Samstag den 29. Juli 1837. T i e g e r j H g v. ^»nter den verschiedenen, oft sehr sinnreichen Methoden, mit denen man in Indien den Tieger tobtet, verdient folgende, deren man sich in Oude bedient, Und die ziemlich spasihafr ist, erwähnt zu werden. Hat man den gewöhnlichen Weg des Tiegers aufgespürt, so sammeln die Bauern eine Quantität Blätter des Proud, welche denen des Maulbcerfcigcnbaumes ähnlich sind, und sich in den meisten Gebüschen in, Menge finden. Dicse Blätter werden mit einer Art Vogclleim bcstrichcn, den man durch das Zerquetschen eines keineswegs seltenen Baumes erhält. Dann streut man sie, die bestrichene Seite nach Oben, in dcr Nähe dcs schar» tigen Ortes herum, wohin sich der Tieger während vcv Mittagshitze gewöhnlich begibt. Tritt das Thier Mf ei>n solches Blatt, so ist sein Schicksal für cnt-schieden anzusehen. Er schüttelt zuerst die Tatze, um dcn beschwerlichen Archang zu entfernen, reibt fiZ dann, am Kopfe, klebt sich damit die Augcn und Ohren zu, wodurch cr ungeduldig wird, so, daß cr sich wälzt, und auf diese Weise von immer mehr und mehr Blättern bedeckt wird, bis cr endlich gar nicht sehen, und in dieser Lage cincm Menschen vergliche n werden kann, den man mit Theer beschmiert, und dann nüt Federn bestrebt hat. Die Angst, die cr in dieser unangenehmen Lage fühlt, gibt sich bald durch ein entsetzliches Oeheul kund, und dieses ist das Signal für dic lauernden Bauern, welche nun das Thier ohne alle Nefahr erschießen. Kternschnuppen. Der Astronom Olbers sucht in dem astronolM-schen Jahrbuche für 1837 die Ansicht durchzuführen, dasi die Sternschnuppen kleine Weltkörper seyen, cin< regelmäßige Bewegung haben,' und in unserm Som nensystcm die Stelle einnehmen, welche die Infu-fionöthierchcn auf der Erde behaupten. Die Stern? schnuppen bewegen sich in großen Höhen, in Ah-ständen von mehreren, selbst von 30 bis 40 Mn» lcn, über die Oberfläche der Erde; die Geschwindig> keit ihrer Bewegung ist dcr der Planeten gleich, und die relative Geschwindigkeit gegen unsere Erde kann 8 bis 9 Meilen in der Secunde betragen; sie könn men von AujX'n aus dem Weltraume in unsere Atmosphäre, entstehen ursprünglich nicht in derselben; sie werden nicht vom Monde auf die Erde gcschleu-derr. Die sonderbare und höchst ungleiche Verthei-lung dcr kleinen, um die Sonne circulirenden Mas-sen, welche die Feuerkugeln und die Sternschnuppen in unftrm Planetensysteme bilden, so wie die große Ähnlichkeit und fast gleiche Beschaffenheit der herab-fallcndcn -Meteorsteine in Ansehung ihres äußeren Anfthcns und ihrer Bestandtheile, deuten nicht bloß auf cinen gemeinschaftlichen Ursprung, sondern auf cin und dasselbe Ercigniß, das sie auf diese Art in den Weltraum geschleudert haben kann. Unwillkühr-lich wird man hicr an dle Meinung erinnert, wel» che dic vier neuen Planeten, Ceres, Pallas, Iun» und Vcsta, als Bruchstücke cincs größeren, gewak-sam jzcrtnnumcrtsn, ehemals zwischen Mars und Iupitcr um dic Scnne krciftndcn Planeten ansehen will. Bci bcm Zerspringen «nd Zlrschnuttnn lin«s — 118 — solchen Planeten müssen außer den größeren Bruchstücken auch unzählig viel kleinere oder ganz kleine m den Weltraum geschleudert worden seyn, und nun in mancherlei elliptischen Bahnen um die Sonne laufen. Oeue Vcuge aus gesponnenem Mase. Niemand wird gleich glauben, daß es weiche) seidenartige und glänzende Zeuge ganz von Glas geben könne, jenem so zerbrechlichen Stoffes der den Biegungen so sehr zu wldcrstreben scheint. Wenn man indes; das geschmolzene Glas betrachtet, wie leicht es sich dann in dünne, elastische und biegsame Fäden ziehen läßt, so wird man die Möglichkeit pon Geweben einzig und allein au'ä diesem Stoffe - einsehen. Em industriöser Mann in Lille, Dubus Bon-Nv'l, scheint dieser nicht ganz neuen Kunst eine solche Vollkommenheit gegeben zu haben, daß sie wirklich eme ganz neue geworden ist. Er legte einer Gesellschaft vor kurzem verschiedene Glasgewebe vor, welche in Hinsicht auf Glanz der Farben und Lichtspiegelung Alles übertreffen, was Sammet und Seldü in Verbindung mit Gold und Silber Glänzendes zu gewähren vermögen. »Man denke sich," sagt ein Mitglied jener Ge-sellschaft, »ein Zimmer, das ganz mit Tapeten aus Glasstoffe ausgeschlagen ist, uno ganz von Lichte glänzt; es wird Alkm gleich kommen, was die Fantasie sich Glänzendes denken kann; es verwirklicht die Wunder der Zauberpalläste in de» Mährchen der hausend und eine Nacht,"- denn das Llcht, das nach allen Richtungen auf und durch diese durchsichtigen Zeuge spielt, und sich bricht, denen man alle Farben und Nuancen geben kann, gibt einem so ausgeschlagcnen Zmnner das Ausseyen, als bestehe es ganz aus Perlen, Perlenmutter und Diamanten, oder es sey aus Granaren, Saphiren, Topasen, Rubinen, Smaragden, aus allen diesen «uf tausend verschiedene Arren zusammengestellten Steinen gebildet, die in Srernen,,Nosecren, Srräußern, Festons, oder anmuthlgcn Guirlanden m endloser Mannigfaltigkeit spielen.« Wir müssen übrigens hinzusetzen, daß diese Zeuge vollkommen dauerhaft und biegsam sind, und den Vortheil haben, den Fardenglanz nicht zu verlieren, nichc zu verschießen, wie die andern Zeuge. Der Erfinder hat eine goldene Medaille erhalten. 18 — Vas Seueste unv Interessanteste im Gebiete oer Aunst uiw Anvussrie. ver Nanver« und ^ölkerkunve. Bei Arlos (Departement der Nhonemündun-gen) ist kürzlich «ne schöne Wassermühle in Gang gesetzt worden, die durch zwei hydraulische Räder au« gegossenem Eisen, zusammen von 70 Pferdekrafs, gc--trieben wird. Diese Räder setzen 10 Paar englische Mühlsteine und den ganzen , zum Mahlen und Zubereiten des Korns erforderlichen Apparat in Bewegung. Am merkwürdigsten aber ist ein Wagen, de? auf einer kleinen Eisenbahn aus der Mühle nach dem Platze fährt, wo das Getreide gereinigt wird. Sobald dieser Wagen beladen ist, fährt er mittelst einer Springfeder sogleich ab und nach dem äußersten Ende des Reinigungsgebäudes, wo er sich semer La« düng entlediget, eme neue Ladung von gereinigtem Getreide einnimmt, und dasselbe dann in die Mühle zurückbringt. Alles dicßgcschieht wie mitBezaubevung/ bloß durch Mechanismus. M i « c e l I e n. Zn Belgien kamen seit Kurzem wieder mehrere Entführungen von Kindern vor. Die Einen werden an Seiltänzer u. derg!., die Andern an reiche/, kinderlose Engländer verkauft. Vor einigen Jahre« erklärte ein englischer General, dem seine Tochter gc-storben war: er gehe nach der Schweiz, um sich eine andere zu kaufen. In'Frankfurt a. M. hat ein reicher Engländer mit einem reichen Juden gewettet, daß er 24 Stun.- . den lang zu Pferde sitzen wolle, ohne während dieser ganzen Zeit auch nur mit einem Fuße den Boden zu berühren. Er gewann die Wette, nachdem er man-chcs gute Schläfchen zu Pferde gemacht hatte. Sem Gegner , der größerer Sicherheit halber den Engländer selbst bewacht hatte, hat sich dabei weit mehr er--müdet, als dieser, und hiefür noch den Wettpreis von 150 Ducatcn gezahlt. Im Hotel der Invaliden zu Paris hat man jüngst ^ einen Araber aufgenommen, der, nachdem er eine Zeit lang in der französischen Armee in Algier gedient hat, durch einen Schuß sein Bein verlor. Man ha( ihn mit viel Artigkeit und Zuvorkommenheit im Hotel herumgeführt; cr hat die Suppe, die dcn Invaliden verabreicht wird, mit vielem Appetit gegessen und - 113 - besonders den Kaffeh, von dem er hintereinander 5 mehrere Tassen schlürfte, sehr gelobt. Seine Führer , versicherte er in einem fort, dasi seine Landsleute in völliger Unwissenheit über die Sitten und Gebräuche , der Franzosen seyen, und führte als Beleg dazu an, , daß man sie allgemein in e.i«cn Nang mit Menschenfressern stelle. An einer Zolllegstätte von Paris bemerkten die Qktroi-Beamten den häufigen Durchpaß einer ek-ganten Equipage. Sie schöpften Verdacht; der Wa-gen hielt immer von selbst an, und unterwarf sich gerne de>' gesetzlichen Durchsuchung. Ein prächtiger Kutscher saß voran, zwei Lakaien standen hinren, worunter ein Neger in reicher geschmackvoller Livree. Indessen waren einem Zollbeamten die starren Blicke des Negers und etwas Maschinenmäßiges, in seinen Schwankungen aufgefallen; seine Hände verließen den Riemen nie, und seine Füße schienen festgenagelt zu seyn» Der Zollbeamte bittet den Neger, abzusteigen. Keine Antwort: der Andere 'bieter sich an. Man besteht darauf, man berührt den Neger, .dessen Glieder steif und klingend sind. In dey'jThat war er nichts, als eine blecherne Büchse, in welcher man bald Wein, bald Ohl einschmuggelte. In London wurden kürzlich Versuche mit einem Pistole und einem Karabiner gemacht, die zehnmal in einer Minute geladen werden können; das Pistol glbt 12, der Karabiner 16 Schüsse in der Minute, fo, daß 100 Mann in 10 Minuten 120/000 Schüsse abfeuern, und 1200 Mann niederstrecken können. Der Karabiner ist besonders für Seegefechte brauchbar, indem 100 Mann in einer Minute mit 16,000 Schüssen ein ganzes Schiff wehrloS machen können. ^-Pll. wenn die ganze G eschichte wahr ist. Hr. Augueux in Paris hat ein sehr sinnreiches Verfahren für anatomische Vorlesungen erfunden. Es ist ein künstlicher Kadaver, dessen einzelne Theile nach Gefallen zerlegt und wieder zusammengesetzt werden können. In der Zusammenstellung ist der Körper von Haut und Zellengewcbe entblöst, so, daß Muskeln, Nerven, Blutgefäße u. s. w. in ihrer natürlichen Farbe erscheinen. Um jedes Glied oder Organ einzeln zu untersuchen, wird dann der Kadaver zerlegt; Herz und Gehirn kann nach Belieben geöffnet, und «uf diese Art scine innere Structur erforscht werden. F^rievrich Varaga. Die Universal-Kirchenzcitung gibt aus dem ^mi 120 — Merzeichniß der für das Landes - Museum eingegangenen Beiträge. (N « s ch l u ß). Nr. 265. Von einem ungenannten Priester dcr Laibacher Diözese, die auf die Geburt der königl. Prinzessinn von beiden Sicilien, nachmaligen Kaiserinn Maria Theresia, geprägte silberne Denkmünze in Thalergröße, 1772; — und in Folge Verlangens des mittlerweile verstorbenen Domherrn Lorenz Rttters von Schluderbach, die vidimirte Abschrift des Ritter-Diploms der Schluderbach'schen Familie vom 18. October 1609. Nr. 266. Vom Herrn Franz Mühleisen aus Istrien, die Karte des Herzogthums Krain, von Florianzhizh, in 12 Blättern, auf Leinwand »m Etuie. Nr. 267. Vom ?. ^. Herrn Franz Xav. Felix Freiherr v. Lazzarini, k. k. Kämmerer und Kreiscommissär^c., das zuLaibach anno 179l gedruckte alphabetische Verzeichnis) aller in Laibach befindlichen Mitglieder der adelichen Geselllchaft Diana der Zä-gerinn; ein Exemplar deutsch und italienisch, und eines in französischer Sprache. Nr. 268. Vom Herrn Leopold Paternolli, die in Udine 1837 in krainischer Sprache gedruckte Pie^e über die religiöse Jungfrau Maria v. Mörl in Tyrol. Nr. 269. Vom Herrn Cajetan Wieland, k. k. Casse-Offizial, ein Cabinet-Stück, blätteriges Grauspiesglanzerz vom Dcufe ^esenavu^ Bez. Eg) ab Podpetsch. Nr. 270. Vom ?. "l. Herrn Franz Grafen vonHohenwart?c., eine schwarze Natter von Gerlachstein, und zwei schöne Exemplare der seltenen schwarzen Viper, Vipera pi-eztor, vom Karste, einer von der 8»8HtlN2 völlig verschiedenen Gattung. Nr.^71. Vom Herrn I o h. Ncp. Schäber, Handlungs-Commis, Hübners Staats-, Zei^ngs-und Conversations.-Lexicon. Wicn 1789. Nr. 272. Vom Herrn I. G. Ensdru n ner, lll!Zu>5 e6lta6 Venetiiä. In Inzuli» 8ti I^^ari 1823. Lederband in 12., und 1 Vignette, das Mechirarist.'n- HoSpizauf der Insel 3. I^axaro zu Venedig vorstellend. Nr. 273. Vom ?. "l. Herrn 3!ichard Ur- sin i Grafen von Blagay, ein Exemplar der f.ür die Flora Krams neuen und auch sonst noch nirgends beschriebenen Seidelbast-Pflanze, Da^nnL VlaßÄ^an», Nr. 27^. Vom Herrn Pfarrcr Iereb zu ?lltlack, die von Neuß zu Augsburg geprägte Todes-Denkmünze von V.ronz: I^i-lliicisculn ^uzuswm l^ermanicum... 2.Nl2rtn 1835Dl:lunc:tum^iI1icl2 lauget (^urmHnia. Nr. 275. Von einem Ungenannten, die thalergroße Stadt.-Triesier Silber-Medaille auf d^n Bau dcs I^222reto sporco geprägt 1769. Nr. 276. Vom Herrn Viccdechant und geists. Rath, Blas Blasnik zu Naklas: 2) 8 theils Kauf- theils Schenkungsurkunden von den Jahren 1360, 1372, 1436, 1490, 1513, 1530, 1542 und 1631, worauf sich seit 1790 daS .Bestehen der im illyrischen Gubcrnial-Schematismus vermißten, freiabgckaufccn Pfarr- und Filialkirchengült zu Naklas gründet. Alle im Original und mit Siegel« und leslichen Abschriften durch die gewandte Hand des Hrn. Gebers. b) ei» Musterstück von dem in Naklas aus Nindhaaren fabricirten Lodentuch (plakta) , ldobon ein Stab (InKat), zu 3 Vu Wiener Ellen, 16 kr. kostet. c) 5 Garnbänder-Muster von verschiedene» Gattungen, sammt schätzbaren Notizen über ihr'< Verfertigung, den Arbeitslohn, die Verkaufspreise, den Absatzort u. dergl. Nr. 277. Vom Herrn Ursulinerkloster-Beichtvater, Johann Schlaker, 7 Original-Urkundek, worunter zwei Anst.'llung^decrete, das des nachmaligen Triefter Bischofs, Cajeran Freiherrn v. B u se t, als Domherr zu Biben, vom 19. Juli 176?, auf Per. gamcnt mit Siegel; und das der Frau Josephe, Gräfinn v. Auersbcrg, g.'dornen Freiinn Schweige von Lerchenfeld, als Sternkreuz-Irdensdame, vom 14. September 1797. Nr. 278. Vom Herrn Emil Korhtto ak. Galizien, die dem Museum neue SUberwiwze ^ohatm ^ . Kasimir, Pohlen 1660. Anmerkung. Die dießjährigcn M'usealftr^n fangen mit dem nächsten 1. August an, und dauern bis 12. September; wepwegen im gangen Monate August und im halben S^>o-temb^r das Museum verschlossen bleibt. Sonntags den 17. Scpt. wird es wieder eröffnet werden. Gom Gurawr. deS keain. VanZes-Mnse«»S Laidach den 24. Juli 1837. Nenactellr: Lse. Vatz. Keinrich. Verleger: sgnaj M. Güler v. Vle,nmavr.