LmbacherMMtung. LU'T^. "^F^ Planumeratlonsprci«!: Im Comptoir ganzj. <»,> .-> / ,. -»>» " Insertionsge bühr bi» lU Zeilen: imal 6U lr., »^>MM« VIV ^H» fl. 1,, hnlbj. N. L.!>o. Fl!r die ^isterunn ins Haus ^>>NNP^NsN^ , ^ . VV^ ^4» ^ »m. l« lr. u. s. w. Insevlionsftempel jedesi». »l> lv, «!K. Amtlicher Theil. 3e. f. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 25. Februar d. I. den der-malia.cn weiter der Statthalterei für Tries! und Küsten» land, Hofrath Karl Fidler zum Scctionschcf im i!)ii> nistcrium für CliltuS und Unterricht allcrgnüdigst zu ernennen geruht. Iirecek w. ;,. Nichtamtlicher Theil. Politische Uebersicht. Laibach, l. März. In einer Besprechung der St eu c r dcb a tt e im Ab q e ordn e tc n ha u se bcmclkt die „Winzer Ztg.": „Die Majorität dcs ReichSralheS kann unmöglich beabsichtigen, um jeden Preis und mit jeder Waffe das Cabinet Hohcnwart zu bekriegen, und dieses dagegen sucht "icht den Kampf, sondern in treuer Ausführung seines Programmes die Versöhnung, Es beugt sich vor dcr Un-a>'taslliarkeit deS NeichsrathcS und sucht ihn nicht zu sprengen, sondern für sich zu gewinnen. Gegensätze, die nicht zu vermitteln wären, cxistiicn also gar nicht zwischen dem Ministerium Hohenwart und den ..VerfassungS« lleuen". Dic Einen wollen die Verfassung intact bewahre«, die Anderen vcrsichcv >, daß sie nichts gegcn die Verfassung in, Schilde sühlci': im Grunde genommen ^llen also Regierung und Voltsvcrlrelcr eins und daS->llb<. Wil zweifeln nicht, daß dicse Wahrheit nicht lange ^khr um Auerlcnnuug betteln wird." Der König von Baicrn empfing ein Telegramm °ts deutschen Kaisers ans VeisailleS vom 27. Februar, ^ Uhr 55 Minuten Vormittags. Das Telegramm lautet: „Dankerfüllten Herzens gegen die Vorsehung zeige ich Ihnen an. daß gcstcrn Nachmittags die Friedenspräliminarien hier unterzeichnet wurden, auf welche Elsaß ohne Bclsort, Deutsch-Lothringen mit Metz an Deutschland abgetrcten wurden, fünf Milliarden gezahlt werben, Theile Frankreichs bis zur Abzahlung der Summe besetzt bleiben. Paris wird lheilwcisc besetzt. Nenn die Ratification in Bordeaux erfolgt, stehen wir am Ende des glorreichen blutigen Krieges, der uns mit Frivolität ohne Gleichen ausgezwungcn wurde und an ^m. Ihre Truppen einen so ehrenvollen Antheil nahmen, ^töge Deutschlands Größe sich nun im Frieden cou solidiren." Sonntag um Mitternacht sind 40.000 deutsche Soldaten, das sind zwei Nrmeecorfts, in Paris ei"gc- ^9tn. Die eingerückten Truppen dürsten dem Garde- ^°'ps und dem N. preußischen Eoips angehöre». Wie orddeutsche Blätter berichien. ist fürs erste blos die als ^utyardc zur Besetzung einiger wichtiger Posten beor- dll»^ ^uppe zum Einrücken bestimmt gewesen, während h.., ^ros der Armee erst heute seinen Einzug in Paris f. ^ dürste. Die deutschen Armeen werden übrigens h "^wegg Engere Zeit in Paris verweilen, sondern nur lchlNarschiren und dann aller Wahrscheinlichkeit nach ^"ln grüßten Theile sogleich die Heimkehr nach Deutsch« °"b antreten. d cn^l „Daily Telegraph" meldet aus Pane, 27ten «'^. '- Der eigentliche Einzug findet clst Mittwoch "" W Uhr statt. 30.000 Mann unter General Ka< 'kl? besetzen den Stadtlhcil zwischen der Seine, den y/leniaungcn und dem Faubourg St. Honors bis zur »>^ ^^I^le. Die Snncbrilcken wcrdcn vcrbarricadnt, ^° die Franzosen stellen Wachtposten bei dem Faubourg tin, ^"°l6 auf, um die Preußen an der Ueberschrci-l>le3 ^^,^nannten Zone zu verhindern. Die Truppen dj.c ^^ ^>r Ratification des Friedenevertragcs in . M Stellung. Der Einmarsch findet durch die Avenue "emlly und den Pont du Ionr statt. Die «^ Bordeaux. 27. Februar, wird gemeldet: twl» -""tionalocrsammlung wird heul.: kcinc Sitzung wan ^'^ ""^ Picard werden Abends hier er-nesl, ^'° Deputirt^'n der äußersten Linken machten Link Abends neuerdings Schritte bei der gemäßigten welck "'" ^"" ^^^ilt zu dem Proteste zu erlangen, Gebi,? l!''^ Ersteren gegen jeden auf Abtretung von H " bernhcndcn Fliedcn vorbereitet hüben, Louis "nc und Vil-ior Hugo ergriffen das Wort. Die Rede Blancs. welcher zu Gunsten der republikanischen Einheit sprach, brachte eine ausgezeichnete Wirkung hervor. Die Majorität der Versammlung war drr Ansicht, jede Kundgebung als unzeitgemäß abzulehnen, bis die Friedensbcdinaungen bekannt sind. Gambetta stellte den Antrag, den Protest uuszuschicben, bis die Nationalversammlung osficiell mit dem Ergebnisse dcr Unterhandlungen sich befassen wnd. indem er die Hoffnung ausdrückte, daß alsdann die ganze Ante dasselbe Ver-halte«? annehmen werde. Dieser Mittelweg wurde an-genommen, ohne daß die Mitglieder dcr gcmäßiglcn linken cine fornullc Vclpflichllmg ciugcgangcn sind. Folgende wcilcrc Nachritten aus Bordeaux vom 27. Februar bringt ein Telegramm dcr „N. Fr. Pr." : « Uhr Abends. Dcr ..Liberty" zufolge treffen Thiers und scinc Begleitn Dienstag Morgens 9 Uhr hier ein. Es bestätigt sich, daß Cochin (ein gemäßigter Cle-ricaler) als Gesandter nach Rum «ehcn wild. 9 Uhr Abends. Einc von Victor Hugo. Louis Vlanc und dreißig anderen rcpublicanischcn Dcputirtcn. unter denen sich jedoch Gambetta und Rochefort nicht befinden, untc'zcichnete Proclamation clllärt. das französische Volk haue kein Recht, irgend einen Gcbietstheil abzutreten. „Wir halten von vornherein," heißt es in dem Proteste, „für null und nichtig alle Acte und Verträge, jede Abstimmung und jedes Plebiscit, wodnich irgend eine Gebietsabtretung zugestanden würde. Die Republik verspricht den Elsässern und den Lothringern eine ewige Rückforderung." 11 Uhr Abends. Dic „France'' ist zu dem förmlichen Dementi dcr Meldung eines cxallirte» Blattes ermächtigt, daß Tours gestern der Plünderung prcisgcgc-ben worden sei. Die „France" und verschiedene republicamsche Jour» nlllc verlangen die namentliche Abstimmung in der National - Versammlung über den Fricdensverlrag. Dem „Si''cle" zufolge bestätigt sich dic i5rnem,ima Pouycl» Querticr's zum Finanzmmistcr. Es herrscht fortwährend Ruhe. Die „Liberty" von Bordeaux l,dic von dem sanbc-rcn Herrn GaneSco rcdigirl wird) hetzt heule gegen den Frieden. Sie schreibt: ..Der Friede unter diesen Bedingungen ist der Krieg in kurzer Zcit. Europa wird zu neuen Rüstungen verdammt und hat kein Bewußtsein sowol von dcr Macht, die ihm eine von dcr Billigkeit eingegebene Intclvcntion verleihen würde, als auch von dcn Katastrophen, die sein Verharren in der Unthätig» lcit ihm für die Zukunft bereitet." Aus Corsica melden die radicalen Blätter „Sidclc" und „Mot d'Ordre" dcn Ausbruch von Unruhen. Das Ergebniß dcr Wahlcu, welche bekanntlich ganz bonapartistisch ausfielen, habe an mehreren Orten der Insel Unordnungen hervorgerufen, in Folge deren die Fregatle ..Magellan" und die Eorvetlc „Eaton" mit Truppen dahin abgesandt wurden. Nach dem ..Mot b'Ordrc" fand bei diesen Unruhen der..Bürger" Gustave Naquct, ehemals Ehcfredactcnr des „Pcnplc" in Marseille, von Gambelta zum Präfectcn in Eorsica ernannt, seinen Tod «in diesem verfluchten Departement, dein Frankreich die Bonaparte verdankt." Dcr Berliner „St aa l s an zc igcr" hebt gegenüber dcn Pariser Danlcsäußcrungcn an daS Ausland hervor, daß Preußen dcn Parisern auch Hilfe leistete, indem es 00.000 Centner Mehl gleich nach dem Abschlüsse des Waffenstandes uud 15.000 Mundportionen für einige taufend fast verhungerter Einwohner in St, Denis, beides auf Spccialbcschl des Kaisers, hergab. Es ist allerdings unrichtig, daß, wie vor einigen Tagen gemeldet wurde, die serbische Negicrnng ein Memorandum znr Begründung dcr Einverleibung Bosniens in Constantinopcl überreicht habe; aber es ist richtig, daß dieselbe dieses Thema dcr Pforte gegenüber vertraulich angeregt nnd für cin eventuelles Zu-geständnitz cincn schr bedeutenden jährlichen Tribut angeboten hat. so bedeutend, daß er fast auf den Hinter> gcdankcn schließen läßt. in möglichst kurzer Zeit der Zahlung jcdeS Tributs sich entheben zu können. Die Pforte hat indeß dem ganzen Handel sofort mit der bestimmten Erklärung cin Ende gemacht, daß sie die Angelegenheit als abfolut nicht discutirbar erachte. Nuß> land übrigens, von Serbien um scinc Unterstützung angegangen, hat dieselbe rnndweg abgelehnt und sogar dringend von der Anregung der Frage abgeralhen. Sitzung >es Abgeordnetenhauses. Wien, 27. Februar. Präsident Ritter o. Hopfen. Auf dcr Ministerbank.- Ihre Excellenzen die Herren Minister: Graf Ho hen wart, Dr. Iirccel. Dr. Schaeffle. Das Präsidium des Herrenhauses gibt die dort gefaßten Beschlüsse bekannt. Das Gcsctz, betreffend die Handhabung der Disci-plinargcwalt über Advocate» und Notare, wird der ver> fassnl'gSmäßigen Behandlung zugeführt. Dic ciügcllNlfencn Petitionen gelangen an die betreffenden Ausschüsse. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Wahl von vier Mitgliedern uud zwei Ersatzmännern in die Staatsschulden-Controlscommissiou. Gewühlt wurden: Mende, v. Perger, Skcne, Banhans; als Ersatzmänner: Dumba und Lcitenbcrger. Nächster Gegenstand ist die erste Lesung dcr Regierungsvorlage, betreffend den Central-Rechnungsabschluß pro 1W9. (Wird dem Finanzausschuß zugewiesen.) Die Regierungsvorlagen, betreffend: a) die Freundschafts-, Handels- und Schiffahrts-ocrträgc mit Siam, China und Japan (Berichterstatter Baron Kübeck) und d) dcn Handels- und Schiffahrtsoerlrag mit Spanien, — werden in zweiter Lesung angenommen. Sc. Exc. Herr Handelsmmistcr Dr. Schacffle macht das Haus speciell auf die Bestimmung dcs Vertrages mit China aufmerksam, der von der Aufnahme österreichischer Unterthanen in dic Dienste dcr chinesischen See-Inspectorate spricht. Durch die Bemühungen dcr österreichischen Diplomatie wurde bereits Fürsorge getroffen, daß junge Oesterreicher in die Dienste der betreffen^ dcn chinesischen Sce-Inspectoratc sich begeben. Junge Leute aus Deutschland, England und Frankreich sind dcn bedeutenderen See-Insftcctoraten bereits zur Seite gestellt und zwei Oesterrcichcr dürften schon demnächst in diese Stellung einrücken. Bedingung der Aufnahme ist, daß die Oestcrrcichcr fich über die erforderlichen Sprachtcnntnisse ausweisen. Es wurde bereits die Einleitung getroffen, den sich Meldenden durch daS Ge^ ncralconsulat in Shanghai die nothwendigen Auskünfte ertheilen zu lassen. Es ist zweckmäßig, daß solche Stellungen besetzt werden, damit Organe vorhanden sind, welche die commercicllcn Interessen der Monarchie dort' selbst wahrnehmen. Die Verträge werden hierauf ohne Debatte genehmigt. Hiemit ist dic Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung Freitag dcn 3. März. Tagesordnung: Mch« rcre erste Lesungen, zweite Lesung des Gesetzentwurfes über die Abänderung des tz 14 der Statuten der Na-tionalbant. Völkerrechtswidrige Acte der /raWscn. Berlin. 27. Februar. Der Kanzler Graf Bis» marck hat folgende Eircular-Depesche erlassen: Versailles, 17. Februar: Seit Erlaß meines Circulars vom l>. d. über die völkerrechtswidrige Kriegführung der Franzosen sind von Militärbehörden und anderer Seite neue Fälle zu meiner Kenntniß gebracht worden. Im Gefechte bei lc Mans am 11. Jänner find nach Bericht des Generals Kraatz'Koschlau vom Feinde mehrfach Sprenggeschosse aus Hcmdfeuerwaffen angewendet worden. Eine gleiche Anzeige ist dem Ge>< ncral v. Trcskow über cin Gefecht bei Montbcliard in dcr zweiten Hälfte deS verflossenen Monats zugegangen. In Betreff beider Vorgänge sind gerichtliche Erhebungen im Gange. Daß bei dem Ausfalle aus Paris am 19. Jänner mchrcrc Verwundungen bei den deutschen Truppen durch kleine Sprengtugeln vorgekommen, wird durch dic Anzeige dcs General-Arztes dcr 3. Armee be< schcinigt. und welche Wirkungen di.sc Geschosse in einem bestimmten Falle gehabt haben, ist in einem Berichte des Divisions-Arztes dcr zur 3, Armce gehörigen Garde« Landwehr beschrieben. Von beiden Schriftstücken bcchrc ich mich, die Ab. schrift beizufügen. Eine ähnliche, in dem Gefechte bei St. Jean erhaltene Verwundung ist an einem Unteroffizier dcs oldcnbnrgischcn Infanterie-Regiments durch den ArmccGcneralarzt Dr Löffler constatirt Das Geschoß, in die Vorderseite dcs Schenkels rinqedrungen hatte keine Anögangsöffnung wie bei gewöhnlichen Schuß-canälen hinterlassen, dagegen die inneren Weichlheilc und 354 die Hintcrselte deS Schenkels durch furchtbare Brand» wunden zerrissen. Endlich liegt ein Beweisstück frun« zösischen Ursprungs dalübc,,' our, daß sich vertragswidrige Sprenggeschosse in, Besitze der Pariser Garnison befunden Nach dem Aufstandst,, rsuche deS 101, Marschregiments vor dem Hotel de Ville, am 22. Jänner, erließ der Maire von Paris, Jules Ferry, eine in den Pariser Glättern abgedruckte Mittheilung an die Maires der Acrondifsements, in der es wörtlich hcißt : „Die Häuser, welche dem Hotel de Ville gegenüber liegen, waren im voraus besetzt worden und es wurde von dort ein lebhaftes Feuer auf das crste Stock' werk dcs Hotel de Ville eröffnet, welches Spuren tavou zeigt. (3s ist bemerkenswert^, daß sich unter den Wmf-geschossen viele Sprengkugcln und kleine Bomben be-sanden." Die Verwundungen deutscher Patrouillen durch Schrot sind an mehrere« Orten vorgekommen, uülcr Andern dci den Gcfcchlen südlich Tours, vom 19, vis 24. Jänner. In zwei Fällen sind bewaffneten Bnucru Gcivchrc abgenommen worden, die mit gehacktem Alei geladen waren. Auch von Verletzungen der Genfer Convention. l>i mmdung'n und barbarischen Verstümmelungen sind «neue bcklagcnsiverthe Beispiele zur Anzeige gebracht worden. Am 30. November wurde der badische Stabsarzt Dr. Klein in Nuits, während er mit dem Verbinde» Verwundeter beschäftigt war, von feindlichen Soldaten überfallen und durch Gewehrschüsse, sowie durch itolben-jchläge auf den Kopf gctödtet. Diese von zwei unverdächtigen Zeugen erhärtete Thatsache wird sogar durch Z igeständniß deö französischen Generals Cremcr bestätigt, letzterer räumte dem an demselben Tage gleichfalls bei Ausübung seines Berufs gefangen acnommenen Stabsarzt Dr. Klche gegenüber die Erschießung des Dr. Klein und zweier anderer befangenen cin. Bei Billarie, Ccmtoi, ^taveil bei Vcndome. wurde am 1. Jänner die Leiche cineö Soldaten von dem ost-preußischen Cürassicr-Regilnelit Nr. 3 aufgefunden, dem laut ärztlichen Befundes beide Äugen aus dcn Höhlcn geschnitten waren. Auch ans der Ocgend von Monl-bclicnd sind ähnliche Schundlhatcn gemeldet, über die eine nähere Untersuchung in, Gange ist. Vielfach sind im Bereiche des 14. Armeecorps Fälle vorkommen, daß Aerzte und Krankenwärter gefangen genommen nnd entweder gas nicht, oder erst nach la^c-langcu Mißhandlungen verschiedener Art, als Steiuwür-fen dcs Pöbels in Sladtcn. durch die sie geführt wurden, und dergleichen, niicder in Freiueit gesetzt wurde». Einer dicser Aerzte, Stabsarzt Dr. Äürck. war in der Lage, l^islatiren zu können, daß vorgenanntem General Crc« mcr die Bestimmungen der Genfer Convention seinem ci^uen Zugeständnisse nach gänzlich unbekannt waren. Einem andern in gleicher Lage befindlichen Arzte, Dr. M"ller, wurde von einem französischen Major, als er seinen neutralen Charakter geltend machte, erwidert, Berufungen uuf die Genfer Convention würden nicht rc-speclirt. Entsprechend dieser in der französischen Armee leider weit verbreiteten und in die Praxis übertragenen Anschauung wurde daS Personal dcS 6. Feldlazaretts des !4. Armcecorps, welches beim Abzug der deutschen Truppen aus Dijon an, 27. December mit Kranken zuiück-gebliebcn war, tricqsgefangen nach Ni;za und von dort nach Gourdes. Departement der Nieder-Pyrenäen, glsuhlt. Es ist ferner die Freilassung eincS bei dem Ucberfalle von FreSncs St. Mamcs gcfangen genommenen Dele-^ilten der freiwilligen Krankenpflege und dreier L'iiarcth-gchilfen von dem Commandanten von Bcsan^ou bcharr- lich verweigert worden. Und es sind endlich, nach der Räumung von Befoul, die in dem dortigen Nazareth befindlichen schwcrvermundctrn und kranken deutschen Soldaten in Gefangenschofl abgeführt worden. Eure Excellenz ersuche ich ergcbenst, dem Herrn Minister der auswärtigen Angelegenheiten eine Abschrift dieses Erlasses und seiner Anlage mittheilen zu wollen. o. Bismarck." Die Klicgliconlribulwn drs Maß. Der ,Mq. Ztg." wird aus Ttraßburg, 23ten Februar, geschrieben: Eiu- unglaubliche Nachricht verbreitete sich gestern uud wird tnuic lcidcr nur zu auiliei^ tisch bestätigt: Das Elsaß muß, gemäß cin^r von Versailles eingelroffcnen Verfügung, sofort cin.> KrirgScon-tribution von 25 Francs per Kopf zahlen. Unser elfter Eindruck war. eine Strafe darin zu erblicken wegen dcS entschieden deutschfeindliche» Wlihlergcbuisses-. doch wurden wir bald belehrt, das; dai< Zwitter sct'uu seit zwei Monaten drohend am Himmel gestanden, in'.d daß alle Äcinnhungcn der su mob.l>l>ollend gesinnten deutsche:! Centrnlgcwalt in Slraßburg nicht im Stande gewesen, uns vor diesem Schlage zu bewahren. Die >öuiimie wird nach der Kopfzahl uuf die einzclnci! ^.in.indeu ucrlheilt, und di^'c werden sie dcmn im Vcrhciltnlß dcs Vermögens von den einzelnen Bürgern eintreiben — gewiß eine rosige Aussicht für die deutschen Subaltcrn-beamten, die unter der Bevölkerung zeisttcut wohucn und dieselbe zu überwachen haben. Der ärgste Feind Deutschlands, dem es reckt darum zu thu» wäre. der Wiedergewinnung dcs Elsasses für Deutschland alle mög' lichen Hindernisse in den Weg zu lcgen, hätte von sei' nem Standpunkt aus keinen schlauern Rath geben können, als den, der nun ausgeführt werden soll! War man denn in jenen höchsten Regionen mit Blindheit geschlagen, oder ist man an der moralischen Wicdcr-crobcrung des Elsasses so gründlich verzweifelt, daß man nnn alle Rücksichten über Bord wirst, und das Land, dessen ganzer Fehler bisher i« zu großer Treue gegen sein Adoptiovaterlaud bestanden, mit Gewalt zu eimm unversöhnlichen Veneticn umslciüpcln möchte? Sie tcu-ncn es gar nicht dieses Valid. Diejenigen, welche die ocrhängnißvollc Verfügung trafen; sie beurtheilen es blos aus den kriegsgerichtliche» Verhandlungen in Straß bürg. wo man allerdings jeden Tag genug zu höre» bekommt von Widersetzlichkeiten gegen die deutsche Obrig« teit; wären sie aber, wie wir, Zeuge gewesen von der stillen Umwandlung, die sich geräuschlos i» allen Schichten der Bevölkerung »ollzuht und bei den ersten Friedenshoffnungen sich auch nicht geschämt hat, hin und wieder zu Tage zu treten, es wäre ihnen nimmer möglich gewesen, die Wunde wieder aufzureißen, die schon erfreuliche Hoffnung auf baldigcs Zuheilen gab. Diese 30 Millionen mehr in dcn preußischen Casscn werden die Abgabenlast der preußischen Unterthanen um feinen Heller vermindern, aber die armen Elsüsscr Landgemeinden versetzt man dadnrck in Schulden, an denen sie noch werden zu tränen haben in den Zeiten, wo sie schon längst sollten für Deutschland völlig gewonnen sein. Der Groll, der seil vier Wochen kaum ein Lebenszeichen von sich gegeben halte, ist bereits wieder in allen seinen Tiefen aufgewühlt, uns, den Freunden, verschließt man durch solche Maßregelu den Mund gegenüber der Wuth und der Schadenfreude der Feinde, und nur im Stillen wiederholen wir uns das Wort Talleyrands, das man hühern Orts nicht hätte vergessen sollen: „O'(!8t pwü qu'un oriino, o'okt urio l'lUlte !" Kricgschronik. Aus Toulouse, 16. Februar, wird geschrieben: Die französischen Eisenbahnen bulen noch immer einen höchst öden und trüben Anblick. Der schweizer Grenzc entlang m'o von ihr wciler ins Laüd hinein begegnet man noch überall Verwundeten und Trümmern der Bour-^aki'schen Armee; überall auf den Bahnen von Lyon :luch Maiseille und von hier uach Tonlose Verwundete, meistens in Civiltracht, Mobilgardislen, die kommen und gehen und in Masse ins Lagcr der Alpinen oder ius Lager von Toulouse ziehen. Unter dcn Soldaten sind es nur noch die Marinetruppen nnd die Ueberreste der regulären Armee, welche Krieg wünschen, Krieg bis zur Erschöpfung. Die Mobilen und Nalionalgcndislen dag,c< gen reden von Lchusucht uach ihren Angehörigen, und sind deshalb bei dcn alten Soldaten verhaßt, zumal diese jcucu vorwerfen, sie seieu un allem Unheil Schuld, das Chan,zy, Faidhcrbc und Bonruali widerfuhr. Die Mobilen zahlen diese Vorwürfe zurück; die taiserlichci' Soldaten, s«gcn sie. haben sich bei Wörth. Spichcrcn, Metz und Sedan noc!, gan; andcrs schlagen lassen. Von Worttn kommt es dann häufig zu Schimpfereien und Thätlichkeiten. In Lyon, wo im großen L^ger die Mo> t'ilcn cnis mehreren Departements (u. a aus Savoyen. von der oberen Loire und dem Ai:>) eampircn, liegen die Leine unter den kleinen Lagcrzcllcn, die in jetziger Zeit lein bcneiocnswerthcs Obdach bieten. Sie können fich deute.!, daß dort gerade lein Uebelfluß an Heiterkeit und Kampfbcgier wohnt. Das Landvolt spricht nur von Ruhe nnd Frieden, und hat diesen Wuusch bei der Abstimmung dadnrch tnnd gegeben, daß cs alle Republikaner, welche von der Fortsetzung dcs Krieges redeten, zu Falle brachte. Auf dcn Ruf Gambclla'S: „1a zzum-r« k oiitrann;!" antwortet der Bauer trotzig: „Ei was, !u MX ü ontranco!" So hörte ich einen alten Bamr wörtlich einen Soldaten abfertigen, welcher äußerte, er werde nicht eher die Armee verlassen, als bis der letzle Deutsche zum Lande hinansgcschlagen sei. Die Schrecknisse dcs Bourbaki'schcn Rückzuges und was die einzcl-uei! Mobilen, denen eö gelang, ihre Familie zu elrci ckcn, d.won erzählt haben, t>l nicht wenig zu dicser friedfertigen Stimmung beigetragen. Die Demokraten des Südens von Nimcs bis Toulouse hingegen ugitiren lebhaft für den Krieg, finden aber wcnig Anklang und noch weniger Vertrauen. Genug, wenn es überall steht wie hier, so werden die Friedcnsbedingungen, wenn sie nur einigermaßen billig lauten, lrotz der heftigen Decla-mationcn der republikanischen Blätter nirgends auf Widerspruch stoßen, im Gegentheil wird Alles aufathmel,, sobald der Friede da ist. In Folge der ungewöhnlichen Kälte der letzten Wochen haben die Oclbäume und Wem-stücke auf der ganzen Strecke uo„ Avignon nach Beziö reS sehr gelitten; der Schaden ist sehr hart. Rechm" Sie zu diesen trübeu Aussichten nun noch die schweren Ausgaben, welche jedes Departement zur Ausrüstung n. s. w. der Mobilen und Legionen hergeben mußte, so werden Sie cs begreiflich finden, d^iß der Landmann sich nicht mehr nach „5 outrauoo" sehnt, zumal der Bauer m denken pflegt: ..Wer mir an d:n Geldbeutel greift, der greift mir ans Herz! Was habcn wir Landleute von der Politik? Sie tostet nns nur desto mehr Geld, je bunter es in ihr hergeht." Ein Volk, das so denki, ist zur Republik natürlich wie geschaffen, zumal für eine, wie die Schweiz und Nordamerika! So lange die Schul« bildung auf dem Lande in Frantieich nicht besser wird, oder vielmehr so lange von wirklichem und gutem Schul" unterrichte kaum die Rede sein kann, wird daS Landvoll .smillelun. Was Pfarrhaus von Näddedo. Scenen aus dem Landleben in Dünein art. ^Fortsetzung,) 10. CaMl. An diesem Abende blieben wir nicht lange anf, um die Nachtruhe des Pastors nicht zu stören; wir lrcnutcn uns bald. nachdem er uns verlassen hatte. Da 00lpu8 ^uris Andrea Margarethe noch etwas zu sagen hatte, so beeilte ich mich, nuchzusehen, ob der Hahn sich noch auf seinem Platze bcsinde; ich fund ihn so ruhig schlafend, daß Niemand sein Hieiscin geahnt hätte. Aber welche Scene würde es geben, wenn der Hahn zu krähen und Oorpulj ^!url8 zu schelten anfangen würde! Ich halte nur ganz kurze Zeit geschlafen, als ich plötzlich erwachte; das Blut strömte siedendheiß durch meine Adern und meine nicht mindec aufgeregten Gedanken führten mich unaufhörlich zu dcn Brief in Versen zurück. Ich war nicht ganz sicher, den Pastor verstanden zu habcn, denn der Ausdruck seiner Physiognomie blieb den ganzen Abend der gleiche, und ich fragte mich, ob er die Sache ernsthaft oder nur als einfachen Scherz acuommen? Wäre cs möglich, daß dieser Brief nur ein Spicl, ein Zeitvertreib gewesen? Hatte man mir nicht vlllmchr in discrctcr Weise andeuten wollen, daß ich Unrecht habe. so schüchtcru zu sein. und dnß ich. wenn ich mulhig vorwärts gehe, den Sieg erringen würde? Ich ließ Alles, was der Pastor au diesem Abende zu mir gesprochen, noch einmal an meinem Geiste vorüber-! ziehen und mein Entschluß stand fest. Am vorhergehenden Tage war ich noch fest entschlossen, mich nicht vor vier oder fünf Jahren zu erklären, aber weshalb folltc ich so lange warten? Weil der Alte es mir befohlen hatte? Aber sein Urtheil ist ja nicht unfehlbar; cs gibt gewiß viele junge Leute, die sich in meinem Alter binden und sie sind doch glücklich in ihrer Häuslichkeit. Wer weiß überdies, was in einer so langen Zwischenzeit geschehen könnte? Ein Anderer könnte mir zuvorkommen, — ja, ehe ein halbes Jahr vergeht ... in einem Monate vielleicht könnte dieser Andere erscheinen, mir Andrea Margarethe entreißen und mir für mciu ganzes Leben die bitlere Reue bleiben, daß ich durch meine Un< tlugheit die günstige Gelegenheit zu sprechen verabsäumt habe. Denn ich sah eS klar. dcr Augenblick, mich zu erklären, war da; halte Andrea Margarethe mir nicht gesagt, daß ich die Geschichte vom armen Peter beherzigen solle? Wcnn ich mir dachte, daß wir vor drei Tagen von unserer gegenseitigen Existenz noch keine Ahnung gehabt und nun schon in so innigen Beziehungen zu einander standen, daß man uns für Geschwister hätte halten können, so konnte ich nicht zweifeln, daß sie die Absicht gehabt, mich aufzufordern, den gegenwärtigen Augenblick zu benutzen, um mich nicht der traurigen Rolle dcS armen Peter auszusetzen. Und doch . . . märe cs nicht vernünftiger, noch zu warteu und es gut zu bedenken, ob cs nicht besser wäre, sich auf einige Zeit zurückzuziehen ? . . . Ncin, nein, ein wahrhaft Lie« bender denkt nie daran, zurückzuweichen; über alle Hindernisse hinweg geht er auf sciu Ziel los, um zu siegen oder zu sterben. Ich tonnte nicht ruhig bleiben; ich sprang aus dem Belle und »iing an das Fenster, das ich öffnete. Der Himmel war mit Sternen besäet und indem ich seine ruhige Klarheit betrachtete, lehrten alle meine Zweifel wieder. Der Alte hatte mir gesagt, daß cS die größte Thor-heit sei, sich während dcr Studienzeit zu verloben; bie-her halte ich stets seinen Rath befolgt und mich wohl dabei befunden; warum sollte es nun anders werden? Im nämlichen Augenblicke blitzte eine prachtvolle Sternschnuppe vor meinen Augen auf und verschwand alsbald. Nein, nein, iagte ich mir, weshalb zweifeln und zagen? Diefcr Stern ist ein Zeichen, daß meine Wünsche erfüllt werden, nur mulhig voran und vertraue deinem guten Glück! Wahrscheinlich sprach ich diese Worte mit lauter Stimme, denn l^orpu« .luri« rief mich im nämliche« Augenblicke. Was ist Dir, Nikolaus, sprichst Du im Schlafe? Und sich von seinem Lager erhebend, erblickte «r mich am offenen Fenster, was ihm eine vortreffliche Veranlassung schien, mich derb auSzuschelten. Dies Geräusch weckte auch deu Alten. Nikolaus. Nikolaus. was thust Du da? rief e>' auS. Hast Du den Verstand verloren? Was, in der Mitte der Nacht und zu Weihnachten unbekleidet ans offene Fenster zu gehen? Lege Dich gleich wieder nieder. Du könntest Dich erkälten und eine BrustentMdui'g bekommen. Oder dm Typhus, oder das Wechsclfieber. füg" ^'urpu« ^ur,6 hinzu, und Du würdest das gauze Haus anstecken. Lege Dich gleich nieder, hörst Du? 365 die Veute seiner Geistlichen und der Olltsherreri bleiben, und die wüsten Umtriebe oer Vorstadt.Repuolicaner brachten vollends den RepulilicamsmuS in dc» Dörfrrt, in Mißkredit. Zagesneuigkeiten. — Se. Majestät der Kaiser haben an« Nllerhöchst-ihrer Privatschalulle zum Aufbau der gr.-or.,rom. Kirche m Banal- Weißkirchen 300 fl. ö. W. der dortigen Gemeinde zugesendet. — Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Muhten dem Frauenwohlthäligkeitsvereine in den Wiener Stadtbezirken Mariahilf und Wieden eine Unterstützung von 50 si.- dem Wohlthäligkeitsvereine vom heil. Vincenz von Paul in Wien eine Beihilfe von 100 st. - dem Pensions' und UnterstühunaMreine für Unterlehrer in Wien einen Veitrag von 50 st.; dem Wiener Thierschutzvereine eine Beihilfe von 50 st.; der reformirten Mädchenschule in Kezdl-Vasarhely eine Unterstützung von 50 st.; der tiroler Grenzgemeinde „zu unferer lieben ssrau im Walde" zum Schulbaue einen Beitrag von 100 st.; der Gemeinde Wollenstein in Gröden in Tirol zum.6i» chenbaue eine Veihilfe von 100 fl.; den Gemeinden Uilwa in Böhmen, Tres und Langtau» fers in Tirol zur Untersuchung der durch Feuer verunglückten Gemeindeinsassen Beiträge von je 50 fl. und der Kirchenvorstehung der l. f. Hauptpfarrtirchc in Wiener-Neustadt zur Abtragung einer Schuld für angeschaffte Kirchenglocken eine Beihilfe von 100 fl. aus Allerhöchsten Privatmitteln huldvollst zu bewilligen. — (Gesetzentwurf über die Grundzüge des Gymnafialwesens.) Der u. ö. Landcsschulrath hat in semer Sitzung vom 22. v. M. die Berathung über den ihm von der Regierung vorgelegten Gesehentwurf betreffeud das Gymnasialwesen beendigt. Im Wesentlichen wurden die Bestimmungen des Entwurfes angenommen; eine eingreifende Divergenz trat blos im Hinblick auf die Ertheilung des Religionsunterrichtes und die Honorirung ber Neligionslehrcr zu Tage. In erster Richtung haben wir bereits mitgetheilt, daß der Landeöschulrath den Unterricht — allerdings als obligaten Gegenstand — nur am Untergymnasium ertheilt wissen will. In der zweiten Dichtung will er die Honoriruug der Religionölehrer einzig Und allein den Konfessionen zuweisen. Die katholischen Heligionslehler würden hicnach in der Regel aus dem Nc-^ionSfondö, die protestantischen uud israelitischen aus den Kitteln der bezüglichen Cultuögemeinden honorirt werden, Ehrend nach dem Gesetzentwurf Staat, Land oder Eom-^une, je nachdem die Schule vou ihnen erhalten wird, für ^e Honorirung einzusteheu hätten. Wenn nun auch auf öetn einen wie auf dem auderen Wege die gerechte Parität in der Vestellung und Erhaltung der Neligionslchrcr er< zielt und ernste Mißverhältnisse, wie sie selbst in dcr Residenz bestehen, beseitigt werden sollen, so dürfte doch der Vom Landesfchulralh vorgeschlagene Modus voraussichtlich zu ernsten Uebclständen Anlaß geben. Kleinere uud är-mere protestantische und israelitische Eultusgemcinden wer> den sicherlich häufig nicht im Stande sein, einen Religionslehrer für das Gymnasium auch nur annähernd entsprechend zu houoriren; wer soll in solchen Fällen nun als Zahler für einen vom Laudesschulralh selbst als obligat erklärten Unterrichtsgegenstand eintreten? Der Entwurf enthält ferner die Verfügung, daß derjenige, welcher die schulen erhält (Staat, Land, Commune), alle Lehrer und w auch den Religionslehrer aus einer vou der bezüglichen "irchenbehörde vorgelegten Terna ernennt; der Landesschul- rath hat, nachdem er die Honorirnnq der Religiouölehrer aus den allgemeinen Echulmilteln abgelehnt, diese Moda-luät der Ernennung doch beibehalten. Dic Zustimmung der cuentuell zahlungspflichtigen Korporationen zu einem solchcn Modus dürfte mindestens zweifelhaft scin. — (Neues Justiz^ ebäudc in Graz.) Wie die „Grazer Ztg." meldet, läßt die Regierung bereits die nöthigen Erhebungen behufs Anrufes der ehemaligen Waisen-hanscaserne und Adap.'irung dclsclben zu einem Gerichtsund Gefangenhause pflegen m>d darf man nach den in Aussicht genommen Kosten (300,000 st) einen Prachtbau erwarten. — (Religiöse Uebungen für katholische Schüler an Mittelschulen.) Aus Graz wird über einen „besonderen Erlaß des Herrn Ministers Iireöel" be> richtet — gerichtet gegen eiue uom stciermärkischeu Landen ailsschusse bei Beginn des Schnljahreö getroffene Verfügung in Bezug auf die Äetheilignng der Oberrcalschüler an gottesdieustlichen Handlungen. Wie die „Oesterr. Corr." hört. ist das. was hier als Novmn und besonderer Erlaß bezeichnet und erörtert wird, lediglich lie Amrcndnng jenes bekannten Erlasses des Ministers v, Stremayr vom 2klen October 1870 an den t. t. Statthalter vou Niederösterreich, betreffend den Religionsunterricht und die religiösen Uebungen für katholische Schüler an Mittelschulen.' — (Im Wieliczkaer und Bochniaer Be« zirte) stehen in Folge des Austretens der Weichsel alle Ortschaften in einem Umkreise von 5 Meilen untc. Wasser. Seileus der Behörde werden Nahrungsmittel gesammelt, um sie den Ueberschwem!l,ten zukommen zu lassen. — (Preisausschreibung zur Förderung der Schuurbärte.) Die Bewohner von Buda - Eörs, welche, wie die so vieler anderen reicher Ortschaften um Ösen, von deutschen Einwanderern (Schwaben) abstammen, reden noch alle deutsch und trugen bisher keine Schnur-bärtc. Diese Gemeinde hat, wie „Hon" erzählt, einen wackeren Notar, der seit den 20 Jahren seiner Wirksamkeit fortwährend darauf bedacht ist, das geistige und materielle Wohl der dortigen Bewohner zu fördern^ und unter ande rem in neuerer Zeit eine Sparcassc zu Staude gebracht hat, die bereits storirt. Im Laufe dieses Faschings hat derselbe, ein sehr gemüthlicher Mann. sich vorgenommen, in Buda Eörs etwas zu fördern, was bisher dort fehlte, näm^ lich bei den Männern den Echnurbart. Zu diesem Zwecke erschien er bei einer Tanzunterhaltung, ließ einige Eimer Bier in die Mitte deS Saales wälzen uud erklärte, daß, wer sich einen Echnurbart wachsen läßt, trinken darf so viel cr will. Die jungen Burschcu ließen sich das Bier schmecke» und jetzt trägt bereits dic gesammte jüngere Generation vou Buda-Eö'rs Schnurbärtc. — (Hohes Alter.) Am 22. Februar Nachts starb, wie die „Agramer Ztg." meldet, in Neudorf Frau Barbara Krizanic nach kurzer Krankheit, nämllch einer aculcn Entzündung, in dem seltenen Alter von 1l)-l Jahren. Die alte Frau behielt bis zu ihrem Ende den vollen Gebrauch ihrer Sinnesthätigkeiten und war überhaupt stets munter uud rüstig. — (Ein erheiterndes Manöver), das von Sachverständigen vielfach belacht wurde, hat am 1«, v. M. bei London stattgefunden. Es wurde angenommen, daß der Feind von Ki»gston-on Thames auf London vordringe, und das 10. Hußarenregimcnt wurde verwendet, um die Vortruppcn desselbcu anzudeuten. Der commandircnde Officicr entledigte sich dieser Aufgabe gründlich, zog seine Leute auseinander uud deckte alle Wege, welche direct auf London zuführten. Das englische Heer wurde durch die Gardeu repräsenlirt und, wie es scheint, in nicht sehr glänzender Weise, Zunächst rückten die stattlichen, aber unbe-hilflichcu Kürassiere vom 2. Leibgarderegimentc gemüthlich in geschlossener Colonne, ohne Vorhut und Patrouillen, überhaupt ohne jegliche Deckung heran uud wurden erst z^rahr, daß sie in der Nähe des Feindes seien, als dieser hervorbrach und das Musitcorps gefangen nahm. Die Gllrdegrcnndiere machten es um lein Haar desser. Von Spitze, Vortrupp, Vorhut, Ecitcndcckuugcn und Patrouillen war keine Rede. An die vortrefflich gedeckten Nebenwege, welche nach Kingston führen, dachte Niemand, sondern langsam und würdig wälzte sich auch hier die tiefe geschlossene Colonne die Heerstraße entlang und es ist kein Zweifel, die Garde wäre von den flinken und munteren Hußaren übel zugerichtet worden, wenn es eben lein Manöver, sondern blutiger Ernst gewefen wäre. — (Verderblicher Lawinensturz.) In der kleinen Gemeinde Foppolo (Provinz Brescia) ist eine enorme Lawine niedergegangen; sie hat eine Anzahl Häuser überschüttet, das im Freien befindliche Vieh mit fortgerissen, sieben Personen erdrückt und den Besitzstand von mehr als 50 Personen vernichtet. __ (Das Räuberunwesen an der grie^ chisch-türkischen Grenze) blüht noch immer. So wird heute wieder aus Ianina berichtet, daß 150 Räuber über die Grenze drangen, 40 wurden gefangen, ein Theil flüchtete in die Gebirge, ein anderer Theil ging über die griechische Grenze zurück. Locales. — (Die Probewahl des II. Wahl kör« perS) für die am 7. März stattfindende Gemeinderathswahl fand vorgestern Abends unter reger Betheiligung statt. Herr Franz Rudesch erklärte vor Beginn der Wahl, ein Mandat für die nächste Zeit nicht mehr annehmen zu können. Die Versammlung sprach demselben einstimmig ihren Dank für fein bisheriges pflichttreues und unverdrossenes Wirken im Gemeinderath aus. Bei der sohin vorgenommenen Wahl gingen nahezu mit Stimmeneinhelligteit als Eandidaten für den II. Wahlkörper hervor: Karl Desch. manu, Dr. Friedrich v. Kalten egger und Leopold Bürger, bereits bisher Gemeinderäthe, dann Herr Anton L a s ch a n. — (Für die freiwillige Feuerwehr) in Laibach widmete die löbl. krainische Sparcasse in ihrer letzten Generalversammlung den Betrag von 50 st.; — Herr Professor ZiakowSti subscribirte für den gleichen Zweck einen Jahresbeitrag von 5 st. — Es sind der freiwilligen Feuerwehr im Lause des Winter« eine große Anzahl neuer Mitglieder bcigetreleu. so daß der Verein jetzt einen sehr ansehnlichen Mannschaftsstand aufweist. Bei fortschreitend günstiger Witterung werden demnächst wieder die Erercier-übungen mit allem Eifer aufgenommen werden, um die Mitglieder tüchtig auszubilden, auf daß der Verein feiner freiwillig iibcruonlmenen Aufgabe in jeder Richtung gewachsen sei. Nächsten SamStag wird, wie wir mitzutheilen ersucht werden, eine gesellige Zusammenkunft statt« finden. — (Generalverfammluug der Laibacher Gewerbebank.) Wir werden ersucht mitzutheilen, daß heute den 2. März, Nachmittags 5 Uhr, die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Laibacher Gewerbebant im Geschäftslocale derselben abgehalten wird. — (Die Märkte in Ealloch), welche man am 30. October v. I. und 10. Jänner d. I. probeweise ab. hielt, haben sich dem Vernehmen nach als sehr erfolgreich gezeigt, besonders war eine lebhafte Bewegung durch großen Vichauftricb, daher man glaubt, daß auch die heurigen Märkte, die am 7. März, 18. Juni uud !50. October abgehalten werden, den Erwartungen entsprechen werden. . So war ich denn genöthigt zu gehorchen; ich schloß sv« sicher, legle mich ins Bell. »nd wenige Augenblicke k»s ^ Hüne ich an den tiefen Athemzügen meiner Ärü- ' ^ß sie wieder eingeschlafen waren, lys ^Nd ich sollte dcm Nalhc cincS solchen Menschen be? l-' ^^ ich unwillig zn mir selbst. cincS Menschen, , 'ürchtct, daß man sich cltältc und erkranke? Was . "Nte er von Herzcnsailgclcgcnb/itcii verstehen? Äbcr .^ «st die natürliche Folgc ihres Eigensinns, Iunggc-lkuen blcibcn zu wullen; dcr Eine fürchtet dcn TyphuS °er Andere cmc Brnucntzimdmla! Zwci wahre Philister! vlN diesem Auaenlilicke war ich so wüthend auf den Alten Und ^orpu« .luriä. daß ich mich verfncht fühlte, mir den Typhus auf dcn Hals zu ziehen, nm das Bergungen zn haben, ihnen denselben mitzlithcilcn. Während ich so an sie dachte, fiel mir dcr Hahn ein. Ich bin überzeugt, daß ^'crpU8 ^uri» entsetzlich ärgerlich sein wird, sagte ichzu mir; und selbst dcr Alte wäic fällig, darüber die Laune zu verlieren. Diese Aussicht war für mich von bcruhigrn-der Wirknng und ich schlief bald ein. Als ich eine Zeit daranf erwachte, war mein erster Gedanke der Hahn. Erstaunt, daß ich nicht daS kleinste Geräusch gehört, obschon es wahrscheinlich schon Mur Nen war. nahm ich mcine Uhr und tastete nach den, Zeiger; eS war ungefähr cr nämlichen Stelle. Ich schiUlclte ihn um ihn zu ermuntern, da abcr (^nr^n^ .w,',!' eine Bewegung machte und ich fürchlctc, von ihm überrascht zu wcrdcu. fo entfloh ich schnell. Ich lealc mich ins Bett zurück und wartttc ruhig auf das tträhen des Hahns; kein Laut lieh sich hören; man hätte gla» bcn können, daß cr in dcr vorhergehenden Nacht bei einem Fcslc gcwcfcu. und inin von seinem Exceß ausruhe. Aber während ich mich fragte, welchem Umstandc ich dicscS sonderbare Schweigen zuschreiben solle, schlief ich wicdcr cin. Aci meinem Erwachen war cS heller Tau und dic Sonne fchicn lustig in mein Fenster. Ich »>cb mir dic Äugen und stand fchnell auf. mein erster Oedanle war natürlich der Hahn. Ich w^.j cimn Blick in das Zimmer vou ^orpu« ^uri» . . ^s Bctt war leer. Dann schaute ich in jenes des Allen . . . ebenfalls Niematid da. Das war wiillich seltsam- ich mußte dcn Grnnd von alledem finden, und mit einem Sprung befand ich mich in dem Zimmer von t^orl»»,« .Im'i«- Der Hahn hatte sich nicht gelührt. ..Unverschämtes Thier, lief ich aus, cS mit Heftigkeit ergreifend, wie tamlst dn es wagen, so zu schlafen!" Alicr entsetzt hielt ich iime, als ich Flügel und Kopf .Milch'allcn sah; cr war todt. Vergebens schüttelte und wendete ich ih» nach allen Sci^ ten, cr war todt, ganz todt. Ich erinnert? mich nnn. daß ich genöthigt gewesen, den Kopf ein wenig herabzutnückc!!, um ihn auf den Wandschrank zu unterbringen; gewiß »mr dieser Druck zu start gewesen und hatte ihn gelobtet. Ich legte ihn auf deu Fußboden nieder und überließ mich Reflexionen, die keineswegs angenehmer Natur waren. So leid eS mir auch that, daß der nnglücklichc Hahn ein Opfer meiner Unvorsichtigkeit geworden war, so hatte ich doch den Trost, zu denken, daß sein Tod cin schr schneller gewesen und er ohnedies nicht dic Bestimmung gehavt hatte, eines natürlichen Todes zu sterben. Aber eine andere Sorgc drückte mich. Was würde dcr Pastor zu dem Verlust seincs LicblingsthiereS sagen; auf welche Weise sollte ich cS ihm ankündigen? Es würde für mich ganz besonders unangenehm sein, wenn ich genöthigt wäre, wie ein boshafter Schiller, der einen schlechten Slrcich begangen, um Vergebung zu bitten in dem Mo° ment, wo ich die Absicht hatte, als Äewerocr um die Hand seiner Tochter aufzutreten. Einen Augenblick dachte ich, daß es das Beste wäre, die Sache leck als etwas ganz Unwichtiges zu gestehen; wenn der Pastor fragen würde, was mit scmcm Hahn geschehen, würde ich in degagir» lem Touc antworten: Oh! ich habc das Unglück gehabt, ihn zu todten. Ich gab jcdoch diesen Plan alsbald wieder auf, denn ich fühlte meine Unfähigkeit, ihn in Ausführung zu setzen, besoudcrS, wenn Emmy und Andrea Margarethe anwesend sein würden. Endlich, da ich die Sache nicht besser machte, wenn ich an der nämlichen Stelle blieb, legte ich den unglücklichen Hahn in eine Ecke und ging hinuntcr, in der Hoffnung, daß ein glücklicher Hufall mich aus der Verlegenheit reißen würde. >« (Fortsetzung folgt) M 366 — (Heßstiftung.) Soeben wird zur Besetzung von 10 Ofsiciers« und 20 Mannschaftsplätzen dieser vom Feldmarjchall von Heß errichteten Inval l de nstiftun c, die Bewerbung ausgeschrieben. Der Officiersplatz gewährt einen jährlichen Genuß von 100 st., der Mannschaftsplah einen solchen von 50 st,, und haben Anspruch darauf: m erster Linie Invalide aus den italienischen FeldzUgen der Jahre 1648, 1849 und 1659; in weiterer Folge Invalide aus spaterer Zeit, die jedoch erstere Feld.Me ebenfalls mitmachten; hierauf Invalide aus den, ungarischen Kriege der Jahre 1848 und 1849 oder aus den Feldziigen von 1866, eventuell einem noch späteren Feldzuge, und endlich Militärs, welche Überhaupt einen Feldzug mitgemacht haben. Diejenigen, welche sich vor dem Feinde ausgezeichnet, haben stets den Vorzug. Bewerbungen sind bis 15. 5. M. bei den Vezirts-Ergänzungs Commanden zu Überreichen. — (Landwehr.) In der l. t. nicht activen Land-Wehrinfanterie wurden ernannt zu Vatcnllcmöcoinmand.nitcn: der Titularmajor Karl Freiherr v. Lattermann sur das lärnlnische Landwehrbataillon Klagenfurt Nr. 21, und der Hauplmann erster Classe Karl Helversen Freiherr u. hcl-! versheim, des steiermartischen Landwehrbataillons Cilli Nr. 20, fllr das trainische Landwehrbataillon Nudolsöwenh ^ Nr. 24; — der Major und Commandant dcs kärnmi-schen V^ndwehrbataillonS Klagenfurt Nr. 21 Joseph Bauer wurde zum steiermärkischen Landwehrbataillon Marking Nr. 19 Überseht. — (Nach N om) sind, wie wir hören, am verflossenen Montag Nacht« Monsignore L. Ieran, ^anonicus P. Urh und einig? vermögende Bauern von hier abgereist, um dem Papste die mit zahlreichen Unterschriften versehene ErgebenheitSadressc und den bisher gesammelten Peters-pfennig zu übergeben. — (Verunglückt.) Am 20. d. M. wollte der Sagtnecht Simon Greider an der Bretlersäge zu Ramüdol eine Reparatur vornehmen und stellte zu diesem Behufe das Wasserrad ab, jedoch nicht so, daß auf dasselbe nicht noch einiges Wasser geflossen wäre. Zur Vorsicht stellte er noch eine schwache Spreize unle, das Spiudelrad, wo er die Reparatur vornahm. Da die Schaufeln dl.-s Wasserrades durch das fortwährende Darauffließen des Wassers gefüllt wurden, erhielt das Nad das Uebcrgewichl, die Spreize brach, sehte das Rad in Gang und riß den Unglücklichen unter dasselbe, so daß der Tod augenblicklich erfolgte. LandwirthschaftlicheS. Der Seidenbau-Co ngreß in Gör 5 am 28ten und 29. November 1870. ^. ?. Mottling, 23. Februar. Bei herannahender Teidenraupenzuchts-Campagne roird es vielleicht die Freunde dieses — trotz der herrschenden Seidenraupen-.ssranlheil — in Krain noch immer mit bewunderungswürdiger Ausdauer betriebenen landwirlhschaftlichcn Zweiges intercssiren. vln ein'.gen Wahrnehmungen, welche bei obigem Congresse gemacht werden tonnten, Kenntniß zu haben. Schreiber dieses war vom ersten krainischen Seidenbauvereine zu Mottling als sein Vertreter zum Congresse abgeschickt worden, hält es daher für seine Pflicht, die gewonnenen Erfahrungen mitzutheilen, damit man vielleicht einige schon in der heurigen Campagne zum eigenen und allgemeinen Besten ausbeuten, mit «ndern aber Vcrsuchc anstellen tonne. Wie glänzend die Wissenschaft auf dem Congresse vertreten war, zeigt ein Blick auf die Hauptredner des Con-qresses, die Herren Professor Susani au<ü Monza. Graf Freschi von Udine, Dr. Gaddi von Mailand, Dr. G. Gra-zioli und Graf Frederigotti aus Tirol, Professor Chiozza, Dr. Lanza, Dr. Levi, Pros. Haberlandt und Dr. Berson. Aber auch viele große Besitzer und zur Berühmtheit ge-lanate Seidenzüchter waren an beiden Tagen anwesend. Den Borsih führte Herr Graf I. Coronini als Präsident dann die Herren Ritler v. Claricini, Podesta, und Baron v. Rechbach, l. k. Vezirtshauptmann von Görz. Die wichtigsten Punkie welche behandelt wocden, sind: u) Welche Erfahrungen und welche Resultate wuroen mit dem Grai-niren mittelst Zellensistems dis jetzt gemacht und erzielt; d) auf welche Art wäre es möglich, die heimische Nace als die einzige Zuchtracc allgemein wieder einzuführen, und e) welche Zuchtmethode bietet heutzutage die größte Auf< zuchtswahrscheinlichteit? aä il.) wurden allseitig so uiele gute und überzeugende! Resultate vorgebracht, daß die ^llengraiuirungsart als die beste einstimmig anerkannt und angenommen worden ist, und cö sollte auch icder Seidenzuchlcr von jeder andern Graini-rungsmethode abgehen und so lange die Epidemie grassirt, dieses Confectionösiistcm unbedingt beibehalten. Durch diese Grainirunsisart kann sich wirtlich Jedermann sehr leicht gesunden Samen schon heuer slir die nächstjährige Campagne verschaffen. Er brauch! nur von jener seiner ^oconsfechfun-gen, welche ihm die gesuudeste zu sein scheint, einige 15 Paar Cocons zur milroskopiiäM Untersuchung an die Land' wirthschllflsgesellschaft in Laibach oder an die l. t. Versuchsstation nach Görz zu schicken, die Fcchsung selbst aber in einem kühlen lustigen Kcllcr l'iö zur Rückkunft des B^sun-des der zur Uluc.suchmig geschickten Cocons, welche immer längstens in 8 bis 10 Tagen erfolgt, aufzubewahren. Ist der Proccntensatz der Kürpermlg nicht üdc, I:'» — 20, so kaun sich der Züchter davon doppelt so viele starke schöne Paare aussuchen, alü er glaubt, daß seiu Bedarf daunt doppelt gedeckt ist (sollten aber die Percenten-sätze höher sein, so todte man die Fechsung und hasple sie ab). Hierauf stelle man die flir das Grainircn ausgesuchte Partie in ein warmes, jedoch nicht feuchtigteitüloses Locale und verfertige sich inzwischen, bis die Schmetterlinge aus-zulriechen anfangen, fo viele Zellen aus starkem Papier, als man Echmelterlings'Paare braucht, um den eigenen Bedarf an Grains doppelt gedeckt zu haben. Z. B. man denle sich ein Schachtelchen, worin Nachtlichter in den Handel lom-men, ohne Deckel und statt demselben ein Tüll darüber und rückwärts zusammengebunden. Wie die Schmetterlinge heraus-zukommen anfangen und sich gepaart oder begattet haben, so thue man eines nach dem anderen, d. h. in jede Zelle ein Paar, und sperre dieselbe wieder mit Tüll ab. Nach 6 bis 6 Stunden nehme man abermals jede Schachtel in die Hand und zerquetsche mit den Fingern dem Männchen den Kopf, lasse beide wieder in der Zelle und fperre die Zelle abermals ab und hänge sie an einen hiezu bestimmten Platz mit dem Tüll nach auswärts auf. damit man in die Zellen fehen kann. Nach erfolgten» Tode des Männchens wird sich das Weibchen von selbst lösen und darin die Cier legen. Sobald die Cierablcgung ihr Ende erreicht hat, verwahre w2n die Zellen sammt den Schmetterlingen in ein trockenes, luftiges Locale derart, daß die In. secten nicht Zutritt haben, und iu beliebiger Zeit, am besten aber im Winter, während welchem die Versuchsstationen am meisten Zeit haben, schicke man alle Zellen, so wie sie aufbewahrt waren, abermals zur mikroskopischen Untersuchung. Vei dieser werden erst alle Pärchen zellenweise unlersucht — die Zellen mit Grains, worin getörperle Paare gefunden werden, vernichtet — und nur jene, in welchen gefunde Paare vorgefunden werden, zurückgeschickt; denn die Untersuchung der Schmetterlinge liefert das sicherste Urlheil erst nach ihrem Tode, da die Bildung der Körper-chcn dem Tode zu am größten ist. ad d ward der Beschluß dahin gefaßt, daß, fobald die Pasteur'sche Zellengrainiruug eingeführt ist, auch die Regeneration unferer werthvollen Gelbspinner von sich selbst eintreten und dieselbe um so eher ihren frühern Werth gewinnen werden, als es fchon erwiesen ist, daß bei alljährlich fortgefetzter mikroftopischer Auswahl der zur Forlzucht bestimmten Schmetterlinge und Grains die Familien der Raupen immer kräftiger werden. (Fortsetzung folgt.) Mneste Post. iOriginal.Telegramme der „Laibacker Zeitung.") Bordeaux. üt8. Februar. Atationalver« sammlung. Thiers und Barth.lemy verlesen die Friedenspräliminarien. Die definitiven Friedensverhalldlull,zen finde» in Vriissel statt. Unsseacktet der Opposition mehrerer Redner wird die dringliche Behandlung angenommen Thiers scklagt vor. daß die Bureaux nock Abends zusammentreten; die öffentliche Tiz zung findet morgen Mittags statt. Petersburg, HO. Februar. Das „Journal d^> Hr.'PeterSbourg^ veröffentlicht ein Te< lcgvaml» des deutschen Kaisers an den Ozar. betonend. Preußen werde niemals vergessen, daß es dem Kaiser von Nußland verdankt, daß der Krieg nicht die äußersten Dimensio nen angenommen habe. Die Antwort des <5zarS betont, er sei glücklich, daß er seine Sympathien als ergebener Freund dem Könige von Preuße», beweisen konnte. Telegraphischer TUechseUoiüs oam l, März 5,p>,'lv. MeialliqueS 59 20, — 5perc M,t.>lllqm'» mit Ma>. mid Nuvemlxl'-Ziusen ll',20 — 5,per^. Naül.mil-Anlehsii 66,3» l8<;«>.'r Kllwts-Alllchm 95.20. - Äailluctlen 725 ^ Credit Al-ncu 2l'>2«0 - London 12415, - Gilbn 122,25 — K t Münz-Dücllü'!! 5.83, — Napulroud'or 9.89, Handel und Wolkswirtljschastlichev. vaibach, 1. Mär;. Alls dem heutige!, Marlte sind ,.' schienen: 27 Wagen und 2 Schiffe iml Holz ch i> liib-^rrije. N. l< jkl.^tt. ss. fr. ^ Weiz.'i' :» Ht<^rn 5,80 6 48 Bumr p:, ^i»!, 4zi!._ " ttorii-Sactt ., 4-^ 4 28 E-rr pl ^lUll --2^1 Gerst. ., 3 20 3 31 Mllch pi. Mah > 10 Hafer .. 2 20 2 46 Rinl'ste>fch pr Pfb 22!- .. Halbsillchl .. -------! 4 88 zioibsteisch ,. -24!____ Vriden „ 3 20 3 76 Echivcuiesinsil, ,. 22 Hirk ., 3 30 3 48 Schöpsenfleisch .. ..16- Klitlnnu „ 3 60, 4 20 Hühübrl pr. Stück - 60 . Erdäpfel .. 2 20,------- Tanben „ ,6____ i'insen .. 5 20,------- Heu pr. Zeniurr 2 —____ Erbsen ,. 5 50,— Slroh .. ,80—., Fistel« „ 55.0------- Hu';.hart,,prMft.____^ 50 Rilidsschluulz Psb. -55.------- weiches, 22"____5'.„ Schweineschmalz » — 46l------ Wriu, rother, pr Speck, frisch, ,. — 32l— - , Eimer ,. ^. iz ,, - qeräuchert ., — 42'— — - weißer .._____'10 _ Angekommene Fremde. ^,. ^ Am 28. Februar. <^,?^ 3""^/' Weisender. Padova. - Kren, Oraz. -Cappellcttl, Tnest - Czepelta, I.issenieur. Wien. - Milonajo, Marburg. - ttrischper, «rainburq. _ Kurztbaler Wels ^ Werenze, Maschmeninspecior, Wien. "'"ziyam, ^elv, ^l»«>t NVle«. Lenk, Graz, — Naceta, Bürgermeister, Dal matieu. -- Lauinger, Kaufm., Augsburg. — Vlöthel, Kaufm, Gottschee._____________________ Theater. Heute: Vorletzte Gastvorstellung der Gesellschaft Napp 0. ^tlltelilola^ljttll' ckelitMlAlmut'l, in ^aibacs?" -^ .'«'««" v n ^ " '" « ^ ! 6 U'Mg. 327 55 > 2.4 SO. schwach "trilbe ^ ! 2 „ N. 331.55 ^ 2., O. mäßig trUbe ^F^. !i0.. Ab. l'33..,, - 1.« ^ O. mäßig Ncruenhell "'^°>' Vormittags Wiuddrehuug von SW. nach O. Regen mit Schueefloclcu, Kalter Ostwind. Nachmittags Aufheiterung. Große Klarheit drr Luft. Abeuoroth. Das Tagcsmiltcl der Temperatur — 0.5" um 1.9" unter dem Normale. Perautworllicher Redacteur: Iguaz u. K l e i n m a l, r. 'I^—< «»»«»»'««4»t '!Uien, 28 Fetiruar. Wärni nicht Aiiglo-Aclicn start gefallen, so lonntc man den heutigen Verlauf als einen fehr giilistigcn bezeichnen, denn die Börse hatte eine unleug-XMl!rNUtI»U'. dar gute Disposition, welche nur durch dm Nilckgana. cincö so eminent im Vordergründe stehenden Effectes gedämpft wurde. Wie immer, wenn eine wichtige Alteration ei,,-tlül entstanden anch heute zur Ertlärung des Nilcknanss'i? drr Auqio Äctiru bis 212 allerlei miluuter abenleuerlich klingende Gerüchte. Die entgegengesetzte Richtung verfolgten die Acticn der Union-bai'k welche sich bis 247.50 um 5 fl. höben. Abgeschen u°u dusc» Hplrlpavicreu war der Verkehr mäßig, die Stimmung aber entschieden fest. Rcntl, Staatslose, Prioritäten behaupteten sich, Bank-vavlerr inferiorer Art hattni theils tlcinc Riiägänge. theils mäßig»,- Auancen, schwere Schrantenpapirn', wie namentlich NationalbanI, hoben sich, Clscnbahu Nctieu jllugcrcu Datums fanden thcilweise l'vhafte Nachfrage, während Staatöbahn und Slldbuhn eine Teudeuz zum Rückgänge verrietheu. Devisen zeigte:, sich steif, Napoleon« schou wegeu fehlender Sllllle im Preise höher gehalten. Notirun« nn, um 1 Uhr 30 Minuten: ____________......^----------- ___^---------__----------------------- ---------- ----------------------------------^- —,------------------------------------------------------------------ K. Allgemeine ^taatcfclnlld. Für 100 fl. Geld Woare licinheilliche Staatsschuld zu 5 p.'!°l,d. üftrrr........347.— 348.- Oesterr. Nordwestbahu . . . 199.- 199 50 RudolfS-Vahn......161.— 161.50 Siebeubürger Behu . , . . l67.— 168.— StaatSbahn.......378.— 379.— Südbahu.......179.80 180 — Sild-nordd, Verbind. Buhn , . 173.- 174.— Theiß-Bahn.....233.— 233.50 Ungarische Nordostbahn . . . 156.25 156,75 Ungarische Ostbahn.....80.— 80.5.0 Tramway........180,50 181.- r. Pfandbriefe (für 100 fl) Nllc,. äst, BodlN-Crcdit-'iIlistllll Geld Waare verlaöbar zu 5 pEt. iu Silber 106 30 106 50 oto.iu33I.rilllz.zu5pEt.inü.W. 86.75 87.— Nattonalb. zu 5 vCt, ü. W. . . 93.25 93.50 lluc,. Bod.-Hred.-Anft. zu 57, pCt. 89 10 89.30 «l. VrioritätSoblistationeu. Geld Waare Gl's.-Westl,. in S. verz. (I. Emifs.) 93 50 93.75 HerdinaudS-Nordb. in Silb verz. 104.20 104.40 Frauz-IosepbS-Vihu .... 93.90 9410 O Carc-3udw.».i.^.t)n',,> 6n,. 103.- 103 50 Otftrrr. N«lt>wttibatm . . 9330 9350 Gelb Waare Slebeub. Bahn in Silber verz. . 89 50 89 75 Staatsb. G. 3°/« 5 5.00 Fr. ..I. Em. 135.- 136- Siibb. G. 3"/, i. 500 Frc. pr. Strict 113 15 113 30 Sitdb.-G. i. 200si.z. 5".„ für 100 st. 88.90 89.10 Slidb.-Vons 6°/. (187l»-74) » 500 Frcs pr. Stück . . 241. —. - Ung. Ostbahn für 100 fl, . . 82.70 82.90 «I. Privatlose 3 80 Hamburg, für 100 Marl Banco 91 50 91.0? London, für 10 Pfuud Sterliua 124.— l24.2U Paris, sür 100 Francs . . . —.— -^- ^ (^>^:r^ d»>r (Htldsl»rie« Geld Waar«' .^. Mimz.Ducalei . 5 fl. 83 tr. 5fl. «5 lr. ')lapoleon«d'or . . 9 .. 88 .. 9 „ 88j ^ Prcuß. Casfenschciue 1 .. 83j ., 1 . 83! ^ Silber !22 . .. 122 . 25 .. «rainifchc Grundeutlaslungs - Obligationen, Pri» ualuotlruu«: 86 — Geld. — Nao«.