsen. Unter folchen Ver« haltniffen wirb e« fast crklSrlich, wie bie Schwestcrn in ber Anhaltung bcr Ubryk in jenem kloakeniihn-lichen Gemachc nichts UngcwShnlichcS ober gar Er-fchreckliche« fanben, fonbern ben gefchilbcrten Auf-enthalt«ort ber Ubryk fflr gonj kornfortabel hielten, ja fogar noch cin zweitc«, ber Zclle ber Ubryk Shn« liche« ..Appartcrnent" fur etroaige anbere ..vcrrfldte" Nonncn neben bem fitr bie Ubryk bestimmt geroefenen in Bcreitfchaft hielten. Ieuilleton. Reiscbildcr ms Dalmatien. Bon A. v. @ch. (Fortsetzung.) XIII. O dolce Napoti, O ciel beato Ove soridere Volte it creato; Tu sei 1’impero Sta. Lucia — Sta. Lucia! Die mange bieser lieblichen Barkarole kamen on ber entgegengesetzten Seite bes Hafens, al« ich ‘?cn aus bem Stabtthor trat. Die SSngerin war «ne jcner fchwarzaugigcn Wafferblumen, bie mich JPatethin so geheimnitzvoll lieblich umbufteten, at« J1 Qn der Riviera bon Shioggia von ber heroischen ^tflangenheit Venebig« unb von ben gottbeflilgelten ElvrkuslSwen triiumte. ES war tein AltagSbilb, «tne prosaische Fischthrannatur mit flbeltiechenben ^chuppenhanben unb Fischschwanz, eS war eine »file VerkSrperung, die bie beutfche Fantaste fo Uberselig in ben Golf von Ncapcl verfetzt, einc Ber-; korpcrnng be« Robcrt’schcn Gcmalbe«, bcr Kommcntar moberner Ftschcrmabchcn. Es Ififjt sich gut traumen1 in dem roeiten offenen Dom, wo feine weihrauch-schwere Lust ben Athem bettemmt, feine gothischen Knppeln ba« christliche Gemuth nicberbrtiden, batz e« kummcrschwer Psalmen mitbetet, — hier lag, bie fiihle Anbacht ber Natur selbst auf ben Knien und betete. Die corgefchrittene Nacht lieh nur unbeutlich ba« umliegenbe Bild hervortreten. Die Stimme ber unfichtbaren Siingerin war verklungcn unb bie ftumm-fUnbigcn Gebanken, bie in nochtlichet Einsarn-teit fo gerne in unferen Herzen auftauchen, kamen nach unb nach hervorgekrochen au« threm Schlupf-winkel unb tanzten mit unbeftimmten Kvnturen unb Nebclgefichtern vor ben Augcn, unb auch jene« blaffe Srauengeficht, ba« im Augenblicke unter bem flackern-ben Lampenlichte oorbeihufchte, hatte etroa« ganz abfonberlid) Reingeistige«, wie e« folchen Fisivgnornien eigen. Ich Habe e« nicht tvieber gefehcn, aber e« blieb mir lange noch in Eiinnerung, benn in jenen ZLgen lag etroa« TrabitionclleS, die Gefchichte einer bewegten Vergangenheit, nicht ba« unentfchieben Ge- bankenlofe, roie roir cs bei kurzrSckigen Backfifchen antreffen: bas Gesicht war schrncrzensbleich unb seine Eigcnthiimcrin muh in frilheren Tagen viel gelitten ober geliebt hnben. Ach, sie muh viel geliebt hoben, benn im ©fl« ben Icibet man nicht; bie Schmerzen finb nur vor« ubergehenb unb niften sich nicht fo tics in bie Herzen roie bei un« biesfeit« bcr Alpcn, wo e« fo title fdjlechte Romane gibt, in benen unglflckliche Liebe tagliche Nahrung finb, wv ba« unreife Mitdchen fchon ketnen sflhercn Gebanken tennt, al« ihren nebelfuchtigen Geliebten mit ©elbftmorbgebanfen umgehen zu fchen, von Brautkleibern trfiumt unb fflhcn Rosinenfuchen, burch fflnfunbzwanztg Stunben be« Toge« ihre weihen blaugeiiberten Hiinbchen be-trochtet unb babei an bie fflhcn Augenblicke benkt, wv er, bcr ttebelfflchtige Geliebte nfimlich, mit fet* nen romantifch lauwarmen Lippen barauf hasten wirb. Gleich unferen Gebanken finb aber auch bie Erfchemungcn, uttb roenn wir weiterwanbcln lange ben glflhcnben Mauem, fo fSllt bie Seele zurflck in ba« fchmutzige Reich eine« HafenparabiefcS; in ben Nifchen lehnen fie, bie zahlreichen Repritstn- Abtretung Kubas. Die in amerikanischen Slattern bcreits be« fprochene Abtretung KudaS fur Geld an die nord-amerikanische Union findct auch an der Londoner „Times" cine eifrige Ffirsprccherin. Es mfiffc, meint fie, den spanischen Staatsmanncrn langst klar geworden sein, bah eitte crlenchtete Handelspolitik eine Nothwendigkeit fiir das aus ber Revolution hervorgegangene Spamen ist. Dann tonne abcr die vom Schntzzoll befreite spanische Industrie nicht mehr die Antillen monopolisiren, sondern mfisse der amerikanischen Konkurrenz weichen. Dann tonne aber Kuba selbst urn ben PreiS von 40- bis 50.000 Mann Soldaten nicht mchr behauptet werden. Selbst Prim ware schon langst der Ueberzeugtutg, datz die LoStrennung der Kolonie vom Mutterlande nur mehr cine Frage der Zeit fei. Es tonne jetzt nur darauf ankommen, durch Niederdriickung des Anf-standes die „Ehre Spaniens" zu wahren. Dies versteht die Regierung der nordamerikanischen Union und bcnimint sich daher, indent sic die Flibustier-ziige nach Kuba verhinbert, iintzerst loial gegen bit spanische Regierung. Geschicktc Unterhandler konnten nach Beruhigung der Jnsel cin stir beide Thcile be-friedigendes Resultat crziclcn. Fiir die Union hat Kuba hohen Werth und Spanien befiime eine an-ftandige ihm sehr nbthige Summc Geldes fiir eine ihm werthlose Bcsitzung. Naturlich wiire es fomtt, wenn man die Kubaner selbst durch tine Abstim-mung fiber ihr Schicksal entscheiden liege, dtren Re-sultal nicht im mindesten zweifelhaft ware. Spanien wiirde so seine roenig ehrenvvlle Nolle ale amcrifa-nische Kolonialmacht mit einem volksthiimlichen Akte beschlietzen. Polilische Rundschau. Laibach, 5. August. Kardinal Rausch er hat vor burdjgcfiihrter SchwurgerichtSverhandlung gegen ben Bischos Rubigter in Linz, an den Ministerprasidenten Grafen Taaffe cin Schreiben gerichtet. roorin es am Schlusse heiht: ..Die Perworienheit unfever i'age fteigert sich mit jedem Monate. Wird die Partei, welche das Einschreiten wider den Bifchof von Linz als cine Heldenthat begrntzt, Oestcrreich retten ? Rein ! Sieht fie sich auger Stand, ihre Herrschaft in weitcrem Ktcise zu behaupten, so wirv fie fogar hinter Leopold ben Glorreichen bereitroiliig zuriick-gchen und sich mit Steiermark und dent Htrzog-thurne begnfigen, wofern fie nur hicr nach ihrcni Belieben und zu thren Zwecken fchaften fanu. Urn so lcbhafter bedauere ich die Angelegenheit, welche mir diese (Žrtlarung zur Pflicht macht; derm fie gchort in die Reihe der 93organge, welche der Eini-gung aller Wohlgesinnten im Wege flcheu und dem Einspniche wider den Forlbestand bed Reiches eincn Schein ber Berechligung verlcihen." Hat vielleicht bie Panci, welcher Karbinal Ranscher angehort, bnrch ben Abschluh bee Konkorbates, bas Rational* anlehen, ben Kricg von 1859 u. s. w. Oestcrreich „gcrettct?“ Ueber die Begnadigung deS Bifchofs von Linz bringt bas in Salzburg erfcheinenbe ultramontane Blattchcn mit dem poinphaflen Titel: „Der Bcrtheidiger als Kampfer, fur Gott, Rccht und Wahrheit" bie Miltheilung, „datz Graf Beust und uberhaupt kein Minister auf ben allerhochstcn Gnadenakt (Sinflufj nahm. Sc. Emiiienz Kardinal Ritter v. Raufcher arbcitete fiber biefe Angelegenheit eiu Menioirc aus, das er Sr. kaiferlichen Hoheit dem Erzherzoge Franz Karl fiberreichte, HSchstwelchcr es Sr. Majestat dem Kaifer zur Einficht tibcrgab, und Se. Majestat entfchtofe fich zur Begnadigung des Linzcr Bifchofs aus vollem freien Antriebe." Die Militclrkommiffion der u wg a r i f d) e n Delegation hat fich dahin erflart, bah das Ar-meeinfpektoral anfzuhebcn fci, und hat den fiir das-felbe ciugcftellten Posten gestrichen. Rebcu den Grfinben, bie vom milUarifchen Standpnnkle gegen biefe Institution ins Feld gefiihrt wurden, ist vor allem der gcroichtigfte Grund, dah biefelbe mit ber Berantroortlichfeit eine« Kriegsministeriums unvcr-einbar ist. Auch die iibrigcn Inšpektorate bestanben nicht bie Probe vor ber jedenfaUs militarisch kompetenten Krilit dieser Kornrnission. Es ist roohl zu hoffen, dah es von Seite ber reichsralhlichen Delegation nur biefer Anregnng bebarf, um einem fotchen Bcfchluffe ebenfalls bie Zustimmung zu geben. Es ist eine Deputation von Bfirgcm aus Krakau in Wien eingetroffen, um eine Petition in Beteff ber Aufhebung ber Krafauer Klbfter bci bem Minister beS Jnnern, welcher zur Zeit auch ben Minister fiir Kultus und Untcrricht oertritt, zu ubcrreichen. Wie bie „VolkSz." fchreibt, tuerben im Laufe ber nachften Zeit aus oerfchicbenen Stabten ahnlichc Dcputationen eintreffen. Die Krakauer Klostergefchichtc macht in den Leitartikeln der eng li f che n Blatter die Rnndc. „Morning Post" und „Daily Telegraph" roarett Die crften, welche sich derfclbett bemachtigten unb bie „Dmcs" folgen ihrctn Beifpiele. Das leitenbe Blakt erllart mit Befriebigung, bie Schauergefchichtc werde mithelfcn, die Abfchaffung ber kirchlichen Pricitegien zu beroirkcn, welche es religibfen Genoffenfchaften bcfonberS iu Oefterreich nioglich gemadit, sich fast oollftanbige Unabhangigfcit von ber rceltlicheti Macht zu crobcrn. Gludlicher Weife feien liberate Jbeen in Oestcrreich foroeit burchgebrungett, bah tvebcr Staatdmanner nod) Volk in ber Laune feien, sich von der Kirche bchcrrfchen zu loffen und biefer Dor-fall werde wahrfcheinlich nicht bazn bcitragen, sic in ihrcm Entfchluffe wattkenb zu tuachcti. Wenn geift- liche Orben beibchaltcn wcrbcn follcn, fo mtiffe man ihre Gcbanbe ber Jnfpektion bes Staatcs unter-roerfen unb ihre Regeln unb Bcftimmungen bctten bes StaateS anpaffcn. Dicfc Lehrc Habe man sich fclbft in Jtalien unb Spanien zu Herzen genom« men unb Oestcrreich werde roohl nicht tange auf sich warten laffen und biefen Bcifpielcn folgen. Ein Wiener Korrefponbent der „Boh." weih zu mclbcti, dah Bifchof Galccki bercits aus freien Stricken angczcigt Habe, bah cr untcr ben gc-gebenen Umstanben unb unvorgreiflich ber Refultatc ber eingeleiteten Unterfuchung ben Fortbcstand des KlosterS der Karmeliterinnen nicht als thunlich cr-achte, und dah er fofort Mahregeln zur AnflSfung bes Konvents unb zur eoentucllen TranSferirung der einzclnen Ronnen ocranlaffen werde. Aus Ga li z ien werden intercffante Knnbgc-bungcn im Jntetcffc einer gemahigten Politik dcS galizifchen LandtagcS gcmclbet. Aus Rctt-Sanbec wirb namlich berichfet, bah eine am 30. Juli bafelbft abgehaltenc ffiahlerocrfammtung dent Reichs-rathsabgeorfcneten Herrn Sznjski und bem Land-tagsabgeorbneten Hertn Trzceiccki, die fiir eine Be-fchickung des Reichsrathes sich ausgefprochen haben, ein Bcrtraucnsvotum gegeben hat. Die „Jtalienifchc floriefponbcttz" bementirt die ncuerlichen Gerfichte fiber Alliauzcn unb ge-heimes Einverstandnih Jtaliens mit anderen Machtcn. Das Blalt sieht in biefen Rachrichten, welche bnrch bie dcr gegenroartigen Regierung feind-liche Preffc auSgcbeutet wurben, nur Manfloer einer Partei, gegen welche bie Regierung auf ihrer Hut sein milffe. Wie bie Englander das bkumenischc Konzil bcurthciten, ist um fo intcrcffanter, als gerabe in (Žnglanb ber Papismns in neueftcr Zeit noch als wirkfames Gefpcnst zitirt rourbc. Die „Morning Post," beftreitct z. B. bem Konzil ben Titel eineS „allgcntcincttber Befnch bcefclbctt bnrch einige cnglifche Gcistliche fci cine Privatangelegentjeit unb habe mit ber anglifanifchen Kirche nichis zu thun. England werde wie bas Auslanb nichtS bcffcrcs thun kbnncii, als bie Sachc ihrcn Gang gehcn zu laffen. Komtue das Konzil roirklich zu Standc, fo werde allcs bleiben wie vorhcr. Dcr Papst werde die Protcftanten nicht bekehren. Solltc bas Ehri-stenthum burch ungehcuerlidje Vorfchlagc in Auf» icgung vcrfctzt werden, fo wiirde das 19. Jahr-hundcrt diefelbcn fchon zu bchanbcln wiffen; mit dem Mittelalter fci eS cin fiir atlemat vorbci. Dieses kaltbliitige Urthcil hat mehr Wcrth als Exkla-mationen ber Furcht vor den bevorftehenben Bc-fchliiffcn. Die ..Turquic" melbct: Der Adjutant be« GrohvczicrS, Haffan Effcnbi. ist nach Egipten abgereist. Er iiberbringt auf Befelil bes Sultans cin Schreiben an ben Khedive, welches katcgorisd) tanteu dcr gemischten Lolksstamme ZaraJs ; ber zer-tutnpte Morlakfe mit bem obligoten montenegrini« fchen llngeziefer, ber biinnbeinige itafienischc Fischer mit- feinem Mafkaronigcsicht unb der clenben Gc-ntigfamkeit iu ben hungrigcn Augcn, hie unb da ein bettclsfichtiger Csmane, bem ber Fcyen Koran, ber aus bem Lcbcrgiirtet hervoriiugelt, zwar manch’ herrlichc Vcrsprcchungcn austifcht von taufcnb schwarzSugigeu Houris, Scherbeth unb Dattelpal-mcn, feurigen Pferben unb Darnaszcncrklingcn, aber ihn hungert unb so vicl ich in feinett uiatten An-genfternen tefe, giibe er gcrne bas ganzc mohatueba' nifche Utopia mit all' fcinen Pfeifen, gelben Pan-toffcln, Dattcln unb Pfcrbefatteln fiir ein Stuck Brot uttb seine halbauSgcstrccktc Hanb fchcint zu bitten: „wer para effeudi!“ — TrSste bid), ge-fchorentr Sohn Osmans! bu wirst in cin bcffcrcs Jrnfcits eingehen, aber frfiher rathe ich bit; bich tin rocnig unizufchen unb ben Praffern in Stambul bett Krug ctroas hoher zu hangcn — cs kbnnte mSglicherwcifc bennoch beffer wcrbcn. Ich zweifle. Das Volk ist zu apathifch, es benkt nicht, ober wenn es benft, fo gefchieht es, wie mir einst der Zuavenmajor Slender in Ragufa verfidjcrtc, nur bis auf eincn Uinkrcis, beffcn Halb-meffer ein mittclgrohcs Pfcifcnrohr miht. Ungluck-liches Volk! im Grunbe bist bu vielleicht boch nur zu bcnciben, denn bu kennft sic nicht, bie zahlreichen Plaflcn der Zivilifation mit den cbgcbrcchfclten Hochgefiihlen, bie Freiheitsschreie bierliebenbcr Rc-vvliitionS-Dilettariteii, Schullchrerweisheit, Komptoir-Kreaturen und Kritmerseelen. und rufft ruhig wei-ter dein: „La illah il allah wa mahomed vazul allah!“ Es ist cin eigenthiimlicher Schmcrz, dcr uns crgreift, roenn roir ein Volk im Elcnd wiffen, an bem cs fclbft Schulb tragt, ber Schmcrz ber Vcr-zrociflnng, die tierlorengehenbe Hoffnung fiir die Zukunft, ber geiftigc Sclbstnwrb burch Jahrhun-bertc, ein Wehruf, ber tteit fchritler at« jebcr Schtncrzensfchrci ber llnterbruckung. Gewalt macht fret von Kncchtfchast, abcr nicht von ber gciftig-moralifchen Apathie einer ganjen Ration. Das atte Rom konnte burch seine Lcgioncn bie herrsch siichtigcn Prinzipien Jahrhunbcrte long aufrccht cr-halten, aber es unterlag rafchcr als bas fpatere Rom, bas feine Macht auf Dogmen stiitzte unb absolute GeisteSknechtfchaft ffihrte. Zu unfcrcm Troste ist and) daS mittelalterlichc Rom zufammen-gebrodjen unb fitzt als Gefpcnst stcrbensmatt zwi-fchcu ben geborstcncti Saulen bes Kolifcnms und fatigt Fliegcn iu feitt fchfitteres Netz, aber feine Zasaren mchr. Unb bie mohamcbanifdjett Jnstitu-tionett fiitb nicht minber oerfcerbenbringettb, unb roabrcnb der letzlc geistig-wellliche Kampf hcreinzu-brechcn broht unb bie Orgeltbnc Palestrinas in St. Peter wchmfithig roeiterroimmern, wie ein Ster-belieb, erbleicht auch bie Begeifterung unb ber fata« listifdie Fanatismus in dcr Aja Sofia, und an ben Pforten ber hciligctt Mofchec crftirbt die Ver-gangcnhcit ber Hebfchra. Erftirbt sic in Wahrheit? Ich weih nicht. Die Minarets stehcn nod) wie zu Zcitcn BajazitS unb Mahmub II., and) glfinzt noch ber Halbmonb, bas fchimmcrnbc Simbol fiber bas golbenc Horn; ber Wachtcr von ber Zinnc bes Minarets ruft wie »or zwolfhundert Jahrcn in Mekka unb Mebina bie Gliinbigcn zum Gcbcte — ob es aber nicht mchr bios FSrml ich° keit ist, ubcrlafft ich Anberen zur Entfcheidung. (Fortsetzung folgt.) Aufklarungcn fordert tiber die Zuruckziehung der Truppen aus Kreta und die Unterhandlungen auf der Reise in Europa. Wenn dicse AufklSrungen nnbefriedigend, so erklarl die Pforle beziiglich Egip-tens auf die Aussiihrung deS FermanS von 1841 zuruckzukommen. Was die Nachrichten ans Spani en betrifft, fy miiffen jetzt selbst Blatter, die fiir den Karlismus tine unverkennbare Neigung haben, wie z. B. der ..Konstitutionnel," eingeftehen, batz die rinzelnen Mlistifchen Unternehmungen nicht gegliickt find. Nach „Diario de Tarragona" fcheinen die Karlisten ^efehl erhalten zu haben, jede weitcre aufstiinbifche Eewegung bis auf die ersten Tage des August zu 6en"d)iebcn. Zwar motite man am Samstag in Paris to>ffcn, datz General Baldrich in Katalonien fid) 6,0r dem karlistischen Anfiihrer Tristany hade zuriick-! Jjthtn miiffen; ja die Korrespondenz ..Espana" ver-Nchertc sogar, datz Balichi verwundet sei und seine ^uppen mit den Karlisten sraternisirt hatten; abet, “its stellt sich, nach eingczogenen Erkundigungen deS: ^oniteur Dalloz," al« erfunden heraus. Beziiglich Karlos meldet die ..Gazette de France," datz !r f*ch an Bord eines Schisfes bcfinde, das an der Ipanischcn Kiiste kreuze und den gunstigen Moment sewcr Landung abwarte. Dagegen behauptet die vvatrie," datz Don KarloS sich in Spanien be-tjnbet. Der „Rappel" meldet: „Der karlistische putsch sctjeint uberwaltigt. Die grofje Sorge ^er spanischen Rcgierung wendet sich nunmehr republikanischen Bewegung zu. Topcte und vnm sind in Barcelona. Es scheint gewitz, die Provinzen von Barcelona, Tarragona, Le» Uda, Urgell :c. ihre Unabhangigkeit oder die sode-^olistische Republik proklamiren werden. Die repu-dllkanische Meinung hat sich in Spanien seit der 'deptcmbcr-Rcvolution nod) nie so lebhast kundge-Qcbcn als jctzt. Bur Tagesgeschichte. „ ,t — Die Allerhochste Entschlietzung, welche die ^uruckstelluug der Heirats-Kautionen an die vchnitiv pensionirten Offiziere tmd die Witwen sank-^Miren roirb, ift in der kiirzestcn Zeit zu erwarten. soll der Erlah eines Heirats-Normales ^gen, in dem die KautionSstellung cine durchgreiseude ”eform erfahren wtirde. — Urn den Volksunterricht in der Mi-^targ renze zu heben, hat das ReichS-Kriegsmini-'^rium sich an den Gemeinderath wegen der Aufnahme n mehreren Lehrern aus der „Grenze" in das Wie-net i!ehrer-Padagoc>ium fiir das nad)fte Schuljahr fchon Ikwendet. Diese „Grenzlehrer" sollen uadi vollendelem TOcigogifchen Kurse in ihrer Heimat wieder selbst als chrerbildner auflreten kvnnen. Der Gemeinderath hat kseni Ansnd)en auf das bereitwilligste init der Bemer-u»g entsprochen, datz die „Grenzlehrer" fid) alien an etn Padagogium geltenden Vorschriften und Bebin-3ungen fitgui miiffen und datz fiir diefelben ein Jahres-"°Hotar vvu 80 fl. entrichtet merden mutz. , — Aus Brtinn wird miter dem 1. d. geschrie- oj!1: Die bei den Exzeffen am 13. Juli verrounbete ta^ e ^iltenbeitel ift vor einigeit Tagen int Spi-t . c 9eftorben und vorgeftern begraben worden. Die-e de wollte sich das bnrchfchoffene ©ein nid)t abnehmen ift w'"'n Sotge dessen der Tod erfolgte. Borgestern I der bei berfelben Affaire venuunbete Webergeselle K?.ton Dollinka und geftern der Weberlehrling Thomas seiner Wnnde ertegen. Der durd) die Brust gc» Ed $i^Ier9efet(e dtowak besiudet sich^ den Um- Schwiegertochter und Schroiegersohne, tiber alle Welt zerstrent, besitzt. Manche diefer Kinder hatten die Eltcrn seit 20 Jahren nicht gesehen, und waren zu dem seltenen Feste aus Ruhtand, Frankreich, Amerika u. s. to. herbeigeeilt, ohne datz die Alien etwas ahn-ten. Der jiingfte, allein zu Hause befiiibtidje Sohn hatte alle Geschroister zufammeitberufen, und im Zimmer der ©Item hinter einem Alkoven versteckt. Nad)-bent er die filberhaarigen, abet riiftigen Hochzeitsteute zum reichen Gabentische geftihrt, rief er eines der Geschwister nach dem anberen beim Namen, uub zum freubigen Sd)recken bes betagten Jubelpaares trat, wie burch Zanberci, jedes Aufgerufene hmter bem Vor-hange heruor. Die greife Mutter kouute all' bie Wouue des Wiederseheus nicht ertragen und fiet in Dhnmacht, der Safer aber nahrn, helle Frendenthrci-nen vergietzeitb, bie Gtiickroiinsche seiner 23 glticklichen, gesuubeu und bantbaren Kinber entgegen. Da der Jnbilar ein starker Tabakraucher ist, uitb jeder der Sohne aus einem anberen i'anCe eine Pfeife zum Ge-schenk gebracht hatte, fah sich ber Alte plotzlich im Be-sitze einer originetlen Pfeifeusammlung. — Am Mentag fanb in bem Plauen'scheu Gruube in ben Kohlengruben des Freiherrn u. Bnrgk Durd) Ent-ztinbung bofer Wetter ein grotzes Ungltick ftatt. Gegen 400 ©ergarbeiter lourben im Schachte eingefchtoffen. Bereits wurden fiebeu Seidjen zu Tage gesordert. — Ein spateres Telegrarnrn lantet: Beziiglich der Grn-beuexplosion wurbe festgestellt, batz 321 Bergleute in die Grube eiugefahreu waren. Man glaubt, batz alle getbbtct rourben. Bisher ivurbeu etroa 20 Leichen he-rausgebrad)t. in einem noch ziemlich erhaltenen Saale beutfche Chore ber ©berfteiner Turner unb rourben bei einem fd)neff improvisirten Tanzcheu Bekauutschaften angekniipft. Von bem Waisserberg zog die mehr als 100 Kvpfe zah-lende frohliche Kinderfd)aar noch einem nahe getegcnen Bauernhofe, woselbst fie von einer zahtreichen Gesell-fchaft enuartet unb ausgiebig bewirthet wurbe. Unter Tanzen unb Turnen, Wettlaufcn unb Klettan verging fd)uell ber Nachmittag, unb fd)cn bunfelte es, als die jubelnde unb jauchzende Schaar, der dieses Fest gewitz nod) tange in Erinuerung bteiben roirb, sich von ein-anber verabfd)iebete. (Wir halten biesen hochst lobens-wurbigen Vorgang fiir ebenfo praktisch als nachah-mungswerth. In ber ©chute miiffen bie Jdeeu ber ftaatsbiirgerlichen Freiheit unb ber naticuaten Ber-fijhnuug eingepflaitzt werden, uub Trager dicser Jdeen zu seiu, gehort zum heitigen Bernse ber Sehrer.) Von santmtlichen zu biesem Feste getabcnen Herren Kate-cheten roar keiner erschienen, aber auch — (einer vermitzt.______________________________ Witterung. Laibach, 5. August. Morgenucbel. Heiterer wolkcnloser Tag, schwacher Siord-osiwind. Warmc: Morgens 6 Uhr + 10.1", Nachm. 2 Uhr + 21.3’ (1868 28.1"; 1867 +15.8".) Barometer: 327.72'", im fallen. Das gestrige Tagcsmittel ber Warme + 14.9",um 0.9° miter dem Normale. ______________________ ^cn angcmeffeit unb hegt man nunmehr fiir bie g seines Lebens feine Beforgniffe. >, , — In Neu-Verbatz fctcrtc biefcr Tage ber * l*l9e ifraelitifche Kausmann Michael Singer die %ttung c: '*ov ovaufmann zuiiajaci vie P°%it seiner Tochter. Ein katholifcher Btirger mit cj*** Gattin fungirten bei ber Training als Bei-to ' die Tochter des evangelischen Lehrers roar s??utftihrerin unb ein Dr. Meb. reformirter Kon-felnott Brautfiihrer. fte (m~. Rodelh eim rourbe kiirzlich in riihrend- V Weife die goldene Hochzeit eines roiirbigcn rc6 geseiert, welches zufammen 23 Tochter, Svhue, Lolal- unb Provmzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronil. — (Sparkaff e.) Der eben verofsentlichte Rech-nungs-Abfchtutz ber Laibacher Sparkaffe fiir bas erfte Halbjahr 1869 roeist nach, batz in biesem Zeitraume von 5542 Parleieu 832.083 fl. eingetcgt, an 3559 aber an Kapital unb Zinsen 494.455 ft. 94 kr. zu-riickgezahtt wurden. Diese zunehmende Kapitalseinlage lietze eine Znuahme des Bolkswohlstandes vorausfetzen, roenn nicht anbere Momente teiber bas Gegentheit be-rocifen roiirben. Die trainer Sparkaffe hat gegenroartig einett Aktivstanb von 6,062.350 ft. 28 kr., roahrenb berfetbe zu Anfang bes Jahres nur 5,553.161 ft. 58. kr. betrug. Davou hat fie 3,023.788 ft. 34 kr. pupillarmahig gesichert; in Effekten aber 1,926.700 fl. 80 kr. — (Aus Ktagenfurt berichtet man u n 6,) datz dafelbst eine neue Zeiiung, „Karntner Zei-tung," erfcheint, deren giedaktion ein Herr Alois Weitz, Archivar des naturhiftorifcheu Bcreincs, ist. Doch ver-muthet man attertei Perfvnlichkeiten, ivelche hinter diefem vorgefchobenen Namen steckeu. DaS Tagesereig-nitz von Klageusurt ist bie itiereiuigung beiber Ka-sinos in eines. — Am 15. August kommt ber Leob-ner Gefangsverein, am 24. ber Wiener Manncrge-sangsverein, um einett Tag bafelbst zu uerfmgen. Am 4. 5, unb 6. September roirb bort bet erfte ostetrei-d)i]d)e Fenerwehrtag abgehatten. — (Aus Triyen) berichtet die „Ktagenfurter Zeiiung:" Am 25. Inti fanb in unferer Nahe ein autzerst getnngenes Fest ftatt, vou dem roir nicht nmhtn konneu, zu berichten. — Es hatten sich namtich fur biefeit Tag bie Schiller der beutfchett Ebersteiner unb Briickler Schnten bei ben Schiilern ber floveuifcheu Trixner ©chute zum Befuche angefagt, um mit biefeit eine Verbrtidermtg zu seieru unb eincit vergniigteu Nachmittag zu uerteben. In hetten Hausen famen sie nun an biesem Tage gezogen, die Trixner cichenbetaubt, mit ihrer Schnlfahne unb einer Mufifbanbe, bie Eber-stein-Brtickler mit einer riefigen beutfchen Trikolore, und am Waiffenberger Felbe trafcu die frbhlicheti Schaaren zufammen. Nach einer Reihe von herzticheu Begriitzungen, Gut Heils unb Gltick auf’S zog bie Schaar paarroeife, je ein Winbifcher unb ein Dcutfdjer, mit ihren Lehrern an der Spitze, und in Begteitung einiger Kindersrennde hinauf zur Ruiue SBaiffenberg unb roahrent) von ben Thtirmen bersetben die mitge-brachteti Fahnen lnstig int Winde flatterten, erklangen Angekommene Fremde. Am 4. August. Stnilt Wien. B. Eisank, Privai, itlagenfuvt. — Frhr. v. Lilienaii, k $. Gen.-Inšpektor, Wien. — Erker, Lehrer, 3Jiittcrtorf. — Lakner, Stenereiniiehmer, Stein. — Ber-derber, Hdlsm., Gottschee. — Kramer, Beamle, Wien. — Trasoyer, Reiseiider, Vorarlberg. — Malitsck, Gerichts-beamte, Gorz. Elefant. Globocnig, erzbischSfl. Sekretar, Giirz. — Sup-panz, Seisenberg. — Waschiisch, Giitsbesitzer, Grailach. — BoSguar, Seisenberg. — Thomanii, Oekonom, Stein-biichl. — Kadicik, Oekonom, Ung-°Altenburg. — Dollenz, Oekonom, Ung.-Altenbnra. — Krasovic, Lehrer, Eiibar. Zhuber von Okrog, k. k. Haiiptmaiin, Ungarn. — BShm, Besitzer, Unterkrain. — Waschitsck', Prival, Unterkrain. — Baron u. Baronin von Roschiitz, Wien. — Accerbom, Private, Tiisser. — Hell, Private, Seisenberg. — Gaber, Privat, Lack.____________________________________________ Berstorbene. Den 3. August. SDiid’acl Kotzler, Zwaugling, alt 59 Jahre, im Zwangsarbeitshause Nr. 47 an der Lungenlah-nutng. — Rliaria Justin, Jnwohneriu, alt 66 Jahre. im Zivilspital an ErschLpfung der firaftc. — Dem Jakob Kunc, Schneider, seiu Kind Anna, alt 14 Tage, in der Tirnauvorstavt Nr. 56 an der allgemeiiieii Entkriifmng. — Dem Johann Schifferer, Schnbbegleiter, sein Kind Karolina, alt 9 Mo uatc nnd 6 Tage, in der St. Petersvorstadt Nr. 130 am Diirchsalle. Den 4. August. Johann Stare, TaglLhner, alt 74 Jahre, in der Gradischavorstadt 9!r. 6 an der Entkraftnng. — Karoline Helbliiig, Jnwohnerin, alt 62 Jahre, im 2>er» sorgungshause Nr. 4 an der Wasscrsncht Geschiistszeitung. 1S6»CV Lose. Bci der vorgestrigen Berlosung wurden nachstehcnde 65 Serien gezogen: Nr. 761 823 1763 2084 2172 2288 2968 3083 3192 3504 3556 3764 3798 3806 4171 5002 5437 5454 5516 5875 5987 6015 6133 6277 6529 6591 6638 6820 6839 7023 7366 7890 7990 8177 8707 8841 8934 9360 9948 10798 11258 12356 12378 12809 13238 13332 13434 13474 14390 14486 15556 15864 15867 16900 17167 17177 17386 17473 17664 18171 18390 18472 18626 19679 unb Nr. 19>0. Die Lerlosnng der in diesen Serien enthaltenen 1300 Gewinn Numnieru wird am 1. November 1869 ftattfinben. Marktbrrichlc. Rudolfswerth, 2. August. Die Durchschnitts Preisr stellten sich ans dem heutigen Markt, wie folgt: Weizen pr. Metzen Korn „ Gerste „ baser „ Halbstncht „ Heiden „ Hirse „ Kukiirutz „ Erdapfel „ Linsen Erbsen „ Fisolen „ Rindsschmalzpr.Pfd. Schweineschmalz „ Speck, frisch, „ Speck, geriiuchert, „ ft. kr. 4 10 Butter pr. Psuud . 48 3 10 Eier pr. Stuck — 11 2 60 Milch pr. Matz . — 10 1 40 Rindsleisch pr. Psd. — 22 — — Kalbfleisch — 26 2 88 Schweinefleisch „ — — 2 56 Schvpsenfleisch „ — 20 3 20 Hahndel pr. Stilck . — 28 — Tauben „ — 20 6 40 Heu pr. Centner . i 30 6 40 stroh „ i — 6 40 Holz, hartes, pr. Sift. 6 — — 45 — weiches, „ — — 45 Wein, rother, pr. — Sinter .... 6 — 36 — weitzer . . . 5 — Laiback,, 4. August. A»f bem tieutiflcn Markte find erschienen: 15 Wagen mit Gctreide, 3 Wagen mit Heu uiib Stroh (Heu 42 Ztr. 20 Psi., Stroh 17 Ztr. 45 Psd.), 10 Wagen und 2 Schiffc (14 Klafter) mit Holz. vurchschnills-prcisc. ivtti.- Mgz.- fl. Ir. fl. ft. Weizen pr. Mtz. 4 50 5 15 Butter, Psnnd Korn „ 2 80 3 5 Eier pr. Stiick Gerste „ 2 40 2 <>r, Milch pr. Matz Hafer „ 2 — 2 16 Rindfleisch, Pfd. Halbfrucht „ — — 3 40 Kalbfleisck „ Heiden „ 2 90 3 10 Schweinefleisch „ Virse ,. 2 90 2 85 Schvpsenfleisch „ Kukurutz „ — — 2 98 HLbndel pr. St. Erdapfel „ 1 25 — — Taubcn „ Linsen „ 3 — — — Hen pr. Zentner Erbsen „ 3 20 — — Wtroh „ Fisolen 4 — — — Holz, har., Klftr. Rindschmalz,Pfd. — 49 — — — weich „ Schweineschm. „ — 44 — — Wein, rother, pr. Speck, frisch „ — 36 — — (Sinter — geranch. „ — 41 — — I 3 142 Vi 10 22 22 24 15 — 35 — 15 70 60 TOST: ft. I It. Gedenktafel fiber die am 6. August 1869 stattfindenden Lizitationen. 1. Feilb., Ogrisek'sche Real., Hrasuje, 6695 fl. 60 fr., BG. Adelsberg. — 1. Feilb., Podboj'schc Real, Belsko, 3995 fl., BG. Adelsberg. - 3. Feilb., Debevc'sche Real., Riederdorf, BG. Planina. Telegramme. Wien, 4. August. Die Militar-Sektion dcr ungarischen Delegation strich im Ordinarium bisher 3,078.248, im Extraoidinarium 497.600 Gulden Die Viererkommission beantragt, im Budget alle MilitarsondS einzustellen, wclche cine allgemeine Bestimmung habeu. Dcr Budgctausschuh der ReichsrathSdelegation strich die Anschaffungskosten fttr zwei Donaukriegs dampfer ungeachtet der lebhaften Besfirwortung deS Reichskanzlers Benst, ebenso die Anschaffungskosten fur FestungSgeschLtze ab; — in anderen Posten wurden gleichfalls ziemlich erhebliche Abstriche gemacht. Im Laufe der Debatten Sutzert Beust, datz es mitz-lich set, die Friedensdauer nach Jahren zu verbur-gen, datz er aber der Ansicht sei, wenn der Friede noch vier Jahre dauere, werde derselbe wahrscheinlich dann noch ffir liingere Zeit alS gesichert betrachtet werden kSnnen. tile Sparlmkkit. (Sin altes Sprichwort sagt: „Sparsamkeit fiiljrt zu Reichthnm." Und doch gibt es so viele Lente, die sparsam find und doch nicht wohlhabend werden. Diese verstehen aber nicht, eine weise Sparsamkeit zu iiben. Sie sparen an Kreuzern und geben es guldenweise aus, fie heben jede Stecknadel auf, und gebenineilenweil zuFutz, anftatt 10 tv. anf Stellwagen und Pserdebabn zu vcrwenden, sie deukeu nicht daran, bah Zeit and) Geld iff. So niaucher Fami-licnvater glaubt sparsam zu feiit, wenn er fein Fleisch fid' anherhalb der Linie um ciit paar Kreuzer billiger fauft und vergbnnt sich dann in der Freude liber solch' gelnngene Sparsamkeit einige Seidel „Henrigen." Mit dem billigen Bratcn bringt er dann fein erspartes Geld, aber nicht sel-ten einen „Affen" nach Hans. Manchen Frauen ift Spar fantfeit znr Gewohnheit geworden, die sogenannte moderne, aber nicht eben weise Sparsamkeit. Sie durchlaufen ein Dntzend Gewiilbe, um 9iatclu recht billig zu kausen, und belohuen sich dasiir mit eineni 5(> Gulden Kleide. Man-cher Gcschttftsmann glaubt sparsam zu bandeln, wenn er das Annonziren vermeidet. Er betrachtet jede Ausgabe dasiir als Berschwcndung und bedenkt nicht, dah der durch das Auuouzireu gcflcigcttc Absatz seiner Waaren iljnt lOfact) die Kosten dieser vcrgiitet. Eine weise Sparsamkeit iibt der Geschaftsmann, der mit Berstand und Ueberlegung an-nonzirt, und sich dabei an ein so zuverlassiges Juseraten-bureau wendet, wie das vielverzweigte Hans Haasen-stein & Vogler, in Wieu, 9tcuer Miarkt Nr. 11. Die un-crmiiblichc Thatigkeit und das Verstiindnitz, mit welchein diese Firma dem inserirenden Publikum an die Hand geht, zeigt Jedem, dcr sich an sie wendet, den Weg zur weisen Sparsamkeit im Annonziren, den Weg, die Anzeige vor-theilhast fiir den Inserirenden zu machen. Leinsaat (216-9) fauft stets zu hochsten Tagespreisen die Šttinbrndttr Oelsabrik. «V.'WJV,W.V,WAVAW.'^ i Zahnarztliches Etablijstmcnt des > A. Englander, S Heiinann'sches Hans niichst der HradeczkybrScke. > Ri Die schimsten uud besteu Ziilme und f jiift- \ »»tlvnclt- oder Smiititchlnse ohne Haken ltnb > ^ Klammern, bas vorziiglichste, was bic Zahntechnik zn 1 % leisten im Staube ift, werben baselbst verfertigt ltnb j „* Vlomblriuifreii in Golti, Amalgam i mid /icniciil, jott'ic alle anberen Zahnoperaiionen > Kiditf bas schmerzloseste nub sd)oneitbftc vollzogen. Wj Die Orbinatiouen besorgt anS 6efonbrvcv Freund-1 !> schaft > 8 Herr F. lSrilllll. herzoglicker Leibzahn- 4 S arzt ltnb cmcr. Dozeilt bcr Zahnheilkunbe. ? Ordination taglich von 9 bis 12 unb 3 bis 5 Uhr. 3 An Sonn- iuib Feiertagen von 10 bis 12 Uhr. JB Anfenthalt bis (glide August. (197—9) jjj Pan des Gefcrtintcn ri vat - Mtbindimgsanstalt in Gri*aa: (Steiermark) fiitbcn sowohl verehelichte als ledine Damen unter Garanlie ber Bewahruug bes Geheimnisses, sowie liebevoller Lrztlicher Behanbluiig uud Pflege, Aufnahme; uud in dessen (226—2) Ordinations - Anstalt, Stnbt, Paradeis (Murnasie) 319, fiir Frauen- nnd NnterleibSkranktzeitcn aller Art werben alle chirnrgisch-niniikologischen Operationen vorge-nommen, uiib die bartnackigsten Krankheiten, insbesondere tiebiirm utterkrankhciton in kurzer Zeit geheilt. Direktor H'aldhiiusU Dr. der Medizin, Cbir. und Gebnrtsb. Magister. Wiener BSrse tom 4. August. StftBtefonda. Sperc. Lfterr. Wahr. . bto. Rente, ost. Pap. bto. bto. ost.m Silb. Lose von 1854 . . . Lose von 1860, ganze Lose von i860, yunst. Pramiensch. v. 1864 . Qrundentl.-Obl. Steiermark zuSpTt. Karnten, Krarv u. Kiistenland 6 „ Ungarn. . zuv „ Kroat. u. Slav. 5 „ Siebenbitrg. „ 5 * Aotlen. Rationalban! . . . Crebitanstalt . . . N. o. EScompte-Ges. Anglo-Lsterr. Bank . Oeft. Bobencreb.-A. . Deft. Hvvoth.-Bank . Steier. E-compt.-Bk. Kais. Ferb.-Norbb. . Sltbbahn-Gesellsch. . Kais. Elisabeth-Bahn. Earl-Lubwig-Bahn Siebenb. Lrsenbahn . jkais. Franz-Iosessb.. Slinsk.-Barcser E.-B. lfSlb-Fium. Bahn . Pfandbrlefe. Nation. L.W.verloSb. Ung. Bob.-Crebitanst. Allg.Lst.Bob.-Erebit. bto. in 33I.ritckz. , Gelb 63*.— 72.35 83.- 1U2.90 104.25 123.60 92.75 86.— 82.25 82.75 7D.25 754.— 311.60 923.— 398.- 296.— 107. 265.— 2330 274.20 199.50 263. 179.50 188.50 192. 180.75! Ware 6s!l0 72.45 93.50 103.10 104.50 123.80 93.50 83.50 756.- 311.8 925.- 270.- 200.- 189.- 109.50 110.-91.50) 91.7 Geld Oest. Hypoth.-Bank. 98.50 Priori t&ts-Obltc. @itbb.=@e(. juSOORt. bto. Bon« 6 pCl. 9torbb. (loo fl.«.) eicb.=®.(20on.o.lB.) Dtubotfeb.oooft.o.ro.) Fran,-Jos. (200 fl.©.) 122.25 247.— 93.501 92.30 94.— 94.30 Lose. (Jtebit 100(1. S. . Don.-Dampflch.-Ges. ju 100 fl. CM. . . Triester 100 ft. CM. . bto. 50 ft. o.ro. . Ofenet . 40 fl. o.W. Saint . „ 40 „ P-lff, . „ 40 „ ilatb . „ 40 „ ©t.@enoi«„ 40 „ Winbischgriitz SO „ Waldstctn . 20 „ »eglevich . 10 . UtuDclfOstift. 106.833. 162.75 97.— 125.— 58.75 35.— 41.— 35.50 35.50 33.75 22.50 22.- 14.50 15.— Weohsel (S ®ton.) Aug«b. I00ft.filbb.ro. yrankf.ioofl. „ „ čonbon 10 Pf. Btetl. Paris 100 firtanctf . 103.25 103.30 124.25 49.50 Mtinzen. Katt. Miinz-Ducaten. 20-FrancSstilck. . . VereinSthaler . • . Silber . . . . 5.89» 9.92» 1.82 121.— 94.50 69.25 35.50 42.- 36.50 36.50 34.25 23.— 22.50 15.- 15.50 103.35 103.40 124.35 49.60 5.90 s 9.93 1.82 121.50 Telegraphischcr Wechselkours com 5. August. 5perz. Rente vsterr. Papier 62.80. — 5perz. Rente jjsterr. Silver 71.90. — 1860« StaatSanlehen 101.80. — Bankaktien 751. — Kreditaktien 305.60. — London 123.80. — Silver 120.85. - K. k. Dnkaten 5.89. K. k. privilegirte allgemeine. osterr. Boden - Kredit - Anstalt. Bei der am 3. August 1809 stattgehabten acllten Ziehuilg der operzen-tigen SOjahrigen Pfandbriefe der k. k. privilegirten allgemeinen osterrei-chischen Boden-Kredit-Anstalt wurden nachstehende Stiicke gezogen: a fl. 100: Nr. 46, 603, 776, 812, 1740, 2189, 2204, 2215, 2491, 2812, 3017, 4139, 4535, 4695, 5148, 5495, 6629, 6650, 7199, 7215, 7286, 7830, 7863, 9181 , 9219. 9507, 9559, 10.553, 10.736, 10.839, 12.479, 12.560, 13.061, 13.157, 13.174- 13.458. L fl. 200: Nr. 598, 999, 1222, 1686, 2343, 2452, 2464, 2721, 2725, 2961, 3253, 4082, 4953, 4955, 5274, 6365, 6546, 6831, 7126, 7483, 7946, 7951, 9507, 9791, 9888 10 018 a fl. 300: Nr. 21, 1434, 1461, 5365, 5586, 5639, 5737, 6631, 6793, 6839, 7214. k fl. 500: Nr. 135, 513, 679, 912, 1464, 1803, 2222, 3111, 4589, 4700, 4912, 5451. k fl. 1000: Nr. 359, 407, 412, 1070, 1506, 1537, 1574, 1728, 1906, 2009, 2026, 2390, 2575, 2624, 2771, 2880, 2916, 3553, 5055, 5354, 5619, 5840, 6117, 6223, 6671, 7660, 7664, 8182, 8667, 8707, 9174, 9355, 10.350, 10.679, 10.833, 10.948, 11.315, 11.396, 11.568, 11.704,11.867, 12.196, 13.104, 13,391, 13.404, 13,909, 13.913, 13.920, 14.084, 14.251, 15.024, 15.324. k fl. 10.000: Nr. 388. Die Rilckzahlung der gezogenen Pfandbriefe erfolgt vom 1. November 1869 an bei alien Agentien der Anstalt ohne jeglichen Abzug in Silber der betreffenden Landeswahrung. Bei der Zentralkasse in Wien findet die Einltisung nach Wald des Besitzers in Silbergulden Osterreichischer Wahr ung oder in franzOsischen Franken, bei der Kasse der Anstalt in Paris in franzOsischen Franken statt. Nachverzeichnetfl, bereits bei den fruheren Verlosungen gezogene Pfandbriefe der Anstalt sind bis heute nicht eingelčst worden, u. z. k fl. 100: Nr. 50, 54, 247, 361, 454, 648, 750, 1067, 1585, 1846, 2014, 3095 , 3205 , 3688 , 3969 , 3983, 4208, 4264, 4293, 4601, 5262, 5318, 5360, 5505 , 5531, 5740 , 5876 , 6015 , 6030 , 6467 , 6808, 6858, 6860, 7537, 7572, 7837, 7933, 8121, 8512, 8587 , 8646, 8661, 8743 , 9142 , 9262 , 9729, 9869, 9928, 9985, 10.006, 10.009, 12.353. it fl. 200: Nr. 28, 180, 754, 1497, 1560, 1584, 1668, 2413, 2527, 3642, 3720, 3815, 3831, 3887, 4308,5094, 5840, 5935, 6014, 6015, 7032, 7950, 8545, 8568, 9123, 9409. it fl. 300: Nr. 589, 1462, 1659, 1927, 4067, 4110, 4315, 4597, 4970, 5315, 5957, 5969, 5980 , 5992, 6013, 6103, 6692, 6897. L fl. 500: Nr. 350, 913, 1149, 1221, 1393, 3488, 3633, 3848, 4167, 4614, 5851. it fl. 1000: Nr. 353, 549, 1352, 2106, 2904, 3676, 3969, 4826, 6191, 6877, 7617 , 7906 , 7953 , 8273, 8330, 8350, 9213, 9697, 10.378, 10.580, 10.929, 11.772, 11.997, 12 105, 12.257, 12.496, 13.179, 13.950, 13.963, 13.991. it fl. 10.000: Nr. 285. (235L Berleger unb fiir bit Redaktion vrrantwortlich: Otto mar Bamberg. Druck von Jgn. v. Kleinmahr & Fed. Bam berg in Laibach.