„FnihtU, str I»t." Jahrgang. Nr. ««. Nreltag A. J«»i >G?«. Die n» ieden Sonntag, Miitwoch nnd Kreitag. Pteife -— für Marbuea: aantiabria K sl balbiäbria AK vi«rteliök»ia ? kl Ktt ?»» tk? .».... 1°. - Mi. P.ft»«s...d«.m- „««zjähn»«si. ..°.bj°h.i« »st.. »i..k.js»...?st'A°Nm.V«M.'°^^^^^ Awetmaliger m,t 15, be» dreimaliger mit 20 kr. berechnet, wozu für jedesmalige Einschaltung SV kr. SnserateN'Stempelgebühe kommen. Zur .geschichte des Tages. S». k. und t. Ap-st-lisch« MajeftSI habe« mit Allerhöchsten Eni-schlttßnugen vom 28. und 3l. Mai d. I. den LandeSpräfidenten im Hcrzogtliumc Kärnten Guido greiherrn Kübeck vonKübau zum S »atthalter im Herzog tl> um S »eiermark. und den Lan-deSgerichlSprksidenten in Graz Kaspar Grafen von L o d r o nL a t < r a n o zum LandtSpräsjdcnten im Herz0tlthume Kärnten zu ernennen, und endlich dkM Slattlialiereirath erster Klasse der steiermärtischen Statthalterei Etuard Ritter v Reupaner in Anerkennung seiner treuen und vorzüglichen Dienstleistung daS Ritterkreuz des Leopold OrdenS mit Nachncht der Taxen allergnädigst zu verleihen geruht. Da» inMarburg vereinbarte ..s l o v e n i s ch st e i e r i s ch e P a r-teiprogramm" fordert die Herstellung eines KronlandeS Slovenien. die Eriichtung eineS OberlandeSgerichteS in Laibach und erkennt als ..ge-meins.'me Angelegenheiten" nur Krieg. Finanzen und Handel an. Das Kirchenvermögen joll unantastbar sein und daS Schulgesetz (so verlangt schlitßlich diese» Slovenen Programm) im klerikalen (l) Sinne abgeändert werden. Wir werden auf dieses Programm nächsten» des Näheren zu sprechen kommen. Aus Spanien, dem unglücklichsten freien Lande, weil eS die greihut nicht zu benütz,« versteht, berichtet man: In der Kortessitzung vom 31. Mai beantragte Garritio die unvei^ilgliche Königstvahl. eventuel die Annahme der Föderativ Republik. — Der KommissionSbericht über das Gesetz betreffs der Monarch,nwahl besagt: Die Debatte wird 8 Ta^^e früher angekündigt, die betreffende Sitzung dauert bis zur Erwählung des Königs; die Stimmzettel weiden unterzeichnet. Die Wahl ist sogar bei einer einzigen Stimme Majorität giltig. Nach der Wahl legt der Könia den Velfassungseid ab. Me Kexen-Lene. Bon Clemens Steyrer. (Xlll. Fortsetzung.) Mit dem Fuv stieß er f ie Bittende von sich, dann gebot er den Knechten, die Atte hinauszutragen, sintemalen eS schon oftmals zugetroffen wäre, daß sich eine Hexe auf dem Bode» stehend unsichtbar gemacht und auf solche Weise dem Arm deS peinlichen Gerichtes entzogen hatte. Nun aber fing auch der armen Krau Margareth die Kraft zu sinken au. . Segnend legte sie die gefeffelten Hände aufs Haupt de» armen Mädchens. ..öel)' wohl, mein Kind." sagte sie. ..und der Segen Gotte» sei mit dir und schütze dich auf allen deinen Wegen, so wir uns etiva nicht ^edersehen sollten im Leben! — Bergesse nie diese letzten Worte deiner Mutter!" „Du aber HanS." suhr sie fort, „dir empfehl' ich meine Lene. — und mö,!est dn it)r allzeit ein treuer Beschützer sein! — Du lrars» mir von Kindl)eit ans so lieb, als wie mein ei^^ener Sohn, und dir vertrau' ich auch, dah du meinen letzten Willen getreulich befolgen wirst! Gehab' dich »vohl, Hans.'" Dann wandle sie sich ab. denn sie konnte die Thranen nicht mehr zurückhalten. „Geht mit Gott, grau Mutter!" sprach HanS. ..und ftid dessen gewlp, dast ich Eucrn Wunsch erfüllen will. — Goit gebe, da§ wii^ unS bald iviedersehen!" Nur noch zum Thcil hatte Arau Margareth diese Worte gehört denn die Knechte hatten sie UiUerdcsskn hinausgetragen und der Amtmaun war ihnen gefolgt. Lene aber lag betvußtloS am Boden. , Vttitio« des Gemetndeausschuffes an das k. t. Reichstriegsminiftertum. Die Stadtgemeinde Marburg hat vor vielen Jahren zur Errichtung eines Kadetteninftitntes in nächster Nähe von Marburg mit Riicklicht auf ihre geringen Bermögensverhältnisse so außerordentliche Opfer gebracht, daß sie wohl mit gutem Rechte und nach den behör1)licherseits gemuchten Zusicherungen annehmen konnte, für fortwährende Zeiten durch Aufrecht-erhaltung des Kadetteninftitutes einen, wenn auch im Berhältniß zu den lediglich aus Patriotismus gebrachten Geldopfern nicht entsprechenden, so doch geringen Boriheil zu ziehen. Dies war auch so lange der Fall. alS daS Kadetteuinstitut bestand. Nachdem felbeS jedoch aufgehoben und daS Gebäude mit Allerhöchster Bewilligung in die „Kaiser Franz Josef Kaserne" umgewandelt wurde, mußte die Gemeinde wohl darauf rechnen, daß diese neukreirte Kaserne, wenn auch nue auS Billigkeitsrücksichten, auch sattisch mit Mannschaft belegt werden würde. Dies ist bis nun nicht der Fall, und das schöne, sowohl mit de-deutenden Opfern von Seite unserer Gemeinde als auch des Staates ausgefilhrte. in der gtsundesten Gegend gelegene Gebäude steht leer und nußloS da. Die Stadtgemeinde Marburg hat. wie bereits gesagt, diese bedeu-tenden Opfer lediglich nur in der sicheren Aussicht gebracht, daß durch fortwährenden Belag deS Institutes der Gemeinde mittelbar ei« Gewinn zukommen würde. Da ein solcher durch daS lange Verstehen deS Gebäude» entfällt, so muß sich die Gemrinde in ihrtr ursprünglichen Widmung zu eine« bestimmten Zwecke getäuscht fühlen, und glaubt einer diessalligen Prü-fung und Würdigung des Gegenstandes um so sicherer zu sein» als sie in Erwägung der heraugetretencn so hohen Erfordernisse für das Schul« Wesen auch nicht den geringsten Faktor ihrer Einnahmsquellen ent-behren kann. Düstern Blickes kniete Haus an ihre Seite hin und betrachtete mit wehmüthigem Lächeln daS bleiche Mädchen. Was er da in sich gedacht und geredet, gebetet zu Gott und ihm gelobt, das ist niemals laut geworden. Aber ernst muß es gewesen sein und aus vollem Herzen, denn ztvei große Thränen glänzten in seinen dunklen Augen. Cr bog sich endlich sachte über die geliebte Lene hin und drückte rintn heißen Kuß auf ihre bleichen Lippen. Das war der erste in seinem Leben, aber das bewußtlose Mädchen fühlte ihn nicht. Bon außen schaute ein häßliche» Gesicht in die Stube hinein, und höhnisches Grinsen verzerrte den Ivetten, zahnlosen Mund; zivei graue, stechende Augen blitzten boShaft und triumphirend hinter den rothe«, du-schigen Brauen hervor. Da» war der Meierhofer Veit. VI. So sich einer recht des LeißenS freut, weil es ihm gar viel Schönes und Frohes bringt mit jedem neuen Tag. dem schwinden die Monde gleich Tagen l)in. und er meint schier nicht, daß es möglich, wenn wieder ein netieS Jahr seinen Anfang nimmt. So l,btr eitler recht sehr unglücklich ist und verlassen vo» aller Freud' und Lebenslust, dem werden die Tage zu Fahre«, und er «eint, er kann's schirr nimmer erwarten, bis einmal der letzte T'ag gekommen sein wird, der ihn aller Leiden und Sorgen ledig macht und ih> hinaus-führt aus dieser öden Welt, die ihm doch «ur immer wieder neues Leid bitten kann. Das ist so die Reg l bei den Mcl^schen von Alters her. und just so erging eS dazumal auch der Lene. Sechs Wochen waren bereits vorübergegangen seil jenem schreck« lichen Tage, an dem sie die Mutter von ihrer Seite gerissen hatten, und gleich sechs langen Jaltren tvar dikse Zeit dem armen Mädchen dahin-geschlichen, öde und trostlos, ohne Lust und ohne die süße Beruhigung, Wrun schon die Auflassung dcS KadetleninstitutkS au» staatsökono-mischen Gründen geboten war. so dürfte wohl schwerlich ein Hinderniß dagegen obwalten, für den erfolj^trn Btrkclir»entgang ein entsprechende» «equivalent zu bieten. waS durch Belegung der nunmehrigen Franz Josef-Kaserne mit Mansischakt am leichtesten und natürlichsten geschehen kann. Die vorzugliche Lage der Ali ferne im gesündesten Klima, deren große Räumlichkeit, die Lage Marburgs mit seiner Eisenbahnverbindung nach allen vier Weltgegenden, die die Beordcrung der hier anwesenden Truppen binnen wenigen Stunden nach allen Richtungen ermöglicht, dürfte gewiß kein Hinderniß für die Höchen Orts aufzustellende orsch«lt». II. Die Kosten, »velche die vollständige Ausbildung eines Mädchens erfordert, sind verschwindend klein gegen diejenigen, welche die Ausbildung eine» SohneS bis zur Befähigung zu einem bürgerlichen Berufe erfordert; und doch entziehen viele Eltern ihre Töchter der Schule vor beendigtem GchulkursuS, bloS um das Schulgeld zu ersparen, während fie die fünfzehn bis zwanzigmal größeren Kosten zur Ausbildung für die Söhne nicht scheuen Andere entziehen vorzeitig ihre Töchier der Schule, um an ihnen die lang ersehnte Unterstützung im HauSwes n zu haben, oder auch um sie von nun an in der HauSwirthschaft zu unterrichte« und zu benutzen. Mädchen aber, die mit dem 14. J.chre auS einer liölieren Anstalt treten und die bis dahin nicht zu häuslichen Beschäftigungen herangezogen wurden, werden in dem ersten und zweiten Jahr ihren Müttern nur ge-ringe Unterstützung gewähren; theilS. »veil fie von diestn Arbeiten noch nicht» verstehen, noch daran gewöhnt sind. theilS. weil vicle nachsichtige Eltern glauben, ihren Töchtern nach den anstrengenden Schuljahren einige Zeit der Erholung gönnen zu müssen ; und so kommt eS gewöhnlich, daß diese Mädchen täglich viele Stunden vertändeln und sich nach und nach an das verderbliche NichtSthuu giwöhnen. NichtSthun ist aber einer der gefährlichsten Feinde der weiblichen Jugend. Wu» die MädcheN'BolkSschulen betrifft, so strlun dieselben gegen-wärtig in Deutschland im Allgemeinen ii» einem Viel s.ünsligeren Verhält-niß zu den Knaben Volksschulen, wie die höheren Töchterschulen zu l^en höheren Bürger- und Realschulen; indem in den Mädchen BolkSschulen jetzt tvohl überall Dasselbe nnd in de»selben Ausdehnung wie in der Knaben Volksschule gelehrt wird. Hiermit soll jedoch keineswegs gesagt werden, daß die bestehenden Mädchen Volksschulen den gegenwärtigen Zeit- und Kulturverhältnissen vollkommen' entsprächen, nnd ein Fortschritt in den Bildungsverhältnissen de» weiblichen Geschlechts der nieder« BolkSklassen kein Bedilrfniß sei. Auch In den Mädchen-Bolt«^schulen ist eS vor Allem nothweudig. daß die Schulzeit dieser Anstalten um wenigstens zwei Jahre verlängert werde und zwar anS denselben Gründen, wie bei den höhern Töchterschulen. die geliebte Gefangene seden. oder auch nur von ihrem traurigen LooS etwa» erfahren ju dürfen. Tag für Tag hatte sie gehofft. eS müfle jetzt einmal die Unschuld der unglückseligen Mutter klar erwiejen werden und sie, die Langersehnte, endlich frei und aller Bande ledig in die Arme ihreS KlndeS zurückkehren; aUein da» war olleS ein Trnum gewesen. Da» Mädchen war selber dem alten Ritter von Thierbcrg zu Füßen gelegen und hatte ihn unter Thränen gebeten, er möcht' ihr doch zum mindesten sagen, waS auS ihrer Mutter geworden und ob sie noch am Leben sei. Allein der finstere Mann hatte die Tochter der Heze schnöde von sich gewiesen und ihr gedroht, er wolle sie stäupen laffen, so sie sich nochmal» untersteht, auf die Burg zu kommen. Und wie der Ritter, so waren auch all die andein Leute in der Gegend. War auch die freundliche Lene vom Hechtsee sonst allerorts grrn gesehen worden, kein Mensch wollte jetzt mehr von dem armen Mägdlein etwas wissen, dessen Mutter mit Hölle und Teufel im Bunde stan), und wo immer sie'S auch versucht hatte, um Schutz und Hilfe zu flehen — überall war ihr die Thüre verschlossen worden, und gleich wie vor einem wilden Thiere flohen die Leute von ihr. so sie ihrer nur von weitem ansichtig wurden Sogar die Kinder, die ihr sonst alle hold gewes.». weil sie ihnen oftmal» schöne Blumen oder bunte Beeren geschenkt ljatte. die sie in Busch und Wald gefunden — die gingen jetzt schon an ihr vorüber und bekreuzten sich än,lstlich. als ob sie fürchteten, ihr Blick allein schon möchle ihnen Tod und Verderben bringen. „Wer hätte daS gedacht?" so konnte man gar oft in WoljN' und Schankstuben sagen hören, „wer hätte daS je von dcr alten Margareth aedacht, daß l)ie mit Höll' und Teufel zu schaffen hl,t! Die irar doch fönst alle Zeit ein gar gotteSfürchtigeS Weib nnd könnt' ihr kein Mensch weiter ettvaS nochsagen. Aber man sieht e» oftmals den Leuten nicht an» was hinter ihnen steckt!" Hier tvürden bei verlängerter Schulzeit die beiden letzten Jahre in den Mädchen Volksschulen dem FortbildungSkursuS der höhern Töchterschulen entsprechen, und würden dafür etwa 12 Stunden wöchentlich mehr zu geben sein. Es würde demnach dieser FortbildungSuiiterricht die Mädchen täglich nur zivei Stunden in Anspruch nehmen. In den Dorfschulen auf dem Lande könnte dieser FortbildungSuuterricht von Mai bis November ausfallen, müßte aber alSdann während der Wintern»onate auf vier Jahre ausgedehnt werden. Für die Landmitdchen würde ein solcher FortbildungSkursuS noch den großen Gewinn haben, daß sie dadurch von manchen Verkehrtheiten; von manchen bösen Getvohnheiten abgehalten, dagegen angeleitet würden, an höheren nnd edleren Genüssen Freude zu finden, sich ihreS eigentlichen Berufes immer würdiger zu erweisen und sich darin glücklich zu fühlen. Wir sprechen eS wiederholt auS. daß. wenn eS in der Familie, in der Gcmeinde und im Staate besse, werden svll. vor allen Dingen di«» weiblichen Schul- und Erziel)ungSanstalten in ähnlicher Weise wie die Anstalten für die männliche JuiMdbildung gehoben werden müssen, und daßein besseres 31! e n s ch e n g e s ch l e ch t nur durch eine bessere Bildnng und Erziehung der^sranen he ränge-zogen »Verden kann. VermWt Nachrichtell. (Der Heerranch in R o r d d e u t sch l a n d und in — Tirol). Wie auS Innsbruck gemeldet wird, hat sich sowohl in der Stadt selbst wie in deren Umgebung seit einigen Tagen wieder jener eigen-thümliche Ranch eingestellt, welcher schon vorige» Jahr die dortige AtmoS-säre wie in einen Schleier einhüllte und über dessen Ursprung man sich vergeblich den K»pf zerbrach. Nun scheint eS aber anßer Zweifel, daß e» wirklich der au» dem preußischen Nordcn kommende sogenannte Heerranch ist. welcher durch da» Verbrennen großer Moorstrecken entsteht und mit seinem Gestank ganz Deutschland überzieht, ja selbst bis in die Schtveiz und nach Jtali n kommt. In Innsbruck weilende Nord-Deutsche erklärten mit vollster Bestimmtheit diese» Rauch als Heer« oder Moorrauch; auch ist der Moorbra«d,ieruch unv rkennbar. Bestärkt wird diese Annahme durch die Nachricht, daß gegenwärtig der Heerrauch wieder einmal ganz Nord-Deutschland verpeste. In Bremen wurde sogar beschloffen, einen Verein gegen daS Moorbrennen in» Leben zu rufen. (Die nächste Sonnenfinsterniß). EnglischerseitS schreiten die Borbereitungen für die Beobachtung der nächsten Sonnenfinsterniß rü-stig fort. In Folge eineS Rundschreibens find bei dem Vorstände der Astronomischen Gesellschaft (Royal Astronomieal Soeiety) über sechzig An-Meldungen von Astronomen eingegangen, die sich an der Beobachtung bethei-ligen wollen, und um duichauS sicher zu gehen und von den Witterung»« einflüffen möglichst unabhängig zu fein, liegt eS im Plane, fall» die» thuultch sein sollte, zwei ELpcditioiien auSzutüsten: eine nach Spanten, die andere nach Sicilien. Die letztere Station indessen dürste sich nicht gerade empfehle,», so erwünscht auch eine doppelte Beobachtung wäre, denn nicht allein gedenkt schon die italienische Reginung. dem Vertiehmen nach, eine Expedition dorthin zu schicken, sondern eS weiß auch Jedermann, der Sicilien kennt, daß die zu besuchende Gegend von Banditen unsicher gemacht wird, und daß eS daher noch anderer Vorsichtsmaßregeln bedürfte, al» die sind, welche stieng wissenschaftlichen Ztvecken dienen. So ging'S von HauS zn HauS, und sogar in Kufstein war die Gefangennehmung der Fr.»u Margareth gar bald bekannt tvorden. und bedauerte sie dort so mancher, dem sie einmal von einem Gebreste geholfen oder Rath ertheilt hattc. Helfen aber konnte ihr halt auch keiner, ohne Gefahr zu laufen, daß er sel er alS Mit ihr im Bund stehend und als Zauberer scheel angesehen oder wohl gar in Haft genommen tverden könnte. Einer hätte freilich mit einem einzigen Wort schon helfen können, und das tvar der Meierhofer-Beit; denn auf feine Anklage hin ivar die Alte vor'S peinliche Gericht gestellt ivordxn. Der hatte eS auch gleich am ersten Tage nach der Verhaftung schon versucbt. mit der Lene zn reden und ihr hoch und theuer zu beschwören. so das Mädchen seine Bitten erfüllen wollte. Die Dirne aber hatte den Elenden mit Verachtung abgetviescn und ihm getagt, sie ivollte lieber die Mutter mit eigenen Augen sterben sehen, denn sich ihre Besreinng für solch' einen Preis zu erkansen. wie er ihn verlangte. Das reine Kind hatte jetzt eist begreifen können. tvaS der freche Lüstling dazumal von ihr gewollt, als er sie im Walde ieberfallen hatte. DaS ivuhte freilich kein Mensch sonst, denn daS arme Mädchen hätt' eS nie über'S Herz bringen können, so etivaS je,na.id zu erzählen, und daß eS der Veit nicht selber sagte, dafür war »vohl auch was gut. Der einzige Mensch, der eS hätte wissen können, da» war der fremde Ritter. Dieser aber war fort, und die Lene hatte seither nie wieder etiva» von ilim erfahren. Auf den NuSlberg hatte sie in der bösen Zeit nicht mehr getan« gen können. — sie war überhaupt nur selten auS dem Hause gegangen, seit sie allein daiin wohnte, denn sie fürchtete sich V0i der Zudringlichkeit deS Veit und vor dem Gespötte der Leute. So tvar dem ve>lassenen Mädchen der Trost noch genommen, ihn. den sie tvie ein Heiligenbild im Busen trng. dni sie liebte mehr als sich selber, ohne daß sie'S tvagte. sich daS zu gestehen — je im Leben wieder sehen zu dürfen. Marbargtt Derichk. Marburg. 3. Zum (S t a d ts ch u l r a t h). In der Sitzung des StadtschuIratheS am 26. Mai kam zuerst ein Protest der Gemeinden LeiterSberg und Kart-schovin gegen die Einschulung beim Stadlschulrathe zur Verhandlung, und eS wurde auf Antrag M.nfo'S und Stampft'S beschlossen, es sei dem Wunsche dieser Gemeinden wegen Ausschulung auS dem Verbände deS StadtschulralheS im Interesse der Stadtgemeinde und der übrigen Gemein-den (auch Pobrisch. Brunndorf und Rothwlin sind darunter verstanden) unbedingt mit Beginn deS nächsten Schuljahres zu entsprechen. — Die Gesetzt und Verordnungen auf dem Gebiete d.r BoltSschiile sind für die Mitglieder deS StadtschulratheS und die Borstände der Schulen anzuschaffen. Aus das Ansuchen deS Konsistoriums um Betanntj,abe dcS VoifalleS ztvischen Prof. chtet wird, die Gemeinde ist jedoch bereit sür die erste Anschaffung von Lehrmitteln nach Bedürsniß einen Betr^ von 5000 sl. zu leisten, da die bereilS Vorhan. denen L'hrmittel im Werthe von 1500 fl. der neue» Anstalt überlassen werden; die ivicderkehrenden alljährigen Beiträge zu Lehrmittel Anschaffun-gen wolle der LandeSfond übernehmen. 5. Die Gemeinde könnte sich zu l^iesen Opsrrn nur dann verstehen, ivenn sie von der Verbindlichkeit gegen die k k. Lehrerbildungsanst^>lt enthoben würde, da ohnehin i>ie Kommunal Hauptschule wegen der Unterrichtssprache. Ueberfüllung der Klaffen und Unterbringung iin neuen Gebäude dem Zwecke der Lehier-bildungSanstalt nicht entspricht. (Berein ..Fortschritt".) In der am Mittwoch abgehal-tenen. zahlreich auch vou Gästen besuchten Versammlung deS politischen Ihre einzige Slittze — der einzige Tröster, der sie aufrecht hielt iln Leid, w.ir HanS. und wÜr' er nicht gewesen, wer weib. ob sie nicht zuletzt gar in den grünen Fluten des HechtseeS ihrem Leben ein Ende gemacht hätte. Aber der war ihr ein getreuer Frcund geblieben die ganze Z.it über. Er hatte daS Bersprechei». so er der scheidenden Mutter gegeben, ehrlich erfüllt und war dem Mädchen zn keiner Zeit von der Seite gc gangen, so sehr ihn auch der Haß deS BaterS. der Spott und die Verachtung der Rachbaren dasür lohnte. HanS hatte, auS dem väterlichen Hause verjag», nun seine Woh-nung in dem stlUtN Häuschen aufgeschlagen, darin sein AlleS. — sein einzig Glitck auf der Welt verborgen war. Er hatte daS geliebte Mägdlein allerorten hingeleitet, wo sie um Schutz und Hilfe gebettelt; er war selbst mit ihr aus dem Thierberg ge-Wesen und hatte sie getröstet auf dem Heimlveg und hatte ihr Muth zugesprochen. All seine Gedanken lvarcn nur darauf gerichtet, wie er drm armen Mädchen sein Loos erleichter« und ihm die Mutter wiedergeben könnte, obschon er gar bald einsehen mußte, daß hier nur wenig zu hoffen wäie. Oftmals schon war er die drei Stunden Weges nach Thiersee gegangen und halte dort im GerichtshauS nach der gefangenen Berbrecheiin gefragt; aber jedesmal war ihm die Weisung geworden, er würde das schon seiner Zeit erfahren, denn der Prozeß wäre noch nicht zu Ende. Trüben Sinnes »var er dann immer wieder ljeimgekrhrt. wenn er daran dachte, wie ihm wohl die Lene schon vou Weitem entgegensehen und ihn gar so lieb und voll gutee Hoffnung anschauen iverde und daß er ihr dann ivieder krinen Trost bringen könnte. Sonst saßen sie dann meist beisammen in der jejzt gar öde» Stube, und plauderten von der lieben Mutter oder von vergangenen glücklichen Tagen — oder tvohl auch zuweilen von dem fremdu» Rittu'. der dem Mädchen gar nicht auS dem Sinn kommen wollte. (Fortsetzung folgt.) BeremeS besprach zuerst Obmann Brandstetter seine Theilnahme an der Konferenz der liberalen deutschen Partei in Wien und setzte die Ber. hältnW deutli^ auseinander-, er führte die einzelnen dort festgesetzten acht Programmpunkte für die hiesigen Wahlen und beantragte nur, daß die Versammlung zum 3. Punkte (galizische Resolution) sich dahin aus-Wreche. daß für den Fall der Wiedereinbringung der Refolution von Seite der Polen den berechtigten Wünschen nach einer selbstständigeren Stellung Platz gegeben werde, und ferner, daß man die Wahrung de» Gebrauches der slovenischen Sprache sowie die auS dem §. IS der Swatsgrundgesetze richtig zu folgenden berechtigten Ansprüchen durchaus nicht durch die Feststellung eineS deutschen Programme» anfeihlen tvolle, da dasselbe so freisinnig sei. daß j.de Nationalität nach ihrem Stand-punkte es annehmen könnte. Brandstetter erklärt serner. für die Stadt Marburg als Kandidat nicht auftreten zu wollen, dafür für die Land-bezirke zu kandidiren; auS diefem Grunde werde er auch an den etiva ^ unternehmenden Wahlagitationen sich nicht betheiligen. Reallehrer Stopper ist gegen irgend ein Amendement an daS Wienerprogramm sondern will einfache Annahme desselben; er will auch, daß Brandstetter eventuell seine Kandidatur für Marburg aufrecht erhalte und in die Lei-tung der Agitation eingreife. Kaufmann I. Reiter wiederspricht theil-weise dem Vorredner. ES werden schließlich die Antrüge Brandstetter» angenommen. Betreffs der Wahl deS Abgeordneten für die Stadt wird ^schlössen daß man an der am 3. d. M. im Rathhause stattfindenden Wahlerversamtnlung zahlreich theilnehme, und falls daS Resultat derselben kein entsprechendes sei. durch die BereinSleitung für Mittivoch Abend» eine öffentliche Berfammlung einberufe. Der Berein ivird sodann, um auf dem Lande für die Kandidaten Brandstetter und Seid! thätig zu sein, am 12. d. M. einen Ausflug nach St. Leonhard unternehmen und dort die Parteigenossen in ihrer Thätigteit unterstützen. ^ lovenischeS P a r te i t r e i l) e n.) Wie man von natio-naler Seite, ivenn e» schon nicht ander» geht, mit Lügen sich den Weg ebnen »vlll, z,igt eine Notiz deS .8!. welche sagt, daß ein Mitglied der Bez,rkSvertretung sich geäußert habe, um die Wahlmänner für deutsche Kandidaten gesügig zu machen. wolle man von deutscher Seite eine Schmauserei veranstalten, worauf ein anderer Marburger, auch ein Deut« ^er, geantwortet haben soll, da» wäre doch zu unschön, und wenn die Bauern um ein paar Seitkl Wein ihre Nation verrathen, dann waren sie Werth von — Brandstetter vertreten zu »Verden. — Wahrlich. eS kann nicht» Schmählicheres geben. als die eigenen Schandflecke auf andere überwälzen zu wollen, oder haben die Herren vergeffeu, daß vor der ae-wissen, nachmals beanständeten Wahl mit Bauern die ganze Nacht ge« zecht wurde, so daß mancher von den Wahlmännern die Farbe seine» Wahlzettels nicht kanirte; glauben sie. eS bedürfe solcher geineiner Mittel, wie sie von der nationalen Partei angetvendet wurden. um den Wahl-Männern eine ihnen vortheilhaste Ueberzeugung zu verschaffen? (Slovenische Kandidaten). Al» ztveiter Kandidat für d Gemeindehause deS Bezirkes Wieden v « einem Redner. Herrn Held, auS^ gesprochen. Ob Herr Exininister GiSkra auch Klagen siiliren wird, ebenso Herr Rechbauer und die übrigen Theilnehmer an der Konferenz vom 22/ Mai. welche gleichfalls als politische Heuchler bezeichnet ivurden. (Sp arkasst'Bc richt.) Im Monate Mai wurden in die^ Marburger Sparkasse von 557 Parteien eingelegt 110.257 fl 80'/, kr. von 440 Parteien herausgenommen 77,680 fl. 76 kr. (Z i n sk r e u z e r) pro 1870 betragen 5008 fl. 54 kr. zu 2 pCt. von 254.426 fl. 20 kr., mit Ausnahme der Befreiten von 60 800 fl. 80 kr. GesammtwohnzinS 315.227 fl. (D i e P r e i S b e ni e g u n g d e r S ch n e i de r g e h i l f e n) hat am Montag ihren förmlichen Abschluß gefunden. In einer zahlreichen Versammlung erstattete der Obmann deS Gcliilfenau^schufles. Georg Widemschek ausführlichen Bericht. DaS Ergebnis wurde s. Z. von uns mitgetheilt. Der wirksamsten llnterstüpung verdanken es die Schneider aehilfen. daß die Bewegung sür sie einen guten Erfolg gehabt. Die Im (Zsfüblv ^vs tiokstvl» Zokiusnev« vrluUt (ZeLortixto «liv tlAu-rizkg ptliodt, allen k'rvunllen un6 öolcannton su L^skvn von llom nnersotslilzllsn Verluste iliro8 tk«urvn 0»tton, klvrrv koclinun^titükrsrs clor k. ötatttsdadn uuä in >l»rdur^, ^vslol)«;r am l. ^uni 1870 ^orjisk'ns vnm Lotilaxs xeti'vtVvn in «vinom 58. 1«oljon8^al»ro in sin l>es8sleij ^snseit» kinükvrxinß^. Dio ir<1is«zl»s Hüll« llss tdsuren Vsrliliol»en»?n vir»! ävn .luni 4 lllir im sißsoncn Ilauso vin^sssjznot unll (lann /Up lot/.tk^n kul^s ülioltiilirt ^vt^ntlen. Da» l»l. Lkslsnamt ^ir6 Lam^tinzs ,l«n 4. .luni um !» ssl»r in ll«r Oomkii'lzliv ^els»6n. Der V erlilicliens wiitl äoin finnnnon ^nllt nlcsn vmpkul»Ivn. ^ai'lZurK, am l. ^uni !870. »Is Uitttin. Von ilvr 7.veit»n »tsisrm. I^viodon-^utdalirnvx unä Leorüisuug»-^n»t»It. Haus-Verkauf. DaS HanS Nr. 10 in der Brunngasse mit einem großen Keller ist unter guten ZahluugS Bedingnissen zu verkaufen. Näheres bei dem Eigenthümer, Nr. 11 in der Grazergasse. TurmeremzxMarbvrg. Der lnesige Turnverein unternimmt am Pfilngst-Tonntage S. Juni eine Turnfahrt nach St. Lorenzen in der Wüste, Gulden, von dtn Sldn!id«rfttli>Is«n in Linz zivöls> von ^n Leobner»!,yg^u hiemit an die k. 1'. unterstüstinden Mitglieder und Turnfreunde Beisteuer in den öffentlichen Versammlungen und in der Werkstätten lie-!^^^^ ferte einen namhaften Betrag: vom ArbeiterbildungSverein in Salzburgs wurden ftmf Gnlden gesandt, von den dortigen Schneidert^ehilsen zehn^ sieben Gulden, vom Wiener Fachoerein zwanzig Gulden. Dadurch warlhie hSfjjchstc Eitllad'ing ergeht. « uicht allein möglich, die Auslagen Der Abmarsch geschieht für Jene, »velche die Partie zu Fuß «rb..t«.mskU.^ zu deck.« s»«d.r« ««» denGeschaN^,...-s^n " L.°b.n^,^ch. ^ Pjch^, die seilher glelchsall« ihre Arbeit 'Mg-stellt^ eincu iveitrag von z-l>» ^»... «..7^. ^.i den zu widmen. Der Ukberschuß — 14 Gnlden — soll dcm Bcschluß! ^ ^ .? < , ,, ^ 5 Taßner ab- d. Ä»ntag«v..san.mlu..g jufolge ->l» Grundsto-k einer Unt-rs.»Ku..«»f«ss. zulialt-..d-n VaI»I- Ä'1.6«v ,>>..ln.hm'n .«ollen, mögen sich b.« s«. «rb.it«"i.ft-ll.r ..uvkringend °ng-l.g, und durch W°ch...,.ettrSg. d.r^S« Mmag l...m Sack^warte de« Bereu..« Her.» Kaufmann Schneidergebil/en vermehrt werden. Der A.b.i,erliild«ng»v«rei.. °-.da..k,!K'«b.tsch. Her.engasse „zur Sonne", gefälligst e..f»r..b.n. dieser Preisbewegung, daß er viele und eifrige Mitglieder gewonnen. !423 Der Turnrath. (Die Folterkammer), eine in Wien und Graz durch lang» Zeit mit sehr zahlreichem Besuche beel>rte Ausstellung von Folterwerrzeugen^ der verschiedensten Zeiten, wird künftige Woche hier eintreffen; wlr empseh ! s UliD len deren Besuch als eine kulturhistorische Studie. Gingesandt *) Wir btgrüßen die Kandidatur des Herrn Hosrath Dr. Gödl für die Stadt Marburg, weil eS uns freut, daß die Stadt im Landtage ein geborener Marburger vertreten »v,ll. ivelcher durch scine ausgezeichneten Kenntnifle und durch seine Liebe zu seiner Vaterstadt daS Wohl derselben zu fördern verstehen wird. Marburg, am 2. Juni 1870. Mehrere Wähler. *) Da wir bei den Wahlagitationen vollkommen freien Spielraum den Meinungen einzelner «ähltr lassen wollen, selbst in dem Kalle. wenn sie unserer Meinung über einen Kandidaten nicht entsprechen, so veröffentlichen wir alle diesbezüglich an NN» einlangenden Anschriften, falls sie in ihrer Korm fiir die Oeffentlichseit taug, lich find. Die Redattwn. Mscretio« i« der Oeffrattichkeit. Häufig »st man in der Lage, ein Gesnch oder Angebot, oder irgend eine andere »illenSmeinnng allgemein betanntjngeben, befürchtet jedoch an« sehr naheliegenden Gründen eine nachtheilige Verlegung der DiScretion. Da» seit Kurzem anch in Wien (ScilerstÜtte Nr. 2) etalilirte Institut von Rudolf Mosse. welche» bereit« in München. Dürnberg. Hamburg. Bremen und Ber. lin große Bureau» unterhält, hat sich den ehrenwerthen Rnf erworben, alle an dasselbe einlaufenden «nnonren für irgend welche beliebige Zeitungen mit Mßter Geheimhaltnng der Uamen der Austraggeber prompt und reell zu befördern. Die Inseraten Spttlten der Zeitungen, welche unzählige Aimoneen enthalten, worin obige Firma zur Entgegennahme von Offerten autorifirt ist. dotumeutireu tiinreichend, welche» Vertrauen dieser bekannten Kirma seilen» de» Publikum» gejchenkt wird. 2VVV0 Exemplare im Zn- und Auslände vergriffe«: Soebeo erschien dritte sehr vermehrte Auflage mit 10 Abbildungen: Die gtsthwWe Mmiitsliriisi, deren Ursachen und Heilung. Dargestellt von Mitglied der med. Fakultät in Wien. Preis fl. 2. mit Franco Post fl. 2.30. Zu haben in der Ordination» Anstalt fiir AthtiMt (besonder» SevwSche) de» Ttadt, lk«rrentgaffe Nr. HZ, 2. Stock. — Tägliche Ordination von N-4Uhr. Auch wird durch Korrespondenz behandelt und werden Medikamente besorgt. Mit Poftnachnahme wird nicht» versendet. l>4 finde» lohnende Beschäftigung i'iber den ganzen Sommer bei Tiegfrted Rosenfeld, Direktor deS StadttheaterS zu Marburg, 4l7) wohntt KSrntnervorstadt Nr. 4«. In der Magdalena-Borstadt nächst dem Kärntner Bahnhofe ist ein schön hergerichteter Garten im Flächenmaße von 500 Quadratklafter zu verkaufen. Selber ist auch Vorzüglich für Bauplätze geeignet, da er eine Gafsensront von 20 Klafter hat und nach dem genehmigten Situations« Plane eine Ecke, daher auch die Tiefe von 25 Klafter eine Gafsensront bildet. Nähere Auskunst im Comptoir dieses Blattes. (400